Kategorie: Zürich

  • Der Sonnenhof soll Bülachs Mitte neu erfinden

    Der Sonnenhof soll Bülachs Mitte neu erfinden

    Das Sonnenhof-Areal liegt zentral zwischen Bahnhof- und Schaffhauserstrasse und umfasst gut 20’000 Quadratmeter. Heute prägen ein Einkaufszentrum aus den 1970er-Jahren, weitere Gewerbe- und Wohngebäude sowie eine grosse versiegelte Parkplatzfläche das Bild. Genau diese Struktur soll nun grundlegend verändert werden.

    Geplant ist ein neuer, gemischt genutzter Quartierteil mit einer öffentlichen Passage, begrünten Höfen und Plätzen, Gewerbe, Gastronomie und einem Kultur- und Begegnungszentrum. Das bestehende Einkaufszentrum soll dabei nicht verschwinden, sondern modernisiert und in das neue Gefüge eingebunden werden.

    Verdichtung mit urbanem Anspruch
    Kern des Projekts sind rund 240 Mietwohnungen in unterschiedlichen Preisklassen und mit verschiedenen Grundrissen. Dazu kommen rund 12’000 Quadratmeter für gewerbliche, kulturelle und öffentliche Nutzungen in den Erdgeschossen und an den Passagen.

    Städtebaulich setzt das Projekt auf Dichte und Orientierung. Vier höhere Gebäude sollen das Areal markieren und ihm eine klar erkennbare Adresse geben. Im Gestaltungsplan ist an der nordöstlichen Ecke eine maximale Gebäudehöhe von 55 Metern möglich. Das zeigt, wie deutlich sich der Sonnenhof vom bisherigen Massstab abheben wird.

    Freiraum statt Asphalt
    Besonders stark ist die Botschaft im Aussenraum. Wo heute Hitze speichernder Belag dominiert, sollen künftig entsiegelte Flächen, Bäume, Höfe und klimaresistente Bepflanzung das Mikroklima verbessern. Regenwasser soll versickern und verdunsten können, Dächer werden begrünt und mit Photovoltaik ergänzt.

    Auch verkehrlich will sich das Projekt neu ausrichten. Die oberirdischen Parkplätze wandern grösstenteils in die Tiefgarage, während Wege und Plätze vor allem auf Fuss- und Veloverkehr ausgerichtet werden. Trotzdem bleiben auf dem gesamten Areal rund 450 Auto-Parkplätze vorgesehen.

    Kultur als Teil der Entwicklung
    Auffällig ist die Verbindung von Immobilienentwicklung und öffentlicher Nutzung. Mit dem geplanten Kultur- und Begegnungszentrum KUBEZ soll am Sonnenhof nicht nur gebaut, sondern auch ein regionaler Treffpunkt für Kultur, Bildung und Freizeit geschaffen werden. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Stadt Bülach und umliegenden Gemeinden.

    Gerade das macht den Sonnenhof mehr als zu einer klassischen Überbauung. Das Areal soll nicht nur Wohnraum liefern, sondern eine neue Mitte schaffen, die den Alltag der Stadt erweitert und die Verbindung zwischen Bahnhof, Zentrum und Quartier stärkt.

    Ein langer Weg zur neuen Mitte
    Noch ist der Sonnenhof ein Planungsprojekt. 2026 soll der private Gestaltungsplan eingereicht werden, 2027 wäre die Genehmigung vorgesehen. Die erste Etappe könnte 2029 starten und 2031 fertig sein, die Gesamtfertigstellung ist gemäss Projektstand für 2034 vorgesehen.

    Das zeigt die eigentliche Dimension solcher Vorhaben. Die Transformation eines zentralen Areals braucht nicht nur Kapital und Entwurfskraft, sondern vor allem Zeit, Verfahren und politische Abstimmung. Wenn der Sonnenhof gelingt, gewinnt Bülach nicht einfach neue Wohnungen. Die Stadt gewinnt ein neues Stück Urbanität.

  • Zürich schärft sein Innovationsprofil

    Zürich schärft sein Innovationsprofil

    Der Kanton Zürich gehört zu den stärksten Wirtschaftsregionen Europas. Doch auch ein Spitzenstandort gerät unter Druck, wenn Fachkräfte fehlen, Entwicklungskosten steigen und der globale Wettbewerb härter wird.

    Genau hier setzt der Regierungsrat an. Er will den Innovationsstandort nicht mit Einzelaktionen aufladen, sondern mit verlässlichen Rahmenbedingungen stärken. Dieser Zürcher Weg soll Forschung, Unternehmertum und Anwendung enger verzahnen.

    Fünf Felder mit Hebelwirkung
    Für die Jahre 2027 bis 2030 definiert der Regierungsrat fünf Schwerpunkte. Halbleiter, Raumfahrt, Umwelttechnologien, Gesundheit und Risikokapital. Die Auswahl ist kein Zufall. Alle fünf Bereiche verbinden technologische Dynamik mit realen Wachstumschancen.

    Zugleich zeigen sie, wohin Zürich denkt. Nicht in kurzfristigen Trends, sondern in Feldern, in denen sich industrielle Stärke, Forschungskompetenz und neue Märkte überlagern. Das macht die Strategie wirtschaftspolitisch relevant.

    Vom Labor in den Markt
    Besonders interessant ist der Fokus auf Umsetzung. Innovation soll schneller in die Anwendung kommen. Genau hier verlieren viele starke Forschungsstandorte an Tempo.

    Bei Halbleitern geht es um Zugang zu Chip-Design, Reinräumen und Technologietransfer. In der Raumfahrt will Zürich Entwicklung und Skalierung neuer Anwendungen erleichtern. Im Gesundheitsbereich sollen digitale Lösungen rascher getestet, validiert und in Einrichtungen überführt werden. Der Anspruch ist klar. Nicht nur erfinden, sondern auch anwenden.

    Nachhaltigkeit wird zum Standortfaktor
    Spannend ist auch der Blick auf Umwelttechnologien. Nachhaltige Mobilität und kreislauffähiges Bauen werden nicht nur als ökologische Aufgabe verstanden, sondern als wirtschaftliche Chance.

    Das ist ein wichtiges Signal. Wer Versorgungssicherheit, Klimaziele und Standortqualität zusammen denkt, verschiebt Nachhaltigkeit aus der Nische ins Zentrum der Standortpolitik. Gerade für Zürich kann daraus ein neues Profil mit internationaler Strahlkraft entstehen.

    Kapital entscheidet mit
    Innovative Unternehmen brauchen mehr als gute Ideen. In der Wachstumsphase brauchen sie Kapital, das Skalierung ermöglicht. Darum setzt die Strategie auch beim Risikokapital an.

    Für die erste Etappe beantragt der Regierungsrat einen Rahmenkredit von 23 Millionen Franken. Das ist kein riesiger Betrag. Aber er markiert einen politischen Richtungsentscheid. Zürich will seine Innovationskraft nicht nur verwalten, sondern gezielt in Wertschöpfung und Arbeitsplätze übersetzen.

  • Zürich bündelt Wirtschaftsförderung in einem Gesetz

    Zürich bündelt Wirtschaftsförderung in einem Gesetz

    Der Weg war lang. Die Volkswirtschaftsdirektion entwickelte die Gesetzesgrundlage seit 2020, die Vernehmlassung lief 2022, im Herbst 2025 stimmte der Kantonsrat mit 114 zu 59 Stimmen zu. Am 30. April 2026 setzt der Regierungsrat das Standortförderungs- und Unternehmensentlastungsgesetz per 1. Juli 2026 in Kraft. Was vorher Stückwerk war, hat jetzt eine klare gesetzliche Heimat.

    Was das Gesetz bündelt
    Das Gesetz fasst sechs zentrale Aufgabenbereiche unter einem Dach zusammen, die Standortentwicklung, Stärkung der Innovationsfähigkeit, Pflege ansässiger Unternehmen, Ansiedlung neuer Betriebe, Standortpromotion und wirtschaftliche Aussenbeziehungen. Zugleich wird das bisherige Gesetz zur administrativen Entlastung aufgehoben und vollständig integriert. Damit endet ein Doppelspurrennen zwischen zwei separaten Regelwerken.

    Der Druck dahinter
    Energieknappheit, Fachkräftemangel, die OECD-Mindeststeuer und das ungeklärte Verhältnis zur EU setzen den Wirtschaftsstandort Zürich unter Druck. Eine gesetzlich verankerte Standortförderung soll die Reaktionsfähigkeit des Kantons erhöhen und sicherstellen, dass Massnahmen schnell und zielgerichtet umgesetzt werden können. Das Gesetz enthält auch eine Grundlage, damit sich der Kanton rasch an Bundesprogrammen zur Krisenunterstützung beteiligen kann.

    Unternehmensentlastung als Kernstück
    Die bisherige Koordinationsstelle wird zur Fachstelle Unternehmensentlastung aufgewertet. Sie prüft künftig systematisch alle neuen und geänderten kantonalen Gesetze und Verordnungen auf ihre Auswirkungen auf Unternehmen. Die sogenannte Regulierungsfolgenabschätzung hat ein klares Ziel, unternehmensfreundliche Regulierungen und ein digital abgewickelter Vollzug, der Zeit und Aufwand spart.

    Zürich als Vorbild
    Damit positioniert sich Zürich als Kanton, der wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit nicht dem Zufall überlässt. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh hat das Gesetz massgeblich geprägt, es ist eines der letzten grossen Projekte ihrer zwölf Amtsjahre. Der Startschuss fällt am 1. Juli 2026, in dem Moment, in dem Walker Späh ihr Regierungspräsidialjahr bereits läuft.

  • Zürich erfindet sich neu

    Zürich erfindet sich neu

    Regierungsrätin Carmen Walker Späh sprach es offen aus, viele gute Ideen schaffen es nie in den Markt. Es fehlt nicht an Kreativität, sondern an der richtigen Unterstützung zur richtigen Zeit. Der Kanton Zürich hat deshalb dieses Jahr den Schritt gemacht und sich dem internationalen Programm «MIT REAP» angeschlossen. Ziel ist es, Finanzierung gezielter zu lenken, Akteure enger zu vernetzen und Skalierung systematisch zu fördern. Denn Zürich hat sich in den Bereichen KI, Robotik, Life Sciences und New Space Economy bereits als Hotspot etabliert. Nun geht es darum, diesen Vorsprung zu sichern.

    Ohne Leute geht gar nichts
    Markus Müller, Co-Leiter der Standortförderung, brachte es auf den Punkt mit einem Zitat des Medtech-Unternehmers Andy Rihs: «Ohni Lüt gaht nüt.» Kapital allein baut keine Zukunft. Was Zürich stark macht, ist die Fähigkeit, neue Ideen mit dem richtigen Know-how und den passenden Kapazitäten zusammenzubringen. Zürich soll eine führende Rolle in der New Space Economy übernehmen. Denn Innovation ist laut Müller das, was aus «gut» langfristig «führend» macht.

    Zukunft denkt man nicht allein
    Zukunftsforscherin Martina Kühne gab den Gästen drei Impulse mit auf den Weg. Weiter denken als bis morgen, Zukunftsbilder in der Mehrzahl entwickeln und Zukunft gemeinsam gestalten. Jedes Zukunftsbild sei wie ein Turngerät, an dem man sich gedanklich austoben kann. Wer das tut, kann Ideen für eine mögliche und wünschbare Zukunft entwickeln. Denn Zukunft, so Kühne, passiert nicht einfach.

    Kollaboration als Katalysator
    Was diese Theorie in die Praxis übersetzt, zeigt das ETH-Spin-off Sevensense. 2021 überzeugte das junge Start-up ABB mit seiner 3D-Vision-Technologie für autonome Roboter. Heute stammen rund 80 Prozent der von ABB verkauften autonomen Roboter von Sevensense. Ein Beweis dafür, wie wirkungsvoll das Zusammenspiel von etabliertem Kapital und frischem Erfindergeist ist.

    Organe im All, Muskeln im Labor
    Noch wagemutiger denkt «Prometheus Life Technologies». Das Start-up nutzt Schwerelosigkeit im All, um Organe dreidimensional wachsen zu lassen. Ermöglicht hat das ein Parabelflugprogramm im Innovationspark, in enger Zusammenarbeit mit dem Center for Space and Aviation der Universität Zürich. Nicht weniger ambitioniert ist Muvon, das gemeinsam mit der ZHAW an einer automatisierten Methode zur Muskelregeneration mit körpereigenen Zellen arbeitet. Gelingt die Skalierung, könnte damit Belastungsinkontinenz behandelt werden, von der ein bedeutender Anteil der Frauen über 40 in Europa betroffen ist.

    Eine Plattform, die selbst innoviert
    Samuel Mösle, Co-Leiter der Standortförderung, zog im Abschlussgespräch eine klare Linie. Die drei vorgestellten Start-ups bewegen sich an den Grenzen der vorstellbaren Zukunft. Die Innovations-Plattform wird künftig mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz interaktiver und vernetzender. Nach fünf Jahren ist die Initiative am Ende ihrer eigenen Start-up-Phase angelangt. Samuel Mösles Fazit trifft es präzise: «Es steht nicht nur Innovation drauf, es steckt auch Innovation drin.»

  • 300 Wohnungen werden fit gemacht – niemand muss ausziehen

    300 Wohnungen werden fit gemacht – niemand muss ausziehen

    Zwischen 1974 und 1990 in drei Etappen erbaut, prägt das «Untere Bühl» den alten Ortskern von Oberwinterthur bis heute. Die Anlage gilt als schützenswert, einige Gebäude befinden sich noch weitgehend im Originalzustand. Ein Teil wurde bereits 2015 saniert, die übrigen holen diesen Schritt nun nach. Das Baugesuch wurde bewilligt, der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen.

    Niemand muss das Feld räumen
    Was das Projekt auszeichnet, ist seine soziale Konsequenz. BNP Paribas hat die Sanierung als Asset Manager der AXA Anlagestiftung von Beginn an so konzipiert, dass alle Mieterinnen und Mieter in ihren Wohnungen bleiben können. Die Mieterschaft wurde früh eingebunden, mit Workshops zu Aussenraum und Gestaltung inklusive. «Unsere Mieterinnen und Mieter sind seit Jahren ein fester Bestandteil der Siedlung», sagt Pascal Messmer, Asset Manager bei BNP Paribas. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Projekt.

    Anbauten, die sich nicht aufdrängen
    Für die Erweiterung setzt die AXA auf bernath+widmer Architekten, die aus einer kooperativen Testplanung als Sieger hervorgingen. Die An- und Neubauten werden mehrheitlich aus Holz gebaut und nehmen den Charakter der bestehenden Gebäude bewusst auf. Es entstehen rund 80 schwellenfreie Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern. Eine Ergänzung zu den heute mehrheitlich grossen Bestandswohnungen. Im Erdgeschoss sind Wohnateliers, Gemeinschaftsflächen und eine Gewerbefläche geplant.

    Park bleibt und wird lebendiger
    Der parkähnliche Aussenraum mit Gemeinschaftsgärten, Spielplätzen und dem Kindergarten von 1977 bleibt erhalten. Das Landschaftsarchitekturbüro ghiggi paesaggi greift das ursprüngliche Freiraumkonzept von Fred Eicher auf und entwickelt es weiter. Neue Bepflanzung und begrünte Dachflächen stärken die Biodiversität und schaffen Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Auf den Dächern der Neubauten ist teilweise eine Begrünung geplant. Der zentrale Pavillon soll künftig öffentlich genutzt werden, etwa als Kita.

    Etappenweise in die Zukunft
    Die Umsetzung erfolgt in Etappen bis voraussichtlich 2028. Ihr Ziel ist ein Immobilienportfolio mit Netto-null-Emissionen bis 2050. Winterthur gewinnt nicht nur sanierten Bestand, sondern 80 neue Wohnungen in einer gewachsenen Siedlung, die weiss, wer sie ist.

  • Wenn Baudenkmäler Koffer packen

    Wenn Baudenkmäler Koffer packen

    Auf einem 6500 Quadratmeter grossen Areal nördlich des historischen Bahnhofsgebäudes entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit 57 Wohnungen in Grössen von 2,5 bis 5,5 Zimmern. In den Erdgeschossen sind Gewerbe- und Gastronomieflächen vorgesehen, dazu ein kleiner Gewerbebau und eine Tiefgarage mit 59 Auto- und 92 Veloabstellplätzen. Zwischen den beiden Häusern entsteht ein parkähnlicher Freiraum mit Spielplatz.

    Weniger, aber sozial
    Das Projekt ist kleiner geworden. Ursprünglich plante die SBB vier Gebäude mit 90 Wohnungen, ein Drittel davon preisgünstig. Das Stellwerk neben dem Bahnhofsgebäude muss jedoch bestehen bleiben, wodurch ein ganzes Gebäude wegfällt. Von den verbleibenden 57 Wohnungen sollen 20 preisgünstig angeboten werden. Das entspricht 35 Prozent und liegt sogar leicht über der ursprünglichen Quote.

    Der letzte Güterschuppen der Schweiz
    Was Wohnungsbau fordert, verlangt Platz. Vier bestehende Bauten müssen weichen, darunter der Güterschuppen von 1928. Den entwarf Meinrad Lorenz, damaliger Chefarchitekt der SBB, als einer von nur vier Bauten dieses Typs in der ganzen Schweiz. Nach dem Abbruch des baugleichen Schuppens in Heerbrugg ist jener in Wollishofen das letzte erhaltene Exemplar seiner Art. Er steht im kantonalen Denkmalschutzinventar.

    Ein Holzbau packt seine Sachen
    Verschwinden wird der Güterschuppen trotzdem nicht. Er wird in Einzelteile zerlegt, fachgerecht aufgearbeitet und beim Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland in Bauma an der Töss wieder aufgebaut. Dort wird er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erhält eine museale Funktion im Rahmen des Projekts «Depotareal Bauma 2020». Die Bewilligungsunterlagen für den Rückbau liegen bereits weitgehend vor.

    Geschichte wiederholt sich
    Dieser Umzug ist nicht der erste in der Geschichte des Bahnhofs Wollishofen. Das heutige Bahnhofsgebäude war einst das erste Bahnhofsgebäude der Stadt Zug, 1864 errichtet und 1897 Stein um Stein an den Zürichsee versetzt. Was im 19. Jahrhundert die Knappheit von Baumaterialien erzwang, wird heute zu einem bewussten Akt der Erhaltung. Wollishofen schreibt damit ein weiteres Kapitel einer ungewöhnlichen Baugeschichte.

  • Zürich testet KI im Baubewilligungsverfahren

    Zürich testet KI im Baubewilligungsverfahren

    Der Kanton Zürich verpflichtet ab April 2027 sämtliche Gemeinden zur Nutzung der Plattform eBaugesucheZH. Damit ist die Basis für die Digitalisierung gelegt, aber eben erst die Basis. Die inhaltliche Bearbeitung der Gesuche läuft weiterhin in unterschiedlichen Systemen ab, je nach Gemeinde oder Kanton. Diese historisch gewachsene Systemlandschaft führt zu Medienbrüchen, manuellen Abstimmungsrunden und Dateninkonsistenzen.

    Was die FHNW-Studie zeigt
    Die Baudirektion beauftragte das Institut Digitales Bauen der FHNW mit einer Potenzialstudie entlang der gesamten Prozesskette. 15 Handlungsfelder wurden identifiziert, von der digitalen Erstinformation bis zur Bauabnahme. Das grösste kurzfristige Potenzial liegt ganz am Anfang.  Chatbots für die Erstberatung, strukturierte Eingabebegleitung und automatisierte Vorabprüfungen könnten die Qualität der eingereichten Gesuche sofort steigern und Rückfragen deutlich reduzieren. Viele Verbesserungen lassen sich bereits mit regelbasierten Systemen erzielen, ohne generative KI.

    Prototyp mit der Stadt Kloten
    Die Innovation-Sandbox für KI des Amts für Wirtschaft testete gemeinsam mit Praxis- und Technologiepartnern, darunter die Stadt Kloten, einen KI-basierten Vorabcheck für das Meldeverfahren. Für einfache Vorhaben wie Solaranlagen oder Wärmepumpen klärt ein regelbasiertes System automatisch Zulässigkeit und Verfahrenswahl, eine KI überprüft anschliessend Vollständigkeit und Qualität der Eingaben. 3336 Tests wurden ausgewertet. Das Resultat stimmt zuversichtlich, auch wenn die zuverlässige Interpretation komplexer Plandarstellungen noch eine offene Herausforderung bleibt.

    Mensch bleibt verantwortlich
    Beide Studien sind sich einig, dass eine vollständige Automatisierung derzeit nicht realistisch ist. Wo Entscheidungslogiken klar definiert sind, sind regelbasierte Systeme der generativen KI vorzuziehen. Die behördliche Entscheidungshoheit bleibt beim Menschen. Rechtliche Fragen rund um Datenschutz, Haftung, Transparenz und die urheberrechtlich geschützten Baupläne als KI-Trainingsmaterial müssen vor jeder Umsetzung vertieft geprüft werden.

    Die Ergebnisse fliessen nun in die Weiterentwicklung von eBaugesucheZH ein. Einzelne Anwendungen sollen in Pilotgemeinden getestet werden. Zürich zeigt damit, wie ein sorgfältiger, schrittweiser Einsatz von KI in einer komplexen Verwaltungsdomäne funktionieren kann.

  • Das Holz, das sich selbst schützt

    Das Holz, das sich selbst schützt

    Weltweit fallen jährlich Millionen Tonnen Sägemehl an. Der grösste Teil davon wird verbrannt, das im Holz gebundene CO2 gelangt zurück in die Atmosphäre. Genau hier setzt das Forschungsteam um Doktorand Ronny Kürsteiner an, unter der Leitung von Ingo Bungert, Professor für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich. Ziel ist das Sägemehl länger im Materialkreislauf halten.

    Der Trick mit dem Wassermelonenkern
    Das Bindemittel ist Struvit, ein kristallines Ammoniummagnesiumphosphat mit bekannten Brandschutzeigenschaften. Das Problem bis anhin war, dass Struvit sich schlecht verbinden lies mit Sägemehl wegen seines Kristallisationsverhaltens. Die Lösung fanden die Forschenden in einem Enzym aus Wassermelonensamen. Es steuert die Kristallisation so, dass grosse Struvit-Kristalle entstehen, die die Hohlräume zwischen den Sägemehlpartikeln ausfüllen und diese fest miteinander verbinden. Das verpresste Material wird danach bei Raumtemperatur getrocknet.

    Dreimal länger als Fichtenholz
    Die Brandtests am Polytechnikum Turin sprechen für sich. In einem Kegelkalorimeter, einem standardisierten Prüfverfahren für Hitzeeinwirkung, fing unbehandeltes Fichtenholz nach rund 15 Sekunden Feuer. Das Struvit-Sägemehl-Komposit brauchte mehr als dreimal so lang. Einmal brennend, bildet das Material rasch eine Schutzschicht aus anorganischem Material und Kohlenstoff, die die weitere Ausbreitung bremst. Dazu setzt das Struvit unter Hitze Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und dem Feuer Sauerstoff entzieht.

    Leichter als Zement, besser für das Klima
    Herkömmliche zementgebundene Spanplatten, heute im Innenausbau weit verbreitet, bestehen zu 60 bis 70 Gewichtsprozent aus Zement. Sie sind schwer und klimaschädlich in der Herstellung. Die neuen Struvit-Sägemehl-Platten kommen mit 40 Prozent Bindemittelanteil aus. Sie sind leichter, haben eine deutlich bessere Klimabilanz und landen nach dem Abbruch nicht auf der Sondermülldeponie.

    Rezyklierbar und düngetauglich
    Das Komposit lässt sich in seine Bestandteile zerlegen. Mechanisch in der Mühle, dann auf etwas über 100 Grad erhitzt, worauf Ammoniak freigesetzt und das Sägemehl abgesiebt wird. Das mineralische Ausgangsmaterial Newberyit fällt als Feststoff aus und kann erneut zu Struvit verarbeitet werden. Wer das Material nicht wieder verbaut, kann es als Langzeitdünger nutzen. Struvit gibt Phosphor, Stickstoff und Magnesium langsam und kontrolliert an den Boden ab.

    Kläranlage als Rohstoffquelle
    Ein weiterer Kreislauf zeichnet sich ab. Struvit entsteht in grossen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt in Kläranlagen, wo es Rohre verstopft und teuer entsorgt werden muss. «Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden», sagt Kürsteiner. Ob sich das Material auf dem Markt durchsetzt, hängt primär von den Bindemittelkosten ab. Ein Problem, das sich mit dieser Quelle lösen liesse.

  • Von Daten zu KI in der Immobilienwelt

    Von Daten zu KI in der Immobilienwelt

    Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Denn in den letzten 30 Jahren hat sich die Art, wie Immobilien geplant, betrieben und gesteuert werden, grundlegend verändert.

    Vor 30 Jahren waren viele Prozesse noch erstaunlich analog. Daten lagen in Ordnern und Papierdokumenten, Entscheidungen basierten stark auf Erfahrung, weniger auf systematischen Analysen. Bald begann eine Phase, in der sich die Branche Schritt für Schritt entwickelte: Prozesse wurden digitaler, Daten wichtiger, Gebäude und Unternehmen zunehmend vernetzt.

    In diesem Umfeld entstand Mitte der 1990er-Jahre auch pom+ als Spin-off der ETH Zürich – mit der Idee, Aufgaben, Daten und Prozesse im Bau- und Immobilienbereich stärker zu integrieren. Dreissig Jahre später feiert pom+ Jubiläum und die Grundfrage ist nach wie vor sehr aktuell: Wie lassen sich Immobilien, Organisation und Technologie sinnvoll zusammendenken?

    Technologisch stehen wir heute an einem neuen Wendepunkt. Die Digitalisierung der Immobilien schreitet weiter voran: Cloud-Technologien, IoT und digitale Modelle ermöglichen immer präzisere Abbildungen von Gebäuden. Der sogenannte Digital Twin entwickelt sich zunehmend zur Realität und schafft neue Möglichkeiten zur Automatisierung von Prozessen.

    Parallel dazu verändert sich die Art, wie Unternehmen arbeiten. Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren viele Prozesse verändern – insbesondere dort, wo grosse Mengen Informationen verarbeitet und Entscheidungen heute noch manuell getroffen werden müssen. Unterschiedliche Daten können einfacher analysiert, fertige Ergebnisse automatisiert erstellt und Entscheidungen auch mit Einbezug des Menschen massiv beschleunigt werden. Assistenzsysteme, sogenannte Agents, werden Teil des Arbeitsalltags.

    Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Branche ein interessantes Spannungsfeld: Die technologische Entwicklung schreitet schnell voran, die Umsetzung in den Unternehmen hingegen deutlich langsamer.

    Seit 2016 misst die pom+Consulting AG jedes Jahr im Rahmen der Digital Real Estate & Construction Studie den digitalen Reifegrad der Bau- und Immobilienwirtschaft. Aktuell liegt der Digital Real Estate Index bei 4,3 von 10 Punkten – eine leichte Erholung gegenüber dem Vorjahr, aber definitiv kein Quantensprung.

    Künstliche Intelligenz rückt, wenig überraschend, immer stärker in den Fokus. Gemäss der aktuellen Studie zählt Artificial Intelligence & Machine Learning, neben Platforms & Portals sowie Data Analytics erneut zu den am häufigsten eingesetzten Technologien. Die Bewertung von KI fällt jedoch deutlich differenzierter aus als in Vorjahren: Rund zwei Drittel der Befragten sehen darin einen hohen Nutzen. In der letztjährigen Erhebung waren es noch 75 Prozent. Mit häufigerem Einsatz von KI werden zwar die Möglichkeiten der Technologie, aber auch ihre Grenzen deutlich sichtbarer und dadurch Erwartungen realistischer.

    Technologie allein entscheidet also nicht über den Erfolg. Der entscheidende Faktor bleibt die Organisation: Datenqualität, Umsetzungsstärke, klare Verantwortlichkeiten – und die Bereitschaft, bestehende Arbeitsweisen zu hinterfragen.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Parallele zu den letzten 30 Jahren.

    Auch damals ging es nicht nur um neue Technologien, sondern um neue Denkweisen. Künstliche Intelligenz könnte damit zum nächsten grossen Entwicklungsschritt der Branche werden – nicht, weil sie alles verändert, sondern weil sie hilft, die wachsende Komplexität von Immobilien und Organisationen besser zu beherrschen.

  • PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    Herr Schwyter, Sie zählen zu den Pionieren der Schweizer PropTech-Szene. Wie begann Ihre Reise im digitalen Immobilienmarkt?
    Nach meiner Zeit bei Homegate stellte sich für mich die Frage, wie ich mein Wissen weiter einsetzen möchte. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft lag nahe. Vor der Pandemie hat dieses Thema allerdings kaum jemanden interessiert. Erst Covid-19 brachte einen enormen Schub. Ab da wurde Digitalisierung breit akzeptiert und ich fand meinen Platz in der PropTech-Szene.

    Welche frühen Erfahrungen bei Homegate prägen noch heute Ihre Sicht auf PropTech?
    Vor allem die Freude am Experimentieren und am gemeinsamen Entwickeln neuer Ansätze. Wir wollten Lösungen schaffen, die die Branche als Ganzes weiterbringen. Diese Haltung begleitet mich bis heute. Offen sein, interdisziplinär arbeiten und mutig testen.

    Wie digital ist die Schweizer Immobilienbranche wirklich, wenn man den Marketing-Sprech weglässt?
    Der Digital Real Estate Index von Pom+ liegt seit Jahren unter fünf auf einer Skala von null bis zehn. Das zeigt deutlich, die Branche hat viel Potenzial nach oben. Es gibt Fortschritte, aber keinen durchgehenden Digitalisierungsschub. Insgesamt stehen wir eher am Anfang einer professionellen digitalen Transformation.

    Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Vorreiter oder Nachzügler?
    Die Schweiz hat rund 480 PropTech-Unternehmen, die klein, aber qualitativ stark und vielfältig sind. Deutschland liegt mit mehr als 1’200 Unternehmen deutlich darüber. Wir haben Bereiche, in denen wir sehr gut sind und andere, in denen Ausbaupotenzial besteht. Insgesamt würde ich uns als solides, gut entwickeltes Ökosystem bezeichnen.

    Welche PropTech-Segmente sind Ihrer Ansicht nach am weitesten fortgeschritten?
    Plattformlösungen im breiten Sinn, also nicht nur Marktplätze, wie Datenplattformen, Serviceplattformen, Ökosysteme. Dort sehen wir die stärkste Professionalisierung und Reife.

    Welche Art von Startups wird aus Ihrer Sicht als erstes verschwinden und warum?
    Startups, die nur einen isolierten Prozessschritt abdecken und nicht integrierbar sind. Immobilienfirmen brauchen Lösungen, die mehrere Prozessschritte verbinden oder sich mühelos in bestehende Systeme einfügen. Silo-Produkte sind künftig kaum überlebensfähig, weder technisch noch wirtschaftlich.

    Wo sehen Sie Hemmnisse für die Digitalisierung in Schweizer Immobilienunternehmen?
    Die Branche ist stark kleinteilig organisiert. Eine Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitenden gilt schon als gross. Viele haben weder interne IT-Kompetenzen noch Budget für grössere Digitalisierungsprojekte. Für Anbieter bedeutet das zudem hohen Aufwand. Statt fünf Grosskunden betreut man hunderte kleine. Diese Struktur bremst die Digitalisierung.

    Welche drei Megatrends werden die PropTech-Landschaft in den nächsten Jahren prägen und warum?
    Ganz klar Daten, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Daten sind die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nachhaltigkeit ist ohne Daten nicht möglich, insbesondere bei ESG, und KI ist ein Trend, der stark polarisiert. Die Wirkung entsteht aber erst, wenn Datenqualität und Organisation stimmen.

    Gibt es Technologien, die international längst marktreif sind, in der Schweiz aber noch nicht angekommen sind?
    Nein. Alles, was international relevant ist, ist in der Schweiz grundsätzlich in hoher Qualität vorhanden. Die Herausforderung liegt nicht bei der Technologie, sondern bei der konsequenten Anwendung und Integration.

    Was braucht es, damit Verwaltungen offener für Technologie und mutiger werden?
    Eine klare Digitalisierungsstrategie, denn ohne Zielbild ist jede Tool-Einführung reiner Aktionismus. Firmen müssen verstehen, dass Digitalisierung ein Kultur- und Transformationsprozess ist und kein IT-Projekt. Mitarbeitende müssen begleitet und motiviert werden, gerade in einem Umfeld mit hoher Fluktuation.

    Woran erkennt man die Qualität eines PropTech-Unternehmens?
    Am Team. Die entscheidende Frage lautet, haben die Menschen die Fähigkeiten, Beharrlichkeit und Offenheit, eine Idee wirklich umzusetzen? Märkte drehen sich, Produkte verändern sich und nur ein starkes Team kann diesen Wandel tragen. Das Team steht deshalb über der Idee.

    Welche Ansätze schaffen es, den gesamten Lebenszyklus abzubilden?
    Nicht einzelne All-in-One-Produkte, sondern integrierte Kreisläufe. Wenn etwa Zustandsanalyse, Sanierungsplanung und Facility Management über saubere Datenflüsse verbunden sind, entsteht ein echter Lebenszyklus. Integration ist der Schlüssel.

    In welchen Phasen sehen Sie das grösste ungenutzte Potenzial?
    Ganz klar im Bereich Construction Technology. Wie wir bauen, welche Materialien wir einsetzen, wie Planungs- und Bauprozesse funktionieren, hier stehen grosse Veränderungen bevor. Im Betrieb und in der Vermarktung sind wir schon viel weiter.

    Sind die regulatorischen Rahmenbedingungen eher Treiber oder Bremse?
    Startups wünschen sich weniger Hürden und einiges wurde verbessert. Doch Themen wie steuerliche Behandlung von Gründeranteilen bleiben komplex. Insgesamt sollten wir Regulierung eher abbauen. Innovation entsteht nicht durch neue Vorgaben, sondern durch unternehmerischen Spielraum.

    Welche politischen Schritte wären nötig, damit die Branche schneller digitalisiert?
    Ich bin klar für weniger Staat. Die Immobilienwirtschaft wird sich aus wirtschaftlichen Gründen selbst digitalisieren. Wenn Unternehmen mit denselben Mitarbeitenden mehr Mandate gewinnen und die Qualität steigern können, setzen sie digitale Lösungen ein. Ganz ohne neue politische Vorgaben.

    Welche kulturellen und organisatorischen Stolpersteine begegnen Ihnen am häufigsten?
    Der Irrglaube, die Digitalisierung sei ein Tool-Thema. In Wahrheit geht es um Prozesse, Zusammenarbeit und Rollen. Viele unterschätzen den kulturellen Wandel. Hohe Fluktuation macht es zusätzlich schwierig, eine digitale Kultur zu etablieren.

    Welche Entwicklungen werden die Branche unumkehrbar verändern?
    Alles, was repetitive Aufgaben vereinfacht oder automatisiert und dadurch Produktivitätsgewinne schafft. Ob man das Digitalisierung oder Effizienzsteigerung nennt, spielt wenig Rolle. KI ist ein Baustein, aber nicht der einzige.

    Wenn Sie heute ein neues PropTech gründen müssten, in welchem Bereich wäre das?
    Wahrscheinlich im Bereich Vermarktung, weil dort viel kreatives Potenzial liegt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bestehende Lösungen stärker wachsen können. Wir haben genug gute Anbieter, es braucht nicht zwingend weitere.

    Wo steht PropTech Schweiz im Jahr 2030?
    PropTech wird unverzichtbar sein, aber nicht im Rampenlicht. Es ist nicht «sexy» wie Klima- oder Energiethemen. PropTech macht keine grossen Schlagzeilen, sorgt aber dafür, dass die Branche überhaupt digital, datenbasiert und effizient funktioniert. Genau deshalb wird PropTech langfristig eine zentrale Rolle spielen.

  • Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Als die Stadt Zürich die Sanierung der Zeughäuser auf dem Kasernenareal in Zürich-Aussersihl ankündigte, klang das noch nach einem überschaubaren Vorhaben. Die erste Kostenschätzung belief sich auf rund 55 Millionen Franken. Heute steht eine Zahl im Raum, die selbst geübte Stadtparlamentarierinnen aufhorchen lässt, knapp 200 Millionen Franken. Eine Vervielfachung, die erklärt werden muss.

    Marode Substanz treibt die Kosten
    Der Haupttreiber ist die Bausubstanz selbst. Die historischen Zeughäuser sind in einem weit schlechteren Zustand als ursprünglich angenommen. Schadstoffsanierungen, statische Eingriffe und die denkmalpflegerischen Anforderungen summieren sich zu einem Aufwand, der im Vorfeld schlicht unterschätzt wurde. Dazu kommen gestiegene Baukosten und ein erweitertes Nutzungskonzept, das höhere technische Standards erfordert.

    Kultur, Gewerbe und Gemeinschaft
    Was nach der Sanierung entstehen soll, hat Substanz. Der Stadtrat plant eine Mischung aus Kulturnutzung, Kleingewerbe und öffentlich zugänglichen Räumen. Ein lebendiger Begegnungsort mitten in Zürich-Aussersihl. Die soziale Durchmischung ist explizit Teil des Konzepts. Damit soll das Kasernenareal als Ganzes aufgewertet werden, nicht nur die Zeughäuser selbst.

    Langer Weg bis zur Eröffnung
    Der Zeitplan ist ambitioniert und die Geschichte des Projekts mahnt zur Vorsicht. Frühestens 2034 sollen die sanierten Zeughäuser bezugsbereit sein. Bis dahin braucht es einen Kreditbeschluss des Gemeinderats, ein genehmigtes Bauprojekt und einen reibungslosen Bauablauf. Drei Faktoren, bei denen in Zürich erfahrungsgemäss selten alle gleichzeitig reibungslos funktionieren.

    Denkmal verpflichtet
    Die Zeughäuser sind Teil des geschützten Kasernenareals. Ein Ensemble, das die Stadtgeschichte sichtbar macht. Abreissen steht nicht zur Debatte. Wer historische Bausubstanz erhalten will, muss bereit sein, dafür zu zahlen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie die Stadt diesen Auftrag finanziert und transparent, nachvollziehbar und mit einem klaren Mehrwert für alle Zürcherinnen und Zürcher kommuniziert.

  • Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Der Finanzplatz Zürich beschäftigt Ende 2024 über 102’000 Vollzeitstellen, davon allein 44’000 bei den Banken. Mit einer Bruttowertschöpfung von 32,8 Milliarden Franken erarbeitet der Sektor mehr als einen Sechstel der gesamten Zürcher Wirtschaftsleistung. Die Banken decken zudem rund 30 Prozent des schweizweiten Finanzierungsbedarfs von Unternehmen und Haushalten. Das sind keine abstrakten Kennzahlen, das ist die wirtschaftliche Grundlage einer ganzen Metropolitanregion.

    Halbe Stadtkasse aus einer Branche
    Die Studie der Managementberatung Oliver Wyman im Auftrag des Zürcher Bankenverbandes macht eine Zahl besonders deutlich. Rund die Hälfte der Unternehmenssteuern der Stadt Zürich stammt von Banken und Versicherungen. Mit 10 Prozent der Arbeitsplätze wird 16 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet, weit überdurchschnittlich produktiv. Auch die Zürcher Kantonalbank schüttete für 2025 eine Rekordsumme an Kanton und Gemeinden aus.

    Weniger Banken, mehr Stellen
    Die Zahl der in der Region Zürich tätigen Banken ist seit 2015 von 94 auf 78 Institute gesunken. Die Beschäftigung hat sich trotzdem kontinuierlich nach oben entwickelt, seit 2017 überdurchschnittlich stark. Bankennahe Dienstleister wie Fintechs, Vermögensverwaltungen und Beratungsunternehmen haben Stellen geschaffen, wo klassische Institutsstrukturen abgebaut wurden. Der Sektor konsolidiert sich, schrumpft aber nicht.

    Regulierung als Knackpunkt
    ZBV-Geschäftsführer Christian Bretscher stellt die entscheidende Frage. Was passiert, wenn die Rahmenbedingungen schleichend schlechter werden? Die geplanten erhöhten Kapitalanforderungen für die UBS nennt er «unverständlich». Der Verband fordert eine zielgerichtete Bankenregulierung mit Augenmass, keine pauschalen Verschärfungen, die international tätige Institute aus Zürich verdrängen könnten. Schweizer Banken tragen bereits heute 5 Prozent zum nationalen BIP bei und beschäftigen rund 158.000 Personen direkt.

    Was auf dem Spiel steht
    Der Finanzplatz Zürich steht im direkten Wettbewerb mit London, Singapur und Frankfurt. Regulatorische Sonderbelastungen oder steuerliche Verschlechterungen treffen nicht nur die Banken, sondern die gesamte Stadtwirtschaft. Wer 50 Prozent der Firmensteuern aus einer einzigen Branche zieht, hat ein Interesse daran, dass diese Branche bleibt, wächst und investiert. Das ist keine Lobbyaussage, das ist Arithmetik.

  • Mietendeckel frisst seine eigenen Kinder

    Mietendeckel frisst seine eigenen Kinder

    Seit die Wohnschutzverordnung in Basel-Stadt im Mai 2022 in Kraft trat, sind die Baugesuche für Mietwohnungen um 76 Prozent eingebrochen. 2024 wurden im Stadtkanton nur noch 151 Neubauwohnungen fertiggestellt, weniger als ein Viertel des langjährigen Durchschnitts. Während Zürich im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Baugesuche von 20 Prozent verzeichnete, kam die Bautätigkeit in Basel faktisch zum Stillstand.

    Sanierung bleibt aus, Gebäude verlottern
    Regulierung bremst nicht nur den Neubau, sie lähmt auch die Erneuerung des Bestands. Handwerksbetriebe klagen über ausbleibende Aufträge; einzelne Betriebe suchen Arbeit im 40 Kilometer entfernten Fricktal. Nötige energetische Sanierungen unterbleiben, Liegenschaften verfallen. Das trifft letztlich die Mieterinnen und Mieter selbst und konterkariert jeden Anspruch an Klimaschutz.

    Genf 40 Jahre Regulierung, 40 Jahre Rückstand
    Genf kennt seit 1983 einen der strengsten Mieterschutze der Schweiz. Das Ergebnis ist ernüchternd. 83,5 Prozent der über 40-jährigen Wohngebäude wurden nie umfassend modernisiert, gegenüber 47,6 Prozent in Basel und 41,3 Prozent in Zürich. Neumieter zahlen in Genf im Schnitt 30 Prozent mehr pro Quadratmeter als Bestandsmieter. Strenger Mieterschutz schützt also vor allem jene, die bereits eine günstige Wohnung haben. Also nicht jene, die eine suchen.

    Das eigentliche Problem, zu wenig Angebot
    Wer Mietpreise senken will, muss das Angebot erhöhen. Das bedeutet schnellere Bewilligungsverfahren, mehr Verdichtung, mehr Ersatzneubauten und Aufstockungen sowie weniger Einsprachen. Der Kantonsrat Zürich hat bereits zwei Gegenvorschläge erarbeitet, die auf bessere Rahmenbedingungen statt auf Verbote setzen. Das ist die richtige Richtung.

    Was Zürich entscheiden muss
    Der Wohnungsmarkt im Kanton Zürich steht unter Druck, das ist real. Doch ein Mietendeckel löst das Problem nicht, er verschärft es. Basel und Genf sind keine Theorie, sondern gelebte Warnung. Am 14. Juni hat Zürich die Wahl aus Fehlern lernen oder sie zu wiederholen.

  • Erfolgreiches Jobcoaching des SVIT Zürich!

    Erfolgreiches Jobcoaching des SVIT Zürich!

    Der SVIT Zürich unterstützt aktiv bei der Stellensuche im Immobilien-sektor. Bewerbende sind dabei nicht auf sich allein gestellt: Auf Wunsch erhalten sie gezielte Unterstützung beim Einstieg in die Immobilienwirt-schaft. Ein erfahrener Immobilienprofi begleitet sie als persönlicher Coach, analysiert gemeinsam ihre Ausgangslage und definiert wirksame Massnahmen für eine erfolgreiche Jobsuche. So erwerben die Teilnehmenden zusätzliche Kompetenzen, die ihre Bewerbungschancen nachhaltig verbessern.

    Die Arbeitsvermittlung ist für Mitglieder wie auch Nichtmitglieder kostenlos, sofern sie den Lehrgang «Quereinsteiger Assistenz Immobilienbewirtschaftung und -vermarktung» oder «Sachbearbeiter/in Immobilienbewirtschaftung» beim SVIT Zürich in Oerlikon absolviert haben oder aktuell besuchen. Mit diesem Angebot leistet der Verband einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und stellt gleichzeitig sicher, dass vermittelte Kandidatinnen und Kandidaten über eine fundierte Branchengrundausbildung beim SVIT Zürich verfügen.

    Immer mehr Mitglieder greifen auf diese qualifizierte Fachressource zurück – mit durchweg positiven Rückmeldungen. Sie profitieren von der Möglichkeit, neue Teammitglieder gezielt nach ihren Bedürfnissen aufzubauen und langfristig einzusetzen. Zudem bringen viele Kandidatinnen und Kandidaten wertvolle Zusatzkompetenzen aus ihrem bisherigen Berufsleben mit.

    Interessierte können sich per E-Mail an diana.waly@svit.ch anmelden. Der SVIT Zürich verfügt über eine amtliche Bewilligung des Kantons Zürich für private Arbeitsvermittlung.

    Weitere Informationen zum Ablauf sowie Bewerbungsvideos aktueller Kandidatinnen und Kandidaten finden Sie unter folgendem Link:

    https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/themen-services/einstieg-die-immobilienbranche-bewerbungsvideos-quereinsteiger

  • Künstliche Intelligenz: Unbedingt, aber…

    Künstliche Intelligenz: Unbedingt, aber…

    Ob das englische “AI” oder das deutsche “KI”– Künstliche Intelligenz ist aktuell allgegenwärtig. Wie ihre Auswirkungen bewertet werden, hängt stark von der jeweiligen Perspektive ab: Für die einen überwiegen die Chancen, andere sehen primär Risiken. Unbestritten ist jedoch: Die Technologie ist gekommen, um zu bleiben.

    Für uns als digitale Immobilienplattformen ist der offene Umgang mit technologischer Innovation seit jeher Teil unserer DNA. Mit ImmoScout24 und Homegate gestalten wir den Immobilienmarkt seit über zwei Jahrzehnten aktiv mit. Unser Grundsatz gilt dabei auch hier: KI darf kein Selbstzweck sein, sondern soll als ein nie dagewesener “Enabler” wirken. Denn das wahre Potential in den zwei Buchstaben liegt in der beschleunigten Entwicklung sowie smarten Erweiterung und Aufwertung innovativer Produkte, die echten Mehrwert schaffen und tägliche Effizienzgewinne erzielen können.

    Gerade im professionellen Immobiliensektor zeigen sich die Vorteile von KI in der produktiven Integration in bestehende, etablierte Prozesse. Während dies uns als Plattformen eine agilere Entwicklung marktnaher Produkte ermöglicht, schafft es für Makler:innen sowie Bewirtschafter:innen neue Effizienzgewinne in ihrem operativen Alltag. Entscheidend ist nicht die Technologie an sich, sondern ihr realer Beitrag.

    Zwei Beispiele aus dem SMG Real Estate Ökosystem verdeutlichen dies:

    • Unsere KI-basierte Inseratetexterstellung spart im Durchschnitt 14 Minuten pro Inserat. Hochgerechnet auf ein ganzes Portfolio oder eine Vermarktungsoffensive entsteht so ein substanzieller Produktivitätsgewinn. Die gewonnene Zeit kann gezielt dort investiert werden, wo sie den grössten Unterschied macht – in Beratung, Verhandlung und Kundenbeziehung. Wer stattdessen auf ImmoScout24 oder Homegate als Privatperson selbst inseriert, kann mit dieser neuen intelligenten Funktion fehlende Vermarktungserfahrung teilweise kompensieren.
    • Der neue “Insight Hub” für Immobilienprofis gibt KI-gesteuert Antworten auf bisher schwer einzugrenzende Fragen rund um Potenzial und Performance von Inseraten. Wöchentlich erhalten Makler:innen und Bewirtschafter:innen eine Übersicht derjenigen Inserate mit dem grössten Verbesserungspotenzial, inklusive konkreter Handlungsempfehlungen und dem erwarteten Sichtbarkeits-Plus.

    Dies als kleiner Auszug, hinzu kommen zahlreiche aktuelle Entwicklungen bei SMG Real Estate, darunter mit “Agentic AI” ein digitaler Begleiter für Immobilienprofis rund um ihren Arbeitsalltag – von der Transkription von Gesprächsnotizen bis zur nahtlosen CRM-Anbindung. Aber dazu mehr in naher Zukunft. Gleichzeitig erfordert technologische Innovation kontinuierliche Investition – insbesondere in Cybersecurity. Denn von KI profitieren nicht nur die richtigen Akteure. Modernste Schutzmechanismen, Zwei-Faktor-Authentifizierung, integrierte Zugriffskontrollen, etc. sind essenziell, um Daten zu sichern und Betrugsversuche wirksam zu verhindern. Vertrauen bleibt die zentrale Währung im Immobilienmarkt – ganz besonders im digitalen.

    Aber dank diesen gezielten, anhaltenden Investitionen in KI-Anwendungen gestalten wir als SMG Real Estate unsere Rolle als „Digital Shaper“ der Schweizer Immobilienbranche aktiv weiter. Unser Ziel ist und bleibt es in allererster Linie, Immobilienprofis nicht nur effizienter zu machen, sondern nachhaltig erfolgreicher. Dafür steht auch unsere Vision: „Next-Gen Swiss Real Estate – digital and simple.“

  • Der Turnaround ist real USZ dreht ins Plus

    Der Turnaround ist real USZ dreht ins Plus

    Wer durch das Hochschulquartier fährt, sieht es sofort. Kräne. Baugruben. Grossbaustelle. Der Campus Mitte entsteht und mit ihm der Anspruch, Spitzenmedizin langfristig neu zu definieren. Die Investitionen laufen. Die Frage war lange, wie trägt die Bilanz das mit? Nun gibt es eine Antwort.

    Die Trendwende ist real
    36 Millionen Franken Gewinn. Erstmals seit 2019. Ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 31 Millionen Franken. Der Kontrast ist deutlich und die Richtung stimmt.
    Stationäre Fälle stiegen um knapp 3 Prozent, ambulante Besuche um 5 Prozent auf rund 882’000. Mehr Patienten, bessere Auslastung, konsequentere Prozesse. Das Ergebnis ist kein Zufall. Der Turnaround ist real. Die Arbeit hat gerade erst begonnen.

    Digitalisierung zahlt sich aus
    Seit CEO Monika Jänicke 2023 die Führung übernahm, gilt die klare Strategie «USZ 2030». Effizientere Abläufe, stärkere Digitalisierung, fokussierte Medizin. So stieg die EBITDA-Marge stieg von 2,9 auf 6,6 Prozent. Stark, aber noch nicht am Ziel. Der Kanton als Eigentümer fordert 10 Prozent. Bei gleichem Tempo ist das 2026 erreichbar. Bei der Eigenkapitalquote, knapp 40 Prozent, ist die Zielvorgabe bereits erfüllt.

    Der Kanton zieht mit
    Die Investitionen laufen parallel zum Ergebnisaufbau. Je rund 100 Millionen Franken flossen 2023 und 2024 in Immobilien. Der Kanton stützt das Projekt und nîmmt 690 Millionen Franken Kapitalmarkt auf. Dies zu besseren Konditionen als das Spital selbst je erhalten würde und gibt das Geld weiter.
    Die Gewinnreserven, 2024 auf unter 200 Millionen gesunken, steigen nun wieder auf rund 230 Millionen Franken. Das Polster wächst.

    Nicht nur das USZ
    Der positive Trend ist kein Einzelfall. Die Integrierte Psychiatrie Winterthur schloss 2025 mit 1,8 Millionen Franken Gewinn ab. Nach roten Zahlen im Vorjahr. Patientenzahlen plus 5 Prozent. Daraus ist ersichtlich, Kantonale Gesundheitsinstitutionen reagieren auf den Kostendruck, mit Struktur, Effizienz und Klarheit.

  • Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg zählt per Ende 2024 genau 477 Einwohner. Trotz zwei Steuererhöhungen in den letzten Jahren reichen die Einnahmen nicht, um die Gemeindeaufgaben zu finanzieren. Das strukturelle Defizit bedroht die Eigenständigkeit des mittelalterlichen Landstädtchens auf dem Felssporn über Dielsdorf. Eine Fusion mit einer Nachbargemeinde steht im Raum, ein Szenario, das viele Regensberger vermeiden wollen.

    Eine Wiese als Wendepunkt
    Der Anstoss kam im April 2024 an einem Zukunftstag, an dem die Bevölkerung erstmals offen über das Schicksal ihrer Gemeinde diskutierte. Auf der Agenda war die Wiese Pünt, das letzte grössere Bauland im Dorf. Aus dieser Diskussion entstand die Idee einer Genossenschaft. Im Juli 2025 wurde die Baugenossenschaft Pünt Regensberg offiziell ins Handelsregister eingetragen.

    40 Wohnungen, 80 neue Menschen
    Das Projekt, ein vierstöckiger Bau mit 41 Wohnungen soll auf der Pünt entstehen, rund drei Viertel davon grosse Familienwohnungen mit 4,5 bis 5,5 Zimmern, der Rest kleinere Einheiten mit 2,5 bis 3,5 Zimmern. Die Genossenschaft rechnet mit 60 bis 80 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern. Für eine Gemeinde der Grösse Regensberg entspricht das einem Bevölkerungszuwachs von rund 15 Prozent. Ein Wettbewerb zur Findung des Projektteams wurde bereits im Jahr 2025 durchgeführt.

    Mehr als Steuern
    Das Ziel ist nicht nur fiskalisch. Regensberg weist das vierthöchste Durchschnittsalter aller Zürcher Gemeinden auf. Jüngere Familien sollen kommen und damit auch die Primarschule sichern, denn ohne Schule keine Familien, ohne Familien kein Dorfleben. Das flexible Nutzungskonzept erlaubt zudem, dass ältere Personen aus ihrem Einfamilienhaus in eine passende kleinere Wohnung wechseln können, ohne den Ort verlassen zu müssen.

    Gemeinnützig statt spekulativ
    Wäre das Projekt in privaten Händen gelandet, wären die Wohnungen auf der attraktiven Lage primär Anlageobjekte geworden. Die Genossenschaft vermietet dagegen auf Basis der Kostenmiete, also ohne Gewinnabsicht. Finanziert wird das Vorhaben über Anteilscheine, Mitgliederdarlehen, staatliche Förderung und Bankenhypotheken, mit einer angestrebten Eigenkapitalquote von 35 bis 40 Prozent.

    2028 steigen die Kräne
    Weil Regensberg im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder eingetragen ist, gelten beim Bauen besonders strenge Auflagen. Die Baubewilligung soll 2027 vorliegen, der Baubeginn ist für 2028 geplant. Ein oder zwei Jahre später könnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Ob die Genossenschaft das strukturelle Defizit allein löst, bleibt offen. Doch sie beweist, manchmal rettet ein Dorf sich selbst.

  • Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Die Schweizer Immobilienbranche wird mancherorts mit Argusaugen betrachtet – vor allem bei der Frage, wie es um den Wohnungsmarkt bestellt ist. Gibt es genügend Wohnraum an den zentralen Standorten? Warum steigen die Mietzinse in den Metropolregionen stark und ständig? Welchen Einfluss haben Gemeinden, Kantone und Bundesbern auf die Aktivitäten der institutionellen Immobilienwirtschaft? Und mit welcher Stimme spricht überhaupt die Branche im ganzen Land?

    Die professionelle, institutionelle wie kommerzielle Immobilienwirtschaft steht zweifelsohne unter Beobachtung. Sie befindet sich unbestritten in einem grossen Spannungsfeld: zwischen wachsender Regulierung, gesellschaftlichem Wandel zugleich und vielerorts dem Ruf nach Innovation, Erneuerung und Gerechtigkeit. Die Köpfe und Planer des 25. Symposiums der 2001 gegründeten Group of 15, der Denkfabrik der Schweizer Immobilienwirtschaft, stellten im Vorfeld des Anlasses die zu beantwortenden Fragen: Was bedeutet Zukunftsfähigkeit in einem Markt, der zunehmend kontrovers diskutiert wird? Wie lassen sich wirtschaftliche Anreize mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung vereinen? Und: Wie viel staatlicher Eingriff ist nötig – oder zu viel?

    «Verordnungswahn eindämmen»
    Für den in Basel geborenen Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist klar: der staatliche Einfluss auf die Bau- und Immobilienbranche ist riesengross – und gehört eingedämmt. Der Professor für politische Ökonomie sowie Direktor und Gründer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern und ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse kritisierte Bern und seine Behörden. Dort grassiere Subventionitis und Klientelpolitik in Reinform. «Der Bund ist doppelt so gross wie die Staatsquote impliziert», sagte er vor den rund 300 Gästen des Symposiums im Zürcher Kunsthaus.

    Der Schweizer Staat wachse mehr als doppelt so schnell wie die Produktivität der Wirtschaft und häufe mittlerweile «implizite Schulden von über 300 Prozent der Wirtschaftsleistung» auf, so Schaltegger weiter. Seine Forderung: der «Sturzenegger-Ansatz», eine Grundreinigung der Staatsfinanzen à la Argentinien. Zugleich plädierte er dafür, die Regulierungstätigkeit des Bundes stark zurückzuschrauben. Er verwies dabei auf seit den 1970er Jahren stark zugenommene Zahl an Verordnungen und Dekrete. Von diesen Bundesentscheidungen beträfen viele natürlich auch auch den hiesigen Bau- und Immobiliensektor.

    Heilmittel Künstliche Intelligenz?
    Prof. Dr. Christian Kraft, Leiter des Kompetenzzentrums Immobilien an der Hochschule Luzern, widmete sich danach dem Thema der baulichen (Un-)Ordnung und zugleich der Frage, ob eventuell Künstliche Intelligenz die Investitions­sicherheit im „Chaos der Deutschschweizer Baugesetze“ fördern könne. Seine Antwort: ein klares Jein. Die aktuelle, teils standortgebundene Unsicherheit habe vor allem auch mit längeren Bewilligungsdauern für Immobilienprojekte auf Stufe BZO zu tun. So habe sich zwischen 2011 und 2024 etwa die mittlere Bewilligungsdauer von einst unter 100 Tagen auf nun fast 200 Tage im Mittel erhöht. Hinzu komme, dass in letzter Zeit (seit 2020) ein starker Anstieg von 20 bis 30 Prozent bei den Planungs- und Baukosten von Mehrfamilienhäusern festzustellen sei, so Kraft.

    Gelungener Quartiersmix und fatale Einsprachen
    Im Anschluss zeigte Dr. Sibylle Wälty, Dozentin an der ETH Zürich und Gründerin von Resilientsy, auf, welche Mehrwerte das Konzept der „10-Minuten-Nachbarschaften“ in der Nutzungsplanung schaffen können. Ihr Forschungs- und Beratungsfokus richtet sich dabei auf einen austarierten Mix aus Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie weitere wichtige Faktoren für lebenswerte Stadtquartiere. Danach beleuchtete Dr. Wolfgang Müller, Partner & Head Real Estate bei der Firma MLL Legal Ltd., den „Raum für Widerspruch“. Er erläuterte, wo die aktuelle Rechtsprechung Einsprechenden und „Projektverhinderen“ Hand bietet und welche Schlüsse daraus Politik wie auch die Immobilienbranche ziehen könnten und sollten.

    Anstand und Rücksicht im Wohnungsbau
    Nach der Kaffeepause ging der Symposiumsvortrag von Paolo Di Stefano mit dem Titel „Mehr Freiheit und Selbstverantwortung“ nach- wie eindrücklich darauf ein, wie Immobilieninvestoren „vom Problem zur Perspektive“ kommen und Wohnimmobilien „zukunftsfähig“ machen können. Der erfahrene Leiter Immobilien Schweiz bei Swiss Life Asset Managers (mit rund 37’000 Wohneinheiten schweizweit im Bestand) zeigte dabei u.a. ein gelungenes Beispiel für Bestandssanierung ohne Leerkündigungen an der Schmiede in Zürich-Wiedikon. Zudem präsentierte er mit dem Au-Park in Wädenswil ein fast fertiges grosses Neubauprojekt, in dem neben rund 200 Mietwohnungen auch viele Einheiten im Stockwerkeigentum von Swiss Life Asset Managers realisiert werden.

    Er plädierte und appellierte zugleich eindringlich an die Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienwirtschaft am Symposium mit einer Stimme mit der Politik wie mit der Bevölkerung zu sprechen. Dabei wies er auch durchaus selbstkritisch darauf hin, dass beispielsweise die gegenwärtige Vertretung des Bauernstandes im Schweizer Nationalrat und Ständerat weitaus gewichtiger und einflussreicher sei als die der Bau- und Immobilienbranche. Di Stefano warnte davor, dass im „politischen Powerplay“ spekulative Gebäudeinvestoren und langfristig orientierte institutionelle Investoren zuweilen in einen Topf geworfen würden. Dem gelte es gemeinsam argumentativ entgegenzuwirken und aufzuzeigen, dass „anständiges Bauen auch Rücksichtnahme“ bedeute.

    «Einfach gute und überzeugende Projekte machen»
    Den Abschluss des Group-of-15-Grossanlasses im Zürcher Kunsthaus bildete ein leicht gepfefferter Zukunftstalk von Tagungsmoderator Rainer Maria Salzgeber mit Nationalrat Beat Walti (FDP) und der grünliberalen Regierungsrätin Esther Keller (Kanton Basel-Stadt). Sie stimmten überein, dass Regulierungen im Bausektor nicht weiter wild wachsen dürften und man vor allem Ermessensspielräume bei Immobilienprojekten möglich machen müsse. Beide warnten vor einer „unheiligen politischen Allianz zwischen Links und Rechts“, welche durchaus kontraproduktive Folgen auf die Immobilienwirtschaft haben könne.

    Beat Walti, der seit 2023 Präsident des VIS Verband Immobilien Schweiz ist, welcher die Interessen von institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherern sowie privaten Immobilienunternehmen in Bundesbern vertritt, forderte von der Immobilienbranche, der er eingangs warnend eine „gelbe Karte“ vorhielt: „Zeigen Sie, was Sie bauen und machen, um damit auch Vertrauen zu schaffen – bei der Politik und bei der breiten Bevölkerung“. Esther Keller, Vorsteherin im städtischen Basler Bau- und Verkehrsdepartement, stimmte dem zu und fasste in ihrem Schluss-Statement kurz und knapp ihre Forderung zusammen: „Machen Sie einfach gute und überzeugende Projekte“.

  • Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Wo früher Textilmaschinen und Industrieproduktion den Takt vorgaben, entsteht heute ein neuer Schwerpunkt für Technologie, Gewerbe und unternehmerische Entwicklung. Das rund 75’000 Quadratmeter grosse Vitus-Areal wird nicht als abgeschotteter Businesspark gedacht, sondern als vernetzter Innovationsort mit direktem Bezug zum Quartier Töss. Bestehende Bauten, Wege und Räume bilden dabei das Rückgrat der Transformation.

    Historische Substanz bleibt, wo sie Charakter und Identität stiftet. Gleichzeitig werden Strukturen geöffnet, Wege durchlässiger gemacht und neue Orte für Begegnung, Zusammenarbeit und Austausch geschaffen. Das Vitus-Areal soll damit zu einem sichtbaren Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Winterthurs werden.

    Leitbild und Arealstrategie
    Die Leitidee ist einfach und ambitioniert zugleich. Ein Tech- und Innovationscluster, der Unternehmen, Startups, Bildung und Forschung an einem Ort bündelt. Im Vordergrund steht Arbeit, nicht Wohnen. Geplant sind Büro- und Gewerbeflächen für technologieorientierte Firmen, forschungsnahe Betriebe, Dienstleister und kreative Akteure. Ergänzend kommen Co-Working-Angebote, flexible Flächen und Raum für junge Unternehmen hinzu.

    Gleichzeitig setzt die Arealentwicklung auf Atmosphäre. Urbane Begegnungszonen, Gastronomie, Kulturangebote und öffentlich zugängliche Aussenräume sollen dafür sorgen, dass das Areal auch ausserhalb klassischer Bürozeiten lebt. Die geplante Vitus-Promenade verbindet das Areal perspektivisch mit der Töss und schafft eine identitätsstiftende Freiraumachse, die Bewegung, Erholung und Austausch ermöglicht.

    Entwicklung in Etappen
    Die Transformation erfolgt bewusst in mehreren Schritten. In einer ersten Phase werden bestehende Gebäude aktiviert, saniert oder durch gezielte Umbauten aufgewertet. Zwischennutzungen, Co-Working, Events und kulturelle Formate sorgen dafür, dass das Areal schon während der Planung an Strahlkraft gewinnt. Erste Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsmobilität nutzen das Vitus-Areal bereits als Arbeits- und Entwicklungsstandort.

    Parallel werden strukturelle Grundlagen für die nächsten Schritte gelegt wie die verbesserte Erschliessung, schärfere Nutzungskonzepte, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsansätze. Einzelne Bauvorhaben, wie der neue LANDI-Standort, fügen sich in dieses Bild ein und stärken den gewerblichen Charakter des Areals. In einer späteren Etappe wird insbesondere der östliche Teil des Areals vertieft neu entwickelt. Hier entstehen zusätzliche, zeitgemässe Flächen für Produktion, Labors, Büros und Dienstleistung – abgestimmt auf Marktbedürfnisse und Nachfrage.

    Perspektive für Töss und Winterthur
    Mit dem Vitus-Areal erhält Winterthur-Töss einen starken wirtschaftlichen Ankerpunkt. Das Areal bietet Potenzial für mehrere tausend Arbeitsplätze und stärkt damit die Rolle des Stadtteils als produktiven, aber gleichzeitig urban eingebundenen Standort. Offene Freiräume, durchlässige Wege und Kooperationen mit lokalen Akteuren sollen verhindern, dass ein isolierter Gewerbekörper entsteht.

  • Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Mit dem Game «Built&Rent» des SVIT Zürich Politik spielerisch erleben!
    In der Stadt Zürich findet der erste Wahlgang am 8. März 2026 statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich sieben Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen.

    Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Mit dem Game «Built&Rent» wird erlebbar, unter welchem Druck Immobilienprofis stehen – und wie politische Entscheide die Branche prägen. Dabei können tolle Lern- und Sachpreise gewonnen werden. Von zahlreichen Apple-Gutscheinen bis zu Gratisteilnahme von Lehrgängen und Kursen des SVIT Zürich. Die Teilnahme ist für alle kostenlos. Eine SVIT-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. So wird politische Bildung zum interaktiven Erlebnis! Es wird wie «Tetris» gespielt.
    (Spielzeit 28. Januar bis 15. Februar 2026)

    Wettbewerbslink: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/politik

  • ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB veräussert ein rund 7000 Quadratmeter grosses Areal beim Bahnhof Zürich-Oerlikon an die Immobiliendienstleisterin Pensimo. Aus dem Verkauf resultiert im ersten Quartal 2026 ein operativer Veräusserungsgewinn von rund 290 Millionen Franken vor Steuern. ABB benötigt das Areal nicht mehr als strategische Landreserve und ermöglicht mit dem Schritt die Weiterentwicklung des Quartiers Neu-Oerlikon.

    Auf dem Grundstück sind rund 500 Wohnungen geplant, ein Hochhaus sowie Geschäftsflächen. Das ehemalige Industriegebiet soll sich in den nächsten Jahren zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnen, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen sowie kulturellen und kommerziellen Angeboten wandeln. Aufgrund hoher Bodenpreise ist von eher hohen Mieten auszugehen. Allenfalls sind einzelne Wohnungen zu Kostenmiete denkbar, etwa im Rahmen einer verdichteten Arealentwicklung.

    Neuer ABB-Hauptsitz in Oerlikon
    Parallel zum Landverkauf baut ABB seine Präsenz in Oerlikon aus. Der Konzern plant eine neue Zentrale in unmittelbarer Nähe, in die rund 500 Mitarbeitende voraussichtlich 2031 einziehen sollen. Das Projekt umfasst ein saniertes, denkmalgeschütztes Bestandsgebäude und einen sechsstöckigen Neubau in Holzverbundkonstruktion, entworfen vom Büro Christ & Gantenbein.

    Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 10’800 Quadratmetern entstehen moderne Arbeitswelten inklusive Auditorium, Lounge und Cafeteria, Foyer- und Ausstellungsbereich sowie Erholungs- und Fitnessflächen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 80 Millionen Franken. ABB-CEO Morten Wierod betont damit das Bekenntnis zur Schweiz und zur Stadt Zürich. Stadtpräsidentin Corine Mauch spricht von einem künftig noch «farbigeren und lebendigeren» Quartier rund um den Bahnhof Oerlikon.

    Starkes Schlussquartal 2025
    Operativ hat ABB im Schlussquartal 2025 deutlich zugelegt. Der vergleichbare Umsatz stieg um 9 Prozent auf 9,05 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang: Er legte auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent auf 10,32 Milliarden US-Dollar zu und überschritt damit erstmals die Marke von 10 Milliarden in einem Quartal.

    Die operative EBITA-Marge verbesserte sich von 16,6 auf 17,6 Prozent, der bereinigte Reingewinn stieg um 29 Prozent auf 1,27 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr 2025 erhöhte sich der Reingewinn auf 4,73 Milliarden US-Dollar, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll von 0,90 auf 0,94 Franken je Aktie angehoben werden; gleichzeitig kündigt ABB ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an.

    Ausblick und neues Rückkaufprogramm
    Für das erste Quartal 2026 erwartet ABB ein vergleichbares Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent sowie eine weiter steigende Marge. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Wachstum von 6 bis 9 Prozent und einer leicht höheren Profitabilität. Analysten sehen besonders im Geschäft mit Rechenzentren und in der Sparte Elektrifizierung starke Treiber, dort legten die Aufträge um etwa ein Drittel zu.

    Zusätzlich legt ABB ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar auf, das bis 27. Januar 2027 laufen soll. Ein zuvor laufendes Programm über bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar ist ausgelaufen. Das stärkt die Attraktivität der Aktie und signalisiert Vertrauen in die eigene Ertragskraft.

    ABB-Aktie auf Rekordniveau
    An der Börse wurden die Zahlen und der Ausblick mit Kursgewinnen honoriert. Die ABB-Aktie stieg um 8,46 Prozent auf 66,38 Franken, das neue Allzeithoch lag bei 67,22 Franken. Der starke Auftragseingang, die verbesserte Marge, die erhöhte Dividende und das grössere Aktienrückkaufprogramm haben die zuvor vorsichtigen Erwartungen klar übertroffen.

    Für den Standort Zürich-Oerlikon bedeutet die Kombination aus Landverkauf, Neubau der Konzernzentrale und geplanter Quartierentwicklung einen deutlichen Strukturwandel. Vom Industrieareal hin zu einem dichten, urbanen Wohn- und Arbeitsquartier, mit hohen Investitionen, aber auch mit der Perspektive weiter steigender Mieten.

  • SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    In der Stadt Zürich finden am 8. März 2026 die Gemeinderatswahlen statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen. Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Im Polit-Talk erläutern die Kandidaten, wo sie sich für die Wohnpolitik und die Immobilienbranche stark machen und stehen den Teilnehmern während des Apéros auch für kritische Fragen, persönlich zur Verfügung. Am Schluss der Veranstaltung messen sich unsere Politgäste gegenseitig mit dem SVIT Zürich Politgame «Build & Rent». Wer gewinnt die Spielpartie? Wer gewinnt die Zürcher Gemeinderatswahlen 2026? Wir sind gespannt.

    Link zu den Kandidatenvideos

    Link zur Anmeldung zum Polit-Event

    Download:
    SVIT Zürich «Polit-Check” zu den Gemeinderatswahlen

  • Energiezukunft im Limmattal

    Energiezukunft im Limmattal

    Das Limmattaler Regiowerk Limeco steht vor einem Jahrhundertprojekt. Bis 2034 soll eine neue Kehrichtverwertungsanlage entstehen, bis 2050 folgt die Neuorganisation der Abwasserreinigung. Damit wird sichergestellt, dass Abfall und Abwasser aus dem Limmattal auch künftig umweltgerecht aufbereitet und als Energiequelle genutzt werden.

    Die bestehende KVA wird durch einen Neubau weiter westlich ersetzt. Am bisherigen Standort soll eine grössere ARA realisiert werden, die den Bedarf des wachsenden Limmattals langfristig abdeckt. Die heutige ARA wird bis 2050 aufgehoben. Sie liegt in einem national geschützten Natur- und Vogelschutzgebiet.

    Ein Projekt mit Weitblick
    Das Limmattaler Energiezentrum steht exemplarisch für den Wandel im Entsorgungs- und Energiesektor. Aus reiner Abfallverwertung entsteht ein multifunktionaler Energieknoten, der Wärme, Strom und Gas bereitstellt – ressourcenschonend, lokal verankert und klimaneutral gedacht.

    Gestaltungsplan legt Rahmen fest
    Die planungsrechtliche Grundlage bildet ein kantonaler Gestaltungsplan. Er definiert verbindlich, wie die Anlagen etappiert, erschlossen und eingebettet werden. Vorgaben zu Baufeldern, Umwelt- und Gewässerschutz, Naturräumen sowie zu öffentlichen Grünflächen schaffen Planungssicherheit.

    Parallel läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Sie prüft, wie sich die Bau- und Betriebsphasen auf Umwelt, Anwohner und Ökosysteme auswirken. Ziel ist ein Energiezentrum, das Klima- und Ressourcenschonung verbindet. Dies mit Strom-, Fernwärme- und Gasproduktion aus erneuerbaren Quellen sowie Konzepten zur direkten Abscheidung von CO₂-Emissionen.

    Beteiligung und Information
    Der Gestaltungsplan wird ab dem 20. Januar 2026 für 60 Tage öffentlich aufgelegt. Bürgerinnen, Verbände und Behörden können sich in dieser Zeit zum Entwurf äussern. Die Eingaben werden durch die kantonalen Fachstellen geprüft und in einem Einwendungsbericht dokumentiert.

    Am Mittwoch, 21. Januar, lädt Limeco zu einem öffentlichen Informationsanlass ein, bei dem Vertreterinnen des Kantons und des Unternehmens Details zum Projekt vorstellen und Fragen beantworten. Informationen zum Termin finden sich unter www.lez.ch/gestaltungsplan.

    Die vollständigen Unterlagen sind auf www.zh.ch/raumplanung abrufbar sowie bei der Gemeinde Dietikon und im kantonalen Amt für Raumentwicklung einsehbar.

  • Zürich stärkt Energiewende mit 60-Millionen-Programm

    Zürich stärkt Energiewende mit 60-Millionen-Programm

    Gebäude gehören zu den grössten Energieverbrauchern im Kanton Zürich. Rund 40 Prozent des Energiebedarfs und ein Drittel der CO₂-Emissionen entfallen auf diesen Bereich. In den letzten Jahren hat sich jedoch viel bewegt. Technische Innovationen, die CO₂-Abgabe und kantonale Vorschriften zeigen Wirkung.

    Mit dem Energieförderprogramm schafft der Kanton zusätzliche Anreize, um fossile Heizungen zu ersetzen, Gebäudehüllen zu dämmen oder Wärmeverteilsysteme zu modernisieren. Die Nachfrage nach Fördergeldern ist weiterhin hoch, befeuert durch das revidierte Energiegesetz von 2022.

    Finanzrahmen bis 2029
    Für die Fortsetzung des Programms beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat nun 60 Millionen Franken. Diese Mittel sollen mit Anteilen aus der CO₂-Abgabe und aus dem nationalen Impulsprogramm ergänzt werden. Sofern die Bundesleistungen nicht gekürzt werden, ergibt sich ein Gesamtetat von bis zu 286 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2029.

    Der Fokus liegt auf Massnahmen im Gebäudebereich. Auch Beratungs- und Informationsangebote werden unterstützt, insbesondere für Eigentümerinnen, die ihre Liegenschaften energetisch sanieren möchten oder vor dem gesetzlich vorgesehenen Verbot von Elektroheizungen ab 2030 Alternativen suchen.

    Innovation und Biogas im Blick
    Neben klassischen Gebäudesanierungen fördert der Kanton künftig verstärkt Innovation. Je eine Million Franken pro Jahr stehen für Pilotprojekte zur Verfügung, die neue Technologien und Verfahren zur effizienten Energienutzung oder -speicherung erproben. Weitere 250’000 Franken pro Jahr fliessen in die Förderung von Biogas aus landwirtschaftlichen Anlagen. Ein zukunftsträchtiger Energieträger für industrielle Hochtemperaturprozesse.

    So verbindet das Energieförderprogramm Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung. Es stärkt Innovation und wirkt zugleich als Hebel auf dem Weg zur Netto-Null im Zürcher Gebäudebestand.

  • Experimentierfeld genossenschaftliches Stadtleben

    Experimentierfeld genossenschaftliches Stadtleben

    Als Innovations- und Lernplattform versteht «mehr als wohnen» das Hobelwerk nicht nur als Siedlung, sondern als Reallabor für neue Wohnformen, Partizipationsmodelle und genossenschaftliche Governance. Für Fachleute aus Planung, Wohnungsbau und Stadtentwicklung bietet das Quartier Anschauungsmaterial für zentrale Fragen der künftigen Stadtentwicklung. Im Fokus steht etwa, wie viel Gemeinschaft der Alltag tatsächlich verträgt und wie sich Mischnutzungen so organisieren lassen, dass sie langfristig robust funktionieren. Ebenso wird sichtbar, wie ein Quartier zugleich sozial offen, ökologisch ambitioniert und dennoch wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden kann.

    Das Hobelwerk liegt auf dem früheren Areal der Schreinerei Kälin & Co. AG unmittelbar beim Bahnhof Oberwinterthur und damit an einer gut erschlossenen, vormals gewerblich geprägten Lage. Bauherrin ist die Baugenossenschaft mehr als wohnen, die nach dem Hunziker Areal ihr zweites grosses Projekt realisierte und das Areal zwischen 2018 und 2023 in zwei Etappen entwickelt hat.

    ​Auf rund 16 000 m² sind fünf Neubauten und mehrere umgenutzte Bestandsbauten entstanden, insgesamt etwa 158 Wohnungen plus Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen. Die Siedlung gilt als Modell für sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Stadtentwicklung und wurde mehrfach architektur- und energiepreislich ausgezeichnet.

    Städtebau, Architektur und Nutzungsmix
    Die unterschiedlichen Baukörper, darunter lange Riegel entlang der Gleise, ein Hofhaus, ein Quaderbau und ein kleiner Wohnturm, schaffen ein kleinteiliges Quartier mit Höfen, Gassen, Spiel- und Gartenflächen. Mehrere Büros, unter anderem pool Architekten, Ramser Schmid, Pascal Flammer, Baubüro in situ und Studio Vulkan, sorgen für Vielfalt im Detail bei gleichzeitig klarer Gesamtfigur.

    ​Der Nutzungsmix reicht von klassischen 1,5- bis 6,5-Zimmer-Wohnungen über Clusterwohnungen und Micro-Co-Living bis zu Wohnateliers für Kulturschaffende und verschieden grosse, teilweise günstige Gewerbeflächen. Im Erdgeschoss liegen unter anderem Kita, Bäckerei, Co-Working, Ateliers, Waschsalons, Gemeinschaftsräume und Allmendflächen, die als erweitertes «Wohnzimmer» der Siedlung funktionieren.

    Wohnkonzepte und Alltagsorganisation
    Die Genossenschaft kombiniert etablierte und experimentelle Wohnformen wie Micro-Co-Living für ein bis zwei Personen mit gemeinsamen Küchen und Aufenthaltsflächen, grosszügige Clusterwohnungen für WGs, klassisch geschnittene Familienwohnungen sowie inklusive Wohnprojekte, etwa mit Partnerorganisationen wie jawohn. Ergänzt wird das Wohnangebot durch Gästezimmer, Gästewohnungen und zuschaltbare Zimmer, die flexibel zugemietet werden können.

    ​Die Allmende spielt eine zentrale Rolle mit Laubengänge, Dachterrassen, Gemeinschaftsräume und der überdachte Hobelwerkplatz erleichtern informelle Begegnung und geteilte Nutzung. Bewohnende gestalten das Quartier in Quartiergruppen und Partizipationsformaten aktiv mit, ein Kernbestandteil der «mehr als wohnen»-DNA.

    Bestand, Freiraum und Identität
    Die alte Hobelwerkhalle und die Z-Halle wurden erhalten, sanft umgebaut und bilden heute das Zentrum mit einem überdachten Platz für Märkte, Feste, Kultur- und Quartierveranstaltungen. So bleibt die industrielle Vergangenheit als räumliche und narrative Schicht präsent und verleiht dem Areal eine klare Identität.

    ​Die Freiraumgestaltung mit Gemüsegärten, Kieswegen, Spielflächen und Begrünung von Höfen und Fassaden zielt auf hohe Aufenthaltsqualität, Hitzereduktion und Biodiversität. Autoarme Erschliessung und eine Mobilitätsstation mit Bikes und Anhängern stärken den Alltag ohne eigenes Auto.

    Nachhaltigkeit, Governance und Lerncharakter
    Das Projekt setzt auf energieeffiziente Bauweise, robuste, langlebige Materialien und gezielte Wiederverwendung von Bauteilen, kombiniert mit einem niedrigen Ressourcen- und Flächenverbrauch pro Kopf. Dafür erhielt das Hobelwerk mehrere Auszeichnungen, unter anderem als eines der besten Neubauprojekte der Schweiz und für seine energieeffiziente, ressourcenschonende Konzeption.

  • Zürich stärkt Energiezukunft mit Solar- und Speicherpflicht

    Zürich stärkt Energiezukunft mit Solar- und Speicherpflicht

    Das grösste ungenutzte Kraftwerk liegt auf Zürcher Dächern. Rund 6 Terawattstunden Solarstrom wären jährlich möglich, fast zwei Drittel des kantonalen Strombedarfs. Der Regierungsrat will dieses Potenzial ausschöpfen. Künftig sollen alle geeigneten Dächer über 300 Quadratmeter vollflächig mit Solaranlagen belegt werden. Neubauten unterliegen der Pflicht ab Errichtung, bestehende Gebäude beim Dachersatz.

    Damit setzt Zürich gezielt auf bewährte Strukturen. Solarenergie entsteht lokal, lässt sich rasch umsetzen und stösst kaum auf Widerstand. Sie stärkt die Eigenversorgung, insbesondere wenn überschüssiger Sommerstrom gespeichert werden kann.

    Speicher als Brücke in den Winter
    Der Weg zur sicheren Winterversorgung führt über Speicher. Drei Viertel des Solarstroms entstehen im Sommerhalbjahr. Ein Überschuss, der künftig langfristig nutzbar werden soll. Der Regierungsrat will Netzbetreiber verpflichten, Langzeitspeicher technologieneutral zu fördern.

    Eine moderate Abgabe von höchstens 0,5 Rappen pro Kilowattstunde soll den Förderfonds speisen, verwaltet durch die EKZ. Für Haushalte und Betriebe bedeutet das rund zwei Prozent höhere Stromkosten. Härtefallregelungen schützen stromintensive Unternehmen.

    Gesetz mit Augenmass
    Wo Anlagen unwirtschaftlich sind finanzielle Härten bestehen oder der Netzanschluss fehlt, , bleiben Ausnahmen möglich und die Pflicht greift nicht. Auch Schutzinteressen für Landschaft und Ortsbild werden abgewogen.

    Damit setzt Zürich ein pragmatisches Signal. Statt auf Grossprojekte in den Alpen oder auf Windparks zu hoffen, wird das Potenzial vor Ort genutzt. Die Kombination aus flächendeckender Solarproduktion und Speicherstrategie bildet das Rückgrat einer sicheren, erneuerbaren Energiezukunft im Kanton.

  • Zusammenschluss stärkt Pflege und Wohnen im Alter

    Zusammenschluss stärkt Pflege und Wohnen im Alter

    Die in Dübendorf ansässige Tertianum Gruppe hat die bislang zur französischen Pflegegruppe Emeis aus Puteaux gehörende Senevita Gruppe übernommen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, ist die Transaktion bereits von der Wettbewerbskommission (WEKO) bewilligt worden. Über den Übernahmepreis wurde Stillschweigen vereinbart.

    Mit dem Zusammenschluss beider Pflegegruppen soll der gesamte Bereich Pflege und Wohnen im Alter in der Deutschschweiz verbessert werden. Beide Unternehmen verbinden hohe Qualitätsstandards, regionale Verankerung und das klare Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung im Pflegebereich, heisst es in der Mitteilung.

    „Ich heisse die Mitarbeitenden der Senevita Gruppe in unserem gemeinsamen Unternehmen herzlich willkommen. Sie ergänzen die Tertianum Gruppe perfekt – mit ihrem Know-how, ihrem Engagement und ihrer Professionalität. Wir sind stolz, künftig unter einem Dach mit ihnen zusammenzuarbeiten, um gemeinsam noch besser zu werden“, wird Luca Stäger, CEO der Tertianum Gruppe, in der Mitteilung zitiert. „Der Zusammenschluss ergänzt zudem unsere geographische Präsenz, ermöglicht zahlreiche Synergien in der operativen Exzellenz durch gegenseitiges voneinander Lernen und schafft neue Perspektiven für alle Mitarbeitenden.“

    In dem nun gemeinsamen Unternehmen werden 10‘000 Gäste bedarfsgerecht betreut. Insgesamt verfügt die Tertianum Gruppe nun über 6400 Pflegebetten und 4300 altersgerechte Wohnungen an 140 Standorten in der ganzen Schweiz. Um den Nachwuchs im Pflegebereich zu sichern, werden 800 Lernende ausgebildet.

  • Polysportives Leuchtturmprojekt nimmt Gestalt an

    Polysportives Leuchtturmprojekt nimmt Gestalt an

    Nach langen Planungsjahren ist der Baustart erfolgt. Auf dem Areal Dürrbach entsteht für rund 65 Millionen Franken ein grosser polysportiver Komplex, realisiert von HRS Real Estate AG als Totalunternehmerin. Der Neubau soll im Herbst 2026 eröffnet werden und markiert einen neuen sportlichen Schwerpunkt im Glattal.

    Über 30 Sportarten unter einem Dach
    Getragen wird das Projekt von Zürich Tennis und dem Zürcher Turnverband, die gemeinsam fast 100’000 Sportbegeisterte in der Region vereinen. Geplant sind moderne Hallen für Tennis und Turnsport, spezialisierte Trainingsbereiche sowie Flächen für zahlreiche weitere Indoor-Sportarten. Ergänzt wird das Angebot durch Sportinfrastrukturen, Übernachtungsmöglichkeiten sowie Einrichtungen für Sportmedizin und Regeneration. Das Sportzentrum ist ausgelegt für den Ganzjahresbetrieb von Breiten- und Spitzensport.

    Campus für Sport und Ausbildung
    Im neuen Sportzentrum wird auch die Kunst- und Sportschule Zürcher Oberland beheimatet sein. Damit entsteht ein Campus, der Training, Schule und Talentförderung räumlich und inhaltlich verzahnt. Junge Athletinnen und Athleten finden vor Ort ideale Bedingungen, um sportliche Ambitionen und Ausbildung zu verbinden.

    Beny Ruhstaller verstärkt strategische Führung
    Seit Kurzem gehört Beny Ruhstaller dem Verwaltungsrat der Sportzentrum Dürrbach AG an. Er stösst nicht primär als Bauspezialist dazu, sondern als Kenner des Turnwesens. Durch seine früheren Tätigkeiten für den Zürcher und den Schweizer Turnverband bringt er langjährige Verbandserfahrung, ein breites Netzwerk im Turn- und Tennissport und ein feines Gespür für die Bedürfnisse von Athletinnen und Athleten ein. Damit stärkt er den Anspruch, das Sportzentrum Zürich zu einer zukunftsweisenden Plattform für Sport, Ausbildung und Bewegung in der Region zu entwickeln.

  • Neue Führung für das Stadtwerk Winterthur bestätigt

    Neue Führung für das Stadtwerk Winterthur bestätigt

    Der Stadtrat Winterthur hat laut einer Mitteilung Martin Emmenegger als neuen Direktor des Stadtwerkes Winterthur bestätigt. Emmenegger ist derzeit Geschäftsbereichsleiter Netze und Mitglied der Geschäftsleitung des Elektrizitätswerkes Zürich (ewz). Zuvor war er während vier Jahren beim Stadtwerk Winterthur als Bereichsleiter Elektrizität und Telekom gewesen.

    Emmenegger hat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften als Elektroingenieur abgeschlossen. Der 57-Jährige folgt auf Marco Gabathuler, der das Stadtwerk seit 2017 geführt hat und im Januar 2026 in die Pension geht.

    „Mit Martin Emmenegger fällt die Wahl auf eine motivierende Persönlichkeit, die Stadtwerk Winterthur erfolgreich in die Zukunft führen kann“, wird Stadtrat Stefan Fritschi in der Mitteilung zitiert.

  • Strategische Übernahme setzt Fokus auf spezialisierte Gewerbeareale

    Strategische Übernahme setzt Fokus auf spezialisierte Gewerbeareale

    Swiss Life Asset Managers möchte mit der Übernahme der Schlieremer Gewerbe- und Handelszentrum AG (GHZ) ihre Position im Life Sciences-Sektor stärken, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die GHZ hat das ihr gehörende Wagi-Areal entwickelt. Dort sind nun auf einer Mietfläche von 143’000 Quadratmetern insgesamt rund 250 Unternehmen und Organisationen aus der Life Sciences-Branche ansässig, die über mehr als 2400 Arbeitsplätze verfügen. Auch der Bio-Technopark Schlieren ist auf dem Areal angesiedelt.

    Der Standort der GHZ bleibt erhalten, die Mitarbeitenden werden übernommen und auch GHZ-Geschäftsführer Walter Krummenacher wird weiterhin als Ansprechpartner für die Mieter fungieren und das Areal mit seinen Mitarbeitenden weiterentwickeln. „Wir sind sehr glücklich, mit Swiss Life Asset Managers eine verlässliche Partnerin gefunden zu haben, die unsere Werte und unser langfristiges Engagement für Immobilien und Life Science als Beitrag für die Gesellschaft teilt. So wird die Vision unseres Gründers Leo Krummenacher in die Zukunft getragen“, wird Walter Krummenacher in der Mitteilung zitiert.

    Swiss Life Asset Managers will mit der Übernahme des „dynamischen und wachstumsstarken Zentrums mit langfristigem Wertschöpfungspotential“ den Fokus auf Investitionen in den Bereichen Living, Logistics, Light Industrial und Life Science und Tech („4L“) unterstreichen. „Wir freuen uns sehr, mit dem erfahrenen Team von GHZ die beeindruckende Entwicklung des Areals fortzusetzen. Swiss Life Asset Managers ist von der Attraktivität und der Zukunftsstärke von Life-Science-Immobilien überzeugt, da sie für unsere Wirtschaft wie auch für unsere Gesellschaft von grosser Bedeutung sind“, heisst es von Paolo Di Stefano, Head of Real Estate Switzerland bei Swiss Life Asset Managers.