Kategorie: Vorschau

  • Die 19. Architekturbiennale in Venedig

    Die 19. Architekturbiennale in Venedig

    Mit dem Leitthema „Intelligens. Natural. Artificial. Collective.“ hinterfragt die Biennale die Wechselwirkungen zwischen natürlicher, künstlicher und kollektiver Intelligenz in der Architektur. Dabei stehen insbesondere die Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Fokus. Laut Kurator Carlo Ratti reicht es nicht mehr aus, allein auf Klimaschutzmassnahmen zu setzen. Vielmehr müsse Architektur lernen, sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen und resiliente Bauweisen zu entwickeln. Die Rolle der Architekten verschiebe sich dabei von traditionellen Gestaltern hin zu wissenschaftlich und interdisziplinär arbeitenden Problemlösern.

    Ein besonderes Highlight der Biennale ist die Initiative „Space for Ideas“, die erstmals eine breite Beteiligung ermöglicht. Fachleute und Laien sind eingeladen, ihre Ideen einzureichen, um das Spektrum innovativer Ansätze und Perspektiven zu erweitern.

    Nationale Pavillons mit visionären Konzepten
    Der Schweizer Pavillon setzt ein starkes Zeichen für die Rolle von Architektinnen in der Baugeschichte. Die Ausstellung „Endgültige Form wird von der Architektin am Bau bestimmt.“ unter der Leitung von Elena Chiavi thematisiert die bisher geringe Präsenz von Frauen in der Architekturwelt und würdigt die Arbeiten von Lisbeth Sachs, einer Pionierin der Schweizer Baukunst.

    Der österreichische Pavillon wird von Michael Obrist, Sabine Pollak und Lorenzo Romito kuratiert. Ihr Projekt „Agency for Better Living“ hinterfragt bestehende Wohn- und Lebenskonzepte und entwickelt innovative Ideen für soziale Nachhaltigkeit im urbanen Raum.

    Venedig als Experimentierfeld für innovative Architektur
    Eine weitere Besonderheit der Biennale 2025 ist das „Venice Living Lab“, ein dezentrales Konzept, das über das gesamte Stadtgebiet verteilt ist. Aufgrund der Sanierungsarbeiten am zentralen Pavillon in den Giardini werden mehrere Projekte im urbanen Raum realisiert. Eines der spannendsten Experimente ist das „Canal Café“, ein ökologisches Filtersystem, das Wasser aus der Lagune reinigt und für die Zubereitung von Espresso nutzbar macht. Es symbolisiert den Ansatz, Architektur nicht nur als gestalterische Disziplin, sondern als integralen Bestandteil wissenschaftlicher und technologischer Lösungen zu begreifen.

    Eine Biennale mit Weitblick
    Die 19. Architekturbiennale verspricht, eine der ambitioniertesten Ausgaben aller Zeiten zu werden. Mit ihrer inhaltlichen Fokussierung auf Intelligenz, Klimawandel und interdisziplinäre Kooperation stellt sie die Weichen für die Architektur der Zukunft. Die enge Verbindung zwischen Wissenschaft, Technologie und Baukunst sowie der partizipative Charakter der Veranstaltung unterstreichen die Relevanz der Biennale als Labor für visionäre Konzepte und praxisnahe Lösungen.

    Architektur wird hier nicht nur als statisches Produkt, sondern als dynamischer Prozess verstanden, der die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte aktiv mitgestaltet. Mit dieser Herangehensweise setzt Venedig 2025 ein starkes Zeichen für eine Architektur, die sich an veränderte Bedingungen anpasst und innovative Wege für eine nachhaltige und lebenswerte gebaute Umwelt aufzeigt.

  • Strüby Unternehmungen erhalten erstes Zertifikat für realisiertes Minergie-Areal

    Strüby Unternehmungen erhalten erstes Zertifikat für realisiertes Minergie-Areal

    Die Energieeffizienz, die Energie-Autarkie und der Hitzeschutz sind aktuell grosse Themen und werden in der Zukunft noch zentraler. Seit 2023 kann nicht nur ein einzelnes Haus, sondern ein ganzes Areal von Minergie zertifiziert werden und damit auch die Umgebung verstärkt in die Planung von Wohnbauprojekten einbezogen werden. Das «Fischermätteli» in Burgdorf BE hat am 2. September 2024 von Minergie schweizweit das erste definitive Areal-Zertifikat erhalten und damit ein neues Level im nachhaltigen Bauen erreicht.

    Label mit hohen Anforderungen
    Der neue, umfassende Standard Minergie-Areal wird durch den Verein Minergie, die Kantone, die Wirtschaft und das Bundesamt für Energie getragen. Das Minergie-Areal zeichnet sich durch einen sehr geringen Energieverbrauch, minimierte Treibhausgasemissionen in Erstellung und Betrieb sowie eine maximale Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien aus. Die Gebäude weisen einen überdurchschnittlichen Hitzeschutz sowie einen kontrollierten Luftwechsel aus. Die Gestaltung des Aussenraums erhöht die Klimaresilienz und die Aufenthaltsqualität, beispielsweise durch geeignete Bepflanzung und Beschattungen. Das Minergie-Areal bietet zudem Anreize für eine klimafreundliche Mobilität.

    Über 6600 m3 Schweizer Holz
    Das Wohnbauprojekt Fischermätteli wurde von den Strüby Unternehmungen im Herbst 2023 nach rund dreieinhalbjähriger Bauzeit erfolgreich abgeschlossen. Die zehn Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 168 Eigentumswohnungen entstanden auf einem ehemaligen Gewerbeareal in Burgdorf BE. Gebaut wurde mit über 6600 m3 Schweizer Holz, wodurch das «Fischermätteli» schweizweit das grösste Projekt ist, welches den Minergie-A-ECO-Standard und Schweizer Holz vereint.

    Klimataugliche Umgebungsgestaltung

    Die Energie für das gesamte Areal stammt zu hundert Prozent aus erneuerbaren Quellen: der Strom von den Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäudedächern, die Wärme für Heizung und Warmwasser von einer Heizzentrale, welche mit Schweizer Pellets versorgt wird. Das feinmaschige Mobilitätskonzept setzt auf Elektromobilität, Carsharing, Velos und den öffentlichen Verkehr. Ein Co-Working-Space fördert das Homeoffice und entlastet damit indirekt die Verkehrswege. Ausserdem sorgt die klimataugliche Umgebungsgestaltung nach dem Schwammstadt-Prinzip für eine natürliche sowie effiziente Kühlung im Sommer und macht das «Fischermätteli» dank den unzähligen einheimischen Pflanzen zu einem Hotspot der Biodiversität.

    Erfolg dank klimafreundlichem Gesamtkonzept
    Dass sich das klimafreundliche Gesamtkonzept im Sinne des Standards Minergie-Areal nicht nur für die Bewohner, sondern auch für den Investor bezahlt macht, kann Pius Kneubühler, Managing Director Real Estate Development & Construction bei den Strüby Unternehmungen, bestätigen. «Der Erfolg hat sich bereits bei der Vermarktung der Eigentumswohnungen manifestiert. Die Nachfrage war derart erfreulich, dass alle Wohnungen bis Bauabschluss verkauft werden konnten.»

  • Limmattal soll seine Stadtwerdung aktiv gestalten

    Limmattal soll seine Stadtwerdung aktiv gestalten

    Der Urbanist Thomas Sevcik geht davon aus, dass die Region zwischen Schlieren und Turgi zunehmend zu einer Stadt wird. In seiner Publikation „Limmattalstadt – Impulse für die Region entlang der Limmat“ schlägt er vor, diese Urbanisierung „aktiv und strategisch“ zu gestalten. „Kommen wird die Limmattalstadt sowieso. Aber wir sollten sie so gut machen, wie wir nur können“, schreibt er.

    Sevcik schlägt unter anderem sogenannte Neogebiete vor. Diese sollten Lücken zwischen den Siedlungsgebieten schliessen. So könnte ein Campus etwa auf einem Teil des Rangierbahnhofs Platz für eine Hochschule Limmat, ein Rechenzentrum, aber auch ein Kongress- und Unterhaltungszentrum bieten. Zwischen Neuenhof und Killwangen könnte ein neues Wohnquartier entstehen, im Tägerhard östlich von Wettingen ein zukunftsgerichtetes Quartier für neue Wohn- und Arbeitsformen. Auch in der Hard in Siggenthal könnte ein neues Quartier Arbeiten, Wohnen und Freizeit verbinden.

    Sevcik weist darauf hin, dass die Limmat bisher in der Region wenig präsent ist. Er schlägt die Aufwertung der Flusslandschaft in Dietikon zu einer Riviera vor.

    Wirtschaftlich sollte die künftige Limmattalstadt auf ihre Stärken in der angewandten Technologie und im Design, auf Logistik und Handel sowie Medtech und Biotech setzen. Die Mobilität in der Region sollte durch die Verlängerung der Limmattalbahn, die Nutzung der Bahnstrecke zwischen Dättwil und Wettingen, durch Seilbahnen und das Velonetz erleichtert werden. Sevcik schlägt auch einen Startplatz für vertikal startende elektrische Helikopter bei der Autobahnraststätte Würenlos vor.

    Sevcik hat die Strategieideen auf Initiative der Standortförderung Limmatstadt erarbeitet und am 15. August an der Generalversammlung der Limmatstadt AG vorgestellt. 20 Unternehmen, vor allem aus der Region, haben das Projekt unterstützt. Die Publikation kann digital bestellt werden.

  • Energetische Sanierungen: Whitepaper Teil 2 neu verfügbar

    Energetische Sanierungen: Whitepaper Teil 2 neu verfügbar

    Links zum Download:
    Whitepaper 1 «Energetische Sanierung als Chance»
    Whitepaper 2 «Energetische Sanierung als Chance»
    Praxisbeispiel: Innovation hinter historischer Fassade an der Zürcher Bahnhofstrasse

    Energetische Sanierungen sind relevant
    Gebäude in der Schweiz sind für rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich – insbesondere durch die Verwendung fossiler Energieträger sowie schlecht gedämmte Gebäude. Um die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null zu senken, muss die Sanierungsrate mindestens verdoppelt werden. Energetische Sanierungen bergen grossen Potenzial, um die Energieeffizienz zu steigern, Ressourcen zu schonen und Vermarktungsrisiken zu reduzieren. Da hierzulande rund 40% der Wohnungen im Besitz institutioneller Eigentümerschaften sind, nehmen diese bei der Verringerung der Umwelt- und Klimabelastung eine Schlüsselrolle ein.

    Gesetzlicher Rahmen und Finanzierung
    Den Rahmen für energetische Sanierungen bilden die Klimastrategie des Bundes sowie die Energiestrategie 2050, die Umsetzung fällt in die Verantwortung der Kantone. Nachhaltige energetische Lösungen werden von Bund, Kantonen und Gemeinden finanziell unterstützt. So fördert der Bund etwa den Bau von Photovoltaikanlagen und unterstützt Effizienzmassnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs. Mit dem Gebäudeprogramm tragen Bund und Kantone zur Finanzierung von Massnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen bei.

    Entscheidungsgrundlagen durch Analysen
    Portfolio-, Zustands- und Potenzialanalysen zeigen Energiesparpotenziale und Möglichkeiten zum Umstieg auf eine erneuerbare Energieversorgung. Mit einer Lebenszyklusanalyse respektive den Lebenszykluskosten lassen sich die Umweltauswirkungen sowie die ökonomische Wirkung über den Lebenszyklus eines Gebäudes eruieren. Auch nationale sowie internationale Labels wie GEAK, GEAK Plus, Minergie und SNBS respektive DGNB, LEED oder BREEAM können zur Qualitätssicherung genutzt werden.

    Sanierungsstrategie, Massnahmen und Zeitpunkt festlegen
    Ausschlaggebend für die Wahl der Strategie (Total- oder Teilsanierung mit oder ohne Erweiterung) sind der Zustand der Bausubstanz sowie Kriterien wie Markt- und Erweiterungspotenzial. Bei der Gebäudetechnik steht der Umstieg von fossil betriebenen Anlagen auf erneuerbare im Zentrum. Allenfalls bietet sich auch die Produktion von Solarstrom mit Einbezug von Elektromobilität an. Energiedienstleister wie ewz verfügen über geeignete Tools, um Sparpotenziale im Energiemanagement auszuschöpfen. Es ist ratsam, energetische Sanierungen mit ohnehin geplanten Modernisierungsmassnahmen und einen Heizungsersatz mit einer Gebäudehüllensanierung zu kombinieren.

    Gebäudehülle und Gebäudetechnik sanieren
    Da etwa 20% der Energieverluste durch ein ungedämmtes Dach entstehen, ist die Dachsanierung sehr wirkungsvoll. Ältere Fenster weisen einen Wärmeverlust von etwa 8% auf, weshalb sich ein Ersatz schnell auszahlt. Ist die Fassade ungenügend gedämmt, kann dies Verluste von bis zu 30% mit sich bringen. Allerdings sind umfassende Fassadenerneuerungen oft aufwendig und kostspielig.

    Klimafreundliche Energiequellen wie See-, Fluss- oder Grundwasser, Erdwärme, Holz, Luft, Sonne oder Abwärme können entweder als Einzellösung oder über Wärmeverbünde zum Heizen und Kühlen nutzbar gemacht werden. Wird Strom mit einer Photovoltaikanlage produziert, sollte möglichst viel davon vor Ort verbraucht werden. Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und das Laden von Elektrofahrzeugen tragen zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen bei.

    Beratung durch Expertinnen und Experten
    Mit langjähriger Erfahrung berät ewz schweizweit Bauherrschaften bei Sanierungen und bietet ihnen von der Planung über die Realisierung bis zum Betrieb eine umfassende Begleitung. Die Spezialistinnen und Spezialisten prüfen, welche lokalen und klimafreundlichen Energiequellen und Technologien vor Ort verfügbar sind respektive wie diese miteinander kombiniert werden können.

    ewz Energielösungen
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