Schlagwort: Akustik

  • Revolutionäre Schallabsorber

    Revolutionäre Schallabsorber

    Im Kampf gegen Lärm zählt jeder Zentimeter. Klassische Schallabsorber aus voluminösen Materialien wie Steinwolle oder Melaminschaum sind oft zu dick und gestalterisch einschränkend. Die neu entwickelten Schallabsorber aus mineralischen Gips- oder Zementschäumen bieten eine überzeugende Alternative. Sie sind genauso wirksam wie herkömmliche Absorber, aber rund viermal dünner. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Integration in bestehende und neue Bauprojekte.

    Die variierende Porenstruktur der mineralischen Schäume zwingt die Luftpartikel auf einen längeren Weg, wodurch trotz geringer Dicke eine hohe Schallabsorption erreicht wird. Diese patentierte Konstruktion ermöglicht es, die Absorber gezielt auf bestimmte Frequenzbereiche abzustimmen. Zudem sind die Schäume feuerfest, recycelbar und setzen keine gesundheitsschädlichen Partikel frei. Zementschäume sind zusätzlich wetterfest und damit ideal für den Aussenbereich geeignet.

    Praxistest in Zürich
    Ein erster Prototyp der neuen Schallabsorber wurde bereits in einer Hofeinfahrt in Zürich getestet. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Der Lärmpegel sank um bis zu 4 Dezibel, insbesondere bei vorbeifahrenden Autos. Die 72 Paneele mit einer Gesamtdicke von rund 5,5 Zentimetern zeigten eine zuverlässige Dämpfung tiefer Frequenzen und eine deutliche Reduktion der Schallübertragung im Bereich der Spitzenabsorption.

    Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
    Die neuen Schallabsorber eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen. Sie können in Einfahrten, unter Balkonen, an Fassaden, in Treppenhäusern oder grossen Innenräumen wie Büros, Kantinen oder Sporthallen integriert werden. Besonders interessant sind sie für Spezialanwendungen, bei denen begrenzter Platzbedarf, Brandschutz und Designansprüche gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.

    Die Zukunft der Lärmminderung
    Die Idee für diese innovativen Schallabsorber entstand bereits vor einigen Jahren, doch der Durchbruch gelang erst durch die Kombination von Materialentwicklung und akustischer Modellierung im Rahmen eines Innosuisse-Projekts. Aktuell erfolgt die Fertigung noch teilweise von Hand, doch mit einem geeigneten Industriepartner soll das Material weiterentwickelt und in grösserem Massstab produziert werden.

    Die mineralischen Schallabsorber haben das Potenzial, die Lärmminderung in verschiedenen Umgebungen zu revolutionieren. Sie bieten eine effiziente, platzsparende und gestalterisch flexible Lösung für die Herausforderungen der modernen Bauakustik.

  • Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Wärmeempfindung beim Menschen
    Holz kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben, wirkt also wie ein Puffer für Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit. Der Mensch spürt in erster Linie nicht die Temperatur, sondern den Zu- und Abfluss von Wärme. Stein und Metall isolieren schlecht und entziehen unserem Körper schnell Wärme – sie fühlen sich kalt an. Im Gegensatz dazu isoliert Holz gut und entzieht unserem Körper langsam Wärme – bei gleicher Oberflächentemperatur fühlt es sich deshalb wärmer an. Dies ist der Kern des U-Werts. Je kleiner dieser U-Wert ist, desto weniger Wärme dringt durch das Material hindurch, und umso geringer sind die Heizkosten. Bauteile aus Holz erreichen dank der integrierten Wärmedämmung in der Tragschicht immer einen niedrigeren U-Wert.

    Effektive Wärmedämmung im Winter
    Um im Winter die Wärmeenergie in den Innenräumen zu bewahren und ein Entweichen nach draussen zu verhindern, wird an der Innenseite der Aussenwände eine luftdichte Schicht angebracht. Diese Schicht muss auch den Feuchtetransport von innen nach aussen blockieren, um schädliche Kondenswasserbildung in den Aussenwänden zu vermeiden – sie wirkt also diffusionshemmend. Das Energielabel Minergie-P setzt sogar einen Blower-Door-Test voraus, um die Luftdichtigkeit des fertig gebauten Hauses zu überprüfen.

    Optimale Belüftung von Räumen
    Die effektivste Methode zur Belüftung von Räumen ist während der Nacht. Danach folgt im Winter die geschätzte Wärmestrahlung der Sonne, die an heissen Sommertagen abgeschirmt werden sollte. Für Fenster gibt es bewegliche Beschattungselemente oder speziell beschichtete Gläser. Die Wärmespeicherkapazität steht an vierter Stelle nach dem Einfluss interner Wärmequellen. Diese kann bei Holzbauten bereits mit einer doppelten Gipsbeplankung erreicht werden.

    Effektiver Lärmschutz
    Im Bauwesen wird zunächst zwischen Bauphysik und Raumakustik unterschieden. Die Bauphysik konzentriert sich auf die Schalldämmung durch Bauteile, während die Raumakustik darauf abzielt, den Nachhall durch Oberflächen zu absorbieren, um Sprache oder Musik klar und präzise hörbar zu machen. Moderne Holzbauten bieten effektiven Schutz vor unerwünschtem Lärm. Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern sind Trittschallgeräusche aus benachbarten Wohnungen besonders zu berücksichtigen.

    Luftschall und Körperschall im Fokus
    In der Bauakustik wird unterschieden zwischen Luftschall und Körperschall. Strassenlärm kann beispielsweise als Luftschall durch die Aussenwände in den Wohnraum dringen. Trittschall ist eine Form von Körperschall, die insbesondere bei Deckenkonstruktionen beachtet werden muss. Im Holzbau können durch mehrschalige Konstruktionen ähnlich hohe Schalldämmwerte wie bei einschaligen massiven Bauteilen erreicht werden, jedoch mit deutlich geringerer Masse. Eine mehrschalige Konstruktion bietet besonders gute Schalldämmung, wenn die Kopplung der Schalen gering ist. Wichtige Faktoren sind eine ausreichend grosse flächenbezogene Masse der Schalen, ein grosser Schalenabstand, die Vermeidung von Hohlraumresonanzen und eine elastische Verbindung der Schalen mit der Konstruktion. Massnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes von Holz-Deckenkonstruktionen umfassen die Beschwerung der Rohdecke mit zusätzlicher Masse und die Verwendung eines geeigneten Fussbodenaufbaus mit schwerem Estrich und weicher Trittschalldämmung. Eine abgehängte Unterdecke kann zusätzlich den Schallschutz verbessern. Im Holzbau haben Schallnebenwege nur einen geringen Einfluss, wie Studien im Projekt ‹Schallschutz im Holzbau› zeigen. Optimierte Deckenkonstruktionen erzielen gute Resultate sowohl bei Schallnebenwegen als auch bei direkter Schallübertragung über die Geschossdecke. Durch einfache Massnahmen können Nebenwegübertragungen bei Holz-Ständerwandkonstruktionen so reduziert werden, dass sie wesentlich geringer sind als die direkte Schallübertragung über die Geschossdecke.

    Raumakustik in Wohnungen
    In grossen oder stark belegten Räumen ist es wichtig, die Nachhallzeit für die Raumakustik zu berücksichtigen. Eine zu lange Nachhallzeit kann die Behaglichkeit beeinträchtigen. Früher wurden Massnahmen zur Raumakustik hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden und Grossraumbüros ergriffen. Heutzutage rücken auch Privatwohnungen in den Fokus, da hier ebenfalls grosse Raumvolumen und harte, schallreflektierende Oberflächen vorhanden sind. Um die optimale Nachhallzeit zu erreichen, sollte ein Teil der Raumverkleidung mit akustisch wirksamen Paneelen versehen sein. Die Raumakustik kann durch Akustikpaneele an abgehängten Decken oder Wandverkleidungen verbessert werden. Diese bestehen oft aus oberflächenbearbeiteten Holzwerkstoffplatten, die aufgrund unterschiedlicher Perforationen oder Schlitze verschiedene Frequenzen absorbieren.

    Effektive Abschirmung von Elektrosmog
    Die Schweiz wird immer mehr von nichtionisierender Strahlung, auch bekannt als «Elektrosmog», durchdrungen. In stark belasteten Gebieten müssen unabhängig von der Bauweise Massnahmen ergriffen werden. Fenster können effektiv mit Wärmeschutzgläsern oder Sonnenschutzfolien abgeschirmt werden. Bei der Rahmengestaltung kann gleichzeitig ein Metallgewebe eingefügt werden, um die elektromagnetischen Strahlen der hauseigenen Elektroinstallationen später im Innenraum abzuschirmen. Da elektromagnetische Strahlen Strom induzieren, müssen alle Abschirmungen mit der Erdung verbunden sein.

    Einfluss auf das Raumklima
    Die Qualität der Luft in einem Raum hängt vor allem von der Verwendung schadstoffarmer Materialien und einem angemessenen Luftaustausch ab. Während Düfte wie Parfüm, Arvenholz oder ätherische Öle als angenehm empfunden werden, sind Gerüche von Reinigungsmitteln, Zigarettenrauch oder Abgasen unangenehm für den Menschen. Flüchtige organische Verbindungen sind vielfältig und können in bestimmten Konzentrationen Mensch und Umwelt schädigen. Wenn ein Raum nicht ausreichend gelüftet wird, können sich flüchtige organische Verbindungen zu störenden oder reizenden Konzentrationen ansammeln. Der in Schafwolle enthaltene Stoff Keratin wirkt als Katalysator für flüchtige organische Verbindungen und wird heutzutage zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit und zur Verbesserung der Raumluftqualität eingesetzt.