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  • Festkörperbatterien aus Gestein

    Festkörperbatterien aus Gestein

    Forschende der DTU haben ein innovatives Material entwickelt, das Lithium in Batterien ersetzen könnte: Kaliumsilikat, ein weit verbreitetes Mineral, das aus gewöhnlichem Gestein gewonnen wird. Laut den Wissenschaftlern könnte diese Festkörperbatterie in etwa zehn Jahren eine umweltfreundliche, effiziente und sichere Alternative zu den aktuellen Lithium-Ionen-Batterien sein.

    Herausforderungen der aktuellen Lithium-Ionen-Batterien
    Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit in Elektroautos eingesetzt werden, haben ihre Grenzen. Die Kapazität, Sicherheit und Verfügbarkeit von Lithium sind eingeschränkt. Der Abbau von Lithium ist nicht nur teuer, sondern findet oft unter fragwürdigen Bedingungen statt. Zudem ist das Metall relativ selten, was die Skalierung erschwert und den Übergang zu einer nachhaltigen Elektromobilität behindert.

    Angesichts des wachsenden Interesses an Elektroautos steigt der Bedarf an neuen, leistungsfähigen und umweltfreundlicheren Batterien. Dies erfordert die Entwicklung neuer Materialien für Anode, Kathode und Elektrolyt sowie innovative Batteriekonzepte. Forschende weltweit arbeiten daran, diese neuen «Rezepte» zu finden, um die Kohlenstoffemissionen des Verkehrssektors zu reduzieren.

    Der Durchbruch mit Kaliumsilikat als Festkörperelektrolyt
    Der Forscher Mohamad Khoshkalam von der DTU hat ein superionisches Material patentiert, das auf Kaliumsilikat basiert. Dieses Mineral gehört zu den häufigsten auf der Erde und ist in gewöhnlichen Steinen zu finden. Ein grosser Vorteil dieses neuen Materials ist seine Unempfindlichkeit gegenüber Luft und Feuchtigkeit, was es ideal für den Einsatz in Batterien macht.

    Das milchig-weisse, hauchdünne Material kann bei etwa 40 Grad Celsius Ionen leiten und bleibt dabei feuchtigkeitsbeständig. Diese Eigenschaften erleichtern die Skalierung und Produktion zukünftiger Batterien erheblich. Da das Material in einer offenen Atmosphäre und bei Raumtemperatur hergestellt werden kann, reduziert es die Produktionskosten erheblich. Zudem benötigt es keine teuren und umweltschädlichen Metalle wie Kobalt, die in aktuellen Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden.

    Potenzial und Perspektiven
    Die Entwicklung der Kaliumsilikat-Festkörperbatterie könnte eine bedeutende Wende in der Elektroauto-Industrie darstellen. Durch die Nutzung weit verbreiteter, umweltfreundlicher Materialien könnte die Abhängigkeit von seltenen und umweltschädlichen Metallen reduziert werden. Dies würde nicht nur die Produktionskosten senken, sondern auch die Nachhaltigkeit und Effizienz der Batterien erhöhen.

    Die DTU-Forscher sind zuversichtlich, dass ihre Entdeckung in den kommenden Jahren zur Marktreife gebracht werden kann. Sollte dies gelingen, könnten Festkörperbatterien aus Gestein die Zukunft der Elektromobilität entscheidend prägen und einen grossen Beitrag zur Reduktion der Kohlenstoffemissionen leisten.

    Mit dieser bahnbrechenden Technologie zeigt sich einmal mehr, dass innovative Ansätze und Forschungsergebnisse entscheidend sind, um die Herausforderungen der modernen Welt zu meistern und nachhaltige Lösungen zu finden.

  • Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Lehm setzt im Vergleich zu Beton deutlich weniger CO2 frei, erläutert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Ellina Bernard vom Beton & Asphalt-Labor der Empa in Dübendorf und der Professur für Nachhaltiges Bauen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeitet daran, Lehm als nachhaltige Alternative zu Beton zu etablieren. Ihr Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit einem Ambizione-Grant unterstützt.

    Lehm kommt in unterschiedlicher geologischer Zusammensetzung überall auf der Welt vor. Der nachhaltige Baustoff könnte Beton sowohl in nichttragenden Konstruktionen als auch in tragenden Wänden von Wohnbauten ersetzen. Für einen Einsatz in grossem Massstab will Bernard mit ihrem Team daher zum einen Standards für die Zusammensetzung und mechanische Belastbarkeit definieren. Zum anderen müssen Zusatzstoffe gefunden werden, die die Belastbarkeit des Materials erhöhen. Hier wird derzeit noch herkömmlicher Zement benutzt, der den ökologischen Fussabdruck von Lehm aber wieder „in den roten Bereich“ drückt, schreibt die Empa.

    Einen vielversprechenden Ansatz hat Bernard in Zusammenarbeit mit dem Geologen Raphael Kuhn in Magnesiumoxid gefunden. In ersten Laborexperimenten mit Lehmrezepturen wurde eine Druckfestigkeit von bis zu 15 Megapascal erreicht, informiert die Empa. Lehm mit Zementzusatz bringt es auf bis zu 20 Megapascal.