Schlagwort: Analyse

  • Anlagestrategien im Wandel durch steigende Zinsen

    Anlagestrategien im Wandel durch steigende Zinsen

    Wie Seefahrer das Bermudadreieck meiden, so müssen auch Investoren die Risiken ihres Investments bedenken. Das magische Dreieck der Anlagestrategie – Liquidität, Rentabilität und Sicherheit – wird nun um die ESG-Faktoren erweitert. Dieser Schritt wird auch von der Studie «Lost in Transition» der Hochschule Luzern unterstützt. Institutionelle Investoren legen verstärkt Wert darauf, dass ihre Anlagen langfristig nachhaltig sind, selbst wenn dies kurzfristig zu geringeren Renditen führt.

    Ein Blick auf die Schweizer Pensionskassen
    Die Schweizer Pensionskassen haben ihre Kapitalanlagen diversifiziert, wobei der Immobilienanteil je nach Kasse variiert. Die Analyse der Swisscanto Pensionskassenstudie 2023 zeigt, dass Immobilien im Vergleich zu Aktien und Obligationen an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung ist auch bei anderen institutionellen Investoren zu beobachten, wobei die Immobilienquote im Portfolio zwischen 10% und 25% liegen sollte, um eine optimale Diversifikation zu gewährleisten.

    Die Auswirkungen steigender Zinsen auf die Anlageklassen
    Steigende Zinsen beeinflussen alle drei Hauptanlageklassen – Aktien, Obligationen und Immobilien – negativ. Bei Obligationen führen Zinserhöhungen zu Kursverlusten, während sie bei Aktien deren Attraktivität mindern. Immobilieninvestitionen werden teurer, was zu einem Rückgang der Nachfrage und damit zu einem Preisverfall führt. Institutionelle Anleger reagieren auf diese Entwicklungen, indem sie ihre Portfolios neu ausrichten und ihre Immobilienbestände reduzieren, um ihre Fremdfinanzierungsquoten zu senken.

    Das schwierige Marktumfeld und seine Auswirkungen auf Immobilieninvestitionen
    Die Stimmung auf dem Immobilienmarkt ist aufgrund der steigenden Zinsen und der Unsicherheit in den Finanzmärkten gedämpft. Dies spiegelt sich im Swiss Real Estate Sentiment Index wider, der die Erwartungen der Marktteilnehmer misst. Anlagen in Immobilien verlieren an Attraktivität, aber das derzeitige Marktumfeld bietet auch Chancen, insbesondere für Investoren, die bereit sind, langfristig zu investieren und die Marktschwankungen zu überstehen.

    Die steigenden Zinsen stellen eine Herausforderung für institutionelle Investoren dar, insbesondere für solche, die in Immobilien investiert haben. Eine Neuausrichtung der Anlagestrategie und eine vorsichtige Portfolio-Optimierung sind entscheidend, um langfristige Renditen zu erzielen und die Risiken zu minimieren.

  • Avobis sieht für 2024 positiven Trend bei Wohnrendite-Immobilien

    Avobis sieht für 2024 positiven Trend bei Wohnrendite-Immobilien

    Der Immobiliendienstleister Avobisgeht in seinem Outlook 2024 von einer günstigen Entwicklung für Wohnrendite-Immobilien aus. Die Prognose für 2024 sei durchwegs positiv, heisst es in einer Medienmitteilung. Demnach dürfte die Attraktivität von Wohnrendite-Immobilien in Erwartung niedrigerer Zinssätze und aufgrund positiver Fundamentalfaktoren erneut zunehmen und verstärkt auf Käuferinteresse treffen. Dies werde voraussichtlich zu einer Wiederbelebung der Liquidität am Transaktionsmarkt führen.

    Trotz einer belebten Marktdynamik seien generelle Preissteigerungen in der nahen Zukunft nicht absehbar. Institutionelle Investoren, die in den letzten Jahren die Käuferseite stützten, könnten zunehmend als Verkäufer agieren. Dies liege auch an den gestiegenen Anforderungen an die Nachhaltigkeit. Umweltbewusste Umgestaltungen von Portfolios führen laut Avobis dazu, dass Liegenschaften verkauft und dafür nachhaltigere Objekte erworben werden.

    Dies könnte auch mit einer gewissen Volatilität einhergehen. Solche Marktbedingungen würden Opportunitäten erzeugen, die für aufmerksame Investoren interessant sein könnten. Im aktuellen Marktumfeld bieten Wohnimmobilien den Angaben zufolge ein breites Spektrum an attraktiven Investitionsmöglichkeiten, von einfachen Buy-to-Rent-Modellen über Bau und Promotion bis hin zur Realisierung von rentablen Nutzungskonzepten.

  • Ungeachtet allen Gegenwinds: Nachfrage nach Einfamilienhäusern bleibt robust

    Ungeachtet allen Gegenwinds: Nachfrage nach Einfamilienhäusern bleibt robust

    Das in der Vorperiode (Q3 2021 – Q2 2022) noch um 17 Prozent rückläufige Inseratevolumen für Einfamilienhäuser erholte sich in der aktuellen Periode (Q3 2022 – Q2 2023) wieder bei einem elfprozentigen Wachstum. Gleichzeitig verlängerte sich in gleichem Masse auch die mittlere Ausschreibungszeit von 60 auf 66 Tage. Trotz des stärksten Anstiegs der Hypothekarzinsen in den letzten 30 Jahren erwies sich die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in der Berichtsperiode somit als durchaus robust. Dies zeigt die aktuelle Online Home Market Analysis der Immobilienportale Homegate und ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband Schweiz sowie dem Swiss Real Estate Institute auf Basis der ausgewerteten Inserate mehrerer bekannter Immobilienportale.

    Für Martin Waeber, Managing Director Real Estate bei der SMG Swiss Marketplace Group, zeigen die Resultate der aktuellen Studie einmal mehr, wie robust der Einfamilienhausmarkt in der Schweiz trotz deutlichem Anstieg der Hypothekarzinsen insgesamt ist. «Das gestiegene Angebot und die längere Inseratedauer ermöglicht den Suchenden wieder mehr Auswahl und Bedenkzeit sowie insgesamt bessere Chancen, das passende Objekt zu finden», so Waeber. Allerdings nütze das beste Angebot wenig, wenn die Frage der Finanzierung immer herausfordernder werde, kommentiert Waeber die neue Analyse.

    Inseratedauer vielerorts nach oben, Nachfrage nach unten
    Die grössten Veränderungen bei der Inseratedauer zeigten sich mit Blick auf die acht Regionen in der Nordwestschweiz (plus 51 Prozent) sowie in der Zentralschweiz (plus 48 Prozent). Und auch in den «Hotspots» Zürich und der Zentralschweiz brauchen Verkäufer:innen mit einer Inseratedauer mehr Geduld als bisher, um ein Einfamilienhaus zu veräussern. In der Romandie sowie im Tessin hingegen verharrte die Inseratedauer auf praktisch demselben Niveau wie in der Vorperiode. Gleichwohl muss im Tessin mit neu 136 Tagen im Durchschnitt mehr als drei Mal so lange eine Käuferschaft gesucht werden, wie dies in der Region Zürich mit neu 42 Tagen der Fall ist.

    Die Kombination der Veränderung der Inseratedauer sowie der Anzahl Inserate lässt Rückschlüsse auf die Entwicklung der Nachfrage zu. Mit Blick auf die acht untersuchten Regionen zeigen sich dabei – obwohl die Nachfrage in der Schweiz insgesamt robust geblieben ist – erhebliche Unterschiede. So mussten insbesondere die Regionen Ost- und Nordwestschweiz die grössten Nachfrageeinbrüche hinnehmen. In der Region Ostschweiz beispielsweise mussten Verkäufer:innen ihre Einfamilienhäuser 9 Tage länger inserieren als bisher (plus 21 Prozent). Gleichzeitig wurden fast gleich viele Einfamilienhäuser inseriert wie in der Vorperiode (minus 1 Prozent).

    Steigende Nachfrage primär in einkommensstarken Gemeinden
    Bei genauerem Blick auf die verschiedenen Gemeindetypen zeigt sich zudem, dass die Eigenheim-Nachfrage bei sechs von acht Regionen in den einkommensstarken Gemeinden zunimmt, während sie in den suburbanen Gemeinden in der Mehrheit rückläufig ist. Dieser mehrheitliche Rückgang könnte unter anderem mit einem in diesen Gemeinden vergleichsweise höheren Fremdfinanzierungsanteil zusammenhängen. Daher trifft ein Zinsanstieg diese Gemeinden härter als die einkommensstarken Gemeinden, in denen beispielsweise dank Erbvorbezug weniger Fremdkapital für den Kauf eines Eigenheims und somit auch weniger fremdfinanzierte Mittel notwendig ist.

    Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Instituts, welches die Daten ausgewertet hat, zieht denn auch folgendes Fazit: «Vielleicht wurde das Risiko einer Immobilienblase in der Vergangenheit schlicht etwas überschätzt. Während sich in vergleichbaren Ländern wie Schweden die Eigenheimpreise aufgrund der Zinsanhebungen bereits spürbar korrigiert haben, zeigt sich in der Schweiz insgesamt noch keine Abschwächung der Nachfrage nach Einfamilienhäusern». Und dies, obwohl die Hypothekarverschuldung der Schweizer Haushalte mit 140 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung im Jahr 2020 zu den höchsten weltweit gehöre, so Ilg abschliessend.

    Über die Online Home Market Analysis
    Bei der Online Home Market Analysis handelt es sich um eine halbjährlich erscheinende Analyse, die alternierend den Markt für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser betrachtet. Mit den untersuchten acht Grossregionen deckt sie die gesamte Schweiz ab und gibt gleichzeitig regional differenziert und nach Marktsegmenten aufgeschlüsselt Auskunft über die Entwicklung von Angebot und Nachfrage nach Eigenheimen.

    Homegate und ImmoScout24 sowie der Hauseigentümerverband Schweiz publizieren die Analyse in Zusammenarbeit mit dem Swiss Real Estate Institute der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Die neueste Ausgabe analysiert Einfamilienhaus-Inserate für die Periode vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023, die von mehreren bekannten Immobilienportalen stammen und somit die Mehrheit aller Online-Inserate während des Untersuchungszeitraumes in der Schweiz umfassen.

    Hier finden Sie die vollständige Medienmitteilung zur aktuellen Online  Home Market Analysis inklusive weiterer Grafiken sowie Detailreports zu den einzelnen Regionen.

  • UBS-Index für Risiko einer Immobilienblase sinkt leicht

    UBS-Index für Risiko einer Immobilienblase sinkt leicht

    Der von der UBS herausgegebene Swiss Real Estate Bubble Index (Immobilienblasenindex) ist im 2. Quartal 2023 von 1,49 auf 1,41 Punkte gesunken. Mit dieser Tendenz bestätigt sich die seit Jahresbeginn zu verzeichnende Beruhigung auf dem Immobilienmarkt. Laut UBS-Analyse führten der deutlich verlangsamte Anstieg der Hypothekarverschuldung, weniger Anträge für Finanzierungen von Kauf zur Vermietung und die Flaute bei den Bauinvestitionen zu einer Abnahme der Risiken auf dem Eigenheimmarkt.

    Trotzdem stellen die Ökonominnen und Ökonomen der UBS fest, dass der Eigenheimmarkt relativ zu seiner historischen Entwicklung immer noch im überbewerteten Bereich, also bei einem Index zwischen 1 und 2 Punkten, verbleibt. Markttreiber sind das Wohneigentum, dessen Preise mit 0,8 Prozent stärker stiegen als in den Vorquartalen. Angebotsmieten erhöhten sich zwar um 1 Prozent, lagen im Wert jedoch unter dem des Wohneigentums.

    Insgesamt beurteilt die UBS die Lage entspannter als in den 1990er Jahren. Der Index zeige auf, dass die Immobilienpreise trotz höherer Finanzierungskosten stabil bleiben. Dies werde auch dadurch begünstigt, dass eine niedrige Neubaurate Preiskorrekturen im Immobiliensektor in naher Zukunft unwahrscheinlich machen.

  • Bundesrat Parmelins runder Tisch zur Wohnungsknappheit

    Bundesrat Parmelins runder Tisch zur Wohnungsknappheit

    Am Runden Tisch haben Vertreterinnen und Vertreter der drei Staatsebenen, der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie weitere Akteure teilgenommen. Ziel des Treffens war es, ein gemeinsames Verständnis über die Herausforderung und die Rollen der Akteure zu finden, sich einen Überblick über die Ursachen der Wohnungsknappheit zu verschaffen und Lösungsansätze zu besprechen. 

    Seit mehreren Wochen wird über das Thema Wohnungsknappheit diskutiert. Auf gesamtschweizerischer Ebene ist die Situation derzeit noch nicht dramatisch. Allerdings ist der Wohnungsmarkt in manchen Regionen bereits angespannt und die Perspektiven für die kommenden Jahre sind nicht rosig. Die Hintergründe und Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig und komplex. 

    Lösungsansätze können nur gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet werden. Im Anschluss an den runden Tisch werden nun verschiedene Fragen noch vertieft. Gleichzeitig soll ein Aktionsplan mit möglichen Massnahmenplan erarbeitet werden.

  • Mieten und Eigenheimpreise im Januar gesunken

    Mieten und Eigenheimpreise im Januar gesunken

    Das neue Jahr bringt frohe Nachrichten für alle, die Wohneigentum erwerben möchten: Eigenheime wurden im Januar zu etwas tieferen Preisen angeboten, wie der Swiss Real Estate Offer Index zeigt. So haben die Anbieter von Einfamilienhäusern ihre Preisforderungen im vergangenen Monat um −0,7 Prozent nach unten korrigiert. Praktisch dasselbe Bild zeigt sich bei den Eigentumswohnungen, die mit einer Preisminderung von −0,6 Prozent aufwarten.

    Die sinkenden Werte könnten ein Indiz dafür sein, dass die deutlich höheren Finanzierungskosten infolge der Zinswende auf die Stimmung der Kaufinteressenten schlagen und die Nachfrage bremsen. Ob diese Entwicklung beständig ist, werden die kommenden Monate zeigen. Das starke Bevölkerungswachstum und die geringe Neubautätigkeit könnten dafür sorgen, dass der Effekt bald wieder verpufft.

    Auch Mieten wird günstiger
    Wer auf der Suche nach einer Mietwohnung ist, konnte in einigen Regionen von rückläufigen Angebotspreisen profitieren. Im Landesmittel sind die inserierten Mieten um −1,1 Prozent gesunken, stärker noch in den Regionen Tessin (−2,8 Prozent), Zentralschweiz (−1,6 Prozent) und Zürich (−1,5 Prozent). Geringere Rückgänge zeigten sich zudem in der Ostschweiz (−1,0 Prozent), in der Genferseeregion (−0,8 Prozent) und im Mittelland (−0,7 Prozent). Ein minimaler Zuwachs wurde hingegen in der Nordwestschweiz (+0,3 Prozent) beobachtet.

    «Sinkende Mieten dürften im laufenden Jahr die Ausnahme bleiben. Der zunehmende Mietwohnungsmangel nicht nur in den Zentren sowie der voraussichtliche Anstieg des mietrechtlich relevanten Referenzzinssatzes könnten schon bald wieder für wachsende Angebotspreise sorgen», sagt Martin Waeber, Managing Director Real Estate, SMG Swiss Marketplace Group.

  • EY attestiert GZA effizientes Standortmarketing

    EY attestiert GZA effizientes Standortmarketing

    Das Beratungsunternehmen EY bescheinigt der GZA und ihren Partnern in den Mitgliedskantonen einen positiven Beitrag zur qualitativen und nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftsraums Zürich. Das ist das Fazit der dritten Analyse von EY über die Tätigkeit der GZA in den Jahren 2018 bis 2021.

    Laut dieser Analyse und einer entsprechenden Medienmitteilung der GZA wurden durch das Standortmarketing der GZA in der Greater Zurich Area im genannten Zeitraum 445 Unternehmen aus dem Ausland angesiedelt. Sie haben 2014 neue Stellen geschaffen. Betrachtet man den gesamten bisher analysierten Zeitraum seit 2009, entstanden direkt 9426 neue Arbeitsplätze. Durch sogenannte Multiplikatoreffekte waren es nach EY-Schätzung indirekt mehrere Zehntausend Stellen.

    Das Ansiedlungsergebnis bezeichnet EY als „sehr nachhaltig“: Die Überlebensrate der direkt akquirierten Unternehmen liegt deutlich über dem Durchschnitt aller in der Schweiz gegründeten Firmen.

    Die Neuansiedlungen haben dem Wirtschaftsraum Greater Zurich Area von 2018 bis 2021 Steuererträge in Höhe von 57 Millionen Franken gebracht. Für die Periode 2009 bis 2021 errechnete EY Steuererträge von rund 647 Millionen Franken, denen 89 Millionen Gesamtkosten gegenüberstehen. Damit generiert jeder ins Standortmarketing investierte Franken rund 7,3 Franken zusätzliche Steuererträge.

    Das proaktive und kantonsübergreifende Standortmarketing der GZA schlage sich „positiv auf die Entwicklung unseres gemeinsamen Wirtschaftsgrossraums Zürich“ nieder, kommentiert die Präsidentin der GZA-Stiftung und Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. Das sei „sehr erfreulich“, weil der internationale Wettbewerb um die besten Unternehmen und Talente seit Jahren hart geführt werde.

  • Neue Professorin für Analyse, Entwurf und Konstruktion bringt zukunftsorientierte Impulse

    Neue Professorin für Analyse, Entwurf und Konstruktion bringt zukunftsorientierte Impulse

    Ab März wechselt Friederike Kluge von der Fachhochschule in Konstanz an Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und freut sich auf diese neue Herausforderung: «Mich interessiert die Frage, wie das Bauen in der Zukunft aussieht. Der status quo kann langfristig nicht funktionieren. Meine Hoffnung und mein Ziel sind deshalb, in der Forschung und zusammen mit den Studierenden Lösungen zu finden, wie wir das Bauen in Zukunft gestalten können. Klimaneutrales und klimapositives Bauen müssen fokussiert angegangen werden, stets unter Beachtung von biologischer Diversität. So geht es beispielsweise im ersten Jahr darum, junge Menschen an das Fachgebiet Architektur heranzuführen, ihnen die Grundthemen zu vermitteln und dennoch Raum für Entwicklung und Kreativität zu lassen. Diese Spannung zwischen fixen, z.B. physikalischen Grössen, die unumstösslich sind, und Veränderung, welche für eine nachhaltige Zukunft unerlässlich ist, interessiert mich und ich freue mich darauf, diese an der FHNW gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu erforschen und weiterzuentwickeln. Immer mit dem Ziel, architektonisch qualitätsvolle Gebäude zu schaffen»

    Friederike Kluge studierte Architektur an der Universität Karlsruhe und sammelte an der Professur für Gebäudelehre und Entwerfen, Prof. Daniele Marques, und am Institut für Bildende Künste, Prof. Stephen Craig, erste Erfahrungen in der Lehre. Neben dem Architekturstudium absolvierte sie das fachübergreifende Begleitstudium «Angewandte Kulturwissenschaften» mit dem Ziel, Gebäude zu entwerfen, die das Wissen vieler Fächer zusammenführen und gleichzeitig einen eigenen, unverkennbaren Charakter besitzen.

    Während ihrer fünfjährigen Arbeit bei Buchner Bründler Architekten in Basel konnte sie unter anderem am Schweizer Pavillon für die Expo in Shanghai 2010 arbeiten, sowie als Projekt- und Bauleiterin am Wohnhaus «Bläsiring» in Basel.

    Seit 2012 selbständig, gründete sie Anfang 2014 zusammen mit Meik Rehrmann das Büro «Alma Maki» in Basel. Gemeinsam vertreten sie die Ansicht, dass Architektur dazugewinnt, wenn sie von der ersten Skizze bis zur Baufertigstellung einen ganzheitlichen Prozess darstellt und die architektonische Grundidee in den Details noch erkennbar ist. Um dies bestmöglich kontrollieren zu können, setzt das Büro die geplanten Projekte, wenn möglich, auch handwerklich um und wurde für diese Herangehensweise 2018 mit dem ersten Preis des «Schweizer Foundation Award» ausgezeichnet.

    Seit 2013 vermittelt Frederike Kluge ihre Überzeugung der konzeptuell-entwerferischen, darstellerischen und auch gebauten Stringenz u.a. im Rahmen eines Lehrauftrags an der Professur für Architektur und Konstruktion, Annette Spiro, ETH Zürich und seit 2019 an der HTWG Konstanz, wo sie die Fächer Baukonstruktion und Entwerfen konsequent auf den Themenschwerpunkt Nachhaltiges Bauen ausrichtete. So organisierte sie beispielsweise einen Workshop mit dem Titel «Das architektonische Detail in Zeiten der Klimakrise». In der Folge gründete sich die Gruppe «Countdown 2030» . Die Gründungsidee war, einen Leitfaden zu entwickeln und eine Countdownuhr über dem Architekturmuseum zu installieren, welche die Architekturbranche darauf sensibilisiert, beherzte Maßnahmen in der Architekturpraxis zu ergreifen und eine zukunftsfähige Baukultur zu entwickeln. Die Gruppe hat mittlerweile über 50 aktive Mitglieder, veranstaltet Workshops, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen, ist beteiligt an Jurys und in städtischen Gremien aktiv, publiziert zu verschiedenen Themen Beiträge in Fachzeitschriften und wurde für seine Tätigkeit mit dem «Faktor 5 Publikumspreis» und mit einer Nominierung für den Swiss Art Award ausgezeichnet. 

    Das Institut Architektur freut sich ausserordentlich, dass eine solch engagierte und zukunftsorientierte Persönlichkeit gewonnen werden konnte. 

    Quellen:
    Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
    Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik www.fhnw.ch/habg 

  • Kanton Zürich bekämpft Überwärmung des Siedlungsraums

    Kanton Zürich bekämpft Überwärmung des Siedlungsraums

    Der Kanton Zürich will die Hitzebelastung im Siedlungsraum des Kantons mindern. Dazu stellt der Kanton eine neue Internetseite mit dem Namen Hitze im Siedlungsraum zur Verfügung, informiert die Kantonsverwaltung in einer Mitteilung. Die Seite bietet ein interaktives Werkzeug an, mit dem die aktuelle Klimasituation für ein beliebiges Areal analysiert werden kann. Für allfällige Weiterentwicklungen des gewählten Areals hält die Website zudem Empfehlungen und konkrete Massnahmen gegen eine Überwärmung bereit.

    Darüber hinaus werden auf dem neue Internetauftritt Beispiele für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung vorgestellt. Dabei werden 18 mögliche Massnahmen gezeigt, mit denen die klimatische Situation bei Städtebau, Gebäuden und Freiräumen verbessert werden kann.

    Weiterhin stellt der Kanton eine digitale Anwendung zur Verfügung, mit der Messdaten zur Lufttemperatur von rund 50 Standorten im Kanton untersucht und visualisiert werden, erläutert die Kantonsverwaltung. Dazu stützt sich die Anwendung auf ein vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft bereits seit zwei Jahren betriebene Messnetz. Das digitale Werkzeug soll zur besseren Analyse von Hitzewellen und der Wirkung städtebaulicher Massnahmen zur Hitzeminderung beitragen.

  • Nachfrage bei Eigentumswohnungen ist stärker als vor Corona

    Nachfrage bei Eigentumswohnungen ist stärker als vor Corona

    Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist laut einer Mitteilung zur Online Home Marktet Analysis im Berichtsjahr vom vierten Quartal 2019 bis Ende drittes Quartal 2020 zwar insgesamt leicht rückläufig, hat aber im letzten Quartal einen kräftigen Nachfragschub erfahren. In der vom Swiss Real Estate Instituteder Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und dem Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) in Zusammenarbeit mit dem Digital-Immobilienunternehmen homegate.ch erstellten Analyse wird dies an der kürzeren Inseratszeit für im Internet angebotene Eigentumswohnungen festgemacht.

    Im gesamten Berichtsjahr musste in der Schweiz eine Eigentumswohnung im Durchschnitt 86 Tage auf einer Online-Plattform ausgeschrieben werden. Vor der Corona-Krise waren es 60 Tage. Im dritten Quartal 2020 aber sank die Insertionszeit, trotz einer um 8 Prozent höheren Anzahl an Inseraten, auf den rekordtiefen Wert von 52 Tagen. Eigentumswohnungen sind somit aktuell gefragter denn je, stellt die Analyse fest.

    Analysiert wurden Angebot und Nachfrage basierend auf den Inseraten der sieben grossen Schweizer Immobilienmarktplätzen zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020 im Vergleich zur Vorperiode. In der Berichtsperiode vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 wurden in der gesamten Schweiz rund 91’387 Eigentumswohnungen im Internet zum Kauf angeboten, was einer Zunahme von 19 Prozent gegenüber der Vorperiode entspricht.

    Professor Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Institute der HWZ, führt den Nachfragezuwachs hauptsächlich auf zwei Faktoren zurück: „Einerseits ist der Nachfrageboom im 3. Quartal auf die aufgeschobene Nachfrage aus den Vorquartalen zurückzuführen, andererseits aber auch auf eine Verhaltensveränderung: Schöner Wohnen ist vielen Schweizern nach dem Lockdown noch wichtiger geworden“, wird Ilg zitiert.

    Jens Paul Berndt, CEO der Homegate AG, wird zitiert: „Wir haben ebenfalls einen starken Anstieg der Besuche und Kontaktanfragen festgestellt. Das ist ein Zeichen dafür, dass Immobilien auch in Zeiten einer Krise ein gefragtes Investitionsobjekt sind.“

  • Pandemie verzögert Erholung im Schweizer Hochbau

    Pandemie verzögert Erholung im Schweizer Hochbau

    Die Bautätigkeit im Hochbau werde in diesem Jahr um 3,1 Prozent geringer als im Vorjahr ausfallen, prognostiziert BAK Economics in einer Mitteilung zur aktuellen Bauprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts. Im kommenden Jahr wird ein weiterer Rückgang um 1,8 Prozent erwartet. Als Begründung weist BAK Economics auf im Jahresvergleich gesunkene Zahlen bei im Bau befindlichen Projekten, Baubewilligungen und Baugesuchen hin. „Diese Indikatoren sprechen dafür, dass sich die Hochbautätigkeit in einem zyklischen Abschwung befindet“, erläutern die Analysten.

    Sie gehen von einem Abschwung in allen Sparten des Hochbaus aus. Dem Wohnbau käme dabei allerdings aufgrund des besonders hohen Anteils eine besondere Rolle zu, heisst es weiter in der Mitteilung. Hier hätten steigende Leerstände zu einem Rückgang der Baubewilligungen seit 2018 geführt.

    Der Betriebsbau werde hingegen vor allem von den Auswirkungen der Pandemie gebremst, da in dieser Sparte Bauprojekte von besonders betroffenen Branchen wie dem Tourismus erfasst werden, erläutern die Analysten. Den Abwärtstrend beim Infrastrukturbau führen sie hingegen eher auf zyklische Effekte zurück.

    Mittelfristig gehen die Analysten von einer wieder steigenden Hochbautätigkeit in allen Sparten und Landesregionen aus. Dem Wohnbau werden dabei schwächere Wachstumsraten als in der Vergangenheit prognostiziert. Gute Perspektiven sehen die Analysten aufgrund gewachsener Bedeutung von Transport- und Logistik für den Lager- und Hallenbau. Regional weisen sie der Region Zürich/Aargau sowie dem Genferseeraum die höchsten Wachstumsperspektiven zu.