Schlagwort: Angebot und Nachfrage

  • Mietendeckel frisst seine eigenen Kinder

    Mietendeckel frisst seine eigenen Kinder

    Seit die Wohnschutzverordnung in Basel-Stadt im Mai 2022 in Kraft trat, sind die Baugesuche für Mietwohnungen um 76 Prozent eingebrochen. 2024 wurden im Stadtkanton nur noch 151 Neubauwohnungen fertiggestellt, weniger als ein Viertel des langjährigen Durchschnitts. Während Zürich im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Baugesuche von 20 Prozent verzeichnete, kam die Bautätigkeit in Basel faktisch zum Stillstand.

    Sanierung bleibt aus, Gebäude verlottern
    Regulierung bremst nicht nur den Neubau, sie lähmt auch die Erneuerung des Bestands. Handwerksbetriebe klagen über ausbleibende Aufträge; einzelne Betriebe suchen Arbeit im 40 Kilometer entfernten Fricktal. Nötige energetische Sanierungen unterbleiben, Liegenschaften verfallen. Das trifft letztlich die Mieterinnen und Mieter selbst und konterkariert jeden Anspruch an Klimaschutz.

    Genf 40 Jahre Regulierung, 40 Jahre Rückstand
    Genf kennt seit 1983 einen der strengsten Mieterschutze der Schweiz. Das Ergebnis ist ernüchternd. 83,5 Prozent der über 40-jährigen Wohngebäude wurden nie umfassend modernisiert, gegenüber 47,6 Prozent in Basel und 41,3 Prozent in Zürich. Neumieter zahlen in Genf im Schnitt 30 Prozent mehr pro Quadratmeter als Bestandsmieter. Strenger Mieterschutz schützt also vor allem jene, die bereits eine günstige Wohnung haben. Also nicht jene, die eine suchen.

    Das eigentliche Problem, zu wenig Angebot
    Wer Mietpreise senken will, muss das Angebot erhöhen. Das bedeutet schnellere Bewilligungsverfahren, mehr Verdichtung, mehr Ersatzneubauten und Aufstockungen sowie weniger Einsprachen. Der Kantonsrat Zürich hat bereits zwei Gegenvorschläge erarbeitet, die auf bessere Rahmenbedingungen statt auf Verbote setzen. Das ist die richtige Richtung.

    Was Zürich entscheiden muss
    Der Wohnungsmarkt im Kanton Zürich steht unter Druck, das ist real. Doch ein Mietendeckel löst das Problem nicht, er verschärft es. Basel und Genf sind keine Theorie, sondern gelebte Warnung. Am 14. Juni hat Zürich die Wahl aus Fehlern lernen oder sie zu wiederholen.

  • Eigenheimmarkt zeigt Abkühlung

    Eigenheimmarkt zeigt Abkühlung

    Der Markt für Wohneigentum lasse sich von Inflation und Zinswende nicht beeindrucken, schreibt Raiffeisen Schweiz in einer Mitteilung zur aktuellen Ausgabe ihrer Studie „Immobilien Schweiz“. Den Erhebungen der Bankengruppe zufolge liegen die Preise für Einfamilienhäuser im zweiten Quartal 23 um 6,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Preise für Eigentumswohnungen zogen im selben Zeitraum um 7,5 Prozent an.

    Nun deute sich aber eine Abkühlung des Marktes an, schreibt Raiffeisen. Konkret beobachten die Fachleute der Bankengruppe ein langsames Schliessen der Schere zwischen Angebot und Nachfrage. „Für mehr als eine Abschwächung der Preisdynamik dürfte es am Eigenheimmarkt aber nicht reichen“, prognostiziert Martin Neff in der Mitteilung. „Grössere Preisrückgänge oder gar ein Crash“ sind nach Ansicht des Chefökonoms von Raiffeisen Schweiz unwahrscheinlich: „Die Zeichen am Eigenheimmarkt stehen auf sanfte Landung.“

    Am Mietwohnungsmarkt macht Raiffeisen hingegen eine steigende Nachfrage und ein immer knapper werdendes Angebot aus. Eine Entspannung sei angesichts dynamischer Zuwanderung und stagnierender Bautätigkeit nicht in Sicht. „Im Umfeld steigender Baupreise, erhöhter Finanzierungskosten, immer höherer administrativer Hürden und deutlich gestiegener Opportunitätskosten reichen die Erhitzungszeichen nicht, um die Attraktivität neuer Bauprojekte genügend zu steigern“, meint Neff. Er rechnet damit, dass sich eine in verschiedenen Regionen bereits beobachtete „akute Wohnungsknappheit“  auf weitere Regionen ausbreitet.