Schlagwort: Anlagen

  • Komplexität schreckt private Bauherren ab

    Komplexität schreckt private Bauherren ab

    Aktuell wird nur noch jede zehnte neue Mietwohnung von privaten Bauherren erstellt, informiert Raiffeisen Schweiz in einer Mitteilung zur aktuellen Studie «Immobilien Schweiz 2Q24» der Bankengruppe. Damit hat sich der Anteil der von Privaten erstellen Mietwohnungen innerhalb von 20 Jahren halbiert. Die Fachleute von Raiffeisen Schweiz führen diese Entwicklung unter anderem auf die Pflicht zum verdichteten Bauen und der damit gestiegenen Komplexität von Bauprojekten zurück.

    Seit 2017 hat sich der Anteil der Mietwohnungen in Privatbesitz von 49 auf 45 Prozent verringert. «Lange verlief diese Entwicklung im Verborgenen, denn während der Tiefzinsphase füllten die institutionellen Investoren bereitwillig die Lücke, welche die Privaten hinterliessen», wird Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, in der Mitteilung zitiert. «Erst mit dem Zinsanstieg und der schwindenden relativen Attraktivität von Immobilienanlagen drosselten die Institutionellen ihren Appetit, wodurch der bereits seit vielen Jahren ablaufende Rückzug der privaten Bauherren sichtbar wurde.»

    Nach Ansicht der Fachleute von Raiffeisen Schweiz bringt die Entwicklung des Referenzzinssatzes keine weiteren Steigerungen der Wohnkosten mit sich. Langfristig werden die Mieten allerdings dennoch weiter steigen: «Anpassungen der Preise auf das orts- und quartiersübliche Niveau bei Mieterwechseln sowie die zu marktüblichen Konditionen angebotenen Neubauwohnungen treiben die Mieten insgesamt in die Höhe», meint Hasenmaile. «Früher oder später bedeutet das steigende Wohnkosten für alle Mieterhaushalte.»

  • Neuer Leiter für Immobilienentwicklung bei Swiss Life: Fabian Linke

    Neuer Leiter für Immobilienentwicklung bei Swiss Life: Fabian Linke

    Fabian Linke wechselt von Swiss Prime Site Solutions zu Swiss Life Asset Managers, wo er seit 2021 als Leiter Business Development tätig war. Zuvor war er von 2006 bis 2015 und von 2018 bis 2021 als Experte für Immobilienanlageprodukte und Business Development bei Global Real Estate der Credit Suisse Asset Management tätig. Seine Karriere begann bei Credit Suisse Asset Management im Bereich Institutioneller Vertrieb Schweiz. Er absolvierte ein Studium in Banking und Finance an der Zürcher Hochschule ZHAW und hat einen Masterabschluss in Real Estate der Universität Zürich. Zudem ist er Mitglied der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS).

    «Es freut mich sehr, dass wir mit Fabian Linke einen ausgewiesenen und erfahrenen Experten für den Ausbau unserer Immobilienaktivitäten für das Drittkundenanlagegeschäft in der Schweiz gewinnen konnten. Mit seinem profunden Fachwissen in Immobilien, Finanzen und Märkten wird er überzeugende Anlagelösungen für unsere Kunden entwickeln», sagt Paolo Di Stefano.

    Swiss Life gehört zu den grössten Immobilieneigentümerinnen der Schweiz. Die verwalteten Vermögenswerte belaufen sich per 31.12.2023 auf CHF 43.7 Milliarden, davon CHF 12 Milliarden für Drittkunden in der Schweiz.

    Fabian Linke berichtet direkt an Paolo Di Stefano, Head Real Estate Schweiz und wird in Zürich tätig sein.

  • Globale Immobilien als strategische Chance – Neuer Zyklus steht bevor

    Globale Immobilien als strategische Chance – Neuer Zyklus steht bevor

    Die globale Immobilienlandschaft präsentiert sich trotz der Herausforderungen durch Zinserhöhungen der letzten zwei Jahre als attraktives Feld für Investoren. Eine markante Korrektur der Immobilienpreise international hat zwar stattgefunden, doch das Core-Marktsegment zeigt sich robust und verspricht ansprechende Renditen. Die Erwartung von Zinssenkungen, insbesondere im internationalen Vergleich, unterstreicht diese Opportunität, speziell für Anleger mit Schwerpunkt auf dem Schweizer Markt, indem es eine Chance für verbesserte Diversifikation und höhere Erträge bietet.

    Die Anpassung der Immobilienpreise in Verbindung mit einem Rückgang der Transaktionsaktivität hat die Bewertungen in vielen Märkten sinken lassen – um bis zu 30%. Trotz dieser Entwicklungen bleiben die Vermietungsprofile stabil und die Nachfrage positiv, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie dem US-Bürosektor. Angesichts der erwarteten Zinssenkungen prognostizieren wir, dass die Finanzierungsraten im Laufe des Jahres wieder unter den Eigenkapitalrenditen liegen werden, mit Immobilienrenditen, die attraktive Spreads gegenüber Staatsanleihen bieten.

    Ein diversifiziertes globales Immobilienportfolio bietet Schutz vor lokalen Marktrückgängen und minimiert regionale Risiken. Die Immobilienmärkte weltweit bewegen sich nicht vollständig synchron, was eine einzigartige Chance für Anleger darstellt, ihr Portfolio zu optimieren. Zudem ermöglicht die unterschiedliche Dauer und Phase der Immobilienzyklen in verschiedenen Märkten strategische Investitions- und Desinvestitionsentscheidungen.

    Die zunehmende Digitalisierung und der Bedarf an Datenzentren illustrieren die Bedeutung eines globalen Ansatzes in Immobilieninvestitionen, um von solchen aufkommenden Trends zu profitieren. Der Schweizer Markt allein bietet kaum Möglichkeiten, in solche spezialisierten Segmente auf institutioneller Ebene zu investieren. Darüber hinaus bietet die höhere Liquidität internationaler Märkte im Vergleich zum Schweizer Markt Vorteile in Bezug auf Renditen und Marktanpassungsfähigkeit.

    Langfristige Vergleiche zwischen dem KGAST-Index für Schweizer Fonds und dem internationalen NFI-ODCE-Index für US-Fonds zeigen eine signifikante Outperformance der US-Immobilien, was die Vorteile einer globalen Diversifikation unterstreicht. Angesichts der bevorstehenden Zinssenkungen und der potenziellen Marktwende in verschiedenen internationalen Immobilienzyklen steht Anlegern ein strategisch günstiger Zeitpunkt zur Verfügung, um von den aktuellen Marktkorrekturen zu profitieren und sich für zukünftiges Wachstum zu positionieren. Die Investition in globale Immobilien erscheint somit als eine kluge Entscheidung, um Portfolio-Diversifikation zu erweitern, Zugang zu Wachstumsmärkten zu erhalten und von attraktiven Einstiegspreisen zu profitieren.

  • Infotech errichtet Neubau in Grenchen

    Infotech errichtet Neubau in Grenchen

    Infotech Automation zieht von Solothurn nach Grenchen. Der Landkauf für einen grossen Neubau im neuen Industriepark an der Lebernstrasse ist vor wenigen Tagen erfolgt, die Baubewilligung liegt vor. Am 5. April beginnen die Bauarbeiten. In eineinhalb bis zwei Jahren sollen sie abgeschlossen sein. Darüber informiert das Unternehmen mittels eines Artikels im „Grenchner Tagblatt“ der „Solothurner Zeitung“, den es auf seiner Internetseite publiziert hat.

    Infotech konstruiert, produziert und implementiert hochautomatisierte Produktionsanlagen, vor allem für die Herstellung von Halbleiter-Leistungselektronik. Dafür werden am neuen Standort statt der bisherigen 4400 Quadratmeter neu auf drei Geschossen 9600 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche zur Verfügung stehen.

    Die Firma, die als sogenannter Hidden Champion gilt und kontinuierlich wächst, könnte später sogar noch ein Geschoss daraufsetzen. Der von den Solothurner SSM Architekten geplante Bau wird den Angaben zufolge grösstenteils verglast sein. Das Material regelt seine Lichtdurchlässigkeit selbst. Geheizt und gekühlt wird mit Erdsonden, die per Photovoltaik auf dem Dach gespeist werden.

    Das Erfolgsrezept des kontinuierlich wachsenden Unternehmens besteht laut seinem Mitgründer, CEO und Aktionär Ernest Fischer in Qualität, Innovation, Support und ausnahmslos kundenspezifischen Entwicklungen: „Die Erwartungen der Kunden müssen in jeder Hinsicht übertroffen werden. Wir sind bei Offerten meist am teuersten und doch bleiben unsere Kunden uns treu.“ Personal werde für alle Abteilungen gesucht.

  • Neue Einmalvergütung für Solaranlagen tritt in Kraft

    Neue Einmalvergütung für Solaranlagen tritt in Kraft

    Anfang Januar ist die Revision des Energiegesetzes in Kraft getreten. Sie sieht parallel zu den beiden bereits bestehenden Fördermodellen für kleine und grosse Photovoltaikanlagen unter anderem eine neue hohe Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen vor, erläutert Swissolar in einer Mitteilung. Der Verband der Schweizer Solarenergiebranche schlüsselt dort die Voraussetzungen auf, unter denen Eigener bis zu 60 Prozent der Investitionskosten von Referenzanlagen erstattet bekommen können.

    Danach muss die neue Photovoltaikanlage eine Leistung von mindestens 2 und höchsten 150 Kilowatt aufweisen. Die von ihr erzeugte Energie darf zudem nicht zum Eigenverbrauch genutzt, sondern muss über mindestens 15 Jahre hinweg ins Netz eingespeist werden. Auch werden nur Anlagen mit einem Inbetriebnahmedatum ab Jahresbeginn 2023 gefördert.

    Für das laufende Jahr beläuft sich die hohe Einmalvergütung auf 450 Franken pro Kilowatt installierter Leistung, so Swissolar. Zudem ist die Förderung auf eine neue Photovoltaikanlage ohne Eigenverbrauch pro Jahr und Grundstück begrenzt. Ein allfälliger Neigungswinkelbonus kann jedoch zusätzlich beantragt werden.

  • Insolight erhält 4,85 Millionen Franken Kapital

    Insolight erhält 4,85 Millionen Franken Kapital

    Mit seiner jüngsten Finanzierungsrunde in Höhe von 4,85 Millionen Franken will Insolight laut einer Medienmitteilung sein Geschäft ausbauen. In Planung sind nun grosse Photovoltaikanlagen für die Landwirtschaft, neue Zielkulturen und eine weltweite Erweiterung des Markts.

    Bisher hat das Lausanner Unternehmen in Versuchsanlagen nachgewiesen, dass es möglich ist, mit seinen Agro-Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom zu produzieren und darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse effizient zu produzieren. Im Oktober 2021 startete Insolight gemeinsam mit dem Energieversorger Romande Energie auf dem Forschungsgelände von Agroscope, dem Kompetenzzentrums der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung in Conthey VS, ein erfolgreiches Pilotprojekt.

    Im April dieses Jahres vermeldete Insolight ein gelungenes Experiment in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Das Frischgewicht der ersten Winterpflanzung von Feldsalat unter seinen speziellen Photovoltaikpaneelen lag um 15 Prozent höher als die des zu Vergleichszwecken herkömmlich angepflanzten Salats.

    Diese soeben abgeschlossene Finanzierungsrunde stärkt Insolights Angaben zufolge die Beteiligungsstruktur mit den Hauptinvestoren, dem Smart Energy Innovation Fund von Energie- und Mobilitätsanbieter Energie 360° und Demeter, dem europäischen Risikokapitalgeber für Agrartechnologie und Cleantech. Cyrille Cabaret von Demeter tritt dem Verwaltungsrat von Insolight bei. Insolight-CEO Laurent Coulot äussert sich erfreut, dass sein Unternehmen nun nicht nur Agritech- und Energiefachleute an Bord habe, sondern sein Netzwerk nun auch auf Frankreich und die DACH-Region ausdehne.

  • Landschaft und Energieanlagen müssen zusammenpassen

    Landschaft und Energieanlagen müssen zusammenpassen

    In den vergangenen vier Jahren ist die Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zu Photovoltaik- und Windanlagen in Bergregionen, die schon über touristische Infrastruktur verfügen, massiv gestiegen. Eingriffe in das Landschaftsbild der unberührten Alpen und Voralpen werden dagegen weiterhin abgelehnt. Das zeigt die Wiederholung einer Umfrage, die die Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) schon 2018 durchgeführt hatte.

    „Touristisch geprägte Alpenlandschaften werden von der Bevölkerung mittlerweile – und da liegt die grösste Veränderung zu 2018 – für die Entwicklung von Energieinfrasrukturen gleichermassen deutlich bevorzugt wie Landschaften in den Siedlungsgebieten des Mittellands“, wird Boris Salak von der WSL in einer Medienmitteilung zur Umfrage zitiert. Bei Projekten in unberührten Berggebieten sei dagegen „nicht nur mit dem Widerstand seitens des Natur- und Landschaftsschutzes zu rechnen, sondern von grossen Teilen der Bevölkerung“, so Projektleiter Marcel Hunziker. Daran ändere sich auch nichts, wenn die befragten Personen den Ausbau der Erneuerbaren grundsätzlich befürworten.

    Um vermehrt Solarparks zu realisieren, sollten die demokratischen Mitsprachemöglichkeiten deutlich verbessert werden, meint Hunziker. „Dabei geht es darum, die Bevölkerung vermehrt mit positiven Deutungen zu überzeugen und sie so für die Energiewende bis hin zu Netto-Null zu gewinnen. Das wäre gesellschaftlich nachhaltiger und schliesslich effizienter, weil es von der Bevölkerung getragen würde.“

  • Lebenswerte Gebäude der Zukunft schaffen mit vorausschauender Planung

    Lebenswerte Gebäude der Zukunft schaffen mit vorausschauender Planung

    Was ist eigentlich ein „lebenswertes Gebäude“? Früher waren Häuser einfache Gebäude, in denen Menschen vor allem geschlafen und gegessen haben. Heute muss ein Gebäude mehr können: „Wir wollen uns darin wohlfühlen, zur Ruhe kommen, ohne Barrieren fortbewegen und am besten nachhaltig leben. Es schafft nicht nur einen Raum, sondern muss zu den Nutzern und deren Bedürfnissen passen – und zwar heute und in Zukunft. Erst dann sprechen wir von einem lebenswerten Gebäude“, erläutert Sören Eilers.

    Gebäude werden in der Gegenwart für die Zukunft errichtet
    Dabei haben sich die Anforderungen allein in den vergangenen 15 Jahren stark gewandelt: Die Denkweise der Menschen hat sich verändert, zudem herrschen regionale Unterschiede, wenn es um die Frage geht, was ein zeitgemäßes Gebäude ausmacht. Werden mancherorts nur noch Passivhäuser errichtet, so liegt der Fokus andernorts beispielsweise auf freien Lernkonzepten und offenen Räumen. Für Planer und Architekten bedeutet das, dass sie weit vorausdenken müssen. „Gebäude werden in der Gegenwart für die Zukunft gebaut, für die nächsten 30 bis 50 Jahre Nutzungszeit“, erklärt Marco Sperling. „Wir müssen in unserer heutigen Planung also bereits die Nutzungsmöglichkeiten für in ein paar Jahrzehnten bedenken. Dabei ist jedoch fast immer das Budget der limitierende Faktor.“

    Damit nicht genug. Neben den vom Auftraggeber gesteckten Rahmenbedingungen gibt es diverse gesetzliche Anforderungen, Normen und Verordnungen, die einzuhalten sind. Dabei sind sich die unterschiedlichen Regelwerke längst nicht immer einig. „Es gibt in Deutschland fast nichts, das nicht geregelt ist. Die Rahmenbedingungen der Auftraggeber sind oft verhandelbar, bei gesetzlichen Vorgaben ist das weitaus schwieriger“, weiß Sperling aus Erfahrung. Damit am Ende alle Wünsche, Bedürfnisse, Anforderungen und Vorschriften unter einen Hut gebracht werden können, ist eine intensive Abstimmung mit allen Beteiligten unerlässlich: „Der Abstimmungsbedarf wächst ständig und ist sogar in Zertifizierungsprozessen verankert. Das ist auch durchaus sinnvoll, damit es am Ende ein gutes Gebäude wird. Es gilt in jedem Fall: Je besser die Abstimmung von Beginn an, desto besser das Ergebnis!“ So werden im Idealfall alle fachbeteiligten Planer für Haustechnik, Statik, Tragwerk etc., die Verarbeiter, aber auch Nutzer und Auftraggeber sowie deren Interessensvertreter eingebunden.

  • Revolutionärer Energiespeicher

    Revolutionärer Energiespeicher

    Die Mehrfamilienhäuser im Seebrighof speichern Solarstrom in Form von Wasserstoff. Dr. Martin Nicklas, Leiter Energiecontracting bei EKZ, erklärt das revolutionäre Power-to-Gas-Konzept: «An Sommertagen wird die Solaranlage auf dem Dach des Seebrighofs mehr Strom produzieren als die Bewohnenden nutzen können. Daraus macht die sogenannte Power-to-Gas-Anlage Wasserstoff. Im Winter ist der Energiebedarf höher. Dann wandelt man den gespeicherten Wasserstoff in Energie um. In den Brennstoffzellen der Anlage entsteht daraus zu rund 55 Prozent Strom. Die restlichen 45 Prozent der Energie entweichen als Abwärme, mit der man das Gebäude beheizt.» Der Wasserstoff wird aus Leitungswasser produziert, das direkt in der Anlage aufbereitet wird. Quasi als Abfallprodukt entsteht dabei Sauerstoff, der in die Umgebungsluft entweicht. Dies ist umweltfreundlich, weil der Wasserstoff im Winter mit Sauerstoff aus der Luft wieder in Wasser und erneuerbare Energie umgewandelt wird. Damit schliesst sich der Kreislauf. Für die Produktion verwendet die Anlage ausschliesslich lokal produzierten Solarstrom, und das öffentliche Stromnetz wird entlastet.

    EKZ als Vorreiter
    Mit einer Batterie im Haus werden kurzzeitige Schwankungen in der Solarstromproduktion im Sommer aufgefangen und so zum Beispiel Solarstrom für die Nacht gespeichert. Die danach freibleibenden Überschüsse wandelt die P2G-Anlage konstant in Wasserstoff um. Dadurch kann sie kostengünstiger realisiert und effizienter betrieben werden. Für Nicklas übernimmt EKZ hierzulande eine Vorreiterrolle in der Umstellung auf die erneuerbare Energieversorgung: «Schweizweit wird zum ersten Mal eine P2G-Anlage realisiert, die kostengünstig auch in anderen Immobilien unterschiedlicher Grössen – sogar bei bestehenden Gebäuden – eingesetzt werden kann. Mit der Anlage prüfen wir das Potenzial der saisonalen Energiespeicherung von Solarstrom für den Winter.» In der Schweiz gibt es einige wenige Immobilien mit Wasserstoff-Anlagen, auch im Kanton Zürich. Der Unterschied des Projekts im Seebrighof ist das standardisierte Konzept, welches einfach und kostengünstig auf andere Gebäude angewendet werden kann.

    Power-to-Gas-Anlage
    Doch es kommt noch besser: Dank der Power-to-Gas-Anlage kann der grösste Teil des Solarstroms direkt lokal verbraucht werden. Die elektrische Effizienz der P2G-Anlage beträgt über alle Prozesse rund 30 bis 35 Prozent. Der Rest fällt als Abwärme an, die im Sommer für die Warmwassererwärmung und im Winter für die Heizung verwendet wird. Könnte man sich im Seebrighof komplett eigenständig mit Energie versorgen? – «Dies wäre technisch möglich und wird in einzelnen Objekten bereits auch so gemacht. Allerdings wäre dies sehr kostenintensiv und war daher in diesem Projekt nicht das Ziel.»

    Ungefährliche Wasserstoff-Lagerung
    Bei der Lagerung von brennbaren und potenziell explosiven Gasen wie etwa Erdgas oder Wasserstoff sind die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Diese Massnahmen werden von den Behörden überprüft, um sichere Installationen zu gewährleisten. Wasserstoff wird üblicherweise im Aussenbereich gelagert, wobei sich allfälliges Leckage-Gas schnell verflüchtigt und somit ein explosives Gemisch verhindert wird. Im aktuellen Fall wird gemäss Nicklas das H2 in handelsüblichen Gasflaschen gelagert, welche die schweizerischen Sicherheitsstandards und Normen voll erfüllen.

    Wann lohnt sich eine P2G-Anlage?
    Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab und muss sich immer auf das konkrete Bauobjekt und die Ansprüche der Bauherrschaft beziehen, wie Nicklas ausführt: «Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie oft der Wasserstoffspeicher pro Jahr aufgeladen werden kann. Denn mit jedem Ladezyklus erwirtschaftet die Anlage einen Deckungsbeitrag, der zur Amortisation beiträgt. Auch dieses Potenzial testen wir mit der Anlage und entwickeln das Konzept entsprechend weiter.» Die Bauherrschaft des Seebrighofs beweist mit dem Projekt aber durchaus auch Pioniergeist. So lässt sie die Anlage nicht nur aus rein monetärer Betrachtung installieren. Man möchte hier vorneweg gehen und einen Beitrag leisten zur Reduktion der Versorgungslücke im Winter – die Gesellschaft unabhängiger machen von Energieimporten aus fossilen Quellen. Die Anlage am Seebrighof kann dank kostengünstiger Umsetzung gut finanziert werden, so Nicklas. Sie leiste einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung saisonaler Speichertechnologien: «Wie wirtschaftlich die Technologie effektiv ist, ist Gegenstand unserer Untersuchungen. In den nächsten Jahren rechnen wir allerdings nochmal mit einer deutlichen Preisreduktion auf dem Wasserstoffmarkt, was der Technologie Auftrieb verleihen könnte.

    Energiestrategie 2050
    In der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 nehmen Speichertechnologien auf der Basis von Gasen und Flüssigkeiten einen hohen Stellenwert ein. EKZ erreicht mit der ersten standardisierten Power-to-Gas-Anlage einen wichtigen Meilenstein, der für die zukünftigen Entwicklungen beispielhaft sein könnte. Nicklas sagt abschliessend: «Wollen wir Wärme- und Stromversorgung wie auch die Mobilität mit erneuerbaren Energiequellen vollumfänglich speisen, braucht es Anstrengungen in allen Bereichen. Wasserstoff als Speichermedium kann dazu beitragen, die Herausforderungen der Stromversorgung im Winter zu entschärfen».