Schlagwort: Asphalt

  • Niederlande testen Recycling-Zug für nachhaltigen Strassenbau

    Niederlande testen Recycling-Zug für nachhaltigen Strassenbau

    Schotter, Sand, Kies und erdölbasiertes Bitumen in Asphaltstrassen sind die gleichen Stoffe, aus denen auch neue Strassen bestehen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Asphalt bereits erhitzt und verlegt wurde.

    Aus diesem Grund haben niederländische Beamte des Infrastrukturamtes Rijkswaterstaat in Utrecht, das zum Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft gehört, in den Asphalt-Recycling-Zug (ART oder Asphalt Recycling Train) investiert. Das ist eine fahrzeugähnliche Maschine, die alte Strassen vor Ort wiederverwendet, anstatt sie aufzureissen und zu entsorgen und dann neue Materialien zu verwenden und damit mehr Kohlenstoff zu emittieren. Damit wird an gleicher Stelle neuer Asphalt verlegt.

    „Mit dem ART können wir Strassen auf eine weitaus nachhaltigere Weise erneuern“, wird Fredy Sierra-Fernandez in einer Medienmitteilung zitiert, der den ART im Ministerium entwickelt. „Im Moment testen wir eine einzelne Maschine, um zu sehen, was sie in der Praxis leistet.“

    ART lockert die verschlissene Deckschicht von Strassen, erhitzt den alten Asphalt, nimmt das geschmolzene Material auf, rührt und mischt es und trägt dann den erneuerten Asphalt wieder auf die Strasse auf. Die Maschine verdichtet auch die Strasse, so dass eine glatte Oberfläche entsteht.

    Fernandez untersucht nun, wie sich die Strassen nach diesem Verfahren verhalten. Seit Juni und ab  Oktober letzten Jahres wird eine Provinzstrasse in Gelderland im Osten der Niederlande und ein Abschnitt der Autobahn A2 beobachtet, nachdem dort der ART eingesetzt wurde.

    Die Strasse in Gelderland ist in einem guten Zustand. Der Abschnitt der Autobahn A2 ist etwas stärker abgenutzt, aber immer noch ausreichend. „Wir werden so lange weitermachen, bis wir zu 100 Prozent zufrieden sind“, so Fernandez. Tests in anderen Regionen sind für April und Mai 2025 geplant.

    Die niederländische Regierung hofft, dass bis 2030 drei oder vier ARTs im ganzen Land in Betrieb sein werden, um eine Kreislaufwirtschaft für Asphalt zu schaffen.

    Der ART wurde mit dem InfraTech Innovatieprijs 2025 ausgezeichnet.

  • Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    In der Schweiz stellt das wachsende Aufkommen von Alt-Asphalt auf Deponien ein Problem dar, das nun durch innovative Forschung angegangen wird. Das „HighRAP“-Projekt, angeführt von Martins Zaumanis und in Zusammenarbeit mit Behörden und Industriepartnern, zielt darauf ab, den Einsatz von Recycling-Asphalt im Straßenbau zu maximieren.

    Herausforderungen und Lösungen
    Alt-Asphalt ist eine anspruchsvolle Ressource. Sein Bindemittel, Bitumen, altert und versteift mit der Zeit, was die Verwendung erschwert. Darüber hinaus ist Alt-Asphalt oft ein Gemisch aus unterschiedlichen Straßenschichten und Zeitperioden, was seine Homogenität beeinträchtigt. Zaumanis‘ Forschungsprojekt bietet hier Lösungen an. Durch spezialisierte Testmethoden und ein neu entwickeltes Rechenmodell wird es einfacher, Alt-Asphalt wiederzuverwenden.

    Praxistests und Anwendungen
    Das Projekt hat bereits seine Praxistauglichkeit in zwei Pilotprojekten unter Beweis gestellt. In Uster gelang es, bis zu 50% Recycling-Asphalt in die Straßendecke einzubinden, ohne Leistungseinbußen zu erleiden. Selbst auf dem klimatisch anspruchsvollen Lukmanierpass wurde Asphalt mit hohen Recyclinganteilen erfolgreich eingesetzt. Diese Ergebnisse ermutigen zur erweiterten Nutzung von Recyclingmaterial.

    Zukunftsweisende Forschung
    Das Projekt bietet nicht nur praktische Lösungen für den Straßenbau, sondern wirft auch ein neues Licht auf die Möglichkeiten, Recyclingmaterial effizient und nachhaltig zu nutzen. Martins Zaumanis ist zuversichtlich, dass seine Forschung dazu beitragen wird, die Menge an Alt-Asphalt auf Deponien erheblich zu reduzieren.

    Mit dem Projekt „HighRAP“ nimmt der nachhaltige Straßenbau in der Schweiz Fahrt auf. Neue Methoden, politischer Wille und erfolgreiche Praxistests lassen eine Zukunft mit weniger Abfall und mehr Recycling im Straßenbau realistisch erscheinen.

  • Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat zusammen mit ViaTec Basel AG, Institut für Baustofftechnologie, im Rahmen eines Forschungsprojekts einen CO2-negativen Asphalt entwickelt. Er soll den CO2-Fussabdruck des Basler Strassenbaus deutlich reduzieren.

    Laut einer Medienmitteilung wurden verschiedene Asphaltmischungen mit unterschiedlichen Anteilen an Pflanzenkohle getestet. Zertifizierte Pflanzenkohle wird von IWB in einer eigenen Anlage aus Grüngut hergestellt. Sie besteht aus dem Kohlenstoffanteil des CO2, das die Pflanze während ihres Wachstums der Umwelt entzogen hat. Durch deren Weiterverwendung im Asphalt wird das CO2 der Atmosphäre dauerhaft entzogen.

    Schliesslich erprobte das Tiefbauamt Basel-Stadt auf einem Umschlagplatz für Recycling-Baustoffe seit 2022 eine tragende Asphaltschicht aus 50 Prozent Recyclingasphalt und 2 Prozent Pflanzenkohle. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge „äusserst positiv“: Eine Tonne der neuen Asphaltmischung bindet dauerhaft ein Äquivalent von 50 Kilogramm CO2. Nun werde es auch in Basel möglich sein, die Technologie grossflächig einzusetzen.

    Nun will das Tiefbauamt Basel-Stadt gemeinsam mit den regionalen Belagsmischwerken die Herstellung vereinfachen und den Pflanzenkohleasphalt bei notwendigen Strassensanierungen möglichst flächendeckend einsetzen. Die Stadt geht davon aus, dass sie auf diese Weise jährlich rund 1250 Tonnen CO2-Äquivalent dauerhaft in den Basler Strassen einlagern kann. Das seien rund 450 Tonnen mehr, als die Asphaltproduktion für den Strassenbau verursache.

  • Strabag baut temporären Lagerplatz für Coca-Cola

    Strabag baut temporären Lagerplatz für Coca-Cola

    Das Bauunternehmen Strabag aus Schlieren hat für  Coca-Cola einen Ausweichlagerplatz gebaut. Er soll genutzt werden, bis ein 40 Meter hohes Hochlager fertiggestellt ist. Der verwendete Asphalt soll dann laut Medienmitteilung aufgenommen und an anderer Stelle wieder verwendet werden. Der Interimslagerplatz wird dann renaturiert.

    Am Coca-Cola-Standort Brüttisellen werden täglich bis zu 1 Million Flaschen produziert, es werden rund 1000 Paletten gelagert, und mit 70 Lastwagen werden die Produkte schweizweit ausgeliefert, heisst es weiter. Um die Lagerprobleme währen des Baus des neuen Hochlagers zu lösen, bekam die Strabag AG den Auftrag, ein braches Landstück, genau neben der Produktionshalle, in einen temporären Installationsplatz umzuwandeln. Dieser Platz dient nun als Ersatzlager, während das reguläre Lager in ein vollautomatisiertes Hochregallager umgebaut wird.

    Diese Anlieferungen des Asphalts mussten genauestens koordiniert werden, da während des Bau der Betrieb des Getränkeherstellers weiter ging und Lastwagen von Coca-Cola das Lager täglich anfuhren und wieder verliessen. Die Lastwagen mit dem Strabag-Asphalt mussten durch die gleiche Einfahrt, deshalb war die zeitliche Abstimmung wichtig. Nach eineinhalb Tagen war der Installationsplatz asphaltiert und 520 Tonnen Asphalt verteilten sich auf 2500 Quadratmeter Fläche, heisst es in der Mitteilung.

  • Zürich testet farbige Strassenbeläge auf Kühlwirkung

    Zürich testet farbige Strassenbeläge auf Kühlwirkung

    Seit Sommer 2020 hat das Tiefbauamt in Zürich ein Pilotprojekt zur Hitzeminderung durchgeführt. Laut Medienmitteilung der Stadt Zürich sind dabei unterschiedlich gefärbte Strassenbeläge in der Roggenstrasse in Zürich-West aufgebracht worden, um die Auswirkung auf die Temperatur zu messen. Die Resultate zeigen, dass die hell gefärbten Beläge – im Gegensatz zu Beschattungen durch Bäume und Häuser – einen nur geringen Einfluss auf die Temperatur ausüben.

    Für diese Messungen wurden in der Roggenstrasse neue Beläge eingebaut und die Strasse in drei Flächen unterteilt: in eine Referenzfläche aus herkömmlichem, strassengrauem Asphalt und in zwei Flächen mit einem beigen und einem rötlichen Belag, heisst es in der Mitteilung der Stadt. Kameras und eingelassene Sonden zeichneten die Oberflächentemperatur und Wärmespeicherung der Beläge auf.

    Die jetzt vorliegenden Resultate zeigen eine geringe Wirkung der hellen Beläge auf die Oberflächentemperatur. Die Referenzfläche in herkömmlichem Grau war sogar durchschnittlich um etwa 2 Grad kühler als die beiden hellen Belagsflächen. Dieses Resultat lasse sich durch den Schatten erklären, den Bäume und ein hohes Gebäude zeitweise auf die Referenzfläche warfen, heisst es weiter. Diese erhitzte sich deshalb weniger stark.

    Zwischen den beiden hellen Belägen seien die Unterschiede gering gewesen. Der Belag in Beige blieb etwas kühler als der rötliche. Anhand von Berechnungen konnte aufgezeigt werden, dass bei gleich starker Besonnung aller Beläge die hellen Beläge um 2 Grad kühler gewesen wären als die Referenzfläche.

    Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigten deutlich, wie wichtig Schatten und Bäume für die Hitzeminderung in Städten sind, heisst es vom Tiefbauamt.

  • Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) prüfen derzeit ein neues Verfahren zur Stabilisierung von Steinmengen im Strassenbau. Konkret geht es laut Medienmitteilung um das Ersetzen des Bindemittels Bitumen bei der Herstellung des Fahrbelags. Asphalt besteht aus Steinen unterschiedlicher Form und Grösse und wird erst durch die Stabilisierung mit Hilfe von Bitumen zum für Strassen verwendbaren Belag.

    Bitumen verursacht Umweltprobleme. Bei der Herstellung aus Erdöl wie auch später beim Gebrauch werden Luftschadstoffe freigesetzt. Asphalt ist ausserdem anfällig für Risse und Verformungen und undurchlässig für Regenwasser, was die Umwelt belastet.

    Die beiden Empa-Forscher Martin Arraigada und Saeed Abbasion aus der Abteilung Beton und Asphalt der Empa setzten derzeit in einer Versuchsanordnung ein aus der Kunst bekanntes Verfahren für die Fertigung von Strassenbelägen um. In solchen Kunstobjekten haben Stelen aus Stein Verwendung gefunden, die durch ein Gewebe aus Bindfäden stabilisiert wurden und bei 80 Zentimetern Höhe Belastungen bis zu 20 Tonnen ausgehalten haben.

    Im Versuch wird durch einen elektronisch gesteuerten Roboterarm ein Bindfaden auf eine Steinschicht in einem bestimmten Muster aufgetragen. Durch das „Verweben“ werden die Steine in fünf Schichten auf ihrer Position im „Strassenbett“ fixiert. In Versuchen waren diese schon bei Belastungen von einer halben Tonne so fest wie der herkömmliche Bitumen-Asphalt. Verwendet wurden kostengünstige Bindfäden, wie sie herkömmlich etwa für das Verschnüren von Paketen gebraucht werden.

    Noch haben die Versuche nicht zu einem anwendungsreifen Produkt geführt, das im Strassenbau eingesetzt werden könnte. Die Grundlagenarbeit liefere aber viel Innovationspotential, um mit einfachen Mitteln einem rezyklier- und vielleicht ausrollbaren Strassenbelag näher zu kommen, heisst es in der Empa-Mitteilung. Auf der Internetseite ist auch ein Video zum Verfahren anzusehen.

  • Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    In Dornbirn wird im Zuge des Ausbaus des Fernwärmenetzes auf einem Strassenteilstück neuer Asphalt aufgetragen. Dabei wird erstmals sogenannter grüner Asphalt verwendet. Dem Asphalt werden dabei 1,7 Prozent Holzkohle aus der Produktion des EnergieWerks Ilg beigemischt. Damit kann der in der Holzkohle enthaltene Kohlenstoff gespeichert und das mit ihm gebildete CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden. Das Unternehmen verbessert damit seine CO2-Bilanz.

    Eine erste Testmischung wurde am 24. September eingebaut, heisst es in einer Mitteilung des EnergieWerks Ilg. Erfüllt diese Mischung die Erwartungen, soll am 14. und 15. Oktober eine Teststrecke von 30 Metern verlegt werden.

    Wenn das Pilotprojekt im Bundesland Vorarlberg erfolgreich ist, dann können Strassen zu neuen CO2-Senken werden. Asphalt darf im Schnitt rund 5 Prozent solcher Zusatzstoffe enthalten. Damit könnten 100‘000 Tonnen Asphalt bald schon weit über 10‘000 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    Das Pilotprojekt wird von einer Reihe von Partnern getragen. Der Asphalt wird von Migu Asphalt in Lustenau hergestellt, das damit ein neues Produkt einführen und seine Marktposition stärken will. Die Technologie zur Herstellung der Holzkohle stammt von der Firma Syncraft in Schwaz im Bundesland Tirol. Das EnergieWerk Ilg, das die Beimischung liefert, ist schon bisher klimaneutral gewesen und kann mit diesem Produkt klimapositiv werden. Die Stadt Dornbirn profiliert sich als Vorzeigeregion der Energiewende.

    Hans-Peter Schmidt vom Ithaka Institut in Arbaz VS berät das Projekt. Die carbonfuture GmbH in Freiburg i.Br. zertifiziert die Kohlenstoffspeicherung. Damit können Zertifikate für die Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre erteilt und der grüne Asphalt mitfinanziert werden.

    Das Projekt wurde vom Konsortium European Biochar Industry (EBI) initiiert. EBI will neue, verifizier- und zertifizierbare CO2-Senken mit Holz- und Pflanzenkohle schaffen und etablieren.