Schlagwort: Bahnhof Winterthur

  • Testplanung für Stadtraum des Winterthurer Bahnhofs

    Testplanung für Stadtraum des Winterthurer Bahnhofs

    Die Stadt Winterthur und die SBB haben bereits zwischen 2019 und 2021 das Ausbaukonzept «Bahnhof Winterthur 2045+» erarbeitet. Als bevorzugte Lösung wurde ein neuer Kopfbahnhof Vogelsang Nord identifiziert, der das steigende Passagieraufkommen bewältigen soll. Gleichzeitig sollen die Perrons der bestehenden sieben Durchgangsgleise verbreitert werden.

    Mit diesen Veränderungen muss auch der Stadtraum rund um den Bahnhof neu gedacht werden. Eine Testplanung soll die Potenziale und Herausforderungen untersuchen und eine Gesamtstrategie für das Bahnhofsumfeld entwickeln.

    Testplanung als Grundlage für einen neuen Masterplan
    Im Zentrum der Testplanung stehen die Bereiche Bahnhof- und St. Georgenplatz, die Rudolfstrasse und die südliche Bahnhofsunterführung. Ziel ist es, eine städtebauliche und verkehrliche Gesamtstrategie zu erarbeiten.

    • Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung im öffentlichen Raum
    • Neuorganisation der Bushaltestellen für eine bessere Verkehrsführung
    • Optimierung des Fuss- und Veloverkehrs
    • Einordnung der übrigen Verkehrsträger

    Das Areal des künftigen Kopfbahnhofs Vogelsang Nord ist von dieser Planung ausgenommen und wird separat behandelt.

    Beteiligung der Bevölkerung und Interessensgruppen
    Um eine breite Akzeptanz und Tragfähigkeit der Lösungen sicherzustellen, wird die Testplanung durch einen partizipativen Prozess begleitet. Rund 40 Quartierorganisationen, Interessenverbände, politische Vertreter:innen und Grundeigentümer werden aktiv in die Gestaltung und Diskussion der Zwischenergebnisse einbezogen.

    Für die breitere Bevölkerung sind ein elektronisches Mitwirkungsportal sowie Partizipationsveranstaltungen geplant. Bereits im Februar 2024 fand ein erster Echoraum zur Präzisierung des Planungsauftrags statt.


    Startschuss für die neue Planung 2025
    Der Stadtrat hat einen Kredit von 780’000 Franken für die Durchführung der Testplanung genehmigt. Die Planung startet 2025 und wird voraussichtlich bis 2026 dauern. Sie bildet die Grundlage für einen neuen Masterplan für den Stadtraum Bahnhof.

    Der erste Masterplan ist fast umgesetzt
    Bereits 2009 wurde ein erster Masterplan für den Winterthurer Hauptbahnhof entwickelt. Viele Maßnahmen daraus wurden realisiert, darunter die Neugestaltung des Busbahnhofs mit Pilzdach, die Personenunterführung Nord, neue Velostationen sowie das Verkehrskonzept Neuwiesen. Die letzten Arbeiten an der westlichen Bahnhofsseite sollen bis Sommer 2025 abgeschlossen sein.

    Mit der neuen Testplanung für den Stadtraum Bahnhof setzt Winterthur nun die Weichen für die nächsten Jahrzehnte. Mit dem Ziel, einen modernen, nachhaltigen und funktionalen Stadtraum zu schaffen.

  • Stellwerk 2: Mehr Mobilie als Immobilie?

    Stellwerk 2: Mehr Mobilie als Immobilie?

    Auf dem ehemaligen Milchküchenareal am Bahnhof Winterthur, unmittelbar neben dem heutigen Stellwerk 1, wird neu das Stellwerk 2 gebaut. Es ist ein gemischt genutztes, modernes siebenstöckiges Gebäude.

    Das erste und zweite Obergeschoss mit insgesamt rund 2200 Quadratmetern ist für Büros, medizinische Praxen und Dienstleistungsbetriebe vorgesehen. Die Büroflächen sind auf Flexibilität ausgelegt und lassen sich leicht an neue Raumanforderungen anpassen. Im Erdgeschoss sind 700 Quadratmeter Retailfläche geplant, im Untergeschoss ist eine Erweiterung der städtischen Velostation um rund 500 Abstellplätze geplant.

    In den Obergeschossen entstehen auf 3200 Quadratmetern 66 Wohnungen, die zwischen 33 und 80 Quadratmeter gross sind. Diese sind besonders auf Menschen zugeschnitten, welche die zentrale Lage und optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr schätzen. Als Ergänzung zu den Appartments steht ein kollektiv nutzbares Raumangebot zur Verfügung, zum Beispiel ein Shared Office oder ein Waschsalon.

    Der Projektwettbewerb fand 2018 / 2019 statt. Den ersten Platz belegten Esch Sintzel Architekten.

    Sie entwarfen ein Gebäude mit einer in sich ruhigen, symmetrischen Gesamtform und nach innen gewölbten, geschwungenen Flanken. Sie wollten ein Gebäude schaffen, das wirkt, als sei es mehr Mobilie als Immobilie. Wie die Ecken bei Eisenbahn- oder Tramwagen sind auch die Enden des Gebäudes abgeschrägt.

    Der heute schon bestehende Relaisraum der SBB gibt dem Stellwerk 2 seinen Namen. Er befindet sich auf Höhe des 1. Untergeschosses und wird durch den Neubau teilweise überbaut. Der Relaisraum ist das Herzstück der Stellwerkanlage des Bahnhof Winterthur. Hier laufen unzählige Kabel, Schalter und Motoren zusammen, mit denen die Weichen und Fahrtwege der Züge gestellt werden.

    Das Bewilligungsverfahren für den Bau fand 2021/2022 statt. Der Baubeginn des Stellwerks 2 ist auf Ende 2024, die Inbetriebnahme auf Anfang 2027 geplant.

  • «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    Die erste Etappe, das Bürogebäude «Stellwerk 1» wurde 2010 direkt neben dem historischen Bahnhofsgebäude fertiggestellt. Daneben verblieb an exponierter Lage, neben der Unterführung Wülflingerstrasse, das längliche Grundstück zwischen Gleisen und Bahnhofplatz. Auf dieser zentral gelegenen Freifläche, auf der sich ehemals das Personalrestaurant der SBB befand und die im Untergrund eine zu erhaltende Stellwerkzentrale beherbergt, wird der Neubau «Stellwerk 2» realisiert. Das Areal bildet den nordöstlichen Abschluss eines hochwertigen Stadtraums, der in den letzten Jahren markante Änderungen erfahren hat, betont das Architektenteam. Ein Neubau in dieser exponierten Lage werde von vielen Seiten her sehr gut einsehbar sein, was seine Bedeutung als wichtiger Baustein in Winterthurs Stadtkörper unterstreiche, so die Architekten. Das «Stellwerk 2» ist ein gemischt genutztes Gebäude mit siebzig Wohnungen, zwei Bürogeschossen sowie Retail- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie 500 Veloabstellplätzen im Untergeschoss. ■