Schlagwort: Bahninfrastruktur

  • Vom Baukonzern an die Bahnspitze

    Vom Baukonzern an die Bahnspitze

    Monika Ribar hinterlässt nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat, zehn davon als Präsidentin, eine Institution, die sich verändert hat. Die Amtszeitbeschränkung beendete ihr Engagement, nicht der Wille. Zusammen mit ihr scheiden Vizepräsident Pierre-Alain Urech, Georg Kasperkovitz und Clara Millard Dereudre aus dem Gremium aus.

    Ein Quereinsteiger mit System
    André Wyss ist 1967 geboren, hat nach einer Lehre als Chemikant berufsbegleitend ein Wirtschaftsstudium absolviert und sich an der Harvard Business School weitergebildet. Bevor er 2018 als CEO zu Implenia wechselte, trug er bei Novartis Verantwortung für rund 40 000 Mitarbeitende. Damit bringt er 40 Jahre Führungserfahrung in der Bau-, Immobilien- und Pharmaindustrie in sein neues Amt. Seit August 2024 ist er bereits Mitglied des SBB-Verwaltungsrats, die Übergabe lief also geordnet.

    Bau trifft Bahn
    Was auf den ersten Blick wie ein ungewöhnlicher Karriereschritt wirkt, ergibt bei näherer Betrachtung Sinn. Die SBB ist nicht nur Bahnbetreiberin, sie ist auch eine der grössten Immobilieneigentümerinnen der Schweiz. Wyss kennt komplexe Infrastrukturprojekte, nachhaltige Baudurchführung und die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz aus erster Hand. Der Bundesrat sah in ihm genau deshalb den richtigen Kandidaten.

    Stabiler Kurs, neue Impulse
    Wyss hat klar kommuniziert, was er will, die SBB als modernes und nachhaltiges Rückgrat der Schweiz weiterentwickeln, mit Fokus auf Stabilität und Innovation. Die SBB verfolgt ihrerseits das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein. Wyss und die neue Verwaltungsrats-Zusammensetzung setzen genau dort an.

    Vier Neue stärken das Gremium
    Gleichzeitig mit Wyss wurden vier neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt, Anna Barbara Remund, Dino Cauzza, Dominique Pierre Locher und Maria-Antonella Bino. Sie sollen das Gremium fachlich ergänzen und neue Impulse einbringen, ohne den Kurs zu verlassen. Die Konstituierung des Verwaltungsrats erfolgte direkt im Anschluss an die Generalversammlung in Bern.

  • Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Die STRABAG AG realisiert den noch ausstehenden Sanierungsschritt auf der Zentralbahnstrecke zwischen Meiringen und Brienzwiler im Berner Oberland. Die Schmalspurtstrecke verläuft einspurig entlang der Hasliaare, die zum Hochwassergebiet Aare gehört. Aus Rücksicht auf mehrere Naturschutzgebiete gelte laut einer Mitteilung für den Neubau „höchste Präzision für Logistik und Koordination“. Die Vorarbeiten waren im März 2025 gestartet, seit Oktober 2025 läuft die zehnwöchige Intensivphase.

    Immer wieder war es in dem Gebiet zu Starkregenereignissen gekommen, bei denen der Bahndamm inklusive Oberbau überflutet wurden, was zu Schäden an der Bahninfrastruktur und am angrenzenden Kulturland führe. Bereits 2022 und 2023 hat die STRABAG dort Gleisbauarbeiten (Los 1 und Los 3) vorgenommen. Nun folge mit einem Totalumbau des anspruchsvollen Mittelabschnitts Los 2 über eine Länge von 2600 Metern und mitten im Naturschutzgebiet Sytenwald der Abschluss des Modernisierungsvorhabens. Dabei muss der Bahndamm angehoben werden. Damit Oberflächen- und Hangwasser abfliessen kann, wird eine durchgehende Planungsentwässerung der Strecke realisiert. Der Bereich entlang der Hasliaare erhält eine neue Hochwasserschutzmauer. 

    Als bautechnische Besonderheit gelten laut Mitteilung die „engen Platzverhältnisse und lokal fehlenden redundanten Baupisten in gewissen Abschnitten zwischen Hasliaare, Bahntrassee und mehrerer Naturschutzgebiete“, was besondere Vorkehrungen für Ökologie und Landschaftsschutz erfordere. Zum einen errichtet STRABAG 30 neue Fundamente für die Fahrleitungsmasten auf der flussabgewandten Seite, zum anderen sollen 37 Übergänge die ökologische Durchgängigkeit des Geländes sichern. Das bedeute Schutz für Wild- und Kleintiere beim Queren des Streckenabschnitts.

    Ein besonders anspruchsvoller Bestandteil ergibt sich beim Neubau der Hüsenbachbrücke aus ultrahochfestem und langlebigem Faserbeton (UHFB). Beim Brückenbau werde auf die dort zur Laichzeit vorhandene Forellenpopulation besondere Rücksicht genommen.

  • Neue Bahnlinie in Schweden nimmt Form an

    Neue Bahnlinie in Schweden nimmt Form an

    Die Baudienstleisterin Implenia hat von der schwedischen Behörde für Verkehrsinfrastruktur (Trafikverket) den Auftrag für den ersten Bauabschnitt der neuen Bahnlinie East Link erhalten. Das Projekt hat laut einer Medienmitteilung einen Auftragswert von 130 Millionen Franken. Implenia wird bis 2031 den 8 Kilometer langen Streckenabschnitt Bibana Nyköping realisieren.

    Dabei handelt es sich um einen Abschnitt, welcher die Zentren Skavsta und Nyköping mit der Haupttrasse von East Link verbindet. East Link dient der Verbindung mehrere Küstenstädte in Ostschweden mit Stockholm. Zu dem Auftrag von Implenia gehören Brücken, Bahngleise, Sanierungen von Bestandsbauten sowie weitere Arbeiten.

    Nach den Worten von Erwin Scherer, Head Division Civil Engineering, leistet Implenia einen Beitrag, um «die Mobilitätsinfrastruktur in Ostschweden auf ein neues Level zu heben».

  • Schaffhausen als möglicher Standort für Serviceanlage

    Schaffhausen als möglicher Standort für Serviceanlage

    Mit dem Ausbau der Zürcher S-Bahn im Rahmen des Angebotsschritts 2035 steigt die Anzahl der verkehrenden Züge erheblich. Um die Wartung und Abstellung der Fahrzeuge sicherzustellen, benötigt die SBB zusätzliche Service- und Abstellkapazitäten. Die erste neue Serviceanlage soll in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre in Betrieb gehen, eine weitere wird mit dem nächsten Ausbauschritt bis 2050 erforderlich.

    In den vergangenen Monaten hat die SBB in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund, den betroffenen Kantonen, dem Bund und den möglichen Standortgemeinden verschiedene Flächen geprüft. Neben bahnbetrieblichen Anforderungen spielten dabei raumplanerische und ökologische Aspekte eine entscheidende Rolle.

    Schaffhausen als Standort mit Potenzial
    Die bisherigen Standortanalysen zeigen, dass das Umfeld des Bahnhofs Schaffhausen ein hohes betriebliches Potenzial für eine neue Serviceanlage bietet. Besonders die Flächen nördlich des Bahnhofs im Bereich der Güterhallen und des Gleisfelds werden vertieft geprüft. Da sich diese Grundstücke bereits im Eigentum der SBB befinden und bahnbetrieblich genutzt werden, wäre die Umsetzung an diesem Standort besonders effizient.

    Als Endpunkt mehrerer Linien der Zürcher S-Bahn bietet Schaffhausen einen strategisch günstigen Standort. Die Züge könnten mit kurzen Fahrwegen in die Serviceanlage einfahren, wodurch unnötige Leerfahrten vermieden und das bereits stark ausgelastete Bahnnetz entlastet würde. Zudem würde die Anlage rund 60 neue Arbeitsplätze in Schaffhausen schaffen.

    Einbindung in die Stadtentwicklung
    Laut Richtplan Siedlung der Stadt Schaffhausen wird das Güterhallenareal als potenzielles Transformationsgebiet betrachtet, das sich für eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe eignen könnte. Im Zuge einer Machbarkeitsstudie wird geprüft, ob sich die Serviceanlage mit einer Mehrfachnutzung kombinieren lässt. Zudem wird analysiert, wie die Vernetzung mit dem öffentlichen Raum und den umliegenden Quartieren gestaltet werden kann. Hierbei müssen auch die Vorgaben des städtischen Gesamtverkehrskonzepts 2019 berücksichtigt werden.

    Gemeinsame Machbarkeitsanalyse und weitere Schritte
    Auf Basis einer gemeinsamen Absichtserklärung prüft die SBB in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kanton Schaffhausen im laufenden Jahr die potenziellen Areale und deren Machbarkeit. Dabei werden neben stadt- und verkehrsplanerischen Überlegungen auch Aspekte wie Denkmalpflege, Ortbildschutz und die Interessen der Anwohnenden berücksichtigt. Falls die Machbarkeit bestätigt wird, sollen die Ergebnisse in einem gemeinsam geführten Planungsprozess konkretisiert werden, der sowohl die Serviceanlage als auch die Entwicklung des Güterbahnhofareals umfasst.

    Weitere Planungen im Kanton Zürich
    Parallel zur Standortanalyse in Schaffhausen läuft der Evaluationsprozess für eine zweite Serviceanlage im Kanton Zürich, die bis 2050 realisiert werden soll. Ziel ist es, eine breit abgestützte und mit den betroffenen Gemeinden abgestimmte Lösung zu entwickeln. Zusätzlich prüft die SBB Möglichkeiten zur Optimierung und Erweiterung bestehender oder neuer Abstellanlagen im gesamten Netz der Zürcher S-Bahn.

    Mit der geplanten Serviceanlage könnte Schaffhausen einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Effizienz des S-Bahn-Systems leisten und gleichzeitig wirtschaftliche Impulse für die Region setzen.

  • Meilenstein am Basler Bahnhof

    Meilenstein am Basler Bahnhof

    Der Bahnhof Basel SBB steht vor einem Problem. Er stösst an seine Kapazitätsgrenzen. Die steigende Anzahl von Zügen und Reisenden, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, erfordert dringende Massnahmen, um Engpässe zu vermeiden.

    Ab Dezember 2025 ist geplant, dass die S-Bahn-Züge zwischen Basel und Liestal im Viertelstundentakt verkehren. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert erhebliche Investitionen in die Bahnanlagen zwischen Basel und Liestal, die der Bund mit rund einer Milliarde Franken finanziert. Die SBB übernimmt die Umsetzung dieser Projekte im Auftrag des Bundes, während Bund und Kantone gemeinsam die zusätzlichen S-Bahn-Verbindungen bestellen und finanzieren.

    Die Investitionen sind grösstenteils im Ausbauschritt 2025 enthalten, der Teil der Vorlage «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI) ist, die von der Schweizer Stimmbevölkerung im Februar 2014 angenommen wurde. Diese Ausbauten ermöglichen nicht nur den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal, sondern legen auch den Grundstein für weitere Verbesserungen im Personen- und Güterverkehr.

    Um die Kapazitäten für den geplanten Viertelstundentakt und das erweiterte Fahrplanangebot zu schaffen, sind zwei Hauptmassnahmen erforderlich.

    Zusätzliche Haltemöglichkeiten für die Züge: Mit dem geplanten Viertelstundentakt steigt die Anzahl der Züge am Bahnhof Basel SBB. Daher sind zusätzliche Halteorte und Perronkanten erforderlich, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Dies ist das Hauptziel des Projekts «Leistungssteigerung Basel SBB».

    Zusätzliche Querungsmöglichkeiten für die Reisenden: Die steigende Anzahl von Zügen führt zu mehr Reisenden und damit zu einer höheren Auslastung der Passerelle im Bahnhof Basel SBB. Um diesem Anstieg gerecht zu werden, ist die Schaffung zusätzlicher Querungsmöglichkeiten dringend erforderlich. Das Projekt «Provisorische Passerelle» zielt darauf ab, diese Kapazitätserweiterung schnell umzusetzen, bis weitere Querungen, wie der Perronzugang Margarethen, erstellt werden können.

    Die provisorische Passerelle ist eine temporäre Lösung, bis langfristige Massnahmen umgesetzt werden können. Die Planung und der Bau weiterer Querungen sind im Ausbauschritt 2035 vorgesehen und werden ebenfalls vom Bund finanziert.