Schlagwort: Bahnverkehr

  • Basel SBB West setzt neue Massstäbe

    Basel SBB West setzt neue Massstäbe

    Das gemeinsame Projekt von SBB, Bund und Kanton Basel-Stadt zielt auf einen Ausbau des Bahnhofs Basel SBB mit höherer Kapazität und verbesserten Verbindungen in Richtung Westen. Kernstücke sind zwei Grossprojekte, die neue Margarethenbrücke und der Perronzugang Margarethen. Ein interdisziplinäres Gremium hat Ende Mai 2025 das überzeugendste Konzept im Rahmen eines Studienauftrags gekürt.

    Das Siegerprojekt des Zürcher Teams Penzel Valier bringt eine innovative architektonische Lösung. Ein leichtes, ausgedehntes Dach überspannt künftig Tramhaltestelle und Perrons. Es schafft nicht nur eine neue Bahnhofshalle mit hoher Aufenthaltsqualität, sondern bietet auch Platz für Begrünung und Photovoltaik.

    Verbindung von Funktion und Gestaltung
    Die neue Brücke und der Perronzugang fügen sich harmonisch in das städtische Umfeld ein. Dank schlanker Tragwerke können die Anschlüsse zu den umliegenden Quartieren tief gehalten werden. Die Halle SNCF, ein denkmalgeschütztes Element, bleibt erhalten und wird sorgfältig in das neue Gefüge integriert.

    Ein differenziertes Wärmemanagement und die geplante Flexibilität bei späteren Erweiterungen zeigen, das Projekt denkt in Etappen und bietet langfristige Perspektiven für die Mobilität der Region.

    Umsetzung in Etappen, mit Fokus auf Qualität
    Die neue Infrastruktur wird frühestens ab 2034 realisiert. Grund dafür ist die komplexe Ausgangslage. Neben dem laufenden Bahn- und Stadtverkehr sind auch denkmalpflegerische Auflagen und ein möglicher zukünftiger Tiefbahnhof zu berücksichtigen.

    Beide Teilprojekte, die Brücke und der Zugang, können unabhängig gebaut werden, doch Bund, Kanton und SBB streben eine gemeinsame Umsetzung an. Die voraussichtlichen Kosten liegen je Projekt im dreistelligen Millionenbereich. Während der Zugang Margarethen bereits finanziert ist, steht die Finanzierung der Brücke noch aus.

    Neue Mobilitätsdrehscheibe mit Symbolkraft
    Mit Basel SBB West entsteht nicht nur zusätzliche Bahninfrastruktur, das Projekt schafft neue Räume für Stadtentwicklung, nachhaltige Mobilität und Aufenthaltsqualität. Es ist ein Musterbeispiel für die Integration von Verkehr, Architektur und Städtebau in einem historischen Kontext. Die öffentliche Ausstellung des Siegerprojekts findet vom 19. bis 28. Juni 2025 statt, ein öffentlicher Infoanlass folgt am 25. Juni.

  • Tunnel statt Flaschenhals: SBB bauen Strecke zwischen Zürich und Winterthur aus

    Tunnel statt Flaschenhals: SBB bauen Strecke zwischen Zürich und Winterthur aus

    Der gesamte Bahnverkehr zwischen Zürich und Winterthur nutzt heute die einzige Doppelspurverbindung via Effretikon. Dieser Streckenabschnitt ist somit ein regelrechter Flaschenhals. Um den Engpass zu beheben, baut die SBB die Strecke im Auftrag des Bundes aus. Eine neue Doppelspurlinie durch den Brüttener Tunnel sowie der Ausbau von vier Bahnhöfen und bereits bestehenden Linien soll Entlastung bringen.

    Kernstück des Projekts «Mehrspur Zürich–Winterthur» ist der Brüttener Tunnel. Er wird rund 9 Kilometer lang und verfügt über zwei Tunnelröhren mit je einem Gleis. Die Züge verkehren darin mit 160 Stundenkilometern. Die Fahrzeit im Tunnel beträgt rund 3 Minuten.

    Das nördliche Portal des Brüttener Tunnels liegt bei Tössmühle vor Winterthur. Die Tunnelröhren teilen sich und enden in zwei Tunnelportalen im Süden: bei Bassersdorf und bei Dietlikon. Diese Linienführung ist die schnellste und leistungsstärkste Verbindung zwischen Zürich und Winterthur, da damit sowohl Zürich Flughafen (via Bassersdorf) als auch Zürich HB (via Dietlikon) direkt an Winterthur angebunden sind. Weil die neue Doppelspur grösstenteils unterirdisch verläuft, sind nach dem Bau keine grossen Eingriffe in der Landschaft mehr sichtbar.

    Mit dem Projekt soll die Bahnkapazität zwischen Zürich und Winterthur um 30 Prozent auf rund 900 Züge und 156’000 Reisende pro Tag ausgebaut werden. Zwischen Zürich und Winterthur sollen zwei Fernverkehrslinien zukünftig im Viertelstundentakt fahren.

    Ende Mai 2023 wird das Projekt öffentlich aufgelegt. Bei einem Projektverlauf ohne Beschwerdeverfahren ist ein Baustart aus heutiger Sicht ab Mitte der 2020er-Jahre und eine Inbetriebnahme des Angebots ab Mitte der 2030er-Jahre möglich.

    Der Bund investiert mit dem «Ausbauschritt 2035» rund 12,89 Milliarden Franken in zahlreiche Projekte zur Erweiterung der Bahninfrastruktur in der ganzen Schweiz. Das Projekt «Mehrspur Zürich–Winterthur» ist mit geschätzten Kosten von rund 2,9 Milliarden Franken das grösste dieser Projekte.

  • Pläne für Berner Bahnausbauprojekt West liegen auf

    Pläne für Berner Bahnausbauprojekt West liegen auf

    Im Bahnknoten Bern kommt es immer wieder zu Engpässen, welche Auswirkungen auf den gesamten Fernverkehr der Schweiz haben. Mit dem Ausbauschritt 2025 (AS25) des Bundes werden solche Engpässe behoben, und der Bahnbetrieb in der Schweiz wird weiter optimiert: So gibt es stabilere und mehr Verbindungen zwischen Bern und Zürich, einen Halbstundentakt nach Luzern und Neuenburg sowie mehr Züge auf der Strecke Bern–Thun. Zwischen Bern und Münsingen soll künftig jede Viertelstunde eine S-Bahn fahren und auch zwischen Bern und Burgdorf gibt es mehr Verbindungen.  

    Verschiedene Projekte geplant  
    Für das AS25-Gesamtprojekt «Leistungssteigerung Bern West» sind fünf Teilprojekte vorgesehen:  
    • die Entflechtung Holligen mit dem 1.7 km langen neuen Holligentunnel  
    • die Abstellanlage Aebimatt  
    • der Westkopf Bahnhof Bern  
    • die Haltestelle Europaplatz Nord  
    • die Passerelle Steigerhubel für den Fuss- und Veloverkehr 

    Die neue Haltestelle Europaplatz Nord beinhaltet auch eine neue Personenunterführung der Stadt Bern. Für den Westkopf Bahnhof Bern wird später ein separates Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr (BAV) nachgereicht.  

    Bauarbeiten dauern zwölf Jahre  
    Der Baubeginn ist im Frühjahr 2025 geplant. Der neue Bahnhof mit Projektnamen Europaplatz Nord geht 2028 in Betrieb und wird damit die bestehende, wenige hundert Meter westlich gelegene Haltestelle Stöckacker ersetzen. Reisende fahren voraussichtlich erstmals 2034 durch den Holligentunnel. Bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes dauert es nach heutigem Stand bis 2036.  

    Im Februar 2023 hat die SBB das Dossier zum Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Die öffentliche Auflage wird vom 15. Mai 2023 bis 13. Juni 2023 in Bern stattfinden.   

    Die geschätzten Kosten für die «Leistungssteigerung Bern West» belaufen sich nach heutigem Stand auf rund 750 Millionen Franken (+/- 10%). Das Projekt wird über den Ausbauschritt 2025 (AS25) des Bundes finanziert.   

    Inforaum öffnet seine Türen  
    Damit sich Anwohnende und Interessierte umfassend über das Projekt informieren können, wird während der Planauflage ein Inforaum geöffnet. Dieser befindet sich im BLS-Gebäude an der Stöckackerstrasse 25 in 3018 Bern.  

    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter sbb.ch/bernwest 

  • Pläne für «Entflechtung Gümligen Süd» liegen auf

    Pläne für «Entflechtung Gümligen Süd» liegen auf

    Um die im Ausbauschritt 2025 des Bundes (AS25) bestellten Angebotsverbesserungen umsetzen zu können, soll bei Gümligen ein neuer Bahntunnel gebaut werden. Zusammen mit weiteren Projekten aus dem AS25 ermöglicht die «Entflechtung Gümligen Süd» einfachere Kreuzungsmöglichkeiten der Züge. Dies macht langfristig einen Viertelstundentakt der S-Bahn Bern – Münsingen, gepaart mit dem Halbstundentakt der S-Bahn Bern – Langnau sowie zusätzliche Kapazitäten für den Fernverkehr und für den Güterverkehr im Aaretal möglich. Die «Entflechtung Gümligen Süd» bringt den Reisenden mehr Stabilität im Fahrplan sowie zusammen mit anderen Projekten mehr Verbindungen.

    450 Meter Tunnel für einfacheres Kreuzen der Züge
    Konkret plant die SBB unterhalb der bestehenden Bahnstrecke zwischen Muri und Rüfenacht/Allmendingen, im Hüenli-Wald, einen neuen, 450 Meter langen Bahntunnel. Um den neuen Tunnel betreiben zu können, muss die SBB zudem das bisherige Stellwerk Gümligen ersetzen und die Übertragungsleitung im betroffenen Gebiet verlegen.

    Rund 5 Jahre Bauzeit
    Der Baubeginn ist nach heutigem Stand im Mai 2024 geplant. Ein Jahr später soll die neue Übertragungsleitung und ein weiteres Jahr später das neue Stellwerk in Betrieb gehen. Reisende fahren voraussichtlich erstmals Mitte 2028 durch den neuen Tunnel, bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes dauert es gemäss heutiger Planung bis Ende 2029.

    Im Dezember 2022 hat die SBB das Dossier zum Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Die Planunterlagen liegen vom 1. Mai 2023 bis 30. Mai 2023 bei den Gemeindeverwaltungen von Muri bei Bern, Allmendingen, Worb, Ostermundigen, Vechigen, Stettlen, Krauchthal öffentlich auf.

    Die geschätzten Kosten für die «Entflechtung Gümligen Süd» belaufen sich auf rund 200 Millionen Franken (+/- 10%). Das Projekt wird über den Ausbauschritt 2025 des Bundes finanziert.

    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter sbb.ch/guemligen.

  • Basler Bahnknoten macht sichfit für die Zukunft

    Basler Bahnknoten macht sich
    fit für die Zukunft

    Das regionale Bahnnetz in Basel wurde im 19. Jahrhundert gebaut. Um den künftigen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden, benötigt die Bahninfrastruktur des Basler Bahnknotens eine Erneuerung. Heute werden die beiden grossen Bahnhöfe Basel SBB und Badischer Bahnhof mehrheitlich als Sackbahnhöfe betrieben: Passagiere müssen umsteigen, Züge verlieren Zeit und behindern sich bei den Ein- und Ausfahrten oft gegenseitig. Auch das innerstädtische Nahverkehrssystem sowie der Centralbahnplatz sind überlastet. Nebst der Stadt Basel sind sieben von acht Talschaften mit der Bahn verbunden – allerdings weist das S-Bahnsystem Verbesserungspotenzial auf: Die Takte sind ungenügend, und Durchmesserlinien fehlen.

    Kurzfristig sieht der Umsetzungsplan Folgendes vor: Die SBB realisierten bis Ende 2025 den S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Liestal, den Fernverkehr-Halbstundentakt Basel–Delémont–Biel/Bienne sowie mehr Verbindungen im Güterverkehr via Gotthard. Ausserdem bauten sie die Kapazitäten am Bahnhof Basel SBB aus. Bis 2027 werden der Ausbau und die Elektrifizierung der Hochrheinbahn abgeschlossen. Im Horizont bis 2035 sollen der S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Aesch und Basel–Lörrach, die beiden Haltestellen Dornach Apfelsee und Basel Solitude sowie die Bahnanbindung EuroAirport den Betrieb aufnehmen.

    Um den Bahnknoten Basel mittelfristig richtig fit für die Zukunft zu machen, ist eine neue, unterirdische Verbindung namens «Herzstück» mit angepassten Bahnhöfen geplant: Zwischen Basel SBB, Basel Badischer Bahnhof und St. Johann fahren die S-Bahnen dann als Durchmesserlinie ohne Richtungswechsel in Basel SBB oder am Badischen Bahnhof. Damit bieten sie umsteigefreie und schnellere Verbindungen. Der Güter- und Fernverkehr profitiert gleichzeitig von freiwerdenden Kapazitäten auf den bestehenden Strecken. Die unterirdische S-Bahn-Haltestelle «Basel Mitte» mit über 50’000 Reisenden pro Tag wird das Zentrum des Herzstücks. Auch in Basel SBB soll ein Tiefbahnhof entstehen.

    Trinationale S-Bahn Basel:
    Angebot im Agglomerationskern

    2020
    Zielzustand im Horizont 2030
    Zielzustand im Horizont mit Herzstück.



    Zudem wird so das Nahverkehrssystem in der Innenstadt sowie am Centralbahnplatz entlastet. Das Herzstück lässt Raum für neue Haltestellen im Stadtraum Basel und unterstützt so die raumplanerisch angestrebte Siedlungsentwicklung nach innen. Ausserdem fördert ein gut ausgebautes, grenzüberschreitendes Verkehrsnetz die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

    Im Jahr 2015 wurde auf Empfehlung des Bundesamts für Verkehr (BAV) die Organisation Bahnknoten Basel gegründet. In dieser sind das BAV, die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die SBB, die DB und Deutschland mit dem Bundeseisenbahnvermögen (BEV) sowie die Rheinhäfen aktiv.

    Sie befassen sich mit der Planung und diskutieren aktuell, ob die Verbindung von Basel Mitte zum Badischen Bahnhof über eine neue Haltestelle Klybeck geführt werden soll. Damit könnten Entwicklungsgebiete im Norden der Stadt erschlossen werden. Ebenfalls offen ist, ob die Anbindung des Herzstücks beim Badischen Bahnhof ebenerdig oder mit einem Tiefbahnhof erfolgen soll. Diese Fragen werden im Rahmen der von 2022 bis 2024 laufenden Vorstudie «Kapazitätsausbau Bahnknoten Basel» geklärt.

  • Bern erhält neuen RBS-Bahnhof

    Bern erhält neuen RBS-Bahnhof

    Der bestehende Bahnhof für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) war der erste unterirdische Bahnhof der Schweiz und wurde 1965 eröffnet. Geplant wurde er für täglich rund 16‘000 Fahrgäste. Heute frequentieren aber rund 60‘000 Passagiere täglich den kleinen, viergleisigen Bahnhof. Damit stiess er bereits mit dem Ausbau des Fahrplans 2014 an seine Kapazitätsgrenzen. Eine Verdichtung der Fahrpläne ist für den RBS mit dem in die Jahre gekommenen Bahnhof unmöglich. Und das ist ein Problem: Laut Prognosen wird die Nachfrage im öffentlichen Verkehr bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen.

    Im Rahmen des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» entschied man sich deshalb für einen Neubau des RBS-Bahnhofs. So können künftig nicht nur mehr, sondern auch längere Züge anhalten. «Mit dem neuen RBS-Bahnhof können die Kapazitäten dank rund 12 Meter breiten Mittelperrons mit entsprechend mehr Platz aufgefangen werden. Zudem kann der RBS künftig bis zu 180 Meter lange Züge – das entspricht drei aneinandergehängten Zugkompositionen – einsetzen. Heute verkehren hier maximal sogenannte Doppeltraktionen, also zwei aneinandergehängte Züge», sagt Stefan Häberli, Mediensprecher, Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS. Zudem soll dank der neuen Mittelperrons der Komfort für die Reisende gesteigert und die Sicherheit erhöht werden. Denn die heutigen Perrons seien zu kurz und zu schmal.

    Der neue RBS-Bahnhof entsteht seit dem Jahr 2017 rund 20 Meter unterhalb der Gleise 2 bis 7 des SBB-Bahnhofs. Für den Tiefbahnhof werden zwei grosse unterirdische Räume mit je zwei Gleisen gebaut sowie der bereits erwähnte 12 Meter breite Mittelperron. Über Rolltreppen und mit Liften gelangen die Passagiere von der Perronebene zur Unterführung Mitte, die zu den Gleisen des Fern- und S-Bahnverkehrs sowie in die Stadt führt. Für die Einfahrt in den RBS-Bahnhof entsteht ein neuer zweigleisiger Tunnel mit einer Länge von 700 Metern. Der geplante Tunnel zweigt aus dem bestehenden RBS-Schanzentunnel ab und verläuft grösstenteils unter dem Strassen- und Bahnareal. Der bestehende, unter dem Länggassquartier verlaufende RBS-Tunnel sowie der heutige RBS-Bahnhof werden aufgegeben.

    Bauvergabe an regionale Unternehmen
    Die Hauptarbeiten wurden von der RBS an zwei regionale Bauunternehmen vergeben: Der Rohbau des eigentlichen unterirdischen Bahnhofs wird von der Marti AG ausgeführt. Seit August 2021 wird von einem Zugangsstollen vom Installationsplatz Laupenstrasse im Gleisfeld westlich des Bahnhofs Bern her gearbeitet. Für den Zufahrtstunnel in Richtung Eilgutareal und Bahnhof Bern zeichnet die Frutiger AG verantwortlich. Die Bauarbeiten laufen seit September 2020 von der Baugrube Hirschenpark aus. Der bestehende Zufahrtstunnel zum Bahnhof Bern wurde bei laufendem Bahnbetrieb bis auf das Gewölbe ausgegraben. Später wird dieser mit dem neuen Zufahrtstunnel verbunden.

    Mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» wird auch die Strasse entlastet. Abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs will die Stadt Bern den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren und gestalten. So werden Massnahmen zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs im Bahnhofumfeld getroffen. Der Fuss- und Veloverkehr soll dafür ausgebaut werden.

    Die Fahrgäste sowie die Anwohnenden der RBS-Baustellen würden die Bauarbeiten relativ gut tolerieren, wie Häberli sagt: «Die Fahrgäste des RBS waren bisher nur bedingt von den Bauarbeiten betroffen, da das oberste Ziel darin besteht, diese ohne grössere Einschränkungen für den Bahnverkehr durchzuführen.» Nächsten Sommer werde jedoch eine grössere Einschränkung in Form eines mehrwöchigen Streckenunterbruchs zwischen Bern und Worblaufen notwendig sein, da ein Teil des Gewölbes des bestehenden Schanzentunnels (Zugangstunnel in den heutigen Bahnhof) freigelegt und abgerissen werde. Dieser Schritt sei nötig, damit dieser Abschnitt später mit dem neuen Tunnel verbunden werden könne. «Während dieser Zeit werden auf dem Abschnitt Bahnersatzbusse verkehren», so Häberli.

    Die Visualisierung zeigt den neuen RBS-Bahnhof.

    Die Anwohnenden würden regelmässig über die anstehenden Bauarbeiten und vor allem teils notwendigen Nachtarbeiten informiert. Dies geschehe mit regelmässigen Anwohnerschreiben und über den direkten Austausch mit Vertretern und Vertreterinnen der Anwohnerschaft. «Das Interesse an den Bauarbeiten ist generell sehr hoch, wir erhalten regelmässig Anfragen für Baustellenführungen. Aus diesem Grund werden wir am 3. September auch einen Tag der offenen Baustelle durchführen, an dem Interessierte die Baustellen besichtigen und direkt Fragen an die Fachpersonen stellen können», sagt der Kommunikationsspezialist

    Findlinge und
    Öl-Altlasten verzögern die
    Bauarbeiten

    Die Herausforderung während des Baus: Der SBB- und der bestehende RBS-Bahnhof müssen während der Bauzeit uneingeschränkt in Betrieb bleiben. Im Bahnhof Bern laufen zudem gleichzeitig mehrere grosse Bauprojekte. Ausserdem wird der bestehende RBS-Bahnhof mit nur sieben Metern Überdeckung unterfahren – die ersten 400 Meter Tunnel führen durch den bestehenden RBS-Schanzentunnel. Dieser wird unter laufendem Betrieb von Emch+Berger in einer Planergemeinschaft saniert.

    Ursprünglich war die Eröffnung des neuen RBS Bahnhofs auf Ende 2027 geplant. Verschiedene Faktoren wie hydrologische Schwierigkeiten, Öl-Altlasten im Bereich der Laupenstrase oder die Corona-Pandemie sorgten für eine Verzögerung der Bauarbeiten. «Der Zugang zur unterirdischen Baustelle für den künftigen RBS-Bahnhof liegt mitten im Gleisfeld westlich des Bahnhofs Bern an der Laupenstrasse und ist mittels eines schmalen Zugangsschachts bzw. -stollens erschlossen. Die Platzverhältnisse auf der unterirdischen Baustelle sind sehr eng. Das ist logistisch eine gewaltige Herausforderung, da jeder Bauschritt entsprechend gut koordiniert werden muss. Die geologischen Verhältnisse auf dieser Baustelle sind komplex. So erforderten die Verhältnisse des Baugrundes resp. der sogenannten Sohle im Schacht Laupenstrasse aus Sicherheitsgründen eine zusätzliche Verankerung, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Zudem erschwerten Findlinge bei der Erstellung des Zugangsschachtes zur unterirdischen Baustelle die Bauarbeiten», erklärt Häberli.

    Deshalb benötigt der RBS für die letzte Bauphase mehr Zeit. So soll die Inbetriebnahme aktuell voraussichtlich Mitte 2029 erfolgen. Die Unterführung Mitte soll 2028 eröffnet werden. Die Terminverzögerung hat Einfluss auf die Finanzen: Statt den bisherigen 614 Millionen Franken wird der RBS-Bahnhof rund 730 Millionen Franken kosten. Die Mehrkosten werden von Bund und Kanton übernommen.

    Bauherr:
    Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS
    Investitionsvolumen:
    CHF 730 Mio.
    Zeitraum:
    2017–2029
    Beteiligte Bauunternehmen:
    Marti AG, Frutiger AG, Emch+Berger