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  • Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Der Finanzplatz Zürich beschäftigt Ende 2024 über 102’000 Vollzeitstellen, davon allein 44’000 bei den Banken. Mit einer Bruttowertschöpfung von 32,8 Milliarden Franken erarbeitet der Sektor mehr als einen Sechstel der gesamten Zürcher Wirtschaftsleistung. Die Banken decken zudem rund 30 Prozent des schweizweiten Finanzierungsbedarfs von Unternehmen und Haushalten. Das sind keine abstrakten Kennzahlen, das ist die wirtschaftliche Grundlage einer ganzen Metropolitanregion.

    Halbe Stadtkasse aus einer Branche
    Die Studie der Managementberatung Oliver Wyman im Auftrag des Zürcher Bankenverbandes macht eine Zahl besonders deutlich. Rund die Hälfte der Unternehmenssteuern der Stadt Zürich stammt von Banken und Versicherungen. Mit 10 Prozent der Arbeitsplätze wird 16 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet, weit überdurchschnittlich produktiv. Auch die Zürcher Kantonalbank schüttete für 2025 eine Rekordsumme an Kanton und Gemeinden aus.

    Weniger Banken, mehr Stellen
    Die Zahl der in der Region Zürich tätigen Banken ist seit 2015 von 94 auf 78 Institute gesunken. Die Beschäftigung hat sich trotzdem kontinuierlich nach oben entwickelt, seit 2017 überdurchschnittlich stark. Bankennahe Dienstleister wie Fintechs, Vermögensverwaltungen und Beratungsunternehmen haben Stellen geschaffen, wo klassische Institutsstrukturen abgebaut wurden. Der Sektor konsolidiert sich, schrumpft aber nicht.

    Regulierung als Knackpunkt
    ZBV-Geschäftsführer Christian Bretscher stellt die entscheidende Frage. Was passiert, wenn die Rahmenbedingungen schleichend schlechter werden? Die geplanten erhöhten Kapitalanforderungen für die UBS nennt er «unverständlich». Der Verband fordert eine zielgerichtete Bankenregulierung mit Augenmass, keine pauschalen Verschärfungen, die international tätige Institute aus Zürich verdrängen könnten. Schweizer Banken tragen bereits heute 5 Prozent zum nationalen BIP bei und beschäftigen rund 158.000 Personen direkt.

    Was auf dem Spiel steht
    Der Finanzplatz Zürich steht im direkten Wettbewerb mit London, Singapur und Frankfurt. Regulatorische Sonderbelastungen oder steuerliche Verschlechterungen treffen nicht nur die Banken, sondern die gesamte Stadtwirtschaft. Wer 50 Prozent der Firmensteuern aus einer einzigen Branche zieht, hat ein Interesse daran, dass diese Branche bleibt, wächst und investiert. Das ist keine Lobbyaussage, das ist Arithmetik.