Schlagwort: Baubranche

  • Bautätigkeit bleibt stabil

    Bautätigkeit bleibt stabil

    Die Bautätigkeit hat im ersten Quartal 2025 im Jahresvergleich ein kleines Plus von 0,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken realisiert, informiert der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in einer Mitteilung. Er schätzt die Bautätigkeit trotz der internationalen Handelskonflikte als stabil ein. Für das Gesamtjahr geht der Verband von einem Wachstum der Bautätigkeit um 1,1 Prozent im Jahresvergleich aus.

    Bei den einzelnen Sektoren im Baugewerbe haben die Fachleute des SBV im Berichtsquartal unterschiedliche Entwicklungen beobachtet. So fiel der Wirtschaftsbau gegenüber dem ersten Quartal 2024 um 7 Prozent schwächer aus. Die Bautätigkeit im öffentlichen Hochbau legte hingegen gleichzeitig um 23 Prozent zu. Beim Tiefbau wurde ein Rückgang der privaten Bautätigkeit von einem Wachstum des wesentlich stärkeren öffentlichen Tiefbaus um 2,8 Prozent weitgehend ausgeglichen. Unterm Strich verbleibt ein Rückgang der Bautätigkeit im Tiefbau um rund 2 Prozent.

    In der Mitteilung streicht der SBV die «überraschend» positive Entwicklung im Wohnungsbau heraus. Hier lag der Umsatz mit 1,7 Milliarden Franken um 2,4 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Als «besonders erfreulich» schätzen die Fachleute des SBV das gleichzeitig beobachtete Wachstum der Neuaufträge um 11 Prozent im Jahresvergleich ein. Sie führen dies auf die erhöhte Anzahl Baugesuche im Vorjahr zurück, die sich nun «allmählich in den Auftragsbüchern» niederschlage.

  • Regionale Baubranche trifft sich in Baden

    Regionale Baubranche trifft sich in Baden

    Am 15. Mai will city com baden die Bau- und Immobilienunternehmen der Region Baden zusammenbringen. Dazu richtet die Vereinigung der Gewerbetreibenden und Detaillisten der Stadt Baden den Branchentreff 2025 aus. «Das neue Veranstaltungsformat fördert die Vernetzung und den Wissensaustausch in der Bau- und Immobilienbranche in der Region Baden und schafft Synergien», erläutert city com baden in einer entsprechenden Mitteilung.

    Den Teilnehmenden werden Einblicke in die regionale Wohnraumsituation und die Entwicklung der Immobilienpreise geboten. Auf der Tagesordnung stehen darüber hinaus innovative Bau- und Umweltlösungen. Als Referenten sind Marcel Koller, Chefökonom der Aargauischen Kantonalbank, und Vertretende der Hächler-Gruppe gebucht. Die Abteilung Infrastruktur der Stadt Baden konnte als Partnerin gewonnen werden.

    Die Teilnahme am Branchentreff ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung bis zum 15. April erforderlich. Sie kann online oder über einen QR-Code in der Mitteilung vorgenommen werden. Dort stellt city com baden auch einen Kontakt für Rückfragen zur Verfügung.

  • Digital Next Gen und KI beginn einer neuen Ära

    Digital Next Gen und KI beginn einer neuen Ära

    Die Bau- und Immobilienbranche sieht sich, wie viele andere Branchen, grossen Herausforderungen gegenüber. Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, revolutionäre Technologien entstehen und die Anforderungen an Nachhaltigkeit steigen kontinuierlich. Zudem gibt es einen Mangel an Fachkräften mit digitalen Kompetenzen. «Unsere Antwort auf diese Herausforderungen ist die Gründung der Expert Group ‚Digital Next Gen‘,» sagt Genova. «Unser Ziel ist es, digitale Talente aus der gesamten Branche zu vereinen und gemeinsam an innovativen Lösungen für eine nachhaltige und digitalisierte Zukunft zu arbeiten.»

    Genova bringt umfangreiche Fachkenntnisse aus seiner beruflichen Laufbahn und seinem Studium mit. Besonders prägend war eine Reise nach China, wo er wertvolle Einblicke in die digitale Transformation gewann. Die Digital Next Gen Initiative bietet ihm eine Plattform, um seine Fähigkeiten einzusetzen und die digitale Transformation in der Bau- und Immobilienbranche voranzutreiben.

    Ziele der Expert Group «Digital Next Gen»
    Aufbau eines Kompetenzzentrums für digitale Technologien und Trends, um die digitalen Herausforderungen der Baubranche effektiv zu bewältigen.

    Identifikation und Förderung innovativer digitaler Lösungen und Geschäftsmodelle in der Schweiz.

    Schaffung von Brücken zwischen Forschung, Wirtschaft und Praxis, um innovative Ideen und Technologien schneller in die Praxis umzusetzen.

    «Wir streben an, eine führende Rolle bei der Gestaltung der digitalen Transformation in der Baubranche einzunehmen,» betont Genova.

    Chancen und Herausforderungen der digitalen Evolution
    Die Digitalisierung bietet erhebliche Chancen für die Baubranche, wie Effizienzsteigerungen, Kostensenkungen, umweltfreundlichere Baupraktiken und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Doch es gibt auch Herausforderungen wie hohe Investitionskosten, Datenschutzprobleme und Fachkräftemangel. «Diese Herausforderungen müssen wir entschlossen angehen, um die Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen,» sagt Genova. «Die Zukunft gehört den Mutigen und den Vorreitern, und wir sind bereit, diese Rolle zu übernehmen.»

    Kommende digitale Technologien und Trends
    Die Baubranche steht am Beginn einer neuen Ära, geprägt durch bahnbrechende digitale Technologien. Künstliche Intelligenz (KI), Robotik, Blockchain, das Internet der Dinge (IoT) sowie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) sind einige der Schlüsseltechnologien, die die Branche revolutionieren werden. «Wir sind bereit, den Weg für diese digitale Revolution zu ebnen und uns den aufkommenden Herausforderungen zu stellen,» erklärt Genova.

    Gesuchte Talente für die Expert Group
    Für die Expert Group werden Talente mit umfassendem Know-how in digitalen Technologien wie KI, IoT, Blockchain, AR/VR und 3D-Druck gesucht. Zusätzlich zu technologischen Fähigkeiten sind Innovationsgeist, Erfahrung in der Baubranche, Teamfähigkeit und ein Verständnis für nachhaltige Baupraktiken von Bedeutung. «Wir setzen auf eine neue Generation von Talenten, die bereit sind, die Führung bei dieser technologischen Revolution zu übernehmen,» schliesst Genova.

    Die Digitalisierung ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, die Bau- und Immobilienbranche grundlegend zu transformieren. Die Expert Group «Digital Next Gen» ist bereit, diese Transformation aktiv mitzugestalten und eine nachhaltige, digitalisierte Zukunft zu schaffen.

  • Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Mara Schlumpf, Geschäftsführerin der Real Estate Award AG: «Es gab in diesem Jahr viele Neuerungen beim Real Estate Award eine neue Kategorie, die französische Version der Homepage aus diesem Grund wollen wir potenziellen Bewerbern etwas mehr Zeit einräumen, um ihre Projekte einzureichen.» Um sich zu bewerben , muss lediglich das Formular auf der Homepage ausgefüllt und ein maximal 4 seitiges PDF angehängt werden. «Gerne nehmen wir Bewerbungen in allen Landessprachen und auch in Englisch entgegen», sagt Mara Schlumpf

    Noch bis am 30. Juni können sich Firmen aus der ganzen Schweiz mit ihren Projekten für den diesjährigen Real Estate Award bewerben. Die Verleihung findet am 24. Oktober im Trafo in Baden statt.

  • Frauen im Holzbau

    Frauen im Holzbau

    Ansätze und Herausforderungen
    Professorin Katrin Künzi Hummel von der Berner Fachhochschule (BFH) beschäftigt sich seit langem mit Frauen im Holzbau. Basierend auf ihrer praktischen Erfahrung und wissenschaftlichen Studien präsentierte sie verschiedene Ansätze in ihrem Vortrag, wie Holzbaubetriebe Veränderungen vorantreiben können. Sie betonte, dass Holzbauberufe nicht nur auf die technische Herstellung beschränkt sein sollten, da sie auch einen gestalterischen Aspekt haben. Dies müsse stärker betont werden, um Frauen anzusprechen. Die Branche und die Betriebe sollten ihre Kommunikation überdenken, da Inhalte, Sprache und Bilder oft männliche Stereotypen widerspiegeln. Um Frauen für einen Holzbauberuf zu gewinnen, seien Vorbilder wie die «Zimmerin on Tour» wichtig, um aufzuzeigen, was möglich ist. Wenn Frauen in Holzbaubetrieben arbeiten, können ihre Beispiele als Karrieremodelle dienen. Neben dem Wunsch nach einem zukunftssicheren Beruf spiele für viele Frauen auch die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie eine wichtige Rolle. Betriebe sollten daher Optionen wie flexiblere Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit oder Schichtbetrieb in Betracht ziehen, nicht nur um weibliche Fachkräfte anzulocken.

    Herausforderungen für Zimmerinnen
    Es wurde bei der Podiumsdiskussion des Branchen-Events deutlich, dass Zimmerinnen nach wie vor Schwierigkeiten haben, in die Branche einzusteigen. Camille Seidler, heute Holzbauingenieurin bei der Pirmin Jung AG, kritisierte das Fehlen von Unterstützung während ihrer Lehre als Zimmerin. Lara Zwiefelhofer, bekannt als «Zimmerin on Tour» für Holzbau Schweiz, hatte bessere Erfahrungen mit ihren Arbeitgebern gemacht, betonte jedoch, dass Frauen mehr leisten mussten, um akzeptiert zu werden. Astrid Späti zeigte mit ihrem Beispiel, dass Eigeninitiative gefragt ist. Sie stieg in den operativen Betrieb der Späti Holzbau AG ein und schuf sich ihre Verantwortungsbereiche selbst. Späti wies darauf hin, dass Frauen zwar Zugang zur Branche haben, aber hauptsächlich im administrativen Bereich tätig sind. Sie betonte die Bedeutung des Netzwerks zwischen Zimmerinnen und Führungsfrauen für den Wissensaustausch. Jürg Hugener, Fachgruppenleiter Holzbau an der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon, freute sich über den Anstieg weiblicher Lernender in seinem Bereich, betonte jedoch die Notwendigkeit von Unterstützung seitens des Lehrpersonals und der Betriebe, um die Ausbildung für Frauen positiv zu gestalten.
    Der Holzbau, ein traditionsreiches Handwerk, befindet sich langsam, aber sicher im Wandel. Lange Zeit von Männern dominiert, öffnen sich die verschiedenen Berufe im Holzbau zunehmend für die vielfältigen Talente und Fähigkeiten von Frauen. Statistiken zeigen jedoch, dass der Weg zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Männern und Frauen in handwerklichen Berufen wie dem Zimmermann noch weit ist. In den letzten drei Jahren schlossen nur 1 bis 2 Prozent Frauen eine Lehre als Zimmerin ab.

    Ermutigung für Frauen im Zimmererberuf
    Am Ende der Diskussion wurden Ratschläge für angehende Zimmerfrauen und Anregungen für die Betriebe diskutiert. Lara Zwiefelhofer und Camille Seidler ermutigten dazu, einfach anzufangen. Frauen sollten das Vertrauen haben, dass sie über die gleichen handwerklichen Fähigkeiten wie Männer verfügen. Es erfordert jedoch auch Durchhaltevermögen und den Mut, die eigenen Bedürfnisse offen zu kommunizieren. Von den Betrieben wurde eine wertschätzende Teamkultur und Förderung der Kommunikation sowie Investitionen in moderne technische Hilfsmittel gefordert. Astrid Späti betonte zum Schluss der Diskussion die Bedeutung eines besseren Netzwerks für Frauen im Holzbau. Jürg Hugener unterstützte dies und forderte die Betriebe auf, Berufseinsteigerinnen aktiv zu unterstützen.

  • Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Welche Klimastrategie verfolgt Losinger Marazzi?
    Lennart Rogenhofer: Mit unserer Klimastrategie verfolgen wir das Ziel, unsere CO²-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2021 zu reduzieren. Dieses erreichen wir, indem wir neben einem verstärkten Fokus auf Holzbau- sowie Renovationsprojekte die Nachhaltigkeit in allen Projekten als zentrales Thema behandeln. Dabei verfolgen wir einen wissenschaftlichen Ansatz gemäss der Science Based Targets Initiative, welche unter anderem auch unsere Zielerreichung auditiert.

    Wie wird die Strategie konkret umgesetzt?
    Wir integrieren die Nachhaltigkeit bereits seit Jahren vollumfänglich in unsere Unternehmensstrategie. Umgesetzte Belege dafür sind unter anderem die Grossprojekte Greencity in Zürich (2012 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Entwicklung), Erlenmatt West in Basel (2013 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Betrieb) oder das nachhaltige Quartier Églantine in Morges im 2019.

    Nach weiteren Vertiefungsschritten in den letzten Jahren setzen wir unsere Klimastrategie systematisch um. Seit 2019 erstellen wir kohärent für jedes Projekt eine CO2-Bilanz für die Erstellung und den Betrieb der Gebäude – also über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts und unabhängig von den angestrebten Umweltlabels. So konnten wir eine Erfahrungsdatenbank aufbauen, die es ermöglicht, die Emissionen zukünftiger Projekte abzuschätzen und zu reduzieren.

    Welche Ziele verfolgt Losinger Marazzi in Bezug auf den Holzbau?
    Der Holzbau ist ein Fokusthema der Klimastrategie von Losinger Marazzi. Diese sieht vor, verstärkt auf Baustoffe mit tiefen CO2-Emissionen wie zum Beispiel Holz zu setzen. Unsere Klimastrategie zielt darauf ab, ab der Konzeption die Lebenszyklusemissionen eines Gebäudes in dessen Erstellung und Betrieb möglichst tief zu halten. Der vermehrte Einsatz von Holz ist hier natürlich ein wichtiges Element, immer nach dem Grundsatz «Das Richtige Material am richtigen Ort». Das heisst,einen Fokus auf lokale, leichte, biobasierte Materialien dort zu setzten, wo sie gemäss ihren technischen Eigenschaften am besten passen und einen maximalen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben. Das kann neben einer Reduktion der CO2-Emissionen beispielsweise auch eine bessere Rückbaubarkeit oder ein Beitrag zu einem angenehmen Innenraumklima sein. Diese Strategie setzen wir konkret bereits in Projekten wie dem Greencity Baufeld B6 (Vergé), dem Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern und dem Dienstleistungsgebäude BERN 131 um.

    Aktuelle Projekte:
    Greencity Baufeld B6 (Vergé)
    In Zürich mit einem optimierten Energiekonzept (100 % erneuerbar) und einer voll auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Materialisierung (Holz-Fassade, Leichtbau-Innenwände, schlanke Tragstruktur, etc.)

    Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern
    Für rund 1500 Mitarbeitende am Seetalplatz in Emmenbrücke (LU), unter anderem mit einem Atrium aus Holz, SNBS-Gold und Minergie-P-ECO Zertifizierung

    Dienstleistungsgebäude BERN 131
    Im Wankdorf Bern mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und an den Fassaden, Holzbau und SNBS Gold Zertifizierung

    Stadterneuerungsprojekte Côté Parc
    In Genf und Spenglerpark in Münchenstein (BL), in welchen aktiv auf eine Nutzung und Aufwertung des Bestands anstatt auf einen Abriss-Neubau gesetzt wurde

  • Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Hebel, um die politischen Netto-Null-Zielsetzungen zu erreichen. Wie viele andere Städte weltweit bekennt sich auch Zürich zur Kreislaufwirtschaft: 2022 wurd mit «Circular Zürich» eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet. 2023 unterzeichnete Zürich als erste Schweizer Stadt die «Circular Cities Declaration».

    Eine intelligente Ressourcennutzung ist besonders beim Bauen gefragt. Mit der «Charta für kreislauforientiertes Bauen» setzen Politik und Wirtschaft 2023 ein Zeichen und verpflichteten sich gemeinsam dazu, Primärressourcen und Deponierraum zu schonen und die CO2-Emissionen der eigenen Bautätigkeit zu senken.

    Erste Erkenntnisse aus zwei Pilotprojekten
    Doch wie wirken sich die politischen Bekenntnisse auf konkrete Bauvorhaben aus? Welche Herausforderungen stellen sich beim zirkulären Bauen? Und wie verändern sich die Planungs- und Bauprozesse? Antworten auf diese Fragen gewinnt das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich durch zwei Pilotprojekte.

    Erste Erfahrungen mit der Beschaffung, Lagerung und Aufbereitung von wiederverwendeten Bauteilen sammelte die Stadt beim Umbau des Kindergartens Mööslistrasse 2023 (Bischof Föhn Architekten, Zürich). Lavabos und Toiletten wurden vor Ort abgebaut, gereinigt und aufbereitet. Pflanzentröge von den Balkonen konnten als Aussenraumbegrenzungen wiederverwendet werden. Wo möglich, stammte das eingebaute Mobiliar aus stadteigenen Beständen. Dank eines Bauteil-Screenings konnten Stahlträger, Holzpergola, Brandschutztüren und Küchenelemente bei anderen Bauten identifiziert, demontiert und wiedereingebaut werden. Auf alles, was nicht im städtischen Occasionslager gefunden wurde, wurden so genannte «BauteiljägerInnen» angesetzt.

    Das zweite Pilotprojekt, das neue Recyclingzentrum «Juch-Areal», ist deutlich umfassender. Für das Projekt hat das Amt für Hochbauten 2022 einen Architekturwettbewerb mit Re-Use-Anforderungen ausgeschrieben. Die Wettbewerbsteilnehmenden konnten einen digitalen Bauteil-Katalog nutzen oder andere verfügbare Bauteile aus nicht-städtischen Quellen für ihre Entwürfe verwenden. Die Gebäude mussten ausserdem so konzipiert sein, dass sie später einmal selbst als Bauteilmine genutzt werden können (Design for Disassembly).

    Die eingereichten Projekte zeigen: Ja, es geht. Vor allem die hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge, die trotz oder vielleicht auch dank der neuartigen Vorgaben entstanden sind, überzeugte die Jury. Das Baumaterial des Siegerprojektes von Graber Pulver Architekten AG (Zürich) baut die Halle des bisherigen Recyclinghofes ab und am neuen Ort mit geringen Anpassungen wieder auf. Entsorgte Bücher, Zeitschriften und Kleider werden als Dämmmaterial genutzt. Platten aus rezykliertem Glas und Aluminium, alte Küchenabdeckungen, Türen und Tischplatten schützen die Fassade vor der Witterung. Ausrangierte Baugerüste werden zu Lagerregalen.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass Pilotprojekte einer standardmässigen Einführung in der Breite vorausgehen. Das ist auch beim zirkulären Bauen der Fall. Die Realisierung der beiden Projekte in Zürich zeigt, dass noch viele Fragen geklärt werden müssen: Wie können Bauteile katalogisiert werden? Wie lässt sich die Verfügbarkeit prüfen? Wo werden sie gelagert? Wer übernimmt die juristische Haftung?

    Die Planungs- und Bauprozesse werden sich durch das kreislauforientierte Bauen verändern, denn die Bauteilminen müssen – so eine wichtige Erkenntnis – so früh als möglich, am besten zu Beginn der Planungsphase, bekannt sein. Building Information Modeling (BIM) erleichtert die Wiederverwendung von Bauteilen, die Planung ihrer Demontierbarkeit und das Erschliessen künftiger Bauteilminen.

    Deutliche Einsparung von indirekten Treibhausgasemissionen in den Pilotprojekten
    Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen die Pilotprojekte. Durch die konsequente Wiederverwendung von Bauteilen konnten, gemäss einer nachträglichen Berechnung, bei der Instandsetzung des Kindergarten Mööslistrasse gut 30% Treibausgasemissionen eingespart werden. Die aktuellen Berechnungen prognostizieren für das Recyclingzentrum Juch-Areal sogar eine Einsparung von 40% Treibhausemissionen gegenüber einem konventionellen Neubau.

  • Modernisierung und Ausbau der Wache Süd

    Modernisierung und Ausbau der Wache Süd

    In einem dicht bebauten Stadtteil wie dem Kreis 2 erreicht der Rettungsdienst gegenwärtig nur in etwa 60% der Fälle den Einsatzort innerhalb der kritischen Zehn-Minuten-Marke. Die geplante Erweiterung und Neugestaltung der Wache Süd für Feuerwehr und Sanität adressiert diese Problematik mit einem umfassenden Ansatz, der darauf abzielt, die Einsatzzeiten zu verkürzen und die Effizienz der Dienste zu steigern. Zugleich soll durch das Projekt eine städtebauliche Aufwertung des Areals erreicht werden, was im Einklang mit der Neugestaltung des urbanen Raums durch den Rückbau der Weststrasse und den Neubau des «Hohen Haus West» steht.

    Das Gewinnerprojekt aus dem Architekturwettbewerb, «FUCHS», schafft eine nahtlose Integration in die bestehende Struktur der Brandwache. Die Erweiterung fügt sich sowohl in Höhe als auch in der Fluchtlinie harmonisch an das bestehende Gebäude an und vollendet den Blockrand stimmig. Besonders hervorzuheben sind die hofseitigen Anbauten mit Sheddächern und Photovoltaik sowie ein Rücksprung ab dem zweiten Obergeschoss, die dem Neubau eine markante Eigenständigkeit verleihen. Diese architektonischen Merkmale ermöglichen es, den Spagat zwischen der Bewahrung des historischen Erbes und der Erfüllung modernster Betriebsanforderungen zu meistern.

    Das Projekt «FUCHS» überzeugt nicht nur durch seine ästhetische und funktionale Integration in die bestehende Bausubstanz, sondern setzt auch ökologisch neue Akzente. Dank der umweltgerechten Energieversorgung, die zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basiert, sowie der grosszügig dimensionierten Photovoltaik-Anlage auf den Sheddächern, wird ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Darüber hinaus optimiert das Design die Betriebsabläufe von Schutz & Rettung Zürich und schafft eine zusammenhängende Einheit von hoher räumlicher Qualität.

    Das Projekt illustriert eindrucksvoll, wie durch kreative und innovative Lösungsansätze die Herausforderungen der modernen Notfallversorgung in einem historischen Kontext gemeistert werden können. Die sorgfältige Abwägung zwischen den Bedürfnissen des Rettungsdienstes und den Anforderungen des Denkmalschutzes mündet in einem Vorhaben, das sowohl funktional als auch ästhetisch neue Wege beschreitet. Das Ergebnis ist eine zukunftsfähige Infrastruktur, die den Anforderungen an moderne Notfalldienste gerecht wird und zugleich einen wertvollen Beitrag zur städtischen Qualität an dem Ort leistet.

  • Neuer Investor für nachhaltige Baustartups

    Neuer Investor für nachhaltige Baustartups

    Buildify.earth wurde mit der Vision ins Leben gerufen, nachhaltige Innovationen in der Baubranche zu unterstützen. Die Investmentgesellschaft engagiert sich besonders in den frühen Entwicklungsphasen von Startups und bietet neben Kapital auch Zugang zu einem umfassenden Netzwerk. Dieses Netzwerk wurde über Jahre im Rahmen des Aufbaus des Switzerland Innovation Park Central, NEST und anderen Organisationen etabliert und ist ein wertvolles Asset für die geförderten Unternehmen.

    Strategische Partnerschaften und langfristige Ziele
    Vor acht Jahren begann die Planung für den Standort des Innovation Parks in der Zentralschweiz, der 2019 in Rotkreuz seine Türen öffnete und seit 2021 offiziell Teil von Switzerland Innovation ist. Der Park zählt heute über 100 Mitglieder, darunter namhafte Akteure der Schweizer Baubranche sowie Forschungseinrichtungen. Diese Vernetzung bietet direkten Zugang zu Entscheidungsträgern und eine Plattform für Startups, um in einer traditionell risikoaversen Branche wichtige Kooperationen zu schmieden.

    Bereitstellung finanzieller Mittel und Ressourcen
    Die von privaten Investoren, der Zuger Kantonalbank und dem Park selbst bereitgestellten Mittel, die sich auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen, ermöglichen es buildify.earth, signifikante erste Investitionen zu tätigen, die bald angekündigt werden sollen. Die Investmentpipeline ist reich gefüllt, einschliesslich 40 Startups, die bereits Mitglieder des Parks sind. Die buildify.earth AG nimmt dabei eine flexible Rolle als Co-Investor ein, der schnell agieren und als Katalysator für weitere Investitionen dienen kann.

    Langfristige Planung und offene Türen für weitere Investoren
    Reto Largo und Sem Mattli, die Leiter von buildify.earth, suchen nicht nur nach vielversprechenden Startups, sondern auch nach weiteren Investoren, um das Kapital der Evergreen-Struktur der Gesellschaft zu stärken. Diese Struktur passt gut zu den langen Innovationszyklen im Baubereich und ermöglicht es, einen Teil der Erträge wieder zu investieren, während gleichzeitig attraktive Renditen für die Investoren angestrebt werden. Dies ist nur der Beginn einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, substanzielle Investitionen in aussichtsreiche Startups zu tätigen und die Zukunft der nachhaltigen Bauindustrie aktiv mitzugestalten.

  • «Baustoff Kreislauf Schweiz» – Ein neuer Fachverband für die Bau- und Recyclingbranche

    «Baustoff Kreislauf Schweiz» – Ein neuer Fachverband für die Bau- und Recyclingbranche

    Mit der Gründung von «Baustoff Kreislauf Schweiz» entsteht durch die Fusion des arv Baustoffrecycling Schweiz und des FSKB Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie ein bedeutender neuer Fachverband. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, einen massgeblichen Beitrag zur Zukunft der Bau- und Recyclingbranche in der Schweiz zu leisten. Im Vordergrund stehen die Sicherstellung der Versorgung mit mineralischen Rohstoffen und die Förderung einer wertbewahrenden Kreislaufwirtschaft.

    Einigkeit und Stärke durch Mitgliederfusion
    Über 400 Mitglieder haben die Fusion formal beschlossen, nachdem die Entscheidung in den jeweiligen Mitgliederversammlungen getroffen wurde. Der neue Fachverband strebt danach, seine Fachkompetenzen auszubauen, bevorstehende Herausforderungen zu erkennen und aktiv die Schweizer Bauwirtschaft mitzugestalten. Der hohe Organisationsgrad und die breite Vertretung bei der Gründung zeigen das starke Fundament von «Baustoff Kreislauf Schweiz».

    Fokus auf nachhaltige Kreislaufwirtschaft
    Der Fachverband setzt sich besonders für eine nachhaltige Nutzung der mineralischen Rohstoffe ein, um auf die zunehmende Ressourcenknappheit zu reagieren. Der Fokus liegt auf der Erhaltung der Baustoffe im Wirtschaftskreislauf, der Entwicklung umweltschonender Technologien und Methoden und der intensiven Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Ein neues Kompetenzzentrum soll dabei helfen, die ökologischen Auswirkungen der Branche zu reduzieren und die Qualität der Lebensräume nach dem Abbau von Kies wiederherzustellen.

    Strategische Sicherung der Rohstoffversorgung
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit mineralischer Baustoffe, die aufgrund von zunehmender Verknappung und strengen Schutzbestimmungen immer herausfordernder wird. Der Verband ist bestrebt, die Versorgung der Baustellen sicherzustellen und die Wiederverwendung der Baustoffe zu optimieren.

    Innovative Führung und umfangreiche Vernetzung
    Unter der Leitung von Lionel Lathion, ergänzt durch ein vielseitiges Vizepräsidium und einen breit abgestützten Vorstand, soll der Verband nicht nur Fachwissen bündeln, sondern auch die Zusammenarbeit auf kantonaler und regionaler Ebene intensivieren. Damit positioniert sich «Baustoff Kreislauf Schweiz» als zentrale Anlaufstelle für Politik und Behörden mit hoher Fach- und Lösungskompetenz.

  • App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    In der Baubranche bleibt Asbest ein vorrangiges Problem, auch Jahrzehnte nach seinem Verbot. Unsachgemäße Renovierungs- oder Abrissarbeiten an betroffenen Gebäuden können gefährliche Asbestfasern freisetzen, die eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellen. Die neueste VDI Norm DIN 6202 Blatt 3 setzt neue Standards für präzise Schadstoffuntersuchungen, die durch den Einsatz der „IK-Report-App“ effizient umgesetzt werden können.

    Die von Robin Krepp, Geschäftsführer und Mitgründer der IK-Report GmbH, vorgestellte App ermöglicht eine direkte Datenerfassung auf mobilen Geräten, was den Bedarf an nachträglicher Digitalisierung reduziert und den Prozess der Schadstoffuntersuchung erheblich vereinfacht. Durch die intuitive Benutzeroberfläche und die sofortige Verarbeitung der Daten können Fachkräfte schnell und genau handeln, ohne aufwendige manuelle Schritte.

    Die App integriert fortschrittliche Funktionen wie die Verknüpfung von Befunden und die automatische Berechnung der Aussagesicherheit nach VDI 6202 Blatt 3. Diese Funktionen erlauben eine präzise Planung der Probenahme und die Anpassung an neue Erkenntnisse während der Begehung. Ein weiterer Vorteil ist die Vermeidung von Übertragungsfehlern durch die direkte digitale Erfassung, was die Genauigkeit der Daten und die Zuordnung von Fotos und Lageplänen verbessert.

    Zusätzlich zur Erfassung von Asbest kann die App auch für andere Schadstoffe eingesetzt werden und unterstützt die Dokumentation und Bewertung von Luftmessungen und asbesthaltigen Brandschutzklappen. Die Anwendungsbreite der IK-Report-App macht sie zu einem essentiellen Tool für die moderne Baubranche, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Gesundheitssicherheit am Bau wesentlich erhöht.

  • Markus von Gunten verstärkt Geschäftsleitung der Admicasa-Gruppe

    Markus von Gunten verstärkt Geschäftsleitung der Admicasa-Gruppe

    Im Zuge ihrer kontinuierlichen Expansion und der Verpflichtung zu Qualität und umfassender Expertise hat die Admicasa-Gruppe eine bedeutende personelle Verstärkung bekannt gegeben. Markus von Gunten, Gründer der von Gunten Baumanagement AG und bis Ende 2020 deren erfolgreicher Leiter, wurde vom Verwaltungsrat der Admicasa Holding AG zum Mitglied der Geschäftsleitung ernannt. Diese Entscheidung unterstreicht das Bestreben der Admicasa-Gruppe, ihre führende Position im Baubereich weiter auszubauen und die interdisziplinären Lösungen, die sie ihren Kunden bietet, zu verstärken.

    Von Gunten, dessen Unternehmen in seiner Führungszeit Projekte im Gesamtwert von über einer Milliarde Franken geplant und realisiert hat, bringt eine umfassende Expertise und einen hohen Qualitätsanspruch in das Unternehmen ein. Seit der Übernahme seiner Firma durch die Admicasa-Gruppe wirkt von Gunten als Verwaltungsratspräsident der Admicasa Bauwerk AG und hat bereits in dieser Rolle wesentlich zur Stärkung des Bau-Segments beigetragen.

    Die Integration von Markus von Gunten in die Geschäftsleitung wird von Serge Aerne, dem Verwaltungsratspräsidenten der Admicasa-Gruppe, als strategisch bedeutsam für die Weiterentwicklung des Unternehmens hervorgehoben. Aerne betont, dass von Guntens 40-jährige Erfahrung und seine umfassenden Kenntnisse im Immobilienbereich eine wertvolle Bereicherung für das Team darstellen und entscheidend dazu beitragen werden, die Ziele der Gruppe in Bezug auf Wachstum, Qualität und Kundenzufriedenheit zu erreichen.

    Mit diesem Schritt setzt die Admicasa-Gruppe ein klares Signal, dass sie weiterhin auf eine starke Führung und eine tiefe Branchenkenntnis setzt, um ihre Position im Markt zu festigen und ihre Dienstleistungen über die Grenzen des traditionellen Immobiliengeschäfts hinaus zu erweitern. Die Ernennung von Markus von Gunten unterstreicht das Engagement der Gruppe für Exzellenz und Innovation in einem sich ständig wandelnden Markt.

  • Digitaler Stillstand in der Immobilienwirtschaft

    Digitaler Stillstand in der Immobilienwirtschaft

    Die sechste Ausgabe des «Digital Real Estate Index» weist erstmals seit 2020 einen leichten Rückgang in der digitalen Reife der Branche auf, mit einer Bewertung von 4,6 auf einer Skala von 1 bis 10. Trotz Fortschritten durch Building Information Modeling (BIM) bei Planern und Bauunternehmen bleibt die Entwicklung bei Eigentümern und Investoren hinter den Erwartungen zurück.

    Obwohl zwei Drittel der befragten Unternehmen mehr als ein Prozent ihres Umsatzes in Digitalisierung investieren, zeigt sich ein rückläufiger Trend bei grösseren Firmen. Externe Faktoren wie Zinswenden und Lieferkettenprobleme scheinen die digitale Transformation zu hemmen, während regulatorische Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit als Katalysator für Digitalisierungsbestrebungen dienen.

    Während KI und maschinelles Lernen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Integration in die Branche noch hinter den Erwartungen zurückbleiben, festigt sich BIM als wichtige Technologie für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden. Die Nutzung von Smart Building-Technologien nimmt zu, wobei der Fokus auf Ressourcenschonung liegt und andere Vorteile wie Nutzererlebnis und Komfort zunächst in den Hintergrund treten.

    Die Studie zeigt, dass die Immobilienbranche an einem kritischen Punkt in ihrer digitalen Evolution steht. Trotz des offensichtlichen Potenzials digitaler Technologien und der Notwendigkeit einer stärkeren Integration zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit, bedarf es konkreter Massnahmen und Investitionen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse und dient als Richtschnur für zukünftige Entwicklungen in der digitalen Landschaft der Immobilienwirtschaft.

  • Hilti Schweiz entwickelt Halterungssystem für KSB-Neubau

    Hilti Schweiz entwickelt Halterungssystem für KSB-Neubau

    Hilti Schweiz hat hat einer Medienmitteilung zufolge «in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Baden (KSB) sowie den beteiligten Planern, Ingenieuren und ausführenden Unternehmen speziell für das neue Spital eine koordinierte, gewerkeübergreifende Befestigungstechnik entwickelt, mit der alle Firmen von Beginn an arbeiten konnten».

    Es steht für einen Fortschritt in der Baubranche und könnte künftig bei weiteren hochkomplexen Bauprojekten zum Einsatz kommen, die ebenfalls hohe technische Anforderungen im Hinblick auf Erdbebensicherheit und Brandschutz erfüllen müssen. «Wir erzielen nicht nur eine technisch und wirtschaftlich ausgeklügelte Lösung, sondern auch die sicherste und somit nachhaltigste», wird Marco Lüthi zitiert, Projektingenieur Spitalbau bei der in Adliswil ansässigen Schweizer Vertretung der Hilti AG aus Schaan.

    Das neue Konzept ist für den Geschossbau vorgesehen. Die Pionierleistung besteht aus einem ganzheitlichen Ansatz, heisst es. Die gemeinsame Lösung beende eine gängige Praxis, wonach jedes Unternehmen seine eigenen Befestigungen und Unterkonstruktionen gezeichnet und montiert hat. Die isolierte Vorgehensweise habe die Prozesse ineffizient gemacht.

    Durch die von Hilti entwickelte Mehrfachkonsole konnten die Gewerke Heizung, Sanitär, Lüftung, Klima und Elektro von Anfang an gemeinsam arbeiten. Das ergab 60 Prozent weniger Befestigungspunkte (Bohrlöcher) und 50 Prozent weniger Schnitte und Artikel. Durch die Vorfabrikation und den Verzicht auf separate Konsolen hätten die Gebäudetechnikbetriebe knapp 50 Prozent weniger Zeit für die Installation benötigt. Gesunken seien zudem die Einsatzzeiten von Hebebühnen, Leitern oder Gerüsten und somit das Verletzungsrisiko für die Bauarbeiter. Auch die Nachhaltigkeit konnte profitieren: Im Vergleich mit konventionellen Befestigungssystemen seien 50 Prozent CO2 eingespart worden.

    Der KSB-Neubau wird voraussichtlich 580 Millionen kosten und soll im Herbst 2024 in Betrieb gehen.

  • HKG baut Aarauer Traditionsgarage um

    HKG baut Aarauer Traditionsgarage um

    Die Ingenieurs- und Beratungsfirma Herzog Kull Group Holding AG (HKG) baut die Aarhof Garage in Aarau laut einer Medienmitteilung zu einem modernen Bürogebäude um und wird dieses auch selber nutzen. Die Garage wurde 1950 erbaut und soll nach der Sanierung heutigen Baustandards gerecht werden, heisst es in der HKG-Mitteilung. Im Erdgeschoss sollen 45 Büroarbeitsplätze entstehen. Das Projekt wird von HKG gemeinsam mit dem Aarauer Architekturbüro Schneider & Schneider realisiert. Zu den Büroräumen kommen Sitzungszimmer, ein Pausenraum und eine Küche hinzu.

    HKG verweist in seiner Medienmitteilung auf einen Bericht der «Aargauer Zeitung», laut dem sich die Kosten auf 3,2 Millionen Franken belaufen werden. Mit dem Umbau soll noch 2024, voraussichtlich im Spätsommer, begonnen werden. Die Sanierung und Um- sowie Neubauten im Obergeschoss sollen bis Mitte September 2025 fertiggestellt sein.

    Im Obergeschoss werden nach Angaben von HKG drei Zweieinhalb-Zimmer-Loft-Wohnungen mit hohen Decken errichtet. Da das Gebiet um die Traditionsgarage traditionell ein Grüner Fleck in Aarau war, solle in Erinnerung an die historischen Gärten wieder ein begrünter Raum entstehen, heisst es in der Mitteilung.

    Das 1978 in Aarau gegründete Unternehmen HKG ist auf innovative Gebäudetechnik von der Elektrizitätsplanung bis zur Gebäudeautomation spezialisiert. HKG widmet sich auch den erneuerbaren Energien wie der Photovoltaik.

    HKG hat neben dem Hauptsitz in Aarau Vertretungen in Schlieren ZH sowie in Baden, Bern, Chur GR, Crissier VD, Luzern, Olten SO, Pratteln BL, Rotkreuz ZG, St.Gallen und Vilters SG. Die HKG beschäftigt rund 200 festangestellte Mitarbeitende, darunter 89 mit einer höheren technischen Ausbildung, 65 mit technischer Ausbildung sowie 23 kaufmännisch administrative Mitarbeitende und 23 Lernende.

  • Beschleunigung der Baubewilligungsprozesse dringend erforderlich

    Beschleunigung der Baubewilligungsprozesse dringend erforderlich

    Angesichts dieser Entwicklungen werden in verschiedenen Kantonen Massnahmen diskutiert, um die Baubewilligungsverfahren zu straffen. So plant der Kanton Luzern, das bestehende Bewilligungsverfahren durch ein einfacheres Meldeverfahren zu ersetzen, während im Kanton Freiburg Baugesuche automatisch als genehmigt gelten sollen, falls die Bearbeitungsfrist überschritten wird.

    Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) setzt sich auf allen Regierungsebenen für eine Beschleunigung der Baubewilligungsprozesse ein. Als Lösungsansatz gilt unter anderem die Digitalisierung der gesamten Prozesskette, von der Planung bis zur Realisierung. Ebenso wichtig ist die Bekämpfung grundloser Einsprachen, die lediglich dem Ziel dienen, Bauvorhaben zu verzögern. Der SBV befürwortet eine Begrenzung der Einsprache Möglichkeiten auf relevante Aspekte und eine Einführung von Kostenbeteiligungen bei Einsprachen, um den Missbrauch des Systems einzudämmen.

    Die Initiativen zur Vereinfachung der Baubewilligungsprozesse und zur Verhinderung missbräuchlicher Einsprachen sind entscheidend, um die dringend benötigte Schaffung von Wohnraum zu fördern und die Wohnungsknappheit effektiv zu bekämpfen. Mit diesen Massnahmen soll sichergestellt werden, dass Bauprojekte zügig und effizient realisiert werden können, ohne dass der rechtliche Schutz der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt wird.

  • Digitalisierung im Bauwesen geringe Investitionen, grosse Wirkung

    Digitalisierung im Bauwesen geringe Investitionen, grosse Wirkung

    Die Baubranche steht zunehmend vor der Herausforderung, ihre Prozesse nachhaltig und effizient zu gestalten. Laut Moritz Lüscher spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle bei der Realisierung dieser Ziele. Durch die Optimierung von Bauprozessen mit digitalen Werkzeugen können auch kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, ohne in hohe Anschaffungen investieren zu müssen.

    Die Digitalisierung beeinflusst verstärkt die Vergabe von Bauaufträgen, wobei Nachhaltigkeits- und Digitalisierungskompetenzen zunehmend in den Vordergrund treten. Der SBV unterstützt seine Mitglieder dabei, die Anforderungen der Auftraggeber mit den eigenen Kompetenzen in Einklang zu bringen und somit den digitalen Wandel effektiv zu vollziehen.

    Die Entwicklung in Richtung Sharing Economy bietet auch im Bauwesen neue Möglichkeiten. Bauunternehmen können dadurch Maschinen und Geräte effizient teilen und damit Kosten sowie Ressourcen sparen. Digitale Plattformen, wie Faroo, erleichtern das Mieten und Vermieten von Baugeräten und fördern die gemeinsame Nutzung von Ressourcen.

    Um die Digitalisierung strategisch anzugehen, ist es für Bauunternehmen entscheidend, den digitalen Reifegrad zu ermitteln und basierend darauf eine passende Strategie zu entwickeln. Der SBV unterstützt dies durch persönliche Beratung und Werkzeuge zur Selbsteinschätzung und Strategieentwicklung. Ziel ist es, eine massgeschneiderte digitale Transformation zu erreichen, die von reiner Prozessautomatisierung bis hin zu umfassenden digitalen Masterplänen reichen kann.

    Schliesslich ist die Einbindung der Mitarbeitenden in den digitalen Transformationsprozess von zentraler Bedeutung. Die Förderung von digitalen Kompetenzen und die Schaffung eines einheitlichen Verständnisses sind essenziell, um die neuen Technologien effektiv zu nutzen und den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung im Bauhauptgewerbe weiter an Bedeutung gewinnen. Neue Technologien und Anforderungen, wie KI und BIM, werden die Branche vorantreiben und in zehn Jahren könnte das modellbasierte Bauen zum neuen Standard avancieren. Der SBV ist bestrebt, seine Mitglieder auf diese Zukunft vorzubereiten und sie auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten.

  • Wingtras Kartierungsdrohnen unterstützen französische Baubranche

    Wingtras Kartierungsdrohnen unterstützen französische Baubranche

    Wintgra und SITECH France, ein Unternehmen für digitales Bauen und digitale Lösungen der Firma Trimble, sind eine Partnerschaft eingegangen. Diese Zusammenarbeit bringt laut einer Meldung von Wingtra die eigenen Kartierungsdrohnen als Lieferanten wertvoller Geodaten mit SITECHs Expertise bezüglich der Verwendung digitaler Technologien bei Erdarbeiten, Strassen- und Linearprojekten, topografischen Massnahmen sowie bei Steinbrüchen und technischen Deponien zusammen. Das französische Unternehmen hat seinen Sitz in der Region Île-de-France.

    Da SITECH die nahtlose Integration der zuverlässigen Datenerfassung von Wingtra ermögliche, werde diese Partnerschaft die Branche mit verbesserten Geodaten voranbringen. Diese dienen der effizienteren Modellierung von Baustellen, der Verbesserung der Projektierung und der Prozessoptimierung.

    Wie es in der Meldung weiter heisst, unterstützen beide Partner damit proaktive Unternehmen dabei, intelligenter zu bauen. Dies unterstreiche ihr Engagement für Innovation, Produktivität und die Reduzierung des CO2-Fussabdrucks im Bauwesen.

  • Basler Baubranche in der Krise – Appell an die Regierung

    Basler Baubranche in der Krise – Appell an die Regierung

    Die Basler Baubranche, vertreten durch Oscar Elias, CEO der Stamm Bau AG, richtet einen dringenden Appell an die Regierung, um auf die wachsenden Herausforderungen im Wohnungsbau aufmerksam zu machen. In einem persönlichen Schreiben an Regierungsrat Kaspar Sutter verdeutlicht Elias die Sorgen der Branche, die durch das neue Wohnschutzgesetz und einen deutlichen Rückgang von Sanierungs- und Umbauprojekten stark betroffen ist.

    Die Stamm Bau AG, die 2023 ihr 180-jähriges Bestehen feiert, hat ihren Sitz in Arlesheim, erhält jedoch die Mehrheit ihrer Aufträge aus Basel. Elias betont, dass insbesondere Sanierungsprojekte, die für zwei Drittel des Umsatzes der Firma verantwortlich sind, durch das Wohnschutzgesetz komplett zum Stillstand gekommen seien. Dies führt zu einer signifikanten Planungsunsicherheit, wodurch Projekte unberechenbar und risikoreich werden.

    Der Brief beleuchtet die Notwendigkeit eines Handlungsbedarfs, da die Baubranche bereits die negativen Auswirkungen des Gesetzes auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt spürt. Elias äußert seine Bedenken, dass die momentane Situation die Bausubstanz der Stadt und den Wohnungsmarkt gefährdet. Er fordert von der Regierung eine Lockerung der Regularien für Wohnen und Bauen, eine Einschränkung der Einsprachemöglichkeiten sowie Anreize für mehr Sanierungen und die Schaffung von neuem Wohnraum.

    Die Reaktion des Mieterverbands und des Kantons deutet darauf hin, dass eine Anpassung der Praxis und eine aktivere Information über das Wohnschutzgesetz notwendig sind, um die Investitionsbereitschaft der Eigentümer wiederherzustellen. Der Kanton Basel-Stadt ist aktuell mit der Evaluation der Auswirkungen des Wohnschutzes beschäftigt, und Regierungsrat Sutter signalisiert in seiner Antwort an Elias die Bereitschaft, bei Bedarf Korrekturen vorzunehmen.

    Für Elias und die Basler Baubranche ist jedoch klar: Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Herausforderungen im Wohnungsbau zu meistern und die Planungssicherheit für Eigentümer und Investoren wiederherzustellen.

  • Ein erfolgreicher Treffpunkt der Baubranche

    Ein erfolgreicher Treffpunkt der Baubranche

    Die Swissbau 2024 zog in diesem Jahr mit ihrer beeindruckenden 85’000 m² großen Ausstellungsfläche 52’486 Besucherinnen und Besucher an. Die Messe bot eine einzigartige Gelegenheit für Fachleute aus der Bau- und Immobilienbranche, sich über aktuelle Innovationen und Trends zu informieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Im Fokus der Veranstaltung stand der Wissenstransfer, angereichert durch Diskussionen und praktische Demonstrationen auf den Plattformen Swissbau Focus und Lab.

    Die Messe, die traditionell alle zwei Jahre stattfindet, war in diesem Jahr von einer besonderen Dynamik geprägt. Im Zentrum stand der persönliche Austausch, der angesichts der zunehmenden Digitalisierung und der Beliebtheit von Videokonferenzen eine neue Qualität erlangte. Unter dem Motto „Den Wandel gemeinsam gestalten“ bot die Swissbau vielfältige Plattformen für Produkterlebnisse, Informationsaustausch und Networking.

    Erstmals entschieden sich die Veranstalter, die Messe auf vier Tage zu verkürzen und den wenig geschätzten Samstag aus dem Programm zu nehmen. Dieser Schritt wurde von Ausstellern und Besuchern positiv aufgenommen, da die Qualität der Gespräche und die Bereitschaft zur Auftragsvergabe gesteigert wurden. Die Messe zog Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen wie Architektur, Planungswesen, Immobilien und Handwerk an.

    Rudolf Pfander, Messeleiter der Swissbau, unterstrich die Bedeutung der Messe als Plattform für neue Angebote und die Entwicklung innovativer Konzepte. Die diesjährige Messe beinhaltete neu geschaffene Marktplätze für Begegnungen und die Designbühne Swissbau Inside, die das Fachpublikum und private Bauinteressierte gleichermaßen begeisterten.

    Die Leitthemen der Swissbau, wie Kreislaufwirtschaft, Energie, Digitalisierung und Lebensraum, spiegelten die aktuellen Herausforderungen der Branche wider. Die Kollaborations-Plattformen Swissbau Focus und Lab boten in intensiver Vorarbeit ein hochkarätiges Programm, das diese Themen adressierte.

    Namhafte Partnerschaften mit Organisationen wie dem SIA, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein sowie Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland zeigten die anhaltende Relevanz der Swissbau. Ebenso zufrieden zeigten sich die Themenpartner Hörmann, Laufen und Siemens mit dem Messeverlauf.

    Die nächste Swissbau wird vom 20. bis 23. Januar 2026 stattfinden. Bis dahin bleibt die Swissbau-Website eine wichtige Informationsquelle für die Branche, mit Fachwissen, Standpunkten und Neuheiten aus der Bau- und Immobilienwelt.

  • Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Die Stadt Schlieren lässt die Quartier- und Primarschulanlage Zelgli um einen Vierfachhort mit Mittagstisch, vier weitere Klassenzimmer und neue Aufenthaltsräume für das Lehrpersonal erweitern. In einem 2023 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hat sich das Projekt Lilia von Bob Gysin + Partner durchgesetzt, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Insgesamt hatten sich zehn Projekte in der Ausschreibung beworben.

    Lilia sieht die Ergänzung der Schulanlage durch einen dreigeschossigen Holzbau an der Westseite des heutigen Pausenhofs vor. Im Erdgeschoss sind ein Aufenthaltsraum für das Lehrpersonal und die Mediathek untergebracht. Im ersten Obergeschoss sind Räumlichkeiten für die restliche Tagesbetreuung und die Schulleitung sowie ein Multifunktionsraum geplant. Die neuen Unterrichtsräume werden im zweiten Obergeschoss eingerichtet.

    Der Vorschlag des Zürcher Architekturbüros minimiere die nötigen Eingriffe in die bestehenden Aussenanlagen und integriere das neue Gebäude schlüssig in die bestehende Anlage, heisst es in der Mitteilung. Alle eingereichten Projekte können am 26. und 27. Januar im Stadthaus Schlieren sowie am 2. und 3. Februar in der Schule Zelgli in Augenschein genommen werden.

  • Das ist der neue Real Estate Award

    Das ist der neue Real Estate Award

    Die neue Webseite ist intuitiv, informativ und funktioniert auf allen Endgeräten. Ein Bereich für Medienschaffende, die Anmeldung zum Newsletter und die Einbindung der sozialen Medien verstärken die interaktive Komponente des Web-Auftritts.

    Eine Auffrischung haben auch die Award-Kategorien erhalten. «Ich freue mich besonders über die neue Kategorie ‘Nachhaltigkeit’, die es so zuvor am Award nicht gab», sagt Mara Schlumpf. «Nachhaltigkeit ist vielseitig. Sie wird immer wichtiger in der Immobilien- und Baubranche. Das Thema hat eine eigene Kategorie verdient.»

    Nach dem umfassenden Rebranding steht nun auch das Datum für den nächsten Real Estate Award fest: Am 24. Oktober 2024 werden die begehrten Auszeichnungen im Trafo in Baden (AG) vergeben. An der Verleihung warten diverse Neuerungen auf die Gäste. «Wir haben das Konzept geprüft, überarbeitet und angepasst. Uns war dabei wichtig, auf das Feedback der Partner und Gäste einzugehen», sagt Mara Schlumpf. «Deshalb findet die Veranstaltung künftig im Herbst statt im Sommer statt. Mit dem Trafo Baden haben wir zudem einen exklusiveren Veranstaltungsort gewählt.»

  • Wohnquartiere beleben, wenn kommerzielle Nutzungen wenig Potenzial haben

    Wohnquartiere beleben, wenn kommerzielle Nutzungen wenig Potenzial haben

    In den letzten Jahren hat sich bei Arealentwicklungen in Wohnquartieren immer wieder gezeigt, dass Potenziale für kommerzielle Nutzungen, die zur Belebung der Quartiere beitragen sollen, beschränkt sind. Städte wie Thun, die in den nächsten Jahren grosse Areale wie das Bostudenzelg, die Hoffmatte oder das Siegenthalergut entwickeln, sollten deshalb Alternativen prüfen.

    Eine Option sind begegnungsfördernde Siedlungstypologien: Erschliessungsräume mit Aufenthaltsqualitäten, z.B. Laubengänge oder möblierte Atrien; Funktionsräume, die zum Verweilen einladen, wie z.B. Waschsalons oder Dachterrassen; oder Nachbarschafts-Destinationen wie z.B. Grillstellen, Pflanzbeete oder Sportgeräte, die sich zu Treffpunkten entwickeln können.

    Die städtebauliche Disposition spurt viel vor
    Was sich im ersten Moment trivial anhört, muss im Planungsprozess früh vorgespurt werden. Die städtebauliche Disposition der Gebäude, die Freiraumfiguren und die Wahl der Gebäudetypologien bestimmen, ob Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Weg zu ihrer Wohnung Gelegenheiten haben, Kontakte zu knüpfen, ob Funktionsräume zum Verweilen einladen und ob sich Destinationen dazu eignen, Bekanntschaften zu pflegen.

    Wenn Planer, Eigentümer und Projektentwicklerinnen Nachbarschaftsstrukturen fördern wollen, müssen die Programme für Testplanungen und Studienaufträge klare Aufgaben stellen und Freiräume, städtebauliche Setzungen, Gebäudetypologien und Erdgeschosszonen daran messen, ob sie Raum für niederschwellige Begegnungen, nachbarschaftliche Kontakte oder gemeinschaftsorientierte Aktivitäten schaffen.

    Ideen müssen in der Betriebsphase funktionieren
    Um sicherzustellen, dass geplante Angebote langfristig und mit möglichst wenigen Nebengeräuschen funktionieren, lohnt es sich, schon während der Planungsphase mit erfahrenen Bewirtschaftern zu testen, wie gut die Anordnung und Zugänglichkeit von Räumen im Alltag funktioniert. Ob Laubengänge genügend Privatsphäre zulassen, wie gut der Zugang von Gemeinschaftsräumen von Externen gesteuert werden kann und ob die Nutzung von Aussenräumen zu Reklamationen führt, hängt massgeblich davon ab, wie begegnungsfördernde Flächen und Räume gestaltet, verortet und erschlossen werden.

    Mehr aus der Bewirtschaftung herausholen
    Wie gut begegnungsfördernde Siedlungen funktionieren, ist nicht nur eine Frage der Architektur: Es braucht auch eine Vermarktung, die Begegnungen ins Storytelling integriert und das Versprechen von Nachbarschaft beim Bezug einlöst, z.B. mit einem Siedlungsfest oder einem Sonntagsbrunch. Es braucht Vermietungskonzepte, die eine gute Mischung ermöglichen und dafür sorgen, dass genügend Wohnungen an Mieterinnen und Mieter gehen, die nachbarschaftliche Kontakte schätzen. Schliesslich braucht es Bewohnerinnen und Bewohner, die sich in IGs, Vereinen und nachbarschaftlichen Netzwerken engagieren und auf das Wohlwollen und die Unterstützung der Verwaltung zählen können.

    Belebte Quartiere können auch ohne Zutun der Eigentümer entstehen. Begegnungsfördernde Angebote funktionieren besser, wenn Eigentümer, Entwickler, Vermarkter, Bewirtschafter und Bewohner zusammenspannen.

  • Optimierung der IT-Kosten und mehr Cyber-Sicherheit für die Baubranche

    Optimierung der IT-Kosten und mehr Cyber-Sicherheit für die Baubranche

    Die Problematik unzureichend integrierter IT-Systeme in der Baubranche führt häufig zu erhöhten Kosten und Sicherheitsrisiken. Die Tecnotest AG mit fast hundertjähriger Erfahrung in der Prüfung von Bauwerken und Baustoffen sah sich mit hohen IT-Kosten und wiederkehrenden Performance-Problemen konfrontiert. Zudem bestand ein deutlicher Nachholbedarf beim Schutz vor Cyber-Bedrohungen.

    Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entwickelte das Unternehmen eine umfassende IT-Strategie mit dem Ziel, die Kosteneffizienz, die Systemleistung, die Cybersicherheit und die Transparenz der IT-Ausgaben zu verbessern. Dies war besonders wichtig, da das Unternehmen mit komplexen Labortestanwendungen arbeitet, die eine hohe Zuverlässigkeit der IT-Systeme erfordern.

    Die Strategie wurde in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Schweizer IT-Dienstleister in mehreren Workshops entwickelt. Ein zentraler Schritt war die Migration aller E-Mail-Konten in die Microsoft 365 Cloud, wodurch die Sicherheit deutlich erhöht und flexible Arbeitsmöglichkeiten geschaffen wurden. Damit wurde der Übergang zu einer hybriden Cloud-Infrastruktur eingeleitet.

    Zudem wurde die technische Infrastruktur vor Ort komplett neu organisiert und dokumentiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen nun modernisierte, standardisierte Endgeräte, die mit aktuellen Sicherheitstools ausgestattet sind. Diese Infrastruktur wird rund um die Uhr überwacht und die Windows-Geräte der Nutzerinnen und Nutzer erhalten automatisch die neuesten Sicherheitsupdates. Zudem werden alle Unternehmensdaten automatisch in einer Schweizer Cloud und an mehreren unabhängigen Standorten gesichert, was ein externes Backup mit lokaler Datenhaltung einschliesst. Durch diese Massnahmen konnte die IT-Landschaft grundlegend verbessert und auf die zukünftigen Anforderungen der Branche vorbereitet werden.

  • Digitales Bauen fängt in den Köpfen an

    Digitales Bauen fängt in den Köpfen an

    Digitales Bauen – meist mit Hilfe von Building Information Modelling (deutsch Bauwerkinformationsmodellierung, kurz: BIM) – stellt in der Baubranche gerade viele altbewährte Prozesse in Frage. Denn digitales Bauen geschieht zuerst im Kopf und am Computer, wo ein virtuelles Modell des Projektes erstellt wird.

    Anhand dieser sehr detaillierten 3D-Abbildung des späteren Bauwerks können bereits viele Entscheide getroffen und potenzielle Probleme aus dem Weg geräumt werden. Die Vertreter*innen dieser neuen, digital gestützten Art des Bauens versprechen sich Effizienz- und Qualitätsgewinne, eine Reduktion von Baufehlern und stark vereinfachte Logistik am Bau.

    Digitales Bauen: 6-Punkte-Plan vereinfacht das Umdenken
    Der Wandel vom analogen zum digitalen Bauen ist aber alles andere als geradlinig. Das weiss BFH-Dozent Adrian Wildenauer aus eigener Erfahrung. Er kennt die Baubranche als Bauingenieur mit all ihren Facetten, vom Armierungseisen bis zur BIM-Modellierung.

    Für die SBB hat er einen branchenweiten 6-Punkte-Plan entwickelt, der als Grundlage für das Umdenken vom analogen auf den digitalen Baubetrieb dienen soll. Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass alle beim Bau involvierten Akteur*innen beteiligt werden und die Branche gemeinsam voranbringen.

    Ziel und Roadmap klären
    Beim Digitalen Bauen stehen die Grundlagen, Roadmaps, Modelle und das Zielbild von Anfang an allen Beteiligten zur Verfügung. Dies erlaubt es Baufirmen, Lieferanten, Architekt*innen und Bauherr*innen, sich schon lange vor dem Spatenstich abzustimmen und mögliche Konflikte und Fehlerquellen frühzeitig auszumerzen. «Wir müssen alle Beteiligten der Wertschöpfungskette möglichst früh einbinden», betont Adrian Wildenauer.

    Mit Sprache kommunizieren
    Digitale Bauprojekte sind darauf angewiesen, dass alle eine einheitliche Sprache sprechen. Dies erreicht die Branche, indem noch stärker mit validen Standards gearbeitet wird. Angefangen bei einschlägigen Begriffen des digitalen Bauens und des Building Information Modelling, über die Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (sia) oder des Kompetenzzentrums für Standards in der Bau- und Immobilienwirtschaft (crb), bis hin zum Austausch mit den branchenrelevanten Verbänden und Vereinen: Gerade am Anfang ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten verstehen. Hier hilft auch das gemeinsam erarbeitete Nationale Glossar, in dem die Begriffe gemeinsam definiert wurden.

    Mit Datenmodell kommunizieren
    Nicht nur die beteiligten Menschen sind auf funktionierende Kommunikation angewiesen, sondern auch die involvierten Systeme. Weil im digitalen Bauen ein virtuelles Modell des Bauprojekts zentral ist, kommt man nicht umhin, gemeinsam ein konsolidiertes Datenmodell für Bauten zu erarbeiten. Dieses erlaubt es, vom Planer bis zum Polier Informationen einfach auszutauschen. «Der Umgang mit Daten ist unsere gemeinsame neue Sprache», erklärt Adrian Wildenauer, «wir müssen sie lernen.»

    Bauteile wiederverwenden
    Ein Vorteil des digitalen Bauens liegt darin, dass man das Rad – oder eben das Bauvorhaben – nicht unbedingt mit jedem Projekt neu erfinden muss. Schliesslich kommen viele Elemente eines Baus mit jedem Projekt wieder zum Einsatz. Statt dass man diese wie bisher mit jedem Projekt von Grund auf konzipiert, dimensioniert und prüft, verwendet man einfach standardisierte Bauobjekte. Bevor man also zum Beispiel eine Tür plant, baut man ein standardisiertes digitales Abbild derselben. Dieses beinhaltet alle notwendigen Attribute von der Materialwahl über die Zylindergrösse, Breiten und Höhen der Türflügel bis hin zu den Dichtbändern. Dank standardisierter Bauobjekte sparen sich die Firmen also die Zeit für die Konzeption solcher Objekte und vermeiden Fehler. Damit das klappt, müssen Firmen einfach auf eine Sammlung solcher digitalen Bauteile zugreifen können.

    Erfahrung sammeln
    Wissen in der Baubranche wird oft noch sehr traditionell weitergegeben, von der erfahrenen Meister*in direkt an die Lernenden auf der Baustelle. Im digitalen Bauen kann dieses heute nicht greifbare oder nicht dokumentierte Wissen auf der Baustelle systematisch gesammelt und für die Ausbildung genutzt werden. Aber auch die Erfahrungen mit dem digitalen Bauen selbst können erfasst und die digitalen Tools und Prozesse auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Wenn digitales Baumanagement zu besserer Wissensvermittlung führt, ist die Branche auf dem richtigen Kurs, ist Adrian Wildenauer überzeugt: «Nur wenn wir Wissen teilen, können wir gemeinsam Erfolg haben.»

    Bestellgrundlagen vermitteln
    Viele Prozesse im digitalen Bauen münden in einer Bestellung, sei es mit der Buchung einer Dienstleistung oder dem Kauf von Materialien. Ein grosser Vorteil des digitalen Bauens liegt darin, dass erforderliche Daten für Bestellungen frühestmöglich im virtuellen Modell des Projekts erfasst sind. Damit auf der Baustelle aber etwas geschieht, müssen alle am Projekt Beteiligten wissen, wie sie Bestelldaten aus dem System beziehen und anwenden können. Entsprechende Schulungen und Dokumentation für Mitarbeitende sind also Pflicht.

    In der Praxis zeigt sich, dass digitales Bauen ein gemeinsames digitales Miteinander voraussetzt. Systeme und IT-Infrastruktur sind wichtig, aber erst wenn Architekt*innen, Bauingenieur*innen und Partnerfirmen bereit sind, über die Kompetenzbereiche hinweg zusammenzuarbeiten. Das digitale Bauen beginnt nämlich nicht auf dem Bildschirm, sondern in den Köpfen der Fachleute.

  • Bauen neu denken

    Bauen neu denken

    Heute versammelten sich in Luzern über 500 Vertreter aus Wohnbaugenossenschaften aus der gesamten Schweiz, sowie Behörden, Unternehmen und Experten, zum Forum der Schweizer Wohnbaugenossenschaften. Das Treffen stand unter dem Motto „Bauen neu denken: Herausforderungen Klima, Kreislauf, Kosten“ und widmete sich den Problemen, vor denen die Baubranche steht: Städte erwärmen sich zunehmend, der Bau- und Wohnsektor verbraucht viel Energie, Ressourcen und Raum, während die Mietkosten für viele Haushalte immer belastender werden. Die Frage lautet, wie können Gebäude so konstruiert werden, dass sie die Hitze reduzieren, weniger Ressourcen benötigen und dennoch erschwinglich sind?

    Eva Herzog, Ständerätin (BS) und Präsidentin der Wohnbaugenossenschaften Schweiz, betonte in ihrer Eröffnungsrede die Notwendigkeit von preiswerten Wohnungen angesichts der aktuellen Wohnungsnot, steigender Wohnkosten und höherer Krankenkassenprämien. Sie forderte gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen auf, ihren Teil zur Schaffung von gemeinnützigem Wohnraum beizutragen. Sie appellierte insbesondere an die Politik: „In der aktuellen Session befassen wir uns mit mehreren wohnungspolitischen Vorstößen. Das Parlament hat die Möglichkeit, die Richtung für mehr erschwinglichen Wohnraum und gegen hohe Mieten zu vorgeben. Es ist erfreulich, dass eine erste Motion, die die Wohnungsnot durch Verdichtung und gemeinnützigen Wohnungsbau adressieren möchte, vom Ständerat mit deutlicher Mehrheit weitergeleitet wurde.“

    Daniel Burri, Präsident von WOHNEN SCHWEIZ, wies darauf hin, dass die aktuellen Herausforderungen auch eine große Chance für den gemeinnützigen Wohnungsbau darstellen. „Gemeinnützige Bauunternehmer waren schon immer Pioniere in Bezug auf nachhaltiges Bauen und Wohnen. Die Bereitstellung von langfristig erschwinglichem Wohnraum ist unsere Hauptaufgabe. Wir können nun zeigen, dass wir nach wie vor führend in diesem Bereich sind und auch in Zukunft eine wichtige Rolle auf dem Wohnungsmarkt spielen werden.“

    Key-Speaker Thomas Rau machte deutlich, dass ein einfaches Optimieren des bestehenden Systems nicht ausreicht. Stattdessen ist eine Transformation zu einem komplett neuen Wirtschaftssystem erforderlich, in dem Abfall der Vergangenheit angehört. Experten aus der Praxis und Forschung präsentierten danach neue Ansätze für den Bau: etwa kreislauffähiges Bauen, hitzemindernde Materialien, weniger Technologie, kluger Umgang mit Bestehendem oder Kosteneinsparungen an den richtigen Stellen. Videos mit Auszubildenden aus der Baubranche veranschaulichten, wie sich die nächste Generation von Bauprofis die Zukunft des Bauens vorstellt. Informationen dazu sind auf der Website des Forums der Schweizer Wohnbaugenossenschaften, www.forum-wohnen.ch, zu finden.

    Wie durch beispielhafte Projekte von Genossenschaften sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland demonstriert wurde, ist nachhaltiges, zirkuläres und kosteneffizientes Bauen für Wohnbaugenossenschaften keine Vision für die Zukunft, sondern bereits heute Realität.

  • Frischknecht Holzbau-Team AG siegt beim Innovationspreis Zürcher Unterland 2023

    Frischknecht Holzbau-Team AG siegt beim Innovationspreis Zürcher Unterland 2023

    Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus. 

    Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf  ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden. 

    Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September  im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten.

    Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus. 

    Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf  ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden. 

    Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September  im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten. 

  • Auswirkungen der MWST-Änderungen auf die Baubranche

    Auswirkungen der MWST-Änderungen auf die Baubranche

    Die neuen Mehrwertsteuersätze ab 1. Januar 2024 lauten wie folgt:

    aktuell bis 31. Dez. 2023                    neu ab 1. Januar 2024

    Standardsteuersatz                            7.7%                                        8.1%

    reduzierter Steuersatz                       2.5%                                        2.6%

    Sondersatz für Beherbergung           3.7%                                        3.8%

    Massgebend für die Anwendung der jeweiligen Steuersätze ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung. Leistungen die jahresübergreifend erbracht werden sind getrennt mit entsprechendem MWST-​Satz auszuweisen und mittels Teilrechnungen abzurechnen.

    Für bereits bestehende Verträge mit Einheitspreis/ Globalpreis-​bzw. Paulschalpreis Abrede hat die Erhöhung der MWST-​Sätze unter Umständen insofern eine massgebende Bedeutung, als dass die Erhöhung nicht in jedem Fall weiterverrechnet werden kann.

    Die nötigen Anpassungen aller Systeme und Unterlagen stellt sich oft komplexer und zeitintensiver heraus als erwartet. Um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, empfiehlt der Rechtsdienst bereits frühzeitig vorbereitende Änderungen vorzunehmen, Verträge zu prüfen und Mitarbeitende zu informieren und schulen.

    Weitere Infos unter baumeister.swiss

  • Baumeister wollen auf  Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    Baumeister wollen auf Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    «Unserer Branche geht es nach drei Jahren Dauerkrise gut», begrüsste Zentralpräsident Gian-​Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft im Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura die über 550 Gäste. «Die Baumeister haben gelernt, mit den Auswirkungen des Ukraine-​Krieges umzugehen, ebenso wie sie es zuvor mit den Preissteigerungen und Lieferengpässen in Folge der Corona-​Pandemie getan haben.» Und die Zukunftsaussichten sind gemäss Lardi mittel-​ bis langfristig ebenfalls recht positiv. Die Bautätigkeit dürfte weiter wachsen, «wenn auch etwas langsamer». Während für den Wohnungsbau bis 2040 ein starkes Wachstum prognostiziert wird, sind im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau sowie im öffentlichen Tiefbau ein mildes Wachstum bis hin zu einer Stagnation zu erwarten. Gleichzeitig dürfen sich die Baumeister darauf freuen, dass die Preise für Baumaterial allmählich wieder sinken.

    SBV-​Studie zeigt: Fachkräftemangel gefährdet Arbeitsplätze
    Der Fokus des diesjährigen Netzwerk-​Events lag auf dem Fachkräftemangel und mit welchem Massnahmenmix dieser bekämpft werden kann. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden auf allen Ebenen stellt heute viele Gewerbetreibende vor grosse Herausforderungen, auch die Baumeister. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Mit weitreichenden Konsequenzen. «Ohne genügend qualifizierte Handwerker können wichtige Bauprojekte in unserem Land nicht mehr realisiert werden», erklärte Lardi. Um ein solches Szenario zu verhindern, erteilte der Schweizerische Baumeisterverband dem Kompetenzzentrum Demografik den Auftrag für eine «Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe». Nun sind die Studienergebnisse öffentlich: Während der Bedarf an Fachleuten im Bauhauptgewerbe weiter ansteigt, sinkt das Angebot. Bis 2040 dürfte der Fachkräftemangel in den wichtigsten Berufen im Bauhauptgewerbe – gemessen am Bauvolumen – 16 Prozent erreichen. Ohne Gegenmassnahmen würden allein bei den Maurern und Maurerinnen rund 30 Prozent der benötigten Mitarbeitenden, also etwa 2500 Fachkräfte, fehlen. Das wirkt sich auf den Umsatz aus: Sollten keine Massnahmen ergriffen werden, würden dem Bauhauptgewerbe durch die fehlenden Fachkräfte jährlich bis zu 800 Millionen Franken entgehen, über die nächsten 20 Jahre. gesamthaft und preisbereinigt 13 Milliarden Franken.

    Digitalisierung und Personalrekrutierung als Hoffnungsträger
    Die Studie zeigt mehrere Lösungen gegen den Fachkräftemangel auf. «Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0.5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen», beruhigte Gian-​Luca Lardi aber. Diese Produktivitätssteigerung soll hauptsächlich mit Hilfe der Digitalisierung und durch Innovationen erfolgen. Zugleich müsse die Branche alles daran setzen, «mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren». Auf diese Weise könnte die andere Hälfte der Fachkräftelücke geschlossen werden. Die Studie zeigt hier mehrere Stellschrauben auf. Bei Bauführern und Bauführerinnen, bei denen sich der Mangel weniger prekär entwickeln wird als in anderen Bauberufen, spielen Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen schon heute eine wichtige Rolle. Mit gezielter Karriere-​ und Nachwuchsplanung und -​begleitung kann der Bestand auf den Kaderfunktionen gesteigert werden. Bei der Lehrlingsausbildung ist es sehr wichtig, die jungen Leute zu motivieren, ihre Maurerlehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen und auch langfristig im Bauhauptgewerbe zu bleiben. Entscheidend sei nicht nur die Führung und Betriebskultur, sondern vor allem auch die vielen tollen, «coolen» Bauprojekte, welche die jungen Menschen aktiv mitgestalten können. Dann sehen sie, dass ihre Arbeit Sinn bietet und nachhaltige Werte schafft.

    Lardi beendete sein Votum mit einem Appell an alle Projektbeteiligten, also Bauherren, Planer, Spezialisten, Bauunternehmen und politische Entscheidungsträger gleichermassen: «Wir werden unseren zukünftigen Gebäudepark und unsere Infrastrukturen nur dann realisieren können, wenn wir in echter Partnerschaft und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.»

    Quelle: https://baumeister.swiss/

  • Hilti will 4PS Gruppe übernehmen

    Hilti will 4PS Gruppe übernehmen

    Die Hilti Gruppe strebt die Übernahme der 4PS Gruppe an. Das niederländische Unternehmen mit Sitz in Ede und Niederlassungen in Grossbritannien, Belgien und Deutschland ist auf Software für Geschäftsprozesse in der Baubranche spezialisiert, informiert Hilti in einer entsprechenden Mitteilung. Ihr zufolge ist die Akquisition noch von der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden abhängig. Über den Kaufpreis werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.

    „Als Unternehmen, das eng mit seinen Kunden zusammenarbeitet und den Fokus darauf legt, die digitale Transformation der Bauindustrie voranzutreiben, passt die 4PS Gruppe perfekt zu Hilti“, wird Thomas Hillbrand, Mitglied der Hilti Konzernleitung, in der Mitteilung zitiert. „Wir teilen die Überzeugung, dass optimierte Geschäftsprozesse enormes Produktivitätspotenzial für die Bauindustrie bieten.“ Das entsprechende Angebot von 4PS soll das Softwareangebot von Hilti für Betriebsmittelverwaltung und Baustellenmanagement ergänzen.

    Die Software 4PS Construct des Unternehmens basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central und stellt Funktionen für die Verwaltung von Bauprojekten zur Verfügung. Bauunternehmen können damit ihre Rentabilität kontrollieren sowie den Einsatz von Ressourcen planen und steuern. „Durch die Integration unserer Dienstleistungen und Cloud-Lösungen in das Portfolio von Hilti werden wir ein noch stärkerer Digitalisierungspartner für die Bauindustrie“, erklärt Paula Middelkoop, Director Product & Development bei der 4PS Gruppe. Die rund 350 Mitarbeitenden einschliesslich des Managements von 4PS sollen dem Unternehmen auch unter dem Dach der Hilti Gruppe erhalten bleiben.