Schlagwort: Bauinnovation

  • Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Ab 2029 gelten in der Schweiz neue Grenzwerte für Treibhausgasemissionen und Vorgaben zur grauen Energie im Bauwesen. Festgelegt durch die Revision der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Der Druck auf die Baubranche wächst. Wer heute nicht in neue Prozesse und Materialien investiert, riskiert morgen teure Anpassungen unter Zeitdruck. Der Kanton Freiburg hat dies erkannt und handelt vorausschauend. Bereits 2023 hat er eine Roadmap zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet, die strukturelle Veränderungen im Bauwesen als Priorität setzt.

    Innovation entlang der ganzen Wertschöpfungskette
    Das Thema des diesjährigen Aufrufs lautet «Bauen neu denken, hin zu kreislauforientierten und umweltgerecht konzipierten Systemen». Gesucht sind Projekte, die den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden bereits in der Planungsphase reduzieren, durch lokale biobasierte Materialien, rückbaubare Konstruktionssysteme oder digitale Werkzeuge zur Materialnachverfolgung. Die Schweizer Charta Kreislauforientiertes Bauen, die von zwölf führenden Organisationen aus der Bau- und Immobilienbranche getragen wird, formuliert das Ziel klar: «Bis 2030 soll der Anteil nicht erneuerbarer Primärrohstoffe auf 50 Prozent der Gesamtmasse sinken.»

    Kollaboration als Bedingung
    Einzelkämpfer haben hier keine Chance. Jedes eingereichte Projekt muss mindestens drei Unternehmen umfassen, wobei die Mehrheit ihren Sitz im Kanton Freiburg haben muss. Akademische Partner wie die Hochschule für Technik und Architektur HTA-FR können beigezogen werden, um Wissenstransfer und Reproduzierbarkeit der Lösungen sicherzustellen. Nicolas Huet von INNOSQUARE betont, dass die Herausforderungen die Zirkularität zu bewältigen, die Innovation gemeinsam erfolgen muss.

    Finanzierung mit Eigenverantwortung
    Die NRP-Förderung deckt maximal 65 Prozent des Gesamtbudgets, der Rest liegt bei den beteiligten Unternehmen, 10 Prozent in bar, 25 Prozent als Eigenleistung. Diese Struktur ist kein Hindernis, sie ist Programm. Sie stellt sicher, dass nur Projekte eingereicht werden, hinter denen die Unternehmen wirklich stehen. Alain Lunghi, stellvertretender Direktor der WIF, sieht Vorausschau als entscheidenden Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Freiburger Unternehmen.

    Jetzt einreichen
    Projekte können einzeln oder im Konsortium über www.promfr.ch/de/nrp  eingereicht werden. Der Aufruf wird getragen von der Wirtschaftsförderung WIF, der Handels- und Industriekammer Freiburg, der HTA-FR sowie der Innovationsplattform INNOSQUARE. Die Frist läuft am 9. September 2026 ab. Wer die Bauwende als Chance begreift, hat noch Zeit zum Handeln.

  • Innovationswettbewerb für Bau-Startups in der dritten Runde

    Innovationswettbewerb für Bau-Startups in der dritten Runde

    Die Basler Startup Academy und die Fachmesse Swissbau haben die dritte Swissbau Startup Challenge ausgeschrieben. Die Kooperation fördert Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienbranche, die aktiv zu deren Transformation beitragen. Entsprechend liegt ein besonderer Fokus auf der Kreislaufwirtschaft. In einer Meldung auf LinkedIn zeigen sich die Veranstaltungspartner erfreut, «hier BaselCircular als Partner mit an Board haben».

    Teilnehmen können Start-ups, die nicht älter als zwei Jahre sind, und Scale-ups, die es noch nicht länger als vier Jahre gibt. Sie haben die Möglichkeit, an einer Pitching-Runde teilzunehmen und professionelle Rückmeldungen zu ihrer Geschäftsidee zu erhalten. Gleichzeitig werden sie an Bootcamps und Workshops der Startup Academy und durch das Branchennetzwerk der Swissbau gefördert.

    Die Top-Teams treten beim Finale an der Swissbau vor einer Fachjury und dem Messepublikum auf. Die Messe findet vom 20. bis 23. Januar 2026 statt. Optional können die Jungunternehmen dort auch eine Präsenz am Infopoint zum rabattierten Preis buchen.

    Beim Finale wird erstmals auch der Swissbau Circular Award verliehen. Mit dieser Auszeichnung möchten die Veranstaltungspartner neue, kreative Lösungen für eine nachhaltige Bauweise identifizieren und unterstützen sowie Start-ups, etablierte Unternehmen und Fachleute zusammenbringen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Ausserdem soll die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienbranche herausgestellt werden. Die Anmeldung zur Challenge ist bis 31. März möglich.

    Die Swissbau ist eine Messe der MCH Group mit Sitz in Basel.

  • Forschung am ressourceneffizienten Bauen im NEST vorangetrieben

    Forschung am ressourceneffizienten Bauen im NEST vorangetrieben

    Das Modul STEP2 im Forschungs- und Innovationsgebäude NEST an der Empa hat am 29. August Einweihung gefeiert, informiert die Empa in einer Mitteilung. Im neuen Modul werden neue Technologien für ressourcenschonendes Bauen erprobt. Die im STEP2 installierten Ansätze wurden von der Empa in Zusammenarbeit mit Forschungs- und Industriepartnern entwickelt. Als Hauptpartner fungierten dabei BASF und das Architekturbüro ROK.

    STEP2 wartet unter anderem mit einer geräuschdämmenden Rippen-Filigrandecke aus Beton und einer im 3D-Druck gefertigten Betontreppe auf. Die Fassade mit integrierter Beschattung und kontrollierter natürlicher Lüftung ist als Versuchsplattform konzipiert. Als erstes wird hier ein Fensterelement mit 3D-gedruckter Struktur getestet. Alle Innovationen dienen dazu, den Material- und Energieverbrauch beim Bauen zu senken und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

    „Gleichzeitig ist es uns ein grosses Anliegen, dass wir Lösungen entwickeln, die marktfähig sind und in der Baubranche tatsächlich eine Zukunft haben“, wird Enrico Marchesi, Innovation Manager im NEST, in der Mitteilung zitiert. Hauptpartner BASF will STEP2 nutzen um „das breite Chemie-Know-how von BASF in Zusammenarbeit mit den anderen Partnern in konkrete, neue und nachhaltige Lösungen für den Bausektor einfliessen zu lassen“, erläutert Olivier Enger, Senior Innovation Manager bei BASF. „In der Praxis eines solchen Bauprojekts erfordert das engste Zusammenarbeit aller Beteiligten von der Konzeption bis zur Umsetzung“, meint Architekt Silvan Oesterle von ROK.