Schlagwort: Baukultur

  • Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Die ausgezeichneten Projekte, die zwischen 2021 und 2024 realisiert wurden, tragen mit ihrer architektonischen Qualität, einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und einem starken sozialen Bezug zur Identität und Lebensqualität der Stadt Zürich bei. Von Freitag, 3. Oktober, bis zum 9. November 2025 sind die prämierten Bauwerke in der thematischen Ausstellung im Zentrum Architektur Zürich zu sehen.

    Hundert Projekte, zehn Auszeichnungen
    «Die Qualität und Vielfalt der rund hundert eingereichten Projekte war beeindruckend», erklärte Stadtpräsidentin Corine Mauch. Die eingereichten Werke schaffen lebendige Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, fördern sozialen Austausch und prägen die Identität der Quartiere. Eine interdisziplinäre Fachjury unter dem Vorsitz von Stadtrat André Odermatt wählte aus diesem breiten Spektrum die zehn herausragenden Bauten aus.

    Sozialräumliche und ökologische Verantwortung
    Die Bewertung ging über reine Architektur hinaus. Auch sozialräumliche Aspekte wie Inklusion, Begegnungsmöglichkeiten und der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen flossen in die Entscheidungsprozesse ein. «All diese Projekte verbindet, dass sie Verantwortung übernehmen, für Menschen, Natur und die Identität der Stadt. Sie prägen, wie wir Zürich wahrnehmen und schaffen bleibende Erinnerungen», so André Odermatt.

    Freiraum als Schlüssel zur urbanen Lebensqualität
    Stadträtin Simone Brander hob besonders die Bedeutung auch kleiner und unscheinbarer Freiräume hervor: «Diese Zwischenräume bestimmen massgeblich, wie eine Stadt und ihre Quartiere funktionieren und wie wir sie erleben.»

    Publikumspreis geht an den Neubau des Universitäts-Kinderspitals
    Der Publikumspreis wurde durch ein Online-Voting ermittelt und ging mit rund 300 Stimmen an das Neubauprojekt des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Mit seiner modernen Holz- und Betonarchitektur schafft das Gebäude eine warme Atmosphäre und setzt architektonisch sowie funktional neue Standards im Gesundheitsbau.

    Ausgezeichnete Projekte
    Büro- und Gewerbehaus Binzstrasse
    Bauherrschaft: Swiss Life Asset Management AG
    Architektur: EM2N Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Gesamtinstandsetzung Wohnsiedlung «Im Birkenhof»
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Romero Schaefle Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur GmbH

    Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt
    Bauherrschaft: SBB AG, Immobilien Development
    Architektur: Aebi & Vincent Architekten SIA AG

    Gesamtsanierung Gebäude Q, Werkstadt Areal
    Bauherrschaft: SBB Immobilien AG
    Architektur: Baubüro in situ ag
    Nutzungstransformation: denkstatt sàrl

    Haus im Garten
    Bauherrschaft: Irma Peter
    Architektur: Loeliger Strub Architektur
    Landschaftsarchitektur: Permatur

    Hochhausensemble WolkenWerk und Messeturm
    Bauherrschaft: Leutschenbach AG, Nyffenegger Immobilien AG
    Architektur: Staufer & Hasler Architekten AG, von Ballmoos Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Mavo GmbH

    Kongresshaus und Tonhalle Zürich – Instandsetzung
    Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
    Architektur: ARGE Boesch Diener
    Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten AG

    Neubau Universitäts-Kinderspital Zürich (Publikumspreis)
    Bauherrschaft: Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
    Architektur: Herzog & de Meuron
    Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG

    Provisorische Sportbauten
    Bauherrschaft: Kanton Zürich, Baudirektion Hochbauamt
    Architektur: pool Architekten
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Schulanlage Allmend
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Studio Burkhardt – Studio für Architektur ETH SIA
    Landschaftsarchitektur: Ganz Landschaftsarchitekten

    Auch provisorische Sportbauten und Schulgebäude wurden für ihre Nutzung von Holz und nachhaltige Gestaltung gewürdigt.

    Ausstellung und Podium
    Die Ausstellung im ZAZ Bellerive bietet die Möglichkeit, sämtliche ausgezeichneten Bauvorhaben im Detail kennenzulernen. Am 5. November 2025 findet dort zudem ein Podium zum Thema «Weiterbauen: Strategien für den Bestand» statt. Führende Expertinnen und Experten aus Architektur, Planung und Immobilienentwicklung diskutieren Perspektiven für die urbane Nachverdichtung und nachhaltige Nutzung bestehender Bausubstanz.

    Ein Preis mit Tradition und Zukunftssinn
    Die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich wird nur alle fünf Jahre verliehen und ist der renommierteste städtische Architekturpreis. Durch die bewusste Berücksichtigung nachhaltiger und sozialer Kriterien fördert sie eine Baukultur, die Zürich nicht nur heute prägt, sondern auch für zukünftige Generationen lebenswert macht.

  • Stadt Zürich präsentiert Baukultur

    Stadt Zürich präsentiert Baukultur

    Die Denkmalpflege und Stadtarchäologie Zürich präsentieren im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals 2025 am 11. und 13. September das baukulturelle Erbe der Stadt Zürich. Die Zürcher Denkmalpflege eröffnet am 11. September laut einer Mitteilung der Stadt die Denkmaltage im neuen Schulhaus und Musikzentrum Brunnenhof und feiert mit Katrin Gügler, Direktorin des Amts für Städtebau, und Bauvorsteher Andre Odermatt das 50-jährige Jubiläum des Denkmalschutzjahres 1975. Am Abend folgt die Vernissage der Publikation „erhalten&umnutzen“, die mit einer Podiumsdiskussion und musikalischer Begleitung des Musikkonservatoriums Zürich (MKZ) gestaltet wird.

    Gemeinsam organisieren die Denkmalpflege und die Stadtarchäologie Zürich am 13. September ausserdem zahlreiche Führungen, die die Erzählungen der Zürcher Baudenkmäler zum Thema haben. Umnutzungen, Restaurierungen, Funde und Befunde werden erörtert. Beide Anlässe am 11. und 13. September sind kostenlos. Für die Teilnahme an den Führungen am 13. ist eine vorherige Anmeldung erwünscht

    Die Europäischen Tage des Denkmals, die 2025 das 50-jähriges Jubiläum des Denkmalschutzjahres 1975 feiern, widmen sich dieses Jahr dem Thema Architekturgeschichten.

  • Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Am 13. und 14. Mai 2025 traf sich die NFP-81-Community erstmals persönlich in Thun. Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus 13 Forschungsteams präsentierten ihre Projekte in kurzen Vorträgen und gewährten dabei Einblick in die beeindruckende thematische Breite des Programms. Ergänzt wird diese akademische Vielfalt durch die 45 Praxispartnerinnen und -partner, die mit ihrem Praxiswissen die Forschungsarbeiten bereichern. Insgesamt sind über 130 Personen direkt am Programm beteiligt. Ein klares Zeichen für die starke Verankerung des NFP 81 in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

    Impulse aus der Praxis: Stadt Thun als Gastgeberin
    Der erste Veranstaltungstag endete mit zwei aufschlussreichen Vorträgen von Dr. Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun und Florian Kühne, Stadtarchitekt von Thun. Beide betonten die entscheidende Rolle eines offenen Dialogs in der Baukultur und die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese Perspektiven lieferten wichtige Impulse für die Arbeit in den Forschungsprojekten, die das Ziel haben, ökologische und soziale Fragen in der Baukultur stärker zu verknüpfen.

    Austausch über gemeinsame Herausforderungen
    Der zweite Veranstaltungstag diente dazu, die gemeinsamen Herausforderungen und Schnittmengen der vielfältigen Forschungsvorhaben zu identifizieren. Dr. Oliver Martin vom Bundesamt für Kultur und Prof. Ivana Katurić, Co-Autorin eines Handbuchs für das New European Bauhaus, gaben den Auftakt für einen intensiven Austausch. In gemischten Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmenden engagiert darüber, wie sich unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen bündeln lassen, um innovative und nachhaltige Lösungen für den gebauten Raum zu entwickeln.

    Gemeinsame Vision und positives Fazit
    Zum Abschluss des Treffens zeigte sich Prof. Dr. Paola Viganò, Präsidentin der Leitungsgruppe, erfreut über den intensiven Austausch und die Aufbruchstimmung: «Ich freue mich zu sehen, dass hier eine Gruppe entsteht, die ein gemeinsames Ziel teilt. Wir alle möchten mit diesem Programm den Diskurs über den ökologischen und sozialen Wandel des gebauten Raums voranbringen.» Dieser Satz bringt das gemeinsame Selbstverständnis der Teilnehmenden auf den Punkt: Das NFP 81 ist keine Aneinanderreihung isolierter Projekte, sondern eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Mission.

    Transparenz und Partizipation
    In den kommenden Tagen werden auf der Webseite des NFP 81 die Porträts der einzelnen Projekte aufgeschaltet. Neben prägnanten Beschreibungen der Forschungsvorhaben werden dort auch die Praxispartner vorgestellt, die im Programm eine tragende Rolle einnehmen. Dieser transparente Einblick soll nicht nur den Austausch innerhalb der Community fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit ansprechen und zum Mitdenken und Mitwirken einladen.

  • Historische Kurhäuser im Kanton Waadt nachhaltig renoviert

    Historische Kurhäuser im Kanton Waadt nachhaltig renoviert

    Die renovierten Gebäude in Bière, Dommartin, Romainmôtier, Rougemont und Vufflens-le-Château stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Die Restaurierung erfolgte mit höchster Sorgfalt, um die historische Substanz zu bewahren. Gleichzeitig wurden Fassaden, Dächer, Fenster, Isolierungen und technische Installationen modernisiert, um die Energieeffizienz zu steigern, ohne den ursprünglichen Charakter der Bauwerke zu verändern.

    «Jeder restaurierte Stein, jedes renovierte Dach vermittelt eine Botschaft an die kommenden Generationen, die eines Kantons, der auf die Bewahrung seines Erbes achtet. Mit der Modernisierung dieser fünf Kuren verbinden wir Denkmalpflege mit nachhaltiger Entwicklung», betonte Isabelle Moret, Leiterin der Abteilung für Kulturerbe, bei ihrem Besuch vor Ort.

    Stärkung der lokalen Wirtschaft durch traditionelles Handwerk
    Die Renovationen wurden in enger Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern durchgeführt. Damit stärkt der Kanton nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern erhält auch wertvolles handwerkliches Know-how. Das Projekt zeigt, dass Denkmalschutz und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam eine zukunftsweisende Strategie für die Baukultur bilden.

  • Davos Baukultur diskutiert nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt

    Davos Baukultur diskutiert nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt

    Die Davos Baukultur Allianz hat an ihrer Jahresversammlung am 18. Juni in Genf die Weichen für eine nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt gestellt. An der von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eröffneten Konferenz wurden entsprechende Vorgehensweisen und erfolgreiche Modelle aus der Praxis diskutiert, informiert das Bundesamt für Kultur in einer Mitteilung. Die 2023 in Partnerschaft mit dem Weltwirtschaftsforum (WEF) gegründete Allianz ist davon überzeugt, dass sich nachhaltiges, kreislauffähiges und gleichzeitig erschwingliches Bauen sowohl aus sozialer und ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnt.

    Der Davos Baukultur Allianz gehören aktuell 27 Staaten, 21 internationale Unternehmen der Bau- und Immobiliengesellschaft sowie eine Reihe zivilgesellschaftlicher und internationaler Organisationen an. «Die Davos Baukultur Allianz steht für die Notwendigkeit, die vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gemeinsam anzugehen», wird Alois Zwinggi, Managing Director des WEF, in der Mitteilung aus seiner Ansprache an der Konferenz zitiert. «Mit ihrer sektorenübergreifenden Aufstellung ist die Allianz ein Vorbild für ein effektives, wirkungsvolles Schaffen besserer Lebensräume für alle.»

    Zu den Schweizer Gründungspartnern gehört der weltweit aktive Baustoffkonzern Holcim. «Unsere gebaute Umwelt muss mit dem Menschen im Mittelpunkt und in erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor sowie der Zivilgesellschaft gestaltet werden», so Cédric De Meeûs, Head Public Affairs & Government Relations bei Holcim, an der Konferenz.

  • Birsstadt wird mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet

    Birsstadt wird mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet

    Der Schweizer Heimatschutz verleiht den diesjährigen Wakkerpreis an den Verein Birsstadt. Er ehrt damit die Zusammenarbeit von neun Gemeinden im Kanton Basel-Landschaft und der Solothurner Gemeinde Dornach bei der Lösung der Herausforderungen in der Agglomeration. Diese Zusammenarbeit lege die Grundlage für die Reparatur des unkoordiniert gewachsenen Raumes vor den Toren der Metropole Basel.

    Der Heimatschutz lobt in seiner Medienmitteilung insbesondere die Aufwertung des Natur- und Lebensraums an der Birs, die sorgfältige Weiterentwicklung bedeutender Industrieareale und die Sicherung und Stärkung des baukulturellen Erbes. Im Rahmen der Birsstadt werden aber auch übergeordnete Strategien in den Themenbereichen Landschaft, Siedlung, Mobilität und Anpassung an den Klimawandel behandelt.

    Der Verein Birsstadt wurde 2018 gegründet. Ihm gehören ausser Dornach die Gemeinden Aesch, Arlesheim, Birsfelden, Duggingen, Grellingen, Muttenz, Münchenstein, Pfeffingen und Reinach an. Gemeinsam haben die zehn Gemeinden rund 94‘000 Einwohnende. Der Verein sieht grosse Chancen in der Auszeichnung durch den Heimatschutz. Er wolle diese Chance nutzen, um die Birsstadt schweizweit besser bekannt zu machen, schreibt er in einer eigenen Mitteilung. Ausserdem will er in diesem Jahr ein Projekt zum Umgang mit der Baukultur in der Region lancieren.

    Der Preis wird am 22. Juni im Rahmen eines Wakkerpreisfestes auf dem Domplatz in Arlesheim übergeben.

  • Eine Hommage an schweizerische Baukultur und Innovation

    Eine Hommage an schweizerische Baukultur und Innovation

    Der renommierte Prix SIA ist mehr als eine Auszeichnung; er repräsentiert den Anspruch des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, die Baukultur in der Schweiz zu fördern und zu prägen. Vom 24. Juli bis zum 31. Oktober 2023 können Projekte eingereicht werden, die durch ihre Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und baukulturelle Signifikanz beeindrucken.

    Die Bewertung der Projekte wird mithilfe des „Davos Qualitätssystem für Baukultur“ durchgeführt, welches auf acht Kriterien basiert. Hierbei spielt die Integration von Aspekten wie Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Schönheit eine zentrale Rolle. Die Jurymitglieder, Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen, bringen dabei ihr breitgefächertes Know-how in den Bewertungsprozess ein.

    Einen besonderen Stellenwert erhält die Webplattform prixsia.ch. Hier werden nicht nur Projekte hochgeladen, sondern auch die Jury stellt sich vor und definiert ihre Sichtweise zur Baukultur. Weiterhin erhalten die öffentlich zugänglichen „Prix SIA Talks“ eine Plattform, in denen die besten Projekte detailliert vorgestellt und besprochen werden. Die Beteiligung des Publikums wird grossgeschrieben: Mittels Online-Voting können alle Interessierten für ihr Lieblingsprojekt stimmen.

    Den Höhepunkt bildet die feierliche Auszeichnungszeremonie am 23. Mai 2024 in Winterthur. Hier werden nicht nur die Preise der Jury, sondern auch der Publikumspreis verliehen. Der SIA lädt hierzu ein breites Spektrum an Fachleuten und Interessierten aus unterschiedlichsten Bereichen ein, um gemeinsam die Baukultur in der Schweiz zu feiern und zukünftige Visionen zu diskutieren.

  • Unter Wachstumsdruck

    Unter Wachstumsdruck

    Das Problem ist erkannt: Mehr Menschen, die gleichzeitig immer mehr Wohnfläche pro Kopf wollen. Bis 2040 sollen in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik exakt 10’015’400 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Der Raum ist knapp. Lösungen für eine nachhaltige und qualitätsvolle Siedlungsentwicklung sind weder einfach, noch sind sie kurzfristig zu realisieren. 

    Andres Herzog, Architekt und Redaktor der Zeitschrift Hochparterre, zeigt in seinem Artikel anhand von Beispielen aus der Stadt, Agglomeration und dem Dorf auf, wie eine höhere Dichte möglich ist und gleichzeitig baukulturelle Qualitäten erhalten und neu geschaffen werden können. Balz Halter, Verwaltungsratspräsident der Halter AG, betont die Bedeutung einer parzellenübergreifenden Stadtplanung. Der Wirtschaftswissenschafter und Glücksforscher Mathias Binswanger plädiert im Interview für Mässigung und damit weniger Wohnfläche pro Kopf. Er sagt aber auch klipp und klar: Ohne Wachstum laufen wir direkt in die Krise. 

    Während Jahrzehnten haben wir uns geübt im Bauen auf der grünen Wiese. Das ging insbesondere in Zeiten tiefer Zinsen einfach und schnell. Die Konsequenzen im Raum sind augenfällig und schmerzhaft. Von dieser Kultur des Bauens müssen wir wegkommen. Verdichten heisst nicht Tabula rasa. Bauen im Bestand, also dort bauen und erhalten, wo bereits viele Menschen leben und sich wohl fühlen, ist die neue Disziplin. Qualitätsvolle Innenentwicklung wird zum Massstab aller Bau- und Planungsämter. Dazu 

    gehört auch ein achtsamer Umgang mit schützenswerten Bauten und Freiräumen, denn ein solcher schafft im besten Falle mehr Lust auf Dichte.

  • Chalet. Sehnsucht, Kitsch und Baukultur

    Chalet. Sehnsucht, Kitsch und Baukultur

    Die Schweiz liebt ihre Chalets. Auch ausländische Reisende verbinden das Wohnen auf Zeit in den Ski- und Wanderferien mit dem Charme des Holzhäuschens. Doch was ist eigentlich ein «Chalet»? Gibt es Eigenschaften, die ein gemütliches Holzhaus zu einem Chalet machen? Ist es das weit ausladende Dach? Sind es die Geranien vor den Fenstern, die geschnitzten Dachbalken? Oder ist das «Chalet» einfach Sinnbild der Sehnsucht nach alpiner Natur und somit eine Erfindung, ein Mythos? Je genauer man das Chalet zu fassen versucht, desto unschärfer werden seine Konturen.

    In der Ausstellung «Chalet. Sehnsucht, Kitsch und Baukultur» (10. März bis 30. Juni 2023) nimmt die Schweizerische Nationalbibliothek mit dem Kooperationspartner Gelbes Haus Flims eine Auslegeordnung vor: augenzwinkernd, informativ und unterhaltsam. Sie nähert sich diesem Schweizer Phänomen über die drei Schwerpunkte Sehnsucht, Kitsch und Baukultur. Sie zeigt, wie das Chalet zum romantischen Sehnsuchtsbild wurde. Sie verfolgt den Weg des «Laubsägeli-Chalet» zum Exportschlager und im Kleinformat zum Souvenir. Sie präsentiert aktuelle Bauten, die frei mit diesem Typ Haus umgehen.

    Eine Annäherung auf spielerische Art
    Die Ausstellung bietet auf spielerische Art eine Annäherung ans Thema Chalet aus verschiedenen Blickwinkeln und via unterschiedliche Medien: Text, Bild, Film, Grafik, Ton, interaktive Stationen und Objekte. Dabei wird einerseits auf Leihgaben zurückgegriffen: von Spielsachen über Modelle bis hin zu Fotografien zeitgenössischer Chaletbauten (z.B. von Gion Caminada) und «falscher Chalets», die eigentlich Bunker sind. Andererseits werden Sammlungsbestände der Nationalbibliothek präsentiert. So werden beispielsweise Werke aus dem Schweizerischen Literaturarchiv (Archiv des Autors Daniel de Roulet, seine Publikation «Un dimanche à la montagne»), aus der Graphischen Sammlung (Kleinmeister, Plakate) und Publikationen zum Thema Chalet aus der Allgemeinen Sammlung gezeigt.

    Letztlich leistet die Ausstellung «Chalet» einen Beitrag dazu, das Phänomen Chalet genauer zu fassen, also Fragen zu beantworten wie: Was macht ein Chalet aus? Warum ist es ein Sinnbild für die Sehnsucht nach der alpinen Natur? Und was bedeutet das in einer Zeit, in der viele (corona-bedingt) aufs Land gezogen sind? Zudem zeigt die Schau, wie das zeitgenössische Chalet aussehen kann und ist somit auch für Architektur- und Designinteressierte aufschlussreich.

    Vielfältiges Begleitprogramm zur inhaltlichen Vertiefung
    Zur Ausstellung hat die Schweizerische Nationalbibliothek einerseits Veranstaltungen für ein breites Publikum vorgesehen: Sowohl an der Berner Museumsnacht vom 17. März 2023 als auch am BiblioWeekend, dem Wochenende der schweizweit offenen Bibliotheken, vom 25./26. März 2023 werden für Gross und Klein Konzerte, Lesungen, Kreativworkshops, eine Silent Disco, Magazinführungen u.v.m. angeboten. Ausserdem führt am 2. Mai 2023 der Kurator durch die Ausstellung. Andererseits setzt die Nationalbibliothek auf die digitale Kulturvermittlung: Im Podcast «Gegensprecher» gehen vier Fachpersonen zusammen mit dem Kurator den einzelnen Ausstellungslinien nach und bringen ihr Wissen und ihre Sicht im Gespräch ein. Zudem werden auf der Website kleinmeister.ch unter dem Titel «Chalets auf allen Bildern» historische Bilder von Schweizer Häusern aus der Graphischen Sammlung der Nationalbibliothek so aufbereitet, dass die Betrachtenden in die frühe Baukultur der Schweiz eintauchen können.

  • Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Die Schweizer Pärke schätzen und achten Natur und Landschaft als Lebensgrundlage. Sie engagieren sich für eine reiche Biodiversität, eine hohe Landschaftsqualität und die Energiewende. Gleichzeitig setzen sie sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes ein und entwickeln touristische Angebote, welche die Wertschöpfung in den Regionen erhöhen. Die Stiftung Ferien im Baudenkmal setzt sich für den sinnvollen Fortbestand bestehender Bauten und Kulturlandschaften ein. Mit jedem geretteten Haus sensibilisiert sie ihre Feriengäste für Themen der nachhaltigen Baukultur.

    Die gemeinsamen Werte der Nachhaltigkeit sind der Grund, für die kommunikative Vernetzung der beiden Institutionen. Zurzeit befinden sich 22 Baudenkmäler der Stiftung in zwölf Schweizer Pärken. Dank der gegenseitigen Kommunikation finden sich Feriengäste vor Ort leichter zurecht und können ausgehend von den Baudenkmälern die regionale Baukultur und Natur hautnah erleben.

    Im Rahmen der Kooperation soll das Angebot der Stiftung Ferien im Baudenkmal in den Pärken aktiv erweitert werden. Sanfter Tourismus fördert das Bewusstsein und das Engagement für das kulturelle Erbe.

    Entdecken Sie alle Naturpärke, in denen Sie gleichzeitig auch Ferien im Baudenkmal verbringen können. Während dem Aufenthalt in den Baudenkmälern lassen sich Ausflüge zu allen Sehenswürdigkeiten der Pärke unternehmen. Erleben Sie die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz.