Schlagwort: Baumaterial

  • Wood City — ein Meilenstein für die Städte der Zukunft mit Holz

    Wood City — ein Meilenstein für die Städte der Zukunft mit Holz

    Die Renaissance des Holzbaus als Symbol für ökologisches Bauen
    Im Zentrum von Stockholm Wood City steht die Entscheidung, Holz als primäres Baumaterial zu nutzen. Dieser Schritt reflektiert das wachsende Bewusstsein für umweltfreundliche Bauweisen und unterstreicht die vielen Vorteile, die Holzkonstruktionen mit sich bringen. Neben der ästhetischen Aufwertung des urbanen Raumes tragen Holzbauten zur Verbesserung der Luftqualität bei, fördern das Wohlbefinden, steigern die Arbeitsproduktivität und wirken als natürliche Kohlenstoffspeicher.

    «Stockholm Wood City ist ein Manifest unserer Vision für die Zukunft», erklärt Annica Ånäs, CEO von Atrium Ljungberg. «Das Projekt markiert nicht nur einen bedeutenden Fortschritt für unser Unternehmen, sondern setzt auch einen historischen Meilenstein für die Innovationskraft Schwedens.»

    Innovation und Nachhaltigkeit als Leitprinzipien
    Stockholm Wood City geht über die blosse Verwendung von Holz als Baumaterial hinaus und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in puncto Nachhaltigkeit. Das Projekt integriert fortschrittliche Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und fördert den schonenden Umgang mit Ressourcen durch die Eigenproduktion und gemeinschaftliche Nutzung von Energie sowie den Einsatz ressourceneffizienter Bautechniken.

    Als Leuchtturmprojekt für zukunftsorientierte Stadtentwicklung wird Stockholm Wood City nicht nur das Stadtbild von Stockholm bereichern, sondern auch massgebliche Impulse für die Bauindustrie weltweit setzen. Mit seiner Fusion aus Innovation, Nachhaltigkeit und Gemeinschaftsgeist bietet es eine inspirierende Blaupause für die Gestaltung zukünftiger urbaner Lebensräume.

  • Implenia und Empa spannen für CO2-negative Baumaterialien zusammen

    Implenia und Empa spannen für CO2-negative Baumaterialien zusammen

    Implenia baut als Realisierungspartnerin der Empa die Beyond Zero Unit im NEST-Gebäude der Empa in Dübendorf, informiert die im Opfikoner Stadtquartier Glattpark ansässige Bau- und Immobiliengesellschaft in einer Mitteilung. Die neue Einheit soll der Erforschung von CO2-reduzierten und CO2-neutralen Baumaterialien dienen. Die Beyond Zero Unit wird der mittleren Ebene der Forschungs- und Innovationsplattform NEST eingegliedert.

    «Wir freuen uns, dass Implenia als Partner die grossartige Forschungs- und Innovationsplattform NEST mit einer neuen Unit bereichern darf», wird Jens Vollmar, Head Division Buildings von Implenia, in der Mitteilung zitiert. «Als führender Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister ermöglichen wir so gemeinsam wichtige Erkenntnisse für ein künftiges, CO2-senkendes Bauen und Betreiben von Gebäuden und Infrastruktur.» Implenia will die aus der Beyond Zero Unit gewonnenen Erkenntnisse für eigene Entwicklungen und Planungen nutzen.

    Die neue Einheit im NEST-Gebäude ist nicht die erste Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Forschungsanstalt. «Implenia hat wegweisende nachhaltige Bauten auf dem Empa Campus in Dübendorf realisiert, jüngst ein Labor- und Bürogebäude sowie das erste Parkhaus in Holz-Hybridbauweise in der Schweiz», erläutert Empa-Direktorin Tanja Zimmermann. «Dass Empa und Implenia mit der neuen Partnerschaft auch in der Forschung zu innovativen Baumaterialien zusammenspannen und auf unserer Plattform NEST die zukunftsträchtige Anwendung über einen längeren Zeitraum untersuchen, fördert den direkten Transfer nachhaltiger Innovation in die Praxis.»

  • Holz soll verstärkt als kreislauffähiges Baumaterial dienen

    Holz soll verstärkt als kreislauffähiges Baumaterial dienen

    Die Bauwelt arbeite an der Entwicklung kreislauffähiger Konstruktionen. Das nachwachsende Material Holz eigne sich von Natur aus ausgezeichnet für das nachhaltige Bauen, heisst es in einer Medienmitteilung von Lignum, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. In Zukunft könnten die in Häusern eingesetzten Materialien und Bauteile mehr als nur ein Leben haben. Wenn es gelinge, sie konsequent nachzunutzen, spare dies Energie und vermeide Treibhausgasemissionen. Mit seinem natürlichen Lebenszyklus und seiner Klimawirkung sei das erneuerbare Material Holz prädestiniert für kreislauffähiges Bauen.

    Lignum verweist auf zwei Modellhäuser. Das im Herbst 2021 in Feldbach am Zürichsee eröffnete Demonstrations- und Forschungsobjekt Kreishaus zeige auf kleinstem Raum diese Verwendung von Holz, heisst es von Lignum. Treibende Kraft hinter diesem Pionierbau sei die Umweltingenieurin Devi Bühler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Mit dem Baustoff allein sei es noch nicht getan. „Der Gesamtblick fehlt oft. Kreislauffähiges Bauen braucht unbedingt eine ganzheitliche Planung“, wird Bühler zitiert.

    Vorgefertigte Bauteile liessen sich bei einem Rückbau gemäss entsprechender Planung in vielen Fällen zerstörungsfrei ausbauen, überprüfen und abtransportieren. Für eine kreislauffähige Konstruktion brauche es saubere Schichtentrennung und einfache, reversible Verbindungen.

    Das Büro für Holzbau, Bauphysik und Brandschutz, Pirmin Jung Schweiz AG, habe das in einer Studie zu Rückbau und Wiederverwendung von Holzbauten untersucht. Die Erkenntnisse sind im Haus des Holzes in Sursee LU in die Praxis umgesetzt worden, einem sechsgeschossigen Dienstleistungs- und Wohngebäude in energieeffizienter Holzsystembauweise.

  • Holzbauten bekommen CO2-Zertifikate

    Holzbauten bekommen CO2-Zertifikate

    Das Schweizer Kompetenzzentrum Timber Finance Initiative und das in Seattle im US-Bundesstaat Washington ansässige Unternehmen für Bautechnologie, Immobilienentwicklung und Fondsmanagement, Green Canopy NODE, arbeiten gemeinsam mit dem Zürcher Projektentwickler South Pole und dem Beratungsunternehmen Gordian Knot Strategies aus Portland im US-Bundesstaat Oregon an der Entwicklung einer Methodologie zur Erteilung von CO2-Zertifikaten für Holzbauten, informieren die Partner in einer Mitteilung. Konkret soll die Methodologie es ermöglichen, den im Holzbau gespeicherten Kohlenstoff zu messen und über CO2-Zertifikate zu monetarisieren. Dadurch könnten Holzbauten als Negativemissionstechnologie anerkannt und Holz als emissionsarmes Baumaterial etabliert werden.

    Als Standard für die global anwendbare Methodologie wird das weltweit anerkannte Programm zur Vergabe sogenannter Carbon Credits, Verified Carbon Standard, fungieren. „Der UN-Klimarat hat das Speicherpotenzial und die Vorteile von Holz vor Kurzem offiziell anerkannt“, wird Thomas Fedrizzi, Mitgründer der Timber Finance Initiative, in der Mitteilung zitiert. „Holz ist nicht nur eine Kohlenstoffsenke, sondern erzielt als Baustoff Emissionsreduktionen durch den Ersatz von emissionsintensiven Baumaterialien.“

    Als erneuerbare, emissionsarme Alternative zu Beton und Stahl könne Holz die Umwelt doppelt schützen, heisst es in der Mitteilung. Zum einen, indem Bäume der Atmosphäre CO2 entziehen und zum anderen, indem Bauholz den Kohlenstoff langfristig in Gebäuden speichert. „Häuser aus Massivholz sind langlebiger und können günstiger sein“, erläutert Aaron Fairchild, Co-CEO von Green Canopy NODE. „So werden klimafreundliche Häuser für Menschen aller Einkommensschichten zugänglich.“

  • Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Weltweite Ressourcenknappheit 
    Aktuell schnellen die Preise für viele Baumaterialien in die Höhe. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern – Dämmstoffe, Stahl, alles wird teurer und knapper. Entsprechend steigen auch die Baupreise und drohen, viele Projekt unrentabel werden zu lassen. Zusätzlich fragen gerade die Schwellenländer derzeit viel Material nach und kaufen den Markt leer. Die Situation wird sich also weiter verschärfen. Langfristig kann nur eine verbesserte Projektplanung mit mehr Fokus auf Wiederverwertbarkeit helfen, denn Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen bereits in der Planungsphase. Wenn ganze Gebäude, Gebäudeteile und Baumaterialien recycelbar sind oder eine Anschlussverwendung finden, senkt das nicht nur den Materialbedarf, sondern trägt gleichzeitig auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Es gilt, Cradle to Cradle in Zukunft groß zu denken.

    Nachhaltigkeit nicht nur durch Energieeinsparung in der Nutzungsphase
    Gerade die deutsche Baubranche hat dringenden Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. In den Niederlanden gibt es bereits eine CO2-Deckelung pro Quadratmeter Neubau. Mit der neuen Regierung unter grüner Beteiligung ist es durchaus vorstellbar, dass eine solche Deckelung auch in Deutschland zur neuen Richtlinie wird. Zudem werden die Entsorgungskosten ein großes Thema bleiben und anteilig in die Höhe schnellen. Aufgrund der noch unausgereiften Rahmenbedingungen für Recyclingverfahren und der geringen Deponiekapazitäten werden Abfälle zu weiteren Baukostentreibern. Hier zeigt sich, wie wichtig es in Zukunft sein wird, Baumaterialien und Gebäudeteile lange zu nutzen und später wiederzuverwenden – wie es bereits im Modulbau durch das Refurbishen nachgenutzter Module möglich ist. Die Kreislaufwirtschaft sollte daher schon früh in der Planung im Fokus des Projekts stehen. 

    Digitalisierung und KI auch beim Bauen
    Um die Nachhaltigkeit über die gesamte Branche hinweg zu steigern und der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken, braucht es sowohl eine Optimierung der Planung als auch der Fertigung. Beides muss insgesamt intelligenter werden und sich vernetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ optimal. Sie unterstützt Bauprojekte beispielsweise durch generatives Design, vorausschauende Problemerkennung sowie bei der Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Sie muss aber eben auch in der Produktion ihren Einsatz finden. Ein Beispiel: Die Digitalisierung des Zuschnittes führt zu weniger Verschnitt und Abfall. Dank guter Vorausplanung und des Einsatzes einer KI lässt sich das Restmaterial aus einem Zuschnitt für den weiteren Einsatz bei anderen zukünftigen Projekten verwenden. Das spart nicht nur Material, sondern auch zusätzliche Arbeitsschritte und erhöht so die Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Denn auch Restmaterialien sind Ressourcen.

    Industrialisierte Fertigung wie in der Automobilindustrie
    Das Voranschreiten der Digitalisierung innerhalb der Baubranche ermöglicht zudem den Einsatz von halb- oder vollautomatisierten Prozessen. Sie reduzieren Fehlerquellen und machen die Fertigung effizienter. Denn bezahlbarer Wohnraum lässt sich mit robotergestützten Bauverfahren, in Verbindung mit einem erforderlichen digitalen Management der Baudaten – von der Planung bis zur Baustelle – optimal verwirklichen. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel, der auch in den nächsten Jahren nicht zu lösen sein wird, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz. Auch Daiwa House Modular Europe wird in der bereits geplanten deutschen Gigafactory auf automatisierte Prozesse setzen.

    Diese vier Trends sollten die Baubranche zum Umdenken animieren. Dazu kommen eine Reihe weitere Veränderungen wie ein Generationenwechsel in den Reihen der Führungskräfte sowie der politische und gesellschaftliche Wandel. Bauherren sind mittlerweile offen für standardisierte Gebäudelösungen. Modular geplante und gebaute Gebäude bieten eine kurze Bauzeit sowie hohe Qualität durch eine Vorfertigung von ungefähr 90 Prozent im Werk. Gerade in den Segmenten Wohnen, Pflege, Hotels und Bildung sind trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Bedürfnisse gegeben – daher muss nicht jedes Gebäude ein Prototyp sein.

  • Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Bereits 2014 habe das Institut für Werkstoffe und Holztechnologie (IWH) an der Berner Fachhochschule (BFH) ein Forschungsprojekt begonnen, bei dem günstiges und nachhaltiges Baumaterial an Kokosfasern entwickelt werden sollte, informiert die BFH in einer Mitteilung.  Die dabei gewonnen Erfahrungen werden von Michail Kyriazopoulos in einer Ausgründung der BFH weiterentwickelt. Der ehemalige Student und wissenschaftliche Mitarbeiter am IWH hat zusammen  mit Daniel Dinizo das Jungunternehmen NaturLoop gegründet.

    Als erstes Produkt hat NaturLoop eine aus Kokosfasern hergestellte Bauplatte lanciert. Für ihre Herstellung werden Ernteabfälle philippinischer Kokosnussbauern verwertet. „Mit Cocoboard bieten wir eine nachhaltige, günstige und lokale Alternative zu den herkömmlichen Baumaterialien“, wird Kyriazopoulos in der Mitteilung zitiert. Als nächstes steht bei NaturLoop die Eröffnung einer Produktionsanlage auf den Philippinen auf dem Programm.

    Die Produkte des Berner Jungunternehmens sollen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten Baumaterialien verringern. Der Verkauf der Kokosnussfasern bietet den einheimischen Kokosnussbauern zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. „Als Technologie-Dienstleister wollen wir komplette Lösungen zur Entwicklung nachhaltiger, natürlicher Biokomposite, hergestellt aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, anbieten“, meint NaturLoop-CEO  Dinizio. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit, „die gegenseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch zu berücksichtigen.“

  • Porta Samedan entsteht mit rezykliertem Baumaterial

    Porta Samedan entsteht mit rezykliertem Baumaterial

    Das neue Einkaufszentrum Porta Samedan wird von der Migros Ostschweiz und der Pfister Immobilien AG realisiert. In diesen Tagen findet die Betonierung der Etagen des Neubaus statt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Bei den Baumaterialien setzen die Partner auf die Kreislaufwirtschaft. Sowohl beim Beton als auch beim Zement kommen wiederverwertete Produkte zum Einsatz.

    Der eine Hauptbestandteil im Beton ist der Zement. Dieser kommt per Bahn aus dem Holcim-Werk in Untervaz GR ins Oberengadin, wo Montebello vor Ort den Recyclingbeton produziert. Eingesetzt wird das Holcim-Produkt Susteno. Dieses ist den Angaben zufolge europaweit der einzige ressourcenschonende Zement, bei dem als Zumahlstoff der feine Anteil von Mischgranulat aus rückgebauten Gebäuden eingesetzt wird, der in der Betonproduktion nicht verwertet werden kann. Holcim kann den Baustoffkreislauf mit Susteno vollständig schliessen, da dieses Material sonst deponiert werden müsste.

    Der andere Hauptbestandteil im Beton sind die Gesteinskörnungen. „Hier setzen wir auf Recycling: Statt natürlichem Kies verwenden wir Abbruchmaterial aus der Region“, erklärt Flurin Wieser vom Engadiner Bauunternehmen Montebello.

    „Die Überbauung Porta Samedan zeigt, dass die Baustoffbranche mit innovativen Produkten und Lösungen eine immer wichtigere Rolle beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft spielt und massgeblich zu einer nachhaltig gebauten Zukunft beiträgt“, so Philippe Rey, Leiter Zementverkauf Deutschschweiz bei Holcim Schweiz.

    Porta Samedan soll 2021 fertiggestellt werden. Es wird unter anderem den ersten Migros-Supermarkt im Engadin beherbergen.