Schlagwort: Bauplanung

  • Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Der Benetics KI-E-Mail-Assistent soll laut einer Mitteilung eine der teuersten Fehlerquellen im Baualltag vermeiden helfen: die falsche Ausführung aufgrund von veralteten Planständen. Entwickelt wurde dieser Assistent von der Benetics AG. Das 2022 gegründete Zürcher Softwareunternehmen stellt ihn als Weltneuheit ab dem 20. Januar auf der Basler Swissbau vor.

    Nach dem ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Sprachassistenten für das Handwerk von 2024 „folgt mit dem KI-E-Mail-Assistenten die zweite Weltneuheit von Benetics AI“, wird CEO Ferdinand Metzler zitiert. „Damit kommen wir unserer Vision einen weiteren Schritt näher: Weniger zeitraubende Admin-Arbeiten, mehr Fokus auf das, was das Handwerk stark macht: die produktive Arbeit.“

    Der E-Mail-Assistent erkennt Bauplan-PDFs in eingehenden E-Mail-Anhängen und vergleicht diese mit vorhandenen Plänen in allen bestehenden Projekten. Er benachrichtigt automatisch, wenn ein neuer Planstand eingegangen ist. Und er stellt mit einem Knopfdruck sicher, dass niemand mehr auf dem alten Planstand arbeitet.

    Der KI-Assistent wird direkt in Microsoft Outlook eingebettet und kann von dort in weitere Systeme wie SharePoint oder andere DMS- und CDE-Lösungen integriert werden. Die offene API von Benetics AI sowie neue Konnektoren auf Make.com und Zapier ermöglichen den Angaben zufolge flexible Integrationen. „So entsteht erstmals ein durchgängiger digitaler Planfluss bis zum Monteur auf der Baustelle,“ heisst es in der Mitteilung.

    „Die Outlook-Integration bringt noch mehr Struktur in den Bauablauf“, so Bledar Beqiri. Er ist Leiter der Montage im Anlagenbau bei der Basler Rosenmund Haustechnik AG und Nutzer des KI-E-Mail-Assistenten. „Neue Planstände erreichen unsere Teams schneller und ohne Umwege. Das reduziert Fehlerquellen und gibt unseren Projektleitern mehr Sicherheit in der Ausführung.“

  • Neues Tool erleichtert Koordination zwischen 2D und 3D

    Neues Tool erleichtert Koordination zwischen 2D und 3D

    Revizto hat seiner integrierten Kollaborationsplattform für die Architektur-, Ingenieurs-, Bau- und Betriebsbranche (AECO) einige Neuerungen verpasst. Wie das Lausanner Unternehmen in einer Medienmitteilung ausführt, sollen die neuen Werkzeuge und Verbesserungen von Revizto 5.16 die Arbeitsabläufe optimieren und eine intelligentere Zusammenarbeit in jeder Projektphase ermöglichen.

    «Jede Verbesserung in dieser Version wurde entwickelt, um Teams in die Lage zu versetzen, effizienter zu koordinieren und fundiertere Entscheidungen in Echtzeit zu treffen», wird CEO und Gründer Arman Gukasyan zitiert. «All diese Verbesserungen sind das Ergebnis umfangreicher Gespräche mit unserer Kundschaft und des Rückmeldungen unserer Nutzenden. Dies ist nur ein weiterer Schritt auf unserem Weg zur Schaffung eines neuen Standards für die Zusammenarbeit in der AECO-Branche.»

    Zu den Neuerungen zählt etwa, dass Nutzende nun ein 2D-Blatt und ein 3D-Modell einschliesslich Problemen und Markierungen nebeneinander angezeigt bekommen können und es möglich ist, sofort von einer Position in 2D zu der entsprechenden Position im 3D-Modell zu springen, ohne zwischen Registerkarten (Tabs) wechseln zu müssen. Weitere Verbesserungen betreffen das Auswahlfeld, die Objektisolierung und eine Optimierung des Terminplaners. Die neue Kollisionsfunktion «Erforderliche Objekte» automatisiert den Koordinationsprozess, der nun auch über Nacht durchgeführt werden kann.

  • Neue Wege für Zusammenarbeit und Honorierung

    Neue Wege für Zusammenarbeit und Honorierung

    Die aktuelle Revision der Leistungs- und Honorarordnungen des SIA setzt einen neuen Meilenstein in der Bauplanung. Erstmals wurden die Ordnungen für Architektur (SIA 102), Bauingenieurwesen (SIA 103), Landschaftsarchitektur (SIA 105) und Gebäudetechnik (SIA 108) harmonisiert. Diese Harmonisierung soll die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen stärken und Missverständnisse durch uneinheitliche Begriffe oder Leistungsbeschreibungen vermeiden. Die Basis hierfür bildet ein gemeinsames Phasenmodell und die klare Zuordnung von Funktionen wie Gesamtleitung, Fachplanung, Bauleitung und Baukontrolle.

    Klare Begriffe – weniger Missverständnisse
    Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Vereinheitlichung der Begriffe. Beispielsweise ersetzt der Begriff „gestalterische Baukontrolle“ die bisher unterschiedliche Verwendung von „gestalterische Leitung“ und „Baukontrolle“. Diese Anpassungen sollen Verwechslungen minimieren und die Kommunikation zwischen den Fachbereichen erleichtern. Auch die Fachkoordination für Gebäudetechnik und Installationen wird klarer geregelt. Sie wird als separate, zu vereinbarende Leistung definiert und kann je nach Projekt von verschiedenen Fachpersonen übernommen werden.

    Zukunftsorientierte Honorarvereinbarungen
    Die früher gebräuchliche Honorarberechnung nach aufwandbestimmenden Baukosten wurde durch einen methodenneutralen Ansatz ersetzt. Dieser berücksichtigt projektspezifische Merkmale und ermöglicht eine transparente Anpassung der Honorare an individuelle Anforderungen. Der neue Artikel 7 der LHO beschreibt detailliert, welche Kriterien in die Kalkulation einfließen sollen, und schafft damit eine Grundlage für rechtssichere und faire Honorarvereinbarungen.

    Vernehmlassung bis 2025
    Die Vernehmlassung der neuen LHO läuft bis zum 28. Februar 2025. Interessierte können die Entwürfe und weitere Informationen auf der Website des SIA einsehen und Stellungnahmen einreichen.

  • Vision für nachhaltiges Technologiezentrum nimmt Form an

    Vision für nachhaltiges Technologiezentrum nimmt Form an

    FlexBase will gemäss bereits vorgestellter Pläne sein neues Technologiezentrum zeitgetreu realisieren. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, konnte das Technologieunternehmen dafür die ebenfalls in Laufenburg ansässige ERNE Gruppe als Generalauftragnehmer gewinnen. Der Bau soll den Plänen nach 2025 beginnen. Ein entsprechendes aktualisiertes Baugesuch ist bei den zuständigen Behörden eingereicht worden.

    Das Technologiezentrum soll auf den ehemaligen Swissgrid-Gelände errichtet werden. Kernstück soll ein Neubau gegenüber dem existierenden Gebäude sein. Nebst vielen Forschungseinrichtungen soll dort ein Rechenzentrum mit Kapazitäten für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz entstehen. Des Weiteren will FlexBase auf dem Gelände einen 20‘000 Quadratmeter grossen Batteriespeicher mit einer Leistung von mehr als 500 Megawatt errichten. Bei dem laut der Mitteilung nicht brennbaren und nicht explosiven Speicher handelt es sich um den «weltweit grössten und modernsten Batteriespeicher seiner Art». Mit dem Bau des neuen Technologiezentrums sollen mehrere hundert Arbeitsplätze für Fachkräfte sowie Ausbildungsplätze entstehen.

    Wie es in der Mitteilung heisst, rechnet Marcel Aumer, CEO der FlexBase Group, trotz der Neuauflage des Projekts nicht mit einer Bauverzögerung. Er begründet die Auffassung mit der engen Zusammenarbeit mit ERNE: «In diesem Projekt habe ich von Anfang an nicht nur die Kompetenz von ERNE, sondern auch die volle Aufmerksamkeit des Top-Managements erfahren.» Auch der CEO von ERNE, Giuseppe Santagada, zeigt sich optimistisch: «Mein persönliches Commitment geht weit über die Realisierung dieses Projektes hinaus; es umfasst auch die Förderung neuer technologischer Kompetenzen und die Steigerung der Standortattraktivität von Laufenburg für die Vision einer prosperierenden Region».

  • Steiner AG will in Wollerau 13 Wohngebäude bauen

    Steiner AG will in Wollerau 13 Wohngebäude bauen

    Die Steiner AG hat das Richtprojekt und den Gestaltungsplan für die Wohnüberbauung Unter Erlen eingereicht. Laut einer Mitteilung des Immobilienentwicklers auf LinkedIn umfasst das Projekt 13 gestaffelte Gebäude in Hanglage. Sämtliche in den Terrassenhäusern vorgesehenen 62 Wohnungen im Minergie-Standard mit 2,5 bis 5,5 Zimmern werden über freie Sicht auf den Zürichsee verfügen.

    Seraina Investment Foundation, die Anlagestiftung der Steiner Investment Foundation, hat das Grundstück 2021 erworben. Sie wurde 2016 als unabhängige und selbstverwaltete Anlagestiftung gegründet und Ende 2022 in Seraina Invest umbenannt. Sie hat ein Portfolio von über 45 Projekten und ein Anlagevolumen von über 1,4 Milliarden Schweizer Franken.

    Gemeinsam mit Seraina Invest und der Familie Meister als Nachbarin im Entwicklungsperimeter schrieb die Steiner AG einen Studienauftrag aus. Schliesslich wurden sieben Teams eingeladen, ihre Entwürfe für dieses anspruchsvolle Gebiet auszuarbeiten. Das Beurteilungsgremium entschied sich für die Vision von NUSUS Architekten und der Studio Vulkan Landschaftsarchitektur.

    Für den Gestaltungsplan Unter Erlen läuft seit 6. Oktober 2023 die öffentliche Planauflage der Gemeinde Wollerau. Grundeigentümer, Entwicklerinnen und Planer hoffen, mit dem Bau der Gebäude und Wohnungen 2028 beginnen zu können. Die Baukosten werden auf rund 50 Millionen Franken veranschlagt.

  • Papiermühle Ittigen: Architektur-wettbewerb ist entschieden

    Papiermühle Ittigen: Architektur-
    wettbewerb ist entschieden

    Ittigen ist eine östliche Vorortgemeinde der Stadt Bern. Das Areal Zentrum Papiermühle befindet sich hier an zentraler Lage, nahe der gleichnamigen S-Bahn-Haltestelle. Es erstreckt sich entlang der Worblentalstrasse und grenzt an die Kreuzung Papiermühle-, die Grauholz- und Worblentalstrasse.

    Für die Entwicklung des Zentrum Papiermühle wurde bereits 2014 eine städtebauliche Lösung – Nutzung, Bebauung, Erschliessung – erarbeitet. Basierend darauf wurden die für das Areal massgebenden Planungsinstrumente wie Richtplan, Zonenplan, Baureglement und Überbauungsordnung angepasst.

    Die Einwohnergemeinde Ittigen, die Steiner Investment Foundation und die Steiner AG führten im Frühling dieses Jahres einen Studienauftrag für das Zentrum Papiermühle durch. Dazu haben sie fünf Planungsteams, bestehend aus Architektur-, Landschaftsarchitektur- und Bauplanungs-Profis, eingeladen.

    Die Projektbeiträge bewertete ein Gremium unter Vorsitz von Michael Geschwentner (Steib Gmür Geschwentner Kyburz Partner AG Architekten & Stadtplaner). Die Bewertungskriterien bezogen sich auf in die Erfüllung der Zielsetzungen sowie auf diverse weitere Faktoren wie Städtebau, Architektur, Freiraum, Erschliessung, Gestaltung, Nutzung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Von besonderer Bedeutung waren zudem qualitative und überzeugende Wohnungsgrundrisse.

    Überzeugende Wohnungsgrundrisse waren wichtig bei der Bewertung des Projekts. Visualisierung der Innenräume des Hochhauses (oben) und des Langhauses (rechts).

    Den Architekturwettbewerb gewonnen haben E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten gemeinsam mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und Schnetzer Puskas Ingenieure. Laut Jury weise der Entwurf des Gewinnerteams eine geschickte städtebauliche Setzung auf. Sie verleihe dem Ort eine starke Identität mit grossen räumlichen Qualitäten und dem gewünschten Öffentlichkeitsgrad. Die Jury hat das Projekt einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen.

    Das Planungsteam entwickelte eine volumetrische Setzung von Hochhaus und Langhaus mit einem gut proportionierten, allseitig erschlossenen Platz, der die unterschiedlichen Höhensituationen aufnimmt und eine klare Adressbildung für Gewerbe und Wohnen erreicht.

    Die filigrane Erscheinung des Hochhauses verbindet sich mit der feingliedrigen Holzbauweise des Längsbaus. Das überhohe Erdgeschoss verleiht dem Hochhaus einen selbstbewussten Auftritt und greift im Innenraum den Geländeversatz architektonisch auf. Der neu geschaffene Platz entfaltet im Zusammenspiel mit dem Erdgeschoss eine starke Öffentlichkeit, die das Potenzial besitzt, den Ort zu aktivieren und zu beleben. Der Längsbau profitiert zusätzlich vom rückwärtigen Freiraum
    Die Projektbeiträge aller teilnehmenden Planungsteams wurden nach dem Wettbewerb öffentlich zugänglich ausgestellt.

  • Watt d’Or zeichnet innovative Firmen aus

    Watt d’Or zeichnet innovative Firmen aus

    Der Schweizer Energiepreis Watt d’Or 2022 ist am 6. Januar verliehen worden. Das Bundesamt für Energie (BFE) überreicht dieses Gütesiegel für Energieexzellenz seit 2007 jährlich anlässlich seiner Neujahrsveranstaltung. Die Preise sind nicht dotiert. Sie sollen Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.

    In der Kategorie Gebäude und Raum erhält den Preis die schaerraum ag. Sie hat in nur acht Monaten Bauzeit in Horw LU ein klimaneutrales mehrstöckiges Wohn- und Bürogebäude aus regionalem Holz errichtet. Laut einer Medienmitteilung des BFE produziert es 50 Prozent mehr Strom als es benötigt. Zudem liegen die Mietpreise um rund 20 Prozent unter dem ortsüblichen Durchschnitt. Möglich wird dies durch das modulare Planungsprinzip RaumRaster.

    In der Kategorie Erneuerbare Energien wird mit der Verora AG eine Gruppe von Landwirten aus dem Zuger Berggebiet ausgezeichnet. Sie produziert seit 2012 mit einer selbst weiterentwickelten Pyrolyseanlage Pflanzenkohle aus Baum- und Strauchschnitt. Als Futterzusatz vermindert sie die Gasbildung bei der Verdauung von Kühen und den Ammoniakgeruch im Stall. Zudem erhöht sie den Nährstoffgehalt von Dünger und Kompost und bindet CO2 über Jahrhunderte.

    In der Kategorie Mobilität wurde in diesem Jahr kein Gewinner gekürt. Die SBB erhält den Watt d’Or 2022 in der Kategorie Energietechnologien. Sie hat eine intelligente Lastmanagement-Software entwickelt, das den Bau neuer teurer Stromproduktionsanlagen ersetzt. Bei Lastspitzen, wenn etwa viele Züge gleichzeitig beschleunigen, schaltet sie Zugwagen- und Weichenheizungen für kurze Zeit ab. Bis 2023 könne die SBB auf diese Weise 70 Megawatt flexibel steuern, so das BFE: „Sie übernimmt damit eine Vorbildrolle für das allgemeine Stromnetz der Schweiz.“