Schlagwort: Baustoffinnovation

  • Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Die Idee beruht auf einem gezielten Umbau der Mikrostruktur von Holz. Ausgangspunkt bleiben die natürlichen Hauptbestandteile. Cellulose, die als faserige Trägerstruktur für Zugfestigkeit sorgt, und Lignin, das als natürlicher Klebstoff die Fasern zusammenhält. Im Herstellungsprozess wird ein Teil des Lignins chemisch entfernt, wodurch die Zellulose dicht zusammengepresst werden kann. Das Ergebnis ist ein extrem kompaktes, fasergerichtetes Material mit hoher Dichte und vergleichsweise geringem Gewicht.

    Tests zeigen, dass Superwood rund zwölfmal stärker als unbehandeltes Holz ist und in bestimmten Kombinationen sogar eine höhere Zugfestigkeit als Stahl erreichen kann. Gleichzeitig bleibt der Werkstoff biologisch abbaubar und basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff. Ein seltener Spagat zwischen Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

    Anwendungen im Bauwesen
    Für den Bausektor könnte Superwood zum Gamechanger werden. Seine Kombination aus Leichtigkeit, Tragfähigkeit und umweltfreundlicher Herkunft macht es für tragende Strukturen, Fassadensysteme oder modulare Leichtbauelemente interessant. Das Material lässt sich verarbeiten wie Holz, zeigt aber bessere Resistenz gegen Feuchtigkeit und Verformung.

    Inventwood arbeitet mit Bau- und Architekturpartnern an Pilotprojekten, etwa für vorgefertigte Wandsysteme oder hybride Holz-Beton-Konstruktionen. Auch im Infrastrukturbereich beispielsweise für Brücken, Dächer oder transportable Bauten, sehen Forschende grosses Potenzial.

    Auf dem Weg zur industriellen Nutzung
    Der Weg vom Labor zur Massenproduktion war lang. Die anschliessende Ausgründung Inventwood machte daraus ein marktfähiges Produkt. Entscheidend war die Skalierbarkeit des Verfahrens, das sich inzwischen auf grosse Holzelemente anwenden lässt.

    Das Unternehmen sieht in Superwood eine nachhaltige Alternative zu emissionsintensiven Materialien wie Stahl, Aluminium oder Beton. Die Herstellung benötigt weniger Energie und das gebundene CO₂ bleibt im Material gespeichert. Damit könnte Superwood einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauwesens leisten.

    Holz als Hightech-Material
    Mit der Industrialisierung von Superwood schliesst sich ein Kreis zwischen traditionellem Baustoff und moderner Materialwissenschaft. Aus gewöhnlichem Holz wird ein Hochleistungsstoff, der sich in puncto Stabilität und Nachhaltigkeit neu definiert.

    Sollte das Material in grösserem Massstab verfügbar werden, könnte es den internationalen Holzbau grundlegend verändern, von urbanen Hochhäusern bis zu modularen Infrastrukturen. Die Zukunft des Bauens bleibt aus Holz, nur intelligenter.

  • Holcim übernimmt argentinische Firma Tensolite

    Holcim übernimmt argentinische Firma Tensolite

    Der Zuger Baustoffproduzent Holcim hat laut einer Medienmitteilung eine Vereinbarung zur Übernahme von Tensolite unterzeichnet, einem argentinischen Hersteller innovativer Betonbausysteme. Der Nettoumsatz des Unternehmens mit Werken und einem Vertriebsnetz in Argentinien, Paraguay und Uruguay lag 2023 bei 22 Millionen Dollar. Tensolite beschäftigt 155 Mitarbeitende. Alle sollen übernommen werden. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2024 erwartet.

    „Mit der Übernahme von Tensolite bauen wir unser Solutions & Products-Portfolio in Lateinamerika und weltweit weiter aus“, wird Holcims Lateinamerika-Chef Oliver Osswald zitiert. „Aufgrund seiner führenden Position bei innovativen Fertigteil- und Spannbetonbausystemen wird Tensolite ein wichtiger Bestandteil unserer weiteren Expansion in die attraktivsten Märkte sein und gleichzeitig Synergien mit anderen Geschäftsbereichen wie unserem Netzwerk von Disensa-Baumärkten bieten.“ Die Holcim-Marke Disensa ist das grösste Franchise-Netz für Baumaterialien in Lateinamerika.

    Tensolite wurde 1979 gegründet. Seine Betonbausysteme reichen von Balken und Dachsteinen bis hin zu massgeschneiderten Produkten für grosse Bauvorhaben wie Brückenträger, Tribünen und Gehwege. Zu den weiteren Innovationen gehören kosteneffiziente, ineinandergreifende Fertigteilwände. Sie können von vier Personen ohne den Einsatz von Kränen oder anderen Maschinen montiert werden.