Schlagwort: Bautechnologie

  • Nachhaltige Wandelemente entfeuchten Innenräume

    Nachhaltige Wandelemente entfeuchten Innenräume

    Ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat Bauelemente entwickelt, mit denen sich Räume entfeuchten lassen. Laut einer Mitteilung sind die Elemente in der Lage, Feuchtigkeit zu binden und damit temporär einzulagern. Die Wandelemente bestehen aus einem hygroskopischen Feuchtigkeit bindendem Material. Dieses ist in der Lage, bei Bedarf eine höhere Luftfeuchtigkeit in einem Innenraum aufzunehmen und anschliessend durch Lüften des Raumes wieder an seine Umgebung abzugeben. «Unsere Lösung empfiehlt sich für stark frequentierte Räume, für die die installierten Lüftungsanlagen ungenügend sind», wird der Betreuer des Forschungsprojekts, Guillaume Habert, Professor für Nachhaltiges Bauen an der ETH, in der Mitteilung zitiert.

    Die Bauelemente entstehen aus wiederverwendbaren Materialien, dabei kommen Abfälle aus Marmorsteinbrüchen zum Einsatz. Diese werden feinst vermahlen und mit einem Bindematerial, einem sogenannten Geopolymer, zu einem festen Baustoff verarbeitet. Das Geopolymer besteht dabei aus einer wässrigen Kaliumsilikatlösung und Metakaolin, welches traditionell bei der Herstellung von Porzellan verwendet wird. Produziert wird mittels 3D-Drucktechnik. Bei dieser Technik wird das Marmorpulver schichtenweise aufgetragen und mittels Geopolymer verbunden. «Mit diesem Verfahren lassen sich Bauteile in einem grossen Formenreichtum effizient herstellen», heisst es von Benjamin Dillenburger, Professor für Digitale Bautechnologien der ETH. Bisher konnte das Team so Prototypen eines 20 mal 20 Zentimeter grossen und 4 Zentimeter dicken Wand- und Deckenelements herstellen. Die Forschenden sehen nach diesem Machbarkeitsnachweis Chancen, die Technologie auf industriellen Massstab zu skalieren.

  • Seewasserverbund CoolCity, ein urbanes Powerhouse

    Seewasserverbund CoolCity, ein urbanes Powerhouse

    Mit steigenden Temperaturen verzeichnet Zürich eine Zunahme von Klimaanlagen-Nutzung, was den Energiebedarf in der Stadt signifikant erhöht. CoolCity reagiert auf diesen Trend mit einem ambitionierten Konzept, das den Energiebedarf für Heizung und Kühlung nachhaltig decken soll.

    Ein strategisch positioniertes Energiezentrum
    Im Herzen von Zürich, im ewz-Unterwerk Selnau, wird eine 4.000 m² grosse Energiezentrale errichtet. Diese dient als zentrale Schnittstelle für die effiziente Verteilung von Wärme und Kälte und ist ein Schlüsselelement des städtischen Energieversorgungsnetzes. Das Projekt gewährleistet eine optimale Temperaturversorgung für seine Nutzer: 67°C für Heizung und circa 12°C für Kühlung, direkt aus dem Seewasser. Vor Ort angepasste Temperaturen durch Wärmepumpen und Kühlanlagen sorgen für höchste Effizienz und Komfort.

    Ein nachhaltiges Energieverteilungssystem
    Der Kern von CoolCity bildet ein ausgeklügeltes System aus primären und sekundären Kreisläufen. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Bereitstellung von Wärme oder Kälte und wird im Sommer durch energiesparendes Freecooling ergänzt. Es ist nicht nur ein Projekt für die Gegenwart, sondern auch ein zukunftsorientierter Schritt hin zu Zürichs Ziel, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die Nutzung von Tiefenwasser des Zürichsees zur Gebäudebeheizung und -kühlung reduziert CO²-Emissionen um durchschnittlich 80 Prozent gegenüber fossilen Brennstoffen.

    Überwindung von Herausforderungen
    Trotz breiter Zustimmung sind bei der Realisierung ökologische, gesetzliche und technische Herausforderungen zu meistern. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten von ewz, Anex und anderen Beteiligten ist essenziell, um innovative Lösungen für den Tiefbau und die kontinuierliche Energieversorgung zu entwickeln.

    Die schrittweise Inbetriebnahme von CoolCity ist ab 2031 geplant. Dies ermöglicht eine adaptive Optimierung des Systems an die sich wandelnden Bedürfnisse Zürichs. Durch diese Entwicklung übernimmt der Zürichsee eine doppelte Funktion: Neben einem Naherholungsgebiet wird er zur Basis einer nachhaltigen Energieversorgung der Stadt.

    CoolCity steht für den Pioniergeist Zürichs und dessen Streben, innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Durch die intelligente Nutzung von Seewasser für die städtische Energieversorgung setzt das Projekt neue Massstäbe in der ökologischen Stadtentwicklung.

  • ETH und Klimastiftung kooperieren bei Innovationen am Bau

    ETH und Klimastiftung kooperieren bei Innovationen am Bau

    Die Dozentur Bautechnologie und Konstruktion der ETH Zürich (BUK ETHZ) hat eine Kooperation mit der Klimastiftung Schweiz initiiert, um innovative, klimafreundliche Baustoffe und Baumethoden voranzutreiben. Diese Zusammenarbeit beinhaltet die Beurteilung von Förderanträgen sowie die Bekanntmachung und Markteinführung geförderter Innovationen.

    Die Notwendigkeit, den Immobiliensektor an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen, treibt diese Initiative voran. Durch die Prüfung der Praktikabilität neuer Materialien und Methoden an Pilotprojekten und deren Demonstration will die BUK ETHZ das Risiko für Erstanwendungen im Baubereich mindern. Dabei wird die Klimastiftung finanzielle Unterstützung leisten, um die Markteinführung zu erleichtern.

    Beispielhaft für die Art der geförderten Innovationen sind Spin-offs wie FenX, das mineralische Abfälle in nachhaltige Dämmstoffe umwandelt, und Oxara, das zementfreie Zusatzmittel und Bindemitteltechnologien für das Upcycling von Bauschutt entwickelt. Beide Projekte wurden bereits von der Klimastiftung unterstützt. Daniel Studer und Daniel Mettler von der BUK ETHZ betonen die Bedeutung dieser Kooperation für die Transformation der Baubranche.

  • Hilti kauft Software-Firma Fieldwire in den USA

    Hilti kauft Software-Firma Fieldwire in den USA

    Die Schaaner Unternehmensgruppe Hilti übernimmt für 300 Millionen Dollar das amerikanische Tech-Unternehmen Fieldwire. Darüber haben beide Firmen eine Vereinbarung getroffen, heisst es in einer Medienmitteilung. Ziel der Akquisition sei es, eine führende digitale Plattform für Baustellenmanagement zu entwickeln. Fieldwire bietet seit Firmengründung im Jahr 2013 eine Plattform an, die inzwischen auf mehr als 1 Million Baustellen zum Einsatz kommt.

    „Diese Akquisition erweitert unser Software-Portfolio und ist ein nächster logischer Schritt in Richtung unserer Vision, der führende Digitalisierungspartner für unsere Kunden zu werden“, wird Christoph Loos, CEO der Hilti-Gruppe, in der Medienmitteilung zitiert. Hilti wolle weiter in die Plattform investieren, um marktführend im Bereich Bauprojektmanagement-Software zu werden.

    Dazu gehöre auch, alle Mitarbeitenden von Fieldwire zu übernehmen und darüber hinaus neue einzustellen. Ebenso sollen die beiden Firmengründer Yves Frinault und Javed Singha auch weiterhin das Unternehmen führen.

    Der Werkzeughersteller hatte bereits 2017 in das amerikanische Start-up im Zuge einer Finanzierungsrunde investiert und die Entwicklung von Fieldwire seither begleitet. Somit bestehe bereits eine enge Partnerschaft.

    „Mit Hilti haben wir einen Partner gefunden, der unsere Werte teilt und es uns gleichzeitig ermöglicht, unsere Produktentwicklung für unsere Kunden in unseren bestehenden und neuen Märkten zu beschleunigen. Wir freuen uns sehr, Teil der Hilti Gruppe zu werden“, wird Yves Frinault, CEO von Fieldwire, in der Medienmitteilung zitiert. Der Abschluss der Übernahme wird für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet.