Schlagwort: Berner Fachhochschule

  • Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Begrünte Fassaden können zur Verbesserung des Mikroklimas in der Stadt beitragen, die Wärmeregulierung im Gebäude unterstützen und die Biodiversität fördern. In Bezug auf das Brandverhalten besteht jedoch noch eine grosse Wissenslücke. Um diese zu schliessen, haben Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH zwei Brandversuche an wandgebundenen begrünten Fassaden durchgeführt.  

    Die Versuchsanordnung bestand aus einem mehrgeschossigen Aussenwandelement mit zwei vollen und zwei nur teilweise ausgebildeten Geschossen. Im unteren Teil des Wandelements platzierten die Forschenden eine nach vorne geöffnete Brandkammer. So konnten sie den Flammenaustritt aus einem Fenster simulieren, wie er nach dem sogenannten Flash-Over – der plötzlichen Entwicklung eines kleinen Feuers zu einem grossen Brand – auftritt. Die Versuche wurden in grösstmöglicher Anlehnung an die Prüfbestimmung für Aussenwandbekleidungssysteme der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF (2016) auf dem Areal des Dynamic Test Center der BFH-TI in Vauffelin durchgeführt.  

    Auf der Basis der Resultate ist es möglich, das Brandverhalten von wandgebundenen Grünfassaden für Gebäude mittlerer Höhe zu bewerten und den Aufbau von Aussenwandbekleidungssystemen für die Zulassung zu optimieren. Die Versuche waren Teil eines mehrjährigen Forschungsprojekts.

  • Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Das Architekturstudium des 6. Semesters Teilzeit befassen sich in diesem Semester mit der Frage, wie aus dem Bauteilkatalog des Rückbauprojekts Roche Süd Basel neue Doppelkindergärten für die Stadt Basel geschaffen werden können. 

    Eine ehrgeizige und experimentelle Aufgabe und ein Pilotprojekt 
    Nach dem Besuch des Areals Süd auf dem Roche-Campus in Basel, analysieren die Student*innen die Gebäude, die demnächst zurückgebaut werden, auf deren Ressourcen-Potential für eine Zukunft als Doppelkindergärten. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, da es derzeit keine etablierte Industrie für Re-Use-Teile gibt. «Neubauten», die aus Re-Use-Ressourcen gebaut werden, sind ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Als theoretische Grundlagen werden die 10-R-Kaskade sowie Crade-to-Cradle in den Vordergrund gestellt. 

    Für diese ehrgeizige und experimentelle Aufgabe arbeitet das Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule mit Expert*innen der Firmen Gruner, CSD Ingenieure und Erne Holzbau. Wöchentlich geben verschiedene Referent*innen mit Wissen und Erfahrung in diesem Bereich einen Input und nehmen an den Tischdiskussionen mit den Student*innen teil. 

    In Partnerschaft mit der Stadt Basel und dem Unternehmen Roche werden die Student*innen bis zum Semesterende Vorschläge erarbeiten, wie die Gebäudeteile weiterverwendet werden können. Dabei werden durch neues Fügen der Bauteile Lebensräume für Kinder entstehen. 

    Entwurfsatelier «Re-use for Kids» 
    Im Entwurfsatelier «Re-Use for Kids» geht es um die Suche nach Möglichkeiten, wie aus einem Bauteilkatalog eines Rückbauprojekts neue Kindergärten entworfen und gebaut werden können. Ziel ist es, Prinzipen und Parameter zu finden, die eine stringente architektonische Gestaltung bei der Wiederverwendung von Gebäudeteilen ermöglichen. Dabei werden die Auswirkungen der wiederverwendeten Teile auf die Struktur, Konstruktion, Raumfügung und Atmosphäre der Architektur untersucht. 

    Die Auseinandersetzung mit dem Thema verlangt das Einbeziehen unterschiedlichster Themen in den Entwurfsprozess und ist deshalb eine interdisziplinäre Aufgabe. Verschiedene externe Experten bringen im Entwurfsatelier ihr Fachwissen ein und schaffen damit eine realitätsnahe Unterrichtssituation.

  • Neuer Campus für die Berner Fachhochschule in Bern

    Neuer Campus für die Berner Fachhochschule in Bern

    Die Berner Fachhochschule BFH ist historisch gewachsen. Die verschiedenen Departemente sind an rund 26 Standorten in Bern, Biel, Burgdorf, Magglingen und Zollikofen untergebracht. Diese räumliche Zersplitterung erschwert die Lehre und führt zu Mehrkosten. Zudem sind viele BFH-Gebäude mittlerweile in die Jahre gekommen.

    Die BFH soll deshalb konzentriert werden. 2016 hat der Grosse Rat entschieden, verschiedene Departemente und Bereiche in Bern und Biel zu konzentrieren. In beiden Städten soll je ein neuer Campus entstehen. Der Campus Bern wird im Gebiet Weyermannshaus Ost in Ausserholligen im Westen Berns gebaut.

    Aus dem für den Berner Campus durchgeführten Projektwettbewerb ging das Siegerprojekt «Dreierlei» der wulf architekten gmbh aus Stuttgart (D) hervor. Das Projekt kombiniert eigenständige Departementsgebäude mit einem gemeinsamen Sockelgebäude und einem grosszügigen Aussenraum zu einem ineinandergreifenden Campusgelände.

    Die Gebäude werden auf der nördlichen Seite durch einen grosszügig gestalteten, öffentlich zugänglichen Aussenraum mit dem Stadtbach zu einem gemeinsamen Campusgelände verbunden. Eine Unterführung zum Europaplatz und eine Fuss- und Velopasserelle über die Gleise bis zur Bahnstrasse sollen die Vernetzung des Quartiers verbessern.

    Der Campus wird nach Minergie-P-Eco-Standard gebaut. Für die Heizung ist Fernwärme vorgesehen. Der Sockel besteht zwar aus Beton, doch in den Aufbauten ist viel Holz verarbeitet. Zudem ist die Fassadenkonstruktion durchwegs in Holz gehalten.

    Der Kanton Bern hat das Baugesuch für den Campus im Januar 2022 eingereicht. Die öffentliche Auflage des Projekts ist voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2023 vorgesehen – zeitgleich mit der Überbauungsordnung für das Areal Weyermannshaus Ost.

    Die Inbetriebnahme ist frühestens 2028 möglich. Der Kanton erwartet die Baubewilligung Anfang 2024. Nach heutigem Planungsstand könnten die Bauarbeiten 2024 starten. Aufgrund von Abhängigkeiten und Schnittstellen zu Nachbarsprojekten ist der Terminplan mit Unsicherheiten verbunden.

  • Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Der Infrastrukturbau mit seinem hohen Anteil an Stahlbeton zähle zu den grössten Emittenten von CO2 in der Schweiz, erläutert die Berner Fachhochschule (BFH) in einer Mitteilung. Forscher der BFH am Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur haben gemeinsam mit TS3 und weiteren Wirtschaftspartnern eine Forschungsstrategie für den Einsatz von Holz im Infrastrukturbau erarbeitet. Derzeit wird unter Leitung von BFH-Professor Steffen Franke eine Machbarkeitsstudie für Schwerlastbrücken aus Holz durchgeführt.

    Ein erstes Arbeitsmodell ist im Rahmen der bis zum Sommer 2023 laufenden Studie bereits erstellt worden. Seit 9. Mai ist das Brückenelement im Innenhof des Bieler Standorts der BFH ausgestellt. Es sei für eine quer zur Achse verlaufende Brücke angelegt, erläutert die BFH in der Mitteilung. Mit ihr könne beispielsweise eine Kantonsstrasse über eine sechsspurige Autobahn geleitet werden. Industriepartner TS3 hat für die auf 40 Tonnen Nutzlast ausgelegte Holzbrücke seine Technologie beigesteuert, mit der die einzelnen Platten der Elemente biegesteif verbunden werden können.