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  • Wir sind Architekten, Bauherren, Unternehmer und Makler in einem

    Wir sind Architekten, Bauherren, Unternehmer und Makler in einem

    Die Nachfrage nach Immobilien übersteigt in der Schweiz das Angebot. Insofern sind Immobilienmaklerinnen und -makler gesuchte Leute. Sie fungieren als Bindeglied zwischen Immobilienverkäufern und Kaufinteressenten. Sie erstellen Analysen, eruieren Nutzungs- und Wiederverkaufsmöglichkeiten und beziehen dabei auch kommunale Strukturen wie Raumplanungsgesetze und Zonenvorschriften mit ein.

    Der Beruf erfordert fundierte Kenntnisse in der Marktforschung und umfangreiches Wissen über die verschiedensten Bereiche der Immobilienwirtschaft sowie Freude am Umgang mit Menschen. Immobilienvermarkter:innen arbeiten nicht nur selbständig oder in Immobilienfirmen, sondern auch für Immobilienfonds, Pensionskassen, Banken, Versicherungen, Bau- und Generalunternehmen. Öffentliche Verwaltungen sowie Treuhand-, Revisions- und Sachverwaltungsfirmen zählen ebenfalls diese Fachleute zu ihren Mitarbeitenden.

    Die Berufsbezeichnung «Immobilienmakler» ist hierzulande nicht geschützt. Entsprechend gibt es keine einheitliche Ausbildung. Immo!nvest hat mit zwei Berufsträgern gesprochen und sie gefragt, welche Talente und Eigenschaften zukünftige Immobilienmaklerinnen und -makler mitbringen sollten und welche Ausbildung sie empfehlen.

    Ruedi Tanner, Präsident der Schweizerischen Maklerkammer SMK und Mitinhaber der Wirz Tanner Immobilien AG in Bern, ist überzeugt: «Wer Leidenschaft für seinen Beruf hat, wird erfolgreich.»

    Zur Person
    Ruedi Tanner (58) ist Präsident der Schweizerischen Maklerkammer SMK und Mitinhaber der Wirz Tanner Immobilien AG in Bern. Er begann seine Laufbahn als Lehrer und Schulleiter, ehe er sich in den 1990er-Jahren als Immobilientreuhänder selbständig machte. Zusammen mit Hans Wirz gründete er 2002 die Wirz Tanner Immobilien AG mit Sitz in Bern. Daneben ist er als Inhaber und Projektleiter der «Projektbar» und als Geschäftsführer und Verwaltungsrat diverser Bauträger tätig. Seit 2019 ist er Präsident der Schweizerischen Maklerkammer im Verband der Immobilienwirtschaft SVIT.

    Wie sieht Ihr Berufsalltag in maximal fünf Sätzen beschrieben aus?
    Fünf Sätze? Gerne in fünf Worten: abwechslungsreich, herausfordernd, erfolgs- und menschenorientiert, glücklich machend.

    Welche Grundausbildung eignet sich für die Weiterbildung zum Immobilienmakler?
    Der Beruf einer Maklerin beziehungsweise eines Maklers ist komplex, weil die Berufsbezeichnung jede und jeder tragen darf. Die notwendigen Fähigkeiten verlangen aber Vor- und Ausbildungen in verschiedenen Bereichen. Entscheidend ist somit weniger die Grundausbildung, sondern vielmehr die uneingeschränkte Bereitschaft, in verschiedenen Sparten vertiefte Kenntnisse und ausgewiesene Fähigkeiten zu erlangen. Und sich laufend weiterzubilden.

    Es gibt verschiedene Ausbildungsangebote in diesem Bereich. Welchen Lehrgang empfehlen Sie künftigen Berufsträgern besonders?
    Wichtig ist heute die Ausbildung zur Immobilienvermarkterin und zum Immobilienvermarkter mit eidgenössischem Fachausweis. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten hier eine solide Spezialistenausbildung.

    Welche Talente und Eigenschaften sind wichtig?
    Für eine erfolgreiche Maklerlaufbahn sind Kenntnisse und Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen unabdingbar – von der Bautechnik, der Immobilienbewertung und Finanzierung bis hin zum umfassenden rechtlichen Wissen. Sattelfestigkeit ist auch in Marketing- und Werbeangelegenheiten sowie Versicherungsfragen gefordert. Eine qualifizierte Maklerin und ein qualifizierter Makler müssen Fachexpertinnen und Fachexperten sein, darüber hinaus aber auch über Empathie und Verkaufstalent verfügen und zu klaren Wert- und Qualitätsansprüchen stehen.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Den ständigen Umgang mit Menschen und die Abwechslung.
    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen? Für qualifizierte Maklerinnen und Makler ist es wichtig, dass sie sich mit ihrem ausgewiesenen Angebot und ihrer Beratungskompetenz klar positionieren und den Unterschied zu online-basierten Vermarktungsanbietern deutlich machen.

    Wie wird sich das Berufsbild des Immobilienmaklers in Zukunft Ihrer Meinung nach entwickeln?
    Die Spreu wird sich weiter vom Weizen trennen. Qualifizierte Maklerinnen und Makler werden darum immer einen Vorsprung haben.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteigern, um im Beruf erfolgreich Fuss fassen zu können?
    So wie für Immobilien als Hauptkriterium «Lage, Lage, Lage» zählt, heisst es für Maklerinnen und Makler «Leidenschaft, Leidenschaft, Leidenschaft». Wer Leidenschaft für seinen Beruf hat, wird erfolgreich.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Jeder erfolgreiche Ausbildungsabschluss von Mitarbeitenden in unserem Unternehmen ist für mich ein Highlight. Weil ich damit weiss, dass es uns gelingt, höchste Qualitätsstandards in unserer Branche zu etablieren. Und für mich ganz persönlich: Dass mich mein Beruf jeden Tag glücklich macht.

    Barbara Felder, Projektentwicklerin/Vermarkterin und Immobilienbewirtschafterin mit eidg. Fachausweis, Wirz Tanner Immobilien AG, schätzt vor allem die Abwechslung, die der Job mit sich bringt.

    Zur Person
    Barbara Felder absolvierte zunächst die Ausbildung als Kaufmännische Angestellte. Seit 2009 ist sie in der Immobilienbranche tätig. Nach diversen Weiterbildungen schloss sie 2013 die Ausbildung zur eidg. Diplomierten Immobilienbewirtschafterin (SVIT) und 2019 den CAS Areal- und Immobilienprojektentwicklung ab. Zunächst arbeitete Felder in der Immobilienbewirtschaftung, bevor sie 2014 zur Wirz Tanner Immobilien AG wechselte. Hier erhielt Felder die Gelegenheit, in die Vermarktung einzusteigen.

    Wie sieht Ihr Berufsalltag in maximal fünf Sätzen beschrieben aus?
    Jeder Tag ist anders, aber alle sind spannend. Gespräche mit Architekt:innen, Unternehmer:innen, Interessenten sowie Termine auf den einzelnen Baustellen machen meinen Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Begehungen vor Ort bei den verschiedenen sich im Bau befindenden Projekten gehören natürlich ebenso zu meinem Job. Darüber hinaus erstelle ich Vermarktungskonzepte, Offerten für neue Projekte sowie Kalkulationen. Immobilienmaklerin ist mein absoluter Traumjob.

    Welche Grundausbildung eignet sich für die Weiterbildung zur Immobilienmaklerin?
    Als Grundausbildung empfiehlt sich die Kaufmännische Lehre. Anschliessend gibt es diverse Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich persönlich habe die Weiterbildung zur Eidg. diplomierten Immobilienbewirtschafterin absolviert und dann einige Jahre als Bewirtschafterin gearbeitet. Zusätzlich habe ich das CAS Areal- und Immobilienprojektentwicklung absolviert, welches sehr lehrreich war für meine tägliche Arbeit.

    Es gibt verschiedene Ausbildungsangebote in diesem Bereich. Welchen Lehrgang empfehlen Sie künftigen Berufsträgern besonders?
    Es kommt darauf an, welche Aufgaben einem zugeteilt werden. Arbeitet man klassisch im Immobilienverkauf, empfehle ich den Lehrgang Eidg. diplomierte Immobilienvermarkter:in (SVIT). Hat man Zusatzaufgaben in der Projektentwicklung, plädiere ich für die CAS-Lehrgänge in Real Estate an der Fachhochschule.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Abwechslung! Neben den Terminen auf der Baustelle habe ich Sitzungen mit Bauherren sowie Gespräche mit Kaufinteressenten. Ich organisiere Tage der offenen Tür und erstelle ganzheitliche Konzepte zu Marktauftritten, inklusive der Erarbeitung des Brands.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Die Kundinnen und Kunden werden immer anspruchsvoller und die Erwartungen steigen fast täglich Dazu kommt die Entwicklung der Preise. Die Nachfrage ist grösser als das Angebot. Zudem: Als Frau muss man sich auch in dieser Branche noch etwas mehr behaupten.

    Wie wird sich das Berufsbild des Immobilienmaklers in Zukunft Ihrer Meinung nach entwickeln?
    Wir müssen quasi Architekt:in, Bauherr:in, Unternehmer:in und Makler:in in einem sein. Manchmal wird man als Makler:in auch etwas belächelt – viele Verkäufer:innen sind der Meinung, dass sie ihr Objekt im Alleingang problemlos verkaufen können und hierzu kein Profi notwendig ist.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteiger:innen, um im Beruf erfolgreich Fuss fassen zu können?
    Das Absolvieren einer guten Grundausbildung. Und dass man sich von der vermeintlichen Einfachheit wie beispielsweise ein wunderschönes Haus mitten in der Stadt zu vermarkten, nicht blenden lässt. Denn erst, wenn man eine Wohnung ausserhalb der Agglomeration erfolgreich vermarktet hat, weiss man, was es dazu braucht. Zudem sollte die Fähigkeit vorhanden sein, sich täglich auf neue Charaktere einlassen zu können, und natürlich darf das Herzblut für die Baubranche nicht fehlen.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Ganz besonders am Herzen liegt mir das Projekt «Q-Matte» in Frauenkappelen: Nach rund acht Jahren Planung konnten endlich die ersten Bagger auffahren. Zu Beginn war es schwierig, die Leute von Frauenkappelen zu überzeugen. Doch als die erste Etappe beendet war, gab es einen regelrechten Boom auf die Wohnungen.

  • «Eine Generalisten-Ausbildung eignet sich gut für den Beruf als Standortförderer»

    «Eine Generalisten-Ausbildung eignet sich gut für den Beruf als Standortförderer»

    Standortförderer pflegen ein Netzwerk, das von Unternehmen über Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Fachorganisationen und öffentlichen Institutionen bis hin zu kreativen Persönlichkeiten reicht. Sie bewerben zum einen den Standort durch Imagekampagnen, Messeauftritte wie auch durch den persönlichen Kontakt zu Investoren. Zum anderen setzen sie sich für Innovationen ein, begleiten Firmenansiedlungen, unterstützen KMUs und Startups und fördern damit die kontinuierliche Weiterentwicklung, die Branchenvielfalt sowie die Innovationskraft eines Wirtschaftsstandortes.

    In der Schweiz üben etwa 300 Personen die Tätigkeit des Standortförderers aus. Derzeit gibt es keinen anerkannten Berufsabschluss und auch keine einheitliche Ausbildung. Die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) ist dabei, das Berufsbild zu definieren und die Ausbildung zu koordinieren und zu vereinheitlichen. Dabei setzt sie auf die Zusammenarbeit mit Universitäten, Fachhochschulen und Beratungsfirmen.

    Immo!nvest hat mit zwei erfahrenen Berufsträgern gesprochen, um zu erfahren, welche Talente und Eigenschaften für den Beruf des Standortförderers von Vorteil sind, wo die Herausforderungen liegen und was sie Berufseinsteigern raten.

    Zur Person
    Albert Schweizer ist seit 1998 Leiter Immobilien Stadt Schlieren und seit 1999 auch der Standortförderer. Er absolvierte eine handwerkliche Ausbildung, erlangte in der allerersten SVIT Ausbildung den Dipl. Immobilienverwalter und schloss 2004 an der FHS St. Gallen als Immobilienökonom den Master Real Estate Management ab. Von 1984 bis 1998 baute Schweizer bei einem grösseren Ostschweizer Generalunternehmer den Bereich Bewirtschaftung/Kauf/Verkauf auf. Heute ist er Gründungsmitglied (2001) und Vorstandsmitglied der SVSM sowie Vorstandsmitglied von Bio-Technopark Schlieren, Start-Smart-Schlieren, IG Rietbach und Healthtechpark Zürich-Schlieren.

    Wie sieht Ihr Berufsalltag in fünf Sätzen beschrieben aus?
    In meinem Beruf als Bereichsleiter Immobilien- und Standortförderung der Stadt Schlieren ist vor allem hohe Flexibilität gefragt. Da ich in einem Clustersystem arbeite, delegiere ich stetig Aufgaben an die jeweiligen Verantwortlichen. Daneben betreue ich bis zu 15 parallellaufende Projekte, die viel von meiner Zeit und Aufmerksamkeit fordern. Aus diesem Grund bin ich kurzfristig nicht immer sofort erreichbar.

    Welche Ausbildung eignet sich, um den Beruf des Standortförderers auszuüben?
    Ich habe einen Masterabschluss der Fachhochschule St. Gallen im Bereich Real Estate. Zudem bin ich bereits seit rund 40 Jahren in der Immobilienszene tätig. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich eine generelle Ausbildung im Immobilienbereich sehr gut eignet, um den Job eines kommunalen Standortförderers auszuüben.

    Welche Talente und Eigenschaften sind wichtig?
    Von grossem Vorteil sind sicher Weitsicht, Nachhaltigkeit und insbesondere Beharrlichkeit. Man muss Menschen und Immobilien mögen und ist gezwungen, alle geforderten Arbeiten von A bis Z selber zu erledigen.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Arbeit im Hintergrund sowie die Chance, persönlich etwas bewegen zu können.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Wie so viele Berufe wird sich auch unserer komplett verändern und digitaler werden. Man benötigt ein sehr grosses Netzwerk. In Zukunft werden die Internationalität und damit verbunden die Sprachen ein grosses Thema sein.

    Wie wird sich das Berufsbild des Standortförderers in Zukunft Ihrer Meinung nach sonst noch verändern?
    Ich denke, es braucht künftig eine einheitliche Berufsbildung, beziehungsweise mindestens einen Lehrgang für den Beruf des Standortförderers mit einem entsprechenden Abschluss.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteigern, um erfolgreich im Beruf Fuss fassen zu können?
    Junge Immobilienfachleute sollten sich vor allem Stellenausschreibungen von Standortförderern anschauen und sich permanent weiterbilden.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Ich durfte wesentlich dazu beitragen, dass die Stadt Schlieren von 650 Firmenansiedlungen im Jahr 2000 auf 1200 im Jahr 2021 zurückblicken darf. Diese erfreuliche Entwicklung löste auch rund 5000 neue Arbeitsplätze aus. In der Stadt Schlieren konnte ich erfolgreich und nachhaltig die Cluster Biotechnologie, Startup-Förderung sowie Medical-/Healthtech einführen.

    Zur Person
    Mario Epp hat im Jahr 2018 den Master in International Affairs and Governance an der Universität St. Gallen (HSG) abgeschlossen. Nach seinem Praktikum auf der Schweizerischen Botschaft in Baku war er als Projektleiter bei Limmatstadt tätig. Zuletzt war er Mitarbeiter Kampagnen bei der FDP, bevor der gebürtige Urner im Dezember 2021 seine heutige Arbeit als Projektleiter Standortförderung für den Kanton Uri übernahm.

    Welche Ausbildung eignet sich, um den Beruf des Standortförderers auszuüben?
    Die Tätigkeit als Standortförderer umfasst eine grosse Bandbreite. Deshalb ist eine Generalisten-Ausbildung, wie ich sie an der Universität St. Gallen (HSG) in International Affairs and Governance geniessen durfte, von grossem Vorteil. Die perfekte Ausbildung gibt es meiner Meinung nach nicht: Standortförderung lernt man nicht im Studium, sondern in der Praxis. Wirtschaftliche Affinität, gute Fähigkeiten im Projektmanagement und Kontaktfreudigkeit erachte ich als zentrale Voraussetzungen.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Vielseitigkeit und das in mehrerlei Hinsicht: Man trifft auf eine breite Palette von Persönlichkeiten mit verschiedensten Hintergründen aus allen Branchen. Ebenso abwechslungsreich ist das Tätigkeitsfeld: Es reicht von Arealbesichtigungen mit Ansiedlungsinteressenten über Netzwerkanlässe bis hin zu wirtschaftspolitischen Analysen. Kaum ein Tag gleicht dem anderen. Vor allem aber bin ich überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Uri zu Unrecht unterschätzt wird. Zu Gunsten der Urner Bevölkerung und Wirtschaft kann ich dazu beitragen, das Potenzial des Kantons noch besser auszuschöpfen. Eine derart sinnstiftende Tätigkeit auszuüben, schätze ich sehr.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Dazu gehört sicherlich der Fokus auf das Wesentliche. Genauso vielseitig wie der Beruf sind auch die Anfragen und Anliegen, die an die Standortförderung herangetragen werden. Abzuschätzen und zu priorisieren, was dem Standort Uri am ehesten zugute kommt, ist eine Herausforderung.

    Wie wird sich das Berufsbild des Standortförderers Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln und verändern?
    Mit der sich abzeichnenden globalen Mindestbesteuerung entgleitet der Schweiz ein nicht zu unterschätzendes Standortargument. Aber die Schweiz und gerade auch Uri verfügen glücklicherweise über weitere überzeugende Standortvorteile. In der Konsequenz gehe ich von einer Verschärfung des Ansiedlungswettbewerbs in der Schweiz aus. Hinzu kommt, dass befeuert durch die Digitalisierung und den Homeoffice-Trend verstärkt Softfaktoren wie die Wohn- und Freizeitqualität ins Zentrum rücken. Softfaktoren sind aber schwieriger zu vermitteln. Ich gehe darum davon aus, dass die Rolle des Standortförderers noch wichtiger wird und der Beruf in der Konsequenz weiter an Bedeutung gewinnt.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteigern, um erfolgreich im Beruf Fuss fassen zu können?
    Das Handwerk des Standortförderers zu kennen, ist das eine. Was aber genauso wichtig ist: Passion für seinen Standort. Ohne diese Leidenschaft wird es schwer, Unternehmen und Menschen für den Standort zu gewinnen. Hier habe ich Glück: Ich bin meinem Heimatkanton stark verbunden. Das macht es einfacher, Interessenten für den attraktiven Gotthardkanton zu begeistern.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Hier ist sicherlich die Startup-Woche Uri hervorzuheben, die im Herbst erstmals stattfindet. Damit will die Standortförderung Jungunternehmen und Wissensarbeitende für den Standort Uri begeistern und dessen Vorzüge hervorheben. Ein weiteres Highlight stellt meine Tätigkeit für die Schweizer Botschaft in Baku dar, wo ich während eines Jahres Einblicke in die Diplomatie erhielt und auch Aserbaidschaner über die Schweiz informieren und für unser Land begeistern durfte.