Schlagwort: Beton

  • Sika setzt neue Massstäbe bei der Wiederverwertung von Beton

    Sika setzt neue Massstäbe bei der Wiederverwertung von Beton

    Einer Mitteilung von Sika zufolge hat der Zuger Baustoffkonzern „ein neues, bahnbrechendes Wiederverwertungsverfahren für Altbeton entwickelt“. Mit Hilfe von Zusatzstoffen wird das Abbruchmaterial dabei in seine Bestandteile Kiesel, Kalk und Sandstein zerlegt. Dabei würden zudem rund 60 Kilogramm CO2 pro Tonne Altbeton gebunden, schreibt Sika.

    „Allein in den fünf grössten EU-Ländern fallen jährlich rund 300 Millionen Tonnen Altbeton an“, wird Sika-CEO Paul Schuler in der Mitteilung zitiert. „Durch die komplette Rezyklierung können bis zu 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.“

    Das neue Verfahren erlaube die vollständige Wiederverwertung von Betonabfällen, erläutert Sika in der Mitteilung weiter. Herkömmliche Verfahren hätten dagegen bisher nur die Wiederverwertung von rund einem Drittel der wiedergewonnenen Rohstoffe ermöglicht. Der im Verfahren reCO2ver gewonnene neue Beton reiche qualitativ hingegen an neuen Beton heran.

    Laut Frank Hoefflin stellt reCO2ver ein in in der Branche einmaliges Verfahren zur Wiederverwertung von Altbeton dar. „Wir sind bereits daran, chemische Zusatzstoffe und Mittel zur fortlaufenden Qualitätssteigerung zu entwickeln, um damit die Industrialisierung unserer Technologie weiter voranzubringen“, erläutert  der Technologiechef von Sika in der Mitteilung.

  • Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag erweitert sein Angebot um eine 3D-Drucklösung für Betonelemente. Das Unternehmen mit Sitz in Delémont setzt seit Ende September einen Roboter ein, der den 3D-Druck im Betonspritzverfahren ermöglicht. Die Betonelemente können damit in der Vorfertigung massgeschneidert werden. Die Lösung erlaube die Verwendung von Rohstoffen aus lokaler Produktion, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Zudem könne der CO2-Ausstoss um 30 Prozent gesenkt werden. „Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, dringende Aufträge anzunehmen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren, sodass wir den Anforderungen der Baustellen gerecht werden“, wird Cédric Theubet, Betriebsleiter von Matériaux Sabag, in der Mitteilung zitiert.

    Der jurassische Spezialist für Baumaterialien verwendet damit als erstes Unternehmen in der Schweiz diese Lösung von Mobbot. Das Start-up aus Freiburg i.Ue. entwickelt Roboterplattformen für den 3D-Betondruck. Sein 3D-Druck von Betonteilen erlaubt den Verzicht auf Verschalungen und verringert die nötige Handarbeit. Mobbot wurde 2018 on Agnès Petit gegründet und hat heute elf Mitarbeitende.

  • Holcim liefert nachhaltigen Beton für HSG Learning Center

    Holcim liefert nachhaltigen Beton für HSG Learning Center

    Auf dem Areal der Universität St.Gallen (HSG) baut die HSG Stiftung auf dem institutseigenen Areal derzeit das neue HSG Learning Center. Das Generalunternehmen HRS Real Estate AG hat die Schweizer Holcim AG mit der Lieferung der Betone beauftragt. Bei rund der Hälfte der insgesamt 6000 Kubikmeter verbauten Betons kommt ein neues, nachhaltigeres Holcim-Produkt zum Einsatz, EvopactPLUS.

    „Mit EvopactPLUS schliessen wir den Baustoffkreislauf, schonen natürliche Ressourcen und sparen CO2 ein“, so Roger Dällenbach, Regionenleiter Deutschschweiz & Tessin, in einer Medienmitteilung von Holcim. Der neuartige Beton ersetzt natürlichen Kies mit einer wiedergewonnenen Gesteinskörnung aus der Region. Zudem beinhaltet er Susteno, nach Unternehmensangaben der „europaweit erste und einzige ressourcenschonende Zement, bei dem Mischgranulat aus Rückbauten als Zumahlstoff eingesetzt wird“. Dieses feine Material findet in der herkömmlichen Betonproduktion keine Verwendung und muss daher deponiert werden.

    „Im Vergleich zu einem bereits optimierten Massenzement spart der Einsatz von Susteno 10 Prozent CO2 ein“, heisst es in der Mitteilung. Auch die Regionalität spiele eine Rolle: Der Baustoff wird ab dem nur drei Kilometer von der Baustelle entfernten Holcim-Betonwerk in St.Gallen geliefert. „Es war ein Experiment für uns, da wir zum ersten Mal mit dem Produkt gearbeitet haben“, wird Polier Marcel Kunz von Holcim zitiert. Er sei sehr zufrieden damit, „es ist ein wunderbarer Beton.“

    In dem modernen Bau solle künftiger weniger das fachliche Lernen als vielmehr das Erlernen notwendiger Kompetenzen wie kritisches Denken und Selbstreflexion im Vordergrund stehen, so die Bauherrin, die HSG-Stiftung. Sie finanziert dieses Projekt grösstenteils aus Spenden von HSG Alumni.

  • ETH-Ausgründung bindet CO2 in Betonbruch

    ETH-Ausgründung bindet CO2 in Betonbruch

    Wäre die Betonindustrie ein Land, dann wäre sie der drittgrösste Emittent der Welt. Sie produziert etwa viermal so viel CO2 wie der gesamte globale Flugverkehr. Dem setzt das Start-up Neustark, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), sein Konzept entgegen: die Mineralisierung von Kohlendioxid aus der Luft, um Kalkstein zu erhalten.

    Neustark bindet CO2 in den Poren und an der Oberfläche von Betongranulat. Dieses aufgewertete Granulat kann dann als Sand- und Kiesersatz in frischen Beton gemischt werden. Dank dieses Granulats benötigt man dafür weniger Zement, bei gleichbleibenden Eigenschaften. Das geht aus einer Mitteilung der ETH hervor.

    „Mich hat gereizt, dass die Lösung nicht erst in fünf oder zehn Jahren, sondern schon jetzt greifbar ist“, sagt Betriebswirtschaftler Valentin Gutknecht, der sich im immer grösser werdenden Team von Neustark um die operativen Aspekte des Geschäfts kümmert. Gemeinsam mit Johannes Tiefenthaler will er diese klimapositive Geschäftsidee in die Realität umsetzen. Tiefenthaler doktoriert am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik (MAVT) über die nächste Technologiegeneration für die Mineralisierung von Kohlendioxid.

    Im Baubereich werde zwar viel geforscht, trotzdem habe die Industrie bisher nur kleine Emissionsreduktionen erzielt, so Tiefenthaler. Der Vorteil des Betongranulats sei, dass es hochreaktiv sei und der Betonbruch auch ohne klimaschädliche Vorbehandlung mit dem Kohlendioxid eine sehr stabile chemische Verbindung forme.

    Ihre Pilotanlage zur Wiederverwertung von Beton wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Klimastiftung Schweiz gefördert. Das Projekt soll jetzt den Wertzuwachs entlang der ganzen Wertschöpfungskette demonstrieren. Neustarks Ziel: negative Emissionen, für die es nur „ganz wenige technische Ansätze“ gebe. Das Jungunternehmen will zeigen, „dass negative Emissionen nicht nur Kosten, sondern sogar einen wirtschaftlichen Gewinn bringen können“.