Schlagwort: BFH

  • Modulare Einbauten für Zwischennutzungen: Erste Prototypen erstellt

    Modulare Einbauten für Zwischennutzungen: Erste Prototypen erstellt

    «Das Surren eines Akkuschraubers klingt durch das DISPO in Nidau. In der alten Fabrikhalle, die Raum bietet für Kreative, Kultur- und Gewerbetreibende, entstehen an diesem Tag vier Prototypen von Raummodulen, dank denen es künftig möglich sein soll, Zwischennutzungen von leerstehenden Gebäuden und Brachen einfach und nachhaltig umzusetzen. Ungenutzten Räumen soll damit ein ökologischer, ökonomischer und sozialer Mehrwert verliehen werden. Dieses Ziel verfolgen Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft im Innosuisse-Forschungsprojekt «àDisposition».

    Verschiedene Modullösungen getestet
    Im Projekt entwickeln die Forschenden einen modularen Baukasten für Raummodule und Innenausbauten. Eine zentrale Komponente ist ein Konfigurator, dank dem Projektideen einfach geprüft, dargestellt und zeit- und ressourcensparend umgesetzt werden können. Auf der Basis von digitalen Entwürfen erstellen die Forschenden der BFH in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern nun Prototypen im Dispo in Nidau. Anhand von diesen untersuchen und verbessern sie verschiedene Modullösungen. Das Projektteam testet unterschiedliche Systeme, Verbindungselemente und Segmentformen und kann bereits nach kurzer Zeit vielversprechendste Strategien für ein leichtes, wiederverwendbares und einfach rekonfigurierbares, modulares System identifizieren.

    Zeit für Aufbau variiert je nach Fabrikationsgrad
    Die Anforderungen an die modularen Einbauten sind hoch: Auf- und Abbau soll für Laien möglich sein und die Bauteile sollen leicht genug sein, dass es nur zwei Personen für die Montage benötigt. Die Einbauten sollen zudem anpassungsfähig sein, sich einfach umgestalten lassen sowie gut zu transportieren und zu lagern sein. Während des Aufbaus der Prototypen zeigt sich bereits, wie wichtig es ist, den idealen Grad der Vorfabrikation auszuwählen. Werden die Rahmen der Module bereits zusammengeschraubt angeliefert, können die Einbauten in kürzester Zeit aufgestellt werden. Transport und Lagerung gestalteten sich jedoch als schwieriger. Umgekehrt dauerte der Aufbau deutlich länger, wenn die Bauteile einzeln und dadurch kompakt angeliefert werden.

    Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit
    Ein weiterer Aspekt, den die Forschenden mit der Produktion und dem Aufbau der Prototypen testen, ist die digitale Kette «Design to Production». Die Module werden im Konfigurator entworfen, die Daten für die Produktion anschliessend automatisch in CadWork exportiert. Diese Dateien bildeten die Grundlage für Materialbestellungen und den Produktionsprozess. Hier zeigte sich die Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit für einen schnellen und einfachen Produktionsprozess.

    In einem nächsten Schritt befassen sich die Forschenden mit der Ausstattung der Module. So sind die Wände ein weiteres Gestaltungselement und zusätzliche (Dämm)Schichten müssen den Anforderungen an die Schall- und Wärmedämmung gerecht werden. Diese Anforderungen unterscheiden sich je nach Nutzung stark. «àDisposition – Spaceship Planet Earth. Sustainable and temporary use of buildings and vacant sites through simple and modular structural measures» ist ein von der Innosuoisse gefördertes Forschungsprojekt, das bis Juni 2025 läuft. Projektpartner sind C2 Beat Cattaruzza GmbH, Beer Holzbau AG, Pius Schuler AG, Prona AG und Bauart Architekten und Planer AG.

    Quelle: www.bfh.ch

  • Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Begrünte Fassaden können zur Verbesserung des Mikroklimas in der Stadt beitragen, die Wärmeregulierung im Gebäude unterstützen und die Biodiversität fördern. In Bezug auf das Brandverhalten besteht jedoch noch eine grosse Wissenslücke. Um diese zu schliessen, haben Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH zwei Brandversuche an wandgebundenen begrünten Fassaden durchgeführt.  

    Die Versuchsanordnung bestand aus einem mehrgeschossigen Aussenwandelement mit zwei vollen und zwei nur teilweise ausgebildeten Geschossen. Im unteren Teil des Wandelements platzierten die Forschenden eine nach vorne geöffnete Brandkammer. So konnten sie den Flammenaustritt aus einem Fenster simulieren, wie er nach dem sogenannten Flash-Over – der plötzlichen Entwicklung eines kleinen Feuers zu einem grossen Brand – auftritt. Die Versuche wurden in grösstmöglicher Anlehnung an die Prüfbestimmung für Aussenwandbekleidungssysteme der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF (2016) auf dem Areal des Dynamic Test Center der BFH-TI in Vauffelin durchgeführt.  

    Auf der Basis der Resultate ist es möglich, das Brandverhalten von wandgebundenen Grünfassaden für Gebäude mittlerer Höhe zu bewerten und den Aufbau von Aussenwandbekleidungssystemen für die Zulassung zu optimieren. Die Versuche waren Teil eines mehrjährigen Forschungsprojekts.

  • Neuer Campus für die Berner Fachhochschule in Bern

    Neuer Campus für die Berner Fachhochschule in Bern

    Die Berner Fachhochschule BFH ist historisch gewachsen. Die verschiedenen Departemente sind an rund 26 Standorten in Bern, Biel, Burgdorf, Magglingen und Zollikofen untergebracht. Diese räumliche Zersplitterung erschwert die Lehre und führt zu Mehrkosten. Zudem sind viele BFH-Gebäude mittlerweile in die Jahre gekommen.

    Die BFH soll deshalb konzentriert werden. 2016 hat der Grosse Rat entschieden, verschiedene Departemente und Bereiche in Bern und Biel zu konzentrieren. In beiden Städten soll je ein neuer Campus entstehen. Der Campus Bern wird im Gebiet Weyermannshaus Ost in Ausserholligen im Westen Berns gebaut.

    Aus dem für den Berner Campus durchgeführten Projektwettbewerb ging das Siegerprojekt «Dreierlei» der wulf architekten gmbh aus Stuttgart (D) hervor. Das Projekt kombiniert eigenständige Departementsgebäude mit einem gemeinsamen Sockelgebäude und einem grosszügigen Aussenraum zu einem ineinandergreifenden Campusgelände.

    Die Gebäude werden auf der nördlichen Seite durch einen grosszügig gestalteten, öffentlich zugänglichen Aussenraum mit dem Stadtbach zu einem gemeinsamen Campusgelände verbunden. Eine Unterführung zum Europaplatz und eine Fuss- und Velopasserelle über die Gleise bis zur Bahnstrasse sollen die Vernetzung des Quartiers verbessern.

    Der Campus wird nach Minergie-P-Eco-Standard gebaut. Für die Heizung ist Fernwärme vorgesehen. Der Sockel besteht zwar aus Beton, doch in den Aufbauten ist viel Holz verarbeitet. Zudem ist die Fassadenkonstruktion durchwegs in Holz gehalten.

    Der Kanton Bern hat das Baugesuch für den Campus im Januar 2022 eingereicht. Die öffentliche Auflage des Projekts ist voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2023 vorgesehen – zeitgleich mit der Überbauungsordnung für das Areal Weyermannshaus Ost.

    Die Inbetriebnahme ist frühestens 2028 möglich. Der Kanton erwartet die Baubewilligung Anfang 2024. Nach heutigem Planungsstand könnten die Bauarbeiten 2024 starten. Aufgrund von Abhängigkeiten und Schnittstellen zu Nachbarsprojekten ist der Terminplan mit Unsicherheiten verbunden.

  • Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Der Infrastrukturbau mit seinem hohen Anteil an Stahlbeton zähle zu den grössten Emittenten von CO2 in der Schweiz, erläutert die Berner Fachhochschule (BFH) in einer Mitteilung. Forscher der BFH am Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur haben gemeinsam mit TS3 und weiteren Wirtschaftspartnern eine Forschungsstrategie für den Einsatz von Holz im Infrastrukturbau erarbeitet. Derzeit wird unter Leitung von BFH-Professor Steffen Franke eine Machbarkeitsstudie für Schwerlastbrücken aus Holz durchgeführt.

    Ein erstes Arbeitsmodell ist im Rahmen der bis zum Sommer 2023 laufenden Studie bereits erstellt worden. Seit 9. Mai ist das Brückenelement im Innenhof des Bieler Standorts der BFH ausgestellt. Es sei für eine quer zur Achse verlaufende Brücke angelegt, erläutert die BFH in der Mitteilung. Mit ihr könne beispielsweise eine Kantonsstrasse über eine sechsspurige Autobahn geleitet werden. Industriepartner TS3 hat für die auf 40 Tonnen Nutzlast ausgelegte Holzbrücke seine Technologie beigesteuert, mit der die einzelnen Platten der Elemente biegesteif verbunden werden können.

  • Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Bereits 2014 habe das Institut für Werkstoffe und Holztechnologie (IWH) an der Berner Fachhochschule (BFH) ein Forschungsprojekt begonnen, bei dem günstiges und nachhaltiges Baumaterial an Kokosfasern entwickelt werden sollte, informiert die BFH in einer Mitteilung.  Die dabei gewonnen Erfahrungen werden von Michail Kyriazopoulos in einer Ausgründung der BFH weiterentwickelt. Der ehemalige Student und wissenschaftliche Mitarbeiter am IWH hat zusammen  mit Daniel Dinizo das Jungunternehmen NaturLoop gegründet.

    Als erstes Produkt hat NaturLoop eine aus Kokosfasern hergestellte Bauplatte lanciert. Für ihre Herstellung werden Ernteabfälle philippinischer Kokosnussbauern verwertet. „Mit Cocoboard bieten wir eine nachhaltige, günstige und lokale Alternative zu den herkömmlichen Baumaterialien“, wird Kyriazopoulos in der Mitteilung zitiert. Als nächstes steht bei NaturLoop die Eröffnung einer Produktionsanlage auf den Philippinen auf dem Programm.

    Die Produkte des Berner Jungunternehmens sollen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten Baumaterialien verringern. Der Verkauf der Kokosnussfasern bietet den einheimischen Kokosnussbauern zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. „Als Technologie-Dienstleister wollen wir komplette Lösungen zur Entwicklung nachhaltiger, natürlicher Biokomposite, hergestellt aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, anbieten“, meint NaturLoop-CEO  Dinizio. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit, „die gegenseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch zu berücksichtigen.“