Schlagwort: BIM

  • BIM und digitale Zwillinge die digitalen Partnern der Gebäude

    BIM und digitale Zwillinge die digitalen Partnern der Gebäude

    BIM, Building Information Modeling ersetzt statische 2D-Pläne durch ein gemeinsames, digitales Gebäudemodell, in dem Architektur, Technik und Kosten in Echtzeit zusammenspielen. Alle Bauteile werden als BIM-Objekte mit Abmessungen, Leistungen, Preisen, Gewährleistung und Wartungsinfos erfasst, vom Mauerwerk bis zur Tür, vom Sensor bis zur Pumpe.

    Statt Pläne hin- und herzuschicken, arbeiten alle Beteiligten im selben 3D-Modell, erkennen Kollisionen früh und erleben das Gebäude virtuell, bevor der erste Bagger anrollt. Das senkt Fehlerrisiken, macht Termine planbarer und legt die Basis für klare Budgets statt späterer Nachträge.

    Vom BIM-Modell zum Building Twin
    Aus dem BIM-Modell entsteht im Betrieb der digitale Zwilling. Der Building Twin, der bis zu 95 Prozent der Planungsinformationen übernimmt und mit Live-Daten aus dem Gebäude verknüpft. Er bildet die «Single Source of Truth» für Flächen, Technik und Sensorik und macht Performance, Belegung und Komfortzustände in Echtzeit sichtbar.

    Cloudbasierte Building-Twin-Plattformen ermöglichen es, Gebäude virtuell zu überwachen, Szenarien zu simulieren und neue Anwendungen schnell zu skalieren, vom Energiemonitoring bis zur nutzerzentrierten Service-Suite mit KI-Analytik. So wird aus dem starren Plan ein lernendes System, das sich mit den Anforderungen von Betreibern, Mietern und Städten weiterentwickelt.

    Wertschöpfung im Betrieb statt nur auf der Baustelle
    Rund 80 Prozent der Lebenszykluskosten eines Gebäudes fallen im Betrieb an. Genau dort entfaltet BIM im Zusammenspiel mit digitalen Zwillingen den grössten Hebel. Facility Manager greifen im 3D-Modell auf Wartungszyklen, Bedienungsanleitungen, Hersteller- und Garantiedaten zu, planen Umbauten präzise und reduzieren Ausfallzeiten und Fahrten.

    Strukturiert hinterlegte Produkt- und Live-Daten erlauben vorausschauende Instandhaltung, gebündelte Beschaffung oder automatisierte Reaktionen wie das Schliessen von Storen bei Unwetterwarnungen. Gleichzeitig unterstützt die transparente Datenbasis ESG-Ziele, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft, vom Energie- und Wasser-Tracking bis zur werthaltigen Wiederverwendung von Materialien im Rückbau.

    Digitale Ökosysteme als Zukunftsmodell
    Digitale Zwillinge verbinden Gebäude, Campus und Quartiere zu intelligenten Ökosystemen, in denen Energie, Nutzung und Mobilität aufeinander abgestimmt werden. Sie liefern Einblicke in Komfort, Gesundheit, Auslastung und Emissionen und helfen, Netto-Null-Strategien, neue Arbeitswelten und gemischt genutzte Stadtbausteine datenbasiert zu steuern.

    Für Eigentümer und Betreiber werden BIM und digitale Zwillinge damit zum Marktdifferenzierer. Wer den eigenen Bestand digital versteht, kann Investitionen besser priorisieren, Risiken steuern und den «Return on Investment» von Sanierungen, Umbauten und Services belegen. In einer Branche zwischen Dekarbonisierungsdruck und Nutzererwartungen werden sie zum Schlüssel, um Immobilien von statischen Objekten zu lernfähigen, zukunftsfähigen Infrastrukturen zu machen.

  • Neues Tool erleichtert Koordination zwischen 2D und 3D

    Neues Tool erleichtert Koordination zwischen 2D und 3D

    Revizto hat seiner integrierten Kollaborationsplattform für die Architektur-, Ingenieurs-, Bau- und Betriebsbranche (AECO) einige Neuerungen verpasst. Wie das Lausanner Unternehmen in einer Medienmitteilung ausführt, sollen die neuen Werkzeuge und Verbesserungen von Revizto 5.16 die Arbeitsabläufe optimieren und eine intelligentere Zusammenarbeit in jeder Projektphase ermöglichen.

    «Jede Verbesserung in dieser Version wurde entwickelt, um Teams in die Lage zu versetzen, effizienter zu koordinieren und fundiertere Entscheidungen in Echtzeit zu treffen», wird CEO und Gründer Arman Gukasyan zitiert. «All diese Verbesserungen sind das Ergebnis umfangreicher Gespräche mit unserer Kundschaft und des Rückmeldungen unserer Nutzenden. Dies ist nur ein weiterer Schritt auf unserem Weg zur Schaffung eines neuen Standards für die Zusammenarbeit in der AECO-Branche.»

    Zu den Neuerungen zählt etwa, dass Nutzende nun ein 2D-Blatt und ein 3D-Modell einschliesslich Problemen und Markierungen nebeneinander angezeigt bekommen können und es möglich ist, sofort von einer Position in 2D zu der entsprechenden Position im 3D-Modell zu springen, ohne zwischen Registerkarten (Tabs) wechseln zu müssen. Weitere Verbesserungen betreffen das Auswahlfeld, die Objektisolierung und eine Optimierung des Terminplaners. Die neue Kollisionsfunktion «Erforderliche Objekte» automatisiert den Koordinationsprozess, der nun auch über Nacht durchgeführt werden kann.

  • BIM2SAP: Warum eine Tür nicht gleich eine Tür ist

    BIM2SAP: Warum eine Tür nicht gleich eine Tür ist

    Building Information Modeling (BIM) hat sich über die letzten Jahre als effektive Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauprojekten etabliert. Mit dem Verständnis der modellbasierten Zusammenarbeit weiten sich die An- und Verbindungen zu anderen Systemen zunehmend aus. Denn die Erfahrung mit BIM hat vielen Immobilieneigentümerinnen und Bestandshalter zwischenzeitlich gezeigt, dass der Bedarf an korrekten, aktuellen und einfach zugänglichen Daten mit der Fertigstellung eines Gebäudes keineswegs abgeschlossen ist.

    «Im Gegenteil», sagt Patrick Pick, Head of Service Unit BIM/LCDM bei pom+. «Richtig anspruchsvoll wird der Umgang mit Daten nämlich erst im Betrieb. Also dann, wenn ich sie im Rahmen eines effizienten Objektmanagements für konkrete Anwendungsfälle verwenden will.» Dabei sei die einwandfreie Übertragung der Daten aus dem BIM-Modell in die Betriebs- und Immobilienverwaltungssystem von besonderer Relevanz, so der gelernte Architekt und Projektmanager.

    Optimierung des Gebäudemanagements
    Nicht selten trifft BIM dabei auf eine umfassende, komplexe Systemarchitektur – wie zum Beispiel SAP. Die ERP-Software wird von vielen Unternehmen als Universalwerkzeug genutzt, um Systeme, Anwendungen und Produkte zu verknüpfen und verschiedene Geschäftszweige und -prozesse so miteinander zu verbinden. Das ist besonders spannend für Unternehmen, die eigenen Gebäude besitzen und verwalten. Denn auch wenn Immobilien häufig nicht im Kerngeschäft verankert ist, wie es beispielsweise bei einem Spital oder Flughafen der Fall ist, sind sie essenziell für die Sicherheit und den Unternehmenserfolg, zum Beispiel bei Pensionskassen oder Banken. Daher machen längst nicht mehr nur Immobilienfachkräfte im Facility, Property und Asset Management ihren Anspruch an Daten aus dem Immobilienmanagement geltend, sondern auch die Finanz-, Controlling-, Nachhaltigkeits- oder IT-Abteilungen.

    Dafür hat SAP ein spezielles Immobilienmodul – SAP RE-FX – entwickelt. Es steht für ‹Flexible Real Estate Management› und ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes aus verschiedenen Perspektiven: «Einerseits werden in der architektonischen Sicht Informationen zur Struktur des Gebäudes wie zum Beispiel Büro- oder Etagenflächen abgebildet. Andererseits enthält die Nutzungssicht Informationen zu typischen Geschäftsfällen im Bereich Vermietung, wie Mietverträge, Konditionen und Vertragspartner», erklärt Stefan Pallier, Consultant Facility & Project Management bei Novo. Dadurch macht SAP RE-FX eine nahtlose Integration der Immobiliendaten in den SAP-Core wie auch die Verknüpfung von verschiedenen SAP-Modulen möglich.

    Reduktion aufs Wesentliche
    Vor diesem Hintergrund sorgt die Verbindung von BIM und SAP für erhebliche Mehrwerte. Denn hier trifft eine datengetriebene Planungsmethode auf eine Applikation für die Informationsbewirtschaftung im Gebäudebetrieb. BIM generiert also die Daten, während SAP eine Plattform für deren Nutzung und Pflege bietet. Dafür ist es entscheidend, dass die Daten möglichst verlustfrei aus der Projektierung in den Betrieb überführt werden können. «Als grösste Herausforderung entpuppt sich dabei in der Regel die Fragmentierung der Prozesse. Das Projektmanagement wird nicht auf das Objektmanagement abgestützt. Stattdessen behandelt man die Planungs- und Erstellungsphase als separate Einheit», so Patrick Pick.

    Das macht die Integration von BIM und SAP komplex. Sie erfordert eine entsprechend sorgfältige, fachkundige Übertragung, Transformation und Strukturierung der Daten aus dem BIM-Modell im Zielsystem. Patrick Pick spricht hier gern von ‹Data-to-Target› (zu dt. Daten zum Ziel). Bei diesem Ansatz werden die Daten aus dem BIM-Modell analysiert und auf die erforderlichen Informationen reduziert, die für das SAP-System relevant sind. Dieser Prozess beinhaltet die Identifizierung der relevanten Datenanforderungen, das Mapping dieser Daten auf die entsprechenden Felder und Strukturen in SAP sowie die Konvertierung und Übertragung der Daten in das SAP-System.

    Stefan Pallier ergänzt mit einem Beispiel: «Im BIM-Modell müssen 120 Attribute definiert werden, damit eine einzelne Tür richtig bestellt wird. Im Gebäudebetrieb interessiert uns aber nur ein Teil davon – zum Beispiel, ob es sich um eine Drehtür, Schiebetür, Brandschutztür oder um Fluchtwegtüren handelt. Wir benötigen also bestimmte Informationen dazu im SAP, beispielsweise zum Schliessmechanismus, zum Rauchschutz oder zur gesetzlichen Wartungsnorm.»

    Werden die relevanten Attribute richtig im SAP integriert, macht das eine technisch und kaufmännisch effiziente Objektbewirtschaftung möglich. Vor dem eigentlichen Data Mapping müssen die erforderlichen Schnittstellen vorbereitet und die Verantwortlichkeiten für einzelne Datensätze klar geregelt werden.

  • Steiner AG geht strategische Partnerschaft mit HEGIAS ein

    Steiner AG geht strategische Partnerschaft mit HEGIAS ein

    Das dynamische Startup HEGIAS bietet die weltweit erste automatisierte und browserbasierte Lösung zur Visualisierung und Kommunikation mit Virtual Reality (VR) für die Planungs-, Bau- und Immobilienbranche. Das stark wachsende Unternehmen wurde 2017 gegründet und beschäftigt derzeit rund 20 Mitarbeitende an den beiden Standorten Zürich und Lugano. «Mit der Steiner AG haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der uns bei der Verwirklichung unserer Wachstumsambitionen unterstützt», zeigt sich Patrik Marty, CEO von HEGIAS, erfreut. Giuseppe Giglio, Chief Digital Officer bei der Steiner AG, ergänzt: «Die neue virtuelle Kollaborationsumgebung wird es allen Projektbeteiligten ermöglichen, gleichzeitig und ortsunabhängig am selben Modell zu arbeiten.» Dies vereinfacht und beschleunigt bisherige Abläufe und trägt zu einer deutlichen Fehlerreduktion bei. 
      
    Ajay Sirohi, CEO der Steiner Gruppe, ist überzeugt, dass die Kooperation zum langfristigen Erfolg beider Unternehmen beitragen wird: «Die Kombination der digitalen Expertise von HEGIAS mit unserer ausgewiesenen Erfahrung im BIM- und Baubereich ermöglicht es uns, gemeinsam passgenaue Innovationen für den Markt zu entwickeln. Mit der ersten strategischen Partnerschaft im Digitalbereich können wir unsere Kompetenzen in diesem Gebiet ausbauen und die Zukunft der Immobilienindustrie aktiv mitgestalten. Künftig planen wir weitere Kollaborationen mit innovativen Start-Ups, um den digitalen Wandel unseres Unternehmens fortzuführen und im Bereich der Zukunftstechnologien nachhaltig zu wachsen.» 

  • BIM-Daten helfen bei Rohstoffknappheit und Materialmangel

    BIM-Daten helfen bei Rohstoffknappheit und Materialmangel

    Mit zunehmendem Digitalisierungsgrad steigen für die Bauindustrie die Chancen, ihre Lösungen in den Plänen der Architekten zu verankern und dadurch öfter als Leitprodukt ausgeschrieben zu werden. Zudem lassen sich Informationen über Verfügbarkeiten und Lieferzeiten einfacher ergänzen. Noch allerdings hinkt der Digitalisierungsgrad der Bauindustrie dem BIM-Experten Matthias Uhl zufolge in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße anderen Branchen hinterher. „BIM stellt eine der größten Chancen der letzten Jahrzehnte dar. Vom Entwurf bis hin zum Betrieb des Bauwerks lassen sich Prozesse und Schritte effizienter, günstiger und transparenter abbilden. Doch dafür müssen Baustoffhersteller ihre Daten jetzt digital aufbereiten und bereitstellen”, konstatiert Uhl, der mit BIM & More Orchestra eine BIM-Lösung für Hersteller entwickelt hat. Er nennt drei Gründe, warum Hersteller jetzt ihr Produktportfolio digital aufbereiten und Planern und Architekten BIM-Daten liefern müssen. 

    Erstens: Bau- und Immobilienbranche sind bereits digital 
    Der Digitalisierungsgrad der großen Bau- und Immobilienunternehmen in Deutschland hat in den vergangenen zwei Jahren eine signifikante Größe erreicht. Die großen Player der Branche wie Drees & Sommer, Goldbeck oder ZECH machen zusammen einen großen Anteil des gesamten Planungsvolumens aus. Sie haben sich mittlerweile schon so weit digitalisiert, dass sie zunehmend auf digitale Produkte angewiesen sind. „Sie greifen aus einer Notwendigkeit heraus auf die Produkte zurück, die in den führenden Planungsprogrammen in den entsprechenden Detailtiefen zur Verfügung stehen”, erklärt Uhl. Baustoffherstellern muss bewusst werden, dass sie im digitalen Kosmos nur existieren, wenn sie digital sichtbar sind. Gerade angesichts der Liefer- und Materialengpässe ist die digitale Sichtbarkeit wichtiger denn je für Planer, um über technische Spezifikationen hinaus Preise und Verfügbarkeiten zu prüfen. 

    Zweitens: Alle Zukunftstrends haben eine digitale Komponente  
    Bauweisen und Trends entwickeln sich zunehmend aus der Digitalisierung heraus. Uhl: „Ob Modulbau, Nachhaltigkeit oder das Thema Vorfertigung: Alle relevanten Ideen haben eine digitale Komponente. Ohne Digitalisierung in Planung und Umsetzung geht es gar nicht.” Auch dies spreche dafür, dass Hersteller ihre Daten jetzt digital liefern müssen, wenn sie an den Megatrends teilhaben oder sie gestalten wollen. Mit der Menge an Daten erhöhen sich für Planer und Büros die Kombinationsmöglichkeiten, mit denen sich nicht nur neue bauliche Lösungen finden lassen. Zudem werden Alternativen sichtbar bei anderweitigen Nichtverfügbarkeiten. 
    „Blicken wir exemplarisch auf den Megatrend Nachhaltigkeit am Beispiel des Building Circularity Passports im Koalitionsvertrag”, nennt Uhl ein anderes Beispiel aus dem Klimaschutz. Die Bundesregierung habe mit dem Building Circularity Passport das Thema Kreislaufwirtschaft als verpflichtendes Element für die Zukunft im Koalitionsvertrag verankert. Erst der Zugang zu transparenten Produktinformationen erlaubt Überlegungen zur Kreislauffähigkeit. Ohne Informationen zur stofflichen Zusammensetzung, Herstellungsweise, Lebensdauer, Reparaturfähigkeit und Verwertungsoptionen der Produkte funktioniert die Circular Economy nicht. „Produktinformationen bilden die Basis für einen Übergang zur Kreislaufwirtschaft”, so Uhl. Noch gebe es keine Gesetze, aber sie würden bald kommen. Die ersten Kommunen in Deutschland wollen unabhängig von der Gesetzgebung für ihre Neubauten den Building Circularity Passport einführen. Bei allen neuen Schulen, Kindergärten oder Bürogebäuden werden Produkte erforderlich, deren Kreislauffähigkeit bewertet, berechnet und zertifiziert wurde. 

    Drittens: Komplexität der Planungsprozesse steigt und damit der Datenbedarf 
    Ein weiterer Grund für die BIM-Datenbereitstellung: Die Anforderungen an Planungsprozesse und dadurch an Planer im Sinne von Nachweisen und Berechnungen werden immer komplexer. Planer und Architekten öffnen sich deshalb zunehmend für Unterstützung aus der Industrie. „Während heute Nachweise in Sachen Kreislaufwirtschaft eine immer größere Rolle spielen, waren es früher bauphysikalische Anforderungen wie Energieverbräuche, etwa bei der Energieeinsparungsverordnung (EnEV), bei Passivhaus-Berechnungen oder Plusenergiehaus-Konzepten. Diese Themen erfordern aufseiten der Planer ein neues Maß an Datenmenge und Informationsqualität”, erläutert Uhl. Dieser Bedarf würde weiter zunehmen. Auch dieser Umstand verlangt von der Industrie, jetzt Daten digital zur Verfügung zu stellen. „Nie waren Produktinformationen von der Industrie populärer als heute. Nie war es für Hersteller einfacher, Akzeptanz bei Planern zu erreichen”, resümiert der BIM-Datenexperte. 

  • Implenia gewinnt Auszeichnung beim Deutschen Baupreis

    Implenia gewinnt Auszeichnung beim Deutschen Baupreis

    Implenia ist beim Deutschen Baupreis 2022 zu einem der besten und innovativsten Bauunternehmen in Deutschland gekürt worden, informiert die Bau- und Immobiliengesellschaft aus Opfikon in einer Mitteilung. Das Unternehmen hatte sich unter 170 Mitbewerbern in der Kategorie für Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden durchsetzen und den zweiten Platz hinter Zech Bau belegen können. Vervollständigt wurde das Siegertreppchen von Wolff & Müller.

    „Wir sind sehr stolz, beim Deutschen Baupreis 2022 zu den ersten drei zu gehören und einer der besten grösseren Bau- und Immobiliendienstleister in Deutschland zu sein“, wird Matthias Jacob, Country President Deutschland bei Implenia, in der Mitteilung zitiert. „Das bestätigt den Anspruch, uns mit unseren Kompetenzen in der Führung von grossen, komplexen Immobilien- und Infrastrukturprojekten sowie einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit vom Wettbewerb abzuheben.“

    Die Gewinner des Baupreises wurden von einer Jury in einem umfangreichen dreistufigen Verfahren ermittelt. Der diesjährige Wettbewerb habe dabei erstmals unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stattgefunden, heisst es in der Mitteilung.

    Die Preisverleihung fand am 31. Mai auf der Messe digitalBAU 2022 in Köln statt. Auf der Messe sei zudem ein Nachwuchspreis für innovative digitale Lösungen in der Bauwirtschaft vergeben worden, informiert Implenia. Er wurde von einer jungen Spezialistin für Bauwerksdatenmodellierung (Building Information Modeling, BIM) von Implenia gewonnen.

  • Amberg Engineering erhält Auftrag von der Deutschen Bahn

    Amberg Engineering erhält Auftrag von der Deutschen Bahn

    Amberg Engineering hat bei der Auslosung einer Planung für die Neubau-Bahnstrecke zwischen Innleiten und Kirnstein bei Rosenheim in Bayern gewonnen. In einer Arbeitsgemeinschaft mit Obermeyer Infrastruktur soll das Beratungsunternehmen mit Sitz in Regensdorf den Auftrag der Deutschen Bahn (DB) im Projekt Brenner Nordzulauf bearbeiten, heisst es in einer Medienmitteilung. Beide Unternehmen arbeiten bereits in einem laufenden Projekt am Brenner Basistunnel zusammen.

    Der Planungsabschnitt Innleiten-Kirnstein im Schienennetzausbauprojekt Brenner-Nordzulauf umfasst unter anderem die Planung der beiden Tunnel Ringelfeld und Steinkirchen inklusive der tunneltechnischen Ausstattung, die Planung der Schienen und Strassen sowie die Planung für den Neubau von Überführungsbauwerken, Trögen, Schallschutzwänden und Stützbauwerken.

    Dabei kommt der digitale Prozess Building Information Modelling (BIM) vertraglich verpflichtend zum Einsatz. „Wir freuen uns sehr, unsere Planungsexpertise in einem solch exponierten DB-Gesamtplanungsprojekt zeigen zu können. Zudem können wir zusammen mit den Projektbeteiligten gemeinschaftlich die BIM-Methodik in der Infrastrukturplanung weiterentwickeln“, wird Christoph Heiter, Ingenieur bei Obermeyer Infrastruktur, zitiert.

  • Strabag ist Aktivpartner am Tag der Ingenieure

    Strabag ist Aktivpartner am Tag der Ingenieure

    Strabag Schweiz wird aktiv am Tag der Ingenieurinnen und Ingenieure teilnehmen und in einem online übertragenen Vortrag ein Pilotprojekt in Küsnacht vorstellen. Beginn ist laut Medienmitteilung des Schlieremer Bauunternehmens am Freitag, 4. März, um 11 Uhr. Der Vortrag geht bis 12:15 Uhr und wird über Microsoft Teams im Internet übertragen. Auf der Internetseite des Engineer’s Day ist dazu der Zugang durch Anklicken ohne vorgängige Anmeldung möglich. Vortragende sind Stijepan Ljubicic, Technischer Gruppenleiter BIM, und Christian Häni, Technischer Gruppenleiter Verkehrswegebau bei Strabag.

    BIM steht für Building Information Modelling und beschreibt das modellbasierte Planen, Realisieren sowie Betreiben von Bauvorhaben, mit dem Anspruch, den Wissenstransfer, die Ergebnisqualität und die Effizienz aller Beteiligten zu optimieren, heisst es dazu von Strabag. Am 4. März stellt die Strabag in dem Live-Vortrag konkret ihr Projekt der Sanierung des Schiedhaldensteigs in Küsnacht vor. Strabag ist Totalunternehmerin und sowohl für die Planung und Bauleitung als auch Ausführung – modellbasiert mittels dem Programm BIM 5D – verantwortlich. In Küsnacht wurde der obere Teil des Schiedhaldensteigs auf sehr engem und steilem Verkehrsraum saniert und die Kanalisationsleitungen ersetzt. Zudem wurden gleichzeitig die bestehenden Gas-, Wasser- und Elektroleitungen der Werke am Zürichsee erneuert.

    Schon vor dem eigentlichen Engineer’s Day findet am Donnerstag, 17. Februar, im JED in Schlieren ein Netzwerkanlass statt. Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh und Bundesrat Guy Parmelin nehmen daran teil. In einer Podiumsdiskussion sollen laut einer Medienmitteilung der Standortförderung Limmatstadt AG die Qualitäten und die Potenziale von Ingenieurinnen und Ingenieuren verschiedener Disziplinen beleuchtet werden.

  • «Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen»

    «Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen»

    Zur Person
    Stephan Attiger (FDP) leitet seit 2013 das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Auf nationaler Ebene vertritt der 54-Jährige als Präsident der Bau- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) und als Vorstandsmitglied der Energiedirektorenkonferenz (ENDK) die Anliegen des Kantons. Der gebürtige Badener arbeitete lange Zeit in den Führungsetagen verschiedener Schweizer Unternehmen, bevor er in die Politik wechselte. Er war unter anderem von 2006 bis 2013 Stadtpräsident der Stadt Baden und von 2009 bis 2013 Grossrat des Kantons Aargau.

    Sie leiten das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?
    In den letzten Monaten waren meine Arbeitstage covidbedingt eher untypisch: Ich war häufig im Homeoffice, physische Treffen waren selten, und offizielle Anlässe fanden fast gar nicht statt. Aber auch sonst ist nicht jeder Tag gleich, und der Ablauf hängt stark vom Terminkalender ab. Grundsätzlich bespreche ich am frühen Morgen mit meinen engsten Mitarbeitenden die kurzfristig anstehenden Themen und was mittel- und langfristig ansteht. Danach folgen Meetings auf verschiedenen Stufen: Regierungsrat, Departement, Abteilungen, bilaterale Gespräche und Sitzungen mit Externen. Zwischendurch studiere ich Akten.

    Welche Meilensteine haben Sie in Sachen Bau bislang erreicht?
    Da gibt es einerseits zahlreiche grössere und kleinere Bauten, die ich einweihen durfte – nicht nur im Strassenbau, sondern auch im Umweltbereich wie etwa Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekte. Auch Letztere wirken sich direkt und positiv auf die Wohn- und Standortattraktivität aus. Daneben haben wir wichtige Grundlagen für die Planung und spätere Umsetzung von Mobilitätsvorhaben geschaffen. Mit der letzten Revision des Richtplans und der neuen kantonalen Mobilitätsstrategie mobilitätAARGAU wollen wir die Siedlungs- und die Verkehrsentwicklung aufeinander abstimmen. Sie setzt deshalb gezielt räumliche Akzente und differenzierte Ziele pro Raumtyp für die einzelnen Verkehrsmittel. Das wiederum wirkt sich auf den Tief- und den Hochbau aus. Als Kanton nehmen wir auch eine Vorbildfunktion ein.

    Inwiefern?
    Wir fördern zum Beispiel in den Aussenräumen unserer Liegenschaften vermehrt Biodiversität und Aufenthaltsqualität. Wir suchen nach guten Lösungen, wie Biodiversitätsthemen bei Neubauten und bei der Pflege bestehender Liegenschaften berücksichtigt werden können. Klimaanpassungs-Massnahmen an Gebäuden und in deren Umfeld leisten einen Beitrag, unsere klimapolitischen Ziele zu erreichen. Ein gutes Beispiel ist zudem der Neubau des Amtes für Verbraucherschutz, bei dem wir als nachhaltigen Baustoff Holz aus den Aargauer Wäldern einsetzen wollen.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte im Hochbau?
    Ein zurzeit laufendes grosses Projekt im Bereich der kantonalen Immobilien ist der Neubau des Polizeigebäudes im Telliquartier in Aarau. Hier sollen die auf zahlreiche Standorte verteilten Einheiten der Kantonspolizei zusammengeführt werden. Die Baubewilligung ist bereits vorhanden. Auch startete der Kanton Ende März das Anhörungsverfahren für den neuen Standort einer Kantonsschule im Fricktal. Die Anhörungen zum erwähnten Neubau für das Amt für Verbraucherschutz und das Projekt zum Zusammenzug der Informatik Aargau in einem Gebäude in Unterentfelden konnten abgeschlossen werden. Alle Baumassnahmen werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit umgesetzt. Bei der Planung liegt jeweils ein besonderes Augenmerk auf die im Gebäude gebundene graue Energie, und der Zeitpunkt für neue Nutzeranforderungen wird auf den Instandsetzungszeitpunkt abgestimmt.

    Der Aargau hat eine grosse Anzahl Entwicklungsareale, die Platz für zusätzliche Einwohner bieten könnten. Wie sehen hier die Pläne aus?
    Der kantonale Richtplan bezeichnet 21 Wohnschwerpunkte mit Arealen, die für eine hochwertige Siedlungsentwicklung prädestiniert sind. Diese sollen einen namhaften Beitrag dazu leisten, das erwartete Bevölkerungswachstum der nächsten 10 bis 20 Jahre an geeigneten, gut erreichbaren Orten aufzufangen. Die Areale sollen nicht nur mit einer angemessenen Dichte den haushälterischen Umgang mit dem Boden unterstützen, sondern auch im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung zu qualitativ hochstehenden und attraktiven Wohnstandorten werden. Dies ist die Aufgabe der Gemeinden, die in der Nutzungsplanung die geeigneten Rahmenbedingungen und Anforderungen bestimmen. Der Kanton unterstützt sie dabei.

    Arealentwicklungen stolpern häufig über die Verkehrsproblematik. Helfen Sie hier aktiv bei der Lösungssuche?
    Es ist effektiv so, dass gerade bei Arealentwicklungen hohe Anforderungen an die Verkehrsplanung gestellt werden. Dies, weil viele Unbekannte bestehen bezüglich zukünftiger Ansprüche. Hier muss die Verkehrsplanung ein flexibles Gerüst bereitstellen, um auf die verschiedenen Anforderungen der Investoren reagieren zu können. Soweit der Kanton betroffen ist, übernimmt er einen aktiven Part oder setzt an den Schnittstellen die Rahmenbedingungen.

    Das Projekt zur Verlängerung der Limmattalbahn von Killwangen-Spreitenbach bis Baden schlägt derzeit hohe Wellen. Mit welchen Argumenten versuchen Sie, die Gegner der Verlängerung umzustimmen?
    Die Berichterstattung in den Medien vermittelt leider ein verzerrtes Bild von der allgemein grossen Akzeptanz zu diesem Projekt. In der öffentlichen Anhörung haben die Regionalplanungsverbände und alle Gemeinden im Perimeter der neuen Tramstrecke sowie die meisten Verbände der Limmattalbahn zugestimmt. Eine breite Zustimmung hat auch die konkret vorgeschlagene Linienführung erhalten. Die Vorbehalte aus der Bevölkerung, die aus der Anhörung hervorgegangen sind, nehmen wir sehr ernst. Zum Beispiel haben wir zusätzliche Varianten für die Linienführung aufgenommen. Diese und weitere beanstandete Punkte werden wir bis zur Festsetzung im Richtplan genauer untersuchen und mit den übrigen kantonalen Interessen sowie mit den erwähnten Vorbehalten abwägen.

    Die Zersiedelung ist auch im Aargau ein Problem. Haben die Gemeinden bei der Raumentwicklung Fehler gemacht?
    Wichtig ist, dass der Blick in die Zukunft geht. Im heutigen Bestand sollen die Potenziale erkannt werden, die für eine nachhaltige Entwicklung besser genutzt werden können. Die Revision des Raumplanungsgesetzes von 2013 hat gezeigt, dass mit der Siedlungsentwicklung nach innen, also der Nutzung der bestehenden Reserven, die Entwicklungsbedürfnisse der nächsten 20 Jahre abgedeckt werden können. Die Eindämmung der Zersiedelung nehmen wir sehr ernst. Der Richtplan 2015 legt das Siedlungsgebiet abschliessend fest. Der Verbrauch von Fruchtfolgeflächen ist bereits stark zurückgegangen.

    Wie gut oder schlecht funktioniert die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei der Raumentwicklung?
    Bei dieser Zusammenarbeit kommt vor allem den Regionalplanungsverbänden eine wichtige Rolle zu. Sie haben auch gemäss Baugesetz die kommunalen Nutzungsplanungen regional abzustimmen. Die Koordination entlang der Gemeindegrenzen funktioniert.

    Wie sieht für Sie eine optimale Bodenressourcennutzung aus?
    Der haushälterische Umgang mit dem Boden ist ein zentrales Anliegen. Das Bauen in die Höhe kann aber nicht schrankenlos erfolgen. Die Siedlungsqualität und das Ortsbild sind immer zu berücksichtigen. Und bei unterirdischen Bauten ist darauf zu achten, dass genügend Flächen bleiben, wo man grosse Bäume pflanzen und Wasser versickern kann. Das ist entscheidend zur Vermeidung von Wärme-Inseln im Siedlungsgebiet und für das Grundwasser. Der Klimawandel stellt uns vor grosse Herausforderungen. Eine optimale Nutzung der Ressource Boden, eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und hochwertige Wohn- und Arbeitsplatzgebiete sind keine Gegensätze.

    Der Kanton Aargau ist bereits heute in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt. Wie sehen hier die Zukunftspläne im Baubereich aus?
    Die Digitalisierung von Bauprojekten mit Building Information Modeling (BIM) ist bei uns ein grosses Thema. Momentan beschäftigen wir uns mit rund 20 BIM-Pilotprojekten. Anfang Jahr wurde so auch die erste Baumeistersubmission als Teil eines Pilotprojekts im Einladungsverfahren ausgeschrieben. Unser Ziel ist, dass BIM ab 2025 bei allen neu startenden Projekten der Abteilung Tiefbau standardmässig für die Projektabwicklung eingesetzt wird. Den gleichen «Fahrplan» haben Astra und SBB.

    Pandemien hatten schon früher Einfluss auf die Stadtplanung. Wird Corona die Stadtplaner in Zukunft vor neue Herausforderungen stellen?
    Unsere Dörfer und kleinen Städte sind als Orte der kurzen Wege bestens geeignet für den Fuss- und Veloverkehr. Das ist eine sehr gute Ausgangslage, auch in Pandemiezeiten. An immer mehr Orten gibt es die Möglichkeit, in Co-Working-Spaces zu arbeiten. So lassen sich lange Reisezeiten vermeiden, auch wenn der Platz für Homeoffice knapp ist. Wichtig sind attraktive öffentliche Räume und gut erreichbare Naherholungsmöglichkeiten. Diese sind nicht erst seit Corona sehr gesucht. Dass diese Pandemie die Stadtplanung völlig auf den Kopf stellt, glaube ich nicht.

    Laut einer Analyse von Wüest & Partner hat der Kanton Aargau neben Genf, Waadt und Zürich das höchste Potenzial an neuem Wohnraum und Entwicklungsarealen. Was wird sich im Aargau in 10 Jahren verändert haben?
    Gemäss unserer Prognose werden wir besonders an gut erreichbaren Lagen, in Bahnhofsnähe, in den Zentren unserer Dörfer und Städte mehr attraktiven Wohnraum erhalten. Bestehende Bauten werden umgenutzt, zum Teil wird neu gebaut. Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen, nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung. Mehr ältere Leute zieht es an zentrale Lagen, wo sie von Dienstleistungen, kurzen Distanzen und vom kulturellen Angebot profitieren können. Aber auch das Wohnen im Grünen wird attraktiv bleiben. Viele der rund 100’000 Einfamilienhäuser im Aargau werden saniert und energetisch auf den neusten Stand gebracht oder sogar durch Neubauten ersetzt werden.

  • Strabag agiert in Küsnacht vollständig digital

    Strabag agiert in Küsnacht vollständig digital

    Das Bauunternehmen Strabag Schweiz hat den Zuschlag für die Sanierungen eines Strassenabschnitts in schwierigem  Gelände der Gemeinde Küsnacht sowie die Erneuerung der Gas-, Wasser- und Elektroleitungen des örtlichen Stromversorgers Werke am Zürichsee AG erhalten. Laut Medienmitteilung wird das Projekt von der Planung über den Bau bis zur späteren Instandhaltung digital gesteuert. Dafür werde mit dem sogenannten Building Information Modelling (BIM) gearbeitet. Die Strabag AG hat den Zuschlag als Totalunternehmer erhalten. Der Baustart sei für Ende August vorgesehen und die Fertigstellung etwa im Oktober 2022, heisst es in der Mitteilung.

    Das Sanierungsvorhaben der Gemeinde Küsnacht am oberen Teil des Schiedhaldensteigs gilt als schwierig. Dort sind in sehr engem und steilem Verkehrsraum zum einen die Sanierungsarbeiten zu erledigen und zum anderen die Kanalisationsleitungen zu ersetzen.

    Zum Einsatz des BIM bei Projektierung und Realisierung der beiden Bauvorhaben wird BIM-Manager Stijepan Ljubicic von Strabag mit der Erläuterung zitiert, dass zum einen „die Baustelle komplett digital abgewickelt“ werde. Neben der Planung und Ausführung würden sämtliche Arbeiten digital dokumentiert und letztlich in einem sogenannten As-built Modell an die Bauherrschaft übergeben. Diese Daten böten viele Vorteile mit Blick auf Qualitätsmanagement, Betrieb und Unterhalt sowie als Planungsgrundlage für Folgeprojekte.

    Der Technische Bereichsleiter Verkehrswegebau Ost bei Strabag, Michael Graber, wird zitiert, dass ein Hauptkriterium der Vergabe die digitale Leistungsfähigkeit des Unternehmens gewesen sei. Durch den Zuschlag sehe man bei der Strabag die eigene Kompetenz und das Fachwissen im Bereich BIM bestätigt.

    Die Medienmitteilung nennt auch Fakten zum Bau. So werde der Aushub 1500 Kubikmeter ausmachen, es sollen 240 Meter Rohe verlegt werden. Der Strassenbau erfolge auf 750 Metern, wobei 500 Tonnen Walzasphalt verwendet würden.

  • Alle Akteure in der Branche müssen bereit für Veränderungen sein

    Alle Akteure in der Branche müssen bereit für Veränderungen sein

    Was genau ist Building Information Modeling?
    Wörtlich übersetzt bedeutet BIM die Modellierung von Konstruktionsinformationen, eine ziemlich genaue Definition. Durch BIM ist es neben der digitalen Planung und Ausführung von Projekten möglich, die für die Arbeit erforderlichen Daten zu ermitteln und wiederzuverwenden. Es geht darum, mit dreidimensionalen Modellen zu arbeiten, die nichts anderes als visuell dargestellte Datenbanken sind. Es klingt komplizierter als es ist, aber tatsächlich ist es nur eine neue Arbeitsweise. Wenn wir früher zweidimensionale Pläne hatten, haben wir jetzt
    mo dreidimensionale digitale Gebäudemodelle. Wichtig ist, dass alle Beteiligten Zugriff auf dieselben Daten haben oder auf andere Weise als Single Source of Truth (Hrsg.) Bezeichnet werden. Dies stellt sicher, dass die in den Datenbanken gespeicherten Daten immer aktuell, korrekt und für die weitere Verarbeitung relevant sind. Und das ist genau der größte Vorteil.

    Warum hat sich die SBB für BIM für Bauprojekte entschieden?
    In BIM sehen wir ein wichtiges Potenzial für die Datenverarbeitung und den gesamten Wertschöpfungsprozess. Die SBB erwartet einen deutlichen Rückgang der Investitionen in Planung, Bau und Verwaltung von Immobilien. Dies gilt auch für die gesamte Eisenbahninfrastruktur, die sie besitzt.

    Wir können auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten, da wir anhand der von uns gesammelten Daten simulieren können, wie sich das Unternehmen in den nächsten 20, 25 Jahren und darüber hinaus entwickeln wird. Da Projekte verglichen werden können, können sie gelernt und Transparenz über den gesamten Lebenszyklus hinweg geschaffen werden.

    Wie wird BIM beim Bau des Letziturms eingesetzt?
    Der Letziturm war eines der ersten Gebäude der SBB Immobilien, die mit BIM-basierten Arbeitsmethoden und -praktiken errichtet wurden. Es ist auch ein Schulungsprojekt in Bezug auf die Managementphase. Die Planung und Durchführung eines Projekts dieser Größenordnung ist in zehn Jahren abgeschlossen, die Verwaltung des Gebäudes dauert jedoch mindestens viermal länger. Zum Beispiel werden wir die Erfahrung des Letziturms nutzen, um Materialien zu probieren. Wir arbeiten daran, Planungsgenehmigungen über die Kollaborationsplattformen zu erhalten. Wir haben viel gelernt und können damit Planung und Implementierung optimieren. Dies ist aus unserer Sicht ein wichtiger erster Schritt.

    „Allein als Besitzer kann man es nicht mehr ertragen.“

    Welche Schlussfolgerungen können Sie heute aus der Verwendung von BIM ziehen?
    Wir haben sehr früh das Potenzial von BIM für die SBB erkannt und ihre Entwicklung durch das zu diesem Zweck eingerichtete BIM @ FFS-Programm aktiv gefördert. Wir haben seitdem wichtige Fortschritte gemacht. Dieses Programm basiert auf vier miteinander verbundenen Säulen: Entwicklung, Experimentieren, Genehmigung und konkrete Einbeziehung des Sektors. Wir teilen unser gesamtes Wissen und unsere Erfahrungen bei Veranstaltungen mit unseren Partnern, sammeln Kommentare und Beobachtungen, die wir dann in den Entwicklungsprozess integrieren. Wir beziehen unsere Gemeinschaft auf diese Weise ein. Sie können nicht mehr alleine bauen, Sie brauchen eine enge Zusammenarbeit zwischen den Parteien. Dies spiegelt sich auch in der Befähigung der Mitarbeiter wider. Seitens der Mitarbeiter haben wir eindeutig einen großen Wunsch nach gegenseitigem Lernen festgestellt. Das Ergebnis ist für alle inspirierend und lehrreich.

    Was sind die Vorteile?
    Es versteht sich von selbst, dass das Entwerfen und Erstellen mit Datenunterstützung zu einer Änderung der Art und Weise führt, wie wir mit unseren Partnern zusammenarbeiten und wie wir mit ihnen Projekte entwickeln, die jetzt schneller und sicherer abgeschlossen werden. Klar nur, wenn alle Beteiligten bereit sind, das System zu übernehmen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, wie bereits erwähnt, „Eine Quelle der Wahrheit“. Unternehmensdaten werden strukturiert gespeichert, sind immer aktuell und schnell auffindbar. Dadurch entfällt das lästige und ständige Suchen und Überprüfen von Daten weitgehend. Im Vergleich zur Vergangenheit ist die Kommunikation auch zielgerichteter und leistungsorientierter. Projektgruppen können so schneller Lösungen finden, offene Probleme und Probleme direkt im dreidimensionalen Modell visualisieren und Varianten und Alternativen einfacher ausarbeiten. Dies hilft, sich zu verstehen.

    Gibt es auch Nachteile?
    BIM wird oft nur mit dem technologischen Aspekt assoziiert. Natürlich wäre es schön, mit einer Brille, die uns Augmented Reality zeigt, über die Baustelle zu fliegen. Wenn die zugrunde liegenden Daten jedoch nicht korrekt sind, ist die fortschrittlichste Technologie nutzlos. Die Daten müssen korrekt sein und wir brauchen daher eine neue Art, präzise zu arbeiten. Es gibt nur zwei Arten von Daten: die richtigen oder die falschen. Heute sind noch nicht alle bereit, neue Technologien und Methoden einzusetzen. Alle Betreiber in der Branche müssen jedoch bereit sein, sich zu ändern und ihren Beitrag zu leisten, damit die Dinge funktionieren.

    Was könnte der Grund sein, warum sich BIM noch nicht in der Schweiz etabliert hat?
    Viele verbinden BIM mit der Verwendung der neuesten Software oder der neuesten Datenbanktechnologie. Dies ist oft notwendig, allein reicht es jedoch nicht aus. Um BIM erfolgreich einsetzen zu können, müssen wir unsere Denkweise und Arbeitsweise ändern. In der BIM-Umgebung sprechen wir häufig über kollaborative Projektteams, die gemeinsam Lösungen entwickeln. Dieser Prozess braucht seine Zeit, aber der Trend gibt mir Hoffnung auf das Beste. Wir müssen auch unseren Beitrag als Auftraggeber des öffentlichen Sektors leisten, um diese Entwicklung weiter voranzutreiben und den Einsatz von BIM bei der Auftragsvergabe zu fordern, wie wir es beispielsweise für das Letziturm-Projekt getan haben.
    Welche Ziele verfolgt die SBB beim Einsatz von BIM?
    Derzeit haben wir ungefähr zwanzig Pilotprojekte, für die wir Hintergrundinformationen bereitstellen. Wir experimentieren auch mit einer Vielzahl von Methoden, Technologien und Techniken. Das aus diesen Projekten gewonnene Wissen fließt in den Entwicklungsprozess ein. Dank Vorschriften und Normungen können wir auch internationale Grundelemente berücksichtigen. Auf diese Weise sind wir sicher, mit der Zeit Schritt zu halten. Dieses Wissen wird speziell an die Industrie zurückgegeben. Für konföderierte Unternehmen wird die Verwendung von BIM für den Bau von Gebäuden gemäß der digitalen Strategie des Bundes ab 2021 und für die Infrastruktur ab 2025 obligatorisch sein, da in diesem Bereich noch viel ausgearbeitet werden muss. Dies ist unser erklärtes Ziel.

    SBB und das BIM Letziturm Projekt
    Dank der Renovierung der bestehenden Gewerbe- und Industriegebiete entsteht zwischen den Bahnhöfen Zürich-Altstetten und Hardbrücke ein neues Stadtgebiet entlang der Gleise. Der Letziturm, ein sechsstöckiges Gebäude östlich der Lagerhalle, das zum historischen Denkmal erklärt wurde, definiert einen ersten städtischen Horizont, der zusammen mit den beiden an die Höhe von Letzibach D angepassten Wohntürmen einen Kern aus drei hohen Gebäuden bildet.

    Die Bauarbeiten begannen in diesem Jahr. Die 178 Wohneinheiten, bestehend aus Wohnungen mit 1,5 bis 7,5 Zimmern, sollen ab Herbst 2022 fertig sein. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Haupteingänge und zwei Gewerbezimmer, von denen jedes einen Blick auf die Zukunft bietet. Platz und auf den SBB-Werkstätten. Dazwischen befinden sich die Erdgeschosse von vier größeren, zweistöckigen Wohneinheiten, die eine Kombination aus Arbeits- und Wohnräumen bieten und auf Wunsch direkt mit dem öffentlichen Raum verbunden sind.

    Sowohl die kleineren als auch die größeren Wohneinheiten sind im Basisgebäude untergebracht. Oberhalb der 7. Etage, in der sich ein Gemeinschaftsraum befindet, sind Wohnungen mit 2,5 bis 4,5 Zimmern geplant. ■

  • Strabag setzt in der Fahrweid auf 3D-Modelle

    Strabag setzt in der Fahrweid auf 3D-Modelle

    Geroldswil, Weiningen und Limeco sind Bestandteil der Bauherrenschaft beim Gemeinschaftsprojekt Entwässerung Fahrweid. Im Rahmen des Projekts wird eine neue Abwasserkanalisation realisiert. Für das zentrale Schachtbauwerk setzt die Baufirma Strabag auf das Building Information Modeling (BIM), wies in einer Mitteilung heisst. Dabei wird eine Software für die Planung genutzt, durch welche unter anderem 3D-Modelle der zu realisierenden Bauwerke erstellt werden.

    „Das zentrale Schachtbauwerk führen wir gemeinsam mit den Planern der Firma ILF Schweiz mittels OpenBIM2Field als Pilotprojekt durch“, wird Stijepan Ljubicic in der Mitteilung zitiert, BIM-Manager bei Strabag. Dabei haben sich insbesondere die 3D-Modelle als hilfreich erwiesen. „Ein grosser Vorteil ist die optische Darstellung. Pläne in 3D sind einfacher verständlich als komplizierte Papierpläne, gerade auch für Leute im Team, die andere Sprachen sprechen – sie verstehen das 3D-Modell besser und schneller“, heisst es von Polier Adrian Wildhaber. Aber auch Änderungen seien so leichter umzusetzen als mit Plänen auf Papier, sagt Bauführer Sven Landis, „im Modell werden sie ganz einfach via Knopfdruck generiert“.

  • «Digitalisierung first» bei Livit, Privera und der Steiner Gruppe

    «Digitalisierung first» bei Livit, Privera und der Steiner Gruppe

    Heute beantworten Dieter Sommer, CEO Privera, Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG und Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe, die Frage:

    Wie treibt Ihr Unternehmen die Digitalisierung voran?

    Dieter Sommer, CEO Privera: Wir sind seit geraumer Zeit daran, unsere Systeme und Prozesse zu digitalisieren. Wir waren beispielsweise einer der ersten Dienstleister, der – zusammen mit einem externen Partner – ein Mieterportal lancierte und den gesamten Bewerbungsprozess für MietinteressentInnen digitalisierte. Als Dienstleister liegt die Digitalisierung im Bereich von Neubauten nicht in unserer Kompetenz. Als innovativer Partner können wir hier aber Unterstützung für Investoren und Ersteller bieten.

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    Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG: Die Livit bekennt sich zur digitalen Ausrichtung mittels verschiedener bereits realisierter und in den nächsten Jahren umzusetzender Projekte. Hinsichtlich der Digitalisierung in Neubauten entscheiden die Eigentümer, in welcher Ausprägung sie die Digitalisierung vorantreiben und umsetzen wollen. Building Information Modeling (BIM) ist in der Schweiz zwar noch nicht sehr fortgeschritten, wird aber inskünftig die vernetzte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden wesentlich beeinflussen. Bei bestehenden Gebäuden wird aktuell stark auf die Digitalisierung von Mietpreismodellierungen, Grundrissplänen und 3D-Modellierung gesetzt.

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    Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe: Bei Steiner befasst sich ein spezialisiertes Team professionell mit den Themenkomplexen BIM, Digitalisierung, Automatisierung etc. Damit sorgen wir für ein strukturiertes Vorgehen im digitalen Bereich. Seit längerem werden alle von Steiner entwickelten Projekte nach der innovativen BIM-Methode konzipiert. BIM ist ein modellbasierter Prozess, um Gebäude und Infrastrukturen auf Basis von digitalen Informationen optimal planen, bauen und betreiben zu können. Die frühzeitige Integration der Ausführungsabteilung bereits in der Entwicklungsphase hat sich dabei als klarer Vorteil für die spätere Umsetzung herausgestellt. Zum Bereich Digitalisierung zählen auch weitere neue Technologien wie Smart Home, die wir bei immer mehr Neubauprojekten integrieren.

  • BIMtoFM – Integration der Planungsmethodik  BIM in die Gebäudebewirtschaftung

    BIMtoFM – Integration der Planungsmethodik BIM in die Gebäudebewirtschaftung

    Immer mehr Neubauprojekte, ob im Wohnungswesen oder komplexe Office- und Gewerbeeinheiten, werden mit Hilfe von Building Information Modelling (BIM) realisiert. Doch für Investoren und Bauherren mit Weitblick und Interesse an einer effizienten, nachhaltigen Bewirtschaftung macht das Planungstool nicht vor der Betriebsphase halt. Im Gegenteil: Ist ein Objekt mit BIM erstellt worden, profitieren die Eigentümer / Investoren, Nutzer sowie Facility-Management-Dienstleister von Vorteilen bei Strukturierung und Übernahme aller betrieblich relevanten
    Informationen und Daten in die IT-Systemlandschaft des Gebäudebetriebs. Hierfür ist es aber erforderlich, ein sogenanntes «BIMtoFM»-Konzept schon vor Bezug des Objekts aufzusetzen. Es garantiert einen systemgestützten Immobilienbetrieb (BIM Asset Management, Facility Management Applications (FMA), Operations & Maintenance (O&M)), der auf einer konsistenten und umfassenden Datenbasis und Unternehmensanalyse beruht. Facility-Management-Modelle bieten eine grosse Informationsquelle, einschliesslich zusätzlicher räumlicher Daten, Leistungsdaten, Elementattribute und Geräteparameter, die für den Betreiber zu Verfolgungszwecken wichtig sind, das heisst Seriencodes,
    Garantien, Betriebs- und Wartungshandbücher usw. Letztere umfassen die betriebsrelevanten Bereiche und Funktionen, Steuerung und Ausführung der operativen FM-Prozesse sowie die bestehenden IT-Systeme. Die Daten können zusätzlich verwendet werden, um die Raumnutzung, die wirtschaftliche Entscheidungsfindung, die kurzfristige und langfristige Planung, die Kostenauswirkungen der Änderung oder Aufrüstung von Gebäudebeständen, die steuerliche Aufteilung der Kosten und die Führung einer aktuellen umfassenden Datenbank zu bestimmen. Die Schlüsselrolle fällt der Entwicklung einer zukünftigen Immobilien-IT-Systemarchitektur und einer datenaffinen Betriebsorganisation zu.

    Warum aber sollten sich institutionelle Investoren mit der Thematik beschäftigen? Wo liegen die Mehrwerte von BIM für Financiers und Eigentümer? Standen für sie bislang primär Lage, Flächen- und Nutzungsfragen im Vordergrund, so ist es inzwischen auch im Real Estate Investment & Asset Management Alltag, dass die Bewirtschaftung eines Immobilienportfolios durch einen externen Dienstleister erfolgt. Wenn der Investor selbst noch wenige Bewirtschaftungsprozesse ausführt, kann er diese dennoch mit Hilfe von BIM aus monetärer Sicht positiv evaluieren.

    Erfolgreiches Modellprojekt mit Mobimo
    Für unseren Kunden Mobimo Management AG in Küsnacht, vertreten durch Projektleiter Andreas Wende, haben wir beispielhaft ein «BIMtoFM»-Projekt in einen Bewirtschaftungsprozess integriert. Mobimo ist eine der führenden Immobilien-Investmentgesellschaften der Schweiz. Die Qualität des Portfolios steigert das Unternehmen laufend, indem es eigene Objekte entwickelt und bestehende Liegenschaften gezielt aufwertet. Mit der Mobimo FM Service AG gehört ein auf alle Facetten des Facility Managements spezialisiertes Unternehmen zur Mobimo-Gruppe und erbringt Dienstleistungen für Mobimo-eigene Liegenschaften.

    Zu Beginn des Projekts, an dem mehrere Fachabteilungen an unterschiedlichen Drees & Sommer Standorten beteiligt waren, standen folgende Fragen im Raum: Wie können Informationen aus dem BIM-Modell in die betriebliche IT-Systemlandschaft von Mobimo transferiert werden? Welche Schnittstellen und Datenaustauschformate werden für die Implementierung in das CAFM-System und die Asset Management-Systeme benötigt? Wie müssen zukünftig BIM-Projekte beauftragt werden, um die richtigen Informationen für den Gebäudebetrieb zu erhalten?

    «Um ein erfolgreiches «BIMtoFM»-Konzept zu gestalten, war es wichtig, dass eine gründliche Unternehmensanalyse durchgeführt wurde: Einerseits haben wir bei Mobimo bestehende Strukturen und Prozesse aus betrieblicher Sicht analysiert, um den Umfang der Integration von Gebäudedaten in die Prozesslandschaft abschätzen zu können – andererseits untersuchten wir die immobilienrelevante IT-Systemlandschaft und deren Funktionen & Schnittstellen, um den Vernetzungsgrad zwischen den betrieblichen Systemen zu ermitteln», so der Projektleiter Lukas Manuel von Rotz von Drees & Sommer. Wie schon erwähnt, ist die IT-Architektur ein Kern von «BIMtoFM». Wir wollten wissen: Welche Applikationen sind in der Beschaffung oder werden in Kürze beschafft? Welche strategischen Vorgaben bestehen, und wie beeinflussen diese neue betriebliche Systemlandschaften?

    Strukturierte Workshops mit den Stakeholdern
    Um die Bedürfnisse aller Stakeholder zu erfassen und die betrieblichen Anforderungen an die Gebäudeinformationen seitens Mobimo zu evaluieren, führten wir strukturierte Workshops durch. Die Tiefe der Datenabfrage erfolgte auf Basis der Kernprozesse der Stakeholder. Interne Schnittstellen wurden berücksichtigt, bestehende Prozesse hinterfragt und optimiert. Durch diese Auseinandersetzung mit den für jeden Stakeholder relevantesten Immobiliendaten konnten wir die Anforderungen an die betrieblichen Daten strukturiert aufnehmen und in der Analyse verarbeiten. Was wir allen Kunden empfehlen, galt auch hier: Daten, die nicht prozess-, sicherheits-, instandhaltungs- oder prüfungsrelevant sind und über keine Pflegeprozesse verfügen, werden aussen vor gelassen. Neben den Workshop-Ergebnissen flossen in die Analyse noch bestehende Standards von Mobimo, Richtlinien, IT-Systeme sowie insbesondere das CAFM-System des Gebäudebetreibers ein.

    Um jedoch eine zukunftsorientierte Bewirtschaftung der Objekte sicherstellen zu können, ist eine Definition der zukünftigen Bewirtschaftungsprozesse notwendig. So ist es zum Beispiel hilfreich, mögliche Innovationen immer in den Prozessen und Anwendungen zu analysieren. Aus all diesen Informationen entsteht ein Zielbild, das auf die IT-Systemarchitektur gespiegelt wird und als Basis für den Gebäudebetrieb dient. Die aus der Analyse resultierende Anforderungsliste sowie die Zielbild-Vorgaben werden dann in einer Datenbank gebündelt. Sie bietet verschiedene Kriterien an, zum Beispiel Einordnung der Priorität der Informationen, basierende Grundlage, Stakeholder, Zeitpunkt und Verantwortung über Datenlieferung, Übergabeformat oder Verantwortung des Pflegeprozesses.

    BIMtoFM ist ein ganzheitliches Tool
    Zusammengeführt werden in die BIM-Dokumente dann: Informationsanforderungen Auftraggeber (IAG) und Information Delivery Manual (IDM) mit betrieblicher Attributdefinition. Mit dem BIM-Abwicklungsplan werden die projektspezifischen Anforderungen definiert sowie deren Umsetzung mit den Projektbeteiligten der Planung und Ausführung als Vertragszusatz vereinbart. Die anschliessende Überführung der Daten in die jeweiligen Systeme erfolgt via Data-drops. Wichtig an dieser Stelle sind die Anforderungen an die Funktionalität der IT-Systemarchitektur:
    -Ist es im Einzelfall notwendig, über bidirektionale Schnittstellen zwischen betrieblichen Softwares zu verfügen?
    -Wie werden die BIM-Modelle gepflegt, welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Sind die dafür notwendigen Kompetenzen vorhanden?
    -Welche «Insellösungen» sind erforderlich und woher beziehen diese ihre Daten?

    Praxistipp: Die entstandenen Überlegungen und Prozessabläufe sind zwingend zu dokumentieren, sodass der zukünftige Betreiber über ein klar definiertes «Gebäudebetriebsdatenkonzept» verfügt. Es gibt das strategische und operative Management von betrieblichen Daten vor, inklusive eines Datenpflegekonzeptes sowie Verantwortlichkeiten, regelt Kompetenzen sowie die Entwicklung und Implementierung eines betrieblichen Datenqualitätssicherungssystems. Investoren im Immobilienmarkt sind deshalb gut beraten, wenn sie bei einem «BIMtoFM»-Vorhaben schon in der Projektierungsphase Experten hinzuziehen – für eine Strategieberatung, für Ausschreibung und Implementierung von RE-IT oder für einen Fullservice inklusive Projektbegleitung und Change Management. ■