Schlagwort: Biodiversität

  • Abstandsgrün als ökologisches Kapital der Städte

    Abstandsgrün als ökologisches Kapital der Städte

    Studien zeigen, dass in Städten wie Bern dutzende Hektaren sogenanntes Abstandsgrün existieren. Rasenflächen ohne Funktion, die lediglich gemäht werden. Diese Flächen sind ein bislang ungenutztes Kapital. Sie könnten Regenwasser speichern, das Stadtklima kühlen und Lebensräume für vielfältige Arten schaffen. Statt isoliert betrachtet zu werden, müssen sie als zusammenhängendes Ökosystem verstanden werden.

    Planung über Parzellengrenzen hinaus
    Klimawandel und Biodiversität machen nicht an Grundstücksgrenzen Halt. Dennoch ist die Kompetenz der Eigentümerschaften auf ihre Parzellen beschränkt. Damit das Potenzial urbaner Grünräume für Klimaresilienz und Artenvielfalt wirksam wird, braucht es politische Leitplanken, kooperatives Handeln und neue Berufsfelder, die urbane Grünräume professionell pflegen und entwickeln. Ein systemischer Ansatz im Städtebau ist unverzichtbar.

    Landschaftsarchitektur mit Führungsanspruch
    Die Architektur prägt den Städtebau mit grossen Gesten, doch die Robustheit und Zukunftsfähigkeit urbaner Systeme liegt im Freiraum. Hier hat die Landschaftsarchitektur ihre Stärke. Sie kann mit minimalen Mitteln widerstandsfähige, ökologische Strukturen schaffen. Dafür braucht es mehr Selbstbewusstsein in der Disziplin und die Bereitschaft, die Führungsrolle im Städtebau einzunehmen.

    Bildung für die Zukunft
    Um den steigenden Bedarf an Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten zu decken, braucht es neue Ausbildungswege. Ein Bachelorstudiengang an der Berner Fachhochschule könnte diese Lücke schliessen und innovative Lehrmodelle erproben. Zentrale Inhalte wären systemische Ansätze, die ökologische, soziale und räumliche Faktoren verbinden und in zukunftsfähige Konzepte übersetzen.

    Das Abstandsgrün ist kein überflüssiger Raum zwischen Gebäuden. Es ist das ökologische Kapital der Zukunft. Wer es als integralen Bestandteil der Stadtplanung begreift, schafft resiliente, lebenswerte Städte, die den Herausforderungen von Klima und Biodiversität standhalten.

  • Gartenstadt Bergacker wohnen mit Zukunft

    Gartenstadt Bergacker wohnen mit Zukunft

    Die rund 70 Jahre alten Gebäude der Siedlung Bergacker sind nicht mehr zeitgemäss und sanierungsbedürftig. Eine Sanierung im bewohnten Zustand ist nicht realisierbar, weshalb sich die Eigentümerinnen, Swiss Life für den westlichen Teil des Areals und Habitat 8000 für das Ostareal, für einen umfassenden Ersatzneubau entschieden haben.

    Bereits 2019 wurde eine Testplanung durchgeführt, um eine zukunftsfähige städtebauliche Lösung zu erarbeiten. Das Ergebnis ist ein Konzept, das auf viergeschossige Zeilenbauten setzt, die sich entlang des Hangs anordnen und grosszügige, grüne Freiräume schaffen. Diese «Gartenhöfe», entwickelt von EMI Architekten und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt, knüpfen an die ursprüngliche Gartenstadtidee an und fördern die Aufenthaltsqualität.

    Nachhaltigkeit als Leitprinzip
    Das gesamte Bauprojekt ist nach den höchsten Nachhaltigkeitsstandards ausgerichtet und strebt das «Gold»-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz an. Die Energieversorgung erfolgt über Erdsonden-Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen, wodurch das Quartier weitgehend autark mit erneuerbarer Energie versorgt wird. Begrünte Dächer und klimaresistente Aussenräume mit Wildblumenwiesen und schattenspendenden Bäumen fördern die Biodiversität. Gleichzeitig bleibt ein Grossteil der Gartenhöfe unversiegelt, um das natürliche Wassermanagement zu verbessern.
    Neben ökologischer Nachhaltigkeit spielt auch die soziale Komponente eine zentrale Rolle. Der Neubau schafft insgesamt 270 Wohnungen mit 1.5 bis 5.5 Zimmern, die sich an ein breites Publikum richten, von Singles über Familien bis hin zu älteren Menschen. Der Fokus liegt auf bezahlbarem Wohnraum, der für alle Lebensphasen geeignet ist.

    Wohnqualität durch intelligente Architektur
    Die neuen Gebäude nutzen die Hanglage optimal, um höchsten Wohnkomfort zu bieten. Strassenfrontseitig entsteht ein lärmberuhigtes Hochparterre, während die gartenseitigen Räume grosszügige Raumhöhen erhalten und direkten Zugang zu den grünen Freiräumen bieten. Die Grundrisse sind so gestaltet, dass Morgensonne in den Küchen und Abendsonne in den Wohnräumen für ein angenehmes Raumklima sorgt. Jede Wohnung verfügt über zwei Aussenbereiche, in Form einer Loggia, eines Balkons oder einer Terrasse mit Privatgarten.

    Besonders viel Wert wird auf gemeinschaftliche Flächen gelegt. In einem Partizipationsprozess äusserten die Mietenden den Wunsch nach Sitzmöglichkeiten, Spielplätzen, Grillstellen und urbanen Gärten, die nun in die Planung integriert werden.

    Gestaffelte Umsetzung für einen reibungslosen Übergang
    Um den Bewohnerinnen und Bewohnern einen geordneten Übergang zu ermöglichen, erfolgt die Realisierung des Neubaus in mehreren Etappen. Bis Ende 2025 soll die Bauprojektplanung abgeschlossen sein, bevor ab 2026 die erste Bauetappe startet. Die ersten Neubauten werden voraussichtlich 2028 bezogen, während die weiteren Bauphasen bis 2030 abgeschlossen sein sollen.

    Mietende von Swiss Life werden während des gesamten Prozesses aktiv unterstützt. Sie erhalten Hilfe bei der Wohnungssuche, haben Vorrang bei der Neuvermietung innerhalb des Quartiers und profitieren von flexiblen Kündigungsfristen.

    Ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Wohnen
    Die Gartenstadt Bergacker wird zu einem zukunftsweisenden Quartier, das nachhaltige Bauweise mit hoher Wohnqualität und sozialer Durchmischung vereint. Durch die bewusste Planung und die Einbindung der Mieterschaft entsteht ein lebenswertes Umfeld, das ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Ansprüchen gleichermassen gerecht wird. Das Projekt setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft des nachhaltigen Wohnens in der Stadt Zürich.

  • Der Flughafen Zürich beginnt mit Renaturierung

    Der Flughafen Zürich beginnt mit Renaturierung

    Der Glattabschnitt auf der Westseite des Flughafens Zürich soll laut einer Medienmitteilung ökologisch aufgewertet und renaturiert werden. Die im Frühjahr 2025 beginnende  Revitalisierung im Abschnitt zwischen Opfikon und Rümlang verfolge das Ziel, die Artenvielfalt zu erhöhen und die Naherholung zu fördern.

    Das Projekt soll ein Ausgleich für Eingriffe in die Landschaft durch mehrere aktuelle und geplante Bauprojekte im Rahmen der Flughafenerweiterung sein. Der Glattraum werde für die Bevölkerung zu einem attraktiven, grossräumigen Erholungsraum.

    Als Grundlage dient das vom Kanton Zürich erarbeitete Konzept Landschaftsentwicklung Glattraum Rümlang/Oberglatt. Vorgesehen sei eine Gesamtmassnahme zur Aufwertung der Glatt statt mehrerer Kleinprojekte. Dadurch entstehe „ein zusammenhängendes Projekt, das neben dem Natur- und Artenschutz auch dem Landschaftsschutz dient“.

    Konkret soll der Abschnitt von Tolwäng bis Fromatt einen natürlichen Wasserlauf erhalten. Zudem soll der Gewässerraum verdoppelt werden, um mehr Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Das Revitalisierungsprojekt soll zwischen 2025 und 2028 umgesetzt werden.

  • Baubehördentagung Appenzell Ausserrhoden

    Baubehördentagung Appenzell Ausserrhoden

    Die diesjährige Baubehördentagung, organisiert vom kantonalen Amt für Raum und Wald, richtete ihren Fokus auf die Siedlungsökologie. Regierungsrat Dölf Biasotto eröffnete die Tagung und stellte den Zusammenhang zur Vision des Regierungsprogramms 2024–2027 her, welches eine deutliche Förderung der Biodiversität in den Wohngebieten vorsieht. Die kommunalen Baubehörden spielen eine zentrale Rolle, um diese Ziele zu erreichen.

    Inspirierende Vorträge und Praxisbeispiele
    Sechs Fachreferenten beleuchteten verschiedene Aspekte der Siedlungsökologie. Die Vorträge zeigten, wie eine nachhaltige Gestaltung von Siedlungsräumen gelingen kann, und lieferten wertvolle Anregungen für Gemeinden und Unternehmen. Besonders die Praxisbeispiele aus Teufen und Gais verdeutlichten, wie Gemeinden erfolgreich Biodiversität in ihre Siedlungen integrieren können. Auch die Kombination von Dachbegrünungen mit Photovoltaikanlagen wurde thematisiert und von Stefan Brenneisen aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.

    Exkursion ins Wildbienenparadies und reger Austausch
    Zum Abschluss der Tagung konnten die Teilnehmenden das Wildbienenparadies der JUST Schweiz AG besichtigen, welches als Vorzeigebeispiel für die Förderung von ökologischen Firmenumgebungen dient. Beim anschließenden Apéro wurde die Gelegenheit genutzt, um über die gewonnenen Erkenntnisse weiter zu diskutieren und Netzwerke zu stärken.

    Siedlungsökologie als gemeinsames Ziel
    Die Baubehördentagung 2024 unterstrich die Bedeutung von vielfältigen Lebensräumen in Siedlungen für die Förderung der Biodiversität. Die Praxisbeispiele und Fachvorträge lieferten wichtige Impulse für die zukünftige Gestaltung ökologischer Lebensräume in den Gemeinden. Die Veranstaltung trug zu einem wertvollen Erfahrungsaustausch bei und setzte klare Akzente für die Umsetzung des Regierungsprogramms.

  • Die vielseitige Welt des Holzes

    Die vielseitige Welt des Holzes

    Nutzung des Holzes
    Nach einer gewissen Zeit erreicht der Baum sein Wachstumslimit. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um den Baum zu fällen – er ist bereit zur Ernte. Je nach Baumart variiert die Dauer bis zur Erntereifen zwischen 60 und 150 Jahren. Bis dahin hat der Baum genug Zeit gehabt, sich durch Samen in den Lücken des Waldes zu vermehren. Die Pflanzen im Jungwald, die am besten an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst sind, setzen sich durch. Auf diese Weise bleibt der Wald dank natürlicher Selektion gesund. Bei der Durchforstung werden begehrte und gut gewachsene Bäume als Zukunftsbäume stehen gelassen. Durch das hohe Lichtangebot in den Lücken, die durch gefällte Bäume entstehen, können sich am Boden eine Vielzahl von Sträuchern und einjährigen Pflanzen ansiedeln – die Biodiversität in einem so bewirtschafteten Wald nimmt zu.

    Der majestätische Wald der Schweiz
    Etwa ein Drittel der gesamten Landfläche der Schweiz ist von geschütztem Wald bedeckt. Dieser Wald bietet Schutz vor Naturkatastrophen, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Erholung und Freizeit sowie eine Holzquelle. Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Prinzip, das verlangt, dass der Wald all diese Funktionen langfristig erfüllt, ohne mehr Holz zu ernten, als nachwächst. Im Schweizer Wald wächst alle zehn Minuten genug Holz nach, um ein Einfamilienhaus zu bauen. Die Schweizer Wälder bestehen zu etwa 60% aus Nadelbäumen und zu 40% aus Laubbäumen. Ein Grossteil des geschlagenen Holzes wird zu Schnittholz und Hobelware verarbeitet, während 10% für die Papier- und Holzwerkstoffplattenherstellung genutzt werden. Ein Viertel wird direkt als Brennholz verwendet. In der Schweiz wächst jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen nur die Hälfte genutzt wird. Holz ist ein langlebiger Werkstoff, der selbst nachwächst und eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Es ist daher sinnvoll und empfehlenswert, unser eigenes Holz zu nutzen.

    Merkmale von Holz
    Holz ist ein leichtes und zugleich starkes Material, das im Verhältnis zu seinem Gewicht vierzehnmal mehr Gewicht tragen kann als Stahl. Aufgrund seiner natürlichen Zellstruktur sind die statischen Eigenschaften von Holz richtungsabhängig. Längs zur Faser ist Holz am widerstandsfähigsten, da es in dieser Richtung hundertmal höhere Zugkräfte und viermal höhere Druckkräfte aushalten kann als quer zur Faser. Das Verständnis dieser statischen Eigenschaften ist für den Bau mit Holz von entscheidender Bedeutung. Zudem verleiht die warme und angenehme Haptik des Holzes den Räumen eine besondere Atmosphäre. Die Holzfasern im verbauten Holz reagieren ständig auf die Luftfeuchtigkeit und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

    Vielfalt der Holzarten – Unterschiede im Wald und im Wohnbereich
    Nicht alle Hölzer sind identisch. Die Merkmale und das Erscheinungsbild von Holz variieren je nach Baumart – es gibt eine breite Palette von leicht bis schwer, weich bis hart und hell bis dunkel. Jede Holzart besitzt daher spezifische Eigenschaften, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Beispielsweise eignet sich das mit natürlichen Gerbstoffen konservierte Kernholz der Edelkastanie oder der Eiche besonders gut für den Aussenbereich, während die langfaserige Esche für stark beanspruchte Teile verwendet wird. Feinfaserige Hölzer wie Buche oder Ahorn finden Verwendung in der Möbelherstellung. Die Förderung verschiedener Baumarten durch die Verwendung unterschiedlicher Holzarten trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Jeder Baum wächst individuell, daher kann sein Holz mehr oder weniger Äste aufweisen, breitere oder schmalere Jahresringe haben, etwas heller oder dunkler sein und krumm oder gerade gewachsen sein. Jeder Baumstamm und jedes Teilstück werden entsprechend ihrer Qualitäten genutzt. Ausgewählte Stämme von hoher Qualität werden in Sägewerken zu einer Vielzahl von gesägten Produkten wie Balken, Brettern, Latten, Pfosten und Leimholz verarbeitet. Holz, das krumm und astig ist oder Stämme mit kleinem Durchmesser, werden in Plattenwerken zu Span- und Faserplatten umgewandelt. Die besten Qualitäten werden zu Furnier verarbeitet. Es ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht entscheidend, die passende Qualität für den jeweiligen Anwendungsbereich im Voraus mit dem Lieferanten festzulegen.

    Holzwerkstoffe
    Die grossen Formate der Holzwerkstoffe haben einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Holzbaus geleistet. Die Produktion von Holzwerkstoffen folgt einem simplen Prinzip: Das Holz wird in Bretter, Späne oder Fasern zerkleinert und anschliessend mithilfe von Leim in eine neue Form gebracht. Dadurch entstehen Produkte mit einheitlichen Eigenschaften in festgelegter Dicke und Grösse. Holzwerkstoffe bieten somit einen Mehrwert und eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Als kostengünstiges Baumaterial für den täglichen Bedarf sind Holzwerkstoffe unverzichtbar und in einer breiten Auswahl bei Holzhändlern und Baumärkten erhältlich.

  • Universität Bern macht Postgasse noch grüner

    Universität Bern macht Postgasse noch grüner

    Die Universität Bern hatte das Projekt „Die grünste Gasse der Welt“ 2023 mit einer Begrünungsaktion in der Postgasse gestartet. Am 25. Mai hat nun ein zweiter Pflanztag stattgefunden. „Unser Ziel war und ist es, die biologische Vielfalt zu erhöhen, das Stadtklima lokal zu verbessern und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohnern mit möglichst minimalen baulichen Massnahmen zu steigern“, wird Matthias Erb, Initiator des Projekts und Professor am Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern, in einer Mitteilung zitiert.

    Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Bern und Partnern aus der Berner Wirtschaft, wodurch die Bewohnerinnen und Bewohner der Postgasse ihr Quartier grossteils kostenfrei gestalten könnten. 2023 sind acht Bäume, 23 Kleingehölze sowie über 300 Setzlinge gepflanzt worden. In diesem Jahr sind Pflanzen, Erde und Töpfe in die Postgasse geliefert worden, um die Begrünung fortzusetzen. Alle Anwohnenden waren eingeladen, sich an der Gartenarbeit zu beteiligen. Boum, ein Spin-Off-Unternehmen der Universität Bern, hat Pflanzgefässe mit Bewässerungsfunktion bereitgestellt.

    Nach der Bepflanzung im Jahr 2023 hat das Geographische Institut der Universität Bern Messungen durchgeführt, welche einen lokalen Rückgang der Oberflächentemperatur aufzeigten. Für einen spürbaren Einfluss auf die Lufttemperatur müsste die Begrünung noch wesentlich vorangetrieben werden, heisst es in der Mitteilung. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der weiteren Begrünung dem Biodiversitätsverlust und, zumindest lokal, den Auswirkungen der extremen Hitze entgegenwirken können“, wird Adrian Métry, Leiter des Projekts, zitiert. Eine Umfrage ergab, dass 78 Prozent der Anwohnenden die Gasse nach der ersten Begrünungsaktion deutlich grüner wahrnehmen, was die Lebensqualität steigere. Ein Drittel der Befragten hätten laut Umfrage einen positiven Klimaeffekt bemerkt. 53 Prozent habe das Projekt zum Nachdenken über Themen wie Klimawandel und Gemeinschaft angeregt. 94 Prozent hätten einer weiteren Begrünung mit gemeinsamer Gartenarbeit zugestimmt.

  • Strabag schliesst Renaturierung an der Reuss ab

    Strabag schliesst Renaturierung an der Reuss ab

    Das Schlieremer Bauunternehmen Strabag führt laut einer Medienmitteilung im Auftrag des Kantons Uri ein Projekt zur Renaturierung der durch Dammbauten in der Vergangenheit vom Zugang an den Fluss Reuss getrennten Flächen durch. So soll ein ehemaliger Auenwald bei Erstfeld revitalisiert und durch verschiedene Baumassnahmen wieder mit der Reuss verbunden werden. Das Revitalisierungsprojekt startete im September 2023 und wird voraussichtlich Ende April 2024 abgeschlossen, heisst es von der Strabag AG. Für die Umsetzung führen bis zu fünf Fachkräfte mit Hilfe von zwei oder drei Baggern die Renaturierungsarbeiten durch.

    Der Kanton Uri wolle mit dem Vorhaben die Vielfalt und Struktur der Reuss und der Auenlebensräume verbessern, heisst es weiter. Dabei sollen sowohl wechselfeuchte, nasse Gebiete als auch trockenere Standorte berücksichtigt werden, um eine breite Tier- und Pflanzenwelt zu fördern, die den örtlichen Bedingungen entspricht. Das Projekt dient auch dem Hochwasserschutz bei Erstfeld.

    Um die verbliebene Rest-Aue besser durchfluten zu lassen und so wieder der natürlichen Dynamik der Reuss preiszugeben, wird der vorhandene Damm am linken Ufer zurückversetzt und ein Seitengerinne hinter dem Auenwald angelegt, heisst es zur Durchführung von Strabag. Zur Förderung gezielter Überschwemmungsbereiche während Hochwasserereignissen innerhalb des Auenbereichs werden Durchstiche im bestehenden Damm realisiert und gezielt ökologische Uferverbauungen im Nebenarm sowie strömungslenkende Elemente wie eine Leitinsel und Sandbänke im Hauptstrom installiert.

    Um sicherzustellen, dass die Leitinsel nicht weggespült wird, wurden Holzstämme mit Wurzelteller in die Bachsohle eingebaut und mit Blocksteinen und Geschiebematerial überschüttet, so die Strabag.

  • Neues Lehrkonzept für Biodiversität im Bauwesen lanciert

    Neues Lehrkonzept für Biodiversität im Bauwesen lanciert

    Angesichts der zunehmenden Herausforderungen des Artensterbens und des Verlusts an Biodiversität, insbesondere in urbanen Gebieten, hat das Projekt Campus4Biodiversity ein Lehrkonzept entwickelt, das darauf abzielt, zukünftige Fachleute in der Baubranche zu schulen und zu sensibilisieren. Dieses Konzept, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baustoffe und biobasierte Materialien (IBBM) der Berner Fachhochschule (BFH), dem Netzwerk für Nachhaltigkeitslösungen (SDSN Schweiz) und der Non-Profit-Organisation scaling4good erstellt wurde, ist nun öffentlich zugänglich.

    Das Lehrkonzept stellt eine Reaktion auf den alarmierenden Zustand der Biodiversität in der Schweiz dar, wo fast die Hälfte der Lebensräume und über ein Drittel der Arten bedroht sind. Barbora Starovicova, Leiterin des Projekts, betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein und Verständnis der Baufachleute zu schärfen, um effektive Lösungen für diese Umweltprobleme zu finden.

    Das Konzept richtet sich an Dozierende und Leitende von Baukursen an Universitäten und Fachhochschulen. Es soll den Studierenden nicht nur das notwendige Wissen vermitteln, sondern auch praktische Ansätze bieten, um biodiversitätsfördernde Maßnahmen in und um Gebäude herum zu entwickeln und umzusetzen.

    Die Bereitstellung des Lehrkonzepts als frei zugängliche Ressource ist ein entscheidender Schritt, um eine breite Wirkung zu erzielen und die Bauindustrie in Richtung einer nachhaltigeren Praxis zu führen. Dieses Konzept könnte sich als wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung des Artensterbens und zur Förderung der Biodiversität in städtischen Umgebungen erweisen.

  • Ausschreibung zum «Binding Preis für Biodiversität»

    Ausschreibung zum «Binding Preis für Biodiversität»

    Für weitere Informationen zu dieser Ausschreibung empfehlen wir Ihnen, die offizielle Website der Sophie und Karl Binding Stiftung zu besuchen. Dort finden Sie aktuelle Informationen und Details zur Bewerbung.

  • Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Die Arealentwicklung «Pra Roman» der Genossenschaft Codha und des Vereins «Sur le Pra» hat den Binding Preis für Biodiversität 2023 gewonnen, weil die Überbauung die ökologischen wie sozialen Vernetzungsfunktionen für das Quartier und die Stadt äusserst vorbildhaft übernimmt und das Projekt von Anfang an partizipativ angegangen wurde. Der Preis 2023 war zum Jahresthema «wegweisende Arealentwicklungen» ausgeschrieben worden.

    Lebensräume ökologisch vernetzt
    Die Siedlung «Pra Roman» mit zwölf Mehrfamilienhäusern auf einer Fläche von 22’000 Quadratmetern liegt an der Peripherie von Lausanne. Bei der Arealüberbauung vom Jahr 2020 wurde die Umgebung vorbildlich in die Planung und Erstellung miteinbezogen. So schuf die Preisträgerin etwa wechselfeuchte Wildkorridore mit integrierten Kleinstrukturen für Amphibien und Kleinsäuger und zur Förderung der Wildpflanzen. Dieses Bewusstsein, Verantwortung für die ökologische Vernetzung in einem grösseren System zu übernehmen, ist zentral für die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum.

    Bewohnerschaft in Planung miteinbezogen
    Die Sensibilisierung der Bewohnerschaft zur Biodiversitätsförderung war von Anfang an ein wichtiger Teil des Projektes «Pra Roman». Codha, die Bauherrin und Genossenschaft für gemeinnütziges Wohnen, initiierte zu Beginn der Planungsphase den Verein «Sur le Pra» und entwickelte einen partizipativen Prozess. Zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner trafen sich schon früh zu Bauplatzrundgängen oder Naturbeobachtungen und entwarfen mit hoher Gestaltungsfreiheit in Workshops ihre naturnahen Aussenräume, die sie später eigenständig realisierten. Die Bauherrin unterstützte sie dabei finanziell.

    Gemüsegarten ermöglicht Begegnung und Sensibilisierung
    Eine dieser Grünflächen ist der Gemeinschafts-Gemüsegarten. Hier tauscht man sich aus und lernt die Natur als Lebensgrundlage kennen. Die Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt «Pra Roman». Die umliegenden Ökosysteme werden beobachtet, in ihrer Vielfalt nachgeahmt und mit dem Siedlungsraum verbunden.

    «Wir sind überzeugt, dass dieses ausgezeichnete Beispiel weitere Immobilienentwickelnde ermutigt, Biodiversität früh mitzudenken und viele Menschen einzubeziehen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.

    Anerkennungspreis geht an das Projekt Areal Bach in St. Gallen
    Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung für kleinere Areale den mit 25’000 Franken dotierten Anerkennungspreis. Das Areal Bach, eine Zwischennutzung beim Bahnhof St.Fiden in St.Gallen, erhält diesen Preis, weil es eindrücklich das Potenzial der vielen brach liegenden Flächen in den Städten aufzeigt. Der Verein Areal Bach hat mit seinem Durchhaltewillen und Engagement Widerstände überwunden, die Chance gepackt und gemeinsam mit der Bevölkerung die Flächen ökologisch aufgewertet und mit kreativen Ideen belebt. Er hat es geschafft viele Akteure mit ins Boot zu holen, um so ein gemeinschaftlich getragenes, vielfältiges Projekt zu realisieren. Aus einem Unort entstand eine grüne Oase auf Zeit, die die Grundlagen für Biodiversität und Aufenthaltsqualität für die Planung einer zukünftigen Arealentwicklung schaffen kann.

  • Bern soll die grünste Gasse der Schweiz bekommen

    Bern soll die grünste Gasse der Schweiz bekommen

    Das Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern will einen Beitrag zur Bewältigung von Klimawandel und Biodiversitätsverlust leisten. Dazu geht das Institut gemeinsam mit Wirtschaftspartnern und Anwohnenden ein Projekt in der Berner Altstadt an. Hier soll die unter Denkmalschutz stehende Postgasse in die grünste Gasse der Schweiz verwandelt werden, informiert die Universität Bern in einer Mitteilung.

    „Wir unterstützen die Anwohnerinnen und Anwohner dabei, ihre eigenen Fenstersimse und Aussenflächen mit passenden Pflanzen zu begrünen“, wird Projektinitiator Matthias Erb in der Mitteilung zitiert. Anschliessend wollen die Forschenden von der Universität Bern die Effekte der Begrünung auf die Umgebungstemperatur, die Biodiversität, den Wasserhaushalt und die Lebensqualität in der Postgasse untersuchen. „Die gesammelten Daten und Erfahrungen dieses Pilotprojekts sollen Bern und anderen Städten künftig dabei helfen, ihre Nachhaltigkeit und Attraktivität noch rascher und unkomplizierter zu steigern“, erläutert Armin Komposch vom Institut für Pflanzenwissenschaften.

    Die Unternehmen Baumschule Gartenpflanzen Daepp, Ricoter und Zollinger Bio steuern zum Projekt Pflanzen, Setzlinge und Erde bei. Pflanzgefässe mit automatischer Bewässerung bringt die Boum AG ein. Das Berner Jungunternehmen ist 2021 als Ausgründung der Universität Bern entstanden.

    Offizieller Startschuss des Projekts ist ein Pflanztag am 6. Mai. Hier können interessierte Anwohnende Pflanzen, Erde und Töpfe abholen, um die Postgasse nach eigenem Ermessen zu begrünen. Die anschliessende Pflege sollen die Anwohnenden selbst übernehmen.

  • Der Binding Preis für Biodiversität2022 geht an Stadtgrün Bern

    Der Binding Preis für Biodiversität
    2022 geht an Stadtgrün Bern

    Das Projekt «Natur braucht Stadt» von Stadtgrün Bern gewinnt aus 22 eingereichten Projekten den mit 100’000 Franken dotierten Binding Preis für Biodiversität. Das als Themenjahr organisierte Projekt war erfolgreich, weil Stadtgrün Bern und seine Fachstelle Natur und Ökologie mit einem attraktiven Aktionspaket Institutionen, Organisationen und Menschen für ein gemeinsames Ziel – die Förderung der Biodiversität – gewinnen konnten.

    Alle packten mit an
    Beteiligt haben sich neben städtischen Stellen u.a. das Naturhistorische Museum, der Tierpark Bern, der Botanische Garten, verschiedenste Organisationen, aber auch viele private Balkongärtnerinnen und Gartenbesitzer. Die Massnahmen umfassten ökologische Aufwertungen im öffentlichen Raum und auf privaten Flächen sowie über 50 Veranstaltungen wie Führungen, Ausstellungen, Konzerte.

    Vom Wissen zum Handeln für Private
    Sieben Stadtspaziergänge mit 80 Infotafeln, mit einem interaktiven Stadtplan und künstlerische Interventionen zeigten auf, wie wertvolle Stadtnatur aussieht. Die Aktionen «BiodiversitätsGarten» und «BiodiversitätsBalkon» animierten Private, ihre Gärten und Balkone umzugestalten. Mit «KlimaBalkon» wurde aufgezeigt, wie Biodiversität, Verbesserung des Klimas und Lebensqualität zusammenhängen. Ein Praxishandbuch lieferte das Hintergrundwissen. «Wir freuen uns, mit ‹Natur braucht Stadt› ein Projekt auszuzeichnen, dem es gelungen ist, eine breite Bevölkerung zu erreichen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.

    Naturnahe Wohnumgebung ist zunehmend ein von der Mieterschaft formuliertes Bedürfnis. Sie bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, eine Atmosphäre die zum Verweilen und Beisammen sein einlädt und ermöglicht das Naturerlebnis. Deshalb haben auch grosse Immobilienfirmen im Rahmen des Themenjahrs das Ziel gefasst, ihre Wohnareale für die Biodiversität aufzuwerten. Sie wollen damit Wohnumgebungen für die Bewohnerschaft attraktiver machen und können gleichzeitig oft Unterhaltskosten senken.

    Entsiegelung und ökologische Aufwertungen auf städtischen Flächen
    Ein wichtiges Teilprojekt waren auch die Aufwertungen im öffentlichen Raum. In Bern West wurden verschiedene Asphaltflächen aufgebrochen und mit einheimischer Flora bepflanzt, Amphibienteiche gebaut, Rasen zu Wiesen aufgewertet, Wildhecken gepflanzt, Säume stehen gelassen und Stein- und Asthaufen in Parkanlagen und auf Grünstreifen entlang von Strassen angelegt.

    Nachhaltige Wirkung
    «Natur braucht Stadt» war integraler Teil des übergeordneten Biodiversitätskonzepts der Stadt Bern und brachte Akteure in Kontakt mit Ideen und Partnern. Das Projekt wird über das Themenjahr hinauswirken. Das herausgegebene «Berner Praxishandbuch Biodiversität» gilt jetzt schon als Standardwerk mit einer Ausstrahlung weit über Bern hinaus.

    Grosse Freude bei der Stadt Bern
    Die Stadt Bern freut sich sehr über die bedeutende Auszeichnung. «Der Preis würdigt das grosse Engagement von Stadtgrün Bern für das Themenjahr, das in Bern viel für die Naturvielfalt in Gang gesetzt hat», sagt Marieke Kruit, Gemeinderätin und Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Bern.

  • Der Binding Preis für Biodiversität 2022 geht an Stadtgrün Bern

    Der Binding Preis für Biodiversität 2022 geht an Stadtgrün Bern

    Das Projekt «Natur braucht Stadt» von Stadtgrün Bern gewinnt aus 22 eingereichten Projekten den mit 100’000 Franken dotierten und zum zweiten Mal ausgeschriebenen Binding Preis für Biodiversität. Das als Themenjahr organisierte Projekt war deshalb so erfolgreich, weil Stadtgrün Bern und seine Fachstelle Natur und Ökologie mit einem frischen und attraktiven Aktionspaket unterschiedlichste

    Institutionen, Organisationen und Menschen für ein gemeinsames Ziel – die Förderung der Biodiversität – gewinnen konnten.

    Alle packten mit an
    Beteiligt haben sich neben mehreren städtischen Stellen u.a. das Naturhistorische Museum, der Tierpark Bern, der Botanische Garten, verschiedenste Organisationen, aber auch viele private Balkongärtnerinnen und Gartenbesitzer. Die Massnahmen umfassten ökologische Aufwertungen im öffentlichen Raum und auf privaten Flächen sowie über 50 Veranstaltungen wie Führungen, Ausstellungen, Konzerte.

    Vom Wissen zum Handeln für Private
    Sieben Stadtspaziergänge mit 80 Infotafeln, verbunden mit einem interaktiven Stadtplan und ergänzt durch künstlerische Interventionen, zeigten auf, wie wertvolle Stadtnatur aussieht. Die Aktionen «BiodiversitätsGarten» und «BiodiversitätsBalkon» animierten Private, ihre Gärten und Balkone umzugestalten. Mit «KlimaBalkon» wurde aufgezeigt, wie Biodiversität, Verbesserung des lokalen Klimas und Lebensqualität zusammenhängen. Ein Praxishandbuch lieferte das nötige Hintergrundwissen. «Wir freuen uns, mit ‘Natur braucht Stadt’ ein Projekt auszeichnen zu können, dem mit einem systemischen und integralen Ansatz gelungen ist, eine breite Bevölkerung zu erreichen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.

    Entsiegelung und ökologische Aufwertungen auf städtischen Flächen
    Ein wichtiges Teilprojekt waren auch die Aufwertungen im öffentlichen Raum. In Bern West wurden verschiedene Asphaltflächen aufgebrochen und mit einheimischer Flora bepflanzt. Weiter wurden u.a. Amphibienteiche gebaut, Rasen zu Wiesen aufgewertet, Wildhecken gepflanzt, Säume stehen gelassen und Stein- und Asthaufen in Parkanlagen und auf Grünstreifen entlang von Strassen angelegt.

    Nachhaltige Wirkung
    «Natur braucht Stadt» war integraler und inspirierender Teil des übergeordneten Biodiversitätskonzepts der Stadt Bern und brachte viele Akteure in Kontakt mit Ideen und Partnern. Das Projekt wird deshalb über das Themenjahr 2021 hinaus nachhaltig wirken. Das zum Themenjahr herausgegebene «Berner Praxishandbuch Biodiversität» gilt jetzt schon als Standardwerk mit einer Ausstrahlung weit über Bern hinaus.

    Grosse Freude bei der Stadt Bern
    Die Stadt Bern freut sich ausserordentlich über die bedeutende Auszeichnung. «Der Preis würdigt das grosse Engagement von Stadtgrün Bern für das Themenjahr, das in Bern viel für die Naturvielfalt in Gang gesetzt hat», sagt Marieke Kruit, Gemeinderätin und Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Bern.

  • Stadt will Synergien mit dem Fernwärmeausbau nutzen

    Stadt will Synergien mit dem Fernwärmeausbau nutzen

    Seit 2020 ist Energie Wasser Bern daran, das Fernwärmenetz ab der Energiezentrale im Forsthaus auszubauen. Bis 2035 sollen 36 Kilometer Hauptleitungen in die bestehenden Strassen verlegt werden. Das Fernwärmeprojekt ist für die Erreichung der Ziele des städtischen Energierichtplans von zentraler Bedeutung und eines der grössten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte. 

    Gestützt auf erste Erfahrungen im Länggasse-Quartier will der Gemeinderat das Fernwärme-Projekt künftig konsequent für Verbesserungen im Interesse der Bevölkerung nutzen. Wenn der Strassenraum für die Verlegung der Leitungen aufgebrochen wird, sollen zum Beispiel stadtklimatische Massnahmen wie die Entsiegelung und Bepflanzung von Strassen- und Platzoberflächen, Verbesserungen für die Biodiversität, Wasserrückhalt oder Versickerung umgesetzt werden. Gleichzeitig will der Gemeinderat die Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr und die Schulkinder erhöhen. Zudem sollen im Untergrund Massnahmen der Siedlungsentwässerung umgesetzt und wo sinnvoll Lichtsignalanlagen optimiert werden. 

    Kreditvorlage wird erarbeitet 

    Zur Umsetzung dieser Massnahmen plant der Gemeinderat einen Investitionskredit von 35 Millionen Franken. Über diesen Kredit sollen auch die dafür erforderlichen Stellen in der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün finanziert werden (insgesamt zusätzliche 5 Projektleiter*innenstellen). Nach Abschluss des Fernwärmeprojekts wird der zusätzliche Stellenetat über die natürliche Fluktuation wieder abgebaut. Angesichts des hart umkämpften Fachkräftemarkts, dem bereits angelaufenen Fernwärmeausbau und der langen Vorlaufzeiten von Bauvorhaben hat der Gemeinderat die zuständige Direktion ermächtigt, die Stellen bereits jetzt auszuschreiben.   

    Die entsprechende Kreditvorlage wird nun ausgearbeitet und soll den Stimmberechtigten der Stadt Bern voraussichtlich im Juni 2023 unterbreitet werden.

  • Ausschreibung Binding Preis für Biodiversität 2022: 100’000 Franken für Biodiversität im Siedlungsraum

    Ausschreibung Binding Preis für Biodiversität 2022: 100’000 Franken für Biodiversität im Siedlungsraum

    Mit dem Preis für Biodiversität sucht die Sophie und Karl Binding Stiftung wegweisende, inspirierende Projekte im Siedlungsraum, die eine hohe biologische Vielfalt bewirkt haben. Mit der zweiten Ausschreibung möchte sie neue Vorbilder finden, die zeigen, wie sich modern gestaltete, dicht bebaute Siedlungsräume und die Förderung der einheimischen Flora und Fauna vereinen lassen. Gesucht sind insbesondere Lösungen, die sich auch auf andere Standorte übertragen lassen, somit skalierbar sind und eine Breitenwirkung entfalten. Besonders wünschenswert sind Projekte, die dank Beteiligung unterschiedlicher Akteure innovative, integrative und wirksame Lösungen hervorgebracht haben.


    Mit Biodiversität Gesundheit und Lebensqualität fördern
    Bei der Planung, beim Bau wie auch beim Unterhalt von Liegenschaften und Arealen kann für die biologische Vielfalt viel bewirkt werden. Naturnah gestaltete Grünräume leisten einen Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung, steigern die Standortattraktivität, tragen zu Erholung und Gesundheitsförderung bei oder stimulieren soziale Begegnungen. Solche Ansätze, die Biodiversitätsförderung mit der Steigerung von Lebensqualität verbinden, sind gefragt.

    Reichen Sie Ihr wegweisendes Projekt jetzt ein auf www.preis-biodiversitaet.ch!
    Die Stiftung und die sechsköpfige Fachjury laden Projektteams aus den Bereichen Planung, Bau, Unterhalt sowie Behörden, Organisationen und Projektgruppen ein, ihre bereits realisierten Projekte zur Biodiversitätsförderung im Siedlungsraum einzureichen. Der Preis richtet sich nicht an Einzelpersonen oder an Projekte auf kleinen Flächen von weniger als 5000 Quadratmetern.


    Alle Informationen zur Teilnahme an der Ausschreibung sind auf der Webseite www.preis-biodiversitaet.ch aufgeschaltet. Die Projekteingabe erfolgt über das Online-Formular. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2022.

  • The Circle erhält Zertifizierung für Nachhaltigkeit

    The Circle erhält Zertifizierung für Nachhaltigkeit

    Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres wird The Circle die LEED-Platinum-Zertifizierung erhalten, informiert HRS in einem Interview auf dem Portal des Immobilienunternehmens aus Frauenfeld. HRS hat das Quartier am Flughafen Zürich als Totalunternehmer in Zusammenarbeit mit Amstein + Walthert als hauptverantwortlichem Gebäudetechnikplaner realisiert. Für den höchsten Standard der vom U.S. Green Building Council entwickelten Klassifizierung für ökologisches Bauen muss ein Projekt 80 oder mehr Punkte erreichen.

    Dabei versuche die LEED-Klassifizierung „sämtliche Aspekte des nachhaltigen Bauens abzubilden“, erläutert Christian Appert von Amstein + Walthert im Interview. Nach Aussage des CEO des Ingenieurdienstleisters mit Sitz in Zürich konnte The Circle gleich in einer ganzen Reihe von Kategorien punkten. Als Beispiele nennt Appert unter anderem Trinkwassereinsparung durch Regenwassertanks, eine Kombination von Photovoltaik und Begrünung auf den Dächern sowie grosszügige Infrastrukturen für Velos. The Circle habe gezeigt, „dass auch grosse Projekte sehr nachhaltig sein können“, meint Appert.

    Mit der Zertifizierung werde The Circle „das grösste LEED-Platinum-Projekt in Europa und eines der zehn bis zwanzig grössten der Welt“, erläutert Rebecca Kull im Interview. Nach Ansicht der COO von HRS ist dies für die Schweiz „ein Superlativ mit grosser Ausstrahlung“. Über Nachhaltigkeit sprechen sei einfach, meint Kull. Entscheidend sei jedoch „die gelebte Sustainability“.

  • Holcim will Wasserressourcen und Biodiversität stärken

    Holcim will Wasserressourcen und Biodiversität stärken

    Holcim ist eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen der Baubranche, das sich zu messbaren positiven Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und ein ökologischeres Wassermanagement verpflichtet hat. Gleichzeitig will der Konzern mehr Natur in die Städte bringen.

    Laut einer Medienmitteilung will Holcim bis 2030 etwa die Wasserintensität in allen Produktlinien. So soll bei der Herstellung von Zement eine Reduktion von 33 Prozent erreicht werden. Bei Zuschlagstoffen sollen es 20 Prozent und bei Transportbeton 15 Prozent sein. Bis 2030 verspricht der Baustoffkonzern die Wiederauffüllung des Süsswassers in wassergefährdeten Gebieten: 75 Prozent der Standorte sollen bis dahin „wasserpositiv“ sein. Zudem will Holcim im selben Zeitraum 100 Prozent aller Standorte mit Systemen zur Wiederaufbereitung von Wasser ausstatten.

    Messbare positive Auswirkungen möchte Holcim auch auf die Biodiversität erzielen. Dabei wolle sich der Konzern an dem Berichtssystem für Biodiversitätsindikatoren (Biodiversity Indicator and Reporting System, BIRS) der Weltnaturschutzunion IUCN orientieren. So sollen etwa bis 2022 für alle Steinbrüche Sanierungspläne vorliegen. Die BIRS-Grundlagen für alle bewirtschafteten Flächen sollen bis 2024 erfüllt sein. Zudem soll der Einsatz von Lösungen wie der wasserdurchlässige Holcim-Beton Hydromedia und Gründachsysteme für lebenswertere Städte beschleunigt werden.

    Eva Zabey, Executive Director bei Business for Nature, lobt Holcim zu diesen ehrgeizigen Zielen. Sie könnten „sowohl im Baustoffsektor als auch in der Industrie insgesamt zu skalierbaren Veränderungen führen.“ Alle Ökosysteme und Gesellschaften seien auf solche Massnahmen und Verpflichtungen von Unternehmen angewiesen.

  • Freiburger Bevölkerung will Windparks

    Freiburger Bevölkerung will Windparks

    Die Freiburger Bevölkerung steht hinter den kantonalen Windstromprojekten. Das zeigt eine Umfrage, die MIS Trend im September im Auftrag von Groupe E durchgeführt hat. Danach sprechen sich 72 Prozent für den Bau von Windparks im Kanton aus, heisst es in einer Mitteilung des kantonalen Energieversorgers. 65 Prozent hegen auch keine Befürchtungen bei der Installation der Anlagen.

    Groupe E will an vier Standorten Windparks errichten. Diese Standorte sind im Richtplan des Kantons eingetragen, der bereits vom Bund genehmigt worden ist. Die vier Windparks sollen eine zusätzliche Stromproduktion von 156 Gigawattstunden Strom im Jahr erlauben. Zwei Drittel der Stromproduktion sollen im Winter anfallen, wenn die Photovoltaik weniger ergiebig ist. Für die Projekte sind Ausgleichsmassnahmen zugunsten der Biodiversität vorgesehen.