Schlagwort: Biomasse

  • Neues Wärmenetz verbindet Klimaschutz und regionale Wertschöpfung

    Neues Wärmenetz verbindet Klimaschutz und regionale Wertschöpfung

    Der Wärmeverbund Maisprach im Kanton Basel-Landschaft und der Basler Energieversorger IWB haben ein neues Projekt zur Wärmeversorgung aus regionalen Rohstoffen in Betrieb genommen. Seit Anfang Dezember wird aus einem Holzkessel und einer Pflanzenkohleanlage Energie gewonnen und in das Wärmenetz eingespeist, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Voraussetzung für den jetzt erfolgten Schritt lieferte die Gemeinde Maisprach im Januar 2025 mit dem Bau eines neuen Werkhofs. Dort errichtete die IWB zunächst neue Holzheizanlagen. Im November folgte der Bau der Pflanzenkohleanlage. Jährlich sollen hier 250 Tonnen Pflanzenkohle aus Landschaftspflegeholz und Biomasse durch Pyrolyse erzeugt werden. Die Abwärme aus der Kohleproduktion wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Die Betreiber rechnen mit 900 Megawattstunden Wärmeenergie für die Netzkunden, bei steigender Tendenz mit einem weiteren Netzausbau. Der Holzkessel wird ebenfalls mit regionaler Biomasse betrieben. Die produzierte Pflanzenkohle wird in der Region als Zusatz zur Kompostierung, in Erdsubstraten sowie in der Landwirtschaft genutzt. Die IWB investierte in das Projekt 3,5 Millionen Franken.

    „IWB hat Erfahrungen im Bau und Betrieb von Wärmeanlagen. Im Rahmen eines Pilotprojekts hat IWB in Basel den innovativen Ansatz getestet, Abwärme aus einer Pflanzenkohleanlage in einem Wärmenetz zu nutzen. Davon können wir nun profitieren“, wird der Maispracher Gemeindepräsident Dorian Wernli in der Mitteilung zitiert.

  • Biomasseanlage produziert Strom und Gas

    Biomasseanlage produziert Strom und Gas

    Ein Team von Forschenden der Group of Energy Materials (GEM) in Sitten, die zur Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) gehört, hat sich in einer zweijährigen Studie der optimalen Konfiguration von Biomasseanlagen gewidmet. Wie die EPFL jetzt berichtet, haben sie eine Methode entwickelt, mittels derer sich lokale Biomasseströme in Stromnetze und Gaspipelines einbinden lassen.

    Ihr System kann zur Erzeugung und Speicherung von Strom und Erdgas verwendet werden. Es kann besonders nützlich sein in Verbindung mit anderen lokalen, aber wetterabhängigen Systemen für erneuerbare Energien wie Sonnenkollektoren und Windparks, indem es eventuelle Lücken in der Stromproduktion schliesst. Errechnet wurden ihre Modelle auf der Basis eines dänischen und eines italienischen Fallbeispiels.

    „Unser Ziel war es, einen effektiven Ansatz für den Netzausgleich zu entwickeln, der sich stärker auf erneuerbare Energien stützt“, erklärt Studienleiterin Maria Perez Fortes. „Strom wird verbraucht, wenn das Angebot hoch ist (um ihn als Gas zu speichern), und erzeugt ihn, wenn das Angebot niedrig ist.“ Deshalb habe sich das Team für den Einsatz reversibler Festoxidzellen entschieden, „die einzige Technologie, die nahtlos zwischen Strom- und Gaserzeugung umschalten kann“.

    Die GEM-Wissenschaftler sind auf diese Technologie spezialisiert, die sowohl Strom als Methan speichern (Power2Gas) als auch das Methan wieder in Strom umwandeln kann – mit hohen Ausbeuten in beide Richtungen. Wie es in der Mitteilung heisst, könne ihre Methode die Strom- und Gasverteilungsnetze und deren Kopplung optimieren, eine kontinuierliche Stromversorgung sicherstellen und es den Versorgungsunternehmen ermöglichen, ihre Anlagen effizienter zu verwalten.