Schlagwort: BIP

  • Flash-BIP zeigt nur minimales Wachstum

    Flash-BIP zeigt nur minimales Wachstum

    Nach einem soliden Jahresauftakt mit einem Plus von 0,8 Prozent hat sich die Dynamik der Schweizer Wirtschaft im Frühling 2025 deutlich abgeschwächt. Gemäss der am Freitag publizierten Schnellschätzung des Seco ist das BIP im zweiten Quartal lediglich um 0,1 Prozent gestiegen. Damit bestätigt sich der Eindruck einer abkühlenden Konjunktur, die sich im Rahmen der Erwartungen bewegt, aber deutlich unter dem Jahresbeginn liegt.

    Industrie schwächelt
    Ausschlaggebend für das magere Wachstum war eine negative Entwicklung in der Industrie, die von sinkender Nachfrage und globaler Unsicherheit geprägt war. Der Dienstleistungssektor erwies sich hingegen als stabilisierender Faktor. Er konnte die Rückgänge in der Industrie teilweise kompensieren und verhinderte so ein Nullwachstum. Besonders konsumnahe Dienstleistungen sowie der Finanz- und Versicherungsbereich entwickelten sich robust.

    Pharmaexporte befeuerten erstes Quartal
    Der deutliche Kontrast zum Jahresbeginn verdeutlicht die Volatilität der Schweizer Konjunktur. Im ersten Quartal hatte ein ausserordentlicher Sondereffekt die Wirtschaft beflügelt. Die Unsicherheiten rund um mögliche US-Zölle führten dazu, dass Exporte, insbesondere im Pharmabereich, noch vor Inkrafttreten neuer Regelungen in die USA vorgezogen wurden. Dieser Vorzieheffekt trug wesentlich zum damaligen Plus von 0,8 Prozent bei, ist nun aber weggefallen.

    Uneinigkeit unter Ökonomen
    Die aktuelle Entwicklung bewegt sich im Rahmen der Prognosen, doch die Einschätzungen der Experten gingen im Vorfeld weit auseinander. Von einem leichten Rückgang um 0,3 Prozent bis hin zu einem Wachstum von 0,3 Prozent reichte die Bandbreite der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Ökonomen. Das nun ausgewiesene Plus von 0,1 Prozent liegt damit exakt im Mittelfeld der Erwartungen.

    Methodik und Ausblick
    Die veröffentlichten Zahlen beruhen auf einer Schnellschätzung («Flash-BIP»), die rund 45 Tage nach Quartalsende publiziert wird. Dabei kombiniert das Seco frühzeitig vorliegende Produktionsdaten mit Prognosen, um einen ersten Hinweis auf die Konjunkturentwicklung zu geben. Da noch unvollständige Grunddaten verwendet werden, können sich die Werte bei der regulären Publikation ändern. Die offizielle Schätzung inklusive detaillierter Analysen zur Produktions-, Verwendungs- und Einkommensseite erscheint am 28. August 2025.

    Im weiteren Jahresverlauf steht zudem eine umfassende Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung an. Am 29. September 2025 werden die revidierten BIP-Daten von 1980 bis zum zweiten Quartal 2025 veröffentlicht.

    Die Schweizer Wirtschaft tritt im Frühling 2025 nahezu auf der Stelle. Während die Industrie weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hat, verhindert der robuste Dienstleistungssektor ein Abrutschen in die Stagnation. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Konjunktur stabilisiert oder ob weitere Bremseffekte die Entwicklung dämpfen. Entscheidend werden dabei die internationalen Handelsbeziehungen, die Entwicklung der Zinsen sowie die globale Nachfrage bleiben.

  • Kanton Zürich – Am Puls des Geschehens

    Kanton Zürich – Am Puls des Geschehens

    Der Kanton Zürich ist ein wichtiger Wachstumstreiber der Schweizer Wirtschaft. Sein Bruttoinlandprodukt (BIP) betrug 2017 mehr als 143 Milliarden Franken. Das entspricht mehr als 20 Prozent des Schweizer BIP. Damit wird im Kanton Zürich die grösste wirtschaftliche Leistung und Wertschöpfung innerhalb der Schweiz erbracht. Die Wertschöpfung kann gesteigert werden, indem Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Fachorganisationen entlang der Wertschöpfungskette in Clustern wie Finanzdienstleistungen, Life Sciences, Kreativwirtschaft, Cleantech, Aerospace, Informations- und Kommunikationstechnologie kooperieren. Gemäss dem Statistischen Amt erbringt der Kanton Zürich mit einem jährlichen BIP-Volumen von über 120 Milliarden Franken mehr als 20 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Das ist die grösste kantonale wirtschaftliche Wertschöpfung in der Schweiz.

    Die Pflege von internationalen Beziehungen ist zudem eine Chance, um internationale Entwicklungen sowohl im wirtschaftlichen wie im politischen Bereich unmittelbar zu verfolgen und aktiv zu beeinflussen. Die dadurch erworbenen Wirtschaftskontakte haben einen unmittelbaren Nutzen für die im Kanton ansässigen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.

    In Sachen Lebensqualität und Lebensstandard belegt Zürich seit vielen Jahren in internationalen Rankings Spitzenplätze. Die Stadt Zürich ging sieben Mal in Folge als Siegerin aus der bekannten Mercer-Studie zur Lebensqualität hervor. Seit 2009 liegt sie auf Platz 2. Bei der Studie werden 230 Städte anhand von 39 Kriterien wie Gesundheitsversorgung, Unterhaltungsangebot, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Wohnsituation, Umweltfragen, politische und wirtschaftliche Situation verglichen.

    Ein neuer Index misst erstmals auch die ökonomische und soziale Verteilung des Wohlstandes, und da kommt die Limmatmetropole unter 113 Städten auf Rang Eins, wie zh.ch schreibt: Der «Prosperity and Inclusion in Cities Seal and Awards Index» misst nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern vor allem dessen Qualität und welchen Anteil die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen daran haben. Zürich schnitt insbesondere bei den Faktoren Arbeit, Wohnen, Freizeit, Sicherheit und Bildung hervorragend ab. Auf Platz zwei folgt Wien vor Kopenhagen, Luxemburg und Helsinki. Im innerschweizerischen Städteranking liegt Zürich auf Rang 1 und Winterthur auf Rang 3.

    Testimonials

    Carmen Walker Späh
    Regierungsrätin,
    Volkswirtschaftsdirektorin

    Dank den erstklassigen Hochschulen, der Verfügbarkeit von Fachkräften, der hervorragenden Infrastruktur sowie der hohen Innovationskraft unserer Wirtschaft ist der Kanton Zürich ein hochattraktiver Standort für Unternehmen.

    David Allemann
    Mitgründer On

    Zürich ist weltoffen, cool und denkt neu. Es ist wichtig, dass in Zürich viele kreative Köpfe wohnen und arbeiten, die den Standort in Sachen Kreativität und Innovation nach vorne treiben. So bleibt Zürich weiter einzigartig.

    René Kalt
    Geschäftsführer
    Innovationspark Zürich

    Hochschulen und zahlreiche innovative Unternehmen machen Zürich zu einem perfekten Standort für die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Innovationspark Zürich trägt zu diesem Wissens- und Technologietransfer bei, so wird Zürich noch innovativer.

    Mario Jenni
    Co-Founder &
    CEO Bio-Technopark Schlieren-Zürich

    Zürich ist aufgrund zahlreicher Gesundheits- und Technologieunternehmen sowie exzellenter Hochschulen ein ausgezeichneter Life Sciences-Standort. Der «Paradeplatz» der Biotech-Szene befindet sich in Schlieren und wird national und international immer bedeutender.

  • Schweizer Baubranche muss umdenken

    Schweizer Baubranche muss umdenken

    Die fast fertige Studie über Lage und Zukunft der Schweizer Bauindustrie von PwC Schweiz ist im März angesichts der Covid-19 Pandemie und deren wirtschaftlichen Auswirkungen überarbeitet und fortgeschrieben worden. Dabei zeigte sich ein deutlicher Wandel in den Zukunftserwartungen. Aus den zusätzlichen Rückmeldungen wurden die Einschätzungen „seit Covid-19“ abgeleitet und diese der ursprünglichen Einschätzung „vor Covid-19“ gegenübergestellt, heisst es in einer Medienmitteilung von PwC Schweiz zur Studie. Neu sind nur noch 58 Prozent der 130 an der Studie teilnehmenden Firmen positiv gestimmt (92 Prozent vor Covid).

    PwC Schweiz überschreibt seine Studie mit „Wandel vollziehen, Bewährtes mitnehmen“. Darin heisst es unter anderem: „Nur wer differenziert, gewinnt. Gefragt sind Kreativität und Pioniergeist. So steht der Bauindustrie ein Paradigmenwechsel hin zu mehr Differenzierung über vernetztes Zusammenarbeiten bevor. Dazu bietet gerade die Digitalisierung interessante Möglichkeiten. Sie reduziert Schnittstellen, erhöht die Qualität der Plan- und Führungsprozesse und begünstigt die Reduktion von Fehlerkosten und Leerläufen auf dem Bau.“ Covid-19 dürfte den „Abbruch von Silostrukturen in der Baubranche und den anstehenden Umbau rigider Denkmuster antreiben.“

    „Auch schon vor der Krise zeichnete sich ab, dass ein Paradigmenwechsel erforderlich ist, um im Bau Bestand zu haben – und dies obwohl die Schweizer Baubranche in zahlreichen Lebensbereichen auch in Zukunft eine tragende Rolle spielt», so Roland Schegg, Director und Leiter Consulting von Familienunternehmen & KMU bei PwC Schweiz.

    Zwar sähen 87 Prozent der Unternehmen in der Digitalisierung eine Chance, nur 62 Prozent aber gäben ihr einen hohen Stellenwert. Der Einsatz digitaler Technologien habe schon vor Jahren begonnen, heisst es bei PwC. Aber er beschränke sich meist auf Administration, Marketing, Kommunikation oder das Zeichnen der Pläne. Notwendig sei, Baudurchführung und Betrieb und ebenfalls zu digitalisieren. Insbesondere könnten die heute vielfach getrennten Plan- und Ausführungsprozesse intelligent verbunden werden.

    Die Baubranche der Schweiz trägt rund 15 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei. Etwa 330’000 Vollzeitstellen sind im Hoch- und Tiefbau angesiedelt. Das entspricht einem Drittel aller Beschäftigten im industriellen Sektor.