Schlagwort: Branche

  • Neue Schultoiletten sollen Sri Lankas Bauindustrie verändern

    Neue Schultoiletten sollen Sri Lankas Bauindustrie verändern

    Paolo Tombesi, der Direktor des Labors für Bau und Architektur (FAR) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), und der Gastwissenschaftler Milinda Pathiraja haben ein wegweisendes Bauprojekt an dessen alter High School in Kandy im Zentrum Sri Lankas abgeschlossen: Der Bau zweier Toilettenanlagen soll das industrielle Entwicklungspotenzial durch architektonisches Design zeigen. Ihr Prototyp fusst auf 20 Jahren gemeinsamer Forschung.

    Bei strategischer Planung könne die Gestaltung solcher Infrastrukturen, „als Chance genutzt werden, um Innovationen zu präsentieren und zu verbreiten und praxisbezogene Auslöser für eine dringend benötigte Wiederbelebung der lokalen Baukultur einzuführen“, wird Pathiraja in einem Bericht der EPFL zitiert. Es sei auch darum gegangen, „neue, wirtschaftlich nachhaltige und ökologisch orientierte Bau-‚Traditionen‘ für Länder zu kultivieren, die unter Urbanisierungsdruck, begrenzten Rohstoffen und finanziellen Zwängen stehen“.

    So wurden etwa nicht-nachhaltige Baumaterialien vermieden, die funktionierender Lieferketten bedürfen wie Glas und Aluminium oder im Land nicht verfügbar sind wie Klinker. Die beiden Forscher wollten zudem verdeutlichen, wie Baupolitik und Nachhaltigkeit an unterschiedlichen Stellen zu Wertschöpfung führen, etwa anhand der gewölbten Dächer aus Ferrozement.

    Für all dies benötige die Branche konkrete Beispiele und Prototypen, „die sowohl den technischen Wert als auch die wirtschaftliche Machbarkeit solcher Ideen zeigen“, so Tombesi. Diese Toiletten senken gleichzeitig die Gesamtkosten auf 400 Dollar pro Quadratmeter, einschliesslich der Sanitäreinrichtungen. „Und angesichts des landesweiten Bedarfs an dieser Art von Programmen werden die von uns gewonnenen Erkenntnisse wahrscheinlich von anderen aufgegriffen werden.“

  • Meilenstein der Transparenz über Treibhausgasemissionen der Immobilienbranche

    Meilenstein der Transparenz über Treibhausgasemissionen der Immobilienbranche

    Immobilien sind nach dem Verkehr und der Industrie mit einem Anteil von 23.9% der drittgrösste Verursacher von Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Zur Erreichung der Klimaziele von Netto-Null führt daher kein Weg an nachhaltigen Immobilien vorbei. Immobilien sieht man allerdings nicht an, ob sie umweltfreundlich sind oder nicht. Früh entstanden daher Labels und Ratings, die Auskunft geben sollen über die Nachhaltigkeit von Immobilien.

    Vergleichbarkeit ist zentral
    Was anfänglich viel zur Förderung und zum besseren Verständnis der Nachhaltigkeit von Immobilien beigetragen hat, ist mittlerweile selbst zum Problem geworden. Die Vielfalt von Labels und Initiativen im Nachhaltigkeitsbereich überfordert viele Marktteilnehmer. Zudem lassen sich die einzelnen Ratings kaum miteinander vergleichen. Etliche Ratings umfassen mehrere Dutzend Indikatoren, so dass letztlich nicht mehr klar ist, was sie überhaupt ausdrücken wollen. Viele Anlagegefässe im Immobilienbereich sind heute zudem als nachhaltig etikettiert und wenden ESG-Kriterien an, ohne dass jedoch Klarheit besteht, wie nachhaltig die jeweiligen Immobilien sind.

    Der Trend geht in Richtung Offenlegung von Umweltkennzahlen
    Anleger verlangen jedoch immer präzisere Informationen und wollen verschiedene Anlageprodukte nicht nur bezüglich Rendite oder Risiken, sondern auch bezüglich Nachhaltigkeit miteinander vergleichen können. Der Trend geht heute daher in Richtung direkter Offenlegung von Umweltkennzahlen, wie zum Beispiel Energieverbrauch oder Treibhausgasemissionen. Im letzten Jahr haben die Verbände AMAS und KGAST ihre Mitglieder zur Veröffentlichung der wichtigsten Kennzahlen in den Jahresberichten von Immobilienfonds und Immobilien-Anlagestiftungen mit Abschlussdatum ab Ende 2023 verpflichtet bzw. aufgefordert. 

    Weshalb braucht es einen Standard?
    Allerdings ist die Berechnung dieser Kennzahlen alles andere als einfach. Für dieselben Liegenschaften können unterschiedliche Werte resultieren, je nach Berechnungsmethodik. Eine Standardisierung ist daher nötig. REIDA hat sich dieser Aufgabe angenommen und einen Standard für die Ermittlung der wichtigsten umweltrelevanten Kennzahlen im Immobilienbereich erarbeitet. Nach diesem REIDA-Standard wurde im Jahr 2022 ein Benchmarking mit 3984 Bestandsliegenschaften beziehungsweise 36 Immobilienportfolios durchgeführt, die total über knapp 23 Mio. m2 Energiebezugsfläche verfügen.

    Was wurde gemessen?
    Erfasst und bilanziert werden nur real gemessene Verbrauchswerte. Dies stellt einen grossen Unterschied zu anderen Erhebungen dar, bei denen vielfach keine Verbrauchsdaten vorliegen und die daher zumeist mit berechneten Werten (Schätzungen auf Basis von Richtgrössen) operieren. Für jedes der Immobilienportfolios wird zusammen mit den Ergebnissen auch der Abdeckungsgrad ausgewiesen. Dieser beschreibt den Anteil der Liegenschaften im Portfolio, für welche gemessene Energieverbrauchsdaten vorliegen. Im Durchschnitt beträgt der Abdeckungsgrad aller 36 Portfolios 83.1%. Die Offenlegung des Abdeckungsgrades dient ebenfalls der Transparenz, ist aber noch wenig verbreitet. Eine Analyse der Jahresberichte von kotierten Immobilienfonds durch pom+Consulting im Jahr 2022 hat etwa ergeben, dass nur 25% derselben, quantitative Angaben zum Abdeckungsgrad enthielten.

    Benchmarking-Resultate und deren Einordung
    Der mittlere Energieverbrauch im REIDA-Benchmarking-Portfolio beläuft sich auf 97.4 kWh pro m² Energiebezugsfläche. Die Bandbreite liegt zwischen 59 und 146 kWh/ m². Für Portfolios am unteren Rand der Werte dürften Spezialsituationen verantwortlich sein – z.B. dass Single Tenants viel Energie selbst einkaufen, was gemäss aktueller Methodik in der Energiekennzahl noch nicht berücksichtigt wird. In einer Online-Umfrage der Universität Lausanne, die 66 Portfolios von institutionellen Investoren mit gut 31 Mio. m² Gebäudefläche analysiert hat, wurde für das Bezugsjahr 2020 ein etwas höherer Wert von 105.5 kWh/m² Energiebezugsfläche ausgewiesen – allerdings ohne Verwendung einer einheitlichen Berechnungsmethodik.

    Der Anteil der erneuerbaren Energie beträgt im REIDA CO2-Benchmarking im Durchschnitt 25.8%, bei einer Bandbreite von 13% bis 54%. Im Durchschnitt betragen die Treibhausgasemissionen der Portfolios, die am REIDA-Benchmarking teilgenommen haben, 13.1 kg CO2-Äquivalente pro m² Energiebezugsfläche. Das Benchmarking berücksichtigt neben Kohlendioxid auch alle anderen Treibhausgase, wie z.B. Methan oder Lachgas, und berechnet daraus CO2-Äquivalente (CO2e). Das REIDA-Portfolio 2022 erzielt damit einen sehr guten Wert – bei einer Bandbreite zwischen 4.1 und 22.4 kg CO2e/m². Die von der Universität Lausanne erhobene Stichprobe gelangte im Mittel zu einem Wert von 19.6 kg CO2e/m². Wiederum ist ein direkter Vergleich mangels einheitlicher Berechnungsmethodik nur mit Vorbehalt möglich.

    Angabe von Unsicherheitsbereichen
    Eine weitere Errungenschaft des REIDA-Benchmarkings ist die Angabe von Unsicherheitsbereichen. Denn die verwendeten Verbrauchs- und Emissionswerte sowie die Berechnungen sind stets mit Unsicherheiten behaftet (z.B. ungenaue Messsensoren, kleine Umrechnungsunschärfen von vermietbarer Fläche auf Energiebezugsfläche). Diese Unsicherheiten werden für jedes Portfolio aggregiert und auf Stufe der Kennzahlen in Form eines Unsicherheitsbereichs ausgewiesen, der anzeigt, wie verlässlich die Kennzahl ist. Die Angabe des Unsicherheitsbereichs erfolgt dabei als doppelte Standardabweichung, was bedeutet, dass der tatsächliche Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% im angegebenen Unsicherheitsbereich liegt. Bei der Kenngrösse der CO2e-Emissionsintensität weisen die einzelnen Portfolios Unsicherheitsbereiche von 0.3 bis zu 5.8 kg CO2e/m² auf.

    Neuer Standard für ESG-Reporting in der Schweiz
    Mit dem CO2-Benchmarking setzt REIDA einen neuen Standard und erreicht dadurch einen Meilenstein im ESG Reporting von Immobilien in der Schweiz. Der Standard soll zudem nicht nur hinsichtlich Methodik und Datenqualität laufend verbessert werden, sondern mit der Zeit auch bisher noch ausgeklammerte Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit umfassen. Eine der wichtigsten Pendenzen wird es sein, nicht nur die Betriebsphase von Immobilien abzudecken, sondern ihren gesamten Lebenszyklus abzubilden und insbesondere das Thema der grauen Energie einzubauen. Die Ergänzung von Ratings und Zertifikaten – die bezüglich Transparenz und Vergleichbarkeit Grenzen haben – sowie der Übergang zum direkten Ausweisen der eigentlichen Schlüsselkennzahlen sind damit in vollem Gange.

  • Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hat gemäss einer Medienmitteilung des Fachverbands Swissolar den Weg für zwei neue Berufsbilder geebnet. Die zweijährige Lehre Solarmonteur:in EBA und die dreijährige Ausbildung Solarinstallateur:in EFZ bereiten laut dem Fachverband für Sonnenenergie auf eine berufliche Karriere in der Photovoltaiktechnik und Solarbranche vor.

    Die Bildungspläne wurden von Swissolar, dem Bildungszentrum Polybau sowie Vertreterinnen und Vertretern der Branche entwickelt, mit pädagogischer Unterstützung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung. Die neuen Berufe seien „ein wichtiger und dringlicher Schritt, um dem Fachkräftebedarf in der rasch wachsenden Schweizer Solarwirtschaft zu begegnen und um die Branche weiter zu professionalisieren“, wird Rita Hidalgo, Leiterin Bildung und Wissensmanagement bei Swissolar, zitiert. Aktuell zähle die Solarwirtschaft 10’000 Vollzeitstellen, die sich bis 2050 verdoppeln können, so der Verband.

    Für Betriebe bietet Swissolar ab Frühjahr 2023 Vorbereitungsseminare an. Berufsinteressentinnen und -interessenten können bei Informationsveranstaltungen ab Herbst 2023 erfahren, welche Herausforderungen und Betätigungsfelder im Bereich der regenerativen Energien auf sie warten. Mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 sollen die ersten Auszubildenden starten können. Als Schulungsstandorte sind die Polybau-Bildungszentren in Uzwil SG und Les Paccots FR vorgesehen.

  • Materialpreise dämpfen Wachstum in der Baubranche

    Materialpreise dämpfen Wachstum in der Baubranche

    In der Schweiz wird wieder mehr gebaut: Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im zweiten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken gestiegen. Der Auftragseingang nahm derweil um 12 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken zu. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Bauindex der Credit Suisse und des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hervor.

    Das Wachstum wird allerdings durch den „starken Preisanstieg “ vieler Baumaterialien sowie einer „markanten Erhöhung “ der Energie- und Transportkosten relativiert, heisst es im Bericht. So sind beispielsweise die Preise von Bewährungsstäben um 87 Prozent und jene von Kunststoffrohren um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Derweil war Diesel im zweiten Quartal 2022 rund 45 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.

    Weil der Umsatz weniger stark gestiegen ist als die Kosten, sei die laut dem Bericht ohnehin tiefe Gewinnmarge von 2 bis 3 Prozent nun noch weiter gesunken. Ausserdem erwartet der SBV bis zum Ende des Jahres weitere Leitzinserhöhungen durch die Schweizerische Nationalbank. Damit dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe mittel- bis langfristig langsamer wachsen. Kurzfristig geht der Bericht im dritten Quartal 2022 von einem Umsatzplus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal aus.

  • Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Weltweite Ressourcenknappheit 
    Aktuell schnellen die Preise für viele Baumaterialien in die Höhe. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern – Dämmstoffe, Stahl, alles wird teurer und knapper. Entsprechend steigen auch die Baupreise und drohen, viele Projekt unrentabel werden zu lassen. Zusätzlich fragen gerade die Schwellenländer derzeit viel Material nach und kaufen den Markt leer. Die Situation wird sich also weiter verschärfen. Langfristig kann nur eine verbesserte Projektplanung mit mehr Fokus auf Wiederverwertbarkeit helfen, denn Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen bereits in der Planungsphase. Wenn ganze Gebäude, Gebäudeteile und Baumaterialien recycelbar sind oder eine Anschlussverwendung finden, senkt das nicht nur den Materialbedarf, sondern trägt gleichzeitig auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Es gilt, Cradle to Cradle in Zukunft groß zu denken.

    Nachhaltigkeit nicht nur durch Energieeinsparung in der Nutzungsphase
    Gerade die deutsche Baubranche hat dringenden Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. In den Niederlanden gibt es bereits eine CO2-Deckelung pro Quadratmeter Neubau. Mit der neuen Regierung unter grüner Beteiligung ist es durchaus vorstellbar, dass eine solche Deckelung auch in Deutschland zur neuen Richtlinie wird. Zudem werden die Entsorgungskosten ein großes Thema bleiben und anteilig in die Höhe schnellen. Aufgrund der noch unausgereiften Rahmenbedingungen für Recyclingverfahren und der geringen Deponiekapazitäten werden Abfälle zu weiteren Baukostentreibern. Hier zeigt sich, wie wichtig es in Zukunft sein wird, Baumaterialien und Gebäudeteile lange zu nutzen und später wiederzuverwenden – wie es bereits im Modulbau durch das Refurbishen nachgenutzter Module möglich ist. Die Kreislaufwirtschaft sollte daher schon früh in der Planung im Fokus des Projekts stehen. 

    Digitalisierung und KI auch beim Bauen
    Um die Nachhaltigkeit über die gesamte Branche hinweg zu steigern und der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken, braucht es sowohl eine Optimierung der Planung als auch der Fertigung. Beides muss insgesamt intelligenter werden und sich vernetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ optimal. Sie unterstützt Bauprojekte beispielsweise durch generatives Design, vorausschauende Problemerkennung sowie bei der Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Sie muss aber eben auch in der Produktion ihren Einsatz finden. Ein Beispiel: Die Digitalisierung des Zuschnittes führt zu weniger Verschnitt und Abfall. Dank guter Vorausplanung und des Einsatzes einer KI lässt sich das Restmaterial aus einem Zuschnitt für den weiteren Einsatz bei anderen zukünftigen Projekten verwenden. Das spart nicht nur Material, sondern auch zusätzliche Arbeitsschritte und erhöht so die Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Denn auch Restmaterialien sind Ressourcen.

    Industrialisierte Fertigung wie in der Automobilindustrie
    Das Voranschreiten der Digitalisierung innerhalb der Baubranche ermöglicht zudem den Einsatz von halb- oder vollautomatisierten Prozessen. Sie reduzieren Fehlerquellen und machen die Fertigung effizienter. Denn bezahlbarer Wohnraum lässt sich mit robotergestützten Bauverfahren, in Verbindung mit einem erforderlichen digitalen Management der Baudaten – von der Planung bis zur Baustelle – optimal verwirklichen. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel, der auch in den nächsten Jahren nicht zu lösen sein wird, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz. Auch Daiwa House Modular Europe wird in der bereits geplanten deutschen Gigafactory auf automatisierte Prozesse setzen.

    Diese vier Trends sollten die Baubranche zum Umdenken animieren. Dazu kommen eine Reihe weitere Veränderungen wie ein Generationenwechsel in den Reihen der Führungskräfte sowie der politische und gesellschaftliche Wandel. Bauherren sind mittlerweile offen für standardisierte Gebäudelösungen. Modular geplante und gebaute Gebäude bieten eine kurze Bauzeit sowie hohe Qualität durch eine Vorfertigung von ungefähr 90 Prozent im Werk. Gerade in den Segmenten Wohnen, Pflege, Hotels und Bildung sind trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Bedürfnisse gegeben – daher muss nicht jedes Gebäude ein Prototyp sein.

  • «Wir müssen in unseren Berufen den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen und dies in eine Stärke verwandeln»

    «Wir müssen in unseren Berufen den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen und dies in eine Stärke verwandeln»

    Anfang Februar hat mit Silvia Fleury eine neue Direktorin die Leitung des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands übernommen. Damit vertritt die Aargauerin künftig an vorderster Front die Berufsinteressen von schweizweit rund 1900 Mitgliedsfirmen mit knapp 10 000 Angestellten. In ihrer Aufgabe will sie vor allem auf Kontinuität setzen: «Der Verband befindet sich auf einem guten Weg. Ich werde weiterführen, was sich bewährt hat», erklärt Fleury. «Aber selbstverständlich ist die Branche auch mit Herausforderungen konfrontiert, die wir gemeinsam mit den Regionalverbänden, mit unseren Mitgliedern und mit allen an der Branche Interessierten anpacken werden.» Als Beispiele nennt sie den Fachkräftemangel, das Lohndumping oder die Digitalisierung. 

    Handwerk und Digitalisierung gewinnbringend vereinen 
    Gerade auf die Digitalisierung will Fleury in den nächsten Jahren ein besonderes Augenmerk richten: «Handwerk und Digitalisierung schliessen sich nicht aus, im Gegenteil», ist sie überzeugt. Es gebe genügend Beispiele, die zeigten, dass der Spagat zwischen Tradition und Moderne möglich ist und dass zielgerichtet eingesetzte digitale Hilfsmittel auch Handwerksberufe und -betriebe stärken und voranbringen können. «Wichtig ist, dass wir bei den Betrieben nicht aufhören, sondern dass die Digitalisierung auch in der Aus- und Weiterbildung sowie im Verband selbst gefördert wird.» Die Digitalisierung sei ein Zeichen von zeitgemässer Arbeitsausführung und damit bei Jugendlichen und Eltern gleichermassen ein wichtiges Argument bei der Berufswahl. Gerade in Zeiten eines ständig zunehmenden Fachkräftemangels werde dies immer wichtiger, um die besten Nachwuchskräfte gewinnen zu können. Kombiniert mit der handwerklichen Kompetenz, die auch in Zukunft zentral bleiben wird, können der Maler- und der Gipserberuf jungen Menschen eine abwechslungsreiche, moderne und zukunftsgerichtete Tätigkeit bieten. Fleury sieht in diesem Prozess ihre Aufgabe darin, «voranzugehen, die Diskussion anzustossen und Chancen, aber auch Risiken aufzuzeigen, damit wir alle bestmöglich von den grossen Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren.» 

    In der Branche bestens bekannt und vernetzt 
    Innerhalb des Verbands und der Branche ist Silvia Fleury bestens bekannt und vernetzt. Als Bereichsleiterin der Zentralen Dienste hat sie während 13 Jahren die gesamte Verbandsadministration verantwortet und kennt den SMGV von Grund auf. «Mit Silvia Fleury konnte der Vorstand seine Wunschkandidatin für die anspruchsvolle Position der Direktorin gewinnen», freut sich SMGV-Zentralpräsident Mario Freda. «Sie kennt die Stärken, Herausforderungen und Abläufe des Verbands sehr genau. Gleichzeitig verfügt sie über die fachlichen und menschlichen Qualitäten, die nötig sind, um den SMGV erfolgreich in die Zukunft zu führen. Wir freuen uns, diesen Weg mit ihr zu gehen und gemeinsam die kommenden Herausforderungen anzupacken.»