Schlagwort: Brandschutz

  • Das Holz, das sich selbst schützt

    Das Holz, das sich selbst schützt

    Weltweit fallen jährlich Millionen Tonnen Sägemehl an. Der grösste Teil davon wird verbrannt, das im Holz gebundene CO2 gelangt zurück in die Atmosphäre. Genau hier setzt das Forschungsteam um Doktorand Ronny Kürsteiner an, unter der Leitung von Ingo Bungert, Professor für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich. Ziel ist das Sägemehl länger im Materialkreislauf halten.

    Der Trick mit dem Wassermelonenkern
    Das Bindemittel ist Struvit, ein kristallines Ammoniummagnesiumphosphat mit bekannten Brandschutzeigenschaften. Das Problem bis anhin war, dass Struvit sich schlecht verbinden lies mit Sägemehl wegen seines Kristallisationsverhaltens. Die Lösung fanden die Forschenden in einem Enzym aus Wassermelonensamen. Es steuert die Kristallisation so, dass grosse Struvit-Kristalle entstehen, die die Hohlräume zwischen den Sägemehlpartikeln ausfüllen und diese fest miteinander verbinden. Das verpresste Material wird danach bei Raumtemperatur getrocknet.

    Dreimal länger als Fichtenholz
    Die Brandtests am Polytechnikum Turin sprechen für sich. In einem Kegelkalorimeter, einem standardisierten Prüfverfahren für Hitzeeinwirkung, fing unbehandeltes Fichtenholz nach rund 15 Sekunden Feuer. Das Struvit-Sägemehl-Komposit brauchte mehr als dreimal so lang. Einmal brennend, bildet das Material rasch eine Schutzschicht aus anorganischem Material und Kohlenstoff, die die weitere Ausbreitung bremst. Dazu setzt das Struvit unter Hitze Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und dem Feuer Sauerstoff entzieht.

    Leichter als Zement, besser für das Klima
    Herkömmliche zementgebundene Spanplatten, heute im Innenausbau weit verbreitet, bestehen zu 60 bis 70 Gewichtsprozent aus Zement. Sie sind schwer und klimaschädlich in der Herstellung. Die neuen Struvit-Sägemehl-Platten kommen mit 40 Prozent Bindemittelanteil aus. Sie sind leichter, haben eine deutlich bessere Klimabilanz und landen nach dem Abbruch nicht auf der Sondermülldeponie.

    Rezyklierbar und düngetauglich
    Das Komposit lässt sich in seine Bestandteile zerlegen. Mechanisch in der Mühle, dann auf etwas über 100 Grad erhitzt, worauf Ammoniak freigesetzt und das Sägemehl abgesiebt wird. Das mineralische Ausgangsmaterial Newberyit fällt als Feststoff aus und kann erneut zu Struvit verarbeitet werden. Wer das Material nicht wieder verbaut, kann es als Langzeitdünger nutzen. Struvit gibt Phosphor, Stickstoff und Magnesium langsam und kontrolliert an den Boden ab.

    Kläranlage als Rohstoffquelle
    Ein weiterer Kreislauf zeichnet sich ab. Struvit entsteht in grossen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt in Kläranlagen, wo es Rohre verstopft und teuer entsorgt werden muss. «Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden», sagt Kürsteiner. Ob sich das Material auf dem Markt durchsetzt, hängt primär von den Bindemittelkosten ab. Ein Problem, das sich mit dieser Quelle lösen liesse.

  • Weltweit erste nicht brennbare Dampfbremse vorgestellt

    Weltweit erste nicht brennbare Dampfbremse vorgestellt

    Die Ampack AG, nach Eigenangaben führender Anbieter von Abdichtungslösungen von Gebäudehüllen in Mitteleuropa, präsentiert ihr neues Sortiment aus nicht brennbares Dach- und Fassadenbahnen, Klebebändern und Dampfbremse. Die Dampfbremse ist dabei laut einer Unternehmensmitteilung die weltweit erste ihrer Art. Die Produkte tragen demnach nicht zur Brandlast bei und sind somit eine brandsichere Alternative zu herkömmliche Baufolien der Klassen B oder E, die im Brandfall toxischen Rauch freisetzen.

    Im Sortiment befindet sich mit der Hochleistungsbahn Ampatex A primo plus „die erste nicht brennbare, echte Dampfbremse mit sd-Wert 50 m“ weltweit. Die Membrane reflektiert Wärme, hält Dämmungen sicher im Gefach und bietet erstmals einen bauphysikalischen Feuchteschutz, so die Ampack AG.

    Mit der Ampatop A silver plus und der Ampatop A black präsentiert Ampack ausserdem zwei Dach- und Fassadenbahnen. Die silver plus ist dabei laut Firmenangaben ideal für hinterlüftete Fassaden und den Einsatz unter Photovoltaikanlagen, während sich die Ampatop A black als besonders „stilvolle“ Lösung für hinterlüftete Aufbauten und Gebäude mit Energiegewinnungssystemen erweise. Die systemgerechten Klebebänder Ampacoll A Tape silver und Ampacoll A Tape black komplettieren die Brandschutzprodukte als dauerhaft dichte Anschlüsse und Flächenverklebungen.

    Das Produktsortiment soll künftig neue Brandschutzstandards in Hochhäusern, Spezialbauten sowie hinterlüfteten Fassaden setzen, Planungssicherheit für Bauakteure bieten und ein klares Signal für Sicherheit im Bauwesen darstellen.

  • Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Die in den Bereichen Brandschutz, nachhaltiges Bauen und Gebäudesimulation tätige AFC AG stellt das eigens entwickelte LessTech-Konzept vor, das Gebäude auf ihre funktionalen Anforderungen hin analysiert. Damit wolle die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz im Technopark Zürich einen Paradigmenwechsel in der Immobilienentwicklung erreichen, heisst es in einer Medienmitteilung: weg von überdimensionierten technischen Lösungen, hin zu robusten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Gebäuden. Dadurch soll mehr Steuerbarkeit im Bau, eine bessere Planungs- und Investitionssicherheit ermöglicht sowie Betriebskosten reduziert werden.

    Die LessTech-Methode arbeitet dafür mit digitalen Instrumenten wie der thermischen Gebäudesimulation und der CFD-Luftströmungsanalyse, um die Wirkung von Baumassnahmen frühzeitig zu prüfen. Auch beim Kerngebiet Brandschutz bringe LessTech Neuerung: mit frühzeitigen Simulationen und interdisziplinärer Zusammenarbeit kreiert AFC Lösungen, die auf höchste Sicherheit abgestimmt sind, so das Unternehmen. „Wir schaffen mit LessTech einen Paradigmenwechsel in der Gebäudeplanung: Weniger Technik, weniger Komplexität – dafür mehr Wirkung, Stabilität und Rendite. Einfachheit ist der Schlüssel für die Immobilien der Zukunft“, wird Daniel Gubler, CO-CEO der AFC AG, zum Nutzen des Konzeptes zitiert.

    Ergänzend verbessert das LessTech-Präzisionsinstrument auch die ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)-Konformität von Gebäuden: „Das nachhaltigste Bauteil ist jenes, das gar nicht erst gebaut werden muss“, teilt die AFC AG mit. Mit dem Label-Pre-Check unterstützt AFC Bauherren und Investoren zudem bei der Wahl des passenden Nachhaltigkeitslabels (zum Beispiel SNBS, Minergie, LEEDoder BREEAM).

    Die 1995 gegründete AFC AG entwickelt für Nachhaltigkeits-, Energieeffizienz- und Sicherheitskonzepte zukunftsorientierte und ganzheitliche Lösungen für sichere, energieeffiziente und klimagerechte Gebäude. Auftraggeber sind unter anderem die Flughafen Zürich AG und die SBB.

  • Übernahme stärkt Marktposition für Gebäudeinstallationen

    Übernahme stärkt Marktposition für Gebäudeinstallationen

    Die Debrunner Koenig Gruppe übernimmt die Simfloc AG. Die Akquisition des auf Brandschutz, Ausflockungen und Isolation spezialisierten Unternehmens aus Frauenkappelen soll die Grosshandelsgruppe für Bau, Industrie und Gewerbe zur Position der schweizweit ersten Gesamtanbieterin für Gebäudeinstallationen verhelfen, schreibt Debrunner Koenig in einer Mitteilung zur Übernahme. Über den Kaufpreis werden dort keine Angaben gemacht.

    «Die Debrunner Koenig Gruppe strebt nach Innovationen, wodurch stetige Weiterentwicklung bei der Vorfabrikation gesichert ist», wird Simon Engler, Geschäftsführer der Simfloc AG, in der Mitteilung zitiert. «Die Übernahme bedeutet neue Chancen für uns am Markt.» Engler soll die Simfloc AG auch unter dem Dach der Debrunner Koenig Gruppe weiter leiten. Für Kunden und Geschäftspartner ändere sich durch die Übernahme nichts, heisst es in der Mitteilung. Auch der Firmenname und das Erscheinungsbild bleiben unverändert.

  • Tragfähigkeit und Nutzbarkeit von Holzgebäuden

    Tragfähigkeit und Nutzbarkeit von Holzgebäuden

    Holzgebäude haben bereits in der Vergangenheit ihre Tragfähigkeit bewiesen: Der um 1700 v. Chr. erbaute Palast von Knossos auf Kreta wurde mit Säulen aus Holz und horizontal in die Mauern eingebauten Zedernhölzern errichtet. Er überstand um 1400 v. Chr. ein schweres Erdbeben nahezu unbeschädigt. Säulen und Gebälk griechischer Tempel sowie das Fachwerk der Lehmziegelwände bestanden bis 600 v. Chr. aus Holz.

    Einhaltung der SIA-Tragwerksnormen
    Moderne Holzbauten gewährleisten durch die Einhaltung der SIA-Tragwerksnormen die Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit. Fachplaner und Holzbauunternehmen stehen dafür ein. Durch Analysen in verschiedenen Bemessungssituationen werden auch ungewöhnliche Ereignisse wie Brand und Erdbeben untersucht. Die Vielfalt an Bauhölzern, Holzwerkstoffen und Verbindungsmitteln in Kombination mit zeitgemässen Planungs- und Produktionsmitteln ermöglicht es dem Konstrukteur, für jedes neue Bauprojekt ein optimiertes Tragwerk zu entwerfen.

    Erforschung und Vorhersagbarkeit
    Die Entflammbarkeit von Holz ist weit verbreitet, aber sein Verhalten im Brandfall ist gut erforscht und vorhersehbar. Die ähnlichen Festigkeitseigenschaften bei hohen Temperaturen sowie die geringe Wärmeleitfähigkeit aufgrund der isolierenden Kohleschicht und des austretenden Wasserdampfes machen dieses Baumaterial aus. Die effiziente Brandsicherheit von Holzkonstruktionen wird durch umfangreiche Brandtests bestätigt. Durch entsprechende Dimensionierung oder in Kombination mit anderen Materialien können Feuerwiderstände von bis zu 240 Minuten problemlos erreicht werden. Im Gegensatz zu Stahl- und Stahlbetonkonstruktionen bleiben Holzkonstruktionen auch bei extrem hohen Temperaturen stabil.

    Brandschutznormen für Holzbauteile in der Schweiz
    Brandschutztechnisch widerstandsfähige Holzbauteile, die mit nicht-brennbaren Platten geschützt sind, werden gemäss den Schweizer Brandschutzvorschriften als nichtbrennbar betrachtet. Dies zeigt die Anerkennung der Brandschutzbehörden für die Ergebnisse umfangreicher Studien, die belegen, dass die Brennbarkeit eines Baumaterials nicht das entscheidende Kriterium ist, sondern vielmehr die brandschutztechnisch korrekte Ausführung einer Konstruktion einen grösseren Einfluss auf das Brandverhalten hat. Die aktuellen Vorschriften erlauben den Einsatz von Holz in verschiedenen Bauanwendungen ohne Einschränkungen und sogar in Hochhäusern unter bestimmten Bedingungen. Holz findet somit breite Anwendungsmöglichkeiten in allen Gebäudekategorien und Nutzungen.

    Sichere Holzoberflächen in Innenräumen
    Die Anforderungen an Konstruktionen in sicherheitstechnisch sensiblen Bereichen wie vertikalen Fluchtwegen werden durch geeignete Holzbauteile mit nichtbrennbaren Brandschutzbekleidungen erfüllt. Sichtbare Holzoberflächen sind in Innenräumen, mit Ausnahme von Fluchtwegen, zulässig.

    Einhaltung von Qualitätsansprüchen
    Dank dem seit 2001 laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekt «Brandsicherheit und Holz» wurden umfassende technische und methodische Grundlagen sowie sichere Konstruktionen für Holzbauteile erarbeitet. Ein branchenspezifisches Qualitätssicherungssystem legt die brandschutzrelevanten Qualitätsstandards für Holz im Bau fest. In der Schweiz werden hochwertige Holzbauten unter strenger Einhaltung der Qualitätsansprüche errichtet. Die Lignum-Dokumentation Brandschutz dient als Leitlinie und zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Holz auf, um eine korrekte Umsetzung von Holzbauteilen in kleinen, grossen oder hohen Gebäuden zu gewährleisten. Sie entspricht dem aktuellen Stand der Technik im Brandschutz gemäss den schweizerischen Vorschriften.

  • Leitfaden soll Planungssicherheit für Solarfassaden schaffen

    Leitfaden soll Planungssicherheit für Solarfassaden schaffen

    Swissolar will für Planungsbüros und Bauherren Planungssicherheit für Installationen von Photovoltaik (PV) an Fassaden schaffen. Medienberichte hätten im Mai ein verzerrtes Bild bezüglich der entsprechenden Bewilligungspraxis geschaffen, schreibt der Verband der Schweizer Solarenergiebranche in einer Mitteilung. In gemeinsamen Gesprächen haben Swissolar, Brandschutzbehörden, Planungsbüros und Bauherrschaften dieses Bild geradegerückt und ein gemeinsames Vorgehen erarbeitet, heisst es dort weiter.

    Swissolar wird danach in Absprache mit der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen einen Leitfaden für die Planung von Solaranlagen an Fassaden publizieren. Er soll als Übergangslösung bis zum Vorliegen eines Stand-der-Technik-Papiers (STP) dienen, heisst es in der Mitteilung. Ein solches STP will Swissolar bis Herbst 2024 zusammen mit Fachleuten für Photovoltaik und Brandschutz erarbeiten.

    „Für die Bewilligung von PV-Fassaden wird gemäss Brandschutzgesetzgebung weiterhin ein Nachweisverfahren notwendig sein“, erläutert Swissolar. Der Leitfaden gibt hier die Fälle an, in denen auf Brandtests an den Fassaden verzichtet werden kann. Für die Erarbeitung des endgültigen STP sollen Brandtests in akkreditierten Laboren im Ausland gemacht werden. „Mit diesem schweizweit abgestimmten Vorgehen wird für betroffene Planer und Bauherren Planungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig die Sicherheit in Gebäuden und der Personenschutz sichergestellt“, schreibt Swissolar.

  • Alporit steht vor Lancierung halogenfreier Dämmplatten

    Alporit steht vor Lancierung halogenfreier Dämmplatten

    Die Alporit AG plant, im kommenden Jahr Dämmplatten aus halogenfreiem Polytrol-Hartschaum an dem Markt zu bringen. Das gewöhnlicherweise als Brennschutz-Additiv eingesetzte Halogen Brom wird aus Umweltgründen bereits von mehreren Nachhaltigkeitslabeln nicht mehr akzeptiert, informiert das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) in einer Mitteilung. Es war gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) im baden-württembergischen Pfinztal an der Entwicklung der Dämmplatten beteiligt. In den innovativen Dämmplatten der zur Zuger swisspor-Gruppe gehörenden Produktionsgesellschaft Alporit AG wird anstelle von Brom ein phosphorbasiertes Material verwendet.

    „Der Nutzen der Kooperation mit dem ICT und dem HTZ ist für uns sehr hoch“, wird Volker Brombacher in der Mitteilung zitiert. Die mithilfe der Forschungspartner durchgeführte Machbarkeitsstudie verschaffe swisspor ein Alleinstellungsmerkmal, da derzeit auch international noch keine vergleichbaren Produkte verfügbar seien, so der Forschungs- und Entwicklungsleiter der swisspor AG. Nach erfolgreicher Machbarkeitsstudie wurden anwendungsbezogene Produkttests durchgeführt und die Produktion des innovativen Dämmstoffs auf einer Grossanlage erprobt.

    Erste Produktsegmente sollen 2024 lanciert werden. Allerdings werden die Produktionskosten für den hallogenfreien Dämmstoff um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz höher ausfallen als für konventionelle Dämmstoffe, schreibt das HTZ. Die Alporit AG setzt darauf, dass der Gewinn an Nachhaltigkeit die höheren Produktionskosten überwiegt.