Schlagwort: Brücke

  • Wenn Glacestäbchen über eine Tonne tragen…

    Wenn Glacestäbchen über eine Tonne tragen…

    Eine Schachtel Glacestäbchen, eine Tube Leim sowie Kreativität und Intuition: Mehr brauchte es nicht, um am nationalen Brückenbau-Wettbewerb der Schweiz teilzunehmen. Dementsprechend gross war das Interesse der Berufsschulen aus den drei Sprachregionen. Die 64 teilnehmenden Lernenden der Berufe Zeichner/in aus den Fachrichtungen Ingenieurbau, Geomatik, Architektur, Landschaftsarchitektur oder Raumplanung sowie Zimmerleute konstruierten ihre Brückenmodelle in
    ihrer Freizeit und investierten dafür bis zu 100 Stunden. Auf immer grösseren Anklang stösst der Wettbewerb auch bei den Studierenden FH, die mit acht Teams und 21 Teilnehmenden dabei waren. Den Brückenbau-Wettbewerb organisiert der VSS zusammen mit dem Ingenieurbüro AJS.

    Die Präsentation der Brückenmodelle im Kongresshaus in Biel zeigte die ganze Bandbreite der Kreativität der Lernenden und Studierenden: Von elegant und leicht bis massiv und schwer, inspiriert von klassischen Formen oder einfach der freien Fantasie entsprungen, minutiös bis ins letzte Detail ausgearbeitet oder eher improvisiert. Auch Jean-Marc Jeanneret, Präsident des organisierenden Verbands der Schweizer Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS), freute sich über die riesige
    Vielfalt der präsentierten Modelle. Für ihn hat dieser Wettbewerb, der in vielen Ländern schon seit Jahren etabliert ist, gerade im digitalen Zeitalter noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Effekt: «Beim ‹händischen› Zusammenbauen begreift man die Konstruktion im wahrsten Sinne des Wortes. Schwachstellen werden konkreter bewusst, als bei der statischen Berechnung oder beim 3D-Modell am Computer. So erlangen Lernende spielerisch viele Erkenntnisse, die sie sich
    sonst oft mühevoll aneignen müssen. Deshalb ist dieser Wettbewerb auch ein guter Einstieg ins Berufsleben.»

    Höhepunkt der Veranstaltung war der Belastbarkeitstest, mit dem die effektivste Brücke gekürt wurde. Erst knisternd, dann krachend und mit viel Beifall der Zuschauer brechen die Brückenmodelle auf dem Prüfstand. Die Effektivität der Brücke wird dabei nach der erreichten Tragfähigkeit in Relation zum Eigengewicht bewertet. Diese Bewertungsformel belohnt jene, die mit einem Minimum an Materialverbrauch zur effizientesten Lösung kommen – ganz im Sinne einer ressourceneffizienten
    Wirtschaft.

    Am besten gelöst hat diese Aufgabe bei den Studierenden – wie schon im Vorjahr – das Team der ZHAW Winterthur. Ihre Brücke trug eine Last von unglaublichen 1060 kg! Damit sicherten sich die drei Studenten Pascal Lämmler, Fabio Schäfer und Naatan Lohrer nicht nur den Siegerscheck in der Höhe von 1000 Franken, sondern gewannen auch in der Kategorie «Maximallast» und stellten erst noch einen neuen Rekord auf. Auch bei den Lernenden dominierte ein Team: Die Gewerbliche Berufsschule Wetzikon holte mit Valentin Voll, Pascal Roffler und Denis Bilgin den Sieg sowohl in der Kategorie «Effektivste Brücke» als auch in der Kategorie «Maximallast» (773 kg).

  • Bundesamt für Strassen setzt mobile Brücke ein

    Bundesamt für Strassen setzt mobile Brücke ein

    Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat das Pilotprojekt ASTRA Bridge lanciert. Laut Medienmitteilung handelt es sich dabei um eine mobile Brücke zum Einsatz bei Unterhaltsarbeiten an Autobahnen. Der Verkehr wird verlangsamt mit 60 Kilometern pro Stunde über die knapp 240 Meter lange Brücke geleitet. Darunter gibt es einen Raum von rund 100 Metern, auf dem ungestört vom Strassenverkehr die Arbeiten vollzogen werden können. Ist der Bauabschnitt fertig, wird die mobile Brücke hundert Meter weitergeschoben und die Arbeiten gegen weiter.

    Damit entfallen die sonst für die Arbeitssicherheit notwendigen Absperrungen und Stilllegungen von Teilstücken der Fahrbahn. Auch kann ungehindert tagsüber gearbeitet werden. Spurabbauten für Unterhaltsarbeiten sind beim heutigen Verkehrsaufkommen auf vielen Autobahnabschnitten tagsüber schon länger nicht mehr möglich, heisst es in der Mitteilung des Bundesamtes. Entsprechend müssen immer mehr Bauarbeiten auf den Nationalstrassen in Nachtarbeit ausgeführt werden. ASTRA halte einen Spurabbau ohne Stau auf den Hauptachsen wie A1 und A2 erst nach 23 Uhr für möglich. Wegen der tieferen Lärmgrenzwerte seien zudem nachts manche Arbeiten wie  lärmintensiver Abbruch nicht möglich.

    Das Bundesamt habe sich deshalb für die Entwicklung und den Bau der ASTRA Bridge entschieden. Im Faktenblatt zur der mobilen Brücke wird die Länge mit genau 236 Metern angegeben, die Breite mit 7,30 Metern und die Höhe mit 4,32 Metern. Darunter seien auf hundert Metern Arbeiten auf 5,20 Meter Breite und 3,10 Metern Höhe möglich.

    Die ASTRA Bridge ist mit einem Fahrwerk ausgerüstet. Hydraulisch um 10 Zentimeter angehoben kann sie in Längs- und Querrichtung fahren. Sind die Arbeiten unter der Brücke abgeschlossen, fährt sie ferngesteuert 100 Meter weiter für den nächsten Bauabschnitt, heisst es im Faktenblatt. Zum Zusammenbau der Brücke vor dem Einsatz sind zum Antransport 18 Tieflader und zum Aufbau vier Kräne notwendig.

    Die einzelnen Elemente für die ASTRA Bridge werden nach Angaben des Bundesamtes im Moment gebaut und dann zum Lagerplatz der Brücke in Rothrist TG  transportiert. Im Spätherbst soll die Brücke zum ersten Mal zusammengebaut und getestet werden. Fallen diese Tests zufriedenstellend aus, wird die ASTRA Bridge im Frühling 2022 als Pilotprojekt bei Belagssanierungen auf dem A1-Abschnitt zwischen Recherswil SO und Kriegstetten SO zum Einsatz kommen. Der ASTRA Bridge-Prototyp kostet laut der Medienmitteilung rund 20 Millionen Franken. Er könne nach Abschluss eines Bauprojekts und einer Wartungsphase bei einem nächsten Bauvorhaben wieder eingesetzt werden.

  • Alles neu vor dem Bahnhof Olten

    Alles neu vor dem Bahnhof Olten

    Der Bahnhof Olten ist einer der am stärksten frequentierten Bahnknotenpunkte der Schweiz. Der Platz davor ist eine wichtige Verkehrsdrehscheibe und hat ein hohes Aufkommen an Autoverkehr, Bussen, Fuss- und Veloverkehr. Ausserdem ist er ein wichtiges Aushängeschild für die Stadt.

    Der Bahnhofplatz ist jedoch in die Jahre gekommen – er kann die wachsenden Anforderungen immer weniger erfüllen. Deshalb sieht das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten nbo eine umfassende Reorganisation und Neugestaltung vor.

    Der Platz und seine anliegenden Strassen sollen den verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen von Stadt und Region gerecht werden – mit ausreichender Kapazität für den Verkehr, einem ausgebauten Bushof, einer grossen Velostation, unterirdischem Parking sowie separaten Bereichen für Taxis, Kurzzeitparking und «Kiss and Ride». Ein grosses, dem Perronverlauf folgendes Dach soll den Eingangsbereich zum Bahnhof markieren und diesem ein neues Gesicht geben.

    Beidseits der Bahnhofbrücke sollen durchgängige Terrassen an der Aare zum Verweilen einladen. Ein neuer Steg soll als Spannbandbrücke für Fuss- und Veloverkehr einen direkten Zugang vom linken Flussufer zum Bahnhof und zur neuen Velostation bieten. Mit der Verlängerung der Personenunterführung Hardegg wird ein neuer, direkter Zugang vom Bahnhof zum Aareraum geschaffen.

    2012 schlossen sich der Kanton Solothurn, die Stadt Olten und SBB Immobilien zu einer Bauherrengemeinschaft zusammen. 2019 haben sie das Projekt der Bevölkerung im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkung präsentiert. Die Ausschreibung für die Baumeisterarbeiten soll 2024 erfolgen. Die etappenweise Realisierung des neuen Bahnhofplatzes bei laufendem Betrieb ist für den Zeitraum 2025 bis 2028 vorgesehen.

  • Mit Beton 3D-gedruckte Brücke in Venedig enthüllt

    Mit Beton 3D-gedruckte Brücke in Venedig enthüllt

    Am Montag ist auf der Architektur-Biennale in Venedig die Bogenbrücke Striatus enthüllt worden. Entworfen wurde sie von der Block Research Group am Institut für Technologie in der Architektur der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), der Zaha Hadid Architecs Computation and Design Group und den Innsbrucker Spezialisten für additive Fertigung mit Beton, incremetal3D. Ermöglicht wurde sie vom Baustoffproduzenten Holcim Schweiz.

    Striatus ist Teil der Ausstellung „Time Space Existence“. Sie wird vom Europäischen Kulturzentrum im Rahmen der Biennale gezeigt. Ihr Name (lateinisch: gerippt, gerillt, gestreift) reflektiere die strukturelle Logik und den Herstellungsprozess der Brücke, so Philippe Block von der ETH in einer Medienmitteilung von Holcim. „Bei Bogen- und Gewölbestrukturen wird das Material so platziert, dass die Kräfte in reiner Kompression auf die Stützen übertragen werden können. Die Festigkeit wird durch die Geometrie erzeugt, wobei nur ein Bruchteil der Materialien verwendet wird, die bei herkömmlichen Trägern zum Einsatz kommen.“ Dies eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit geringerer Festigkeit und umweltfreundlich zu bauen.

    „Striatus steht auf den Schultern von Giganten“, sagt Shajay Bhooshan von Zaha Hadid Architects. „Sie belebt uralte Techniken der Vergangenheit wieder.“ Ihre „taktile Qualität, Ästhetik und Stärke“ spiegelten die Vision wider, „dass Schönheit ein Versprechen von Leistung ist“. Die gemeinsame Arbeit mache die Striatus-Brücke „grösser als die Summe ihrer einzelnen Teile“, so Johannes Megens, Mitbegründer von incremental3D. Laut Holcim-CEO Jan Jenisch nutzt das digitale und zirkuläre Design der Brücke „Beton von seiner besten Seite, mit minimalem Materialeinsatz und Blöcken, die immer wieder neu zusammengesetzt und unendlich oft wiederverwendet werden können“.

    Holcim arbeitet eigenen Angaben zufolge an einer Reihe von 3D-Druck-Anwendungen, von komplexer Infrastruktur bis zu erschwinglichem Wohnraum für Afrika. In Malawi hat Holcim die weltweit erste Schule aus 3D-Betondruck in Betrieb genommen. Der Bau der Wände habe nur 18 Stunden gedauert und 70 Prozent weniger Material verbraucht als bei herkömmlichen Bauverfahren.

  • Empa verleiht drei Innovation Awards

    Empa verleiht drei Innovation Awards

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat drei ihrer bahnbrechenden Projekte und Leistungen mit dem Empa Innovation Award geehrt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre verliehen. Damit honoriert die Empa die Anstrengungen ihrer Forschenden, mit angewandter, marktorientierter Forschung weitere Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen.

    Der erste Preis geht laut einer Medienmitteilung der Empa an die neuartige Gewebekleber-Technologie Nanoglue. Entwickelt wurde sie von Forschenden des Particles-Biology Interactions-Labors der Empa in St.Gallen in Zusammenarbeit mit dem Nanoparticle Systems Engineering Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Ihr radikal neuer Ansatz nutze die wundheilenden Eigenschaften anorganischer Nanopartikel. Die kostengünstigen Materialien könnten in grossem Massstab hergestellt werden. Die „einzigartige Technologie“ werde jetzt vom noch zu gründenden Zürcher Start-up anavo medical zur Marktreife gebracht.

    Ausgezeichnet wurde auch die transparente Gesichtsmaske des Hello Mask-Projekts von Empa und Eidgenössischer Technischer Hochschule Lausanne (EPFL). Sie besteht aus einer feinen Membran von etwa 100 Nanometern Porengrösse. Diese Membran lässt zwar Luft durch, hält aber Viren und Bakterien zurück. „Die vollständig durchsichtige Maske wurde vor allem mit dem Ziel entwickelt, die Beziehung zwischen Pflegepersonal und Patienten zu verbessern“, so Forscher Joshua Avossa. Seit 2020 arbeitet das Genfer Start-up HMCare von Empa und EPFL an der Markteinführung der Hello Mask. Mitte 2021 soll sie erhältlich sein.

    Die Software-Plattform Urban Sympheny zur Planung nachhaltiger Energiesysteme ist die dritte Preisträgerin. Die Empa-Ausgründung gleichen Namens mit Sitz in Dübendorf hilft Planern beim Identifizieren optimaler Lösungen für ihren Standort und ihre Kunden. Das Ziel ist Energie- und Kosteneffizienz. Die innovative Plattform wurde in der Empa-Abteilung Urban Energy Systems entwickelt. Im vergangenen Jahr hat Venture Kick Urban Sympheny bereits mit 50’000 Franken ausgezeichnet.

  • Sanierung der Limmatbrücke Wettingen

    Sanierung der Limmatbrücke Wettingen

    Laut einer Mitteilung der Regierung des Kantons Aargau wurde beschlossen, die Limmatbrücke zwischen Wettingen und Neuenhof zu sanieren. Die Brücke wurde 1970 gebaut. Nun werden 4.86 Millionen Franken zur Sanierung bereitgestellt.

    Die Arbeiten beginnen im Sommer 2020 und werden voraussichtlich Ende Jahr abgeschlossen sein. Während dieser Zeit wird für den Verkehr aus Wettingen auf der Brücke ein Einbahnregime in Richtung Neuenhof eingerichtet. Fahrzeuge, die in die entgegengesetzte Richtung unterwegs sind, werden auf die Autobahn via Furttalanschluss und via Baden umgeleitet.

  • Neue Brücke für die Limmattalbahn installiert

    Neue Brücke für die Limmattalbahn installiert

    Gemäss einer Medienmitteilung der Limmattalbahn AG hat die neue Fussgänger- und Velobrücke über der Nationalstrasse A4 ein Gewicht von 100 Tonnen, ist 49 Meter lang und 5.3 Meter breit. Sie wurde in einem 90 Meter langen Konvoi zu ihrem neuen Standort transportiert.

    An der Ausfahrt Urdorf-Nord wurde sie von einem Pneukran in einem Stück auf die Widerlager gehoben. Jetzt müssen noch einige Arbeiten um die Brücke durchgeführt werden – ab Herbst soll sie dann für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die neue Brücke ersetzt den Gehweg an der Überführung Bernstrasse. Dieser Bereich wird für die Trasse der Limmattalbahn benötigt.