Schlagwort: Bundesamt für Strassen

  • Drei nachhaltige Wohngebäude für die Gotthardstrassentunnel-Arbeiter

    Drei nachhaltige Wohngebäude für die Gotthardstrassentunnel-Arbeiter

    Seit 1980 ist der Gotthardstrassentunnel der wichtigste Schweizer Autokorridor durch die Alpen. Nach mehr als 40 Betriebsjahren ist dieser sanierungsbedürftig. Damit die Strassenverbindung trotz der Instandsetzung ohne Unterbrüche genutzt werden kann, baut das Bundesamt für Strassen (Astra) bis 2029 eine zweite Röhre. Um den am Bau beteiligten Teams während ihrer Einsätze eine optimale Unterkunft zu bieten, schrieb das Astra einen Architektur- und Investorenwettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt die Swiss Property, welche ihr Projekt gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Pirmin Jung entwickelte. Sie überzeugten die Jury mit drei Gebäuden; davon zwei in Element- und eines in Modulbauweise sowie einer digitalisierten Planung und Konstruktion mit dem von Swiss Property entwickelten System Timber OS. Damit konnte die optimale Balance zwischen Ertrag, Kosten und Energieverbrauch berechnet werden.

    Die drei Gebäude tragen die Namen Dammastock, Galenstock und Rhonestock. Ihre zukünftigen Bewohner sind täglich von Fels, Beton, Staub und Lärm umgeben. Die Räume wurden aus diesem Grund bewusst mit hohem Wohlfühlfaktor und einer warmen Atmosphäre konzipiert. Eine beim Bau verwendete Hauptkomponente ist heimisches Holz.

    Der Dammastock ist das grösste der drei Gebäude: 2021 entstanden hier 102 Einzelzimmer mit jeweils rund 14 Quadratmeter Fläche sowie eine Tiefgarage. Seit Dezember 2021 ist der Dammastock bezugsbereit. Die Fassade besteht aus sägegrauem Fichten- und Tannenholz. Im Jahr 2032 soll das Gebäude demontiert werden: Dank den verwendeten 105 einzelnen Holzmodulen kann der Damma-
    stock einfach abgebaut, transportiert und an einem anderen Ort neu aufgebaut werden. Mögliche Umnutzungen sind etwa ein provisorisches Schulhaus, ein Asylheim oder Gästezimmer.

    Als Hybridbauten werden die beiden weiteren Gebäude, Galenstock und Rhonestock, mit 72 Einzelzimmern à 14 Quadratmeter errichtet. Beide erhalten einen Treppenhauskern aus Stahlbeton. Die Gebäude bestehen aus Systemholzbauelementen aus Fichten- und Tannenholz und harmonieren dank der alpinen Architektur optimal mit ihrer Umgebung. Nach den Tunnelarbeiten können diese Baukörper nachhaltig an Ort und Stelle umgenutzt werden: Der Innenausbau lässt einen unkomplizierten Umbau zu 16 Wohnungen mit Flächen von 40 bis 110 Quadratmeter zu. Damit schaffen die drei Gebäude in Göschenen einen Nutzen, der über das Tunnelprojekt hinausreicht.

    Das Innenrendering zeigt, wie eine Wohnung nach der Umnutzung ausschauen könnte.
  • Bundesamt für Strassen setzt mobile Brücke ein

    Bundesamt für Strassen setzt mobile Brücke ein

    Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat das Pilotprojekt ASTRA Bridge lanciert. Laut Medienmitteilung handelt es sich dabei um eine mobile Brücke zum Einsatz bei Unterhaltsarbeiten an Autobahnen. Der Verkehr wird verlangsamt mit 60 Kilometern pro Stunde über die knapp 240 Meter lange Brücke geleitet. Darunter gibt es einen Raum von rund 100 Metern, auf dem ungestört vom Strassenverkehr die Arbeiten vollzogen werden können. Ist der Bauabschnitt fertig, wird die mobile Brücke hundert Meter weitergeschoben und die Arbeiten gegen weiter.

    Damit entfallen die sonst für die Arbeitssicherheit notwendigen Absperrungen und Stilllegungen von Teilstücken der Fahrbahn. Auch kann ungehindert tagsüber gearbeitet werden. Spurabbauten für Unterhaltsarbeiten sind beim heutigen Verkehrsaufkommen auf vielen Autobahnabschnitten tagsüber schon länger nicht mehr möglich, heisst es in der Mitteilung des Bundesamtes. Entsprechend müssen immer mehr Bauarbeiten auf den Nationalstrassen in Nachtarbeit ausgeführt werden. ASTRA halte einen Spurabbau ohne Stau auf den Hauptachsen wie A1 und A2 erst nach 23 Uhr für möglich. Wegen der tieferen Lärmgrenzwerte seien zudem nachts manche Arbeiten wie  lärmintensiver Abbruch nicht möglich.

    Das Bundesamt habe sich deshalb für die Entwicklung und den Bau der ASTRA Bridge entschieden. Im Faktenblatt zur der mobilen Brücke wird die Länge mit genau 236 Metern angegeben, die Breite mit 7,30 Metern und die Höhe mit 4,32 Metern. Darunter seien auf hundert Metern Arbeiten auf 5,20 Meter Breite und 3,10 Metern Höhe möglich.

    Die ASTRA Bridge ist mit einem Fahrwerk ausgerüstet. Hydraulisch um 10 Zentimeter angehoben kann sie in Längs- und Querrichtung fahren. Sind die Arbeiten unter der Brücke abgeschlossen, fährt sie ferngesteuert 100 Meter weiter für den nächsten Bauabschnitt, heisst es im Faktenblatt. Zum Zusammenbau der Brücke vor dem Einsatz sind zum Antransport 18 Tieflader und zum Aufbau vier Kräne notwendig.

    Die einzelnen Elemente für die ASTRA Bridge werden nach Angaben des Bundesamtes im Moment gebaut und dann zum Lagerplatz der Brücke in Rothrist TG  transportiert. Im Spätherbst soll die Brücke zum ersten Mal zusammengebaut und getestet werden. Fallen diese Tests zufriedenstellend aus, wird die ASTRA Bridge im Frühling 2022 als Pilotprojekt bei Belagssanierungen auf dem A1-Abschnitt zwischen Recherswil SO und Kriegstetten SO zum Einsatz kommen. Der ASTRA Bridge-Prototyp kostet laut der Medienmitteilung rund 20 Millionen Franken. Er könne nach Abschluss eines Bauprojekts und einer Wartungsphase bei einem nächsten Bauvorhaben wieder eingesetzt werden.

  • Elektromobilität braucht neue Ziele

    Elektromobilität braucht neue Ziele

    Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat mit Akteuren der Elektromobilität diskutiert, was deren raschem Ausbau förderlich ist. Bei einem Spitzentreffen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Automobil-, Elektrizitäts-, Immobilien- und Fahrzeugflottenbranche sowie der Kantone, Städte und Gemeinden wurden neue Zielsetzungen skizziert.

    Sie sollen sich an die Ziele anschliessen, die für das Jahr 2022 angestrebt waren. Laut einer gemeinsamen Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Energie und Kommunikation sowie der Bundesämter für Energie und Strassen waren sie mit einem Anteil elektrischer Fahrzeuge von 15,1 Prozent im Februar 2021 bereits erreicht.

    Einer der Vorschläge sieht Informations- und Beratungsangebote sowie attraktivere und preislich interessante Dienstleistungen rund um den Kauf von Steckerfahrzeugen vor. Zudem soll die Anzahl öffentlicher Ladestationen schneller steigen. Dafür bedürfe es geeigneter Massnahmen zur Beschleunigung von Planung und Bau. Ausserdem müssten Nutzung und Abrechnungssysteme einfacher und transparenter werden. Schliesslich gelte es, mehr Lademöglichkeiten am Parkplatz vor dem Haus oder in der Tiefgarage von Mehrfamilienhäusern zu schaffen.

    Die Akteure der Roadmap Elektromobilität würden diese Ziele in den kommenden Monaten ausarbeiten und daraus geeignete Massnahmen ableiten. Mit ihrer Umsetzung soll zügig begonnen werden. „Der Erfolg in der Elektromobilität zeigt: Die Bevölkerung will klimafreundlich leben und sauber unterwegs sein“, so Sommaruga. „Gemeinsam machen wir es möglich.“