Schlagwort: CO2-Speicherung

  • Schweiz unterschreibt mit Dänemark Abkommen zur CO2-Speicherung

    Schweiz unterschreibt mit Dänemark Abkommen zur CO2-Speicherung

    Die Schweiz hat mit Dänemark am 3. September zwei Abkommen unterzeichnet, die den Export und die dauerhafte Speicherung von Schweizer CO2 in Dänemark ermöglichen. Künftig ist ausserdem eine Zusammenarbeit im Bereich der Negativemissionstechnologie (NET) und Carbon Capture and Storage (CCS) vorgesehen, heisst es in einer Mitteilung. Der Bundesrat hatte die beiden Abkommen bereits am 27. August 2025 genehmigt.

    Die Partnerschaft mit Dänemark reiht sich in die bestehende Partnerschaft mit Norwegen ein, die am 17. Juni 2025 unterzeichnet wurde und ebenfalls die CO2-Speicherung sowie einen bilateralen Emissionshandel ermöglicht. „Die Speicherung von CO2 wird auch für die Schweiz auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel wichtig sein“, wird Bundesrat Albert Rösti in der Mitteilung zum Abkommen mit Norwegen zitiert. „Diese Technologie ergänzt unsere bisherigen Instrumente für die Dekarbonisierung.“

    Die Abkommen mit Dänemark und Norwegen wurden vor dem Hintergrund des Klima- und Innovationsgesetz (KIG) unterschrieben, das die Schweiz bis 2050 dazu verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoss auf Netto-Null zu senken. Die Netto-Null soll in erster Linie durch Emissionsminderung erreicht werden, schwer vermeidbare Emissionen, etwa aus der Zementindustrie oder der Landwirtschaft, müssen dagegen durch CCS- oder NET-Technologien ausgeglichen werden. Der Bund fördert seit dem 1. Januar 2025 die Anwendung solcher Technologien im Rahmen des KIG.

  • Neue Bautechnologie speichert CO2 in Gebäuden

    Neue Bautechnologie speichert CO2 in Gebäuden

    Holcim und ELEMENTAL präsentieren laut einer Mitteilung auf der Architektur-Biennale in Venedig eine neue Methode zur Bindung von Kohlenstoff in Gebäuden. Diese neue Biokohletechnologie wird dort vom 10. Mai bis 23. November 2025 im Rahmen der Ausstellung Time Space Existence vorgestellt. Sie wird vom European Cultural Centre organisiert.

    Gezeigt werden in Originalgrösse minimalistische Fertigteile eines Prototyps für den sogenannten inkrementellen, also schrittweisen, Wohnungsbau. Die ausgestellten Strukturen wurden von ELEMENTAL entworfen und basieren auf zwei Jahrzehnten der Forschung. Sie bestehen aus vorgefertigten Betonrahmen mit Sanitärinfrastruktur, aus denen einkommensschwache Menschen in wirtschaftlich benachteiligten Gebieten ein Zuhause bauen können.

    Diese Fertigteile wurden von Holcim gebaut. Sie bestehen zu 100 Prozent aus rezyklierten Zuschlagstoffen und Biokohle. Biokohle bindet CO2 dauerhaft, das andernfalls von organischen Stoffen am Ende ihres Lebenszyklus wieder freigegeben würde. Wie Holcim vorrechnet, verhindert ein Kilogramm Biokohle die Freisetzung von bis zu drei Kilogramm CO2. Diese Biokohle wird den CO2-armen Zement-, Mörtel- oder Betonmischungen von Holcim zugegeben. Dadurch reduziert sich deren CO2-Fussabdruck weiter, ohne dass deren Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird, wie Holcim betont.

    «Die neue Dekarbonisierungstechnologie von Holcim ermöglicht es uns, den Umfang und die Geschwindigkeit der durch die Wohnungskrise befeuerten Nachfrage zu bewältigen, ohne die Umwelt zu belasten», wird ELEMENTAL-Gründer Alejandro Aravena zitiert. Holcim-CEO Miljan Gutovic fügt hinzu: «Durch unsere Partnerschaft mit Alejandro Aravena und dem ELEMENTAL-Team haben wir gezeigt, wie die neuen CO2-Senken-Technologie von Holcim die Zukunft des Bauens gestalten kann.»

  • Neue Anlage zur Mineralisierung von CO2 im Elsass

    Neue Anlage zur Mineralisierung von CO2 im Elsass

    Neustark und Fehr spannen für die dauerhafte Speicherung von CO2 in Recyclingbeton zusammen. Die beiden Partner haben die erste kommerzielle CO2-Speicheranlage im Elsass eröffnet, schreibt Neustark in einer entsprechenden Mitteilung. Das Berner ClimateTech hat eine Technologie entwickelt, mit der aus Biogasanlagen abgeschiedenes CO2 in Abbruchbeton gespeichert werden kann. Bei Fehr in Bischwiller sollen damit jährlich 1200 Tonnen CO2 gebunden werden.

    Das Familienunternehmen Fehr betreibt zehn Betonwerke und vier Produktionsstätten für Betonfertigelemente. «Fehr ist einer der Pioniere bei nachhaltigen Baustoffen in Frankreich», wird Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von Neustark, in der Mitteilung zitiert. «Durch unsere strategische Partnerschaft können wir unsere innovative und sofort einsatzbereite Technologie implementieren und bieten damit eine lokale Alternative zur Speicherung von CO2 unter der Erde oder im Meer.»

    Fehr bekommt das CO2 von einer nahegelegenen Anlage zur Erzeugung von Biomethan. In der Produktionsstätte in Bischwiller wird es zum einen dem Abbruchbeton zugefügt, wo es durch die Technologie von Neustark innerhalb von Stunden mineralisiert. Ein weiterer Teil des CO2 wird in das bei der Betonherstellung anfallende Mischwasser eingeleitet, wo es dank der Technologie von Neustark mit den mineralischen Stoffen des Mischwassers reagiert und stabile Salze (Karbonate) bildet. Neben der dauerhaften Speicherung von CO2 reduziere dies auch die Kosten für die Entsorgung des Mischwassers, schreibt Neustark.

  • Beton als CO₂-Speicher

    Beton als CO₂-Speicher

    Die Reduktion von Treibhausgasemissionen allein reicht nicht aus, um den Klimawandel zu bremsen. Es ist ebenso wichtig, bereits ausgestossenes CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen. Forschende der Empa haben berechnet, dass durch gezielte CO₂-Speicherung in Beton jährlich bis zu zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden werden könnten. Dieser Prozess könnte langfristig helfen, das CO₂-Niveau der Atmosphäre auf den Zielwert von 350 ppm zurückzuführen.

    Das Konzept basiert auf der Umwandlung von CO₂ in feste Kohlenstoffverbindungen, die als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Neben Beton könnten auch andere Baumaterialien wie Asphalt oder Kunststoffe zur Speicherung beitragen. Die Herausforderung liegt darin, grosse Mengen Kohlenstoff effizient und schnell in diese Materialien einzubringen, ohne deren Eigenschaften zu verschlechtern.

    Siliziumkarbid als Schlüsseltechnologie
    Ein vielversprechender Ansatz ist die Herstellung von Siliziumkarbid als Betonzuschlagstoff. Diese Verbindung kann Kohlenstoff nahezu dauerhaft binden und verbessert gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften des Betons. Allerdings ist die Produktion von Siliziumkarbid sehr energieintensiv, weshalb der vollständige Einsatz dieser Technologie erst nach der Energiewende realistisch ist.

    Ohne den Einsatz von Siliziumkarbid würde es mehr als 200 Jahre dauern, das überschüssige CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Durch eine Kombination aus porösem Kohlenstoff und Siliziumkarbid liesse sich dieser Prozess jedoch erheblich beschleunigen.

    Neue Wege für eine CO₂-bindende Wirtschaft
    Die Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt das Ziel, CO₂ nicht nur zu reduzieren, sondern als wertvollen Rohstoff zu nutzen. Neben der Speicherung in Baumaterialien kann Kohlenstoff auch für die Herstellung von Polymeren, Karbonfasern oder Graphen genutzt werden.

    Für eine erfolgreiche Umsetzung sind jedoch technologische Fortschritte sowie wirtschaftliche und regulatorische Anreize erforderlich. Die Forschenden betonen, dass eine Kombination aus CO₂-Reduktion und aktiver Entfernung notwendig ist, um den Klimawandel langfristig einzudämmen.

    Mit der Nutzung von Beton als Kohlenstoffspeicher könnte ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung des Klimas geleistet werden. Eine nachhaltige Lösung für die Zukunft der Bauindustrie.

  • Neue Partnerschaft fördert Wasserstoff aus Holzabfällen

    Neue Partnerschaft fördert Wasserstoff aus Holzabfällen

    H2 Bois erhält einen neuen Minderheitsaktionär. Auf Januar 2025 steigt der Waadtländer Energieversorger Romande Energie laut einer Mitteilung mit einem Anteil von 33,7 Prozent ein. Die in der Holzwirtschaft tätige Groupe Corbat mit Sitz in Vendlincourt JU wird dann 50,3 Prozent und das Beratungsunternehmen Planair Vision SA mit Sitz in La Sagne NE 16 Prozent des 2021 von ihnen gegründeten Unternehmens halten.

    H2 Bois will 2025 eine Anlage zur Herstellung von Wasserstoff aus Holzabfällen bauen und 2026 in Betrieb nehmen. Bei der Herstellung entsteht auch Biokohle, welche das im Holz enthaltene CO2 zu einem Teil dauerhaft speichern kann. Im für 2030 geplanten Vollausbau sollen so aus 14‘000 Tonnen Holz und Holzabfällen insgesamt 450 Tonnen sauberer Wasserstoff hergestellt und 2500 Tonnen CO2 pro Jahr gespeichert werden können. H2 Bois nutzt eine Technologie der französischen Haffner Energy.

    Der Wasserstoff wird über eine 1,5 Kilometer lange Gasleitung in eine Industriezone im Ort transportiert. Dort wird er von Industrieunternehmen und über eine Tankstelle für die Mobilität genutzt. Die Biokohle wird in der Landwirtschaft verwendet.

    Für Romande Energie bildet die Beteiligung einen Schritt in Richtung einer dekarbonisierten Westschweiz. «Diese Beteiligung erlaubt uns, an einem kühnen Projekt mitzuarbeiten, das in der Nutzung einer innovativen Negativemissionstechnologie ein Pionier in der Schweiz ist», wird Jérémie Brillet in der Mitteilung zitiert, bei Romande Energie für den Bereich Wasserstoff zuständig.

    Benjamin Corbat, Generaldirektor der Groupe Corbat, begrüsst die Beteiligung von Romande Energie. «Wir freuen uns auf den Start der Produktion, aber auch darauf, neue Wege in der lokalen Holznutzung zu gehen.»

  • Neue Ansätze für CO2-Gutschriften im Bauwesen

    Neue Ansätze für CO2-Gutschriften im Bauwesen

    conspark ist Teil des ersten offenen Innovationsprogramms der Schweiz zum Thema CO2-Speicherung namens Carbon Removal Booster. Damit erhält das Zürcher Unternehmen, das die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche vorantreibt, projektbezogene Unterstützung von Innosuisse. In dem Programm werden zwölf Projekte je mit jährlich 24’000 Franken, methodischer Unterstützung und Kontakten gefördert.

    Das von conspark eingereichte Projekt trägt den Titel „Clarifying carbon credit ownership and methodology in construction“. Projektziel ist laut einer Firmenmitteilung die Entwicklung eines Leitfadens zur Klärung der Anrechenbarkeit von CO2-Gutschriften in der Bauindustrie. Dabei sollen die Fragen „Wer entlang der Wertschöpfungskette darf CO2-Senken für sich beanspruchen?“ und „Wie werden die Senkenleistungen erfasst?“ beantwortet werden.

    Hintergrund ist das Ziel des nachhaltigen Bauens, Gebäude von CO2-Verursachern zu CO2-Speichern zu machen. Das wird möglich, wenn in der Baukonstruktion Kohlenstoff dauerhaft gespeichert, Baumaterialien im Kreislauf geführt und Gebäude CO2-neutral betrieben werden.

    Der Fokus des conspark-Projekts liegt auf Mineralisierung und Pflanzenkohle in Bauprodukten. Das Vorhaben wird den Angaben zufolge mit Implementierungspartnern umgesetzt. Diese sind Klark – der Klimabeton von Logbau, neustark, zirkulit, First Climate Switzerland und Carbonfuture.

    „Das Projekt setzt auf die nötige Zusammenarbeit aller relevanten Stakeholder in der Bauindustrie“, so conspark-Geschäftsführer Florian Robineck. „Über unsere starken Impelementierungspartner ist die gesamte Wertschöpfungskette vertreten.“

  • Boost My Startup Challenge 2024

    Boost My Startup Challenge 2024

    Das in Bern ansässige ClimateTech-Unternehmen Neustark konnte die diesjährige Boost My Startup Challenge für sich entscheiden. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, setzte sich Neustark in dem vom Beraterunternehmen WSP aus Luzern und der Zürcher Grossbank UBS organisierten Wettbewerb gegen fünf weitere Mitbewerber durchsetzen. Das Berner Unternehmen, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), wurde von den Juroren für seine Technologie der Mineralisierung von CO2 gewürdigt. Mit dem Verfahren wird nach Unternehmensangaben Kohlendioxid in Kalkstein umgewandelt, der an den Poren und der Oberfläche von Betongranulat gebunden wird. Das derart karbonatisierte Granulat kann im Anschluss im Strassenbau oder für die Produktion von Recyclingbeton eingesetzt werden. Wie Neustark prognostiziert, will das Unternehmen bis 2030 insgesamt 1 Million Tonnen Kohlendioxid aus der Luft speichern und lagern.

    Mit der jetzt gewonnenen Challenge erhält das Berner Unternehmen Zugang zu den Teams, Büros und dem Kundennetzwerk von WSP sowie Unterstützung durch die Wachstumsberatung UBS Growth Advisory. Darüber hinaus kann das Unternehmen von Finanzmitteln profitieren, entweder durch die Wachstumsberatung von UBS oder durch WSP.

  • Stillgelegte Bohrung in Trüllikon: Potenzial für CO2-Speicherung wird geprüft

    Stillgelegte Bohrung in Trüllikon: Potenzial für CO2-Speicherung wird geprüft

    Die stillgelegte Tiefenbohrung Trüllikon-1 geht laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) von der Nagra an swisstopo über. Das Bundesamt für Landestopographie will dort das Potenzial und die Herausforderungen einer Einspeisung von CO2 in den Untergrund untersuchen.

    Das Bohrloch war von der Nagra im Rahmen der Suche nach einem geeigneten Endlager für radioaktive Abfälle angelegt worden. Gemäss einer Untersuchung, die swisstopo 2023 gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Bern durchgeführt hat, ist es in sehr gutem Zustand und für die sichere Durchführung eines CO2-Einspeisetests geeignet.

    Der Einspeisetest könnte im Rahmen eines Pilotprojekts von 2025 bis höchstens 2030 dauern. Laut dem BFE ist es aber noch offen, ob der Test durchgeführt wird. Das swisstopo stehe aber bereits mit dem Gemeinderat von Trüllikon und der Grundeigentümerschaft in Kontakt, heisst es in der Mitteilung. Das allfällige Pilotprojekt stelle zudem keine Vorentscheidung dar, ob in der Schweiz überhaupt CO2 im Untergrund gespeichert werden soll.

  • Nachhaltige CO2-Speicherung im Betonwerk

    Nachhaltige CO2-Speicherung im Betonwerk

    Das Kies- und Betonwerk der Ch. Gerster AG ist das erste Unternehmen in Liechtenstein, das das Verfahren von Neustark zur Speicherung von CO2 anbietet. Das CO2 wird vor Ort in Gersters Betongranulat namens Granulit mineralisiert, das wiederum aus Abbruchbeton gewonnen wird. Dieses Granulat ist auch Bestandteil des Recyclingbetons Rainulit von Gerster. „Wir präsentieren damit eine Lösung zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Baugewerbe“, heisst es in einer Mitteilung von Gerster.

    In der vom Berner ClimateTech-Unternehmen Neustark entwickelten Anlage reagiert gasförmiges CO2 aus biologischer Herkunft mit Kalk, der bei der Zementproduktion entstanden ist. Bei diesem Mineralisierungsprozess entsteht erneut Kalkstein. Weil das CO2 erst bei einer Temperatur von über 700 Grad wieder freigesetzt würde, bleibt es im Kalkstein dauerhaft gebunden und ist damit dauerhaft aus der Luft entfernt. Laut einer eigenen Mitteilung von Neustark kann die Anlage der Ch. Gerster AG pro Jahr 100 Tonnen CO2 dauerhaft speichern.

    Mit mittlerweile 19 Abscheidungs- und Speicheranlagen verwandelt Neustark den weltweit grössten Abfallstrom – Abbruchbeton – und andere mineralische Abfallstoffe in Kohlenstoffsenken. Eigenen Angaben zufolge hat die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) bisher 1719 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Luft entfernt. Ihr Ziel ist es, im Jahr 2030 auf 1 Million Tonnen zu kommen.

  • Berner Kantonalbank kooperiert mit Neustark

    Berner Kantonalbank kooperiert mit Neustark

    Die Berner Kantonalbank (BEKB) fördert CO2-Speicheranlagen in der Region Bern-Solothurn. Dazu hat sie laut ihrer Medienmitteilung eine Kooperation mit dem Berner Start-up Neustark vereinbart. Sie soll dessen innovative Technologie zur dauerhaften Speicherung von CO2 in Abbruchbeton unterstützen. Damit sollen in den nächsten zehn Jahren rund 1000 Tonnen CO2 im Wirtschaftsgebiet der BEKB aus der Atmosphäre entfernt werden.

    Neustark, eine 2019 gegründete Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, ist laut der Mitteilung das erste Unternehmen weltweit, das die Kohlenstoffentfernung durch Mineralisierung in Abbruchbeton in die kommerzielle Praxis umgesetzt und ein Netz von Speicheranlagen eingerichtet hat. Im Sommer 2023 wurde im Solothurnischen Biberist die bis anhin grösste Anlage im Wirtschaftsgebiet der BEKB in Betrieb genommen. Weitere Anlagen in der Region sind in Planung. „Durch unsere Zusammenarbeit fördern wir nicht nur innovative Technologien zur Erreichung der Klimaziele, wir tragen auch zur Kreislaufwirtschaft in der Region bei und ermöglichen es, CO2-Emissionen im eigenen Wirtschaftsraum permanent zu entfernen“, wird BEKB-CEO Armin Brun zitiert.

    Im Jahr 2022 betrugen die betrieblichen CO2-Emissionen der BEKB 1153 Tonnen. Diese sollen mittels verschiedener Massnahmen weiter reduziert werden. Durch diese Kooperation mit Neustark wird die Bank ab 2024 jährlich 100 Tonnen CO2 der Betriebsemissionen im eigenen Wirtschaftsgebiet dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um die geschätzten Restemissionen, die für die BEKB unvermeidbar sind und auch in Zukunft nicht reduziert werden können.

  • Pilotprojekt misst Potenzial von CO2 in Recyclingbeton

    Pilotprojekt misst Potenzial von CO2 in Recyclingbeton

    Ein Pilotprojekt unter Führung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs (Eawag), des Paul Scherrer Instituts (PSI) sowie der Firmen Kästli Bau aus Rubigen BE und neustark aus Bern und 18 weiteren Partnern gezeigt, dass bei mit CO2 begastem Betonabbruchgranulat rund 15 Prozent des Treibhausgases eingespart werden können, die bei seiner Herstellung erzeugt wurden.

    Insgesamt 10 Prozent davon erreichen die neuartigen Baustoffe, die mit karbonatisierten Beton-Granulaten angereichert wurden. Weitere 5 bis 7 Prozent können erzielt werden, weil das mit CO2 angereicherte Betongranulat die Zementverbindungen im Recyclingbeton fester macht als Normalbeton. Das haben aufwändige Messungen ergeben, die unter anderem durch Andreas Leemann von der Empa-Abteilung Concrete & Asphalt ausgeführt wurden: „Eine reaktive Phase also, die neu im Granulat entsteht und im Recyclingbeton eine höhere Festigkeit erzeugt. Das hat uns schon überrascht“, wird er in einer Medienmitteilung zitiert.

    Weiteres Potenzial zeigte auch die CO2-Behandlung des sogenannten Recyclingwassers aus Wasser, Zement und Sand, das bei der Reinigung von Betonfahrzeugen und Mischanlagen anfällt. Ein Kilogramm davon konnte die beachtliche Menge von 120 Gramm CO2-Gas binden. Lebenszyklus-Analysen haben resümiert, dass das karbonatisierte Material im Vergleich zu Beton mit herkömmlichem Zement und ohne Recyclingmaterial den Treibhauseffekt netto um rund 13 Prozent reduzieren kann. Bei Beton mit Recyclingmaterial liegt der Effekt noch bei 9 Prozent.

    Die Projektverantwortlichen stellen die Forschungsergebnisse beim sogenannten Closing-Event öffentlich vor. Er findet am 6. Dezember im Audi Max der ETH statt.