Schlagwort: Corona Krise

  • Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien: Die Schweiz bildet eine Ausnahme

    Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien: Die Schweiz bildet eine Ausnahme

    Die Aktivität auf den weltweiten Immobilien-Investmentmärkten wurde im Jahr 2020 durch die Corona-Krise erheblich beeinträchtigt. Das Gesamtvolumen der weltweiten Gewerbetransaktionen belief sich zwischen Januar und September 2020 auf ca. 510 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang von 31% gegenüber demselben Vorjahreszeitraum entspricht. Die grössere Risikoaversion der Investoren bzw. ihre abwartende Haltung angesichts des weiteren Verlaufs der Pandemie, die erhöhte Fragilität der Mietmärkte und die Probleme bei Besichtigungen von Liegenschaften sind dafür verantwortlich.
    Dennoch gab es im dritten Quartal Anzeichen einer Erholung (+23% QOQ), nachdem im zweiten Quartal 2020 ein Zehnjahrestief erreicht wurde. Dieser Anstieg der Transaktionsaktivität wurde durch die sukzessive Lockerung der Bewegungseinschränkungen sowie die allmähliche Anpassung der Akteure an das neue Marktumfeld begünstigt.

    Amerikanischer Kontinent am stärksten von der Krise betroffen, schwächere Erholung in Europa
    Das Tempo und das Ausmass des Aufschwungs zeigen jedoch deutliche geografische Unterschiede:

    • In Asien, wo das Krisenmanagement im Gesundheitsbereich oft als am effektivsten angesehen wird, verbesserte sich die Stimmung der Anleger zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2020 deutlich und ermöglichte einen Wiederanstieg des Handelsvolumens (+39% QOQ).
    • Der amerikanische Doppelkontinent, der von der Pandemie stärker betroffen war, hat diesen Sommer zwar wieder ein leichtes Wachstum gesehen, konnte den bis zum September aufgelaufenen Rückgang des Investitionsvolumens von -44% (YOY) jedoch nicht ausgleichen.
    • Dank eines Rekordquartals im ersten Quartal liegt Europa in den ersten neun Monaten 2020 nur leicht unter dem Niveau von 2019 (-11% YOY). Das Vereinigte Königreich und Spanien gehören zu den Ländern, die am stärksten von der Verlangsamung der Investitionstätigkeit betroffen sind, während sich Deutschland besser gehalten hat. Im Durchschnitt war der Aufschwung im dritten Quartal 2020 in Europa jedoch wenig ausgeprägt (+9% QOQ).

    Schweizer Investmentmarkt trotzt der Krise
    Die Schweiz ist das einzige europäische Land, das in den ersten drei Quartalen 2020 einen Anstieg der Handelsaktivitäten verzeichnen konnte (+5% im Vergleich zum Durchschnitt 2015–2020). Obwohl die Handelsvolumen während des Lockdowns im zweiten Quartal in gewissen Regionen leicht zurückgingen, konnte der Schweizer Markt im dritten Quartal von einem Nachholeffekt profitieren. In diesem Sommer konnte durch CBRE sogar die grösste Einzeltransaktion in der Geschichte des Landes (auch die zweitgrösste in Europa in diesem Jahr) abgewickelt werden: Der Verkauf des Glattzentrums in Wallisellen (ZH).

    Wie der Vermietungsmarkt auch ist der Schweizer Immobilien-Investmentmarkt zunehmend durch eine geografische und sektorale Differenzierung gekennzeichnet, die durch die Pandemie nochmals verstärkt wurde. Die Nachfrage der Investoren konzentriert sich mehr auf die Kernstädte und den Wohnungsmarkt, und gleichzeitig steigt das Interesse an Logistikimmobilien. In der Tat haben sich die Fundamentaldaten dieser Segmente seit Anfang des Jahres als die stärksten erwiesen. Im Gegensatz dazu sind Einzelhandelsimmobilien und teilweise auch Büroimmobilien in Sekundärstandorten Gegenstand grösserer Vorsicht.
    Die Liquidität sowie das Preisgefüge auf dem Schweizer Immobilien-Investmentmarkt sind intakt geblieben, da institutionelle Investoren nach wie vor einen hohen Anlagedruck aufweisen. Insbesondere die Dominanz von Schweizer Investoren am hiesigen Investmentmarkt hat zur hohen Widerstandsfähigkeit beigetragen, ganz im Gegensatz zu Ländern, die wie das Vereinigte Königreich oder die Niederlande gegenüber internationalen Kapitalströmen deutlich exponierter sind.
    Während die Erholung der Transaktionsaktivität zu Beginn des vierten Quartals 2020 sogar noch weiter angezogen hat, spricht vieles dafür, dass auch für 2021 eine hohe Marktdynamik fortbestehen bleibt.

  • Auswirkungen der Pandemie auf Industrie und Bau werden schwächer

    Auswirkungen der Pandemie auf Industrie und Bau werden schwächer

    Einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) zufolge ist die Produktion des sekundären Sektors der Schweiz im dritten  Quartal 2020 im Jahresvergleich um 4,4 Prozent gesunken. Die Umsätze der Schweizer Unternehmen in Industrie und Baubranche gingen gleichzeitig um 6,3 Prozent zurück. Die Coronavirus-Pandemie hinterlasse somit „im sekundären Sektor weiterhin Spuren“, schreiben die Analysten des BFS. Im Vergleich zum Vorquartal seien die Rückgänge aber „nur etwa halb so gross“ ausgefallen.

    In der Industrie fiel die Produktion im Berichtsquartal im Jahresvergleich um 5,1 Prozent geringer aus. Dabei wurde über die drei Monate hinweg eine Abschwächung des Rückgang beobachtet. Er war im Juli mit 6,7 Prozent am stärksten ausgefallen. Im August lag die Produktion um 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, im September schwächte sich das Minus auf 3,8 Prozent ab.

    Im Baugewerbe ging die Produktion im dritten Quartal 2020 gegenüber dem dritten Quartal 2019 um 0,4 Prozent zurück. Dabei wurde im Hochbau ein Rückgang um 7,2 Prozent verzeichnet. Die Produktion in Tiefbau und sonstigem Baugewerbe legte gleichzeitig hingegen um 4,6  beziehungsweise 2,9 Prozent zu.

    Die Umsätze in der Industrie fielen im Berichtsquartal um 7,9 Prozent geringer als im Vorjahresquartal aus. In den einzelnen drei Monaten wurden dabei schrittweise schwächere Rückgänge zwischen 9,7 Prozent im Juli und 5,6 Prozent im September beobachtet.

    Die Umsätze im Baugewerbe fielen im dritten Quartal 2020 um 0,6 Prozent hinter den Vorjahreswert zurück. Hier reichte die Spanne von einem Minus von 6,9 Prozent im Hochbau bis zu einem Plus von 5,1 Prozent im Tiefbau.

  • Schweiz: Stromverbrauch sinkt während Corona-Kriese

    Schweiz: Stromverbrauch sinkt während Corona-Kriese

    Aufgrund der aktuellen Situation und den Massnahmen, gibt es in städtischen und industriellen Gebieten einen Rückgang des Stromverbrauchs von 10 bis 20 Prozent pro Tag. In den Tourismusregionen sogar zwischen 30 und 50 Prozent. Am Wochenende und nachts sind die Rückgänge aber geringer. Zudem verschob sich der höchste Stromverbrauch von der Mittagszeit auf 19 und 20 Uhr.

  • UBS: Die Nervosität an den Märkten ist hoch

    UBS: Die Nervosität an den Märkten ist hoch

    Die Börsen rund um den Globus haben stark korrigiert und die Volatilität ist erheblich gestiegen. Auch die kotierten Schweizer Immobilienfonds konnten sich in den letzten Wochen dieser Entwicklung nicht entziehen, schreibt die UBS in einer Mitteilung. Die Agios bewegen sich mittlerweile im Bereich von rund 15-18%, was leicht unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Überproportionale Korrekturen hätten besonders kommerziell ausgerichtete sowie kleinere Immobilienfonds hinnehmen müssen. Hierbei gelte es die fondsspezifischen Gegebenheiten angemessen mitzuberücksichtigen.

    Negative Auswirkungen auf die Mieterträge
    Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind direkt, dennoch erwartet die UBS bei einer länger anhaltenden Ausnahmesituation auch negative Effekte auf dem Immobilienmarkt. Auf die Mieterträge negativ auswirken könnten sich eine niedrigere Zuwanderung, sinkende Umsätze im stationären Handel sowie die Gastronomie und mögliche Unternehmenskonkurse. Vor diesem Hintergrund dürften hingegen Wohnliegenschaften weniger stark betroffen sein als kommerziell genutzte Liegenschaften. Da die Unterstützung von betroffenen Branchen und Unternehmen zurzeit intensiv diskutiert wird, geht die UBS davon aus, dass mit signifikanten Stützungsmassnahmen seitens des Bundes zu rechnen ist.

    Noch immer attraktive Risikoprämie
    Nach Einschätzungen der UBS dürften die weiterhin tiefen Zinsen stützend wirken und die Nachfrage nach kotierten Immobilienfonds, im Vergleich zu anderen Anlageklassen stabil halten. Die aktuelle Dividendenrendite der kotierten Immobilienfonds von 2.8% würde im Vergleich eine noch immer attraktive Risikoprämie bieten.