Schlagwort: Credit Suisse

  • Einschätzung des Zinsmarktes im März von Avobis

    Einschätzung des Zinsmarktes im März von Avobis

    Die Befürchtungen bezüglich einer ausufernden Inflationsdynamik scheinen sich zu bestätigen. Im Februar verzeichneten fast alle neun LIK-Segmente Preissteigerungen im Vergleich zum Vormonat. Dies ist auf die zunehmenden Preise für Dienstleistungen und Güter unabhängig ihrer Herkunft zurückzuführen (Abbildung 1). Eine Entspannung der Teuerung ist derzeit nicht absehbar und mit der im Juni erwarteten ersten Anpassung des hypothekarischen Referenzzinssatzes dürfte sich die Inflation weiter vom SNB-Ziel entfernen. Der Markt passte daraufhin seine Zins- und Inflationserwartungen deutlich nach oben an, wie an der stark invertierten Zinskurve erkennbar ist.

    Die Probleme bei der Silicon Valley Bank und später bei der Credit Suisse führten jedoch zu Befürchtungen einer möglichen Bankenkrise, wodurch die Inflationsproblematik in den Hintergrund geriet. Die Sorge, dass weitere Zinsschritte der Notenbanken einen Systemkollaps im Bankensektor verursachen könnten, führte auch am Schweizer Zinsmarkt zu einem Umdenken, wodurch die Marktzinsen stark nach unten korrigierten. Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS und die globale Liquiditätsinjektion ins Bankensystem milderten danach teilweise die Ängste. Letztlich sorgte der geldpolitische Entscheid der SNB am 23. März und dessen Signal für eine gewisse Ernüchterung an den Märkten, worauf der Fokus wieder auf der Inflationsproblematik lag und dadurch wieder höhere Zinsschritte eingepreist wurden.

    Obwohl die Swap-Kurve zum Monatsende in etwa gleich verläuft wie zu Monatsbeginn, hat sich die Ausgangssituation merklich verändert, was insbesondere an den höheren erwarteten Zinsvolatilitäten zum Monatsende im Vergleich zum Monatsbeginn deutlich wird.

    Die Auswirkungen der Bankenturbulenz auf das Wirtschaftswachstum sind ungewiss. Ein Rückgang der Nachfrage könnte den Inflationsdruck dämpfen. Ebenso unklar sind die Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen, da Banken möglicherweise vorsichtiger und zurückhaltender bei der Kreditvergabe agieren werden. Dies käme einer Zinserhöhung im Kampf gegen die Inflation ähnlich. Diese Effekte müssen nun beobachtet und entsprechend bewertet werden, weshalb die Swap-Kurve trotz entkoppelter Inflation nur noch moderate Zinsschritte für die nächsten beiden Sitzungen impliziert.

    Unsere Erwartungen
    Die Inflation in der Schweiz ist von den üblichen Verhältnissen entkoppelt. Der Schweizer Franken als geldpolitisches Instrument zur Bekämpfung der importierten Inflation ist im Kampf gegen die wachsende Inlandsinflation nur begrenzt wirksam. Es sind deshalb zusätzliche restriktive Massnahmen notwendig. Sollte sich das globale Finanzsystem weiterhin als robust erweisen, könnte in der nächsten Sitzung eine weitere Erhöhung um 50 Bps erfolgen. Sollten jedoch weitere Systemrisiken auftreten, könnten ein geringerer Zinsschritt oder sogar eine Zinspause in Betracht gezogen werden. Es ist entscheidend, die Situation sorgfältig zu überwachen und verschiedene Szenarien umfassend zu evaluieren.

    Ausland
    Die wachsende Besorgnis über eine mögliche Bankenkrise infolge des Zu sammenbruchs dreier regionaler Banken in den USA hat die Notenbanken dazu veranlasst, mit Liquiditätsspritzen zu reagieren. Dennoch deutet eine aktuelle Studie darauf hin, dass das US-Bankensystem unrealisierte Verluste von zwei Billionen USD verzeichnet, was die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen stark in Frage stellt. Während sich die Inflation trotz des unerwarteten, schnellen Anstiegs der Zinsen unbeeindruckt zeigt, werden im Bankensystem somit erste Risse sichtbar.

    Die gestiegenen Zinsen seit letztem Jahr führten zu beträchtlichen Wertverlusten bei hypothekarisch besicherten Anleihen und anderen nahezu risikolosen Anleihen, die einen Grossteil der Aktivseite von Banken ausmachen. Eine Studie zeigt, dass der Marktwert der Vermögenswerte des US-Bankensystems um zwei Billionen USD niedriger ist als der binanzielle Wert. Zusammen mit einem hohen Anteil unversicherter Einlagen bei einigen US-Banken könnten Verlustrealisierungen deren Stabilität gefährden. Sollten die Hälfte der unversicherten Einleger Gelder abheben, wären bei-
    nahe 190 Banken einem potenziellen Risiko ausgesetzt. Dies würde auch versicherte Einleger treffen, wobei möglicherweise 300 Milliarden USD an versicherten Einlagen gefährdet wären.

    Obwohl das Bankensystem derzeit solide ist, könnte es im Falle eines Bank Runs an Liquidität mangeln, was zu einem Kaskadeneffekt bei der Verlustrealisierung führen und letztendlich die Solvenz gefährden würde. Dies könnte sowohl amerikanische als auch andere Banken einer drohenden Liquiditätskrise aussetzen. Daher ergreifen die Fed, die EZB und andere Zentralbanken koordinierte Massnahmen zur Stärkung der Liquidität.

    Der Markt preist aufgrund von Befürchtungen möglicher Systemrisiken bereits Zinssenkungen für die Fed und nur noch geringe Zinsschritte für die EZB ein (Abbildung 5 und 6). Die Gründe dafür sind einerseits die restriktive Wirkung der Liquiditätsproblematik auf die Kreditvergabe und andererseits die Verschärfung der Liquiditätsproblematik oder sogar das Entstehen von Systemrisiken in anderen Bereichen durch eine anhaltende restriktive Geldpolitik. Beides würde zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums und damit zu einer inflationsdämpfenden Wirkung führen. So sind die marktimplizierten Inflationserwartungen trotz weiterhin hohen Inflationszahlen und sinkenden Zinserwartungen nicht gestiegen.

    Unsere Erwartungen
    Die aktuelle Situation im Bankensektor scheint sich zunächst beruhigt zu haben, doch besteht weiterhin das Risiko, dass der rasante Zinsanstieg seit dem letzten Jahr neben dem Bankensektor auch andere Bereiche des Finanzsystems belasten könnte. Daher schliessen wir weitere Zinserhöhungen vorerst aus. Gleichzeitig halten wir aber auch Zinsreduktionen für unwahrscheinlich. Die Inflation ist weiterhin zu hoch und muss mit einer restriktiven Geldpolitik bekämpft werden. Zudem verfügen die Notenbanken neben dem Leitzins über ein breites Instrumentarium, um Probleme wie beispielsweise die Liquiditätsschwierigkeiten zu bewältigen. Aus diesen Gründen gehen wir davon aus, dass die Fed in der nächsten Sitzung eine Zinspause einlegen und in den kommenden Monaten die Situation rund um die Banken und die Inflationsentwicklung genau beobachten wird. Für die EZB hingegen erwarten wir aufgrund der verheerenden Inflationsentwicklung einen Zinsschritt um mindestens 25 Bps.

  • Zusammenschluss der Credit Suisse und UBS

    Zusammenschluss der Credit Suisse und UBS

    Die Credit Suisse und die UBS haben am Sonntag einen Fusionsvertrag abgeschlossen, wonach die UBS die fortbestehende Einheit sein wird. Nach den Verhandlungen, die am Wochenende stattgefunden und zur Unterzeichnung des Fusionsvertrags geführt haben, sind die UBS und die Credit Suisse zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss im besten Interesse ihrer Aktionärinnen und Aktionäre und ihrer Stakeholder ist. Das Eidgenössische Finanzdepartement, die Schweizerische Nationalbank und die FINMA hatten die beiden Unternehmen zuvor zum Abschluss dieser Transaktion aufgefordert, um das notwendige Vertrauen in die Stabilität der Schweizer Volkswirtschaft und des Schweizer Finanzplatzes wiederherzustellen.

    Für den Zusammenschluss gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen:

    • Alle Aktionärinnen und Aktionäre der Credit Suisse erhalten als Gegenleistung für die Fusion 1 Aktie der UBS für 22,48 Aktien der Credit Suisse. Dieses Umtauschverhältnis entspricht einem Übernahmepreis von CHF 3 Mia. für sämtliche Aktien der Credit Suisse.
    • Der Zusammenschluss unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen. Beide Parteien sind überzeugt, dass alle Bedingungen erfüllt werden können. Der Zusammenschluss soll nach Möglichkeit bis Ende 2023 vollzogen sein.
    • Die Schweizerische Nationalbank gewährt der Credit Suisse Zugang zu Fazilitäten, über die sie erhebliche zusätzliche Liquidität erhält.
    • Es wird erwartet, dass die UBS zur Sicherstellung einer reibungslosen Integration der Credit Suisse in die UBS so rasch wie rechtlich möglich Mitarbeitende in Schlüsselpositionen bei der Credit Suisse ernennen wird.
    • Die Credit Suisse wird ihre Geschäftstätigkeit wie gewohnt fortsetzen und ihre Restrukturierungsmassnahmen in Zusammenarbeit mit der UBS umsetzen.
    • Die UBS hat ihre Zuversicht zum Ausdruck gebracht, dass die Mitarbeitenden der Credit Suisse weiter beschäftigt werden können.

    Die Credit Suisse wurde am Sonntag von der FINMA über deren Entscheid informiert, dass das zusätzliche Kernkapital der Credit Suisse (aus der Emission von Tier 1 Capital Notes) im Gesamtnennwert von rund CHF 16 Mia. auf null abgeschrieben wird.

    Unter Berücksichtigung der besonderen Umstände, die die Schweizer Volkswirtschaft als Ganzes betreffen, erlässt der Bundesrat eine Notverordnung, die auf diese spezifische Transaktion zugeschnitten ist. Es wird darauf hingewiesen, dass der Zusammenschluss ohne die ansonsten erforderliche Genehmigung der Aktionärinnen und Aktionäre der UBS und der Credit Suisse durchgeführt wird, um die Transaktionssicherheit zu erhöhen.

    Axel P. Lehmann, Präsident des Verwaltungsrats der Credit Suisse, sagte: «Die angekündigte Fusion stellt angesichts der ausserordentlichen und beispiellosen Umstände das bestmögliche Ergebnis dar. Die Credit Suisse hat eine extrem schwierige Zeit hinter sich. Obwohl das Team unermüdlich daran gearbeitet hat, zahlreiche bedeutende Altlasten zu bereinigen und die neue Strategie umzusetzen, sind wir heute gezwungen, eine Lösung anzunehmen, die ein nachhaltiges Ergebnis ermöglicht.»

  • Radikale Restrukturierung der Credit Suisse Investment Bank

    Radikale Restrukturierung der Credit Suisse Investment Bank

    Im Rahmen der Transaktion hat sich Apollo bereit erklärt, einen wesentlichen Teil des SPG-Portfolios der Credit Suisse zu erwerben. Diese Transaktion wird zusammen mit dem geplanten Verkauf anderer Portfolioanlagen an Drittinvestoren voraussichtlich die SPG-Vermögenswerte von 75 Mrd. USD2 auf rund 20 Mrd. USD reduzieren, und zwar durch eine Reihe von Transaktionen, die voraussichtlich bis Mitte 2023 abgeschlossen sein werden.

    Der Abschluss dieser Transaktionen wird voraussichtlich eine Auflösung von risikogewichteten Aktiva (RWAs) von bis zu rund USD 10 Milliarden erreichen, abhängig vom Umfang der letztendlich übertragenen Vermögenswerte. 3 Die verbleibenden Vermögenswerte in Höhe von rund USD 20 Milliarden, die Erträge zur Unterstützung des Ausstiegs aus dem SPG-Geschäft generieren werden, werden von Apollo im Rahmen einer Investment-Management-Beziehung mit einer erwarteten Laufzeit von fünf Jahren verwaltet, die beim ersten Abschluss abgeschlossen wird.

    Es wird erwartet, dass Apollo die Mehrheit des SPG-Teams einstellen wird und nach Abschluss der Transaktion die üblichen Übergangsdienstleistungen von der Credit Suisse erhalten wird, um eine nahtlose Erfahrung für die Kunden zu gewährleisten. Die Credit Suisse wird auch einen Teil der an Apollo übertragenen Vermögenswerte finanzieren.

    Gemäss den Bedingungen der mit Apollo geplanten Transaktionen wird erwartet, dass die CET1-Kapitalquote der Credit Suisse durch die Auflösung von RWAs und die Erfassung der von Apollo gezahlten Prämie bei Abschluss gestärkt wird, wobei der endgültige Betrag von Diskontierungssätzen und anderen transaktionsbezogenen Faktoren abhängt.

    Der Abschluss der Transaktion wird in der ersten Jahreshälfte 2023 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen, Kundenzustimmungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen.

  • PRICEHUBBLE kündigt Markteintritt im Vereinigten Königreich an

    PRICEHUBBLE kündigt Markteintritt im Vereinigten Königreich an

    Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der britische Immobilienmarkt, die Kreditvergabe und -aufnahme sowie die Zinsen nach den Ankündigungen des britischen Finanzministers im Rahmen eines «Mini-Budgets» verstärkt ins Rampenlicht rücken.

    Als erst sechs Jahre altes Unternehmen mit über 200 Mitarbeitenden hat sich PriceHubble bereits in neun internationalen Märkten etabliert: der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und der Slowakei. Das Unternehmen bedient über 1’500 B2B-Kunden, darunter bekannte internationale Unternehmen wie die Credit Suisse in der Schweiz sowie BNP und Axa in Frankreich.

    Der Launch im Vereinigten Königreich stellt den jüngsten einer Reihe von Markteintritten auf Basis von Übernahmen und Greenfield-Investitionen in Europa und Asien dar. Mit seiner umfassenden Markterfahrung legt PriceHubble nun den Schwerpunkt auf die Partnerschaft mit britischen Banken, Vermögensverwalter:innen, Immobilienmakler:innen, Hypothekenberater:innen, IFAs und FinTechs. Das Unternehmen ermöglicht präzise Immobilien-Objekteinsichten, die sich digital in die Customer Journey integrieren lassen, um die Kundeninteraktion und die gesamte Geschäftsentwicklung zu transformieren.

    Stefan Heitmann erläutert: «Nach unserem Erfolg in europäischen und asiatischen Märkten freuen wir uns über den Launch im Vereinigten Königreich – ein klarer Meilenstein unserer globalen Expansionsstrategie. Das Vereinigte Königreich ist der dynamischste und höchstwahrscheinlich wettbewerbsintensivste Immobilienmarkt Europas. Die britischen Kund:innen und ihre Finanzdienstleister:innen können jedoch nicht auf den Umfang von Daten und Einsichten zugreifen, die PriceHubble derzeit seinen bestehenden Kund:innen weltweit bietet. Wir steigen in den britischen Markt mit einem ganz klaren Fokus auf eine Partnerschaft mit neuen Kund:innen ein, um leistungsfähige Immobiliendaten und -einblicke bereitzustellen, mit denen diese ihre Kundeninteraktion und Geschäftsentwicklung transformieren können.»

    Im Oktober wird PriceHubble das erste seiner Flaggschiff-Produkte – den Property Advisor – lancieren. Dieses visuelle Dashboard umfasst verschiedene Datensätze, z. B. Immobilienbewertungen und örtliche Einrichtungen, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Kund:innen im Hinblick auf ihr Immobilienvermögen beraten können und Konsument:innen von einer ganz neuen Transparenz rund um ihr Zuhause profitieren.

    Heitmann weiter: «Am meisten begeistert mich, dass die Technologie von PriceHubble den emotionalen und finanziellen Wert einer Immobilien kombiniert und diesem echte Bedeutung verleiht.»

    Tony Prestedge stösst als Berater und Investor zum Unternehmen

    Im Rahmen der Unternehmenspläne für den britischen Markt ist Tony Prestedge, der frühere stellvertretende CEO von Santander und Nationwide und einer der führenden britischen Bankiers, als Berater und Investor zum Unternehmen hinzugestossen. Tony Prestedge unterstützt die Expansionsstrategie und Geschäftsinitiativen des Unternehmens gemeinsam mit Ian Walsh, UK Country Head.

    Tony Prestedge dazu: «Ohne Zweifel befinden wir uns im Vereinigten Königreich an einem Wendepunkt aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung, einem sich wandelnden Immobilienmarkt und wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen, etwa den steigenden Zinsen. Das Zuhause selbst wird jetzt zunehmend zu einem Vermögenswert, der sich im Laufe des Lebens verändert. Das bedeutet, dass die richtigen Entscheide rund um eine Immobilie sich nicht nur über eine, sondern gleich über mehrere Generationen hinweg auf das Lebenswerk eines Menschen auswirken.»

    «PriceHubble befindet sich mitten im Zentrum dieser Marktdynamiken. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass das Unternehmen ausgezeichnet in den britischen Markt passt, wo die Menschen nicht nur eine grosse emotionale Bindung zu ihrem Zuhause entwickeln, sondern auch eine immer stärkere finanzielle Abhängigkeit davon.» «PriceHubble ist ein spannendes Unternehmen mit hohem Ansehen und einer starken Führung. Ich freue mich, dieses hochkompetente Team unterstützen zu dürfen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die modernsten und innovativsten digitalen Lösungen für die Immobilien- und Finanzdienstleistungsbranche zu entwickeln.»

  • Materialpreise dämpfen Wachstum in der Baubranche

    Materialpreise dämpfen Wachstum in der Baubranche

    In der Schweiz wird wieder mehr gebaut: Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im zweiten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken gestiegen. Der Auftragseingang nahm derweil um 12 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken zu. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Bauindex der Credit Suisse und des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hervor.

    Das Wachstum wird allerdings durch den „starken Preisanstieg “ vieler Baumaterialien sowie einer „markanten Erhöhung “ der Energie- und Transportkosten relativiert, heisst es im Bericht. So sind beispielsweise die Preise von Bewährungsstäben um 87 Prozent und jene von Kunststoffrohren um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Derweil war Diesel im zweiten Quartal 2022 rund 45 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.

    Weil der Umsatz weniger stark gestiegen ist als die Kosten, sei die laut dem Bericht ohnehin tiefe Gewinnmarge von 2 bis 3 Prozent nun noch weiter gesunken. Ausserdem erwartet der SBV bis zum Ende des Jahres weitere Leitzinserhöhungen durch die Schweizerische Nationalbank. Damit dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe mittel- bis langfristig langsamer wachsen. Kurzfristig geht der Bericht im dritten Quartal 2022 von einem Umsatzplus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal aus.

  • Credit Suisse kündigt eine umfassende Strategieüberprüfung an

    Credit Suisse kündigt eine umfassende Strategieüberprüfung an

    • Alternativen, die über die Ergebnisse der letztjährigen Strategieüberprüfung hinausgehen, sollen in Betracht gezogen werden, insbesondere angesichts des veränderten Wirtschafts- und Marktumfelds. Das Ziel der Überprüfung besteht darin, eine fokussiertere, agilere Gruppe mit einer deutlich niedrigeren absoluten Kostenbasis zu schaffen, die allen Anspruchsgruppen nachhaltige Erträge liefern sowie Kundinnen und Kunden herausragende Dienstleistungen bieten kann.
    • Das erstklassige globale Vermögensverwaltungsgeschäft, die führende Universalbank in der Schweiz und das Asset-Management-Geschäft mit Mehrfachspezialisierung sollen gestärkt werden.
    • Transformation der Investment Bank in ein kapitalschonendes, beratungsorientiertes Bankgeschäft und ein stärker fokussiertes Marktgeschäft, das das Wachstum des Wealth Managements und der Swiss Bank ergänzt.
    • Überprüfung strategischer Optionen für den Securitized Products-Bereich, die auch die Einbringung von Fremdkapital in diese marktführende, renditestarke Plattform einschließen können, um ungenutzte Wachstumschancen zu realisieren und zusätzliche Ressourcen für die Wachstumsbereiche der Bank freizusetzen.
    • Die absolute Kostenbasis der Gruppe soll mittelfristig auf unter CHF 15,5 Mia. gesenkt werden, zum Teil durch eine bankweite digitale Transformation, die auf umsichtige Weise dauerhafte Einsparungen sicherstellt und gleichzeitig den Fokus in Bezug auf die Verbesserung des Risikomanagements und der Risikokultur beibehält.

    Die Credit Suisse wird anlässlich der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse für das dritte Quartal 2022 detailliertere Informationen zu den Fortschritten der Strategieüberprüfung bereitstellen, einschliesslich spezifischer Ziele.

    Axel P. Lehmann, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, sagt: «Es freut mich, Ueli als unseren neuen Group CEO willkommen heissen zu dürfen, um die umfassende strategische Überprüfung in einem für die Credit Suisse so entscheidenden Moment zu beaufsichtigen. Mit seinen fundierten Branchenkenntnissen und einer beeindruckenden Erfolgsbilanz wird Ueli unsere strategische und operative Transformation mit vorantreiben, auf bestehenden Stärken aufbauen und das Wachstum in wichtigen Geschäftsbereichen beschleunigen. Seit ich als Verwaltungsratspräsident übernommen habe und unsere Bank mit dem erneuerten Verwaltungsrat zusammen überprüfen konnte, habe ich die erstklassige Qualität unserer Geschäftsbereiche schätzen gelernt. Aber wir müssen flexibler sein, um sicherzustellen, dass sie über die notwendigen Ressourcen verfügen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unser Ziel muss es sein, eine stärkere, einfachere und effizientere Gruppe mit nachhaltigeren Erträgen zu werden. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Thomas für seinen grossen Einsatz für die Credit Suisse über die letzten 20 Jahre, insbesondere als Group CEO, bedanken. Er hat einen enormen Einsatz geleistet und unseren Kunden in der Schweiz und international mit grosser Integrität und viel Unternehmergeist gedient. Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.»

    Thomas Gottstein, abtretender CEO der Credit Suisse, sagt: «Es war mir eine grosse Ehre und ein Privileg der Credit Suisse über diese letzten 23 Jahre zu dienen. Die Bank verfügt über beeindruckende Bereiche in allen vier Divisionen und einen immensen Talentpool von mehr als 50,000 Kolleginnen und Kollegen weltweit. Trotz den Herausforderungen der vergangenen zwei Jahre bin ich sehr stolz darauf, was wir seit meinem Eintritt in die Geschäftsleitung vor sieben Jahren und in der jüngsten Zeit mit der Stärkung der Bank und der gezielten Rekrutierung von hochkarätigen Führungskräften sowie der Verbesserung unserer Risikokultur erreicht haben. In den letzten Wochen bin ich nach Gesprächen mit Axel und meiner Familie sowie aus privaten und gesundheitlichen Gründen zum Schluss gekommen, dass es der richtige Zeitpunkt ist, zurückzutreten und die weitere Phase mit den heute angekündigten entscheidenden Massnahmen in die Hände eines Nachfolgers zu legen.»

    Ulrich Körner, neuer CEO der Credit Suisse, sagt: «Ich danke dem Verwaltungsrat für sein Vertrauen, dass er mir zu Beginn dieser fundamentalen Transformation entgegengebracht hat. Ich freue mich darauf, mit allen Kolleginnen und Kollegen in der Bank und in der Geschäftsleitung zusammenzuarbeiten und meine volle Energie für die Umsetzung unserer Transformation einzusetzen. Dies ist ein herausforderndes Unterfangen, aber gleichzeitig auch eine grosse Chance, die Bank für eine erfolgreiche Zukunft zu positionieren und ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Mein Dank gilt auch Thomas für seine Unterstützung und Partnerschaft.»

    Ulrich Körner ist seit April 2021 ein Mitglied der Geschäftsleitung und CEO des Asset Management. Er kam von der UBS Group, wo er elf Jahre lang Mitglied der Konzernleitung war, davon sechs Jahre als Leiter des Bereichs Asset Management. Davor war er als Chief Operating Officer tätig. Seit 2011 leitete er zusätzlich die Region Europa, Naher Osten und Afrika für die UBS. Bevor er zur UBS kam, war er in leitender Funktion bei der Credit Suisse tätig, unter anderem als Chief Financial Officer und Chief Operating Officer der Credit Suisse Financial Services und als CEO der Region Schweiz. Ulrich Körner hat ein PdD in Business Administration der Universität St. Gallen (HSG).

    Ausbau der Führungsposition in der Vermögensverwaltung und in der Schweizer Universalbank
    Die starke globale Vermögensverwaltung, die Universalbank in der Schweiz und das Asset Management bilden die Wurzeln der Credit Suisse. Bei der Strategieüberprüfung hat die Stärkung dieser Positionen Priorität. Gleichzeitig werden Optionen für eine grundlegende Transformation der Investment Bank zu einem äusserst konkurrenzfähigen Banking-Bereich und einem nachhaltigeren Markets-Bereich als Ergänzung des Wealth Management und der Swiss Bank geprüft.

    Im Wealth Management strebt die Credit Suisse einen Ausbau ihrer Führungsposition in der Schweiz, EMEA, Teilen der Region Americas und APAC an. Dabei kann sie von ihren Stärken im Ultra-High-Net-Worth-Segment profitieren und gleichzeitig das Core-High-Net-Worth-Wachstum beschleunigen, um die wiederkehrenden Erträge zu steigern, gestützt durch eine einheitliche globale Plattform. Die Führungsposition der Bank in der Schweiz wird weiter gestärkt, indem «High-Touch»-Kompetenzen in Bezug auf Vermögensverwaltungs-, Firmen- und institutionelle Kunden ausgebaut sowie «High-Tech»-Aktivitäten durch das CSX Angebot beschleunigt werden.

    Strategieüberprüfung in Bezug auf die Investment Bank; Prüfung strategischer Optionen für Securitized Products
    Der Verwaltungsrat und das Senior Management der Credit Suisse sind überzeugt: Die Strategieüberprüfung muss im Wesentlichen sicherstellen, dass ein weniger kapitalintensiver, beratungsorientierter Bereich Banking und ein fokussierterer Bereich Markets geschaffen werden. So wird das Wachstum des Vermögensverwaltungsgeschäfts und der Swiss Bank ergänzt und die strategischen Ziele können besser erfüllt werden. Ausserdem sollen weiterhin erstklassige Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden bereitgestellt und eine beständigere Performance erzielt werden.

    Die Bank wird verschiedene strategische Optionen prüfen, um den Wachstumskurs unserer marktführenden Securitized-Products-Plattform mit dem zugehörigen Finanzierungsgeschäft fortzusetzen. Es handelt sich hierbei um ein hochprofitables globales Geschäft mit risikogewichteten Aktiven in Höhe von rund USD 20 Mia. und einer Leverage-Risikoposition in Höhe von rund USD 75 Mia. Es bietet beträchtliche, bisher ungenutzte Wachstumschancen, die womöglich durch die Beschaffung von Fremdkapital optimal ausgeschöpft werden können. Dies würde wiederum zusätzliche Ressourcen freisetzen, die in die Wachstumsbereiche der Credit Suisse investiert werden könnten. Die Credit Suisse wird die Kundinnen und Kunden des Bereichs Securitized Products weiterhin vollumfänglich unterstützen.

    Die Führung der Investment Bank wird mit der Ernennung von David Miller und Michael Ebert als Co-Leiter für die Bereiche Banking bzw. Markets verstärkt. Christian Meissner, CEO der Investment Bank, wird sich auf die laufende strategische Transformation des Geschäfts konzentrieren.

    Überwacht wird die Entwicklung und Umsetzung der neuen Strategie von dem gesamten Verwaltungsrat, unterstützt durch einen vom Verwaltungsrat geleiteten Ad-hoc-Ausschuss, dem Investment Bank Strategy Committee. Michael Klein hat den Vorsitz und weitere Mitglieder sind Mirko Bianchi, Richard Meddings und Blythe Masters.

    Reduzierung der absoluten Kostenbasis auf unter CHF 15,5 Mia.; weitere Förderung der Risikomanagementkultur
    Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Credit Suisse haben ein Programm lanciert, mit dem die absolute Kostenbasis der Gruppe angesichts des schwierigeren Wirtschafts- und Marktumfelds mittelfristig auf unter CHF 15,5 Mia. reduziert werden soll. Damit knüpft die Bank an ihre beim Investor Deep Dive im Juni eingegangenen Verpflichtungen an: in der Funktion Technology & Operations erhebliche Einsparungen zu erzielen, um die Skalierbarkeit zu verbessern und die langfristige Nachhaltigkeit dieser Effizienzsteigerungen sicherzustellen, während die digitale Transformation weiter vorangetrieben und die solide Risikokultur der Gruppe weiter optimiert wird.

    Axel P. Lehmann sagt: «Mit dieser tiefgreifenden Strategieüberprüfung setzen wir klare Prioritäten für die Zukunft des Unternehmens. Wir wollen bleibende Werte schaffen, indem wir unsere Kundinnen und Kunden mit Umsicht, Engagement und Unternehmergeist betreuen. Im Rahmen der Umsetzung unserer Strategieüberprüfung werden unsere Transformation und unser Kulturwandel der Credit Suisse wieder zu ihrer herausragenden Position als Bank für Unternehmerinnen und Unternehmer in der globalen Finanzwelt verhelfen.»

  • Loanboox ermöglicht neu Finanzierung von Immobilien

    Loanboox ermöglicht neu Finanzierung von Immobilien

    Das Zürcher Jungunternehmen Loanboox steigt in die Vermittlung von Darlehen für Wohnbaugenossenschaften, Immobilienfonds und -gesellschaften ein. Dafür stösst der Finanzierungsexperte Patrick Zurfluh als Leiter Immobilienfinanzierung zum Unternehmen hinzu, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Erste Pilot-Transaktionen wurden bereits abgeschlossen, darunter eine Wohnbaugenossenschaft aus dem Kanton Zürich. Durch die Abwicklung über Loanboox konnte die Kreditnehmerin den Angaben zufolge 20 Prozent der Finanzierungskosten sparen und ihren Aufwand mehr als halbieren.

    Patrick Zurfluh will als Leiter Immobilienfinanzierung in Zukunft die Immobiliengesellschaften beraten und unterstützen. Zuvor war er bei den Banken Raiffeisen und Credit Suisse als Immobilienfinanzierungsspezialist tätig. „Dabei ist mir aufgefallen: Die Finanzierung von Immobilien sollte einfacher und kosteneffizienter gestaltet werden. Deswegen bin ich nun bei Loanboox“, wird er in der Medienmitteilung zitiert.

    Loanboox vermittelt seit fünf Jahren Darlehen von Kapitalgebern an Kapitalnehmer der öffentlichen Hand. Über die digitale Geld- und Kapitalmarktplattform von Loanboox können alle Parteien ihre Dokumente und Kommunikation sowie Fristen einsehen und organisieren. Gemeinden, Städte und Grossunternehmen haben bis dato 2500 Darlehen über Loanboox erhalten. Das Unternehmen ist ausserdem offen für Partnerschaften mit Verbänden und Organisationen.

  • Credit Suisse Hypothekarzinsprognosen

    Credit Suisse Hypothekarzinsprognosen

    Die COVID-19-Pandemie wird die Schweiz noch eine Weile beschäftigen, dürfte die Konjunkturerholung jedoch nur vorübergehend bremsen. Wir rechnen für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5%. Damit fällt der Zuwachs schwächer aus als im Vorjahr (4%). Aktuell ist die Schweiz deutlich weniger von einer steigenden Inflation betroffen als die USA oder der Euroraum. Aber auch hierzulande dürfte die Inflationsrate über dem Durchschnitt der letzten beiden Jahre zu liegen kommen. Diese bleibt innerhalb des Zielbands der Schweizerischen Nationalbank. Damit ist bis mindestens Ende 2023 nicht von einer Erhöhung des Leitzinses auszugehen. Die Zinssätze für SARON-Hypotheken, welche die bisherige Flex-Rollover-Hypothek (3-Monats-Libor) ersetzt haben, dürften somit auch in den nächsten 12 Monaten auf ihren Tiefstständen verharren. Als Folge der steigenden Inflation und des Beginns einer Reihe von erwarteten Leitzinserhöhungen in den USA haben die Zinssätze von Fix-Hypotheken in den letzten Wochen deutlich zugelegt. Im Gegensatz zu den SARON-Hypotheken rechnen wir in den kommenden 12 Monaten im Trend mit einem nochmaligen leichten Anstieg der Zinssätze von Fix-Hypotheken um 5 bis 30 Basispunkte. Die Entwicklung dürfte aber wie bis anhin durch Ausschläge nach oben wie auch nach unten begleitet werden. Insgesamt bleibt das Zinsniveau damit in den kommenden 12 Monaten auf einem historisch sehr tiefen Niveau.

  • Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.

    Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.

    Wirtschaftswachstum hält an
    Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber die Impfungen haben zumindest ein Stück Normalität zurückgebracht. Der Aufschwung dürfte sich 2022 fortsetzen. Es wird ein starkes Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,3 Prozent erwartet. Die Gründe hierfür sind folgende: eine solide Nachfrage, ein günstiges fiskal- und geldpolitisches Umfeld sowie weitere Lockerungsmassnahmen.

    Inflation dürfte Höhepunkt erreichen
    Der Inflationsanstieg war eines der zentralen Themen des Jahres 2021 und wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Für 2022 wird erwartet, dass die globale Inflationsrate auf einem erhöhten Niveau von 3,7 Prozent verharrt. Die entscheidende Frage ist, wie die Zentralbanken darauf reagieren. Die Expertinnen und Experten der Credit Suisse gehen davon aus, dass viele zunächst die Wertschriftenkäufe reduzieren. Die Zinsen hingegen dürften unverändert bleiben, solange die Inflation gegenüber dem Niveau von 2021 sinkt.

    Inflationsrate in den USA dürfte nach 2022 fallen
    Der Wiederanstieg der Preise liegt grösstenteils hinter den USA. Die Basiseffekte lassen nach.

    Letzter Datenpunkt: 09.2021

  • Credit Suisse holt Mama Shelter-Hotel nach Zürich

    Credit Suisse holt Mama Shelter-Hotel nach Zürich

    In das Hochhaus am Bahnhof Zürich Oerlikon wird ein Hotel der Marke Mama Shelter einziehen. Credit Suisse Asset Management habe im Auftrag eines Immobilienfonds einen entsprechenden Vertrag mit der Betreibergesellschaft KNSA Hospitality abgeschlossen, informiert die Credit Suisse in einer Mitteilung. Die Eröffnung des ersten Mama Shelter-Hotels in der Schweiz ist für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant.

    Das denkmalgeschützte Gebäude hatte vormals das 2020 in Konkurs gegangene Swissôtel beherbergt. Nachfolger Mama Shelter wird neun der insgesamt 28 Stockwerke belegen. In den übrigen Stockwerken sollen insgesamt 132 Wohnungen, mehrheitlich mit 1,5 bis 2,5 Zimmern, entstehen. Der Gebäudesockel werde zudem einen öffentlich zugänglichen Stadtbalkon mit Barbetrieb erhalten, heisst es in der Mitteilung.

    Die Hotels der Marke Mama Shelter seien nicht nur als typische Hotels, sondern auch als Begegnungsorte, Arbeits- und Lebensräume angelegt, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Das Konzept sehe auch innovative Gastronomie und eine Co-Working-Zone vor. Mit den Umbauarbeiten soll im kommenden März begonnen werden.

  • Schweizer Büromarkt: Pandemie hinterlässt erste Spuren

    Schweizer Büromarkt: Pandemie hinterlässt erste Spuren

    Während in London oder New York die ausgeschriebenen Flächenangebote im Zuge der COVID-19-Pandemie in die Höhe schnellten, nahm das Flächenangebot in der Schweiz per Ende des 2. Quartals 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal nur moderat zu, von 5.5 % auf 5.8 %. Obwohl die Unsicherheiten über den künftigen Bedarf an Büroflächen bei vielen Mietern noch immer recht gross sind, liessen sich am Markt etliche Mietvertragsverlängerungen und auch Neuabschlüsse beobachten – zumeist zwecks Standortoptimierung oder -konzentration.

    Zögerliche Nachfrage nach Büroflächen
    Der üblicherweise enge Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Büroarbeit und der Nachfrage nach Büroflächen hat sich während der Pandemie entkoppelt. Trotz einer relativ robusten Entwicklung der Bürobeschäftigung hielten sich viele Nachfrager bei der Anmietung neuer Flächen zurück, zumal sich die Bewältigung der Pandemie in die Länge zieht und sich der Trend zum Homeoffice folglich verfestigt. Die Flächennachfrage dürfte in den nächsten Jahren darunter leiden, dass immer mehr Firmen ihren Mitarbeitenden auch nach COVID-19 ein teilweises Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen. Die Immobilienökonomen der Credit Suisse erachten die letztjährige Prognose, wonach der coronabedingte Durchbruch des Homeoffice mittelfristig einen Minderbedarf an Büroflächen von rund 15 % verursacht, noch immer als gute Richtgrösse. Das Wirtschaftswachstum sowie steigende Anteile von Bürotätigkeiten aufgrund des Digitalisierungseffekts bilden jedoch Gegentrends, weshalb die Immobilienökonomen mittelfristig mit einer stagnierenden Nachfrage nach Büroflächen rechnen.

    Flächenangebot steigt zwar wieder – aber weniger stark als vermutet
    Als unmittelbare Folge der schleppenden Nachfrage nehmen die zur Vermietung ausgeschriebenen Büroflächen derzeit ausnahmslos auf allen regionalen Teilmärkten wieder zu. In den Büromärkten der Grosszentren steigt das Angebot in absoluten Zahlen am stärksten in den Agglomerationsgemeinden rund um die Zentrumsstädte (äussere Büromärkte). Prozentual gemessen hat das Angebot jedoch in den Innenstädten am stärksten zugenommen. Höhere Angebotsquoten lassen sich vor allem auf denjenigen Teilmärkten beobachten, die gegenwärtig einen hohen Flächenzugang verzeichnen. So trägt beispielsweise die erhöhte Bautätigkeit in Basel massgeblich zum Anstieg des Flächenangebotes am Rheinknie bei. Demgegenüber steht die vergleichsweise intakte Marktsituation auf dem Büromarkt Zürich in enger Verbindung mit der geringen Bautätigkeit. Interessant ist der Vergleich zwischen Lausanne und Genf: Während in der Rhonestadt eher eine schwache Nachfrage für den Anstieg des Flächenangebots auf 12.3 % verantwortlich war, profitierte Lausanne trotz höherer Bautätigkeit von einer relativ robusten Nachfrage, sodass das Flächenangebot hier deutlich weniger stark anstieg.

    Investoren planen weniger Büroflächen
    In den letzten zwölf Monaten wurden Baubewilligungen für Büroflächen mit einem Investitionsvolumen von CHF 1‘598 Mio. gesprochen. Dies liegt rund 17 % unter dem langjährigen Mittel seit 1995. Die Investoren sind mit Investitionen in Bürobauten vorsichtiger geworden und halten sich mit neuen Projekten zurück, solange sich die Unsicherheit hinsichtlich des künftigen Flächenbedarfs nicht klärt. Im langfristigen Vergleich auf tiefem Niveau verharren die bewilligten Summen für Büroumbauten. Zumeist werden einem Umbau heute Ersatzneubauten vorgezogen. Umnutzungen in Wohnungen, die vermehrt ins Auge gefasst werden – vor allem auf dem Büromarkt Bern –, sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Diese Zurückhaltung der Investoren dürfte dazu beitragen, dass sich in den meisten Büromärkten in den nächsten Quartalen wahrscheinlich keine allzu grossen Ungleichgewichte aufbauen werden.

    Homeoffice bremst Flächenbedarf nur vorübergehend
    Basierend auf einer Studie im Auftrag zweier Bundesämter zu den Branchenentwicklungen bis 2060 leiten die Immobilienökonomen der Credit Suisse die Entwicklung der Bürobeschäftigung bis 2060 ab und stellen darauf basierend eine Prognose für die langfristige Büroflächennachfrage. Gegenwärtige Trends wie das Beschäftigungswachstum, die Digitalisierung vieler Arbeitsbereiche, aber auch der Trend zum Homeoffice entwickeln sich diesbezüglich gegenläufig. Während Homeoffice den Flächenbedarf mittelfristig reduziert, lässt die zunehmende Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche die Büroquoten – sprich den Anteil der Beschäftigten mit einem Büroarbeitsplatz – in sämtlichen Branchen steigen und generiert damit langfristig einen grossen Bedarf nach zusätzlichen Büroflächen. In den Jahren 2000 bis 2019 kletterte die durchschnittliche Büroquote in der Schweiz von 34 % auf 45 %. Gemäss der Modellierung sollte sie bis 2060 weiter auf 60 % steigen. Dieser Effekt dürfte den flächenmindernden Trend zum Homeoffice mit der Zeit überlagern und langfristig eine markante zusätzliche Büroflächennachfrage generieren.

    Unmittelbarer Ausblick durchzogen
    Kurzfristig gibt es zwei gegenläufige Entwicklungen, die sich auf die Büroflächennachfrage auswirken. Einerseits dürfte die Absorption der Flächen trotz eines stärker werdenden Beschäftigungswachstums weiterhin harzig verlaufen und hinter dem sonst üblichen Mass zurückbleiben. Ein weiterer Anstieg des Flächenangebots ist daher möglich, zumal es bisher erst in wenigen Fällen zu grösseren Flächenaufgaben oder -reduktionen aufgrund der COVID-19-Pandemie gekommen ist. Solche Abbaupläne existieren jedoch. Andererseits dürfte sich auch eine gewisse Nachfrage aufgestaut haben. Die Immobilienökonomen der Credit Suisse prognostizieren insbesondere für grosse und periphere Flächen eine erneute Zunahme des Angebots. Sie erwarten auch im nächsten Jahr einen weiteren Anstieg der Leerstände und einen anhaltenden Druck auf den Mietpreisen, der eher noch etwas höher als das aktuelle Minus von 0.1 % ausfallen könnte.

    Abbildung: Ausweitung und Angebot in den Gross- und Mittelzentren
    Kreisumfang: Büroflächenbestand; Ausweitung: Baubewilligungen der letzten vier Jahre im Vergleich zum langfristigen Mittel; Angebotsquote in % des Bestands 2018

    Die vollständige Studie «Büroflächenmarkt Schweiz 2022» ist in Deutsch hier verfügbar.

  • Credit Suisse sieht gute Chancen für Proptechs

    Credit Suisse sieht gute Chancen für Proptechs

    Die Corona-Pandemie hat auch die Proptech-Branche vor Herausforderungen gestellt, wie ein neuer Bericht der Credit Suisse zeigt. So ist global 25 Prozent weniger Risikokapital in entsprechende Start-ups geflossen. Allerdings hat die Zurückhaltung bei den Investitionen keine grossen Spuren in der Branche hinterlassen. So konnten knapp 80 Prozent der Proptechs in den vergangenen zwölf Monaten ihre Mitarbeiterzahl steigern. Nur 3 Prozent meldeten einen Rückgang in der Belegschaft. Zudem erwarten 87 Prozent einen weiteren Personalzuwachs in den nächsten zwölf Monaten.

    Weiter mussten nur rund 10 Prozent der Proptechs einen Rückschlag bei den Umsätzen hinnehmen. Dagegen konnten 80 Prozent ihre Umsätze während der Corona-Krise steigern. Im Jahr 2021 peilt die Branche laut dem Bericht eine Verdoppelung der Umsätze an. Auch in den Jahren 2022 und 2023 wird ein höheres Umsatzwachstum erwartet als im Jahr 2020.

    Die Credit Suisse geht in der Studie auch auf die Schweizer Proptech-Branche ein. Demnach hat die Zahl der in der Schweiz tätigen Proptechs auch im vergangenen Jahr zugenommen. Mit über 320 Firmen weise die Schweiz im internationalen Vergleich eine ausgesprochen hohe Dichte an Proptechs auf, heisst es.

    Die Bank weist allerdings auch darauf hin, dass viele Proptechs mit ähnlichen Geschäftsmodellen im Markt auftreten. Sie geht davon aus, dass es nicht allen Firmen gelingen wird, sich erfolgreich zu positionieren. Als die wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Poptechs sieht die Credit Suisse die Qualität des Führungsteams und die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.

  • Bauprojekt Cosmos geht an Immobilienfonds

    Bauprojekt Cosmos geht an Immobilienfonds

    Mobimo veräussere sein baubewilligtes Projekt Cosmos in Dübendorf an einen von der Credit Suisse verwalteten Immobilienfonds, informiert das Luzerner Immobilienunternehmen in einer Mitteilung. Im Jahr 2000 hatte Mobimo das entsprechende Grundstück an der Zürichstrasse erworben. Anstelle des damals vorhandenen Geschäftshauses sollen nun vier neue Gebäude mit insgesamt rund 170 Wohnungen sowie für Büros, Gewerbe oder Verkauf nutzbaren Flächen entstehen.

    Der Beginn der Bauarbeiten ist für diesen Monat vorgesehen. Im Spätsommer 2023 sollen die dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS Gold) und dem Gütesiegel greenproperty entsprechenden Bauten fertiggestellt sein. Dabei werde unter anderem je eine Photovoltaikanlage und eine Erdsonde installiert, erläutert Mobimo.

    „Aus einem Anlageobjekt mit Potenzial haben wir ein überzeugendes Neubauprojekt entwickelt“, wird Mobimo-CEO Daniel Ducrey in der Mitteilung zitiert. „Cosmos ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von aktivem Portfoliomanagement und interner Entwicklungskompetenz.“

  • «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    Wie hat sich der Immobilienmarkt seit Beginn der Coronakrise verändert?
    Marcel Hug: In der Bewirtschaftung hat die Arbeit massiv zugenommen. In der Vermarktung sehen wir das Gegenteil: Dieser Bereich ist praktisch zum Erliegen gekommen.

    Welche Bereiche des Immobilienmarkts sind besonders betroffen?
    Vor allem auch die Bewirtschaftung – gerade zum Zügeltermin per Ende März fuhr das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) einen Schlingerkurs. Wir vom SVIT mussten relativ kurzfristig eine Kampagne bewerkstelligen, um zu überzeugen, dass man auch unter Coronabedingungen zügeln kann. Eines unserer grossen Mitglieder, die Livit, hatte Ende März über 1000 Wohnungswechsel. Nur zwei Umzüge konnten nicht stattfinden. Hier wurde seitens Mieterverbände aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Auf die nächsten Zügeltermine hin wird sich diese Thematik sicher normalisieren. Aktuell stehen die Diskussionen rund um die Mietzinsreduktion bei den Geschäftsmieten im Vordergrund. Hier sehen wir eine der grössten Herausforderungen.

    Was sind aktuell die grössten Probleme der SVIT-Mitglieder?
    Unsere Mitglieder sind hauptsächlich Bewirtschaftungsunternehmen. Bei der Diskussion um mögliche Mietzinsreduktionen sind sie in der Rolle des Vermittlers zwischen Eigentümern und Geschäftsmietern. Aus diesem Grund haben wir auf unserer Webseite entsprechende Hilfsmittel bereitgestellt. Mitglieder können beispielsweise nachschauen, welche Geschäftsmieter überhaupt betroffen sind, wie man bei den Verhandlungen am besten vorgehen soll usw. Auch bei Stockwerkeigentum- Verwaltungen herrscht zurzeit grosse Unsicherheit: Wann können/dürfen Eigentümerversammlungen wieder stattfinden? Auch bei Mietern sehen sich unsere Mitglieder mit sehr vielen Fragen konfrontiert. Darunter zum Beispiel, ob die Benutzung der Gemeinschaftswaschmaschine in Coronazeiten sicher ist. Wir haben eine lange Liste von FAQs auf unserer Homepage aufgeschaltet. In solchen Zeiten ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Antworten auf die drängenden Fragen enorm hoch.

    Wie lautet Ihre konkrete Empfehlung bei der Diskussion um Mietzinsreduktionen bei den Geschäftsmieten?
    Wir plädieren dafür, der Verhandlungslösung zuerst wirklich eine Chance zu geben. Der Bundesrat hat diese Lösung empfohlen – doch bevor sie überhaupt umgesetzt werden kann, wird diese bereits als untauglich kritisiert. Niemand kann aktuell statistische Zahlen präsentieren. Nach unserem Kenntnisstand laufen die Verhandlungen.

    «Es könnte zu Gerichtsfällen kommen»

    Hätten Sie sich eine klare Regelung seitens des Bundes gewünscht?
    Wir halten aktuell nichts von einer politischen Lösung via Notrecht, das ja immer einen Eingriff in das bestehende Privatrecht darstellt. Wir stehen allerdings den kantonalen Lösungen offen gegenüber. Die gängigste geht in der Tendenz zur Drittel-Lösung: 1/3 der Miete übernimmt der Mieter, 1/3 der Vermieter und 1/3 der Staat. Wenn die Verhandlungslösungen auf Bundesebene tatsächlich scheitern sollten, könnte man immer noch auf eine solche Lösung zurückgreifen. Auch die im Raum stehende 70:30-Lösung (70 Prozent Erlasse der Miete) lehnen wir ab. Vordergründig einfache Regelungen sind aus unserer Sicht schlicht nicht möglich. Es stellen sich bei jeder politischen Lösung sofort zahlreiche Detailfragen: Was macht man mit gestaffelten oder indexierten Mieten, was mit den Parkplätzen, was mit einem Fitnesscenter, das im hinteren Bereich noch Büros hat, wie behandelt man ein Restaurant, welches zusätzlich ein Take-Away anbietet? So einfach, wie sich gewisse Politiker die Lösung vorstellen, ist diese am Ende eben auch nicht.

    Was für eine kantonale Lösung würden Sie sich denn wünschen?
    Alle kantonalen Lösungen, welche auf Verhandlungen basieren, finden wir grundsätzlich positiv. Solange nicht beide Parteien (Mieter/Vermieter) zu einer Einigung kommen, springt auch der Staat nicht ein. Wir plädieren für die Verhandlungslösung und erhalten von verschiedenen Seiten Signale, dass man damit erfolgreich ist. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Und bis wir sie haben, halten wir andere Lösungen als die der Verhandlungen für falsch.

    Was, wenn trotz allem keine Einigung gefunden werden kann?
    Dann wird es Gerichtsfälle geben. Die Frage lautet in diesem Fall: Handelt es sich um einen Mangel an der Mietsache oder nicht. Hier scheiden sich die Geister, Juristen sind sich uneinig. Entscheide vor Gericht wären zwar unschön, aber am Ende wohl die Konsequenz daraus. Auch die Lösung der Schiedsgerichte halte ich nicht für die Richtige. Die Rechtslage ist in diesem Fall so unklar, dass sich auch diese Juristen nicht auf Präzedenzfälle staatlicher Gerichte beziehen können. Im Gegensatz zu den Schiedsgerichten haben Gerichte eine staatliche Legitimation mit demokratisch legitimierten, neutralen Richtern und so per Se eine erhöhte Glaubwürdigkeit. Es ist ihre Aufgabe das Recht auszulegen.

    «Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es geht.»

    Wie ist das Feedback Ihrer Mitglieder bei den Verhandlungslösungen – sind sie erfolgreich?
    Es lässt sich noch keine klare Tendenz erkennen. Ich habe mit grossen Unternehmen wie Livit, Privera, Wincasa usw und mit unseren KMU Kontakt. Die institutionellen Eigentümer brauchen aufgrund der grossen Menge an Mietverträgen eine klare Linie. Die Credit Suisse beispielsweise hat Mietzinse erlassen. Die Swiss Life prüft jeden Einzelfall und hilft vor allem den kleineren Gewerbebetrieben mit einer Mietzinsreduktion. Die Raiffeisen-Gruppe wiederum hat allen betroffenen Geschäftsmietern für drei Monate die Miete erlassen. Generell ist aber keine Einheitlichkeit zu erkennen. Ich höre, dass auch bei den KMUs ein Entgegenkommen stattfindet. Dort kennen sich Mieter und Vermieter in der Regel persönlich und die Verhandlungen finden statt. Die Solidarität ist in der KMU-Welt gross. Dementsprechend höre ich aus diesem Bereich viel Positives.

    Wo liegt das Problem der Vermieter, die solchen Forderungen nicht nachkommen wollen oder können?
    Wir haben auf der Vermieterseite unterschiedliche Situationen. Es gibt Vermieter, die auf den Mieterlös existentiell angewiesen sind. Wenn jemand beispielsweise ein Mehrfamilienhaus als Altersvorsorge hat und dort ein Coiffeursalon eingemietet ist, wird er nicht so einfach auf die Miete verzichten können. Hingegen gibt es private Eigentümer, die sich einen solchen Mietzinserlass leisten können und dementsprechend nicht in eine Notsituation geraten. Auch hier zeigt es sich, dass pauschale Lösungen zu unerwünschten Resultaten führen würden.

    Eine Studie im Auftrag des SVIT zeigt: Mit jedem Tag Stillstand stehen betroffene Gewerbe- und Verkaufsbetriebe fälligen Mietzinsen von 15 Mio. Franken gegenüber. Eine enorm hohe Zahl.
    Mit dieser Studie wollten wir zu Versachlichung der Thematik beitragen. Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es tatsächlich geht. Unsere Mitglieder sind froh über die Studie. Damit kann gezeigt werden, dass dieses Thema angegangen werden muss und eine volkswirtschaftliche Relevanz hat. Viele unserer Mitglieder stehen zwischen den Ansprüchen des Eigentümers und des Mieters. Diese Situation bringt es mit sich, dass ein grosser Druck auch auf unseren Bewirtschaftern lastet. Auch wenn der Lockdown vorbei ist, wird dieses Thema uns wohl noch länger begleiten. Unsere Mitglieder wünschen sich zufriedenstellende Lösungen für beide Parteien.

    Soll man jetzt sein Eigenheim oder seine Gewerbeliegenschaft verkaufen beziehungsweise kaufen?
    Ich glaube, dass die Coronakrise ein kurzfristiges Ereignis ist. Eine Investition ins Eigenheim oder in eine Gewerbeliegenschaft ist hingegen etwas Langfristiges. Ich halte einen Kauf/Verkauf zu diesem Zeitpunkt für genauso gut oder schlecht wie vor zwei oder drei Monaten. Grundsätzlich sind Immobilien immer eine gute und relativ risikoarme Möglichkeit, um zu investieren – das sieht man, wenn man einen Blick auf die Börse wirft. Natürlich muss man bei einer Gewerbeliegenschaft jeweils prüfen, ob sie marktgängig ist. Derzeit sehen wir aber situationshalber sehr wenige Transaktionen. Wobei ich nicht glaube, dass die Coronakrise einen relevanten Einfluss auf aktuelle Verkaufspreise hat.

    «Den politischen Druck spüren wir auch im bürgerlichen Lager»

    Wird die Coronakrise den Immobilienmarkt langfristig verändern?
    Der Onlinehandel hat mit der Coronakrise nochmals einen Boom erlebt. Die Retailflächen dürften in Zukunft noch mehr unter Druck kommen. Das Thema Homeoffice wird zudem einen Einfluss auf die Büroflächen haben. Jetzt erleben viele Unternehmen, wie gut die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Müssen die Mitarbeitende später nur noch ein- oder zweimal wöchentlich im Büro erscheinen, sind Unternehmer nicht mehr auf einen zentralen Standort wie etwa die Innenstadt angewiesen. Die zentralen Büroflächen werden meines Erachtens unter Druck geraten.

    Wie gross wird Ihres Erachtens der Schaden für die Immobilienbranche sein?
    Der Schaden wird vorübergehend sein. Bei den Bewirtschaftern besteht dieser vor allem in mehr Arbeit zum selben Honorar. Es gibt aber auch die Verbindung Bewirtschaftungsvertrag und Mietzinsen. In der Regel erhalten die Bewirtschafter einen bestimmten Prozentsatz der Mietzinsen als Honorar. Nehmen die Leerstände oder Mieterlasse zu, entfallen dem Bewirtschafter einen Teil der Honorare. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass unsere Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

    Man liest oft, dass die Immobilienbranche verhältnismässig gut wegkommen dürfte. Teilen Sie diese Einschätzung?
    Das kommt immer darauf an, mit wem Sie es vergleichen. Die Branche ist
    sicher kein Profiteur, aber auch nicht so stark wie beispielsweise der Tourismus oder die Gastronomie betroffen. Wir stellen fest, dass das in gewissen Medien dargestellte Bild der reichen Immobilieneigentümer, welche als Einzige ungeschoren aus der Krise kommen wollen, uns in der politischen Arbeit nicht hilft. Wir spüren, dass der politische Druck auch im bürgerlichen Lager erheblich ist, da das betroffene Gewerbe stark unter den coronabedingten Folgen leidet. Grundsätzlich ist aber die Investition in Immobilien meines Erachtens ein langfristig sinnvolles Engagement. Das sieht man auch, wenn man sich die letzten 30 Jahre anschaut. Das vielbesagte Platzen der Immobilienblase sehe ich nicht auf uns zukommen. Genauso wenig wie die seit Jahren angekündigte Zinswende. Genau solange die Immobilienpreise steigen, wird das Platzen der Blase prophezeit. Ich halte mich da lieber an Fakten als an Prognosen.

    Wo sehen Sie die Chancen nach Corona?
    Ganz klar in der Digitalisierung, beschleunigt durch die aktuelle Lage. Hier wird es nochmals einen Schub geben. Ich sehe hier grosse Chancen für eine Effizienzsteigerung in der Branche.

  • Credit Suisse: Erste Stimmen eines Crash im Immobilienmarkt

    Credit Suisse: Erste Stimmen eines Crash im Immobilienmarkt

    Durch die Verbreitung des Coronavirus liegen verschiedene Sektoren der Wirtschaft im In- und Ausland still. An eine Rezession 2020 führt kein Weg vorbei, da sind sich die CS-Ökonomen einig. Die Frage ist nur, wie gravierend der wirtschaftliche Rückschlag ausfallen wird. Entscheiden für das Ausmass des Konjunkturschocks dürfte die Dauer des Lockdowns sein. Dieser ist wiederum davon abhängig, wie lange es dauert, bis sich die epidemiologische Lage stabilisiert.

    Verkauf von neuen Wohneinheiten gerät ins stocken
    Welche Auswirkungen die Coronavirus-Krise nach sich zieht lässt sich noch nicht schlüssig beantworten. Trotz den  wieder aufkommenden Befürchtungen über einen Crash erachtet die Credit Suisse den Wohnungsmarkt als stabilen Anker des Immobilienmarktes. Dennoch werden nach Einschätzungen der CS vor allem die Promotoren von Eigentumswohnungen leiden. Sollte die Corona-Krise länger als erwartet dauern, werde der Verkauf von neuen Wohneinheiten erheblich ins Stocken geraten und bei Promotoren zu Liquiditätsproblemen führen. Nach Abflauen der Pandemie dürfte der Markt für Wohneigentum relativ rasch wieder zum Vorkrisenzustand zurückkehren – mit Ausnahme des Luxussegments.

    Verbreitete Unsicherheit, steigende Arbeitslosigkeit
    Wohnungen gewinnen in Zeiten von Home-Office, Social Distancing und geschlossenen Restaurants an Bedeutung. Dennoch rechnen die CS-Experten auch im Mietwohnungssegment mit einer geringeren Nachfrage. Die verbreitete Unsicherheit und die steigende Arbeitslosigkeit werden die Mietwohnungsnachfrage zusätzlich beeinträchtigen. Prognostiziert wird, dass per Stichdatum 1. Juni dieses Jahres zusätzlich 7000 bis 8000  Mietwohnungen leer stehen werden. Ebenso rechnen die CS-Ökonomen, dass sich die Leerstandziffer auf über 2,9% ansteigen und den Druck auf die Angebotsmieten leicht erhöhen wird. Für Besitzer von Mietrenditeliegenschaften, die über grössere Immobilienportfolios verfügen, werde sich dadurch wenig ändern.

    Büroflächenmarkt kommt zum Erliegen
    Die CS-Ökonomen kommen zum Schluss, dass aufgrund der enormen Unsicherheit die Erholung des Büroflächenmarkts relativ rasch zum Erliegen kommt. Sie erwarten, dass die Nettonachfrage nach zusätzlichen Büroflächen in sich zusammenfällt. Unter die Räder kommen dürfte der Retailflächen- sowie der Hotelmarkt. Der Lockdown, beziehungsweise die ausbleibende Nachfrage seitens ausländischer wie inländischer Konsumenten, sorgt  – je länger der Lockdown dauert – für einen weitgehenden Ertragsausfall. Der Anteil des Retailsektors und der Hotellerie am Gesamtbestand des Schweizer Immobilienmarktes  beträgt nur 5 bis 6%. Mit anderen Worten: Der Rückschlag für den Immobiliensektor dürfte sich in Grenzen halten.

    Warnung einer bevorstehenden Krise
    Die Coronavirus-Krise stellt einen Schock dar, wie er in der Wirtschaftsgeschichte nur selten vorkommt. Sofern sei es verständlich, dass erste Stimmen von einer bevorstehenden tiefgreifenden Krise oder Crash im Immobilienmarkt warnen. Dennoch kommen die CS-Ökonomen zum Schluss, dass die Corona-Krise den Schweizer Immobilienmarkt nicht in seinen Grundfesten erschüttern wird. Vor allem aufgrund der höheren Sicherheit der Mietzinseinnahmen. Im Vergleich zu anderen Cashflows werden sich die Investoren hüten, dem Immobilienmarkt den Rücken zu kehren. Ganz im Gegenteil: Man rechnet eher mit einer verstärkten Nachfrage. Unbestritten ist, dass es Blessuren geben wird. Diese würden sich vor allem auf die gewerblichen Immobiliensegmente und dort im speziellen auf den Verkaufsflächenmarkt und den Hotelbereich konzentrieren.