Schlagwort: Deponiestandorte

  • Zürich als Pilotstadt für CO₂-Messungen

    Zürich als Pilotstadt für CO₂-Messungen

    Zürich wurde gemeinsam mit Paris und München als Pilotstadt für das EU-Projekt „ICOS Cities“ ausgewählt. Ziel des Projekts ist es, die CO₂-Emissionen von Städten präzise zu messen und mittels Modellen nachvollziehbar zu machen. Dies ist entscheidend, um Fortschritte bei der Emissionsreduktion aufzuzeigen und die Klimaziele effizient zu erreichen.

    Die Empa erweitert dazu ein bestehendes CO₂-Messnetz auf 60 Standorte in der Stadt. Günstige Sensoren erfassen unauffällig Daten an Strassenlaternen und Bäumen. Ergänzend wurden komplexere Instrumente an Mobilfunkantennen installiert und präzise Messungen auf einem Messturm durchgeführt. „Es gibt keine Diät ohne Waage“, erklärt Lukas Emmenegger von der Empa, und betont die Bedeutung zuverlässiger Daten.

    Von der Messung zur Modellierung
    Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die punktuellen Messungen in präzise Modelle zu übersetzen. Diese zeigen nicht nur, wo CO₂ entsteht, sondern berücksichtigen auch Faktoren wie Wetter und natürliche Kreisläufe. Die Empa entwickelt dafür zwei Modelle, ein Stadtmodell, das Emissionen kilometerweise aufschlüsselt und ein Hochauflösungsmodell, das sogar Emissionen einzelner Gebäude sichtbar macht.

    Die Ergebnisse sind vielversprechend: Während der Energiekrise im Winter 2022/23 konnten die Forschenden eine deutliche Reduktion der Emissionen messen und modellieren. „Unsere Modelle funktionieren“, bestätigt Dominik Brunner, Experte für CO₂-Modellierung bei der Empa.

    Ein Kochbuch für die Klimazukunft
    Das Projekt „ICOS Cities“ läuft bis 2025. Ziel ist es, eine Art „Kochbuch“ zu entwickeln, ein Leitfaden, wie Städte ihre Emissionen messen, analysieren und reduzieren können. Zürichs Rolle als engagierte Partnerstadt macht die Stadt zu einem Vorreiter. „Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse Zürich helfen, seine Klimaziele zu erreichen“, so Emmenegger.

    Mit diesem Wissen könnte Zürich nicht nur eigene Fortschritte beschleunigen, sondern auch als Modell für andere Städte in Europa dienen.

  • Weichen für die Zukunft in Teilrevision 2024

    Weichen für die Zukunft in Teilrevision 2024

    Um den aktuellen Entwicklungen gerecht zu werden, wird der kantonale Richtplan regelmässig überprüft und angepasst. Die Teilrevision 2024 enthält wichtige Anpassungen in den Kapiteln „Ver- und Entsorgung“, „Landschaft“ und „Siedlung“. So wird unter anderem der Standort für das geologische Tiefenlager informativ eingetragen, während Massnahmen zur Begrenzung von Lichtemissionen und zum Hochwasserschutz ergänzt werden.

    Neue Deponiestandorte für langfristige Entsorgungssicherheit
    Ein zentraler Punkt der Revision ist die Eintragung von 20 neuen Deponiestandorten sowie die Erweiterung von drei bestehenden Deponien. Gleichzeitig werden zwei bisherige Standorte gestrichen. Ziel ist es, die Entsorgungssicherheit für die nächsten 40 Jahre sicherzustellen. Da nicht jeder eingetragene Standort auch realisiert wird, erfolgt eine vorsorgliche Planung mit mehr Optionen, als derzeit benötigt werden.

    Um den Transportverkehr zu reduzieren, soll in jeder Planungsregion mindestens eine Deponie Typ B betrieben werden. Für die Typen C/D/E werden zusätzlich zwei bis fünf Deponien im gesamten Kanton vorgesehen. Besondere Vorgaben sorgen dafür, dass Standorte in räumlicher Nähe gezielt gesteuert und zeitlich abgestimmt in Betrieb genommen werden.

    Öffentliche Auflage und Vernehmlassung
    Die Teilrevision des Richtplans liegt vom 6. Dezember 2024 bis 14. März 2025 öffentlich auf. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können schriftlich Stellung nehmen. Parallel dazu erfolgt die Anhörung der Planungsregionen und Gemeinden. Ein Erläuterungsbericht fasst die Rückmeldungen zusammen, bevor der Regierungsrat die überarbeitete Vorlage an den Kantonsrat zur Beratung übergibt.

    Gleichzeitige Gesetzesanpassungen
    Parallel zur Richtplan-Teilrevision erfolgt die Vernehmlassung zu einer Revision des Planungs- und Baugesetzes mit dem Schwerpunkt „Raumentwicklung und Nacht“. Auch die Vermeidung von Lichtemissionen sowie die Regelung von Solaranlagen in geschützten Ortsbildern sind Teil dieser Konsultationen. Die koordinierte Umsetzung dieser Vorlagen stellt sicher, dass die Massnahmen zielgerichtet und zukunftsorientiert gestaltet werden.

    Mit der Teilrevision des kantonalen Richtplans 2024 setzt der Kanton wichtige Akzente für eine nachhaltige Raum- und Umweltentwicklung. Die Beteiligung von Bürgern und Gemeinden stellt sicher, dass die Anpassungen breit abgestützt und transparent umgesetzt werden.