Schlagwort: digitale Planung

  • Stahlprofile erweitern digitale Planungssoftware

    Stahlprofile erweitern digitale Planungssoftware

    Die Stahlprofile der Pestalozzi AG sind ab April bei LogiKal verfügbar, wie aus einer Mitteilung des in Dietikon ansässigen Unternehmens hervorgeht. Die Software ist von der deutschen Orgadata entwickelt worden und dient der Planung des Fensterbaus. Sie wird laut der Mitteilung von Pestalozzi zudem für die Planung von Projekten rund um Türen und Fassaden genutzt.

    Insgesamt haben mehr als 400 Anbieter ihre Bauteile in der Software hinterlegt. Durch offene Schnittstellen kann LogiKal mit Systemen für die Maschinensteuerung, Enterprise Resource Planing (ERP)- und Computer-Aided Design (CAD)-Software verbunden werden. Durch eine integrierte automatische Fehlerprüfung werden zudem teure Kalkulationsfehler reduziert, informiert Pestalozzi.

    Das Dietiker Unternehmen bezeichnet die Integration der Stahlprofile in LogiKal als „digitalen Meilenstein“.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.

  • Ingenieurshöhepunkt und architektonische Vision in Barcelona

    Ingenieurshöhepunkt und architektonische Vision in Barcelona

    Der zentrale Christusturm, Teil eines Ensembles aus 18 Türmen, markiert den jüngsten Schritt eines Bauprozesses, der 1882 begann und nun eine neue Dimension erreicht hat. Bis Mitte 2026 wird der Turm seine endgültige Höhe von 172,5 Metern erreichen, pünktlich zum 100. Todestag von Antoni Gaudí. Die Spitze, gefertigt aus Stahl, Glas und keramischen Elementen, wurde in Segmenten aus Bayern vorgefertigt und mit Spezialkranen installiert. Materialwahl und Fertigung folgen strengen Anforderungen an Windstabilität, UV-Beständigkeit und Temperaturresistenz.

    Bauen in Generationen
    Der Bauverlauf der Sagrada Família lässt sich als Spiegel technologischer Evolution lesen. Vom handwerklich geprägten 19. Jahrhundert über die Wiederaufbauphase nach dem Bürgerkrieg bis hin zur CAD-gestützten Planung und digitalen Fertigung der Gegenwart. Der Tempel ist sowohl Monument als auch Forschungslabor. Seit den 1980er-Jahren revolutionieren parametrische Modelle, 3D-Simulationen und robotergestützte Steinbearbeitung die Ausführung. Die finale Fertigstellung ist für 2033 vorgesehen, vorbehaltlich baulogistischer Herausforderungen.

    Statik ohne Strebewerk
    Gaudís Tragwerkskonzept verzichtet bewusst auf klassische gotische Strebebögen. Tragende geneigte Säulen, deren Linienführung den Kraftverläufen natürlicher Strukturen folgt, sowie hyperbolische und parabolische Geometrien lenken Lasten effizient in den Boden. Ergänzt wird dies durch Echtzeit-Monitoring der Struktur, Analyse der Eigenfrequenzen und adaptive Bauabläufe. Die Kirche demonstriert, wie Biomimikry, Ingenieurmathematik und sensorische Überwachung ein Jahrhundertprojekt stabil halten.

    Finanzierung ohne öffentliche Mittel
    Nach wie vor wird die Sagrada Família durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Dieses Prinzip verleiht dem Projekt Autonomie, führte jedoch historisch zu zeitlichen Verzögerungen und gesellschaftlichen Diskussionen. Kritische Stimmen begleiten den Bau bis heute. Dennoch gilt die Basilika als globales Symbol für visionäres Bauen jenseits konventioneller Zeit- und Finanzierungsmodelle.

  • Digitales Werkzeug für die Arealentwicklung

    Digitales Werkzeug für die Arealentwicklung

    Arealentwicklungen gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben kommunaler Planung. Gerade kleinere Gemeinden stehen vor strukturellen Hürden. Es fehlen Ressourcen, der Zugang zu IT-Werkzeugen ist begrenzter und mangelnde Standards erschweren fundierte Entscheidungen. Mit dem digitalen Leitfaden entsteht nun ein Werkzeug das modular aufgebaut, anwenderfreundlich und technisch präzise, diese Lücke schliesst. 

    Zusammenspiel von Wissen und Technik 
    Das Projekt vereint interdisziplinäres Know-how der Institute für Raumentwicklung (IRAP) und Institut für Informations- und Prozessmanagement (IPM). Herzstück ist ein digital unterstützter Leitfaden, der Planungsprozesse systematisch strukturiert und automatisierte Analysen ermöglicht. Recherche, Bewertung und Variantenentwicklung lassen sich damit effizienter gestalten. Gemeinden erhalten ein Instrument, das Planungsqualität verbessert, unabhängig von ihrer Grösse. 

    Arbeitsplatzgebiete im Fokus 
    Während sich die Innenentwicklung bisher vor allem auf Wohn- und Mischzonen konzentrierte, rückt dieses Projekt gezielt Arbeitsplatzgebiete ins Zentrum. Gerade in Zeiten knapper Flächen entscheidet die strategische Entwicklung solcher Gebiete über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Standorten. Der digitale Leitfaden liefert hierfür eine bislang einzigartige Lösung in der Schweiz. 

    Partizipation durch Echoraum sichert Qualität 
    Um eine praxisgerechte Anwendung zu garantieren, wurde ein Echoraum eingerichtet. Dieses Gremium aus Fachleuten kommunaler Verwaltungen und Planungsbüros bringt wertvolle Expertise ein. Beim ersten Treffen am 24. Januar 2025 in St. Gallen diskutierten die Beteiligten grundlegende Anforderungen und legten das weitere Vorgehen fest. Der Dialog zwischen Forschung und Praxis ist damit früh verankert. 

    Effizient und nachhaltig in die Zukunft planen und entscheiden 
    Die finale Softwarelösung soll einfach zu bedienen sein. Sie ermöglicht eine objektive und systematische Bewertung nach relevanten Nachhaltigkeitskriterien von Entwicklungsszenarien und fördert dadurch fundierte Entscheidungen in Politik und Verwaltung. Der kreative Entwurfsprozess bleibt dabei erhalten, ergänzt durch digitale Effizienz und belastbare Vergleichswerte. 

    Zeithorizont und Perspektive 
    Das Projekt startete im Juni 2024 und läuft bis Mai 2026. Es versteht sich als Beitrag zu einer zeitgemässen, digital gestützten Raumplanung. Die Vision ist eine nationale Kompetenzplattform, die Arealentwicklung greifbar, skalierbar und qualitativ hochwertig macht.