Schlagwort: digitale Zwillinge

  • Digitale Zwillinge formen die Industrie von morgen

    Digitale Zwillinge formen die Industrie von morgen

    Auf der NVIDIA GTC in Washington präsentierten Siemens und NVIDIA eine neuartige, KI-gestützte Systemarchitektur, die das Siemens-Xcelerator-Portfolio mit der NVIDIA-Omniverse-Plattform verknüpft. Dieser “Industrial-Tech-Stack” ermöglicht digitale Zwillinge, die Fabriken in Echtzeit visualisieren, simulieren und optimieren. Damit entsteht ein Fundament für das industrielle Metaversum. Ein vernetztes Ökosystem, das Design, Betrieb und Energieversorgung nahtlos zusammenführt.

    Die neue Lösung beschleunigt Planungs- und Engineeringprozesse dramatisch. Fabriklayouts lassen sich in wenigen Stunden anstatt in Wochen simulieren und anpassen. KI-gesteuerte Workflows treffen datenbasierte Entscheidungen und erhöhen Präzision, Effizienz und Nachhaltigkeit.

    Chip-to-Grid durchgängige industrielle Wertschöpfung
    Herzstück des Ansatzes ist die “Chip-to-Grid”-Wertschöpfungskette, die Halbleiterdesign, Fabrikbetrieb, Energieversorgung und Gebäudetechnik integriert. Sie sorgt dafür, dass Strom, Kühlung und Rechenleistung als einheitliches System funktionieren, ob bei Neubauten oder Bestandsmodernisierungen. Mithilfe KI-basierter Simulation können Betreiber Produktionsanlagen in Monaten statt Jahren optimieren.

    Dieser integrierte Ansatz korrespondiert mit dem Blueprint für “AI Factories” mit Gigawatt-Kapazität. Gemeinsam legen beide Unternehmen neue Standards für Effizienz, Skalierbarkeit und Energieintelligenz in KI-Rechenzentren und Fertigungsanlagen.

    Industrielle KI als Innovationstreiber
    Die beiden Unternehmen unterstreichen mit dieser Kooperation den globalen Umbruch in der Fertigung. Digitale Zwillinge, KI-Automatisierung und Echtzeitsimulation entwickeln sich zur Basis neuer industrieller Intelligenz.

    Indem Planung, Engineering, Energie- und Gebäudemanagement in einer Plattform verschmelzen, erhalten Unternehmen ein Werkzeug, das komplexe Prozesse entschlackt, Ressourcen schont und Innovation beschleunigt. Ein klarer Schritt in Richtung selbstoptimierender Industrieumgebungen.

  • Wellenphysik öffnet neue Einblicke in Brückenstabilität

    Wellenphysik öffnet neue Einblicke in Brückenstabilität

    Die Mondaic AG mit Sitz in Zürich ist ein gemeinsames Projekt mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) eingegangen. Das Unternehmen, eine Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), will mit einer auf Basis der Wellenphysik entwickelten Software die Stabilität und Struktur von Brücken prüfen, heisst es in einer Mitteilung der ETH.

    Bei der Technologie werden von einem Ultraschallgerät Wellen gegen die zu untersuchende Struktur ausgesendet. Eine Art Seismometer empfängt auf der gegenüberliegenden Seite die ankommenden Wellen. In Abgleich mit einem bestehenden Modell werden Abweichungen aufgezeichnet und somit Strukturveränderungen festgestellt. Das bestehende Modell ist ein digitaler Zwilling des zu untersuchenden Objekts, der Brücken, dessen Wellenbild von einer intakten Struktur ausgeht. Weichen die Wellenmuster voneinander ab, lässt dies Rückschlüsse darauf zu, dass es in der Struktur Risse geben muss und wo sich diese befinden.

    Software und Seismometer wurden an der ETH entwickelt und für die NASA-Mission InSight zur Strukturerkennung des Mars genutzt. „Was uns 2018 ermöglichte, in den Mars hineinzuschauen, hilft uns heute, in Brücken, Flugzeugteile oder andere Materialien hineinzuschauen, ohne sie aufschneiden oder anbohren zu müssen“, wird Christian Boehm, Mitentwickler und heute Geschäftsführer von Mondaic, in der Mitteilung zitiert.

    Mondaic bietet sowohl Software als auch komplette Lösungen für Prüfungen an – inklusive Sensorik, Cloud-Lösungen und Beratung. Damit können auch Nutzende ohne Fachkenntnisse der Wellenphysik die Technologie nutzen.

  • Forschende arbeiten an sauberem Wasser für Städte der Zukunft

    Forschende arbeiten an sauberem Wasser für Städte der Zukunft

    Forschende des in Dübendorf ansässigen Wasserforschungsinstituts Eawag und der Hochschule für Life Sciences an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sind am EU-Projekt UrbanM20 beteiligt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, widmet sich das unter der Leitung der Dänischen Technischen Universität Kopenhagen (DTU) stehende Projekt der Verbesserung des Monitorings und Managements der städtischen Wasserwirtschaft.

    Ziel des internationalen Projekts ist, die Qualität des städtischen Wassers in den Städten der Zukunft zu verbessern. Dabei sollen sowohl Wassernutzung, Verbrauch und Abwasser beobachtet und in Datenaustauschsystemen gespeichert werden. Mit digitalen Zwillingen sollen flexible Programme erarbeitet werden, die das Wasserqualitätsmanagement verbessern.

    An dem Projekt beteiligen sich 20 Partner aus zehn Ländern. Aus der Schweiz sind zum Beispiel das Stadtzürcher Departement für Entsorgung und Recycling (ERZ) sowie der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) mit an Bord. Die Beteiligten wollen intelligente Sensoren entwickeln, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Überwachung der Wasserqualität verbessern. Die digitalen Zwillinge sollen helfen, Verschmutzungsprobleme zu identifizieren und Lösungen zu planen. „Wir wollen die Behörden mit praxisnahen Leitlinien aber auch dabei unterstützen, ihre schon bestehenden Systeme besser zu überwachen und zu unterhalten“, wird Projektkoordinator Luca Vezzaro von der DTU in der Mitteilung zitiert.

    Das Projekt UrbanM20 wird über das Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich unterstützt das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das Projekt mit 1 Million Euro.

  • Digitale Zwillinge für Energiesysteme gewinnen an Bedeutung

    Digitale Zwillinge für Energiesysteme gewinnen an Bedeutung

    Sympheny hat laut seiner Mitteilung einen Meilenstein auf dem Weg als Partner des kalifornischen Unternehmens ESRI und seiner Schweizer Niederlassung in Zürich erreicht: Die 2020 gegründete und im Technopark Winterthur ansässige Firma Sympheny hat das dreijährige Start-up-Programm von ESRI offiziell abgeschlossen.

    Die während dieser Zeit erhaltene „Unterstützung von unschätzbarem Wert samt aller Ressourcen und Möglichkeiten“ hätten es ermöglicht, die Geodatentechnologie des weltweit tätigen Unternehmens in die eigenen Lösungen für Energiesysteme zu integrieren. „Von der Optimierung der städtischen Energieplanung bis hin zur Verbesserung der räumlichen Entscheidungsfindung hat das ESRI-Ökosystem massgeblich dazu beigetragen, unsere Innovationen voranzutreiben“, so Sympheny.

    Sympheny bietet auf dem digitalen Zwilling basierende Dienstleistungen für Energieplanerinnen und -manager an, die es ihnen ermöglichen sollen, ihre Nachhaltigkeitsziele „mit minimalen Kosten und maximalem Vertrauen zu erreichen“, so das Start-up in einer Selbstdarstellung. „Digitaler Zwilling + Algorithmen = Intelligente Dienstleistungen.“ Dafür stellt Sympheny seine abonnementbasierte SaaS-Plattform zur Verfügung, auf der sie ihren digitalen Zwilling des Energiesystems entwickeln, verwalten und kontinuierlich nutzen können.

    In einer nächsten Phase soll die Partnerschaft zwischen Sympheny und ESRI mit neuen gemeinsamen Projekten vertieft werden. Zudem äussert sich Sympheny „stolz darauf, ESRI als Beobachter in unserem GOES-Projekt zu haben“. GOES ist ein Horizon 2020-Projekt der EU, in dem innovative Geodatenlösungen für die Energieplanung erforscht werden. Es wird von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf ZH koordiniert und umfasst acht Partner aus fünf Ländern der EU und den USA.

    Ausserdem, so heisst es in der Mitteilung, freue sich Sympheny auch auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Team von Urban ArcGIS, der webbasierten 3D-Lösung von ESRI für Stadtplanungsprojekte. Sympheny wolle dabei besonders das Thema Energie voranbringen.