Schlagwort: Durchgangsbahnhof

  • Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Das Agglomerationsprogramm Luzern der fünften Generation (AP LU 5G), nimmt erstmals die Städte Sursee und Sempach sowie mehrere neue Gemeinden wie Meierskappel und Neuenkirch auf. Diese Erweiterung des Perimeters unterstreicht die zunehmende Bedeutung der regionalen Kooperation bei der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungs- und Verkehrsstrukturen. Der Fokus des AP LU 5G liegt auf der Abstimmung der Verkehrsentwicklung mit der Siedlungsplanung, um die Herausforderungen des Wachstums und der Mobilität in der Region optimal zu bewältigen.

    Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof und Bypass
    Zentral im AP LU 5G sind die Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof Luzern und der Autobahn-Bypass A2 Luzern. Diese vom Bund finanzierten Grossprojekte bilden das Rückgrat der langfristigen Verkehrsplanung im Raum Luzern. Ergänzend dazu sind flankierende Massnahmen und Projekte von Kanton und Gemeinden vorgesehen, wie die Erweiterung von Abstellanlagen und die Schaffung durchgehender Busspuren, um die Leistungsfähigkeit und Flexibilität des Verkehrssystems weiter zu verbessern.

    Investitionen in den Gesamtverkehr und den Fuss- und Veloverkehr
    Das AP LU 5G plant umfassende Investitionen in die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Der Gesamtverkehr, einschliesslich wichtiger Verkehrsdrehscheiben wie dem Ausbau des Bahnhofs Ebikon, wird mit 216 Millionen Franken bis 2031 gefördert. Auch der Fuss- und Veloverkehr, mit Massnahmen zur Optimierung des kantonalen Velonetzes und der Verbesserung der Naherholung, erhält hohe Priorität. Die Projekte in diesem Bereich werden mit insgesamt 129 Millionen Franken unterstützt.

    Öffentliche Mitwirkung und zukünftige Schritte
    Die öffentliche Mitwirkung bietet Gemeinden, Fachleuten und der interessierten Bevölkerung die Möglichkeit, sich aktiv in die Gestaltung des AP LU 5G einzubringen. Die Stellungnahmen und Anregungen, die bis zum 1. Oktober 2024 eingereicht werden können, fliessen in die Überarbeitung und Finalisierung des Programms ein. Am 2. September 2024 findet in Rothenburg eine Informationsveranstaltung statt, um den Entwurf und die vorgesehenen Massnahmen detailliert zu erläutern. Anmeldungen sind bis zum 28. August 2024 möglich.

    Nach Abschluss der öffentlichen Mitwirkung wird das Programm überprüft und angepasst. Die Verabschiedung durch die Regierung ist für 2025 geplant, bevor das AP LU 5G beim Bund zur Prüfung eingereicht wird.

  • Durchgangsbahnhof Luzern: Grossprojekt erreicht Meilenstein

    Durchgangsbahnhof Luzern: Grossprojekt erreicht Meilenstein

    Der Durchgangsbahnhof Luzern soll mit neuen, unterirdischen Zufahrten und einem Tiefbahnhof Engpässe im Bahnknoten Luzern beheben. Das Projekt, das sich in der Planungsphase befindet, soll Kapazitäten im heute voll ausgelasteten Bahnsystem schaffen und damit in Zukunft neue, direktere und schnellere Bahnverbindungen ermöglichen. «Mit dem Tiefbahnhof und den neuen, unterirdischen Zufahrten wird die Erreichbarkeit und die Attraktivität der Zentralschweiz verbessert», so Massimo Guglielmetti, SBB Gesamtprojektleiter Durchgangsbahnhof Luzern. «Ohne Infrastrukturausbau ist eine Weiterentwicklung des Bahnangebots in Luzern nicht mehr möglich.» 

    Im Vorprojekt legt die SBB die technische Machbarkeit des Grossprojekts dar, das aus den Teilprojekten Tiefbahnhof, Dreilindentunnel und Neustadttunnel besteht:

    • Mit dem Tiefbahnhof wird unterhalb des bestehenden Bahnhofs eine insgesamt 44 Meter breite Perronhalle für vier Gleise gebaut. Dies schafft mehr Platz am Bahnhof Luzern, der aktuell täglich von rund 100 000 Passagieren benutzt wird. 
    • Mit dem 3,8 Kilometer langen Dreilindentunnel wird eine unterirdische, direkte Linie von Ebikon nach Luzern geschaffen, die auf einer Länge von 400 Metern das Seebecken unterquert. Diese zweite Zufahrt behebt die Engpasssituation im Bahnnetz und ermöglicht häufigere und schnellere Zugverbindungen. 
    • Mit dem 2,1 Kilometer langen Neustadttunnel wird der Tiefbahnhof an die bestehende Zufahrt angeschlossen. Dies ermöglicht durchgehende Verbindungen und macht das Wenden einer Mehrheit der Züge im Kopfbahnhof Luzern überflüssig. 

    Damit das geplante verbesserte Angebot für die ganze Zentralschweiz einen Nutzen bringen kann, muss auch die Bahninfrastruktur im Einzugsgebiet punktuell erweitert werden. Zudem sind Abstellanlagen ausserhalb des Bahnhofs Luzern notwendig, um Züge über Nacht und ausserhalb der Spitzenzeiten parkieren zu können. 

    Absenktunnel unter dem Seebecken 
    Neu ist im Vergleich zu vorgängigen Planungen für die Unterquerung des Seebeckens ein Absenktunnel vorgesehen. Dabei werden fünf vorgefertigte Elemente der Tunnelröhre in den Grund des Vierwaldstättersees abgesenkt. Dadurch ist es nicht nötig, das Seebecken abschnittweise trocken zu legen. Umwelt und Landschaft werden weniger beeinträchtigt. Dieses Bauverfahren wurde in der Schweiz bisher noch nie angewendet.  

    Die Kosten für die drei Projektteile Tiefbahnhof, Dreilinden- und Neustadttunnel werden auf 3,3 Milliarden Franken geschätzt. Für die Realisierung rechnet die SBB mit 11 bis 13 Jahren Bauzeit. 

    Zusätzliche Studien zum weiteren Vorgehen 
    Die SBB klärt nun im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) mögliche Realisierungsabfolgen für das Grossprojekt ab. Die Ergebnisse sollen bis Ende 2023 vorliegen. Dann wird über die nächsten Projektschritte entschieden. «Alle Arbeiten laufen nach Plan. Ich bin überzeugt, dass der Bundesrat dem Parlament 2026 ein gut studiertes und weit fortgeschrittenes Projekt wird vorlegen können», sagte Anna Barbara Remund, BAV-Vizedirektorin und Leiterin der Abteilung Infrastruktur, vor den Medien in Luzern. Über die Umsetzung entscheidet letztlich das Bundesparlament. 

    Grosse Bedeutung für Luzern und die Zentralschweiz 
    Der Ausbau des Bahnknotens Luzern ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. «Die Zentralschweiz wartet bereits seit 50 Jahren auf die dringend notwendigen Ausbauten der Infrastrukturen am Knoten Luzern und in Richtung Zürich», hielt Regierungsrat Fabian Peter, Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor und Präsident der Zentralschweizer öV-Direktoren, fest. «Ein attraktives Angebot im öffentlichen Verkehr ist entscheidend, damit wir das Mobilitätswachstum überhaupt bewältigen und nachhaltig abwickeln können», sagte Fabian Peter. «Damit der Durchgangsbahnhof seinen vollen Nutzen entfalten kann, erwartet die Zentralschweiz die Realisierung und Finanzierung aus einem Guss.» 

    Für die Stadt Luzern wird sich die Möglichkeit ergeben, den Raum um den Bahnhof attraktiv zu gestalten, den Bahnhof besser zugänglich zu machen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. «Die Stadt wird sich auch dafür einsetzen, dass die über zehnjährige Bauzeit möglichst stadtverträglich gestaltet wird», sagte Stadträtin Manuela Jost, Baudirektorin. «Auch während dieser Zeit müssen Freiräume erhalten und das Stadtzentrum erreichbar bleiben.»  Die SBB plant den Durchgangsbahnhof im Auftrag des Bundesamts für Verkehr. Sie arbeitet mit Kanton und Stadt Luzern, der Zentralbahn, dem Verkehrsverbund Luzern sowie den Kantonen Obwalden und Nidwalden zusammen und bezieht den Gemeindeverband LuzernPlus mit ein.

    Quelle www.sbb.ch

  • Neuer Durchgangsbahnhof Luzern

    Neuer Durchgangsbahnhof Luzern

    Der Bahnhof Luzern ist der sechstgrösste Bahnhof der Schweiz: Hier steigen täglich rund 100’000 Passagiere ein und aus. Das Problem: Die zweigleisige Zufahrt hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht und ist störungsanfällig. Das prognostizierte Wachstum in der öV-Mobilität des Kantons Luzern beträgt bis 2030 rund 40 Prozent. Die Schienenmobilität ist in den letzten zehn Jahren bereits um 50 bis 100 Prozent gestiegen – insbesondere auf den kantonalen Hauptentwicklungsachsen.

    Das Bundesamt für Verkehr, die SBB, die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden, die Stadt Luzern, der Regionale Entwicklungsträger LuzernPlus, der Verkehrsverbund Luzern und die Zentralbahn wollen darum mit dem Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) das Bahnangebot ausbauen sowie verschiedene Infrastrukturprojekte realisieren. Der geplante Durchgangsbahnhof gilt als Generationenprojekt der Zentralschweiz.

    Die Visualisierung zeigt die Seitenansicht des Durchgangsbahnhofs.

    Geplant ist eine unterirdische Durchmesserlinie mit vier tiefergelegten Gleisen unter dem bestehenden Kopfbahnhof. Diese wird ergänzt durch eine 3.5 Kilometer lange unterirdische und doppelspurige Zu- und Wegfahrt ab Ebikon (Dreilindentunnel) sowie einer ebenfalls unterirdischen doppelspurigen Zu- und Wegfahrt in das Gebiet Heimbach (Neustadttunnel). Die bestehenden oberirdischen Abstellanlagen beim Bahnhof Luzern werden teils verschoben, da sie dann nicht mehr direkt mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof verbunden sind.

    Der DBL schafft die Voraussetzungen für schnellere Verbindungen im S-Bahn-System der Region sowie eine schnellere Nord-Süd-Verbindung via Luzern. Damit werden nicht nur die Weichen für mehr Mobilität gestellt, sondern auch für das Erreichen der Klimaziele im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. Denn in den Agglomerationen sowie bei Verbindungen zwischen regionalen Zentren liegt das grösste Verlagerungspotenzial zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr.

    Die vorgesehene Linienführung.

    Doch auch die wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten werden mit dem DBL optimiert: Die Bevölkerung wird mobiler, und im Zentrum der Stadt Luzern entsteht dank dem Freiwerden oberirdischer Gleisinfrastruktur neuer Raum für städtebauliche Entwicklungen. Die beliebten Tourismus-Kantone Ob- und Nidwalden profitieren ausserdem von einer besseren Erschliessung.

    Von den Angebotsverbesserungen wird insbesondere die Achse Zürich–Zug–Luzern–Sursee–Olten profitieren. Gerade die Strecke Luzern–Zug–Zürich gilt als die meistbefahrene Bahnlinie im Raum Luzern. Der DBL verdichtet mit neu sechs Fernverkehrszügen von Luzern nach Zürich den Fahrplan, ermöglicht einen 30-Minuten-Takt als Basisangebot im Fernverkehr und den Viertelstundentakt im Regionalverkehr.

    Der DBL bietet die Möglichkeit, die im NEAT-Konzept vorgesehene Fahrzeit zwischen Luzern und Mailand zu bewerkstelligen und lässt das Tessin näher an die Deutschschweiz rücken: 20 Minuten Fahrzeit kann dank dem DBL eingespart werden. Die Nord-Süd-Verbindung via Luzern wird somit schneller sein als diejenige via Zürich, die über den stark frequentierten Hauptbahnhof Zürich führt.

    Das eidgenössische Parlament hat dem Ausbauschritt 2035 für die Bahninfrastruktur im Jahr 2019 zugestimmt. Die SBB arbeiten derzeit am Vorprojekt, dessen Abschluss in den ersten Monaten des Jahres 2023 erwartet wird. Darauf folgt die Prüfung der Resultate einer Studie zur Realisierungsabfolge, welche etwa weitere sechs Monate in Anspruch nehmen dürfte. 2027 wird das Bundesparlament darüber entscheiden, ob der DBL nach 2030 realisiert werden kann. Bei einem reibungslosen Ablauf könnte der Durchgangsbahnhof nach einer rund zehnjährigen Bauzeit frühestens im Jahr 2040 eröffnet werden.

    Die Kosten werden mit Abschluss des Vorprojekts vorliegen. Das Projekt wird über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) finanziert. Auftraggeberin des Projekts DBL ist das Bundesamt für Verkehr (BAV). Den Auftrag für die Planung und Umsetzung haben die SBB. Die Bahninfrastruktur wird schrittweise ausgebaut – die Ausbauschritte werden alle vier Jahre vom National- und Ständerat festgelegt.

  • Durchgangsbahnhof:  Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Durchgangsbahnhof: Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Der Durchgangsbahnhof gilt als Schlüsselprojekt des Kantons Luzern und Bestandteil der zentralen Planungsinstrumente des Kantons. Im Agglomerationsprogramm, im kantonalen Richtplan – die beide vom Bund genehmigt werden – und im kantonalen ÖV-Bericht werde das Projekt mit höchster Priorität verfolgt, ist auf der Webseite das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements BUWD zu lesen. Auch der SBB-Korridorrahmenplan Zentralschweiz erachte den Durchgangsbahnhof als zentrales Vorhaben zur Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern. Die Zentralschweizer Regierungskonferenz und die Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs hätten den Durchgangsbahnhof neben dem Zimmerberg-Basistunnel 2 zudem als strategisches Projekt deklariert, das rasch möglichst realisiert werden müsse.

    Finanzierung und Ausbau neu geregelt
    Ein Blick zurück: Seit das Schweizer Stimmvolk 2014 die Vorlage Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) angenommen hat, ist die Finanzierung und
    der Ausbau der schweizerischen Bahninfrastruktur neu geregelt. Während die Kantone und der Bund den Bahnausbau gemeinsam finanzieren, ist für dessen Planung und Umsetzung einzig der Bund verantwortlich und die Kantone sind in diesen Prozess involviert. Die Bahninfrastruktur wird dabei schrittweise ausgebaut. Über die jeweiligen Ausbauschritte entscheiden National- und Ständerat alle vier bis acht Jahre.

    Zeithorizont von 20 Jahren
    Im Juni 2019 hat das eidgenössische Parlament dem Ausbauschritt 2035 für die Bahninfrastruktur zugestimmt. Für den im Ausbauschritt 2035 ausdrücklich erwähnten Durchgangsbahnhof Luzern bedeutet dies, dass dessen Projektierung inklusive Auflageprojekt ohne Unterbruch erfolgen kann. Damit sei ein wichtiger weiterer Meilenstein erreicht, betonen die Projektverantwortlichen. Im Vorfeld zum parlamentarischen Entscheid hatte sich der Kanton Luzern gemeinsam mit den weiteren Zentralschweizer Kantonen bei den National- und Ständeräten für die Aufnahme des Durchgangsbahnhofs im Ausbauschritt 2035 eingesetzt, da dieser in der Botschaft des Bundesrates ursprünglich nicht enthalten war.

    Ausbauschiritt 2040: Zurzeit läuft die Projektierung für den Durchgangsbahnhof. Die am Durchgangsbahnhof beteiligten Partner – das Bundesamt für Verkehr (BAV), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden, die Stadt Luzern, der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und die Zentralbahn – treiben nun die Planung des Durchgangsbahnhofs voran, sodass mit dem nächsten Ausbauschritt die Realisierung in Angriff genommen werden kann. Über den Ausbauschritt 2040 wird das Parlament voraussichtlich in den Jahren 2026 abstimmen. Läuft alles nach Plan, soll der Durchgangsbahnhof höchstwahrscheinlich ab 2040 betriebsbereit sein.

    Gesamtkosten von rund 2,4 Milliarden Franken
    Die Kosten für den Durchgangsbahnhof belaufen sich gemäss Planungsbericht des Kantons Luzern auf 2,4 Milliarden Franken. Die erste Etappe, die das Angebot ausbaut und die Anschlüsse systematisiert, kostet rund 1,8 Milliarden Franken. Die zweite Etappe beziehungsweise die Durchmesserlinie, welche die Achsen Basel/Bern–Luzern und Luzern–Zürich miteinander verbindet und damit die Fahrzeiten verkürzt, werden mit rund 600 Millionen Franken veranschlagt. ■