Schlagwort: E-Mobilitätslösungen

  • «E-Ladestationen steigernden Wert einer Immobilie»

    «E-Ladestationen steigern
    den Wert einer Immobilie»

    Zur Person
    Marisa Timm setzt sich im Innovationsteam von Energie Zukunft Schweiz für die Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen ein. Sie berät zunehmend Immobilienbesitzende zu Fragen der Elektromobilität.

    Brauchen Immobilien Elektro-Ladestationen?
    Die Antwort ist einfach: Ja. Die Nachfrage nach Ladelösungen wird zunehmen. Nach Schätzungen des Verbands Swiss eMobility wird 2025 jeder zweite und bis 2035 fast jeder Neuwagen einen elektrischen Antrieb besitzen. Ladestationen steigern den Wert einer Immobilie. Sie sind eine langfristige Investition, die sich vollständig über die Parkplatzmiete amortisieren lässt.

    Welche Möglichkeiten gibt es zum Laden von Elektroautos?
    Es gibt zwei verschiedene Typen von Ladestationen. «Langsame» Stationen kommen zum Einsatz, wo das Auto über längere Zeit steht, etwa am Wohn- oder Arbeitsort oder der blauen Zone. «Schnelle» Stationen können eine Reichweite von 100 Kilometern in 6-30 Minuten laden.

    Welches Vorgehen empfiehlt sich für Ladestationen in Immobilien?
    Bei Immobilienportfolios oder Mehrparteiengebäuden lohnt es sich, von Anfang an ganzheitlich zu denkeniniert. Wenn Komponenten miteinander kompatibel sind und der Endausbau mitgedacht wird, spart das langfristig Kosten. Institutionellen Immobilienbesitzenden empfehlen wir, das Erarbeiten einer Strategie für den Ausbau der E-Mobilität.

    Wo liegt die Herausforderung des Ausbaus von Ladestationen mit mehreren Parteien?
    Je mehr Ladestationen es in einer Liegenschaft gibt, desto höher ist die potenzielle Belastung für die Hausanschlussleitungen. Um eine Überlastung des Hausanschlusses mit Folge eines Stromausfalls im Gebäude zu verhindern, kommt ein sogenanntes Lastmanagement zum Einsatz, das die Ladestationen in Abhängigkeit von den zu ladenden Autos und dem Stromverbrauch im Gebäude reguliert.

    Was gibt es beim Ausbau von Ladestationen für E-Autos sonst noch zu beachten?
    Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter zu kennen. Ausserdem müssen die Möglichkeiten des betroffenen Gebäudes berücksichtigt werden. Ein wichtiger Punkt, auf den wir bei der Beratung zum Ausbau von Ladestationen achten, ist das Synergiepotenzial im Gebäude: Können Elektroautos mittels Solarstrom vom Dach geladen werden?

    Welche Hilfsmittel gibt es für den Ausbau von Ladestationen?
    Wir haben eine Marktübersicht zu Energiemanagementsystemen erstellt, die die Funktionen verschiedener Anbieter vergleicht. Damit liefern wir eine Entscheidungsgrundlage bei der Suche nach einem System. Für den Ausbau liefert das anerkannte Merkblatt SIA 2060 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins klare Empfehlungen. Wir haben ein Pilotprojekt durchgeführt, um Bedürfnisse von Mietenden und Vermietenden besser zu verstehen. Darauf aufbauend erarbeiten wir mit Partnern weitere Hilfsmittel wie Merkblätter, die bald zur Verfügung stehen.

    Über Energie Zukunft Schweiz
    Die Energie Zukunft Schweiz AG (EZS) treibt nachhaltige Energieprojekte voran und begleitet professionelle Immobilienakteure dabei, ihr Netto-Null-Ziel praxisnah und rentabel zu erreichen. Die Expertinnen und Experten von EZS sind als neutrale Beratende insbesondere im Bereich Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sowie Solarstrom Eigenverbrauch aktiv.

  • «Schlatt-Park» Schmerikon: Intelligentes Multi-Energiesystem

    «Schlatt-Park» Schmerikon: Intelligentes Multi-Energiesystem

    Die Sektorkopeplung von Strom, Wärme und Wasser in einem umfassenden Multi-Energie-System optimiert Produktion und Verbrauch maximal – und das für Eigentümer, Mieterschaft und Verwaltung gleichermassen. Der minimale CO2-Ausstoss des Energieverbrauchs der Überbauung entspricht zu 100 Prozent der «Energiestrategie 2050» des Bundes. Die Immobilien-Dächer des «Schlatt-Parks» wurden mit rund 600 m2 Photovoltaikmodulen mit einer Spitzenleistung von 100 Kilowatt ausgestattet. Wärmepumpenanlagen mit einer Gesamtleistung von 180 Kilowatt sowie ein modular erweiterbares Ladestationensystem für E-Autos, welches über ein intelligentes Lastmanagement eine reduzierte Gebäude-Anschlussleistung ermöglicht, ergänzen die Prosumer-Lösung. Nicht zuletzt versorgt eine Blockchain-basierte Abrechnungslösung alle mit Produktions- und Verbrauchsdaten in Echtzeit.

    Bisher wurden die einzelnen Gewerke – Strom, Wärme und Wasser – technisch separat behandelt. Im Projekt sind diese Sektoren in einem System kombiniert und aufeinander abgestimmt. Dabei profitiert die Volatilität in der Produktion von Strom von der Flexibilität der Wärmespeicherung. Die intelligente Nutzung des überschüssig produzierten Photovoltaikstroms wirkt sich wirtschaftlich positiv aus – schliesslich ist sonnenproduzierter Strom günstiger als Strom aus dem Netz.

    Der nächste Entwicklungsschritt umfasst die Umstellung auf «Smart Microgrid», ein intelligentes, gebäudeübergreifendes Energiemanagementsystem. Die Wirtschaftlichkeit einer kompletten und nachhaltigen Energieanlage wird mitunter durch die Eigenverbrauchsquote definiert. Je höher die Quote, desto rentabler und nachhaltiger die Anlage. Anlagen bei Einfamilienhäusern umfassen im Schnitt 10 bis 30 Prozent Eigenverbrauch, bei Mehrfamilienhäusern sind es zwischen 45 und 50 Prozent. Diese Anlagen sind jedoch meistens pro Gebäude in sich selbst geschlossen. «Smart Microgrid» vernetzt mehrere Gebäude – in Zukunft bis zu ganzen Quartieren – wodurch die Eigenverbrauchsquote nochmals deutlich gesteigert werden kann. Die SAK wird bei ihrem nächsten Projekt in Uzwil dieses System erstmals verbauen.

  • BKW schafft Kompetenzzentrum für Elektromobilität

    BKW schafft Kompetenzzentrum für Elektromobilität

    Die BKW will laut einer Medienmitteilung zur Komplettanbieterin im Bereich der Elektromobilität werden. Dafür soll ein neues Kompetenzzentrum aufgebaut werden. Die Dienstleistungen dieses neuen Zentrums werden den Angaben zufolge die Planung, Installation und Integration von Ladeinfrastrukturen umfassen. Die BKW wird aber etwa auch für die Abrechnung verantwortlich sein.

    Mit dem Kompetenzzentrum reagiert die BKW auf die steigende Nachfrage nach Stromfahrzeugen. Diese führe auch zu steigendem Interesse an integrierten E-Mobilitätslösungen. Laut der BKW sind vor allem Fahrzeughersteller, Garagen und die Immobilienwirtschaft an solchen Angeboten interessiert.

    „Die Kopplung der erneuerbaren Energieproduktion mit dem Verkehrssektor ist eine der Chancen, um die erneuerbaren Energien in ein zuverlässiges Energieversorgungssystem einzubinden“, wird Suzanne Thoma, CEO der BKW, in der Mitteilung zitiert. „Mit dem Ausbau unserer Kompetenzen im Feld der Elektromobilität ergänzen wir unsere bestehenden Lösungen der dezentralen, erneuerbaren Energie- und Wärmeproduktion in Gebäuden und bieten so sektorübergreifende integrierte Full-Service Energielösungen“, so Thoma weiter.