Schlagwort: Eawag

  • Forschungscampus «co-operate» in Dübendorf erfolgreich erweitert

    Forschungscampus «co-operate» in Dübendorf erfolgreich erweitert

    Der Ausbau des Forschungscampus in Dübendorf, der von 2021 bis 2024 stattfand, umfasst ein hochmodernes Laborgebäude, ein Multifunktionsgebäude und ein neues Parkhaus. Diese Infrastrukturmassnahmen sind entscheidend, um den steigenden Anforderungen der Forschung gerecht zu werden. Die zusätzlichen 30 Labors und Büros bieten den Forschenden eine verbesserte Arbeitsumgebung, die den neuesten technologischen und umweltfreundlichen Standards entspricht.

    Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand
    Ein besonderes Merkmal des neuen Campus ist der Fokus auf nachhaltige Energiegewinnung und -nutzung. Ein neu entwickeltes Hochtemperatur-Erdsondensystem speichert Abwärme im Sommer und nutzt diese im Winter zur Beheizung der Gebäude. Diese und weitere technologische Innovationen, die direkt aus den Labors der Empa und Eawag stammen, werden nicht nur auf dem Campus angewendet, sondern auch weiter erforscht, um ihre Effizienz und Umweltverträglichkeit zu optimieren.

    Ein grüner und autofreier Campus
    Um das Campus-Gelände umweltfreundlicher und fussgängerfreundlicher zu gestalten, wurden bestehende Parkplätze ins neue Parkhaus verlegt und das Gelände umfassend begrünt. Ein «Grüngürtel» verbindet die beiden Forschungsinstitute und schafft eine einladende Atmosphäre für Mitarbeitende und Besucher. Der neue Campusplatz beim NEST bietet zudem einen attraktiven Freiraum für Austausch und Erholung.

    Blick in die Zukunft
    Mit der Fertigstellung des Projekts «co-operate» haben Empa und Eawag nicht nur ihre Forschungsinfrastruktur modernisiert, sondern auch die Basis für zukünftige Innovationen gelegt. Die Kombination aus modernster Bauweise, nachhaltiger Energienutzung und einer verbesserten Arbeitsumgebung fördert die Spitzenforschung und stärkt die Position der Schweiz als führenden Standort für wissenschaftliche Innovationen.

  • «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    Was den schonenden Umgang mit Ressourcen und die Reduzierung des CO2-Ausstosses betrifft, soll der Campus, der auf dem Empa-Areal in Dübendorf Gestalt annimmt, durchaus ein Musterschüler werden – vom Scheitel bis zur Sohle, von den Dächern bis in 100 Meter Tiefe, wo die Erdsonden eines einzigartigen experimentellen saisonalen Energiespeichers enden. Im Sommer wird in diesen «Röhren» die Abwärme etwa von den Kältemaschinen, Lüftungen und Laborgeräten gespeichert, um sie dann im Winter zum Heizen oder für die Produktion von Warmwasser zu nutzen. Das Ziel: den CO2-Ausstoss der Gebäude auf dem gesamten Campus auf ein Minimum senken und zugleich diese innovative Technologie für eine nachhaltige Energiezukunft erkunden.

    Den Ausstoss von Treibhausgasen minimieren: Dieser Anspruch prägt auch die Konstruktionen des neuen Campus. Das dreistöckige Gebäude rechter Hand der Einfahrt ist ein einzigartiges «Holz-Beton-Parkhaus», dessen Decken eine anspruchsvolle Konstruktion aus Fichtenträgern und -platten mit Betonüberzug sind. Durch diese Hybridbauweise liess sich die Dicke der Betonschichten laut dem Bauunternehmen Implenia auf rund ein Drittel reduzieren. Eine deutliche Einsparung also beim «Klimasünder» Zement: Rund 9’300 m2 Betonrippendecken wurden mit Holzbalkendecken ersetzt – auch ein Beitrag zum aktuellen Trend, Beton, wo möglich und sinnvoll, zum grossen Teil mit Konstruktionen aus Holz zu ersetzen.

    Anspruchsvoll bei diesem Vorhaben war laut Kevin Olas, Leiter «Immobilien» der Empa, unter anderem die geschickt unauffällig integrierte Installation von Beleuchtung, Elektrotrassen und Abwasserleitungen, um die Ästhetik dieser raffinierten Hybridkonstruktionsweise nicht zu beeinträchtigen. Zudem musste die Planung auch künftige Aspekte berücksichtigen: Das Parkhaus wurde mit Blick auf den Klimawandel in Modulbauweise aus demontierbaren Fertigteilen geplant – mit Blick in eine fernere Zukunft, in der die individuelle Mobilität womöglich eine geringe Rolle spielt als heute. Dann liessen sich Teile des Bauwerks auch zu Werkstätten oder für andere Zwecke umwidmen.

    Urin als Rohstoff für Dünger
    In dieser Zukunft wird auch umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft das Bauen bestimmen: Nicht nur Stahl, Beton oder Holzelemente lassen sich klimaschonend wiederverwerten, sondern auch menschliche «Rohstoffe». Beispiel Urin: Im grossen Laborgebäude im Zentrum von «co-operate» sind «NoMix»-WCs installiert, die Fachleute des Wasserforschungsinstituts Eawag in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ohne die gewohnte Benutzung zu verändern, trennen sie den menschlichen Urin vom so genannten Schwarzwasser aus Fäkalien, Spülwasser und Toilettenpapier.

    Weil der Urin wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, lässt er sich nutzen, um Dünger für die Landwirtschaft herzustellen. In einem eigens entwickelten Verfahren der Eawag wird das Rohmaterial im Kellergeschoss des NEST-Gebäudes zunächst mit einem biologischen Prozess stabilisiert und verliert so den strengen Geruch. Ein Aktivkohle-Filter entfernt sämtliche Medikamentenrückstände, bevor die Flüssigkeit schliesslich eingedampft wird – zu einem hochwertigen Dünger namens «Aurin», den der Eawag-Spin-Off Vuna GmbH vermarktet. Aus 1000 Litern Urin entstehen 100 Liter von diesem Dünger, der seit 2018 vom Bundesamt für Landwirtschaft auch für den Einsatz bei essbaren Pflanzen zugelassen ist.

    Viele Mosaiksteine für eine gute Klimabilanz

    Neben dem unauffälligen Urin-Sammelsystem dokumentieren viele offensichtliche Details den Anspruch des Campus als Wegweiser für umweltfreundliches Bauen. Photovoltaik-Installationen werden die Eigenstrom-Produktionen massiv erhöhen. Und auf mehr als 14’000 m2 Fläche bewegen sich die Menschen auf Recycling-Asphalt mit einem hohen Anteil von 80 Prozent wiederverwertetem Material in der Tragschicht und 20 Prozent in der dünnen Deckschicht.

    Zugleich haben die Landschaftsarchitekten freilich auf Asphalt verzichtet, um naturnah zu gestalten: Bislang versiegelte Flächen werden «befreit», wie die Ludwig-Tetmajer-Strasse auf dem Empa-Areal. «Aus dieser ‹Parkplatz-Asphalt-Wüste› wird eine begrünte und schattige Zone», erklärt Kevin Olas. Und auch hinter den grossen Neubauten wird die Biodiversität mit vielfältigen Pflanzen und Bäumen gefördert – dank ausgewählter hitzeresistenter Arten, die sich auch bei künftigen Klimabedingungen wohlfühlen werden.

  • Neuer Campus von Empa und Eawag nimmt Gestalt an

    Neuer Campus von Empa und Eawag nimmt Gestalt an

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, Eawag, erweitern auf dem Empa-Gelände in Dübendorf ihren Campus, der laut einer Medienmitteilung in Kürze unter dem Namen co-operate in Betrieb gehen soll. Architektur und Gestaltung der Erweiterung seien als „Wegweiser“ für klima- und umweltfreundliches Bauen konzipiert und zeigen Ansätze für weniger Ressourcenverbrauch und minimalen CO2-Ausstoss, für mehr Kreislaufwirtschaft durch weniger Materialverbrauch sowie zum Gewinnen und Einsparen von Energie, heisst es.

    In der Nähe des Eingangsbereichs zum Campus ist ein attraktives Gebäude errichtet worden. Die Konstruktion ist ein Holz-Beton-Parkhaus, welches von Implenia in Hybridbauweise umgesetzt wurde. Statt Betonrippendecken wurden auf einer Fläche von 9300 Quadratmeter Holzbalkendecken verwendet. Dadurch komme der Bau mit erheblich dünneren Betonschichten aus und senke den Verbrauch des „Klimasünders“ Zement.

    Beleuchtung, Elektrotrassen und Abwasserleitungen mussten laut Kevin Olas, Leiter des Immobilienbereichs der Empa, mit Rücksicht auf die Ästhetik der Hybridkonstruktion installiert werden. Zudem galt es, mit Blick auf den Klimawandel die Modulbauweise aus Fertigteilen anzuwenden. So liessen sich bei Bedarf Teile des Gebäudes beispielsweise in Werkstätten umwandeln.

    Neben Baustoffen Stahl, Beton oder Holzelemente seien auch menschliche „Rohstoffe“ wiederverwertbar: So eigne sich Urin durch die enthaltenen Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium als Rohstoff für die Düngerherstellung. Das im Laborgebäude eingebaute Urin-Sammelsystem NoMix-WCs schaffe den Rohstoff für das Recycling-Düngemittel Aurin. Dieses wird vom Eawag-Spin-Off Vuna vertrieben.

    Weitere Bausteine auf dem Campus seien Photovoltaik, Recycling-Asphalt sowie Asphaltverzicht bei der Landschaftsgestaltung, die auf eine Förderung der Biodiversität fokussiert und das Anpflanzen einer vielfältigen Flora vorsehe.

    Quelle: empa.ch

  • Neue NEST-Unit Sprint: Abbruch, Aufbruch, Durchbruch

    Neue NEST-Unit Sprint: Abbruch, Aufbruch, Durchbruch

    Die neue NEST-Unit Sprint bietet 200 Quadratmeter Bürofläche aus grösstenteils wiederverwendeten Materialien und Bauteilen. Flexibel rückbaubare Trennwände aus unterschiedlichen Materialien teilen die Büroeinheit in zwölf Einzelbüros auf. Die Unit wurde auf der untersten Plattform des NEST-Gebäudes, der Forschungs- und Innovationsplattform von Empa und Eawag, gebaut. Vom Spatenstich bis zur Eröffnung dauerte es nur zehn Monate.

    Die gesamte Sprint-Unit folgt dem «Design for Disassembly»-Ansatz. Ihr Design berücksichtigt bereits den Rückbau, und ihre Bauweise erleichtert zukünftige Änderungen und Demontagen zur Rückgewinnung von Komponenten und Materialien. So können die Räumlichkeiten am Ende ihrer Lebensdauer effizient in einen weiteren Zyklus überführt werden.

    Die Sprint-Unit will möglichst allgemeingültige Lösungen finden und damit die Wiederverwendung von Baumaterialien vereinfachen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Während des Baus und der späteren Nutzung von Sprint werden die Chancen und Herausforderungen des Re-Use-Prozesses fortlaufend dokumentiert und zusammengestellt – mit dem Ziel, die Bauweise markttauglicher zu machen. Die Sprint-Unit zeigt, dass das Bauen mit wiederverwendeten Materialien und Bauteilen eine valable Alternative zum Bauen mit Neumaterial ist, die den Marktanforderungen an flexibles und schnelles Bauen gerecht wird.

    Beim Bauen mit wiederverwendeten Materialien geht man schrittweise vor – die Frage nach den verfügbaren Materialien zieht sich durch den ganzen Prozess. Dafür braucht es unter anderem ein Umdenken in der Planung und Ausführung, einen flexiblen Zeitplan sowie Flexibilität in der Gestaltung. Beispielsweise bestimmt das gefundene Material auch das finale Design mit. Sprint zeige, «dass wiederverwendetes Material keineswegs eine Hürde für die Gestaltung darstellt, sondern dass man mit Kreativität gestalterische Elemente erreicht, auf die man ursprünglich gar nicht gekommen wäre», sagt Oliver Seidel, Architekt und Mitglied der Geschäftsleitung beim baubüro in situ AG. Ein Beispiel sind die unterschiedlichen Trennwände. Einige sind aus Ausschuss-Ziegeln, andere aus alten Büchern und wieder andere aus altem Teppich gebaut.

    Günstiger ist die Wiederverwendung von Materialien in der heutigen Marktlage nicht unbedingt. Seidel ist jedoch überzeugt: «Sobald sich ein wettbewerbsfähiger Markt mit wiederverwendeten Materialien und Bauteilen etabliert hat, werden auch beim Re-Use Kostenvorteile anfallen.» Zudem würden gewisse wiederverwendete Materialien wie Naturstein oder automatisch schliessende Brandschutztüren auf einmal erschwinglich, im Gegensatz zu denselben Bauteilen aus Neumaterial.

    Eine der Bürotrennwände in der Sprint-Unit besteht aus Ziegeln, die eigentlich als Ausschuss auf der Deponie gelandet wären.
    Die Sprint-Unit wurde in nur zehn Monaten fertiggestellt – Re-Use muss nicht zwingend eine Auswirkung auf die Bauzeit haben.
  • Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Von der Idee bis zur marktfähigen Innovation ist es ein weiter Weg – insbesondere im Bauwesen. Zwischen Technologien, die im Labor funktionieren, und dem Markt, der ausgereifte und zuverlässige Produkte verlangt, klafft eine Lücke. Diese Lücke will das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Schweizer Forschungsinstitute Empa und Eawag schliessen.

    Das NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) wurde 2016 eröffnet und steht auf dem Empa-Campus in Dübendorf. Das Gebäude besteht aus einem Gebäudekern mit drei auskragenden Plattformen. Darauf lassen sich temporäre, thematisch unterschiedliche Gebäudemodule, sogenannte Units, installieren. Auf diese Weise können im NEST Forscherteams, Architekturbüros und Unternehmen aus der Baubranche zusammen Materialien, Technologien, Produkte, Energiekonzepte und Nutzungskonzepte testen und weiterentwickeln. Im Sinne eines «Living Lab» sind die installierten Units real genutzte Wohn- und Arbeitsumgebungen.

    Auf der obersten Plattform des NEST befindet sich zurzeit die Unit «HiLo» im Bau. Der Baustart erfolgte im Sommer 2019. Die Unit soll die Möglichkeiten im Leichtbau demonstrieren. Neben einer innovativen Dachkonstruktion kommen materialsparende Leichtbau-Böden sowie eine adaptive Solarfassade zum Einsatz. Während des Betriebs soll die Gebäudetechnik mithilfe von Machine-Learning laufend optimiert werden. Am 6. Oktober 2021 wird die Unit offiziell eröffnet.

    In Planung ist zudem die zweistöckige Unit «STEP2». Wirtschafts- und Forschungspartner realisieren sie gemeinsam in einem Open-Innovation-Ansatz. Nach ihrer Fertigstellung, die auf Sommer 2022 geplant ist, soll sie als interdisziplinäre Innovationswerkstatt und Büroumgebung dienen. Zu den zentralen Projekten der Unit gehören etwa eine Wendeltreppe in Form einer menschlichen Wirbelsäule, eine Gebäudehülle, die sich den äusseren Bedingungen anpasst sowie eine mit 3D-Druck hergestellte Geschossdecke.

  • Kunstwerk produziert Solarstrom

    Kunstwerk produziert Solarstrom

    Solarzellen können Gebäude auch als Kunstobjekte zieren. Dies zeigt ein Projekt, das nun am Forschungsgebäude NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts EAWAG umgesetzt wurde. Die Fassaden des Gebäudes sind mit Photovoltaikmodulen bestückt worden, die zusammen ein Kunstwerk ergeben.

    Die Empa hat dafür das Projekt namens Glasklar umgesetzt, an dem sie gemeinsam der Firma Zug Estates sowie Studierenden und Dozierenden der beiden Departemente Design & Kunst und Technik & Architektur der Hochschule Luzern gearbeitet hat. Letztere haben in einer zweiwöchigen Blockveranstaltung Photovoltaikmodule entworfen, die als Designobjekte visuell zum NEST-Gebäude passen. Umgesetzt wurde das Design der Textildesignstudentin Lynn Balli. Es wurde bei einem interdisziplinären Design-Wettbewerb für den Einsatz beim NEST-Gebäude ausgewählt.

    „Wenn wir das Interesse von Designerinnen und Designern für die Gestaltung von gebäudeintegrierten Photovoltaikmodulen wecken können, leisten wir einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz von Photovoltaikfassaden und fördern somit den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz“, wird Björn Niesen, Innovationsmanager NEST, in einer Mitteilung der Empa zitiert.

  • NEST-Büroeinheit belegt Kreislaufpotenzial

    NEST-Büroeinheit belegt Kreislaufpotenzial

    Im Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs (Eawag) ist am Dienstag eine neue Einheit in Betrieb genommen worden. Wie die Empa in einer Mitteilung betont, sei das Büromodul namens Sprint in nur zehn Monaten fertiggestellt worden. Das demonstriere, dass das Bauen mit wiederverwendeten Materialien und Bauteilen „eine valable Alternative zum Bauen mit Neumaterial“ sei. Es werde „den Marktanforderungen an flexibles und schnelles Bauen gerecht“.

    Die gesamte Einheit folge dem sogenannten Design for Disassembly-Ansatz. Bei Bedarf könnten die flexiblen Trennwände rückgebaut werden. Dies ermögliche eine flexible Raumnutzung und die kreislaufgerechte Rückgewinnung verbauter Stoffe.

    Die noch bestehende Skepsis der Bauwirtschaft gegenüber der Wiederverwendung von Materialien sei unberechtigt. Entgegen anfänglicher Bedenken bezüglich des knappen Zeitplans „konnten wir die Re-Use-Materialien sogar schneller als neues Material finden“, wird Kerstin Müller zitiert, Architektin und Geschäftsleistungsmitglied beim Basler baubüro in situ, das die Sprint-Unit geplant hat.

    Zudem sei Wiederverwendung bei der heutigen Marktlage noch nicht billiger. Das werde sich jedoch ändern, sobald sich ein wettbewerbsfähiger Markt gebildet habe, glaubt Bauteiljäger Oliver Seidel von in situ. Ausserdem brauche es eine CO2-Besteuerung, „die kostenmässig neue Materialien be- und gebrauchte Materialien entlastet, um so den ökologischen Mehrwert beziffern zu können.“

  • Empa und Eawag erweitern Campus

    Empa und Eawag erweitern Campus

    Am Mittwoch haben symbolisch die Bauarbeiten für die Erweiterung des Forschungscampus‘ von Empa und Eawag in Dübendorf begonnen. Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss für ein neues Laborgebäude gegeben. Zudem sind auf dem insgesamt 20’000 Quadratmeter grossen Grundstück ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus vorgesehen. Laut Mitteilung der Empa ist die Fertigstellung für Mitte 2024 geplant.

    Das Laborgebäude wird Raum für rund 60 neue Labore und Büros bieten, das Multifunktionsgebäude 1000 Quadratmeter Bürofläche und im Erdgeschoss Platz für Gastronomie. Sämtliche Parkplätze werden ins Parkhaus verlegt. Insgesamt 260 Fahrzeuge sollen darin Platz finden. Dadurch würden die Aussenflächen für Fussgänger und Radfahrer einladender und sicherer. Zudem sei mehr Begrünung möglich.

    Künftig werde nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht. Vor allem bei Energie und Gebäudetechnik sollen Innovationen aus den Empa-Laboren zum Einsatz kommen. So sei etwa ein Feld mit Erdsonden geplant, die die Abwärme der Gebäude speichern und sie im Winter wieder abgeben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werde dann untersucht, wie diese Innovation die Energieversorgung des Campus beeinflusst. 

  • Büroetage im NEST wird kreislauffähig gebaut

    Büroetage im NEST wird kreislauffähig gebaut

    Die Sprint genannte Büroeinheit im NEST soll neue Massstäbe für kreislaufgerechtes Bauen setzen. Mitte April findet der Spatenstich statt. Im Sommer soll sie fertiggestellt sein. Sprint ist im ersten Obergeschoss des NEST in Dübendorf angesiedelt. Das insgesamt dreigeschossige modulare Gebäude ist das Forschungs- und Innovationszentrum der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag).

    Wie es in einer Medienmitteilung der Empa heisst, konzentrierten sich die an der Planung Beteiligten darauf, möglichst allgemeingültige Lösungen für einen späteren Rückbau zu finden. Dabei folgen sie einem Designansatz, der zukünftige Änderungen und Demontagen zur Rückgewinnung von Systemen, Komponenten und Materialien erleichtert. Heutige Gebäude müssten so gebaut werden, „dass deren Bestandteile wieder in Kreisläufe zurückgeführt werden können“, so Kerstin Müller, geschäftsführende Architektin im baubüro in situ und Geschäftsführerin der Zirkular GmbH.

    Ihr Kollege Oliver Seidel verweist darauf, dass das Wiederverwenden von Materialien oft mit tieferen Kosten assoziiert wird. „Doch der Mehrwert liegt in einem anderen Bereich: Re-Use ist nachhaltiger. Und in puncto Qualität gibt es keine Einbussen.“ Im Gegenteil. So stelle etwa die Ästhetik eines alten Holzparkettbodens einen Mehrwert dar.

    „Erstmals vereint die Empa den Ansatz der Wiederverwendung und die Marktanforderungen des schnellen und flexiblen Bauens“, wird Enrico Marchesi, Innovation Manager und Projektverantwortlicher des NEST, zitiert. „Mit der neuen Unit ,Sprint‘ wollen wir zeigen, dass diese Bedürfnisse zusammen erfüllt werden können.“

  • Implenia baut auf Empa-Campus Dübendorf

    Implenia baut auf Empa-Campus Dübendorf

    Implenia realisiert die erste Etappe des neuen Empa-Campus Dübendorf. Für die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung (Eawag) wird der Baukonzern laut seiner Medienmitteilung ab Frühling 2021 ein Laborgebäude, ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus bauen. Deren Fertigstellung ist für den Herbst 2023 geplant. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 56 Millionen Franken.

    Dieses Siegerprojekt von sam architekten ist aus einem zweistufigen Gesamtleistungswettbewerb hervorgegangen. Seine Architektursprache bezeichnet Implenia in der Mitteilung als „funktional elegant und vornehm zurückhaltend“. Alle Neubauten sollen eine Minergie-P-Eco-Zertifizierung erhalten.

    „Es freut uns sehr, dass wir mit dem Forschungscampus ein weiteres interessantes Projekt für Empa Eawag ausführen dürfen“, wird Jens Vollmar, Head Division Buildings bei Implenia, in der Mitteilung zitiert. „Damit knüpfen wir an die langjährige Beziehung an, die wir beispielsweise mit der erfolgreichen Realisierung des Forums Chriesbach, ebenfalls in Dübendorf, entwickeln konnten.“

  • NEST plant neue Einheit STEP2

    NEST plant neue Einheit STEP2

    Im Dübendorfer NEST, dem Forschungs- und Innovationsgebäude von Eidgenössischer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, wird eine neue Einheit einziehen. Sie trägt den Namen STEP2. Für diese Innovationswerkstatt werden laut einer Medienmitteilung der Empa derzeit auf dem bestehenden NEST-Gebäude zwei neue Stockwerke geplant.

    Diese sind so vorwärtsgerichtet wie das NEST selbst: eine Wendeltreppe in Form einer Wirbelsäule aus dem 3D-Druck wird die beiden neuen Etagen miteinander verbinden. Eine Rippen-Filigrandecke benötigt rund ein Drittel weniger Material als eine herkömmliche, eine effiziente Gebäudehülle soll für optimale Behaglichkeit sorgen. Weitere Informationen zu diesen und anderen innovativen Baudetails sowie regelmässige Informationen zur Entstehung der Einheit sind auf der STEP2-Internetseite verfügbar.

    Das Projekt selbst wurde von BASF angestossen. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie werde die STEP2-Unit „zielgerichtet“ auf marktfähige, nachhaltige Lösungen für Gebäudehüllen, Energiesysteme, die digitale und industrielle Fabrikation und die Kreislaufwirtschaft hinarbeiten. „Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass der Sprung auf den Markt schlussendlich möglichst rasch gelingen kann“, so Enrico Marchesi, Principal Innovation Manager bei BASF, der Hauptpartnerin der neuen Einheit.

    Das Projektteam, so die Mitteilung, schliesse momentan das Vorprojekt ab. Anfang 2021 solle mit der Planung des Baus begonnen werden. Die Fertigstellung ist auf Sommer 2022 geplant.