Schlagwort: Einschränkung

  • Verbandsbeschwerden bei Wohnbauprojekten eingeschränkt

    Verbandsbeschwerden bei Wohnbauprojekten eingeschränkt

    Verbände dürfen künftig keine Beschwerden mehr gegen kleinere Wohnbauprojekte einreichen, wenn diese sich innerhalb von Bauzonen befinden. Dies betrifft Projekte mit einer Geschossfläche von weniger als 400 Quadratmetern. Der Nationalrat stimmte am Montag den restriktiveren Bestimmungen des Ständerats zu, wodurch das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung ist.

    Ursprünglich hatte der Nationalrat vorgeschlagen, Beschwerden auch bei Bauvorhaben innerhalb von Gewässerräumen zuzulassen. Der Ständerat strich jedoch diese Möglichkeit und beschränkte die Verbandsbeschwerden auf Bauprojekte in Gebieten von „nationaler Bedeutung“. Damit gilt künftig eine deutliche Einschränkung für das Beschwerderecht von Verbänden.

    Eingeschränktes Beschwerderecht bei Bauvorhaben in Gewässerräumen
    Ein Antrag von Nationalrätin Martina Munz (SP/SH), der forderte, dass das Beschwerderecht nur bei Bauprojekten aufgehoben wird, die geringfügig in den Gewässerraum ragen, scheiterte im Rat. Mit 118 zu 72 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Damit bleibt es bei der Regelung, dass kleinere Bauvorhaben in Gewässerräumen von Verbänden nicht mehr angefochten werden können.

    Die Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes wurde durch eine parlamentarische Initiative des Walliser Nationalrats Philipp Matthias Bregy (Mitte) angestossen. Ziel ist es, das Beschwerderecht für kleinere Wohnbauprojekte einzuschränken, um die Bautätigkeit in der Schweiz zu erleichtern.

    Die neue Regelung, die das Beschwerderecht bei kleineren Bauprojekten in Bauzonen stark einschränkt, stellt einen wichtigen Schritt zur Beschleunigung von Wohnbauprojekten dar. Insbesondere in Gewässerräumen wird es künftig schwieriger für Verbände, gegen kleinere Bauvorhaben vorzugehen.

  • Zukünftige Entwicklungen im Schweizer Immobilienmarkt

    Zukünftige Entwicklungen im Schweizer Immobilienmarkt

    Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz wird die 9-Millionen-Grenze in der ersten Jahreshälfte 2024 knacken. Die «magische» 10-Millionen-Marke dürfte dann bereits Mitte der 2030er-Jahre erreicht werden. Diese weitere Million setzt voraussichtlich neue Rekordmarken: Noch nie stieg die Wohnbevölkerung so schnell an. Auch wurde noch nie ein Millionenschritt derart stark durch internationale Migration getrieben und gleichzeitig von so wenig Bautätigkeit begleitet.

    Die Schaffung von mehr als genug Wohnraum und ein massiver Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zeichneten seit der 5-Millionen-Schweiz 1955 dafür verantwortlich, dass die Mieten insgesamt deutlich schwächer stiegen als die Löhne. Was in den letzten 70 Jahren galt – sinkende Wohnkosten, grösserer Flächenkonsum pro Person und mehr Wohnkomfort – dürfte nun der Vergangenheit angehören. Denn kumuliert fehlen aufgrund der lahmenden Bautätigkeit bis 2034 voraussichtlich mindestens 150 000 Wohnungen, um den Flächenkonsum stabil zu halten.

    Preise und Mieten übertreffen Lohnwachstum
    Die Mieten dürften in den nächsten Jahren daher schneller steigen als die Einkommen. Die Angebotsmieten könnten bis Mitte der 2030er-Jahre – vergleichbar mit der Entwicklung zwischen 2002 und 2012 – real insgesamt um 25 bis 30 Prozent zulegen. Im Gegensatz zu den letzten 70 Jahren wird die Mietpreisentwicklung an Zentrumslagen aufgrund der hohen Einwanderung zudem wohl stärker ausfallen als in der Peripherie.

    Auch bei Wohnimmobilienpreisen – also sowohl bei Eigenheimen als auch bei Mehrfamilienhäusern – ist zu erwarten, dass diese bei insgesamt moderater Zinsentwicklung stärker steigen werden als die Einkommen. Einerseits bleiben Toplagen als Folge des Wachstums überproportional gefragt. Andererseits wird sich der «Speckgürtel» der Grosszentren zunehmend in die bisher erweiterten Agglomerationen ausdehnen, was dort die Zahlungsbereitschaft ebenfalls erhöht. Wohnimmobilien haben damit das Potenzial, an vergangene Wertsteigerungen anzuknüpfen oder diese sogar zu übertreffen.

    Goldenes Zeitalter unter Vorbehalt
    Träume von hohen Wertsteigerungen aufgrund anziehender Mieten könnten sich jedoch schnell als Illusion erweisen. Wenn sich die Wohnsituation vieler Haushalte verschlechtert, könnte die Politik den Markt mit zusätzlichen Regulierungen belasten. In einem solchen Szenario droht die Bautätigkeit noch tiefer auszufallen und die Haushalte müssten noch enger zusammenrücken. Langfristige Verlierer wären zudem die Bausubstanz und die Nachhaltigkeit aufgrund mangelnder Anreize für umfassende und energetische Sanierungen.