Schlagwort: Eisenbahn

  • Zukunftsweisende Ingenieurbaukunst

    Zukunftsweisende Ingenieurbaukunst

    Die Brücke ersetzt mit ihrer 266 Meter langen Gesamtkonstruktion ein veraltetes Bauwerk aus dem Jahr 1926, das den Anforderungen des modernen Eisenbahnverkehrs nicht mehr genügte. Zentrales Bauteil ist ein strahlend weisser Netzwerkbogen mit einer Spannweite von 130 Metern, der den Grenzfluss Oder stützungsfrei überspannt. Statt klassischer Flachstahlseile kommen 88 Carbon-Zugglieder aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff zum Einsatz. Diese Hänger wurden massgeblich am Empa-Institut in Dübendorf entwickelt, getestet und begutachtet. Sie ersetzen die mehrere Tonnen schweren Stahlsegmente und verringern dadurch das Gesamtgewicht der Tragkonstruktion erheblich. Ein Vorteil für Materialeffizienz und Gestaltungsspielraum.

    Wirtschaftliche und nachhaltige Vorteile
    Die innovative Brückentechnik ermöglichte es, rund 600 Tonnen Stahl und 1350 Tonnen Stahlbeton einzusparen. Im Bauprozess wurde eine projektspezifisch ausgearbeitete Gerüstlösung eingesetzt, um Montage und Verschweissung der Brückensegmente effizient zu gestalten. Dank der hohen Ermüdungs-, Zug- und Korrosionsfestigkeit der Carbonseile ist sowohl der Wartungsaufwand als auch die Lebensdauer der Brücke positiv beeinflusst. Eine Nachhaltigkeitsstudie belegt, dass der Einsatz von Carbon rund 20 Prozent weniger CO₂-Emissionen als eine herkömmliche Stahlkonstruktion verursacht.

    Internationale Ausstrahlung und Zukunftspotenzial
    Die Eisenbahnbrücke kann von Güter- und Personenzügen mit bis zu 120 km/h befahren werden und erfüllt höchste Sicherheitsstandards. Umfangreiche Tests durch die Empa bestätigten die Dauerfestigkeit des Materials unter realen Belastungen. Die Brücke wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bridges International Award und dem Deutschen Brückenbaupreis. Sie gilt als Vorreiter für den Einsatz von Hochleistungsverbundstoffen im Infrastrukturbau.

    Neue Ästhetik und symbolische Bedeutung
    Der markante, elegante Bogen schafft einen architektonischen Akzent im Grenzgebiet und unterstreicht die Verbindung zwischen den Ländern. Die Netzwerkbogenbrücke mit Carbonhängern steht zugleich für technische Innovationskraft und ökologische Verantwortung. Sie könnte künftig als Standard für vergleichbare Grossprojekte im europäischen Bahnverkehr dienen.

  • Ceneri-Basistunnel erhält grünes Licht

    Ceneri-Basistunnel erhält grünes Licht

    Die Neue Eisenbahn-Alpen-Transversale (NEAT) ist weitgehend fertiggestellt. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die Bewilligung für den fahrplanmässigen Betrieb des Ceneri-Basistunnels erteilt, schreibt es in einer Mitteilung. Damit steht der Tunnel ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember für fahrplanmässige Passagier- und Güterzüge zur Verfügung.

    Der Ceneri-Basistunnel war am 4. September eingeweiht worden. Seitdem wurden in einem Probebetrieb rund 5800 kommerzielle Personen- und Güterzüge durch den Tunnel geführt.

    Der gut 15 Kilometer lange Tunnel ist der dritte der drei grossen Basistunnel, die im Rahmen der NEAT gebaut worden sind. Er ermöglicht auch direkte Verbindungen zwischen Lugano und Locarno. Diese bilden ein zentrales Element der S-Bahn Tessin.

    Der Lötschberg-Basistunnel mit einer Länge von 35 Kilometern wurde 2007 als erster der drei grossen Tunnel in Betrieb genommen, der Gotthard-Basistunnel mit einer Länge von 57 Kilometern folgte 2016. Der knapp 20 Kilometer lange Simplontunnel ist bereits seit 1906 in Betrieb. Die Schweiz verfügt damit über zwei Flachbahnstrecken durch die Alpen.