Schlagwort: Elektro

  • Jaisli-Xamax stattet Heilpädagogische Schule Bern aus

    Jaisli-Xamax stattet Heilpädagogische Schule Bern aus

    Beim Neubau der Heilpädagogischen Schule Bern (HPS) übernimmt das Dietiker Elektrounternehmen Jaisli-Xamax die Elektroinstallationen. Die Arbeiten haben im März begonnen und sollen laut einer Mitteilung auf Facebook bis Januar 2023⁠ gehen. Jaisli-Xamax erbringt demnach folgende Dienstleistungen: Stark- und Schwachstrominstallationen, Gebäudeautomation sowie die Lieferung von Schaltanlagen.

    Die Heilpädagogische Schule ist eine Sonderschule für die Stadt und die Region Bern. Die Gebäude der HPS entsprechen laut der Mitteilung von Jaisli-Xamax nicht mehr den heutigen betrieblichen Anforderungen, sind altersbedingt sanierungsbedürftig und können räumlich und strukturell nicht weiterentwickelt werden.⁠ Deshalb entstehe der Neubau der Schule mit einer Turnhalle auf einem unbebauten Grundstück auf dem Areal der Volksschulen Bümpliz und Statthalter.⁠

  • CKW kauft Elektro Basilisk AG

    CKW kauft Elektro Basilisk AG

    Die CKW AG betreibt ihr Wachstum in der Deutschschweiz: Der Luzerner Spezialist für integrierte Energie- und Gebäudetechniklösungen hat das Basler Elektrounternehmen Elektro Basilisk AG gekauft. Wie CKW mitteilt, erweitert sie mit dieser gezielten Ergänzung ihr eigenes Portfolio optimal. Gleichzeitig stütze sie die Strategie, das Geschäftsfeld Gebäudetechnik und insbesondere Solar auszuweiten. „Die Elektro Basilisk AG ergänzt die Kompetenzen innerhalb der CKW-Gruppe sowohl geografisch wie auch thematisch optimal“, wird Thomas Gisler, Leiter des Geschäftsbereichs Elektro bei CKW, zitiert.

    Das 1997 gegründete Unternehmen Basilisk bietet sämtliche Dienstleistungen rund um Elektro- und Telematikinstallationen, Reparaturservice und Solartechnik an. Knapp 40 Mitarbeitende sind für die Firma tätig. Sie bleiben ebenso wie die Geschäftsführer im Unternehmen.

    Die CKW-Gruppe versorgt eigenen Angaben zufolge über 200’000 Endkunden in den Kantonen Luzern, Schwyz und Uri mit Strom. Zusätzlich bietet sie schweizweit Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen IT-Infrastruktur und -Kommunikation, Elektro sowie Energietechnik. CKW beschäftigt mehr als 1900 Mitarbeitende.

  • GOFAST und Fast Food gehen zusammen

    GOFAST und Fast Food gehen zusammen

    Der Schweizer Schnellladeanbieter GOFASTlanciert zusammen mit McDonald’s Schweiz ein Projekt für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Laut Medienmitteilungsollen an zahlreichen Standorten der Schnellrestaurantkette insgesamt 90 Ladestationen für Elektrofahrzeuge neu entstehen. Dass GOFAST mit McDonald’s Schweiz einen neuen Partner für sich gewinnen konnte, sei für die steil wachsende Zahl von E-Autofahrenden ein wahrer Glücksfall, wird Domenic Lanz, Geschäftsführer des 2016 gegründeten E-Mobilitätsunternehmens GOFAST in der Mitteilung zitiert. GOFAST steht als Abkürzung für GOtthard FASTcharge AG mit Sitz in Zürich.

    Die übliche Ladezeit von 20 bis 30 Minuten für eine Reichweite von – je nach Modell und Ladekapazität der Batterien – um die 300 Kilometer kann so genutzt werden, während man sich im Restaurant verpflegt. Bei GOFAST HPC-Ladern (High-Power-Charging) können E-Autofahrende ihr Fahrzeug mit Leistungen von bis zu 150 Kilowatt nachladen, wird in der Mitteilung erläutert. Im Idealfall könnten damit in zehn Minuten bis zu 150 Kilometer Reichweite gewonnen werden. Geladen werde ausschliesslich mit Schweizer Strom aus erneuerbaren Energien.

    Der Ausbau beginnt am McDonald’s-Restaurants an der Autobahnausfahrt Martigny mit sechs Ladeplätzen. Die nächsten Stationen sind dann die McDrives in Hinwil, Kölliken, La Tour-de-Trême und Lugano. Aglaë Strachwitz, Managing Director von McDonald’s Schweiz, wird in der Mitteilung zitiert: „Seit Jahren setzen wir uns bei McDonald’s gemeinsam für die Umwelt ein. So fährt unser Logistikpartner mit Biodiesel und Biogas, hergestellt aus unseren Küchenabfällen. Wir setzen auf den Zug als Transportweg, beim Strom auf Wasserkraft und nun verstärkt auch auf schnelle Ladestationen für unsere Gäste.“

  • Gebäudetechnikplaner S2B startet im Januar in Baden

    Gebäudetechnikplaner S2B startet im Januar in Baden

    Ab Anfang Jahr startet das Unternehmen für Gebäudeplanung von Heizung über Lüftung bis Sanitär und Elektro, S2B Plan AG, mit der Kundenberatung. Damit erhalte die Stadt Baden das erste Planungsunternehmen, welches alle Gewerke der Gebäudetechnik unter einem Dach vereint, heisst es in der Medienmitteilung des Start-ups. Für die Stadt sei das ein Novum. Denn bislang habe es in Baden kein Planungsbüro für die ganze Palette der Gebäudetechnik gegeben. Diese Nische werde nun besetzt. Bei Bauvorhaben erstelle die S2B Plan AG sämtliche Pläne für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro aus einer Hand. Auch für bestehende Bauten werde eine Analyse der Gebäudetechnik angeboten.

    Das Unternehmen wurde erst am 1. Dezember von den Badenern Christoph Barth, Daniel Burger und Thomas Schmutz gegründet. Der geplante Start im September musste laut der Mitteilung verschoben werden. Die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Denn schlagartig veränderte sich die wirtschaftliche sowie die gesellschaftliche Lage. Am Vorhaben der Gründung änderte sich aber nichts, heisst es dort.

    Für die Kundenberatung steht das Team jetzt ab Januar zur Verfügung. Mit dem Bezug der Büros an der Badstrasse 34 in Baden am 1. Dezember wurde auch die Internetseite von S2B Plan AG und der Eintrag bei LinkedIn freigeschaltet.

  • VoltWALL gewinnt Boldbrain-Wettbewerb

    VoltWALL gewinnt Boldbrain-Wettbewerb

    Hauptgewinner der diesjährigen Boldbrain Startup Challenge ist laut einer Meldung von ticino online voltWALL. Das Jungunternehmen aus Lugano mit Niederlassungen in New York, Rom, Sydney und Tel Aviv hat ein modulares Energiespeichersystem namens xBlade entwickelt. Dessen Anwendungsgebiete reichen vom Aufladen von Elektroautos in der Garage bis hin zu industriellen Lösungen und Solarparks.

    Das Unternehmen habe die Jury des Tessiner Start-up-Wettbewerbs nicht zuletzt dadurch überzeugt, dass es Arbeitsplätze im Kanton schaffen werde, heisst es in einer Mitteilung auf startupticker.ch. Der erste Preis ist mit 40’000 Franken dotiert. Ausserdem vergibt die Universität der italienischen Schweiz an voltWALL ein Vollstipendium im Wert von 52’000 Franken. Darüber hinaus erhielt der Sieger auch einen der Sonderpreise des Boldbrain-Sponsors Hemargroup.

    Als Zweit- und Drittplatzierte gewannen die beiden Jungfirmen Finar Module Tech und 4Devices Medical jeweils 30’000 Franken. Finar entwickelte eine energiesparende LED-Lampe, die bereits von Osram und Henkel getestet wird. 4Devices baut medizinische Miniatur-Maschinen. Ihre erste ist ein Stent, der die Operation von Kindern mit Wasserkopf verbessern soll. Auf den Plätzen folgen die Start-ups WYTH und UNIVERSUS-OS, die je 10’000 Franken Preisgeld erhielten. UNIVERSUS-OS bekam auch den Publikumspreis.

    Die Boldbrain Startup Challenge wird von der Tessiner Innovationsagentur Fondazione Agire und dem Zentrum zur Förderung von Unternehmensgründungen der USI organisiert. Unterstützt wird der Wettbewerb vom Finanz- und Wirtschaftsministerium und der Tessiner Kantonalbank BancaStato.

  • Designwerk liefert erstes E-Müllfahrzeug nach Basel

    Designwerk liefert erstes E-Müllfahrzeug nach Basel

    Die Designwerk Products AG hat dem Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt das erste vollelektrische Müllfahrzeug zur Verfügung gestellt. In einer ersten Phase liefert Designwerk laut seiner Medienmitteilung bis Anfang Februar „beinahe wöchentlich“ jeweils ein Fahrzeug nach Basel. Insgesamt sollen elf weitere Müllwagen folgen.

    Der erste Basler E-Truck, ein Futuricum Collect 26E, baut auf dem Chassis des Typs Volvo FM auf. Er verfügt über vier Elektromotoren mit einer Leistung von 680 PS. Seine Reichweite liegt bei 160 Kilometern. Die Batterien werden über Nacht aufgeladen. Für den Pressmüllaufbau kooperiert Designwerk mit der Contena-Ochsner AG. Auch dieser wird elektrisch betrieben.

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt nehme schweizweit bei der Elektromobilität eine Vorreiterrolle ein, so Designwerk. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen 85 Prozent der kantonalen Fahrzeuge elektrisch fahren.

  • RVBW plant Einsatz von vier E-Bussen

    RVBW plant Einsatz von vier E-Bussen

    Auf der RVBW-Linie 5 verkehren ab März 2021 vier Elektrobusse. Sie werden Fahrgäste zwischen der Baldegg via Bahnhof Baden nach Ennetbaden befördern. Die neuen Busse sind mit einer innovativen Technologie von ABB Schweiz ausgestattet. Das gibt der Kanton Aargau als Besteller der öV-Leistungen in einer Medienmitteilung bekannt.

    Das Projekt werde in enger Zusammenarbeit mit der ABB durchgeführt. Das Bundesamt für Energie hat es als unterstützungswürdiges Leuchtturmprojekt eingestuft. Die Antriebstechnologie wird am ABB-Standort Turgi entwickelt. Auch die Ladestation stammen von ABB. Die Batterien werden in Baden produziert.

    An den beiden Endhaltestellen wird jeweils eine Ladestation installiert. Dort können Busse in bis zu sechs Minuten aufgeladen werden. Der Kanton beteiligt sich mit knapp 1,5 Millionen Franken an den Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur.

    Die RVBW-Linie 8 zwischen Neuenhof und Wettingen wird bereits seit Mitte Dezember 2019 versuchsweise für zwei Jahre mit einem Elektrobus betrieben. Auf diesen beiden Linien will die RVBW erste betriebliche Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Bussen sammeln. Künftig beabsichtigt die RVBW, sämtliche Stadtbuslinien elektrisch zu betreiben. Die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren soll schrittweise erfolgen.

  • Schweizweit erstmals wieder weniger Baufirmen gegründet

    Schweizweit erstmals wieder weniger Baufirmen gegründet

    Im Jahr 2019 wurden seit langem wieder mehr Löschungen als Neugründungen von Unternehmen in der Baubranche beobachtet, es wurden ein Minus von 748 Unternehmen dokumentiert. Generell ist die Lebensdauer vieler Unternehmen eher gering, viele Neugründungen verschwinden in den ersten drei Jahren wieder.

    Insgesamt gab es Ende 2019 in der Schweiz 61’475 Bauunternehmen. Der Kanton Zürich hatte dabei mit 8402 Unternehmen die meisten Firmen. In den einzelnen Branchenbereichen liegt jedoch im Hochbau der Kanton Waadt mit 632 Unternehmen vorne. Bern ist in der führenden Position mit 550 Holzbaufirmen und 133 Strassenbauunternehmen.

    Nach Branchen betrachtet lag im letzten Jahr der Bereich Elektroinstallation mit 6166 Unternehmen an erster Stelle. Darauf folgt der Hochbau mit 5253 Unternehmen und der Bereich Malerei mit 3765 Unternehmen.

  • Walter Ineichen: «Integrale Energielösungen  steigern die Attraktivität von Immobilien»

    Walter Ineichen: «Integrale Energielösungen steigern die Attraktivität von Immobilien»

    Wofür steht Energie 360°?
    Die Energie 360° AG gehört zu rund 96 Prozent der Stadt Zürich und bringt Wärme, Kälte, Strom sowie Mobilität zu integralen Energielösungen zusammen und macht nachhaltige Energie in der gesamten Schweiz nutzbar. Die Kunden wollten zunehmend Wärme statt Gas kaufen, weshalb wir uns nach und nach neu ausrichteten. Ein Meilenstein war sicherlich das Ja der Stadt Zürich zur 2000-Watt-Gesellschaft im Jahr 2008. Seit 2014 sind wir unter dem neuen Namen Energie 360° aktiv. Heute versorgen wir die Stadt Zürich sowie rund 40 Gemeinden mit immer mehr erneuerbarem Biogas und erneuerbaren Energieverbünden. Zudem entwickeln wir für Neubau-Areale zusammen mit den Bauherren individuelle und integrale Energielösungen.

    Welches sind Ihre Hauptkunden?
    Wir arbeiten vor allem mit Gemeinden, Investoren, Bauherren sowie Architekten und Arealentwicklern zusammen. Bei Wohnbauprojekten kommen wir in der Regel ab 50 geplanten Wohnungen ins Spiel.

    Aus welchen Quellen stammt die Energie, die Sie anbieten?
    In der Stadt Zürich liefern in erster Priorität die Kehrichtheizkraftwerke Hagenholz und Josefstrasse Abwärme, welche in Form von 90 bis 120 Grad heissem Wasser über ein Leitungsnetz direkt in die Gebäude gelangt. Wo diese Energie nicht genutzt werden kann, greifen wir auf Umweltenergie wie Grund- oder Seewasser zurück. Weitere Quellen für Energieverbünde sind Holzschnitzel und Holzpellets. Für dezentrale Lösungen setzen wir oft Erdsonden- und Luftwärmepumpen ein.

    «Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen»

    Warum sollen sich Kunden für eine nachhaltige Energielösung entscheiden und nicht auf eine vielleicht günstigere, «herkömmliche» Energieversorgung setzen?
    Wenn man es hart auf hart vergleicht, ist die fossile Energielösung kurzfristig gesehen aktuell oft noch günstiger. Eine Ölheizung zu ersetzen, kostet fast nichts, die CO2-Abgabe ist mit 95 Franken pro Tonne noch niedrig. Aber die CO2-Abgabe soll auf 210 Franken pro Tonne erhöht werden, und weitere verstärkte Anforderungen werden mit der Umsetzung der «Mustervorschriften» der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) erfolgen. Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen, und der Preis für Öl und Gas schwankt stark.

    Wie unterscheidet sich Energie 360° von den Schwesterfirmen wie dem EWZ, ERZ und EKZ?
    Jedes Unternehmen ist ein Marktplayer, der ähnliche Segmente bedient, aber dennoch eine spezifische Ausrichtung hat. Wir fokussieren uns bei Energie 360° auf innovative, integrale und langfristige Energie- und Mobilitätslösungen, die individuell für die Bedürfnisse des Kunden entwickelt werden.

    Was verstehen Sie unter einer integralen Energielösung?
    Hier geht es darum, Synergien optimal zu nutzen. Idealerweise werden wir bei Bauprojekten schon in einer sehr frühen Phase hinzugezogen. Dann klären wir mit dem Bauherrn bzw. dem Investor die langfristigen Nutzungsabsichten und die Anforderungen an Wärme-, Kälte-, Strom- und Mobilitätsinfrastruktur ab. Diese Sektoren können bei einer integralen Energielösung optimal gekoppelt werden. Ebenfalls wichtig ist, ob eine spätere Umnutzung des Areals vorgesehen ist. Dazu bringen wir die Anforderungen des Bauherrn an Wirtschaftlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in Erfahrung. Neubauten sollen für 50 oder sogar 100 Jahre genutzt werden können, weshalb sich bereits heute ein Bau gemäss den Leitlinien der Energiestrategie 2050 lohnt.

    «Von einer integralen Energielösung profitiert der Bauherr wie auch der Mieter»

    Haben Sie ein konkretes Beispiel dafür, wie eine solche integrale Energielösung aussehen kann?
    Wir haben zum Beispiel für das Areal Stockacker in Reinach (BL), welches vier Mehrfamilienhäuser und insgesamt 77 Wohnungen umfasst, eine integrale Energielösung entwickelt. Sie beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Mit der Photovoltaikanlage werden die Wärmepumpen für die Erdsonden betrieben. Das Erdreich liefert damit die Energie zum Heizen. Über die Bodenheizung entziehen wir den Räumen im Sommer wiederum Wärme, welche wir den Erdsonden zuführen – das sogenannte Free Cooling. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage werden wir bei 16 der 80 Parkplätze Ladestationen für Elektroautos installieren, welche über Solarstrom geladen werden. Nach Bedarf können später weitere Ladestationen hinzukommen.

    Wie profitieren die Bewohner und der Bauherr konkret von dieser Lösung?
    Die Bewohner bezahlen weniger für den Strom als bei einer konventionellen Energielösung, während der Bauherr von einer hohen Versorgungssicherheit und tieferen Investitionskosten profitiert. Ausserdem ist unsere Lösung sehr preisstabil und ökologisch: Wir konnten beispielsweise Erdsonden einsparen. Eine Erdsonde ist immer mit Bohrungen und Ölverbrauch verbunden – sogenannte graue Energie. Zudem ist ein Batterieraum geplant, für welchen wir Second-Life-Batterien, also solche, die nicht mehr hinreichend geladen werden können und somit für Elektroautos nicht mehr taugen, verwenden werden. Diese Batterien werden tagsüber per Solarstrom geladen und stehen dann abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung.

    Elektroautos sind stark im Kommen. Wie sehen Sie die Durchsetzungskraft dieser Mobilitätsform?
    Elektroautos sind sicherlich eine Lösung unter anderen. Aber sie ist extrem spannend, da wir dezentral Solarstrom für die Elektromobilität nutzen können. Wenn man mit Methanol, Wasserstoff oder Gas tanken würde, wäre eine Versorgung auf dem eigenen Areal nicht so einfach möglich.

    «Wir müssen schon heute für die nächsten 30 Jahre vorausdenken»

    Wie lauten Ihre Empfehlungen für Neubauprojekte: Wie viele Ladesta-
    tionen sollten prozentual in einer Einstellhalle bereitgestellt werden?

    Wir orientieren uns an der Empfehlung der SIA 2060, welche eine erste vollständige Ausrüstung von 20 Prozent empfiehlt. Unsere Lösung sieht jedoch vor, dass mittel- bis langfristig ein Grossteil der Parkplätze ohne grosse Mehrkosten elektrisch erschlossen werden kann.

    Welche Herausforderungen bringt die Elektromobilität in diesem Zusammenhang mit sich?
    Wir müssen bei Neubauprojekten bereits heute die Installationen so berücksichtigen, dass der Bedarf der nächsten 30 Jahre gedeckt werden kann. Über Stromschienen definieren wir die Grundversorgung einer Einstellhalle und rüsten danach Ladestationen nach Bedarf auf. Wir müssen uns aber immer überlegen, wie viele Reserven wir einplanen müssen und wie viel Mobilität tatsächlich dezentral geladen werden kann, bis die Kapazität des Netzanschlusses erreicht ist. Auch der Netzbetreiber wird mit immer mehr Herausforderungen bezüglich Lastenmanagement konfrontiert.

    Wie sieht Ihre Lösung hierfür aus?
    Wir versuchen mit dezentraler Solarstromproduktion und aktivem Lastenmanagement der grossen Stromverbraucher wie den Wärmepumpen oder den Elektrofahrzeugen, die Stromspitzen zu reduzieren. Mittelfristig könnten die Elektrofahrzeuge mittels bidirektionalem Laden zu Zeiten, in denen die Bewohner besonders viel Strom verbrauchen, ebenfalls für die Stromversorgung zur Verfügung stehen. Dadurch muss das Areal nicht auf das Stromnetz zurückgreifen, sondern kann sich einen gewissen Prozentsatz Energie aus den einzelnen Elektroautos ziehen, welche tagsüber wieder mit Solarstrom geladen werden.

    Dann entlädt sich ja aber das Auto?
    Wir sprechen hier lediglich von 10 bis 20 Prozent, die einem Auto im Falle einer Energieknappheit entzogen würden. Der Autobesitzer würde natürlich auch davon profitieren und eine Entschädigung erhalten. Ausserdem kommen hier intelligente Interaktionen zum Zuge: Ein Autolenker wird mit Hilfe einer App definieren können, welcher Ladestand sein Auto jeweils am nächsten Morgen aufweisen muss. Man muss auch bedenken, dass das Auto nicht nur zu Hause geladen wird, sondern auch beim Arbeitgeber. Zudem gibt es bereits viele öffentliche Ladestationen. Unsere Tochterfirma «GOFAST» stellt beispielsweise Schnell-Ladestationen an Raststätten zur Verfügung, welche bei längeren Fahrten ebenfalls genutzt werden können.

    «Die Energiewende ist ein europäisches Gesamtprojekt»

    Das heisst, dass die Digitalisierung auch bei integralen Energielösungen immer wichtiger wird?
    Genau. Um nochmals auf das Areal Stockacker zurückzukommen: Mit Hilfe der Lösung unserer Tochterfirma Smart Energy Link (SEL) können wir Bewohnern beispielsweise per App einen günstigen Solartarif anbieten, welchen sie für das Heizen des Backofens oder für das Trocknen der Wäsche verwenden können. Wenn tagsüber viel Strom zur Verfügung steht, kann dieser günstiger genutzt werden. Zudem rüsten wir heute immer mehr Anlagen mit Sensoren aus. So sehen wir, wenn die Energieversorgung irgendwo ins Stocken gerät und können reagieren, bevor es zu einem Ausfall kommt.

    Und noch ein Blick in die Zukunft: Schaffen wir die Energiewende?
    Irgendwann werden wir sicher zu 100 Prozent erneuerbare Energie verwenden, weil es auch ökonomisch sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt: Je schneller, desto besser. Wir können natürlich versuchen, die Kunden von einer nachhaltigen Energielösung zu überzeugen, aber um die Wende zu schaffen, müssen alle an einem Strang ziehen. So müssen auf Gesetzesebene alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, es braucht langfristig denkende Investoren und innovative Lösungsanbieter. Hilfreich ist sicher auch, dass fossile Energielösungen entsprechend den Kosten verteuert werden. Die Energiewende wird am Ende ein europäisches und globales Zusammenspiel sein. Sie ist ein Gesamtprojekt. ■