Schlagwort: Emissionen

  • Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Der Entwurf der Kulturbotschaft 2025–28 rückt die Baukultur in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Raumentwicklung. Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem Verlust an Biodiversität gewinnt die Gestaltung des Lebensraums an strategischer Bedeutung. Die Baukultur liefert mit ihrem ganzheitlichen Ansatz Antworten auf zentrale Herausforderungen und ermöglicht eine nachhaltige Zukunft.

    Gestaltung als gesellschaftlicher Auftrag
    Baukultur umfasst alle raumwirksamen Tätigkeiten von der Denkmalpflege über die Stadtplanung bis zur Gestaltung zeitgenössischer Bauwerke. Gut gestaltete Gebäude, Siedlungen und Infrastrukturen fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung, stärken das Kulturerbe und vereinen ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Werte. Diese integrative Qualität macht Baukultur zu einem entscheidenden Instrument für die Transformation von Städten und Regionen.

    Zukunftsweisende Impulse aus Davos
    Der internationale Davos Baukultur Prozess und die jüngsten Erklärungen europäischer Kulturministerinnen und -minister bekräftigen die Notwendigkeit eines holistischen Bauverständnisses. Die Schweiz nimmt diese Impulse auf und plant, Baukultur im Natur- und Heimatschutzgesetz zu verankern, ein wichtiger Schritt, um die Vorbildfunktion des Bundes zu stärken und bestehende Förderinstrumente gezielt zu nutzen.

    Kreislaufwirtschaft und Innovation als Leitlinien
    Die künftige Baukultur muss konsequent auf Kreislaufwirtschaft und Suffizienz ausgerichtet werden. Neue Standards wie Lebenszyklus-Grenzwerte für Emissionen, der bewusste Umgang mit Ressourcen und eine Kultur des Umbauens bilden das Fundament. Ergänzend braucht es eine Innovationskultur, die neue Materialien, Technologien und Prozesse fördert.

    Empfehlungen für eine kohärente Umsetzung
    Die unterzeichnenden Organisationen stellen konkrete Forderungen. Der Bereich Umwelt soll stärker integriert, Gemeinden und Städte in Beratungs- und Weiterbildungsangebote einbezogen und die effektive Bauteuerung bei der Fördermittelanpassung berücksichtigt werden. Zudem sei eine konsequente Anwendung des Baukulturbegriffs erforderlich, etwa bei den Schweizer Kulturpreisen oder in der Arbeit von Pro Helvetia. Der Runde Tisch Baukultur Schweiz bietet sich als nationale Plattform für die Koordination mit internationalen Initiativen an.

  • Unternehmen für digitale Gebäudelösungen erhält Bestnote für Klimaschutz

    Unternehmen für digitale Gebäudelösungen erhält Bestnote für Klimaschutz

    KONE hat vom Carbon Disclosure Project (CDP) die Note A für herausragende Umwelttransparenz und Klimaschutzmassnahmen erhalten. Der weltweit aktive Produzent von Aufzügen, Fahrtreppen und Automatiktüren mit Sitz im finnischen Espoo und Schweizer Zentrale in Brüttisellen gehört damit zu den wenigen unter insgesamt 25’000 bewerteten Unternehmen mit einer Bestnote, informiert KONE in einer Mitteilung. Zudem hat CDP das Unternehmen bereits zum zwölften Mal in Folge mit der Note A oder A- bedacht. KONE sieht dies als Bestätigung für sein konsequentes Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement.

    «Es ist für uns eine Ehre, einen Platz auf der angesehenen A-Liste des CDP für Klimaschutz zu erhalten», wird Kirsi Simola-Laaksonen, Senior Vice President Nachhaltigkeit und Umwelt bei KONE, in der Mitteilung zitiert. «Wir beschleunigen unsere Bemühungen, unsere Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und unsere Kunden bei der Dekarbonisierung zu unterstützen.» So tragen die Technologien von KONE beispielsweise zur Reduktion des Energieverbrauchs von Aufzügen bei, erläutert die KONE-Managerin.

    Im eigenen Betrieb hat sich KONE verpflichtet, bis 2030 die betrieblichen Emissionen (Scope 1 und 2) im Vergleich zu 2018 zu halbieren. Die indirekten Emissionen der Wertschöpfungskette (Scope 3) sollen im selben Zeitraum um 40 Prozent gesenkt werden. Im vergangenen Jahr fielen die betrieblichen Emissionen bei KONE bereits um 29 Prozent geringer als im Basisjahr 2018 aus. Die Scope-3-Emissionen wurden gleichzeitig um 12,8 Prozent reduziert. Zudem habe KONE «als erstes Unternehmen der Branche» bereits im Sommer 2023 «weltweit kohlenstoffneutrale Produktionseinheiten» erreicht, heisst es in der Mitteilung.

  • Winterthur stimmt der Erneuerung der Kehrichtverbrennung zu

    Winterthur stimmt der Erneuerung der Kehrichtverbrennung zu

    Das Stimmvolk von Winterthur hat der Erneuerung der Kehrichtverbrennungsanlage des Stadtwerks mit 87,0 Prozent und einer Ja-Mehrheit in allen Stadtkreisen deutlich zugestimmt. Damit kann die Verbrennungslinie 2 der Kehrichtverwertung erneuert werden. Für einen neuen Verbrennungsofen, einen Elektrofilter sowie eine neue Rauchgasreinigung und eine neue Abwasserbehandlung sind Investitionen in Höhe von 293 Millionen Franken vorgesehen.

    Die neue Anlage soll bei einer gleichbleibenden Kapazität 190‘000 Tonnen Abfall im Jahr verbrennen können. Künftig soll aber die Abwärme der Rauchgasreinigung für die Fernwärme genutzt werden können. Deren Wärmeleistung erhöht sich damit um 30 Prozent. Ausserdem soll die Rauchgasreinigung den Grenzwert der Stickoxidemissionen künftig um 40 Prozent unterschreiten und durch die Kondensation der Rauchgase 12,6 Kubikmeter Wasser einsparen. Die neue Abwasserbehandlung soll künftig pro Tag bis zu 7,5 Tonnen Gips zurückgewinnen. Geplant sind auch ein zusätzlicher Heisswasserspeicher und eine Photovoltaikanlage.

    Das Vorhaben wird über den Gebührenhaushalt finanziert.

  • Emissionen aus Heizöl und Gas werden weniger

    Emissionen aus Heizöl und Gas werden weniger

    In der Schweiz sind 2023 die Emissionen aus Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken, nämlich um 8,8 Prozent. Dabei wurden die unterschiedlich kalten Wintermonate auf eine durchschnittliche Witterung umgerechnet. Im Vergleich zu 1990 lagen diese Emissionen um 41,7 Prozent niedriger. Das zeigt die soeben veröffentlichte CO2-Statistik 2023. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) legt diese Statistik jährlich vor.

    Laut seiner diesbezüglichen Medienmitteilung ist diese Abnahme vor allem auf die bessere Energieeffizienz von Gebäuden und den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen zurückzuführen. Insbesondere sei der Gasverbrauch im zweiten Jahr in Folge deutlich zurückgegangen.

    Dagegen blieb der durch Treibstoffe wie Benzin und Diesel verursachte CO2-Ausstoss gegenüber dem Vorjahr gleich. Gegenüber 1990 sind die Emissionen um 5,2 Prozent zurückgegangen. Dass sie nach der Pandemie, also nach 2022, nicht wieder angestiegen sind, liegt den Angaben zufolge zum einen an der damals begonnenen Veränderung des Mobilitätsverhaltens: mehr Heimarbeit und weniger Geschäftsreisen. Zum anderen führt das BAFU als Grund dafür auch den wachsenden Anteil der Elektromobilität an. Der Anteil biogener Treibstoffe am gesamten Treibstoffverbrauch ist von 3,4 leicht auf 3,6 Prozent gestiegen.

  • Rolltreppenfirma erhält Spitzenbewertung im globalen Umwelt-Rating

    Rolltreppenfirma erhält Spitzenbewertung im globalen Umwelt-Rating

    Von der renommierten Non-Profit-Umweltorganisation Carbon Disclosure Project wurde das Unternehmen mit der Bestnote «A» für sein Engagement im Bereich des Lieferantenmanagements ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erfolgte im Rahmen des Supplier-Management-Rating-Leaderboards für das Jahr 2023. Dabei belegt KONE den 55. Platz unter insgesamt 21.000 geprüften Unternehmen im Clean200-Ranking der Corporate Knights, einem kanadischen Unternehmen, das sich auf die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft spezialisiert hat.

    Als einziger Vertreter seiner Branche in der Clean200-Liste unterstreicht es das ambitioniertes Nachhaltigkeits- und Umweltengagement. Mikko Korte, betont die Bedeutung dieser Anerkennung und hebt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lieferanten hervor, die zur Reduzierung der CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte beiträgt.

    Das Rating, das als Höchststandard für Umwelttransparenz gilt, basiert auf freiwillig bereitgestellten Unternehmensdaten zu CO2-Emissionen, Klimarisiken und Reduktionsstrategien. Die vergebene Note «A» spiegelt das umfassende Umwelt-Leadership und das Verständnis für Umweltrisiken wider.

    Neben der Anerkennung durch das CPD hat das Unternehmen auch eine führende Rolle bei der Umsetzung eigener Umweltziele gezeigt, wie sie von der Science Based Targets Initiative validiert wurden. Durch eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie strebt  sie bis 2030 an, ein CO2-neutrales Unternehmen zu werden und die betrieblichen Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 50 % zu reduzieren.

    Diese ehrgeizigen Ziele umfassen nicht nur die direkten Treibhausgas-Emissionen, sondern auch die indirekten Emissionen im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch und der Beschaffung von Ressourcen. Die Firma beabsichtigt ausserdem, die Emissionen im Zusammenhang mit seinen Produkten und deren Lebenszyklus um 40 % zu senken, indem es auf nachhaltige Materialien und Energiequellen setzt.

  • Schweizer Premiere 100% recyceltes Aluminium für Green Metro Campus

    Schweizer Premiere 100% recyceltes Aluminium für Green Metro Campus

    Dies ist das dritte Projekt in Europa und eine Premiere für die Schweiz. Green hat sich mit Implenia, Ernst Schweizer und Hydro Building Systems zusammengetan, um diese innovative Lösung einzusetzen. Die Verwendung von recyceltem End-of-Life-Aluminium führt zu einer erheblichen Reduktion des CO2-Fussabdrucks um das 40-fache und es werden mehr als 167 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.

    Das 100% recycelte Aluminium wird in den Fassadenelementen verwendet und reduziert den CO2-Fussabdruck im Vergleich zu Primäraluminium um das 40-fache, ohne dabei an Qualität einzubüssen. Roger Süess, CEO von Green, erklärt: «Wir erforschen kontinuierlich innovative Wege zur Verwendung neuer Werkstoffe und freuen uns, dass dies in Zusammenarbeit mit unseren Partnern gelungen ist.»

    Aluminium gilt als ein zukunftsweisender Werkstoff für nachhaltiges Bauen aufgrund seiner Stärke, Leichtigkeit und Langlebigkeit. Es kann nahezu unbegrenzt recycelt werden, wobei nur 5% der Energie benötigt wird, die für die Herstellung von Primäraluminium erforderlich ist. Aufgrund dieser hervorragenden Recycling-Eigenschaften wird Aluminium bereits heute als wichtiger Bestandteil einer Kreislaufwirtschaft angesehen und seine Bedeutung in der Bauindustrie wird voraussichtlich weiter zunehmen.

    Die Fassadenelemente für das neue Bürogebäude werden von der Ernst Schweizer AG hergestellt, während das Aluminium von der norwegischen Hydro-Gruppe produziert wird. Diese ist derzeit der einzige Hersteller, der hochwertiges 100% End-of-Life Aluminium ohne Zugabe von Primäraluminium und mit einem nahezu null CO2-Fussabdruck herstellen kann. Obwohl recyceltes End-of-Life-Aluminium derzeit in geringen Mengen verfügbar ist und mit höheren Kosten verbunden ist, setzen die vier Partner ein Zeichen, indem sie diesen vielversprechenden Werkstoff erstmalig in der Schweiz einsetzen.

  • Der Klimaneutralität ein Stück näher dank neuartigem Zement

    Der Klimaneutralität ein Stück näher dank neuartigem Zement

    Die JURA Materials-Gruppe ist die Lösungsanbieterin für Baustoffe und umfasst 14 führende Schweizer Unternehmen mit insgesamt rund 500 Mitarbeitenden. Zur JURA Materials-Gruppe gehört unter anderem die JURA CEMENT mit den beiden Zementwerken Jura-Cement-Fabriken AG in Wildegg/AG und Juracime S.A. in Cornaux/NE. Die Herstellung von Zement ist energieintensiv. Seit 1990 konnten die CO2-Emissionen aus primär fossilen Brennstoffen um mehr als zwei Drittel reduziert. werden Eine Herausforderung bleibt der Klinker, der wichtigste Bestandteil von Zement. Neben den Brennstoffen verursacht der chemische Prozess rund zwei Drittel der CO2 -Emissionen pro Tonne Zement. Andere Zumahlstoffe wie z. B. Hüttensand oder Flugasche werden teilweise als Ersatz für den Klinker eingesetzt. Allerdings sind sie reduziert verfügbar oder müssen importiert werden.

    Klinkerersatz durch einheimischen kalzinierten Ton als Teil der Lösung
    Das hauseigene Baustofflabor Technical Competence Center TCC der JURA Materials-Gruppe  entwickelte einen klinker- und damit CO2-reduzierten Zement mit kalziniertem Ton. «Wir suchten Wege, den Klinkeranteil im Zement zu verringern und diesen durch weniger oder gar nicht CO2-belastete Stoffe zu ersetzen. Eine weitere substanzielle Klinkerreduktion konnte nur über einen neuen reaktiven Zusatzstoff, der regional und in ausreichender Menge vorhanden ist, erreicht werden», erklärt Emanuel Meyer, Leiter des TCC. «Der Ton für den JURA ECO3 Zement wird aus der betriebseigenen Tongrube der Juracime S.A. in Cornaux gewonnen. Da Ton bei niedrigerer Temperatur gebrannt wird als Klinker, generiert er weniger CO2 Emissionen bei seiner Produktion. Die optimale Brenntemperatur von ca. 650 bis 850° Celsius ist etwa halb so hoch wie bei der Klinkerproduktion».

    Deutlich reduzierter CO2-Fussabdruck
    Der Ausstoss an CO2-Emissionen bei der Produktion von kalziniertem Ton ist ca. 2/3 geringer als von Klinker. Da der Klinkergehalt im Zement dank dem kalzinierten Ton um mehr als 10 % reduziert werden konnte, entstehen bei der Produktion von Beton mit JURA ECO3 Zement insgesamt ca. 20 % weniger CO2-Emissionen pro m3 Beton verglichen mit Hochbaubetonen mit Portlandkalksteinzement. Zurzeit wird eine Ökobilanz für den CEM II/C-M Zement erstellt, mit dem Ziel, dass dieser im KBOB-Betonrechner aufgenommen wird.

    Anwendungsgebiet des neuen CEM II/C Zementes
    Der JURA ECO3 ist der einzige in der Schweiz zugelassene CEM II/C-M (Q-LL) Zement mit der Festigkeitsklasse 42.5 N, geprüft von der unabhängigen Prüfstelle TFB AG und von S-Cert im Februar 2023 nach SN EN 197-5 zertifiziert. Er ist für den Hochbau NPK A-C freigegeben und somit für sämtliche Anwendungen im Hochbaubereich (Fundamente, Aussenwände, Innenwände, Decken, Treppen, etc.), als Mager- oder Hüllbeton, als selbstverdichtender, leichtverdichtender oder wasserdichter Beton oder auch für Recycling-Beton verfügbar. Die Zertifizierung für den Tiefbau ist in Vorbereitung.

    Erfolgreiche Testversuche unter Realbedingungen
    Im Labor wurden zwei Hochbau-Betonmischungen (Sorte B und Sorte C) hergestellt und die Frisch- und Festbetoneigenschaften geprüft. Der JURA ECO3 weist trotz 10 % weniger Klinkergehalt im Vergleich zum bisher ökologischsten Zement JURA ECO eine höhere Druckfestigkeit auf. Die Betonmischungen erfüllen alle Norm-Anforderungen bezüglich Druckfestigkeit, Wasserleitfähigkeit (WLF) und Karbonatisierungswiderstand (KW).

    Danach wurde der JURA ECO3 Zement im Betonwerk unter realen Bedingungen im Hochbau getestet und zwei Betonbauteile im Tiefbau realisiert: eine LKW-Entladerampe (100 m3) und eine Bodenplatte (300 m3). Ein Beton NPK G konnte so geprüft werden. Der Einbau verlief reibungslos und die Baumeister zeigten sich überzeugt: Die Entmischungsgefahr des Frischbetons war gering, das gute Festigkeitsverhalten und die hohe Dauerhaftigkeit des Festbetons waren weitere Pluspunkte. Für Architekten, Ingenieure und Planer gelten keine Einschränkungen bei den Bemessungsgrundlagen.

    Die Basis für eine neue Generation nachhaltiger Zemente
    Die JURA Materials-Gruppe ist in der Schweiz und in Europa einer der ersten Baustoffproduzenten, der einen Zement mit dem Zusatzstoff kalzinierten Ton zur Marktreife gebracht hat. «Das Produkt wird den steigenden Bedarf an nachhaltigen Lösungen im Markt bedienen», zeigt sich Ralf Schumann, Commercial Director Cement der JURA Materials-Gruppe, überzeugt. «Ob von Baumeistern oder Investoren wie Städten und Gemeinden, Pensionskassen und Versicherungen, bei denen die Klimabilanz eines Bauprojekts eine immer grössere Rolle spielt und deren CO2-Bilanz der JURA ECO3 wesentlich verbessert.»

    Quelle: juramaterials.ch/juraeco3

  • Frühe Planungsphase ist entscheidend für Netto Null bei Immobilien

    Frühe Planungsphase ist entscheidend für Netto Null bei Immobilien

    Eine breit angelegte Portfoliostudie von Implenia zeigt, wie klimaneutrale Gebäude realisiert werden können. Für diese Studie hat die Division Real Estate des Bauunternehmens 36 eigene Entwicklungsprojekte in der Schweiz untersucht. Wie es dazu in einer Medienmitteilung heisst, lassen sich aus dieser Studie die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus ableiten, sowohl hinsichtlich der Emissionen während ihrer Erstellung als auch im Betrieb.

    Diese Einflussfaktoren hat Implenia in einem White Paper aufbereitet. Es richtet sich an Investorinnen und Investoren, Entwickelnde und Auftraggebende, die ihr Projekt auf einen Netto-Null-Zielpfad bringen wollen.

    Laut dieser Analyse sind die wirksamsten Hebel zur Dekarbonisierung in der frühen Planungsphase zu finden, beginnend mit der Standortwahl. Denn wenn die Standortbedingungen hinsichtlich erneuerbarer Energien ungünstig sind, sei es viel schwieriger, eine Netto-Null-Nutzung zu erreichen.

    Daneben hätten auch früh festgelegte Gebäudeparameter „einen erheblichen Einfluss auf die Emissionsziele“. Dazu zählen Form, Kompaktheit, Ausrichtung, Unterkellerung und Tragstruktur. „Mit der richtigen Kombination aus Standort, Design, dem Einsatz erneuerbarer Energien, intelligenten Systemen und ökologischen Materialien entwickeln wir Gebäude, in denen künftige Generationen nachhaltig wohnen und arbeiten können“, so Marc Lyon, Head Real Estate Development Schweiz bei Implenia.

  • Bauauftraggeber engagieren sich für Kreislaufwirtschaft

    Bauauftraggeber engagieren sich für Kreislaufwirtschaft

    Der Bau und der Betrieb von Gebäuden und Infrastrukturen machen rund die Hälfte des gesamten Rohstoffbedarfs der Schweiz aus. Gleichzeitig fallen hier ein Drittel der CO2-Emissionen und über 80 Prozent des Abfallaufkommens an. Zwölf der grössten öffentlichen und privaten Bauauftraggeber wollen hier Abhilfe schaffen, informiert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Sie hat gemeinsam mit Allreal, AXA Investment Managers Schweiz AG, der Baudirektion Kanton Zürich, dem Bundesamt für Bauten und Logistik, dem Hochbaudepartement Stadt Zürich, Post Immobilien Management und Services AG, Swiss Prime Site, Swiss Life Asset Management AG, UBS Fund Management (Switzerland) AG, Zug Estates und Zurich Invest AG die „Charta kreislauforientiertes Bauen“ unterzeichnet.

    Die Charta verfolgt das Ziel, die Kreislaufwirtschaft im Schweizer Bauwesen voranzutreiben. Dazu wird angestrebt, die Verwendung nicht erneuerbarer Primärrohstoffe auf die Hälfte der Gesamtmasse zu verringern. Indirekte Treibhausgasemissionen sollen in einem ersten Schritt erfasst und im Weiteren stark reduziert werden. Dazu wollen die Charta-Partner innovative Lösungen entwickeln. Als Beispiele werden in der Mitteilung sanieren statt neu bauen, langfristig bauen, Materialeinsatz verringern und Rohstoffe wiederverwenden genannt.

    Die zwölf Erstunterzeichnenden der Charta zeichnen zusammen jährlich rund 4 Milliarden Franken Hochbauinvestitionen, erläutert die Empa. Weitere Bauherrschaften sind eingeladen, sich der Charta und ihren Zielen anzuschliessen.

  • Andermatt Swiss Alps macht Fortschritte bei Nachhaltigkeit

    Andermatt Swiss Alps macht Fortschritte bei Nachhaltigkeit

    Die Andermatt Swiss Alps Gruppe und die Andermatt-Sedrun Sport AG haben 2021 Nachhaltigkeitsziele definiert. Der „Fortschrittsbericht Andermatt Responsible 2022“ gibt nun einen ersten Zwischenstand. Für den Bericht haben die beiden Unternehmen bereits zum dritten Mal ihren Treibhausgasfussabdruck berechnen lassen.

    Absolut gesehen fielen die Emissionen der beiden Unternehmen 2022 um 44,4 Prozent höher aus als im Vorjahr, informiert die Andermatt Swiss Alps Gruppe in einer Mitteilung zum Bericht. Das Unternehmen führt den Anstieg auf die laufenden Bauten in Andermatt Reuss und gestiegene Gästezahlen zurück. Die durchschnittlichen Emissionen pro Gast im Betrieb seien hingegen „mehrheitlich gesunken, da die teils fixen Treibhausgasemissionen von Skigebiet, Hotellerie und Gastronomie auf eine grössere Anzahl Gäste anfallen“.

    Die indirekten Emissionen durch die Bereitstellung von Energie fielen 2022 sehr tief aus, da Strom- und Wärmeversorgung der Neubauten und der Betrieb der Bergbahnen mit regionalem und klimaneutralem Strom erfolgen. Zudem konnte der Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gesenkt werden. Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus mehrere Projekte für die Reduktion von Abfall und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln durchgeführt.

    Bei der Reduktion von Abfall haben die beiden Unternehmen ihr gestecktes Ziel von einer Reduzierung der Menge um 20 Prozent bereits übererfüllt. Konkret fiel im Berichtsjahr 28,3 Prozent weniger Abfall als im Referenzjahr 2019 an. Auch die Quote an lokalen Besetzungen in der Gastronomie lag mit 40 Prozent bereits über dem Ziel von 35 Prozent.

  • Rechner von Madaster zeigt CO2-Fussabdruck von Gebäuden

    Rechner von Madaster zeigt CO2-Fussabdruck von Gebäuden

    Die Madaster Services Schweiz AG hat einen CO2-Rechner aufgelegt. Mit dessen Hilfe lässt sich laut einer Medienmitteilung das in einem Bauwerk gebundene CO2 auf Knopfdruck bestimmen. Der CO2-Rechner kann sowohl bei neuen als auch bei Bestandsimmobilien zum Einsatz kommen.

    Die Informationen schöpft der CO2-Rechner aus Modellen des sogenannten Building Information Modeling (BIM) mit maschinell auslesbaren Umwelt-Produkt-Daten. Dabei werden alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. Diese Daten werden in Zusammenarbeit mit der in Deutschland ansässigen EPEA GmbH (Environmental Protection Encouragement Agency) generiert, dem Innovationspartner für umweltverträgliche und kreislauffähige Industrieprodukte, Gebäude und Stadtquartiere. Das Ergebnis wird im gängigen Format Kilogramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter bereitgestellt.

    Madaster ist ein Online-Register für Materialien, Komponenten und Produkte in der gebauten Umgebung. Ziel von Madaster ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bau- und Immobiliensektor der Schweiz. Dafür stellt das Unternehmen Materialpässe aus. Denn „Material mit Identität behält seinen Wert“, so Madaster in einer Video-Präsentation.

    ­Der CO2-Rechner soll für Eigentümer von Liegenschaften mehr Transparenz schaffen. Madaster rechnet damit, dass sich der CO2-Fussabdruck künftig auf die finanzielle Bewertung der Materialien auswirkt, indem die CO2-Bepreisung vom Materialwert abgezogen wird. Ausserdem, so heisst es in der Mitteilung, ermögliche dieser Rechner in Zukunft eine Kopplung des Zirkularitätsindex mit den CO2-Emissionen.

  • Schindler hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 keine Nettoemissionen zu erzielen

    Schindler hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 keine Nettoemissionen zu erzielen

    "Jetzt brauchen wir Klimaschutzmassnahmen", sagte Silvio Napoli, Verwaltungsratspräsident und CEO von Schindler. "Wir haben uns wahrscheinlich die ehrgeizigsten Ziele in unserer Branche gesetzt, um den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Zukunft zu beschleunigen."

    Die SBTi bestätigte sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Ziele von Schindler. Das kurzfristige Ziel von Schindler für 2030 beinhaltet eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen aus seiner Geschäftstätigkeit um 50%, ausgehend vom Basisjahr 2020. Dies beinhaltet zusätzlich die direkten Emissionen, die durch die Flotte, Gebäude und Prozesse des Unternehmens verursacht werden (Scope 1). zu den indirekten Emissionen Emissionen aus dem Bezug von Strom, Wärme und Kälte (Scope 2). Darüber hinaus will Schindler die Emissionen in seiner Wertschöpfungskette um 42 % reduzieren (Scope 3).

    Darüber hinaus hat sich Schindler das wissenschaftlich fundierte, langfristige Emissionsreduktionsziel gesetzt, Netto-Null-Emissionen bis 2040 zu erreichen. Dies muss durch eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen um 90 % in den Bereichen 1, 2 und 3 beginnend erreicht werden ab Basisjahr 2020. In Übereinstimmung mit den SBTi-Kriterien und -Empfehlungen priorisiert Schindler die Dekarbonisierung durch direkte Emissionsreduktion und arbeitet gleichzeitig an der Neutralisierung seiner Restemissionen.

    Die Wissenschaftsziele nutzen die neuesten klimawissenschaftlichen Erkenntnisse, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen: Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau. Die kurzfristigen Ziele beschreiben, wie Organisationen ihre Emissionen in den nächsten fünf bis zehn Jahren reduzieren werden. Die langfristigen Ziele geben an, wie viel Emissionsminderungen Organisationen benötigen, um Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050 zu erreichen. Sie werden von Unternehmen erstellt und von der Science Based Targets Initiative (SBTi), einer Partnerschaft zwischen dem Carbon Disclosure Project ( CDP), dem United Nations Global Compact (UNGC), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Natura (WWF).

    Schindler veröffentlichte heute auch seinen Nachhaltigkeitsbericht 2021. Er skizziert die Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeits-Roadmap 2022 und präsentiert die Ergebnisse der kürzlich abgeschlossenen Wesentlichkeitsbewertung, die in die Nachhaltigkeits-Roadmap 2030 einfließen werden.

    Der Bericht veranschaulicht auch, wie Schindler mit Kunden zusammenarbeitet, um ihnen zu helfen, ihre Klimaziele zu erreichen, und mit anderen Immobilienakteuren, um den notwendigen Wandel voranzutreiben. Schindler veröffentlicht seit 2011 jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht.

    Quelle group.schindler.com zum Download

  • Klimaneutral bis 2050

    Klimaneutral bis 2050

    Viele Hausbesitzer können sich eine Sanierung nicht leisten. Mit langfristigen Darlehen sollen nun Bauherren unterstützt werden, die ihre Immobilie klimatauglich machen möchten, aber nicht über ausreichend Finanzmittel verfügen oder ihr Geld lieber in ihr Kerngeschäft investieren. So will es zumindest der Staat. Ob und wie das machbar ist, bleibt noch fraglich. Denn die dafür vorgesehenen Finanzinstitute, wie beispielsweise Banken und Versicherungen, sind an Darlehen mit Laufzeiten über mehr als 30 Jahren kaum interessiert. Der Bund will deshalb als Sicherheitsgarant auftreten. In einem Pilotprojekt in Bern soll nun geprüft werden, ob diese Finanzierungsidee realistisch ist.

    Einen anderen Weg schlägt die Zuger Energeek Group AG vor. «Mit Energeek®, das Solar Panel mit Miete für Sie», bringt sie Menschen dazu, in Solarenergie zu investieren, egal ob mit oder ohne Immobilien- oder Grundbesitz. Energeek stellt die Solarpanels und die Immobilienprojekte. Wer investieren möchte, kann ein oder mehrere Panels online kaufen und diese im Anschluss an eine Projektgesellschaft vermieten. Beim Erwerb profitiert der Käufer sofort auch von der Einmalvergütung (EIV), den Fördergeldern des Bundes für Solaranlagen. Die erworbenen Panels werden in einen grösseren Panelverbund integriert, der nachhaltig Strom erzeugt; der Käufer von diesen Panels wird so zum Stromproduzenten durch erneuerbare Energie mit Recht auf Mieteinnahmen. Ein Mindestmietpreis wird beim Vertragsabschluss garantiert. Mietanpassungen nach oben sind dagegen jederzeit möglich. Beispielsweise wenn der Strompreis mit der Teuerung steigt. Die erworbenen Solar Panels können zudem jederzeit zusammen mit dem Mietvertrag und dem dazugehörenden Mietertrag weiterverkauft, vererbt oder verschenkt werden.

    Ein weiterer grosser Vorteil: damit Solar Panels und die Projekte sehr effizient arbeiten, werden wann immer möglich und ergänzend, zu der fest installierten PV-Fläche, Solar-Tracker eingesetzt. Mit diesen werden die Panels nicht fest installiert, sondern drehen sich nach der Sonne. Das heisst, dass zum Beispiel auch Morgen- und Abendsonne optimal genutzt wird. Oder an einem wolkigen Tag die kleinste Wolkenlücke entdeckt und zur Stromproduktion nutzt. Hierdurch wird eine Produktionssteigerung von zusätzlichen + 63% kWh im Durchschnitt erreicht. Dies im Vergleich zu fest installierten Solar Panels.

    Die Energeek Group AG stellt die Projekte, bei welchen Solar Panels gekauft werden können, jeweils auf ihrer Webseite vor. An welches Projekt die erworbenen Panels vermietet werden sollen, kann der Käufer so selbst bestimmen. Zum Angebot steht zum Beispiel derzeit ein Projekt auf einem Pferdehof und Hotel in den Freibergen. Dort errichtet die Gruppe zusammen mit ihren zertifizierten Partnern auf einer Fläche von geplanten 1’590 Quadratmetern Photovoltaik Systeme und versorgt so die Hotel-Gebäudeinfrastruktur, Nachbarn, Wärmepumpe und E-Ladestation(en) mit Elektrizität. Ein Panel kostet bei diesem Projekt momentan etwas mehr als CHF 900, die jährlichen Mieteinnahmen liegen bei CHF 82,50. Eine ansehnliche Rendite also.
    Weitere Infos auf www.energeek.biz

  • Empa schlägt Plan für Gebäudesanierung vor

    Empa schlägt Plan für Gebäudesanierung vor

    Das Dübendorfer Urban Energy Systems-Labor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat Massnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase der 1,8 Millionen Gebäude im Land erarbeitet. Das Labor wolle aufzeigen, welches die passenden Schritte sind und in welcher Reihenfolge sie sinnvollerweise unternommen werden sollten, heisst es in einer Mitteilung. Ziel ist eine entscheidende Absenkung des CO2-Ausstosses für Heizen und Kühlen, um das Netto-Null-Ziel der Schweiz bis 2050 zu erreichen. Denn ginge die ökologische Sanierung des Gebäudebestands im augenblicklichen Tempo voran, würde dies noch 100 Jahre dauern, rechnet die Empa vor.

    Unter der Leitung von Kristine Orehounig teilten die Forschenden mittels des Datenschürfens alle Wohn- und Gewerbegebäude der Schweiz je nach Baujahr, Heizungstyp, Lage und Anzahl der Nutzenden in über 100 Archetypen ein. Anschliessend wurden alle auf ihre Eignung für Photovoltaik und den Anschluss an ein Wärmenetz geprüft.

    Diese Sortierarbeit habe laut Empa ergeben, dass es sich lohne, die Erneuerung von Dächern und Fenstern älterer Gebäude besonders rasch anzugehen. Darauf solle die Sanierung von Heizanlagen bei fast allen Haustypen folgen. Wichtig sei es, fossile Brennstoffe so rasch wie möglich durch Photovoltaik auf Dächern und an Fassaden zu ersetzen. Das Forschungsteam empfiehlt Wärmeerzeugung durch Wärmepumpen und Biomasseheizungen. „Wenn die vorgeschlagenen Massnahmen ergriffen werden“, glaubt Kristine Orehounig, „können die Treibhausemissionen im bestehenden Gebäudepark der Schweiz um 60 bis 80 Prozent gesenkt werden“.