Schlagwort: empa

  • Ein Algorithmus regelt Thermostate

    Ein Algorithmus regelt Thermostate

    Zwei Forscher des Urban Energy Systems Lab an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben einen selbstlernenden Algorithmus für Heizungsthermostate geschaffen. Laut einem Bericht der Empa kann er mittels Cloud-Anbindung in herkömmliche intelligente oder smarte Thermostate eingebunden werden und die Raumtemperatur vorausschauend regeln.

    „Das Potenzial ist enorm“, so Felix Bünning, Co-Gründer der Empa-Ausgliederung viboo, die diesen Algorithmus vermarktet. „Unsere Experimente im NEST haben gezeigt, dass mit diesem Ansatz eine Energieeinsparung zwischen 26 und 49 Prozent erreicht werden kann.“

    Um ein Modell des Gebäudes zu erstellen, genügen Gebäudedaten wie die Ventilpositionen und Messungen der Raumtemperatur von lediglich zwei Wochen. In Kombination mit Vorhersagen zur lokalen Aussentemperatur und zur globalen Sonneneinstrahlung berechnet der Algorithmus dann eigenständig bis zu zwölf Stunden im Voraus den idealen Energieaufwand, um das Gebäude zu heizen oder zu kühlen.

    Ein erster Partner ist den Angaben zufolge die dänische Firma Danfoss. Der international tätige Thermostathersteller prüft derzeit in einem Pilotprojekt gemeinsam mit viboo, wie hoch das Einsparpotenzial in herkömmlichen bestehenden Gebäuden ist. Daneben sei das Start-up bereits mit anderen Industriepartnern im Gespräch. So werde es den Algorithmus etwa in einem Zürcher Bürohaus direkt ins zentrale Gebäudeautomationssystem integrieren.

  • Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Eine an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) entwickelte Analysemethode kann Aussagen darüber treffen, wie sich der Verbrauch der Fahrzeugflotte eines Landes von Jahr zu Jahr verändert. Diese neue Methode basiert auf Mathematik und Deep Learning-Techniken. Laut einer Mitteilung ist sie in der Lage aufzuzeigen, wo die Politik sowie Autokäuferinnen und -käufer ansetzen könnten, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

    Das zu analysieren, sei in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden. Denn Fahrzeuge liessen sich aufgrund technischer Neuerungen nicht mehr in klassische Segmente wie Klein-, Mittel- und Oberklasse einteilen. Zudem würden Neufahrzeuge immer grösser und schwerer. Dazu nähmen die Hubräume ab, bei gleichzeitig immer besseren Wirkungsgraden der Motoren.

    Deshalb bezeichnet die Empa-Abteilung Fahrzeugantriebssysteme ihre Analysetechnik als „wichtigen Durchbruch“: Sie ermögliche es, „die CO2-Emissionen separat zu bewerten und durch die Analyse grosser Datenbanken eine genaue automatische Fahrzeugklassifizierung vorzunehmen“, erläutert Forscherin Naghmeh Niroomand. „Dies erleichtert die Analyse von Flottenveränderungen in einem Land oder einem grossen Unternehmen.“ Dank dieser neuen Methode würden „subjektive und expertenbasierte Faktoren“ beseitigt und die Datenbanken aus der ganzen Welt vergleichbar.

    Für die Schweiz konnte das Team die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Personenwagen berechnen. Wären weniger schwere Fahrzeuge wie SUVs auf Schweizer Strassen unterwegs, würde dies die Dekarbonisierung am wirksamsten voranbringen, so Niroomand. Hilfreich wäre es auch, Fahrzeuge mit geringerer Leistung in derselben Fahrzeugklasse zu kaufen.

  • Beton-Projekt an der Empa erhält Fördergeld

    Beton-Projekt an der Empa erhält Fördergeld

    Die Ernst Göhner-Stiftung mit Sitz in Zug fördert ein Forschungsprojekt für Hochleistungsbeton an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Einen Betrag in nicht genannter Höhe hat sie dem Empa-Zukunftsfonds als Anschubförderung jetzt bereitgestellt, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Unterstützt wird damit ein Forschungsprojekt für umweltfreundlicheren Beton. Dieser komme auf einen geringeren CO2-Fussabdruck als der herkömmliche Stahlbeton, weil er haltbarer und stabiler sei. Zudem könne der sich selbst vorspannende Beton sparsamer eingesetzt werden.

    Bei dem Projekt handele es sich um ein sogenanntes High-Risk-High-Gain-Projekt. „Das Risiko eines Fehlschlags ist hoch, aber es gibt auch sehr viel zu gewinnen“, wird Masoud Motavalli, Leiter der Forschungsabteilung Ingenieur-Strukturen bei der Empa in Dübendorf, in der Medienmitteilung zitiert. Seit 2008 war er mit der Idee von einem vorgespanntem Hochleistungsbeton an potenzielle Förderer herangetreten.

  • Empa forscht an Erdspeicher

    Empa forscht an Erdspeicher

    Die Empa richtet unter ihrem neu entstehenden Forschungscampus in Dübendorf einen experimentellen, saisonalen Energiespeicher ein, informiert die Forschungsanstalt in einer Mitteilung. In dem unter dem Areal liegenden Erdreich soll die Abwärme von Lüftungen und Laborgeräten gespeichert werden. Ziel ist es, das gesamt Empa-Areal mit Energie zu versorgen, schreibt die Empa.

    Als Wärmespeicher dient ein Erdsondenfeld mit einem Temperaturgradienten, in das 144 bis zu 100 Meter tief im Boden verankerte Erdsonden installiert werden. Mit ihrer Hilfe wollen die Empa-Forschenden einen optimalen Mix zwischen Temperatur, Wirkungsgrad und Energiespeicher einstellen. Dabei können die Temperaturen im Erdspeicher von bis zu 50 Grad im Zentrum und 10 Grad in den Randbereichen schwanken. In einer Tiefe von 100 Metern arbeite der Speicher besonders effektiv und verliere nur wenig Wärme an die Umgebung, erläutert die Empa.

    Die Forschungsanstalt kann den Wärmespeicher über zehn Jahre vorwiegend für eigene Forschungszwecke nutzen. Ein Erdspeicher sei einerseits sehr effektiv, aufgrund seiner grossen Masse aber auch träge, heisst es in der Mitteilung. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Einstellung der endgültigen Betriebstemperatur etwa drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird.

  • Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Von der Idee bis zur marktfähigen Innovation ist es ein weiter Weg – insbesondere im Bauwesen. Zwischen Technologien, die im Labor funktionieren, und dem Markt, der ausgereifte und zuverlässige Produkte verlangt, klafft eine Lücke. Diese Lücke will das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Schweizer Forschungsinstitute Empa und Eawag schliessen.

    Das NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) wurde 2016 eröffnet und steht auf dem Empa-Campus in Dübendorf. Das Gebäude besteht aus einem Gebäudekern mit drei auskragenden Plattformen. Darauf lassen sich temporäre, thematisch unterschiedliche Gebäudemodule, sogenannte Units, installieren. Auf diese Weise können im NEST Forscherteams, Architekturbüros und Unternehmen aus der Baubranche zusammen Materialien, Technologien, Produkte, Energiekonzepte und Nutzungskonzepte testen und weiterentwickeln. Im Sinne eines «Living Lab» sind die installierten Units real genutzte Wohn- und Arbeitsumgebungen.

    Auf der obersten Plattform des NEST befindet sich zurzeit die Unit «HiLo» im Bau. Der Baustart erfolgte im Sommer 2019. Die Unit soll die Möglichkeiten im Leichtbau demonstrieren. Neben einer innovativen Dachkonstruktion kommen materialsparende Leichtbau-Böden sowie eine adaptive Solarfassade zum Einsatz. Während des Betriebs soll die Gebäudetechnik mithilfe von Machine-Learning laufend optimiert werden. Am 6. Oktober 2021 wird die Unit offiziell eröffnet.

    In Planung ist zudem die zweistöckige Unit «STEP2». Wirtschafts- und Forschungspartner realisieren sie gemeinsam in einem Open-Innovation-Ansatz. Nach ihrer Fertigstellung, die auf Sommer 2022 geplant ist, soll sie als interdisziplinäre Innovationswerkstatt und Büroumgebung dienen. Zu den zentralen Projekten der Unit gehören etwa eine Wendeltreppe in Form einer menschlichen Wirbelsäule, eine Gebäudehülle, die sich den äusseren Bedingungen anpasst sowie eine mit 3D-Druck hergestellte Geschossdecke.

  • Kunstwerk produziert Solarstrom

    Kunstwerk produziert Solarstrom

    Solarzellen können Gebäude auch als Kunstobjekte zieren. Dies zeigt ein Projekt, das nun am Forschungsgebäude NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts EAWAG umgesetzt wurde. Die Fassaden des Gebäudes sind mit Photovoltaikmodulen bestückt worden, die zusammen ein Kunstwerk ergeben.

    Die Empa hat dafür das Projekt namens Glasklar umgesetzt, an dem sie gemeinsam der Firma Zug Estates sowie Studierenden und Dozierenden der beiden Departemente Design & Kunst und Technik & Architektur der Hochschule Luzern gearbeitet hat. Letztere haben in einer zweiwöchigen Blockveranstaltung Photovoltaikmodule entworfen, die als Designobjekte visuell zum NEST-Gebäude passen. Umgesetzt wurde das Design der Textildesignstudentin Lynn Balli. Es wurde bei einem interdisziplinären Design-Wettbewerb für den Einsatz beim NEST-Gebäude ausgewählt.

    „Wenn wir das Interesse von Designerinnen und Designern für die Gestaltung von gebäudeintegrierten Photovoltaikmodulen wecken können, leisten wir einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz von Photovoltaikfassaden und fördern somit den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz“, wird Björn Niesen, Innovationsmanager NEST, in einer Mitteilung der Empa zitiert.

  • Empa erreicht Rekord bei flexiblen Solarzellen

    Empa erreicht Rekord bei flexiblen Solarzellen

    Das Empa-Team des Laboratoriums für dünne Filme und Photovoltaik unter der Leitung von Ayodhya N. Tiwari hat seinen siebten Rekord für den Wirkungsgrad flexibler CIGS (Copper Indium Gallium Diselenide)-Solarzellen aufgestellt. Nach einem rekordhohen Wirkungsgrad von 12,8 Prozent im Jahr 1999 erreichte es nun laut einer Medienmitteilung 21,38 Prozent. Dieser neue Rekord wurde vom unabhängigen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme im deutschen Freiburg bestätigt.

    Der nun gemessene Wert liegt bereits nahe am besten Wirkungsgrad herkömmlicher, nicht biegsamer Solarzellen aus kristallinem Silizium von 26,7 Prozent. Die hocheffizienten flexiblen Solarzellen eignen sich besonders für die Anwendung auf Dächern und Gebäudefassaden, für Gewächshäuser, Transportfahrzeuge, Flugzeuge und tragbare Elektronik. Gemeinsam mit der in Niederhasli ZH ansässigen Firma Flisom, einer Ausgründung aus der Empa und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), entwickeln die Forschenden eine Rolle-zu-Rolle-Herstellung von leichten, flexiblen Solarmodulen für derartige Anwendungen.

    Diese Solarzellen werden mittels einer Niedrigtemperatur-Verdampfungsmethode auf einer Polymerfolie hergestellt. Darauf liegt das lichtabsorbierende Halbleitermaterial als hauchdünner Film. Empa-Forscher Shiro Nishiwaki optimierte deren Zusammensetzung. So konnte er den Wirkungsgrad weiter erhöhen. Laut Messungen des Teams blieb die Steigerung der Photovoltaikleistung auch nach mehreren Monaten stabil.

    Tiwaris Team arbeitet eng mit dem Kovalenko Lab für Funktionale Anorganische Materialien der ETH Zürich zusammen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden vom Bundesamt für Energie unterstützt.

  • Empa schlägt Plan für Gebäudesanierung vor

    Empa schlägt Plan für Gebäudesanierung vor

    Das Dübendorfer Urban Energy Systems-Labor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat Massnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase der 1,8 Millionen Gebäude im Land erarbeitet. Das Labor wolle aufzeigen, welches die passenden Schritte sind und in welcher Reihenfolge sie sinnvollerweise unternommen werden sollten, heisst es in einer Mitteilung. Ziel ist eine entscheidende Absenkung des CO2-Ausstosses für Heizen und Kühlen, um das Netto-Null-Ziel der Schweiz bis 2050 zu erreichen. Denn ginge die ökologische Sanierung des Gebäudebestands im augenblicklichen Tempo voran, würde dies noch 100 Jahre dauern, rechnet die Empa vor.

    Unter der Leitung von Kristine Orehounig teilten die Forschenden mittels des Datenschürfens alle Wohn- und Gewerbegebäude der Schweiz je nach Baujahr, Heizungstyp, Lage und Anzahl der Nutzenden in über 100 Archetypen ein. Anschliessend wurden alle auf ihre Eignung für Photovoltaik und den Anschluss an ein Wärmenetz geprüft.

    Diese Sortierarbeit habe laut Empa ergeben, dass es sich lohne, die Erneuerung von Dächern und Fenstern älterer Gebäude besonders rasch anzugehen. Darauf solle die Sanierung von Heizanlagen bei fast allen Haustypen folgen. Wichtig sei es, fossile Brennstoffe so rasch wie möglich durch Photovoltaik auf Dächern und an Fassaden zu ersetzen. Das Forschungsteam empfiehlt Wärmeerzeugung durch Wärmepumpen und Biomasseheizungen. „Wenn die vorgeschlagenen Massnahmen ergriffen werden“, glaubt Kristine Orehounig, „können die Treibhausemissionen im bestehenden Gebäudepark der Schweiz um 60 bis 80 Prozent gesenkt werden“.

  • Empa verstärkt Betonbauten

    Empa verstärkt Betonbauten

    In die Jahre gekommene Bauwerke aus Beton werden bereits seit langem mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK) verstärkt, erläutert die Empa in einer Mitteilung. Forschende der Empa haben diese Technologie nun weiterentwickelt. Ihre CFK-Lamellen können der Durchbiegung von Betonbalken aktiv entgegenwirken.

    Dazu werden die Lamellen unter Zugspannung mit Epoxidharz an die Balken geklebt. Nach Aushärten der Verbindung wirkt die Zugspannung der Durchbiegung der Balken entgegen. Auch bei der Befestigung der Enden der Streifen haben die Forschenden das bisherige Verfahren verbessert. Anstelle verklebter und verschraubter Aluminiumplatten kommen eigens entwickelte Bügel aus CFK zum Einsatz.

    „Eine Lösung aus einem einzigen Material ist immer besser als aus zweien, die sich unterschiedlich verhalten“, wird Empa-Forscher Christoph Czaderski in der Mitteilung zitiert. „Gerade für die Verankerung haben wir im Labor viele Versuche gemacht.“ Der Mitteilung zufolge kann die neue Technologie die Belastungsfähigkeit einer Betonplatte gegenüber der klassischen Methode um 77 Prozent erhöhen.

    Im nächsten Schritt soll das Verfahren nun zur Marktreife gebracht werden. Dazu arbeitet die Empa mit S&P Clever Reinforcement Company in Seewen SZ als Industriepartner zusammen. Hier werde derzeit ein industrielles Verfahren für die bisher in Handarbeit hergestellten Bügel entwickelt, heisst es in der Mitteilung. Martin Hüppi hält das Verfahren „auch preislich für Bauherren vertretbar“. „Ich sehe dafür absolut einen Markt“, erklärt der Projektleiter von S&P in der Mitteilung.

  • Empa-Forschende entwickeln Energiesparriegel für Fenster

    Empa-Forschende entwickeln Energiesparriegel für Fenster

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben eine neuartige Wärmedämmung für Fenster entwickelt. Laut Medienmitteilung ist der Dämmsteg eine Art Sandwich, mit einer umweltfreundlichen Füllung. Im Inneren befindet sich aus wiederverwerteten PET-Flaschen geformter Schaumstoff mit mikroskopisch kleinen Luftbläschen. Dieser sogenannte gefüllte Energiesparriegel für Fenster hat einen sehr hohen Wärmedämmwert.

    Entwickelt wurde der Riegel von einem Empa-Team um Michel Barbezat und Giovanni Terrasi von der Abteilung Mechanical Systems Engineering zusammen mit Experten des Metallbauunternehmens Hochuli in Wigoltingen TG. Frank Hochuli hat für das Vorhaben eigens die Tochterfirma hochuli advanced gegründet. Hochuli bietet den Dämmsteg unter dem Markenzeichen Alpet an. Verglichen mit heutigen hochwertigen Ausführungen liesse sich die Wärmdämmung, etwa in einem neuen Bürogebäude, durchaus um bis zu einem Fünftel verbessern, wird Frank Hochuli zitiert.

    Das neue Produkt ist von den Empa-Forschenden auf Verschleissfestigkeit bei Dauerbeanspruchung wie auf die Eigenschaften der Wärmedämmung geprüft worden. Eine weitere Prüfung des neuartigen Dämmstegs ist beim Prüfinstitut ift im bayerischen Rosenheim vorgenommen worden. Das ift gilt laut der Medienmitteilung in der Branche seit Jahrzehnten als Referenz. Die Fachleute dort setzten laut der Empa-Mitteilung die Prototypen auch Brandversuchen, Bruchtests und anderen Belastungen aus, wie auf nicht sichtbare Mikrorisse nach 1000-stündiger Lagerung in Öl oder leichter Säure oder nach starkem Zug in Querrichtung.

    Nach Angaben von Frank Hochuli liegen offizielle Zertifizierungen zum Brandverhalten und zur statischen Belastbarkeit vor. Das Attest zur Wärmedämmung steht noch aus.

  • Empa und Eawag erweitern Campus

    Empa und Eawag erweitern Campus

    Am Mittwoch haben symbolisch die Bauarbeiten für die Erweiterung des Forschungscampus‘ von Empa und Eawag in Dübendorf begonnen. Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss für ein neues Laborgebäude gegeben. Zudem sind auf dem insgesamt 20’000 Quadratmeter grossen Grundstück ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus vorgesehen. Laut Mitteilung der Empa ist die Fertigstellung für Mitte 2024 geplant.

    Das Laborgebäude wird Raum für rund 60 neue Labore und Büros bieten, das Multifunktionsgebäude 1000 Quadratmeter Bürofläche und im Erdgeschoss Platz für Gastronomie. Sämtliche Parkplätze werden ins Parkhaus verlegt. Insgesamt 260 Fahrzeuge sollen darin Platz finden. Dadurch würden die Aussenflächen für Fussgänger und Radfahrer einladender und sicherer. Zudem sei mehr Begrünung möglich.

    Künftig werde nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht. Vor allem bei Energie und Gebäudetechnik sollen Innovationen aus den Empa-Laboren zum Einsatz kommen. So sei etwa ein Feld mit Erdsonden geplant, die die Abwärme der Gebäude speichern und sie im Winter wieder abgeben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werde dann untersucht, wie diese Innovation die Energieversorgung des Campus beeinflusst. 

  • Schweiz braucht 87 Millionen Tonnen Material im Jahr

    Schweiz braucht 87 Millionen Tonnen Material im Jahr

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) sind der Frage nachgegangen: Wie viel verbraucht die Schweiz? Zugrunde gelegt wurden die Massen- und Energieflüsse für das Jahr 2018. Daraus ergibt sich laut Medienmitteilung, dass der inländische Materialkonsum netto pro Jahr 87 Millionen Tonnen beträgt. Das ist die Masse an Material, um die Schweizer Volkswirtschaft am Laufen zu halten. Dazu gehören beispielsweise Gebäude, Strassen, Autos oder auch Strom.

    Als Beispiele für abfliessende Massen nennt die Mitteilung, dass 12 Millionen Tonnen in die endgültige Entsorgung gelangen. Der Export belief sich im Untersuchungsjahr 2018 auf 18 Millionen Tonnen. Ein Grossteil des zufliessenden Materials verbleibt im System und lässt das „Lager“ pro Jahr (Stand 2018) um 52 Millionen Tonnen wachsen. Das Gesamtgewicht des „Materiallagers“ der Schweiz umfasst rund 3,2 Milliarden Tonnen.

    Die Studie ist der vierte Teil des Projekts MatCH. Die Abkürzung steht für „Material- and energy resources and associated environmental impacts in Switzerland“ (Material- und Energieressourcen und damit verbundene Umweltauswirkungen in der Schweiz). Das Projekt wurde 2013 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) lanciert und erstreckte sich über mehrere Etappen. Der erste Teil erfasste sämtliche Material- und Energieströme im Bausektor; der zweite deckte die Mobilität ab. Und Teil drei widmete sich der Produktion und dem Konsum der übrigen Güter, die eingeführt, im Inland gewonnen und exportiert werden.

    Die jetzt vorgelegte Arbeit ist Teil vier, der eine Synthese der Erkenntnisse aus den drei vorausgegangenen bringt. Zudem analysierte das Team, wie sich das Verhalten der Bevölkerung auf die Emission von Treibhausgasen auswirkt. Neben Pro-Kopf-Verbrauchsdaten haben die Forschenden auch das persönliche Verhalten analysiert. In der Mitteilung heisst es, wenn sich alle Einwohner so verhalten würden wie das Fünftel der Bevölkerung mit dem vorbildlichsten Lebensstil, liessen sich die gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz um 16 Prozent reduzieren. Würden sich hingegen alle wie das Fünftel mit dem unökologischsten Lebensstil verhalten, stiegen die Emissionen um 17 Prozent an.

  • Büroetage im NEST wird kreislauffähig gebaut

    Büroetage im NEST wird kreislauffähig gebaut

    Die Sprint genannte Büroeinheit im NEST soll neue Massstäbe für kreislaufgerechtes Bauen setzen. Mitte April findet der Spatenstich statt. Im Sommer soll sie fertiggestellt sein. Sprint ist im ersten Obergeschoss des NEST in Dübendorf angesiedelt. Das insgesamt dreigeschossige modulare Gebäude ist das Forschungs- und Innovationszentrum der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag).

    Wie es in einer Medienmitteilung der Empa heisst, konzentrierten sich die an der Planung Beteiligten darauf, möglichst allgemeingültige Lösungen für einen späteren Rückbau zu finden. Dabei folgen sie einem Designansatz, der zukünftige Änderungen und Demontagen zur Rückgewinnung von Systemen, Komponenten und Materialien erleichtert. Heutige Gebäude müssten so gebaut werden, „dass deren Bestandteile wieder in Kreisläufe zurückgeführt werden können“, so Kerstin Müller, geschäftsführende Architektin im baubüro in situ und Geschäftsführerin der Zirkular GmbH.

    Ihr Kollege Oliver Seidel verweist darauf, dass das Wiederverwenden von Materialien oft mit tieferen Kosten assoziiert wird. „Doch der Mehrwert liegt in einem anderen Bereich: Re-Use ist nachhaltiger. Und in puncto Qualität gibt es keine Einbussen.“ Im Gegenteil. So stelle etwa die Ästhetik eines alten Holzparkettbodens einen Mehrwert dar.

    „Erstmals vereint die Empa den Ansatz der Wiederverwendung und die Marktanforderungen des schnellen und flexiblen Bauens“, wird Enrico Marchesi, Innovation Manager und Projektverantwortlicher des NEST, zitiert. „Mit der neuen Unit ,Sprint‘ wollen wir zeigen, dass diese Bedürfnisse zusammen erfüllt werden können.“

  • Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) prüfen derzeit ein neues Verfahren zur Stabilisierung von Steinmengen im Strassenbau. Konkret geht es laut Medienmitteilung um das Ersetzen des Bindemittels Bitumen bei der Herstellung des Fahrbelags. Asphalt besteht aus Steinen unterschiedlicher Form und Grösse und wird erst durch die Stabilisierung mit Hilfe von Bitumen zum für Strassen verwendbaren Belag.

    Bitumen verursacht Umweltprobleme. Bei der Herstellung aus Erdöl wie auch später beim Gebrauch werden Luftschadstoffe freigesetzt. Asphalt ist ausserdem anfällig für Risse und Verformungen und undurchlässig für Regenwasser, was die Umwelt belastet.

    Die beiden Empa-Forscher Martin Arraigada und Saeed Abbasion aus der Abteilung Beton und Asphalt der Empa setzten derzeit in einer Versuchsanordnung ein aus der Kunst bekanntes Verfahren für die Fertigung von Strassenbelägen um. In solchen Kunstobjekten haben Stelen aus Stein Verwendung gefunden, die durch ein Gewebe aus Bindfäden stabilisiert wurden und bei 80 Zentimetern Höhe Belastungen bis zu 20 Tonnen ausgehalten haben.

    Im Versuch wird durch einen elektronisch gesteuerten Roboterarm ein Bindfaden auf eine Steinschicht in einem bestimmten Muster aufgetragen. Durch das „Verweben“ werden die Steine in fünf Schichten auf ihrer Position im „Strassenbett“ fixiert. In Versuchen waren diese schon bei Belastungen von einer halben Tonne so fest wie der herkömmliche Bitumen-Asphalt. Verwendet wurden kostengünstige Bindfäden, wie sie herkömmlich etwa für das Verschnüren von Paketen gebraucht werden.

    Noch haben die Versuche nicht zu einem anwendungsreifen Produkt geführt, das im Strassenbau eingesetzt werden könnte. Die Grundlagenarbeit liefere aber viel Innovationspotential, um mit einfachen Mitteln einem rezyklier- und vielleicht ausrollbaren Strassenbelag näher zu kommen, heisst es in der Empa-Mitteilung. Auf der Internetseite ist auch ein Video zum Verfahren anzusehen.

  • Ausgezeichnete Designs schmücken Photovoltaikfassade des NEST

    Ausgezeichnete Designs schmücken Photovoltaikfassade des NEST

    Studierende der Hochschule Luzern haben aus Photovoltaikmodulen Designobjekte gemacht. Sie sollen an der Fassade des Forschungs- und Innovationsgebäude NEST auf dem Campus der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf montiert werden. In einem Wettbewerb waren Studierende der beiden Hochschul-Departemente Design und Kunst sowie Technik und Architektur der Hochschule Luzern (HSLU) aufgerufen, ihre Entwürfe zu präsentieren. Die Kunstwerke seien im Rahmen einer zweiwöchigen interdisziplinären Blockveranstaltung entstanden, heisst es in einer Medienmitteilung der Empa.

    Eine sechsköpfige Jury bestimmte den Entwurf mit dem Titel „Glasklar“ von Lynn Balli zum Sieger. Ihre acht Motive werden auf den Modulen zu sehen sein, die im Sommer 2021 an der Fassade des NEST installiert werden. Der Entwurf habe die Jury durch „das elegante Hervorheben der Dynamik von Glas und die gelungene Umsetzung mit acht Einzelkunstwerken“ überzeugt.

    Die Jury setzte sich aus leitenden Personen der Empa, der HSLU und der Firma Zug Estates zusammen. Den Publikumspreis gewann das Projekt „Vernetzt“ von Florence Schöb.

    NEST ist das gemeinsame Forschungs- und Innovationsgebäude von Empa und dem Wasserforschungsinstitut Eawag. In dem modularen Gebäude werden Bau- und Energietechniken sowie Materialien getestet. Damit soll ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und Energie gefördert werden.

  • Siloxene bietet „Wundermaterial“ für chemische Industrie

    Siloxene bietet „Wundermaterial“ für chemische Industrie

    Matthias Koebel hat nach einer erfolgreichen Forscherkarriere an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ein eigenes Start-up namens Siloxene gegründet. Mit diesem will er einen multifunktionalen Materialbaustein vermarkten, den er während seiner Zeit an der Empa entdeckt und erforscht hat.

    In einer Medienmitteilung bezeichnet die Empa die Entwicklung als ein „Wundermaterial“ für die chemische Industrie. Konkret handelt es sich um einen siliziumbasierten, molekularen Hybridbaustoff, der nur etwa ein Nanometer gross ist. Mit dem Material lassen sich die Eigenschaften von Klebstoffen, Beschichtungen oder Füllstoffen je nach Produkt und Kundenwunsch verbessern. So können Beschichtungen beispielsweise kratzresistenter gemacht werden oder Klebstoffe eine kürzere Aushärtungszeit bekommen. Die Empa vergleicht das Material auch mit der Genschere Crispr/Cas, welche mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde. Mit dieser lassen sich genetisch bedingte Krankheiten heilen.

    Mit seinem neuen Start-up, das seinen Sitz in Dübendorf hat, richtet sich Koebel in erster Linie an Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung, der Klebstoff- oder Dichtstoffherstellung und der Baustoffindustrie. „Hier sind die regulatorischen Hürden nicht so hoch und wir können relativ einfach mit den Firmen ihre Produkte und Prozesse optimieren“, erklärt er in der Mitteilung.

    Derzeit konzentriert sich Koebel auf den Ausbau seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung und auf die Kundengewinnung. Sein Makromolekül will er zunächst von einem Lohnfertiger produzieren lassen. „Langfristig möchte ich aber eine eigene Produktion aufbauen“,  betont er.

  • Energie 360° arbeitet an Power-to-Gas-Lösung

    Energie 360° arbeitet an Power-to-Gas-Lösung

    Energie 360° und das Gasspeicherunternehmen RAG Austria arbeiten daran, Solarenergie ganzjährig verfügbar zu machen. Beide verfolgen gemeinsam das innovative Power-to-Gas-Projekt Underground Sun Conversion – Flexible Storage. Es ist im Dezember 2020 gestartet, hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren und wird von der Europäischen Kommission gefördert. Am Forschungsstandort der RAG im oberösterreichischen Pilsbach laufen bereits Feldversuche.

    In diesem Projekt wird überschüssige erneuerbare Energie, etwa Solarstrom im Sommer, in Wasserstoff umgewandelt, erklärt Energie 360° in einer Medienmitteilung. Dieser wird dann zusammen mit Kohlenstoffdioxid in natürlichen Untergrundspeichern in über 1000 Metern Tiefe eingelagert. Dort verbinden Mikroorganismen Wasserstoff und Kohlensstoff zu erneuerbarem Methangas. Bei Versorgungslücken, etwa im Winter, kann diese Energie genutzt werden. Der Vorteil gegenüber Pumpspeicherkraftwerken oder Batterien liege in der viel höheren Speicherkapazität bei gleichzeitig geringem Oberflächenbedarf, so Energie 360°.

    In der Schweiz kooperieren die beiden Firmen mit der Universität Bern, der Ostschweizer Fachhochschule und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). „Wir arbeiten gemeinsam an der Lösung für eine der grössten Herausforderungen des Energiesystems der Zukunft: Wie treiben wir volatile erneuerbare Energieträger wie Sonne und Wind weiter voran und bieten dabei gleichzeitig ganzjährige Versorgungssicherheit?“, so Andreas Kunz, Leiter Energieanlagen bei Energie 360°.

  • Lidl plant Filialen für die Zukunft

    Lidl plant Filialen für die Zukunft

    Lidl Schweiz habe sich bereits 2014 verpflichtet, den Betrieb seiner Filialen laufend nachhaltiger zu gestalten, informiert das Detailhandelsunternehmen in einer Mitteilung. Immerhin entspreche der Energieverbrauch der 150 Schweizer Lidl-Filialen dem einer mittelgrossen Stadt des Landes, heisst es dort weiter. Entsprechend gross sei das Einsparungspotenzial.

    Neue Filialen sollen bereits ab diesem Jahr mit Hilfe eines innovativen Energiekonzepts realisiert werden, wird in der Mitteilung weiter erläutert. „Es ist uns ein grosses Anliegen, dass unsere künftigen Standorte zukunftsfähig und nachhaltig im Hinblick auf Bausubstanzen, Energieverbrauch und Technik sind“, wird Reto Ruch, Chief Real Estate Officer von Lidl Schweiz, dort zitiert. Für die Entwicklung dieses Energiekonzepts spannt Lidl Schweiz mit der Empa zusammen.

    In einem ersten Schritt werden die beiden Partner dabei den Energieverbrauch der bestehenden Filialen analysieren. In Folge sollen daraus dann Optimierungsmassnahmen abgeleitet werden. Gleichzeitig wollen Empa und Lidl alternative Energiesysteme mit Hilfe von Computersimulationen erproben. „Unser Ziel ist es, Lidl Schweiz mit unserer Forschungsarbeit zu helfen, die Nachhaltigkeit weiter zu verbessern, Emissionen auch künftig zu verringern und das Energiemanagement zu optimieren“, erläutert der Empa-Forscher Curdin Derungs in der Mitteilung.

  • Implenia baut auf Empa-Campus Dübendorf

    Implenia baut auf Empa-Campus Dübendorf

    Implenia realisiert die erste Etappe des neuen Empa-Campus Dübendorf. Für die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung (Eawag) wird der Baukonzern laut seiner Medienmitteilung ab Frühling 2021 ein Laborgebäude, ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus bauen. Deren Fertigstellung ist für den Herbst 2023 geplant. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 56 Millionen Franken.

    Dieses Siegerprojekt von sam architekten ist aus einem zweistufigen Gesamtleistungswettbewerb hervorgegangen. Seine Architektursprache bezeichnet Implenia in der Mitteilung als „funktional elegant und vornehm zurückhaltend“. Alle Neubauten sollen eine Minergie-P-Eco-Zertifizierung erhalten.

    „Es freut uns sehr, dass wir mit dem Forschungscampus ein weiteres interessantes Projekt für Empa Eawag ausführen dürfen“, wird Jens Vollmar, Head Division Buildings bei Implenia, in der Mitteilung zitiert. „Damit knüpfen wir an die langjährige Beziehung an, die wir beispielsweise mit der erfolgreichen Realisierung des Forums Chriesbach, ebenfalls in Dübendorf, entwickeln konnten.“

  • Stahl-Kleber der Empa halten 50 Jahre

    Stahl-Kleber der Empa halten 50 Jahre

    Im grossen Prüflabor der der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf läuft seit 50 Jahren ein Versuch, bei dem das Langzeitverhalten von verklebten Stahlbewehrungen an einem Betonträger untersucht wird. Bei diesem laut Medienmitteilung weltweit einzigartigen Langzeitversuch wurden mehrere Stahlbetonträger durch auf der Unterseite aufgeklebte Stahllamellen verstärkt. Eine der Träger, der seit 50 Jahren mit 87 Prozent seines Sollbruchwertes belastet wird, hat bisher problemlos durchgehalten An den Klebestellen wurden keinerlei Verschiebungen festgestellt.

    „Nach 50 Jahren unter 87 Prozent der mittleren Bruchlast zeigt die Epoxidharz-Verklebung keine Schwächen. Somit haben geklebte Stahllamellenbewehrungen den Langzeittest bestanden“, wird Ingenieur Christoph Czaderski zitiert, der den Versuch in den letzten Jahren betreut hat.

    Der Träger ist laut der Mitteilung eines von ursprünglich sechs identischen Exemplaren, die alle unterschiedlichen Tests unterzogen wurden. Die fünf anderen verstärkten träger fielen recht erfolgreichen statischen Bruch- und dynamischen Ermüdungsversuchen zum Opfer, bei denen ihre Belastungsgrenze überschritten wurde. Ziel der Tests war es herauszufinden, wie gut sich Epoxidharz als Kleber zur Befestigung einer Stahllamelle an einem Betonträger bewährt. Beim Langzeitversuch zeigen sich nach 50 Jahren laut Czaderski in der Klebefuge „praktisch keine Verschiebungen“.

    Was zu Beginn des Test noch Neuland war ist heute Stand der Technik. Bedeutung bekommt das Verfahren, weil damit ältere Bauten zuverlässig verstärkt werden können, anstatt abgerissen und durch Neubauten ersetzt zu werden.

    Die Empa-Abteilung „Ingenieur-Strukturen“ entwickelt und erforscht schon seit vielen Jahren neue, einfache und günstige Verstärkungsmethoden mit modernen Materialien wie Epoxidharzen, Kohlefaserverstärkten Kunststoffen und Formgedächtnislegierungen.

  • NEST plant neue Einheit STEP2

    NEST plant neue Einheit STEP2

    Im Dübendorfer NEST, dem Forschungs- und Innovationsgebäude von Eidgenössischer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, wird eine neue Einheit einziehen. Sie trägt den Namen STEP2. Für diese Innovationswerkstatt werden laut einer Medienmitteilung der Empa derzeit auf dem bestehenden NEST-Gebäude zwei neue Stockwerke geplant.

    Diese sind so vorwärtsgerichtet wie das NEST selbst: eine Wendeltreppe in Form einer Wirbelsäule aus dem 3D-Druck wird die beiden neuen Etagen miteinander verbinden. Eine Rippen-Filigrandecke benötigt rund ein Drittel weniger Material als eine herkömmliche, eine effiziente Gebäudehülle soll für optimale Behaglichkeit sorgen. Weitere Informationen zu diesen und anderen innovativen Baudetails sowie regelmässige Informationen zur Entstehung der Einheit sind auf der STEP2-Internetseite verfügbar.

    Das Projekt selbst wurde von BASF angestossen. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie werde die STEP2-Unit „zielgerichtet“ auf marktfähige, nachhaltige Lösungen für Gebäudehüllen, Energiesysteme, die digitale und industrielle Fabrikation und die Kreislaufwirtschaft hinarbeiten. „Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass der Sprung auf den Markt schlussendlich möglichst rasch gelingen kann“, so Enrico Marchesi, Principal Innovation Manager bei BASF, der Hauptpartnerin der neuen Einheit.

    Das Projektteam, so die Mitteilung, schliesse momentan das Vorprojekt ab. Anfang 2021 solle mit der Planung des Baus begonnen werden. Die Fertigstellung ist auf Sommer 2022 geplant.

  • Empa verleiht drei Innovation Awards

    Empa verleiht drei Innovation Awards

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat drei ihrer bahnbrechenden Projekte und Leistungen mit dem Empa Innovation Award geehrt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre verliehen. Damit honoriert die Empa die Anstrengungen ihrer Forschenden, mit angewandter, marktorientierter Forschung weitere Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen.

    Der erste Preis geht laut einer Medienmitteilung der Empa an die neuartige Gewebekleber-Technologie Nanoglue. Entwickelt wurde sie von Forschenden des Particles-Biology Interactions-Labors der Empa in St.Gallen in Zusammenarbeit mit dem Nanoparticle Systems Engineering Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Ihr radikal neuer Ansatz nutze die wundheilenden Eigenschaften anorganischer Nanopartikel. Die kostengünstigen Materialien könnten in grossem Massstab hergestellt werden. Die „einzigartige Technologie“ werde jetzt vom noch zu gründenden Zürcher Start-up anavo medical zur Marktreife gebracht.

    Ausgezeichnet wurde auch die transparente Gesichtsmaske des Hello Mask-Projekts von Empa und Eidgenössischer Technischer Hochschule Lausanne (EPFL). Sie besteht aus einer feinen Membran von etwa 100 Nanometern Porengrösse. Diese Membran lässt zwar Luft durch, hält aber Viren und Bakterien zurück. „Die vollständig durchsichtige Maske wurde vor allem mit dem Ziel entwickelt, die Beziehung zwischen Pflegepersonal und Patienten zu verbessern“, so Forscher Joshua Avossa. Seit 2020 arbeitet das Genfer Start-up HMCare von Empa und EPFL an der Markteinführung der Hello Mask. Mitte 2021 soll sie erhältlich sein.

    Die Software-Plattform Urban Sympheny zur Planung nachhaltiger Energiesysteme ist die dritte Preisträgerin. Die Empa-Ausgründung gleichen Namens mit Sitz in Dübendorf hilft Planern beim Identifizieren optimaler Lösungen für ihren Standort und ihre Kunden. Das Ziel ist Energie- und Kosteneffizienz. Die innovative Plattform wurde in der Empa-Abteilung Urban Energy Systems entwickelt. Im vergangenen Jahr hat Venture Kick Urban Sympheny bereits mit 50’000 Franken ausgezeichnet.

  • Sonnenstrom könnte Schweizer Energieproblem lösen

    Sonnenstrom könnte Schweizer Energieproblem lösen

    Nur die Photovoltaik kann der Schweiz den Weg in eine CO2-freie Zukunft weisen, schreibt der stellvertretende Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), Peter Richner, in einem Beitrag für Avenir Suisse. Er orientiert sich dabei an der sogenannten Kaya-Identität, mit der der japanische Wissenschaftler Yoichi Kaya 1993 die die gesamte Menge der anthropogenen CO2-Emissionen in Abhängigkeit von vier Faktoren beschrieb. Allein der vierte, eine Verringerung des CO2-Fussabdrucks, hat laut Richner genügend Potenzial, um die Klimaziele der Schweiz zu erreichen – durch einen massiven Ausbau der Photovoltaik.

    Würden nur 50 Prozent aller Schweizer Dächer mit Solarmodulen ausgerüstet, wäre die Stromproduktion aus Atomkraftwerken überflüssig. Richner weist das exemplarisch an Stromangebot und -nachfrage für das Jahr 2015 nach. Würden jedoch alle Dächer und zunehmend auch Gebäudefassaden mit Sonnenpaneelen ausgestattet, könnte auch die Produktionslücke im Winter aufgefangen werden. Gleichzeitig müssten jedoch Lösungen gefunden werden, um einen möglichst grossen Anteil des Stromüberschusses im Sommer sowohl auf Tagesbasis als auch zu anderen Jahreszeiten verwerten zu können.

    Für eine erhöhte Nutzungsflexibilität könnten Tagesspeicher Lasten verschieben, etwa durch Batterien oder Wasserstoff. Die Digitalisierung biete Chancen bei der notwendigen Schaffung von Flexibilitäten in Verbrauch und Produktion. Überschüssiger Strom könnte im Sommer in Wasserstoff und eventuell zusammen mit CO2 aus der Luft in Methan oder flüssige synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Diese chemischen Energieträger liessen sich gut lagern und vielfältig verwenden. Und schliesslich könnten saisonale Wärmespeicher mit Überschussstrom aufgeladen werden, um so den Energiebedarf im Winter zu reduzieren.

    Das Potenzial der Energieeffizienz, einem weiteren beeinflussbaren Faktor der Kaya-Identität, sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft, so Richner. Doch würden Errungenschaften in diesem Bereich etwa durch eine höhere Stromnachfrage, fossile Stromimporte aus dem Ausland im Winter oder erhöhten Stromkonsum kompensiert.

    Um eine klimaneutrale Schweiz zu erreichen, müsse einer der vier Faktoren in der Kaya-Identität null werden oder das verbleibende Produkt wird mit CO2-negativen Technologien wie der Abspaltung von CO2 aus der Luft und dessen Speicherung ausgeglichen. Dafür müsse die Politik einen entschiedenen Rahmen vorgeben, solange die Kernkraftwerke noch laufen.

  • Innovation bei Beton kann Gebäude verschlanken

    Innovation bei Beton kann Gebäude verschlanken

    Ein Team von Forschern der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat eine neue Technologie entwickelt. Durch diese kann Beton nachhaltiger hergestellt und eingesetzt werden. Dazu werden die eingesetzten Materialien bei der Herstellung von selbstvorgespannten Betonelementen reduziert.

    Bei der konventionellen Vorspannung werden normalerweise Spannglieder aus Stahl auf beiden Seiten des Betonelements verankert, unter Zug gesetzt und anschliessend wieder entfernt. Wegen der Rostanfälligkeit des Stahls müsse „die Betonschicht rund um den Spannstahl eine bestimmte Mindestdicke aufweisen“, so die Empa in einer Mitteilung. Seit den 90er Jahren arbeiten Forscher daher daran, den Stahl durch carbonfaserverstärkten Kunststoff (CFK) zu ersetzen. Dieses Verfahren ist aber sehr teuer und auch deutlich komplizierter als der Vorspannprozess mit Stahl.

    Die Empa hat diese Probleme nun vollständig gelöst. Durch ihr Verfahren kann sie auf die Verankerung an den Seiten des Elements verzichten. Stattdessen ermöglicht sie dem Beton durch ihre Rezeptur, sich bei der Aushärtung auszudehnen. „Durch diese Expansion setzt der Beton die CFK-Stäbe in seinem Innern unter Zug und spannt sie dadurch automatisch vor.“

    „Unsere Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Leichtbau“, wird Mateusz Wyrzykowski in der Mitteilung zitiert, der das Empa-Team gemeinsam mit Giovanni Terrasi und Pietro Lura anführt. „Wir können nicht nur stabiler bauen, sondern brauchen dafür auch erheblich weniger Material.“

    Das Team hat für seine Technologie kürzlich Patente in Europa und den USA erhalten. Nun entwickelt es gemeinsam mit dem Industriepartner BASF neue Anwendungen.

  • Männedorf bekommt bewohntes Sonnenkraftwerk

    Männedorf bekommt bewohntes Sonnenkraftwerk

    Bei den zukunftsweisenden Mehrfamilienhäusern werde die Forderung der Klimajugend nach CO2-neutraler Energieproduktion bereits heute umgesetzt, schreibt die Stiftung Umwelt Arena Schweiz in einer Mitteilung. Sie realisiert die Wohnüberbauung in Männedorf  gemeinsam mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) und weiteren Partnern.

    Dabei bildeten die beiden Mehrfamilienhäuser mit Platz für 16 Familien „ein bewohntes Sonnenkraftwerk mit Anschluss ans Strom-und Gasnetz“, heisst es in der Mitteilung. Die Energie wird von Photovoltaikmodulen an den Fassaden und auf den Dächern, sowie von zwei Windrädern erzeugt. Überschüssige Energie wird in der Power-to-Methan-Pilotanlage der HSR in synthetisches Methan umgewandelt. Dieses Gas wird von der Wohnüberbauung bei Bedarf dann wieder zur Produktion von Strom oder Wärme genutzt.

    Technisch sei die Technologie zur Speicherung von erneuerbaren Energien in synthetischen Gasen bereits „marktreif und verfügbar“, schreibt die Umwelt Arena. „Leider sind es regulatorische und kostentreibende Rahmenbedingungen, die aktuell eine wirtschaftliche Nutzung nicht möglich machen.“ Hier sollten nach Ansicht der Umwelt Arena Politik und Investoren die notwendigen Bedingungen für den wirtschaftlichen Einsatz der Technologie schaffen.

    „Das Projekt Männedorf kann zu amortisierbaren Kosten für die Bauherrschaft realisiert werden und die Bewohner erhalten im Rahmen eines vorgegebenen Energiebudgets, Wärme und Strom zum Nulltarif“, erläutert die Umwelt Arena in der Mitteilung weiter. Für interessierte Bauherren hält sie weitere Information in einer Ausstellung in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach bereit.