Energie 360° hat im Einkaufszentrum Serfontana den grössten Ladepark für Elektroautos im Kanton Tessin eröffnet. Der Park umfasst insgesamt 38 Ladepunkte, von denen 18 neu hinzugefügte Schnellladepunkte sind. Diese ermöglichen es Elektromobilist*innen, ihre Fahrzeuge innerhalb von 20 bis 40 Minuten von 10% auf 80% aufzuladen, während sie einkaufen oder eine Pause einlegen. Mit diesem Ausbau setzt Energie 360° einen weiteren Meilenstein in der Förderung der Elektromobilität in der Region.
Schnellladung mit Ökostrom Die neuen Schnellladestationen im Centro Shopping bieten eine beeindruckende Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt, angetrieben durch 100% Ökostrom. Jörg Wild, CEO und Leiter Mobilität bei Energie 360°, betont die Bedeutung dieser Erweiterung: «Unser Ziel ist es, die Elektromobilität in der ganzen Schweiz rasch voranzutreiben. Mit dem neuen Ladepark bieten wir unseren Kund*innen einen der grössten und leistungsfähigsten Ladeparks der Schweiz.»
Über 300 Ladestandorte in der Schweiz Energie 360° betreibt bereits über 300 Ladestandorte in der gesamten Schweiz und plant, baut und unterhält diese in Zusammenarbeit mit Partnern wie Coop, SBB und der Swiss Finance & Property Group. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, nachhaltige Energie- und Mobilitätslösungen zu schaffen und die Elektromobilität flächendeckend verfügbar zu machen. Mit dem neuen Ladepark in Chiasso setzt Energie 360° ein klares Zeichen für die Zukunft der Mobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Schweiz.
Energie 360° steigt mit einer Minderheitenbeteiligung bei Solarmotion ein. Die Mehrheit des Ostschweizer Solarunternehmens verbleibe bei Gründer Stefan Merz, informiert Energie 360° in einer Mitteilung. Über den Kaufpreis der Beteiligung werden dort keine Angaben gemacht.
Mit dem Einstieg bei Solarmotion will Energie 360° in den Ausbau von Photovoltaik investieren. „Die Beteiligung an Solarmotion leistet einen Beitrag zur konsequenten Umsetzung unseres Leitsterns: Energie 360° will bis 2040 ausschliesslich erneuerbare Energie liefern“, wird Ruth Happersberger, Bereichsleiterin Strategie und Beteiligungen bei Energie 360°, in der Mitteilung zitiert. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Energie- und Mobilitätslösungen weiterentwickeln. Als Beispiele werden in der Mitteilung Contracting-Modelle oder Kombinationen von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit Photovoltaik genannt.
Im Zusammenspiel mit weiteren Beteiligungen sowie innovativen Unternehmen aus dem Start-up-Fonds von Energie 360° sind zudem Projekte im Bereich Energiemanagementsysteme geplant. „Ich bin glücklich, dass ich mit Energie 360° die ideale Partnerin gefunden habe“, erklärt Merz in der Mitteilung. „Sie zeichnet sich nebst grossem Netzwerk und Fachexpertise auch durch denselben starken Innovationsgeist aus – wir ergänzen uns auf ideale Weise.“
Energie 360° startet am Montag, 17. April, die Bauarbeiten für einen neuen Energieverbund. Laut einer Medienmitteilung will die Energieversorgerin gemeinsam mit dem Gesundheitscluster Lengg und der Gemeinde Zollikon ab 2027 Kliniken sowie städtische Wohngebiete klimafreundlich mit Zürichsee-Wasser heizen und kühlen. Zollikon muss noch über einen Anschluss an den Verbund abstimmen.
Über die Eignung des Planungsgebiets für eine solche Lösung heisst es in der Mitteilung, dass im Zürcher Quartier Lengg mehrere grosse Institute der Gesundheitsversorgung sowie Wohngebiete dicht beieinander liegen. Dies sei eine ideale Voraussetzung für einen Energieverbund, um die Kliniken, Institute und Wohnungen klimafreundlich zu heizen und zu kühlen. Das Wasser soll im Zürichsee bei Zollikon gefasst und über Trassen nach Lengg geführt werden.
Neben dem Gesundheitscluster sowie zwei städtischen Wohngebieten mit rund 100 Wohnungen soll das Projekt nach Angaben des Energieunternehmens auch Startschuss für den Bau eines Fernwärmenetzes in Zollikon sein. Voraussichtlich ab 2027 soll dann in der Lengg und in Zollikon erstmals Wärme und Kälte geliefert werden können. Die Investitionssumme für den Energieverbund Lengg beläuft sich laut Energie 360° auf rund 90 Millionen Franken.
Der Gesundheitscluster werde die grösste Spitallandschaft Europas, die klimaneutrale Energie nutze, heisst es weiter. Damit würden allein an den Kliniken bis zu 10‘000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart. Das entspreche den Abgasen beim Einsatz von rund 4 Millionen Litern fossilem Heizöl.
Energie 360° hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Kundinnen und Kunden bis 2040 ausschliesslich erneuerbare Energie zu liefern.
Nach dem Erfolg vom letzten Jahr messen sich am diesjährigen Energiefilm Züri wiederum über 40 Jugendliche in insgesamt 20 Teams. Während einem halben Jahr produzieren die Teilnehmenden professionelle Filmspots für das Klima. Am 18. November 2022 kommt es im Kino Abaton zum grossen Showdown vor Publikum: Eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz des Zürcher Stadtrats Michael Baumer kürt die besten Werbespots und vergibt die begehrten Filmpreise.
Ideen für den Klimaschutz Die diesjährige Ausgabe des Energiefilm Züri startete mit einem ersten Workshop für die Teilnehmenden. Rainer Schöne, Geschäftsleitungsmitglied von Energie 360°, rief in seiner kurzen Begrüssung den Jugendlichen zu: «Wir brauchen euch. Das Klima braucht euch. Es braucht Ideen von uns allen, wie wir unsere Zukunft lebenswert erhalten.»
Silvia Banfi Frost, Energiebeauftrage der Stadt Zürich, hielt fest: «Ich freue mich, dass der Energiefilm Züri ein solcher Erfolg ist und bereits zum zweiten Mal stattfindet. Es ist einfach toll zu sehen, mit welchem Engagement sich die Jugendlichen für das Klima einsetzen. Das macht Mut.»
Grosse Prämierung Die teilnehmenden Jugendlichen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt und kommen mehrheitlich aus dem Kanton Zürich. Allein oder im Team produzieren sie einen einminütigen Spot, der den Klimaschutz zum Inhalt hat. Alle eingereichten Filme werden am 18. November 2022 bei der grossen Award-Verleihung im Kino Abaton vor Publikum uraufgeführt. Die besten Filme wer-den prämiert. Ausgezeichnet werden sowohl der beste Film als auch die beste Idee. Zusätzliche Kategorien sind der Publikums-Award und der Online-Award. Die Siegerfilme laufen 2023 während einem Monat als Werbespots in den Zürcher Kinos. Zudem erhalten die Macherinnen und Macher einen exklusiven Auftritt am Zurich Film Festival, das offizieller Partner des Energiefilm Züri ist. Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festival: «Der Energiefilm Züri und das Zurich Film Festival passen perfekt zusammen. Die Jugendlichen sammeln Erfahrungen in der Gestaltung von Filmen, und gleichzeitig engagieren wir uns alle für eine wirklich gute und wichtige Sache. Der Energiefilm Züri ist top.»
Professionelle Begleitung Unterstützt werden die Jugendlichen bei der Produktion der Spots von professionellen Coaches. Während der gesamten Produktion und an speziellen Workshops profitieren sie vom Wissen international arrivierter Filmschaffender. Beurteilt werden die Filme von einer Jury unter dem Präsidium von Stadtrat Michael Baumer. Weitere Jurymitglieder sind die Zürcher Schauspielerin Nadine Michelle Arnet, Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festival, Jörg Wild, CEO Energie 360°, Silvia Banfi Frost, Energiebeauftragte der Stadt Zürich sowie Filmregisseurin Karin Heberlein.
Zukunft ist nachhaltig Energie 360° engagiert sich für eine nachhaltige Energiezukunft. Aus diesem Grund will das Unternehmen auch der Kreativität der Jugendlichen mehr Gehör verschaffen. CEO Jörg Wild: «Die Einmaligkeit der Erde steht beim Energiefilm Züri aber auch in unserer täglichen Arbeit im Vordergrund. Energie 360° arbeitet täglich an innovativen, nachhaltigen Energielösungen für die Zukunft. Der Energiefilm Züri bietet den Ideen der Jugend die richtige Bühne.» Die Preisträgerinnen und Preisträger der besten Idee werden zudem speziell zu einem Besuch in das Innovations-Lab von Energie 360°, dem lab360, eingeladen.
Der Zürcher Energieversorger Energie 360° startet am 25. Juli mit dem Bau des Energieverbunds Tiefenbrunnen. Bis 2030 sollen darüber 5300 Bewohner im Tiefenbrunnen erneuerbare Energie aus dem Zürichsee beziehen, heisst es in einer Medienmitteilung. 60 Millionen Franken investiert Energie 360° in den neuen Energieverbund.
Ab Juli sollen zunächst die Arbeiten zum Bau der Seewasserfassung und der unterirdischen Energiezentrale beginnen. Die Energiezentrale entsteht unter dem Parkplatz beim Zürichhorn. Die ersten Leitungen des Wärmenetzes sollen den Angaben zufolge im kommenden Jahr verlegt werden. Ab 2024 sollen dann die ersten von insgesamt 400 Liegenschaften an die neue Wärmeversorgung angeschlossen sein.
Der Verbund Tiefenbrunnen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt. Zürich will bis 2040 das Ziel Netto-Null erreichen. Wärme aus dem See stellt dabei eine „klimafreundliche, versorgungssichere Alternative“ zu Wärme aus Gasheizungen dar.
Zürich spart nach Fertigstellung des Energieverbunds und dem daraus folgenden Ersatz fossiler Heizungen 6500 Tonnen pro Jahr. Das ist so viel CO2, wie 290’000 Bäume jährlich aus der Luft filtern könnten.
Energie 360° will überall dort, wo in den nächsten Jahren klimafreundliche Heizlösungen entstehen, das Gasnetz stilllegen. Weitere Energieverbünde mit Seewassernutzung befinden sich für Zürich-Lengg, Zürich-Wollishofen und Thalwil in der Entwicklung.
„Die Stadt Zürich treibt die Transformation gemeinsam mit ihren Energieversorgungsunternehmen konsequent und rasch voran“, wird Silvia Banfi Frost, Energiebeauftragte der Stadt Zürich, in der Medienmitteilung zitiert.
Die Bioenergie Frauenfeld AG hat in Frauenfeld eines der grössten Holzheizkraftwerke Europas offiziell eröffnet. Das Unternehmen wurde zur Realisierung dieses Projekts von Energie 360° und der Schweizer Zucker AG gegründet. Die vier Gasmotoren des Werks erzeugen aus sonst ungenutztem Holzabfall Strom für rund 8000 Haushalte sowie Wärme für die Zuckerfabrik und den Wärmeverbund Thurplus. Seine Technik stammt von der Tiroler Firma Syncraft.
„Das Holzheizkraftwerk ist ein perfektes Beispiel dafür, wie erneuerbare Energie dezentral hergestellt und genutzt wird“, so Romeo Deplazes von Energie 360° in einer Medienmitteilung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes. „Es ist die Art von Projekt, die es für die Energiewende braucht.“
Darüber hinaus nutzt Bioenergie Frauenfeld den erneuerbaren Rohstoff auch zur Herstellung von Biokohle. Dabei wird ein Teil des im Holz gespeicherten CO2 nicht freigesetzt und in Form von Biokohle der Atmosphäre dauerhaft entzogen. Sie wird etwa in der Landwirtschaft zur Verbesserung des Bodens, als Futterzusatz oder als Aktivkohle in der Wasseraufbereitung eingesetzt.
Der Spatenstich für den Bau des Holzheizkraftwerks erfolgte im Februar 2021. „Was wir in Frauenfeld in einem Jahr erreicht haben, ist unglaublich“, wird Projektleiter Stefan Ellenbroek zitiert. „Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Partner haben wir den sehr sportlichen Zeitplan eingehalten und das Leichtturmprojekt realisieren können.“
Der Zürcher Energieversorger Energie 360° will ab 2040 nur noch erneuerbare Energie liefern. Das ist zehn Jahre früher als bisher angestrebt. Grund für den schnelleren Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Gas und Öl ist die Russlandkrise, gibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung zur Jahresbilanz bekannt.
Demnach hat der Energieversorger im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 15,9 Prozent mehr Energie an Endkunden geliefert als im Vorjahr. Von den 4978 Gigawattstunden waren 18,2 Prozent erneuerbaren Ursprungs. Damit sieht sich das Unternehmen „auf Kurs“. Bis 2025 soll der Anteil an Erneuerbaren bei 30 Prozent ansteigen.
Bei einem Umsatz von 537,1 Millionen Franken erwirtschaftete Energie 360° einen Reingewinn von 61,9 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Umsatz bei 466,2 Millionen Franken und der Reingewinn bei 71 Millionen Franken gelegen. Grund für den Rückgang sind niedrigere Beteiligungserträge nach dem Verkauf zweier Tochtergesellschaften.
Angesichts der Russlandkrise empfiehlt Energie 360° „Kunden, die weg vom russischen Gas wollen, ihre Gasheizung zu ersetzen und auf erneuerbare Energieträger umzusteigen“. Als Alternative wirbt das Unternehmen für die Energieverbünde in der Stadt Zürich, die lokal verfügbare erneuerbare Energie wie zum Beispiel Wärme aus dem Zürichsee verfügbar machen. Als weitere Möglichkeiten nennt es Holzpellets und empfiehlt, den Anteil an Biogas zu erhöhen.
In Biogas sieht Energie 360° grosses Potenzial und hat dessen Anteil in seinem Gas-Standardprodukt per 1. April 2021 auf 25 Prozent erhöht. Das sparte im Direktversorgungsgebiet rund 200‘000 Tonnen CO2 ein. Energie 360° will weitere Biogas-Anlagen bauen und in innovative Forschungsprojekte investieren.
In Wipkingen entsteht derzeit ein Gemeinschaftsanschluss an die Fernwärme. Den nötigen Platz dafür stellt Architekt Lucas Schwarz in seinem neu gebauten Mehrfamilienhaus zur Verfügung. Energie 360° kümmere sich um den Rest, so der Zürcher Energieversorger in einem Bericht auf seiner Internetseite. Demnach bestehe der Vorteil eines lokalen Verbunds darin, dass sich auf diese Weise nicht jede Liegenschaft einzeln an das Fernwärmenetz anschliessen muss. Damit es sich lohnt, ein Quartier mit Fernwärme zu erschliessen, müssten sich mehr als 60 Prozent der Hauseigentümerinnen und -eigentümer beteiligen. Je mehr Wärme geliefert wird, desto günstiger werde es für alle.
Schwarz ist überzeugt, dass sich ein solcher Gemeinschaftsanschluss längerfristig nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell lohnt: „Die grössten Vorteile gegenüber Heizungen sehe ich im geringen Platzbedarf, der einfachen Haustechnik und dem geringeren Unterhalt.“ Zudem entfalle die Schadstoffprüfung. Auch der Energienachweis werde vereinfacht. Darüber hinaus bleibe der Energiepreis bei thermischen Netzen über die Jahre hinweg konstant. „Das gibt mir mehr Planungssicherheit und Unabhängigkeit.“ Und nicht zuletzt erhielten Bauherren durch eine Zertifizierung im Gebäudeenergieausweis der Kantone von Banken bessere Finanzierungskonditionen.
Es gehe darum, die Transformation von fossilen zu nachhaltigen Heizenergien „so schnell wie möglich zu vollziehen“, wird Schwarz zitiert. Er wünsche sich, „dass bis 2050 die ganze Stadt Zürich nachhaltig geheizt wird. Der Ausbau des Fernwärmenetzes geht aus meiner Sicht zu langsam voran.“
Gemäss Stadtratsbeschluss vom Oktober 2012 legt Energie 360° etappenweise die Gasleitungen in Zürich Nord still. Ab Juni 2021 ist die Gasleitungen in Zürich Seebach an der Reihe. Nach Schwamendingen soll bis 2024 auch in den Fernwärmegebieten Seebach, Oerlikon, Neuaffoltern und Unterstrass-Nord kein Gas zum Heizen oder Kochen mehr verwendet werden, wie Energie 360° in einer Mitteilung schreibt.
Von der Stilllegung der Gasversorgung sind im gesamten Fernwärmegebiet Zürich Nord derzeit noch rund 550 Liegenschaften betroffen. Etwa 200 davon werden mit Gas beheizt; in weiteren 350 Liegenschaften befinden sich Gaskochherde, Wassererwärmer oder andere ans Gasnetz angeschlossene Apparate. Seit 2016 unterstützen Energie-Coaches die Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer beim Ersatz ihrer Gasheizung. Für Gasgeräte, die zwischen 2002 und 2011 installiert und bis zur Stilllegung nicht vollständig amortisiert sind, entrichtet Energie 360° zudem eine Restwertentschädigung.
Neue Projekte für die Wärmeversorgung
Das Unternehmen verfolgt gleichzeitig Projekte zur Transformation von Zürichs Wärmeversorgung. In den neuen Fernwärmegebieten Oberstrass, Unterstrass, Wipkingen, Industrie und Aussersihl realisiert Energie 360° Gemeinschaftsanschlüsse ans Fernwärmenetz von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. In Planung sind darüber hinaus Energieverbünde, um den heutigen Gaskundinnen klimafreundlichere Wärme anzubieten. Weil zukünftig weniger Gas benötigt wird, geht Energie 360° davon aus, dass sie bis 2050 etwa einen Drittel ihres Gasnetzes auf Stadtgebiet ausser Betrieb nehmen wird. Dort, wo Gas unverändert zum Einsatz kommt wird der Anteil an erneuerbarem Gas schrittweise erhöht.
Integrale Energielösung «Stockacker» in Reinach (BL) 1. Energiezentrale mit Wärmepumpen, 2. Leitungen zu den Gebäuden (Wärme/Kälte), 3. Erdsondenfeld, 4. Photovoltaikmodule, 5. Batterieraum, 6. Ladestationen für Elektroautos
Wofür steht Energie 360°? Die Energie 360° AG gehört zu rund 96 Prozent der Stadt Zürich und bringt Wärme, Kälte, Strom sowie Mobilität zu integralen Energielösungen zusammen und macht nachhaltige Energie in der gesamten Schweiz nutzbar. Die Kunden wollten zunehmend Wärme statt Gas kaufen, weshalb wir uns nach und nach neu ausrichteten. Ein Meilenstein war sicherlich das Ja der Stadt Zürich zur 2000-Watt-Gesellschaft im Jahr 2008. Seit 2014 sind wir unter dem neuen Namen Energie 360° aktiv. Heute versorgen wir die Stadt Zürich sowie rund 40 Gemeinden mit immer mehr erneuerbarem Biogas und erneuerbaren Energieverbünden. Zudem entwickeln wir für Neubau-Areale zusammen mit den Bauherren individuelle und integrale Energielösungen.
Welches sind Ihre Hauptkunden? Wir arbeiten vor allem mit Gemeinden, Investoren, Bauherren sowie Architekten und Arealentwicklern zusammen. Bei Wohnbauprojekten kommen wir in der Regel ab 50 geplanten Wohnungen ins Spiel.
Aus welchen Quellen stammt die Energie, die Sie anbieten? In der Stadt Zürich liefern in erster Priorität die Kehrichtheizkraftwerke Hagenholz und Josefstrasse Abwärme, welche in Form von 90 bis 120 Grad heissem Wasser über ein Leitungsnetz direkt in die Gebäude gelangt. Wo diese Energie nicht genutzt werden kann, greifen wir auf Umweltenergie wie Grund- oder Seewasser zurück. Weitere Quellen für Energieverbünde sind Holzschnitzel und Holzpellets. Für dezentrale Lösungen setzen wir oft Erdsonden- und Luftwärmepumpen ein.
«Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen»
Warum sollen sich Kunden für eine nachhaltige Energielösung entscheiden und nicht auf eine vielleicht günstigere, «herkömmliche» Energieversorgung setzen? Wenn man es hart auf hart vergleicht, ist die fossile Energielösung kurzfristig gesehen aktuell oft noch günstiger. Eine Ölheizung zu ersetzen, kostet fast nichts, die CO2-Abgabe ist mit 95 Franken pro Tonne noch niedrig. Aber die CO2-Abgabe soll auf 210 Franken pro Tonne erhöht werden, und weitere verstärkte Anforderungen werden mit der Umsetzung der «Mustervorschriften» der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) erfolgen. Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen, und der Preis für Öl und Gas schwankt stark.
Wie unterscheidet sich Energie 360° von den Schwesterfirmen wie dem EWZ, ERZ und EKZ? Jedes Unternehmen ist ein Marktplayer, der ähnliche Segmente bedient, aber dennoch eine spezifische Ausrichtung hat. Wir fokussieren uns bei Energie 360° auf innovative, integrale und langfristige Energie- und Mobilitätslösungen, die individuell für die Bedürfnisse des Kunden entwickelt werden.
Was verstehen Sie unter einer integralen Energielösung? Hier geht es darum, Synergien optimal zu nutzen. Idealerweise werden wir bei Bauprojekten schon in einer sehr frühen Phase hinzugezogen. Dann klären wir mit dem Bauherrn bzw. dem Investor die langfristigen Nutzungsabsichten und die Anforderungen an Wärme-, Kälte-, Strom- und Mobilitätsinfrastruktur ab. Diese Sektoren können bei einer integralen Energielösung optimal gekoppelt werden. Ebenfalls wichtig ist, ob eine spätere Umnutzung des Areals vorgesehen ist. Dazu bringen wir die Anforderungen des Bauherrn an Wirtschaftlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in Erfahrung. Neubauten sollen für 50 oder sogar 100 Jahre genutzt werden können, weshalb sich bereits heute ein Bau gemäss den Leitlinien der Energiestrategie 2050 lohnt.
«Von einer integralen Energielösung profitiert der Bauherr wie auch der Mieter»
Haben Sie ein konkretes Beispiel dafür, wie eine solche integrale Energielösung aussehen kann? Wir haben zum Beispiel für das Areal Stockacker in Reinach (BL), welches vier Mehrfamilienhäuser und insgesamt 77 Wohnungen umfasst, eine integrale Energielösung entwickelt. Sie beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Mit der Photovoltaikanlage werden die Wärmepumpen für die Erdsonden betrieben. Das Erdreich liefert damit die Energie zum Heizen. Über die Bodenheizung entziehen wir den Räumen im Sommer wiederum Wärme, welche wir den Erdsonden zuführen – das sogenannte Free Cooling. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage werden wir bei 16 der 80 Parkplätze Ladestationen für Elektroautos installieren, welche über Solarstrom geladen werden. Nach Bedarf können später weitere Ladestationen hinzukommen.
Wie profitieren die Bewohner und der Bauherr konkret von dieser Lösung? Die Bewohner bezahlen weniger für den Strom als bei einer konventionellen Energielösung, während der Bauherr von einer hohen Versorgungssicherheit und tieferen Investitionskosten profitiert. Ausserdem ist unsere Lösung sehr preisstabil und ökologisch: Wir konnten beispielsweise Erdsonden einsparen. Eine Erdsonde ist immer mit Bohrungen und Ölverbrauch verbunden – sogenannte graue Energie. Zudem ist ein Batterieraum geplant, für welchen wir Second-Life-Batterien, also solche, die nicht mehr hinreichend geladen werden können und somit für Elektroautos nicht mehr taugen, verwenden werden. Diese Batterien werden tagsüber per Solarstrom geladen und stehen dann abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung.
Elektroautos sind stark im Kommen. Wie sehen Sie die Durchsetzungskraft dieser Mobilitätsform? Elektroautos sind sicherlich eine Lösung unter anderen. Aber sie ist extrem spannend, da wir dezentral Solarstrom für die Elektromobilität nutzen können. Wenn man mit Methanol, Wasserstoff oder Gas tanken würde, wäre eine Versorgung auf dem eigenen Areal nicht so einfach möglich.
«Wir müssen schon heute für die nächsten 30 Jahre vorausdenken»
Wie lauten Ihre Empfehlungen für Neubauprojekte: Wie viele Ladesta- tionen sollten prozentual in einer Einstellhalle bereitgestellt werden? Wir orientieren uns an der Empfehlung der SIA 2060, welche eine erste vollständige Ausrüstung von 20 Prozent empfiehlt. Unsere Lösung sieht jedoch vor, dass mittel- bis langfristig ein Grossteil der Parkplätze ohne grosse Mehrkosten elektrisch erschlossen werden kann.
Welche Herausforderungen bringt die Elektromobilität in diesem Zusammenhang mit sich? Wir müssen bei Neubauprojekten bereits heute die Installationen so berücksichtigen, dass der Bedarf der nächsten 30 Jahre gedeckt werden kann. Über Stromschienen definieren wir die Grundversorgung einer Einstellhalle und rüsten danach Ladestationen nach Bedarf auf. Wir müssen uns aber immer überlegen, wie viele Reserven wir einplanen müssen und wie viel Mobilität tatsächlich dezentral geladen werden kann, bis die Kapazität des Netzanschlusses erreicht ist. Auch der Netzbetreiber wird mit immer mehr Herausforderungen bezüglich Lastenmanagement konfrontiert.
Wie sieht Ihre Lösung hierfür aus? Wir versuchen mit dezentraler Solarstromproduktion und aktivem Lastenmanagement der grossen Stromverbraucher wie den Wärmepumpen oder den Elektrofahrzeugen, die Stromspitzen zu reduzieren. Mittelfristig könnten die Elektrofahrzeuge mittels bidirektionalem Laden zu Zeiten, in denen die Bewohner besonders viel Strom verbrauchen, ebenfalls für die Stromversorgung zur Verfügung stehen. Dadurch muss das Areal nicht auf das Stromnetz zurückgreifen, sondern kann sich einen gewissen Prozentsatz Energie aus den einzelnen Elektroautos ziehen, welche tagsüber wieder mit Solarstrom geladen werden.
Dann entlädt sich ja aber das Auto? Wir sprechen hier lediglich von 10 bis 20 Prozent, die einem Auto im Falle einer Energieknappheit entzogen würden. Der Autobesitzer würde natürlich auch davon profitieren und eine Entschädigung erhalten. Ausserdem kommen hier intelligente Interaktionen zum Zuge: Ein Autolenker wird mit Hilfe einer App definieren können, welcher Ladestand sein Auto jeweils am nächsten Morgen aufweisen muss. Man muss auch bedenken, dass das Auto nicht nur zu Hause geladen wird, sondern auch beim Arbeitgeber. Zudem gibt es bereits viele öffentliche Ladestationen. Unsere Tochterfirma «GOFAST» stellt beispielsweise Schnell-Ladestationen an Raststätten zur Verfügung, welche bei längeren Fahrten ebenfalls genutzt werden können.
«Die Energiewende ist ein europäisches Gesamtprojekt»
Das heisst, dass die Digitalisierung auch bei integralen Energielösungen immer wichtiger wird? Genau. Um nochmals auf das Areal Stockacker zurückzukommen: Mit Hilfe der Lösung unserer Tochterfirma Smart Energy Link (SEL) können wir Bewohnern beispielsweise per App einen günstigen Solartarif anbieten, welchen sie für das Heizen des Backofens oder für das Trocknen der Wäsche verwenden können. Wenn tagsüber viel Strom zur Verfügung steht, kann dieser günstiger genutzt werden. Zudem rüsten wir heute immer mehr Anlagen mit Sensoren aus. So sehen wir, wenn die Energieversorgung irgendwo ins Stocken gerät und können reagieren, bevor es zu einem Ausfall kommt.
Und noch ein Blick in die Zukunft: Schaffen wir die Energiewende? Irgendwann werden wir sicher zu 100 Prozent erneuerbare Energie verwenden, weil es auch ökonomisch sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt: Je schneller, desto besser. Wir können natürlich versuchen, die Kunden von einer nachhaltigen Energielösung zu überzeugen, aber um die Wende zu schaffen, müssen alle an einem Strang ziehen. So müssen auf Gesetzesebene alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, es braucht langfristig denkende Investoren und innovative Lösungsanbieter. Hilfreich ist sicher auch, dass fossile Energielösungen entsprechend den Kosten verteuert werden. Die Energiewende wird am Ende ein europäisches und globales Zusammenspiel sein. Sie ist ein Gesamtprojekt. ■
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