Schlagwort: Energiemarkt

  • Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Die BKW hat in einer Mitteilung die Übernahme des französischen Energieunternehmen Volterres SAS bekanntgegeben. Volterres SAS betreibt ein Netzwerk von über 100 Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen und ermöglicht die Rückverfolgung von Stromflüssen in Echtzeit. Volterres liefert jährlich mehr als 2 Terawattstunden Strom an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

    Die Übernahme fügt sich nahtlos in die bestehende Frankreich-Strategie der BKW ein. Bereits zuvor hatte das Unternehmen seine Aktivitäten im Land ausgebaut, unter anderem durch einen Vertrag zur Optimierung von 200 Megawatt Batteriekapazität. Zudem vermarktet die BKW in Frankreich zahlreiche Wind-, Solar- und Batterieprojekte Dritter und bewirtschaftet eine erneuerbare Jahresproduktion von über 1 Terawatt. Mit Volterres deckt die BKW nun die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette ab. 

    Strategisch ist die Übernahme ein wichtiger Schritt innerhalb der Solutions 2030, so die Mitteilung. Mit dieser Ausrichtung konzentriert sich die BKW auf die Geschäftsfelder Energy Solutions, Power Grid sowie Infrastructure & Buildings und positioniert sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiewende. Ziel ist es, bis 2030 ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von über 1 Milliarde Franken zu erreichen. Frankreich spiele dabei eine Schlüsselrolle.

    „Frankreich ist ein strategisch wichtiger Markt für uns. Mit der Integration von Volterres stärken wir unsere Stellung nicht nur dort, sondern im gesamten europäischen Markt und entwickeln unser Portfolio an flexiblen Energielösungen weiter“, wird Stefan Sewckow zitiert, Executive Vice President Energy Markets.

    Die BKW mit Sitz in Bern ist ein international tätiges Energie- und Infrastrukturunternehmen. Ihr Leistungsspektrum reicht von Engineering und Beratung über Gebäudetechnik bis hin zum Bau und Betrieb von Energie- und Versorgungsnetzen. 

  • Erfolg für Suissetec im Fall EKS

    Erfolg für Suissetec im Fall EKS

    Seit Jahren engagiert sich Suissetec für „gleich lange Spiesse“ zwischen klassischen Beratungs-, Planungs- und Installationsbetrieben und den zunehmend auch im Gebäudetechnikmarkt aktiven Energiedienstleistern. Im konkreten Fall nutzte EKS Kundendaten aus der Grundversorgung, also aus dem Monopolbereich, zur Bewerbung von Solaranlagen, einem Angebot im freien Markt. Dieser unzulässige Wettbewerbsvorteil verstösst gegen das Stromversorgungsgesetz.

    Nach einer Strafanzeige von Suissetec 2017 kam es am 31. März 2025 zur rechtskräftigen Verurteilung zweier ehemaliger EKS-Mitarbeitender. Vergleichbare Verfahren gegen Repower und Groupe e endeten ebenfalls mit Schuldsprüchen.

    Konsequente Trennung von Marktbereichen
    Das Urteil verdeutlicht: Der Monopolbereich der Energiegrundversorgung muss strikt von den kommerziellen Aktivitäten der Energiedienstleister, etwa in Gebäudetechnik oder Solaranlagen, getrennt bleiben. Unternehmen stehen in der Pflicht, organisatorische und technische Vorkehrungen zu treffen, damit es zu keiner Durchmischung kommt.

    Obwohl im konkreten Fall nur Mitarbeitende und nicht das Unternehmen selbst belangt wurden, unterstreicht das Gericht, dass sich auch Unternehmen strafbar machen können, wenn sie gegen ihre Fürsorgepflicht verstossen.

    Signalwirkung für die Branche
    Für Suissetec ist das dritte Urteil in dieser Sache ein Meilenstein. Direktor Christoph Schaer betont: «Der Fall EKS ist für uns nun abgeschlossen. Gleichzeitig erwarten wir, dass dieses Urteil die Basis für einen kompetitiven, aber fairen Wettbewerb zwischen allen Marktteilnehmenden darstellt.»

    Damit will der Verband nicht nur Missbräuche verhindern, sondern auch die Energiedienstleister, als wichtige Mitglieder von Suissetec, verstärkt für die Bedeutung sauberer Trennlinien sensibilisieren. Ziel ist ein konstruktives Miteinander im Markt, das fairen Wettbewerb mit klaren Regeln ermöglicht.

  • KI-basierte Wetterprognosen für Energie und Landwirtschaft

    KI-basierte Wetterprognosen für Energie und Landwirtschaft

    Das in Zürich ansässige Start-up Jua.ai hat laut eines Artikels von startupticker.ch eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von über 9 Millionen Franken abgeschlossen. Die Finanzierungsrunde wurde von Ananda Impact Ventures und Future Energy Ventures geleitet und von bestehenden Investoren wie 468 Capital und Promus Ventures unterstützt. Jua plant damit die Markteinführung seiner Earth Intelligence Platform zu beschleunigen. Diese soll eine präzisere Wetterprognose ermöglichen und damit Energiehändler bei schnelleren und profitableren Entscheidungen unterstützen.

    Die Plattform wird von Juas Künstliche Intelligenz (KI)-Modell EPT-2.0 angetrieben und soll die Wetterprognoseleistung herkömmlicher numerischer Wettermodelle sowie KI-Modelle grosser Technologieunternehmen deutlich übertreffen. Präzise Wettervorhersagen seien insbesondere für Sektoren wie Energie, Landwirtschaft, Luft- und Schifffahrt von grosser Bedeutung. Die KI-basierte Erdsimulation soll angesichts zunehmender Wetterextreme und Wetterumschwüngen eine konsistente und physiksimulierende Plattform bieten, um zuverlässige Entscheidungen in verschiedenen Sektoren zu ermöglichen.

    In seiner Seed-Finanzierungsrunde konnte sich Jua 2024 bereits rund 13 Millionen Franken sichern. Im Zuge der diesjährigen Kapitalerhöhung wurde nun Marvin Gabler, Mitgründer und Architekt von EPT-2.0, zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt damit die Nachfolge von Andreas Brenner, der Jua seit der Gründung im Jahr 2022 geleitet hat. Mit Gabler in der Führung möchte sich das Unternehmen auf die Skalierung seiner Plattform im Energiesektor sowie der Ausweitung auf neue Märkte konzentrieren. «Mit unserer Earth Intelligence Platform haben wir die weltweit fortschrittlichste Erdsimulation in eine praxistaugliche Entscheidungsmaschine verwandelt», wird Gabler in dem Artikel zitiert. «Dies ist ein grundlegender Schritt zur Gestaltung unserer planetarischen Zukunft.»

  • Wenn der Strom spürbar wird

    Wenn der Strom spürbar wird

    Riccardo Pozzi ist Leiter Energiewirtschaft bei der Primeo Energie AG und für die Beschaffung des Stroms, auch für die Kundinnen und Kunden von EKZ, zuständig. Um den Strompreis zu verstehen, muss man auf die Preise für andere Energieträger schauen. Denn der Strompreis ist eng an diese gekoppelt. Schauen wir uns also den Gaspreis an. Denn er bestimmt aktuell den Strompreis und über ihn ist in den Medien viel zu lesen, zu sehen und zu hören: Er erreicht Rekordwerte. Und eine rasche Preiserholung ist noch nicht in Sicht. «Die Gründe für diesen hohen Gaspreis liegen einerseits darin, dass die Gasspeicher im Sommerhalbjahr nicht gefüllt werden konnten», erklärt Riccardo Pozzi. Bereits damals war der Gaspreis am Steigen. In der Hoffnung auf eine Preiserholung hatte man die alljährliche Füllung der Gasspeicher hinausgeschoben. Zum Abwarten kommt die verzögerte Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 hinzu. Diese wird künftig russisches Gas über die Ostsee direkt nach Deutschland transportieren. Doch politische und rechtliche Themen haben die Inbetriebnahme bis jetzt verzögert. Somit ist die Nachfrage grösser als das Angebot, was den Preis auf dem Markt hochtreibt.

    Abhängigkeit des Strompreises
    Doch was hat der Gaspreis nun mit dem Strompreis zu tun? Der Strom wird auf dem europäischen Strommarkt an verschiedenen Börsen gehandelt. Preisbestimmend dabei ist die teuerste Technologie, die für die Stromproduktion eingesetzt wird. Denn diese Kraftwerke werden in der Reihenfolge ihrer Grenzkosten (variable Kosten) eingesetzt. Und das so lange, bis die Nachfrage gedeckt ist. Das teuerste, eingesetzte Kraftwerk bestimmt somit den Preis. Dieser Mechanismus wird durch die so genannte «Merit Order Curve» ausgedrückt.

    «Momentan bestimmen hauptsächlich Gaskraftwerke den Preis», erklärt der Energiespezialist. Dies erklärt den starken Anstieg des Strompreises. Es gibt aber noch einen weiteren Grund für den Anstieg der Stromkosten: CO2-Zertifikate. Kraftwerke müssen für den CO2-Ausstoss, den sie produzieren, Zertifikate erwerben. Diese werden ebenfalls gehandelt und zum grossen Teil preislich von der EU beeinflusst. Infolge der hochgesteckten Ziele der EU für die Emissionsreduktionen sind die Preise für die CO2-Zertifikate ebenfalls gestiegen.

    Aussichten Strompreis
    «Aktuell spüren noch vertragslose Geschäftskunden am freien Markt, das heisst Kundinnen und Kunden mit einem Verbrauch von mehr als 100 MWh, den hohen Strompreis stark», erzählt Riccardo Pozzi und ergänzt: «Viele Kundinnen und Kunden haben bis jetzt gehofft, dass die Preise doch noch sinken würden». Da hätten es Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung besser. Denn während bei Geschäftskunden der Strom zum aktuellen Preis eingekauft wird, setzt sich der Preis für Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung aus einem Durchschnitt über zwei Jahre zusammen. «Unsere Kundinnen und Kunden werden den aktuellen Strompreistrend 2023 und 2024 durch einen grösseren Preisanstieg zu spüren bekommen», erklärt Karl Resch, Leiter Regulierungsmanagement und Netzwirtschaft bei EKZ. «Da wir kaum Eigenproduktion in der Schweiz haben und somit von den Marktpreisen abhängig sind, wird unser Preisanstieg etwas grösser ausfallen als derjenige von Energieversorgern, die einen grossen Anteil an Eigenproduktion aufweisen», ergänzt der Experte. Und er sagt: «Diese Unternehmen haben über die Jahre tendenziell höhere Strompreise, die aber nicht so stark schwanken». EKZ gehört auch 2022 zu den günstigsten Stromversorgern der Schweiz. Wie stark sich die Strompreise 2023 erhöhen werden, steht noch nicht fest. Denn die Tarife werden erst im Sommer 2022 bestimmt. EKZ setzt sich jedoch weiterhin dafür ein, die Strompreise so tief wie möglich zu halten.

    Zusammensetzung des Strompreises
    Wenn Sie wissen wollen, wie sich der Strompreis zusammensetzt, lesen Sie den Beitrag auf energie-experten.ch von Claudio Maag, stellvertretender Leiter Netzwirtschaft und Regulierungsmanagement von EKZ.