Schlagwort: Energieplanung

  • Generationswechsel stärkt Engagement für Energiewende

    Generationswechsel stärkt Engagement für Energiewende

    Reto Trittibach ist neuer Inhaber und Geschäftsleiter der INES Energieplanung GmbH. Sein Stellvertreter wird einer Mitteilung zufolge André Joosten. Mit der Neubesetzung will der vor 14 Jahren gegründete Berner Anbieter von Energieversorgungslösungen Kontinuität wahren.

    Ziel der INES Energieplanung sei es, „die Energiewende mit Know-how und nach Kräften zu unterstützen“. Entwickelt werden Energiekonzepte für Areale und Wärmeverbundprojekte. Firmenangaben zufolge bringt INES seine Expertise neben Planung und Bau von Energieanlagen auch für Anlagenkonzepte ein. Zudem ist INES als Energieberater für die Stadt Bern tätig.

    Tätigkeitsgebiete der INES sind die Stadt und das Ballungsgebiet von Bern. Zu den Hauptkunden und Kooperationspartnern zählen die Marzili Wärmeverbund AG und die Stadt Bern.

    Gründer Bruno Liesch habe INES mit Fokus auf nachhaltige Energielösungen, Wärmeverbünde und zukunftsorientierte Energieplanung geprägt. Laut Mitteilung wird er bis Ende 2026 seine Erfahrung in der Projektentwicklung in Teilzeit einbringen.

  • Digitale Zwillinge für Energiesysteme gewinnen an Bedeutung

    Digitale Zwillinge für Energiesysteme gewinnen an Bedeutung

    Sympheny hat laut seiner Mitteilung einen Meilenstein auf dem Weg als Partner des kalifornischen Unternehmens ESRI und seiner Schweizer Niederlassung in Zürich erreicht: Die 2020 gegründete und im Technopark Winterthur ansässige Firma Sympheny hat das dreijährige Start-up-Programm von ESRI offiziell abgeschlossen.

    Die während dieser Zeit erhaltene „Unterstützung von unschätzbarem Wert samt aller Ressourcen und Möglichkeiten“ hätten es ermöglicht, die Geodatentechnologie des weltweit tätigen Unternehmens in die eigenen Lösungen für Energiesysteme zu integrieren. „Von der Optimierung der städtischen Energieplanung bis hin zur Verbesserung der räumlichen Entscheidungsfindung hat das ESRI-Ökosystem massgeblich dazu beigetragen, unsere Innovationen voranzutreiben“, so Sympheny.

    Sympheny bietet auf dem digitalen Zwilling basierende Dienstleistungen für Energieplanerinnen und -manager an, die es ihnen ermöglichen sollen, ihre Nachhaltigkeitsziele „mit minimalen Kosten und maximalem Vertrauen zu erreichen“, so das Start-up in einer Selbstdarstellung. „Digitaler Zwilling + Algorithmen = Intelligente Dienstleistungen.“ Dafür stellt Sympheny seine abonnementbasierte SaaS-Plattform zur Verfügung, auf der sie ihren digitalen Zwilling des Energiesystems entwickeln, verwalten und kontinuierlich nutzen können.

    In einer nächsten Phase soll die Partnerschaft zwischen Sympheny und ESRI mit neuen gemeinsamen Projekten vertieft werden. Zudem äussert sich Sympheny „stolz darauf, ESRI als Beobachter in unserem GOES-Projekt zu haben“. GOES ist ein Horizon 2020-Projekt der EU, in dem innovative Geodatenlösungen für die Energieplanung erforscht werden. Es wird von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf ZH koordiniert und umfasst acht Partner aus fünf Ländern der EU und den USA.

    Ausserdem, so heisst es in der Mitteilung, freue sich Sympheny auch auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Team von Urban ArcGIS, der webbasierten 3D-Lösung von ESRI für Stadtplanungsprojekte. Sympheny wolle dabei besonders das Thema Energie voranbringen.

  • Forscher plädieren für Paradigmenwechsel bei Gebäude- und Energieplanung

    Forscher plädieren für Paradigmenwechsel bei Gebäude- und Energieplanung

    Matthias Sulzer von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und sein Kollege Michael Wetter vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien setzen sich für einen Paradigmenwechsel in der Planung von Gebäude- und Energiesystemen ein. «Aufgrund der Komplexität und der geforderten Flexibilität künftiger Energiesysteme sowie der Dringlichkeit eines Wandels sind heutige Planungsprozesse nicht geeignet», erklärt der die Empa-Abteilung Urban Energy Systems leitende und parallel am Lawrence Berkeley National Laboratory forschende Sulzer in einer Mitteilung der Empa. «Es gibt wenig bis keine Interaktion zwischen den Disziplinen, um Gebäude oder Energieinfrastrukturen als ganzheitliches System zu entwerfen.»

    Sulzer und Wetter plädieren dafür, das für die Automatisierung der Chip-Produktion entwickelte sogenannte platform-based Design auf die Planung von Gebäude- und Energiesystemen zu übertragen. Die Methodik basiert auf verschiedenen Abstraktionsebenen, auf denen sich gegenseitig beeinflussende Systeme ganzheitlich analysiert und optimiert werden. Auf jeder Ebene werden dabei allgemeingültige Modelle geschaffen, die vorgeben, wie ein System definiert und zu bauen ist. Die einzelnen Modelle lassen sich in der Praxis dann individuell kombinieren. Ein derartiger Paradigmenwechsel könne «unsere Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse revolutionieren und die Digitalisierung und Automatisierung fördern, die für das Erreichen unserer ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele unerlässlich sind», meint Sulzer.

  • Paradigmenwechsel in der Energieplanung

    Paradigmenwechsel in der Energieplanung

    Zahlreiche Länder haben sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Dies erfordert für Gebäude- und Energiesysteme einen raschen Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien und eine stärkere Vernetzung verschiedener Sektoren. Gebäude, Mobilität, Industrie sowie Strom, Wärme und synthetische Brennstoffe müssen interagieren und integriert geplant werden. Matthias Sulzer von der Empa und Michael Wetter vom Lawrence Berkeley National Laboratory argumentieren, dass die aktuellen Planungsprozesse dieser Komplexität nicht gerecht werden und daher ein Paradigmenwechsel notwendig ist.

    Aktuelle Planungsprozess – ein Silo-Denken
    Heutige Planungsprozesse sind nach Disziplinen organisiert, was zu ineffizienten und suboptimalen Ergebnissen führt. Ingenieure und Architekten arbeiten nacheinander, anstatt interdisziplinär zusammen. Diese lineare, «Wasserfall»-artige Vorgehensweise lässt wenig Raum für Iterationen und Optimierungen im Gesamtsystem. Sulzer betont, dass dieser Ansatz nicht mehr ausreicht, um den Anforderungen zukünftiger, flexibler Energiesysteme gerecht zu werden.

    Inspiration aus der Chip-Industrie
    Sulzer und Wetter schlagen einen Planungsansatz vor, der von der Chip-Industrie inspiriert ist. Der Elektronik- und Computer-Wissenschaftler Alberto Sangiovanni-Vincentelli hat mit seinem «Platform-based Design» die Chip-Herstellung revolutioniert. Dieses Konzept nutzt verschiedene Abstraktionsebenen zur ganzheitlichen Analyse und Optimierung von Systemen und schafft allgemeingültige, modular kombinierbare Modelle. Dieses Modell könnte auch auf Gebäude- und Energiesysteme angewendet werden, um die Planung zu automatisieren und zu modularisieren.

    Vorteile eines modellbasierten Planungsprozesses
    Ein modellbasierter Planungsprozess würde bedeuten, dass Modelle nicht nur zur Analyse, sondern auch zur Spezifikation und zum Bau von Systemen genutzt werden. Diese Blaupausen könnten modular kombiniert werden, um das Design und die Funktionalität eines Systems eindeutig zu bestimmen. Dies würde die Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse revolutionieren und die notwendige Digitalisierung und Automatisierung fördern, um die ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen.

    Pilotprojekt an der Empa
    Das EU-Projekt GOES, geleitet von der Empa, ist ein erster Schritt zur Anwendung des «Plattform-based Design» im Energiesektor. Auf dem Empa-Campus in Dübendorf wird eine Pilotanlage mit 144 Erdsonden als erste Anwendung dieses Konzepts entwickelt. Ziel ist es, die verschiedenen Abstraktionsebenen der Entscheidungsfindung zu definieren und die Schnittstellen zu standardisieren.

    Die Umsetzung eines automatisierten und modularen Planungsprozesses ist entscheidend für die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Sulzer und Wetter sind überzeugt, dass dieser Paradigmenwechsel die Flexibilität und Effizienz der Energiesysteme erheblich steigern wird. Der Ansatz bietet eine vielversprechende Lösung, um die Herausforderungen der Dekarbonisierung zu meistern und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

  • Zukunftsorientierte Wärmeversorgung in Zürichs innerstädtischen Quartieren

    Zukunftsorientierte Wärmeversorgung in Zürichs innerstädtischen Quartieren

    In einem strategischen Vorstoss zur Dekarbonisierung der Energieversorgung identifiziert die Stadt Zürich Schlüsselquartiere, in denen die herkömmliche Wärmeversorgung durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden soll. Trotz der Herausforderung, dass lokal verfügbare, erneuerbare Energiequellen wie Wärmepumpen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, zeigt eine umfassende Studie Lösungswege auf.

    Konzept für dicht bebaute Stadtgebiete
    Insbesondere die Quartiere Hard, Wiedikon und Sihlfeld-Werd stehen im Fokus der Energieplanung. Diese Gebiete, die etwa sieben Prozent der Siedlungsfläche der Stadt umfassen, erfordern aufgrund ihrer dichten Blockrandbebauung eine innovative Herangehensweise. Das entwickelte Versorgungskonzept sieht den Aufbau thermischer Netze vor, die bis 2040 etwa ein Viertel der städtischen Neuinstallationen ausmachen werden.

    Neue Heizkraftwerke nötig
    Für die Deckung des ermittelten Wärmebedarfs von 282 GWh/Jahr sind leistungsfähige Heizwerke erforderlich, vergleichbar mit der Kapazität der bestehenden Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz. Zusätzliche Heizkessel werden zur Abdeckung der Spitzenlast eingesetzt, die insbesondere an extrem kalten Tagen erforderlich ist.

    Modularer Ausbau und innovative Wärmequellen
    Das Konzept beinhaltet die Nutzung diversifizierter Energiequellen wie Abwasserwärme, Flusswasser, Holzbiomasse und Abwärme von Rechenzentren, die ausserhalb des Versorgungsgebietes gewonnen und durch ein neu zu errichtendes Hauptnetz in die Quartiere geleitet werden. Die Implementierung erfolgt in modularen Schritten, wobei unabhängige Verteilzentralen zeitnah realisiert werden, um eine rasche Anbindung der Endverbraucher zu gewährleisten.

    Die Planung und Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projekts ist nun gefordert, um frühzeitig in den 2030er Jahren die ersten Liegenschaften ans Netz zu bringen. Der Ersatz von derzeit 1’500 fossilen Heizungen in diesen Gebieten leistet einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Zürichs.