Schlagwort: Energiestrategie

  • Strategischer Zugang zum deutschen Regelenergiemarkt

    Strategischer Zugang zum deutschen Regelenergiemarkt

    Die BKW unterstreicht ihre Wachstumsambitionen in Deutschland und übernimmt laut einer Mitteilung die Münchner Südvolt GmbH und ihre 20 Mitarbeitenden. Damit tritt der  Berner Energie- und Infrastrukturkonzern in den deutschen Markt für Regelenergie und Systemdienstleistungen ein. Südvolt ist ein Flexibilitätsanbieter mit Zugang zu allen vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern und damit zum Regelenergiemarkt.

    Das Unternehmen schaltet in seinem virtuellen Kraftwerk Energiegewinnungsanlagen und industrielle Verbraucher flexibel zusammen, um das Netz stabil zu halten. Sein Kundenportfolio umfasst Gross- und Industriekunden aus energieintensiven Sektoren sowie Stadtwerke.

    Wie die BKW in der Mitteilung betont, erfolge diese Übernahme im Rahmen ihrer Strategie Solutions 2030. Damit richtet sie sich darauf aus, durch Investitionen in Energiespeicher und Energieproduktion ihre nachhaltigen Energielösungen zu erweitern.

    Durch diese Akquise „sichern wir uns einen strategischen Zugang zu einem der wichtigsten Energie- und Flexibilitätsmärkte Europas“, wird Stefan Sewckow zitiert, Konzernleitungsmitglied und CCO Energy Markets der BKW. „Wir stärken unsere Position in der Vermarktung von Flexibilitäten und erweitern unser internationales Portfolio.“ Bereits heute deckt die BKW in Deutschland die gesamte Wertschöpfungskette für die Energiewende ab, von der Energieproduktion über Stromleitungsbau bis zur Gebäudeplanung und Projektsteuerung und plant den Angaben zufolge, auch in diesen Bereichen weiter zu wachsen.

  • Installationsarbeiten für Smart Meter

    Installationsarbeiten für Smart Meter

    Cablex, in Gümligen ansässiger Spezialist für Netzinfrastruktur, ist in einer Ausschreibung als Vertragspartner der BKW gewählt worden. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, soll cablex den sogenannten Smart Meter Rollout für die BKW übernehmen. Dabei handelt es sich um den Austausch von 400‘000 Stromzählern gegen moderne Smart Meter. Cablex, eine hundertprozentige Tochter der Swisscom, wird dabei täglich 500 neue Smart Meter vom Typ Kamstrup OMNIPOWER installieren. Die Kampagne soll zur Energiestrategie 2050 beitragen.

    Cablex wurde von der BKW ausgewählt, weil das Unternehmen über eine Expertise bei der Umsetzung von flächendeckenden ICT- und Smart-Infrastruktur-Projekten, inklusive einschlägiger Erfahrung mit Smart Meter-Lösungen, verfügt. Die Belastung bei der Umrüstung soll für Kundinnen und Kunden gering sein, heisst es in der Mitteilung: Für den Austausch der Zähler wird für etwa 15 Minuten der Strom abgeschaltet, die Gesamtinstallation dauert etwa eine Stunde.

  • Urner Öffentliche Hand erwirbt die Aktienmehrheit an der EWA-energieUri, Altdorf

    Urner Öffentliche Hand erwirbt die Aktienmehrheit an der EWA-energieUri, Altdorf

    EWA-energie Uri AG hat als Unternehmen im Umfeld der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien und deren hohem Potenzial für die Urner Energieversorgung und klimapolitischen Herausforderungen eine gewichtige volkswirtschaftliche, regionalpolitische und finanzwirtschaftliche Bedeutung. 

    Im Hinblick auf anstehende Konzessionserneuerungen beauftragte der Landrat den Regierungsrat am 26. Mai 2021, mit CKW zu verhandeln, um eine Mehrheit an EWA-energieUri der öffentlichen Hand (Kanton Uri, Korporationen und allenfalls Gemeinden) zu erhalten. Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde im Mai 2023 ein Abschluss erzielt. Das Kernelement: CKW verkauft 52,3 Prozent der Aktien an ein Bieterkonsortium, bestehend aus Kanton, Korporation Uri und zwei von Swiss Life Asset Managers verwalteten Energieinfrastruktur-Fonds. Somit hält die bisherige Mehrheitsaktionärin künftig noch einen Aktienanteil von 10 Prozent. Der Kaufpreis für das Aktienpaket von 52,3 Prozent beträgt 180 Mio. Franken. Die Urner Gemeinden erhalten die Möglichkeit, zusätzliche Aktien im Um-fang von 2,3 Prozent zu erwerben. 

    Die Zusammensetzung des siebenköpfigen Verwaltungsrats sieht wie folgt aus: Kanton Uri und Swiss Life Asset Managers Energieinfrastruktur-Fonds haben Anspruch auf die Nominierung von je zwei Verwaltungsratsmitgliedern, Korporation Uri und CKW auf je ein Verwaltungsratsmitglied. Zudem nominieren Kanton und Korporation Uri einen unabhängigen Verwaltungsrat und haben zusammen das Recht auf das Präsidium.  

    Am 6. Juli 2023 findet eine ausserordentliche GV von EWA-energieUri statt. Dort wird es aufgrund der Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Aktionariat Veränderungen im Verwaltungsrat geben. Aus dem Verwaltungsrat treten die bisherigen Mitglieder Marion Klein, Urs Meyer, Andreas Ruch und Pascal Ziegler zurück. Neu zur Wahl für den Rest der laufenden Amtsdauer, d.h. bis zur ordentlichen GV über das Geschäftsjahr 2024/25 am 28. Januar 2026), werden zur Wahl vorgeschlagen:  

    • Beat Huber, Suhr (Vertreter Swiss Life Asset Managers)  

    • Daniel Arnold, von Flüelen, in Obfelden (Vertreter Swiss Life Asset Managers)  

    • Stephan Marty, Rothenburg, unabhängiger Verwaltungsrat  

    Weiter gehören dem Verwaltungsrat die folgenden gewählten Personen an:  

    • Landammann Urs Janett, Altdorf (Vertreter Kanton Uri)  

    • Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind, Bürglen (Vertreter Kanton Uri)  

    • Korporationspräsident Kurt Schuler, Altdorf (Vertreter Korporation Uri)  

    • Martin Schwab, Weggis (Vertreter CKW)  

    Zur Wahl als Verwaltungsratspräsident wird Kurt Schuler vorgeschlagen.  

    Mit Swiss Life Asset Managers konnten der Kanton und die Korporation Uri einen langfristig orientier-ten schweizerischen Partner mit Energie- und Finanzkompetenz gewinnen. Swiss Life Asset Managers ist über einen von ihr verwalteten Energieinfrastruktur-Fonds, an dem Anleger mit Sitz in der Schweiz wie Schweizer Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen beteiligt sind, seit vielen Jahren auch bei anderen Energieversorgern im Kanton direkt und indirekt beteiligt (Heizwerk Uri AG, Heizwerk Gotthard AG, KW Palanggenbach).  

    Nach 115 Jahren wieder eine Urner Aktienmehrheit  

    Seit 1908 hatte die CKW die Aktienmehrheit des EWA-energieUri. Indem die Öffentliche Hand des Kantons Uri nun die Mehrheit erwirbt, hat sie nach 115 Jahren wieder die Aktienmehrheit an EWA-energieUri.  

    Der Kanton Uri erwirbt zusätzliche 8.3 Prozent des Aktienkapitals mit der Absicht, 2.3 Prozent den Urner Gemeinden zum Kauf anzubieten. Da die Aktien ins Finanzvermögen des Kantons einfliessen, kann der Regierungsrat die Transaktion in eigener Kompetenz – ohne Volksabstimmung oder Be-schluss des Landrats – ausführen. Indem auch die Korporation Uri zusätzliche 10 Prozent der Aktien erwirbt, halten nun die konzessionsgebenden Körperschaften die Mehrheit an EWA-energieUri, so wie es von ihren Gremien gefordert wurde. Auch das Aktienpaket der Korporation wird zu Lasten des Finanzvermögens erworben, was in der Kompetenz des Engeren Rats liegt. 

    Partnerschaft im Hinblick auf die Energiewende  
    Martin Schwab, CEO von CKW und Verwaltungsratspräsident von EWA-energieUri, ist zufrieden mit der Einigung: «Wir begrüssen die getroffene Lösung und freuen uns, die 115-jährige partnerschaftliche Zusammenarbeit mit EWA-energieUri und dem Kanton Uri weiterzuführen. Gemeinsam wollen wir die erneuerbaren Energien ausbauen und die Energiewende vorantreiben.» Ein Element der künftigen Partnerschaft ist der gemeinsame Ausbau der Solarenergie im Kanton Uri – mit Fokus auf alpine Solaranlagen, die einen hohen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Winter leisten können. 

    Volkswirtschaft profitiert dank Knowhow und Arbeitsplätzen in Uri
    Landammann Urs Janett erklärt: «Mit der Mehrheit an EWA-energieUri kontrollieren der Kanton und 

    die Korporation Uri eine funktionierende und erprobte Unternehmung. Ebenfalls kann die Kompetenz von Dienstleistungen im Bereich Kraftwerksplanung, Unterhalt und Betrieb in Uri weiter ausgebaut, gestärkt und gesichert werden. Somit können der Urner Volkswirtschaft hochattraktive Arbeitsplätze erhalten und noch weitere geschaffen werden. Dank der Mehrheitsbeteiligung der öffentlichen Hand eröffnen sich Chancen von guten und zukunftsgerichteten Konzessionsvergabelösungen zugunsten aller Urnerinnen und Urner. Der Regierungsrat ist froh, mit der Übernahme der Aktienmehrheit Knowhow und Arbeitsplätze im Kanton Uri zu sichern. Das EWA-energieUri entwickelt bereits heute eine grosse Wertschöpfung in Uri. Als nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführtes Urner Unternehmen soll es auch weiterhin über günstige Rahmenbedingungen verfügen. Dies deckt sich mit den Zielen des Regierungsrates.»

  • Ja zum Erhalt des Klimas, der Baukultur und der Biodiversität

    Ja zum Erhalt des Klimas, der Baukultur und der Biodiversität

    Der Schweizer Heimatschutz sagt «JA» zum Klimaschutzgesetz. Denn die Vorlage enthält konkrete Massnahmen, die Anreize für den Ersatz von Heizungen und die energetische Ertüchtigung von Gebäuden schaffen. So wird die Sanierung von bestehenden Bauten zur Verbesserung der Energieeffizienz gefördert. 

    Sorgfältige Renovationen sowie qualitativ hochstehende und ressourcenschonende Neubauten tragen zu einer hohen Baukultur bei. Diese ist die Grundlage für vielfältige öffentliche Räume, intakte Landschaften und einen klimaneutralen, lebenswerten Wohnraum, der den sozialen Austausch und den Gemeinschaftsgeist fördert und zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. 

    Ressourcenschonung bevorzugen 
    Neue Gebäude produzieren beim Bau oder Abriss mehr Treibhausgase als während ihrer gesamten Nutzungsdauer. Dies ist auf den hohen Anteil an grauer Energie und Emissionen zurückzuführen, die bei der Gewinnung, dem Transport, dem Abriss und der Entsorgung der Baumaterialien eines Gebäudes anfallen. 

    So ist es offensichtlich, dass ein massvoller Umgang mit materiellen Ressourcen und eine bessere Erhaltung unseres gebauten Erbes der erste Schritt zu einer klimafreundlichen Bauweise und zur Erreichung des Ziels der Netto-Null-Emissionen bis 2050 ist.

  • Poenina und Burkhalter loten Fusion bei Gebäudetechnik aus

    Poenina und Burkhalter loten Fusion bei Gebäudetechnik aus

    Die Poenina Holing AG auf Opfikon und die Burkhalter Holding AG aus Zürich haben den Start ihrer Fusionsverhandlungen in einer Medienmitteilung bekanntgegeben. Ziel sei es, „eine starke, lokale Anbieterin“ auf den Weg zu bringen, die „zukunftsorientierte Gebäudetechnik gewerkübergreifend konzipieren und installieren könnte“, heisst es.

    Gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes soll der Energieverbrauch in Gebäuden über Sanierungen der Haustechnik halbiert werden. Die auf Gebäudetechnik spezialisierten Gesellschaften Poenina und Burkhalter wollen zur Verbrauchsreduzierung beitragen, indem sie sämtliche Leistungen der Gebäudetechnik künftig aus einer Hand anbieten. Dies markiere ein „zukunftsweisendes Angebot im Bereich der Gebäudetechnik“ und könne einen Beitrag zur Energiewende leisten.

    Zugleich versprechen sich beide Gesellschaften einen Wachstumsschub und die Schaffung zusätzlicher Stellen. Durch die schweizweite Präsenz der Burkhalter Gruppe will sich Poenina neue Kundenfelder erschliessen. Voraussichtlich am 31. März will Poenina bei der Bilanz-Medienkonferenz über die weiteren Pläne informieren.

  • Ja, ich will. Sanieren für die Zukunft.

    Ja, ich will. Sanieren für die Zukunft.

    Die Flumroc AG setzt sich seit Jahren für energieeffiziente und professionell umgesetzte Modernisierungen ein und unterstützt mit verschiedenen Engagements die Energiestrategie des Bundes.

    Mit Ihrer neuen Informationskampagne «Ja, ich will. Sanieren für die Zukunft.» macht Sie auf die Notwendigkeit von Sanierungen aufmerksam und bietet Bauherren, Interessierten und Fachleuten eine Online-Informationsplattform. Potentielle Bauherren schrecken vor dem Aufwand einer energetischen Sanierung häufig zurück. Flumroc zeigt auf, dass mit der richtigen Unterstützung und Vorgehensweise und einer genauen Planung einer erfolgreichen Umsetzung nichts im Wege steht.

    Bestandesanalyse
    Eine erste Orientierung, welche Sanierungsmassnahmen sinnvoll sind, liefert das kostenlosen Analyse-Tool eVALO. Mit ein paar Klicks können Sie Ihre Sanierung simulieren und erhalten erste Informationen zum energetischen Zustand Ihrer Immobilie. Weiterhin liefert es Ihnen erste Anhaltspunkte über die Investitionen und die Finanzierung.

    In einem nächsten Schritt empfiehlt es sich, durch eine Fachperson einen sogenannten GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) ausstellen zu lassen. Dieser bewertet die Qualität der Gebäudehülle und die Energieeffizienz der Gebäudetechnik.

    Eine Bestandesanalyse Ihrer Liegenschaft kann auch durch andere Fachpersonen, wie zum Beispiel eine Energieberaterin oder einen Energieberater, durchgeführt werden. Die Planung und Umsetzung von umfassenden Sanierungsmassnahmen ist komplex und sollte daher von einem Planer oder Planerin mit entsprechender Fachkompetenz durchgeführt werden.

    Mit der richtigen Reihenfolge zum Ziel 
    Entscheidend für eine erfolgreiche Sanierung sind die aufeinander abgestimmten Sanierungsmass-nahmen in der richtigen Reihenfolge und die Wahl des passenden Materials.

    Am Anfang jeder Erneuerung steht das Dämmen der Gebäudehülle.

    Abgestimmt auf die Dämmung können energieeffiziente Fenster eingebaut werden. Danach folgt die Anwendung moderner Gebäudetechnik. Von einer gut geplanten und ganzheitlich umgesetzten Sanierung profitieren die Bewohner in vielfacher Hinsicht. Sie sparen auf lange Sicht Kosten und geniessen gleichzeitig modernsten Wohnkomfort. Zudem sind Sanierungen in den meisten Fällen ressourcenschonender als Rückbauten.

    Langfristig auf die passenden Materialien setzen
    Das Bewusstsein für die Wahl der passenden Materialien ist ebenfalls sehr entscheidend. An dieser Stelle kann man einen wesentlichen Beitrag für Nachhaltigkeit und Ökologie leisten. Ausserdem können wichtige Aspekte, wie der Wärme-, Schall- und Brandschutz in der Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Eigenschaften, die die Flumroc Steinwolle auszeichnen.

    Ein sehr gut gedämmtes Haus braucht weniger Heizenergie im Winter und weniger Kühlleistung im Sommer. Das leicht zu verarbeitende Material liefert einen ausgezeichneten Schallschutz und sorgt mit einem Schmelzpunkt von über 1000 °C auch noch für einen hervorragenden Brandschutz. Ausserdem erfüllen die Produkte von Flumroc höchste ökologische Ansprüche in Bezug auf die Gewinnung des Rohstoffs, den Transport, die industrielle Verarbeitung, den Einsatz am Gebäude und die Wiederverwertung beim Rückbau. Denn Flumroc Steinwolle ist zu 100 % wiederverwertbar!

    Mit der Generation FUTURO bietet Flumroc zudem Dämmprodukte mit natürlichem Bindemittel an. Die Bewohner der sanierten Gebäude geniessen damit ganzjährig ein angenehmes Raumklima und profitieren von einem ausgesprochen hohen Wohnkomfort.

    Mehr Informationen dazu unter: www.flumroc.ch/jaichwill

  • Der Kantonsbaumeister als Brückenbauer

    Der Kantonsbaumeister als Brückenbauer

    Sie sind seit 1. August 2019 Kantonsbaumeister und damit Chef des Hochbauamts. Was waren Ihre Beweggründe, diesen Posten zu übernehmen?
    Ich war zuvor bereits mehrere Jahre als Stellvertreter des früheren Kantonsbaumeisters tätig. So erhielt ich einen guten Einblick in das Aufgabengebiet. Mir gefällt die Interaktion zwischen den verschiedenen Playern aus Politik, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand. Dabei nehme ich gerne die Rolle des «Dolmetschers» zwischen den Parteien wahr und versuche, Lösungen im Konsens zu finden. Die zu bearbeitenden Planungen und Projekte sind spannend und oft auch aussergewöhnlich. Wir kümmern uns hauptsächlich um Bauwerke mit speziellen beziehungsweise spezifischen Nutzungen.

    Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
    Eine Eigenschaft, die alle unsere Mitarbeitenden mitbringen müssen, ist die Fähigkeit zum Multitasking (lacht). Ich beschäftige mich mit Personalfragen, Budgetplanungen und versuche mit meinem Team, möglichst vorausschauend zu denken: Welche Anforderungen müssen Gebäude in Zukunft erfüllen? Ebenso befasse ich mich mit innovativen Technologien wie neuen digitalen Planungslandschaften, den zunehmenden Automationen in der Bauindustrie oder dem Einsatz von Robotik und 3D-Druckern.

    Sie waren bis 2004 in der Privatwirtschaft tätig. Wie erleben Sie den Seitenwechsel?
    Die Umstellung war vor allem zu Beginn gross. Der Kanton hat rund 2650 Mitarbeitende, davon sind 630 im Bau- und Justizdepartement. Hier bündelt sich ein enormes Knowhow. Ich musste mir zuerst bewusst werden, dass ich auf diese Kompetenzen zurückgreifen kann. Die Komplexität der Bauten – zum Beispiel eines Museum, einer Strafanstalt oder eines Spitals – sind in jeder Projektphase äusserst anspruchsvoll. Die Arbeit als Kantonsbaumeister ist thematisch auf jeden Fall vielfältig. Im Gegensatz zu früher bin ich heute in jeder Phase des Planungs- und Bauablaufs präsent.

    Regierungsrat Roland Fürst hat den geplanten Verwaltungsneubau angesprochen. Wie sieht der Zeitplan aus?
    Wir möchten bis Ende 2022 eine Entscheidungsgrundlage für den Regierungsrat schaffen und Möglichkeiten aufzeigen, wo im Kanton Solothurn geeignete Grundstücke oder Gebäude zur Verfügung stehen, um das Projekt umzusetzen. Die Coronapandemie wird sicherlich Auswirkungen auf die Raumbedürfnisse und Arbeitsweise haben. Wir sind derzeit daran, diese zu analysieren. Unsere Erkenntnisse werden bei einer möglichen Umsetzung des Projekts mit einfliessen.

    Wie sieht das von Ihnen zu verwaltende Immobilien-Portfolio aus?
    Es setzt sich aus Finanz-, Verwaltungs- und Stiftungsvermögen zusammen. Das Verwaltungsvermögen hat mit den betriebsnotwendigen Gebäuden den grössten Anteil. Aber auch im Finanzvermögen haben wir interessante Nutzungen und Gebäude: Zum Beispiel ein Hotel und verschiedene Restaurationsbetriebe wie auch Grundstücke, die für die Ansiedlung interessanter Unternehmen oder für den allfälligen Eigenbedarf zur Verfügung stehen. Wir verzeichnen 320 kantonseigene Gebäude, 60 davon befinden sich in der Stadt Solothurn. Der Zweck unserer Immobilienstrategie ist die Sicherstellung eines nutzungsgerechten und nachhaltigen Immobilienbestandes für die Erfüllung der kantonalen Aufgaben.

    Welches sind wertmässig die grössten Posten im Portfolio?
    Der Gebäudeversicherungswert beläuft sich auf 1,628 Milliarden Franken. Davon fällt bis zur geplanten Übertragung an die Solothurner Spitäler AG je eine halbe Milliarde auf die Spital- und Bildungsbauten. Die übrigen Liegenschaften wie Verwaltungsgebäude oder Strafvollzugsanlagen machen die restlichen knapp 600 Millionen Franken aus. Auf jeden Fall hatte ich noch nie zuvor mit einem so heterogenen Portfolio zu tun: Es reicht von unterirdischen historischen militärischen Anlagen über Ruinen, Schlösser, Kirchen bis hin zu Landwirtschaftsland und hochmodernen Labor- und Spitalgebäuden.

    «Den Einsatz von BIM prüfen wir von Fall zu Fall»

    Welche Werte vertritt das Hochbauamt bei den zu bearbeitenden Projekten?
    Der Regierungsrat hat eine Strategie formuliert, die zum einen Eigentum vor Miete vorsieht. Wir hatten und haben auch heute noch viele Mietobjekte. Nun möchte man wieder vermehrt auf Eigentum setzen. Deshalb beschäftigen wir uns zurzeit auch mit einem möglichen zentralen Verwaltungsneubau. Zudem steht das Gesamtkonzept vor Einzelmassnahmen. Im Weiteren liegen uns raumplanerische-, städtebauliche- und architektonische Aspekte sehr am Herzen. Genauso wie ökologische und energetische Themen. Letztendlich bauen wir für uns Menschen.

    Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich in Zukunft konfrontiert?
    Covid-19 hat viel verändert. Dies könnte Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf die Baubranche haben. Durch vermehrtes Homeoffice und Desk- sowie Roomsharing werden möglicherweise Nutzflächen an sehr attraktiven Lagen frei. Diese könnten anders genutzt werden und die Wohnungsknappheit in zahlreichen Klein- und Grossstädten der Schweiz beeinflussen. Auch die Klimaveränderungen in den Städten sind aktuelle Themen. Spannend ist die mögliche Verwendung von Recyclingmaterialien. Ebenso dürften mich Umnutzungen, neue Arbeitsweisen und veränderte Ansprüche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern weiterhin beschäftigen. Ein zusätzlicher Punkt ist die sich abzeichnende Veränderung beim Abschluss von Dienstleistungs- und Werkverträgen, insbesondere auch beim Abschluss von Baurechtsverträgen.

    Welche Energiestrategie verfolgt das Hochbauamt?
    Die Installation von Photovoltaikanlagen ist für uns selbstverständlich. Wir haben das gesamte Portfolio auf die Tauglichkeit solcher Anlagen analysiert und diverse bereits realisiert. Bei uns ist Minergie bzw. Minergie-Eco Standard. Dieser hat in der Schweiz 1998 Fuss gefasst. Wir haben kürzlich den Energieverbrauch unserer Gebäude vor und nach 1998 verglichen: Die Gebäude vor der Einführung benötigen ca. dreimal so viel Heizenergie. Dafür verzeichnen wir bei den Gebäuden nach 1998 einen ca. zweimal höheren Stromverbrauch. Der Anteil an stromabhängigen Installationen generell und Betriebseinrichtungen im Speziellen haben in Neubauten stark zugenommen.

    Wie sieht die Digitalisierungsstrategie bei neuen Bauvorhaben aus?
    Bei aktuellen Bauprojekten – wie gerade jetzt beim geplanten Neubau des Zentralgefängnisses – beabsichtigen wir, Building Information Modeling (BIM) bei der gesamten Planungsphase einzusetzen. Vorerst prüfen wir den Nutzen von BIM von Fall zu Fall.

    Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft mit Virtual Reality zu arbeiten?
    Virtual Reality bringt grosse Vorteile – gerade für Menschen, die sich Modelle oder Visualisierungen nicht so plastisch vorstellen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren solche Lösungen einsetzen werden.

    Welche Zukunftspläne haben Sie für das Hochbauamt?
    Wir möchten weiterhin qualitativ hochstehende Bauten mit Weitsicht und Sorgfalt analysieren, planen und realisieren. Mit einem guten Team im Rücken wird dies auch in Zukunft möglich sein.

  • Vogelwinkel: Familienfreundliche Wohnüberbauung an bevorzugter Lage in Baar

    Vogelwinkel: Familienfreundliche Wohnüberbauung an bevorzugter Lage in Baar

    An der Hanglage, im Vogelwinkel, unterhalb des Himmelrich in Baar wird das Projekt «Libelle» realisiert. Die Zürcher Park Architekten konnten den Architekturwettbewerb mit ihren vier trompetenartig angeordneten Baukörpern für sich entscheiden. Ihr Projekt überzeugte die Jury durch die vier fein abgestuften, zwei- bis viergeschossigen Gebäude, die sich sternförmig in die Topografie des ansteigenden Hangs eingliedern. Von oben betrachtet gleicht der Neubau den Flügeln einer Libelle.

    Der Aussenraum erschliesst sich trichterförmig in die Mitte des Areals. Die Neubauten sind kubisch ausgebildet, sodass sie mit den bereits bestehenden Gebäuden in Dialog treten. Auffällig wird die Fassade: Sie soll in einem buntgeflammten Rotton gehalten werden. Eine Tiefgarage verbindet die vier Gebäude miteinander und bietet 141 Stellplätze. Die 2,5- bis 5,5-Zimmer-Mietwohnungen weisen anstelle von Korridoren rechtwinklig versetzte Raumfolgen auf. Der Baustart ist für Anfang 2022 vorgesehen. 2025 sollen die ersten Mieter einziehen.

    Das Quartier Himmelrich in Baar ist dank seiner Topografie und Verkehrslage ein begehrter Wohnort wie auch ein rege aufgesuchtes Naherholungsziel. Aus diesem Grund war der Bauherrin die Einbindung des Landschaftsraums in die Überbauung Vogelwinkel ein grosses Anliegen. Einer nachhaltigen Energiestrategie wurde ebenfalls Rechnung getragen: Die Wärmegewinnung erfolgt über Erdsonden und Sonnenkollektoren. Im gesamten Bauprozess werden ausschliesslich bewährte, langlebige und ökologische Materialien verwendet. Alle Wohnungen sind barrierefrei konzipiert.

  • Kanton Uri stockt Beteiligung an EWA-energieUri auf

    Kanton Uri stockt Beteiligung an EWA-energieUri auf

    Im Rahmen seiner Energiestrategie strebe der Kanton Uri langfristig eine Mehrheitsbeteiligung an EWA-energieUri an, informieren der Kanton, EWA-energieUri und die Centralschweizische Kraftwerke AG (CWK) in einer gemeinsamen Mitteilung. In den kommenden Jahren soll die kantonale Beteiligung an dem Energie- und Wasserversorger von derzeit 29 auf 40 Prozent ausgebaut werden. Dazu will der Kanton Uri Anteil von CKW übernehmen.

    Eine entsprechende Vereinbarung sei von den drei Partnern bereits unterschrieben worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie regelt den Erwerb weiterer Anteile durch den Kanton im Zuge der Vergabe von Wasserrechtskonzessionen.

    Konkret soll der Kanton Uri zunächst weitere 5 Prozent der Aktien an EWA-energieUri bei der Vergabe der Urner Lucendro-Anteile erhalten. Hier steht 2024 eine Erneuerung der Konzession an. Dabei wird der Kanton Uri seine Anteile am Kraftwerk Lucendro an EWA-energieUri überschreiben und im Gegenzug Aktien des Urner Energieversorgers erhalten. Die Vergabe der Anteile aus den Kraftwerken Ritom, Wassen und Amsteg an EWA-energieUri soll dem Kanton weitere 6 Prozent des Urner Energieversorgers einspielen. Die Aktien werden jeweils von CWK an den Kanton abgetreten.

  • Primeo Energie plant zwei Windturbinen in Muttenz

    Primeo Energie plant zwei Windturbinen in Muttenz

    In einem der sechs Windparkgebiete, die der Landrat 2015 im Baselbieter Richtplan ausgewiesen hat, will Primeo Energie bis 2023 zwei Windturbinen realisieren. Der Standort liegt in der Muttenzer Hard zwischen der Autobahn A2 und den Gleisanlagen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Der Stromanbieter wird dabei einer Medienmitteilung zufolge mit der Gemeinde Muttenz und dem Kanton Basel-Landschaft zusammenarbeiten.

    Die neue Windanlage könne mit ihrer Jahresleistung von 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom durchschnittlich 1200 Haushalte mit ökologischer Energie versorgen. Damit folge Primeo Energie den Richtlinien der Energiestrategie des Bundes sowie des Kantons Basel-Landschaft.

    Für den Bau seien bereits „alle nötigen Voruntersuchungen“ ausgeführt worden. „Der Standort der beiden Turbinen ist ideal“, heisst es in der Mitteilung. Das Gebiet liege nicht in einem Landschaftsschutzgebiet. Zudem seien Verbraucher in den Industrie- und Wohngebieten nah. Deshalb lasse sich ein Netzanschluss mit wenig Aufwand realisieren.

    In der trinationalen Region Basel gebe es ausser im Hochschwarzwald bisher noch keine Windparks. Als weitere Pluspunkte führt Primeo Energie die gute Ökobilanz von Windrädern an. Ausserdem beeinträchtigten sie Flora und Fauna nur gering.

  • Diese Energiestrategie verfolgen Livit, Privera und die Steiner Gruppe

    Diese Energiestrategie verfolgen Livit, Privera und die Steiner Gruppe

    ImmoInvestch.ch hat bei drei CEOs grosser Immobilienunternehmen angeklopft. Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe, Dieter Sommer, CEO Privera sowie Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG, beantworten heute die Frage:

    Welche Strategie verfolgen Sie beim Thema Energie?

    Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe: Als Gründungsmitglied des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) steht für Steiner die Energieeffizienz bei der Entwicklung und Realisierung von Immobilienprojekten stets im Mittelpunkt. Bei der Vaudoise Aréna in Lausanne wurde beispielsweise unter der Regie von Steiner ein Konzept umgesetzt, das die bei der Eisproduktion für die Eisfelder anfallende Abwärme der Kältemaschinen zur Beheizung der Schwimmbecken nutzt. Und beim neuen Spitalgebäude des Hôpital Riviera-Chablais in Rennaz liefern 3300 Sonnenkollektoren auf dem Dach an sonnigen Tagen einen Grossteil des benötigten Stroms. Alle unsere Bemühungen verfolgen ein Ziel: Die Effizienz – insbesondere auch die Energieeffizienz von Gebäuden – bei jedem Projekt zu erhöhen und einen möglichst nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu pflegen.

    Dieter Sommer, CEO Privera: Einerseits wollen wir als Unternehmung unseren Beitrag zu einem schonenden Umgang mit unseren Ressourcen leisten. Beispielsweise konnten wir die Möglichkeit für Homeoffice-Arbeit unserer Mitarbeitenden durch die Digitalisierung von Prozessen und Unterlagen deutlich steigern. Dadurch können wir unsere Fahrtkilometer reduzieren und sind somit ressourcensparender. Andererseits beraten wir unsere Kunden und Auftraggeber rund um das Thema Energie im Rahmen unserer Servicelines.

    Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG: Grundsätzlich stehen wir unseren betreuten Eigentümern als Dienstleister zum Thema Energie beratend zur Seite. Die Nachhaltigkeit ist für die Investoren seit geraumer Zeit ein grosses Thema. Die Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden gewinnt an Bedeutung. So werden Strategien und Baurichtlinien in Bezug auf die Nachhaltigkeit bei Neubauten sowie Renovationen erstellt. Im Zusammenhang mit dem Thema Energie setzen wir uns mit energetischen Betriebsoptimierungen, zentraler Energiebeschaffung, Aufbau von Photovoltaik-Anlagen sowie dem Aufbau von Energiemonitorings- und Controllings auseinander. Dabei spielen die Nutzerinformationen zwecks positiver Beeinflussung des Verbrauchs eine wichtige Rolle. Von uns erstellte Nutzerinformationsblätter für die Mieter sollen den Energieverbrauch ebenfalls positiv beeinflussen.