Schlagwort: Energiesystem

  • Intelligentes Energiemanagement optimiert Stromverbrauch in Gebäuden

    Intelligentes Energiemanagement optimiert Stromverbrauch in Gebäuden

    Ein vorausschauender Kontrollalgorithmus der Empa optimiert das Energiemanagement in Gebäuden so, dass die Versorgungssicherheit im gesamten Energiesystem gewährleistet wird. Dabei kommunizieren automatisierte Gebäudesysteme direkt mit Energieanbietern und dem Stromnetz.

    Laut einem Bericht der Empa können automatisierte Systeme den Stromverbrauch dahingehend optimieren, dass sowohl Netzstabilität als auch Flexibilität der Verbrauchenden stets garantiert werden. Gleichzeitig werden Energieüberschüsse nicht zwangsläufig lokal gespeichert, sondern nach Möglichkeit ins Stromnetz eingespeist, so dass die Nachfrage jederzeit gedeckt werden kann.

    Beim Praxistest des Urban Energy Systems Lab der Empa in ihrem Dübendorfer Versuchsgebäude NEST standen die Reduktion der CO2-Emissionen, die Flexibilität der Energienachfrage und der Komfort der Bewohnenden im Fokus. Mittels des prädiktiven Kontrollalgorithmus gelang es dem Team, das Energiemanagement innerhalb des Gebäudes mit folgendem Setup zu optimieren: einer Photovoltaikanlage zur Stromproduktion, einem Batteriespeicher, einer Wärmepumpe sowie einer bidirektionalen Ladestation für E-Fahrzeuge.

    Das System senkte den CO2-Ausstoss des Gebäudes den Angaben zufolge um mehr als 10 Prozent. Das Gebäude war in der Lage, Verbrauch und Einspeisung von Strom vorausschauend zu kommunizieren. „Das Experiment hat also gezeigt, dass die flexible Verfügbarkeit erneuerbarer Energien nicht a priori ein Problem darstellt“, so die Empa.

    Doch für die grossangelegte Umsetzung dieser Ergebnisse müssten Gebäude künftig konsequent digitalisiert werden. Die Technologie der Wissenschaftlerin Federica Bellizio soll durch das Start-up Kuafu auf den Markt kommen. Dafür wurde sie erst kürzlich mit dem Stipendium Empa Entrepreneur Fellowship ausgezeichnet.

  • Ein Pionier in der Nanotechnologie zur Energiegewinnung

    Ein Pionier in der Nanotechnologie zur Energiegewinnung

    Im Zentrum dieser bahnbrechenden Forschung steht die Verbindung von Thermodynamik und Quantenmechanik, um durch Nanotechnologie effiziente Energiesysteme zu entwickeln. Der Wissenschaftler, der sich dieser Herausforderung stellt, ist bereits seit zwölf Jahren im Bereich der Quantenelektronik tätig und hat seinen Fokus auf die Umwandlung von Abwärme in elektrische Energie gerichtet. Seine Arbeit mit Graphen-Nanobändern, einem Material aus einer einzelnen Schicht von Kohlenstoffatomen, verspricht neue Wege in der Energiegewinnung.

    Die Qualität seiner Forschung wurde bereits mit prestigeträchtigen Auszeichnungen wie dem ERC Starting Grant und einem Eccellenza-Professorenstipendium des Schweizerischen Nationalfonds gewürdigt. Der Forscher, der sowohl eine Forschungsgruppe an der Empa leitet als auch Assistenzprofessor für Quantenelektronik an der ETH Zürich ist, hat seine akademische Laufbahn an der TU Delft begonnen und sich stets für konkrete Anwendungen der Physik interessiert.

    In seinem Labor an der Empa erforscht er die Anwendung von Graphen-Nanobändern, die an der Empa unter der Leitung von Roman Fasel hergestellt werden. Die spezifischen physikalischen Eigenschaften dieser Bänder sind entscheidend für ihre Nutzbarkeit in einer Reihe von Quantentechnologien. Eine bedeutende Entdeckung seiner Gruppe war, dass die Quanteneffekte dieser Bänder auch bei -23°C noch weitgehend erhalten bleiben, was die Möglichkeit ihrer nwendung bei Raumtemperatur in Aussicht stellt.

    Die Technologie, an der der Wissenschaftler arbeitet, befindet sich noch in der Entwicklungsphase, und die Herausforderungen in der Nanofabrikation sind gewaltig. Trotzdem ist sein Ziel, die fundamentalen Grundlagen für die Anwendung dieser fortschrittlichen Technologie zu schaffen und damit ihren praktischen Einsatz in der Zukunft zu ermöglichen. Seine Forschung könnte letztendlich dazu beitragen, den Stromverbrauch elektronischer Geräte zu reduzieren und einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz zu leisten.

  • AEW Energie übernimmt 50 Prozent der GA-Werkstatt.ch

    AEW Energie übernimmt 50 Prozent der GA-Werkstatt.ch

    Die GA-Werkstatt.ch (GAW) gehört neu je zur Hälfte der AEW Energie AG und dem bisherigen alleinigen Eigner, der in Rotkreuz ansässigen Herzog Kull Group Holding (HKG). Mit ihrem neuen Gemeinschaftsunternehmen wollen die Partner dem erhöhten Bedarf auf dem Feld des Gebäudemanagements bei Geschäftsliegenschaften begegnen. Wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst, streben sie mit einem ganzheitlichen Ansatz die projektleitende Rolle des Energie-Generalunternehmens beziehungsweise -Totalunternehmens an.

    Beide Firmen zeigen sich davon überzeugt, dass ein Gebäude als Verbraucher, Produzent und Speicher von Energie im künftigen Energiesystem ein zunehmend relevantes Element sein wird. Durch die engere Zusammenarbeit wollen sie landesweit integrierte Energielösungen aus einer Hand anbieten.

    Dabei sollen sich die Kompetenzen der neuen Partner ergänzen: Die HKG erlangt laut der Mitteilung Expertise in der Planung von Mittel- und Hochspannungsanlagen. Die Zusammenarbeit ermögliche auf allen Handlungsfeldern der Zielnetzplanung eine ganzheitliche Sicht auf Gebäude und Netze. Die AEW erweitert mit der Beteiligung an der GAW ihr Portfolio mit netz- und energienahen Dienstleistungen um die Gebäudetechnik und baut damit ihre Position als Anbieterin für integrierte Energiedienstleistungen für ihre Kundschaft aus. Digitalisierungs­kompetenz steuere ihre Beteiligungsgesellschaft Virtual Global Trading AG bei.

  • EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL-Ingenieurinnen und -Ingenieure des Labors für industrielle Prozess- und Energiesystemtechnik in Sitten schlagen die Zusammenführung bisher getrennter industrieller Prozesse in einem System vor, um die CO2-Emissionen in Schlüsselsektoren erheblich zu senken. Dafür zeigen sie das Potenzial zur Erreichung von Netto Null und Negativemissionen durch die Abscheidung und Mineralisierung von Kohlenstoff direkt vor Ort auf. Für ihre nun veröffentlichte Studie konzentrierten sie sich auf die Sektoren Zementproduktion, Stahlherstellung und Kehrichtverbrennung.

    In dieser Studie wird eine Lösung vorgestellt, bei der die CO2-Abscheidung und -Mineralisierung in den Produktionsprozess selbst integriert wird. Die daraus entstehenden Karbonate können laut einer Mitteilung der EPFL sicher gelagert oder als Baumaterial verwendet werden. Nebenprodukte der Mineralisierung können in die Zementmischung integriert werden.

    „Netto-Null kann nicht allein durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien erreicht werden“, erläutert Professor und Laborleiter François Marechal. „In dieser Studie zeigen wir, wie wichtig es ist, einen prozessintegrierten Ansatz zu verfolgen, um die Kosten für die CO2-Abscheidung und -Speicherung zu senken.“ Dass diese Studie auch das Potenzial für netto-negative Emissionen aufgezeigt hat, hält Sarah Holmes von der Royal Society of Chemistry für entscheidend.

    Die Studie zeigt, dass diese Art der Speicherung von CO2 zu Kosten von bis zu 85 Euro pro Tonne CO2 möglich ist. Sie rechnet auch vor, dass diese Lösung auf dem europäischen Kontinent jährlich zu einer Verringerung von 860 Millionen Tonnen CO2 führen würde. Die Einsparungen im Vergleich zu den sozialen Kosten der Untätigkeit lägen pro Jahr bei 107 Milliarden Euro.

  • 4000 Szenarien für die Klimawende

    4000 Szenarien für die Klimawende

    Derzeit stösst die Menschheit 42 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus. Nur noch rund 300 bis 600 Milliarden Tonnen dürfen laut Berechnungen des Weltklimarates IPCC seit 2020 noch dazu kommen, sonst wird das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, kaum noch erreichbar sein. Dieser Schlussfolgerung schliesst sich auch Evangelos Panos vom Labor für Energiesystemanalysen des PSI an: «Es könnte knapp werden, denn in 70 Prozent unserer Szenarien überschreitet die Welt in den nächsten fünf Jahren die 1,5-Grad-Celsius-Marke.»

    Welche Klima-Massnahmen haben den grössten Erfolg?
    Vor dem Hintergrund des Klimawandels sind zahlreiche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen zu treffen. Diese sind allerdings mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Verständlich, wenn Verantwortliche nach belastbaren Grundlagen für beispielsweise eine der zentralen Fragen suchen: Welche Massnahmen haben den grössten Effekt und sind zudem ökonomisch vorteilhaft, um das Netto-Null-Emissionsziel zu erreichen, wie es sich etwa die Schweiz vorgenommen hat? Antworten liefert nun eine grosse Computer-Simulation, die zu diesem Thema entwickelt wurde. Sie koppelt Klimamodelle mit ökonomischen Modellen und 1200 Technologien zur Bereitstellung und zur Nutzung von Energie sowie zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen. Ein Supercomputer berechnete im Rahmen der Studie 4000 Szenarien für 15 Regionen der Erde und berücksichtigte dabei jeweils die möglichen Entwicklungen in Zehnjahresschritten bis ins Jahr 2100. «Dafür braucht es ausgefeilte Datenanalyse- und Visualisierungstechniken», ergänzt Mitautor James Glynn, Leiter der Analyseplattform für die Modellierung von Energiesystemen an der Columbia University in den USA. Die finale Datei umfasst 700 Gigabyte. Der Forschungsartikel dazu ist jetzt im Fachmedium Energy Policy erschienen.

    Was die Arbeit von Evangelos Panos und den Co-Autoren so besonders macht: Ihre integrierten Bewertungsmodelle berücksichtigen erstmals viele der Unsicherheiten, die in den Modellen stecken. Bisherige Szenarien gehen in der Regel davon aus, dass alle Parameter für die Zukunft bekannt wären, etwa, wann welche Technologien zur Verfügung stehen und was sie kosten oder wie gross die Ausbaupotenziale für erneuerbare Energien sind. Berechnungen des IPCC fokussieren zudem allein auf Technologieoptionen, also auf die Frage, welche Auswirkungen die Wahl bestimmter Technologien für das Klima hat. Die Unsicherheiten in Klimamodellen und wie das Klima auf das Wirtschaftswachstum reagiert, bleiben dabei ebenso aussen vor wie viele weitere Unsicherheiten, etwa bezüglich Bevölkerungsentwicklung oder politischer Massnahmen. «Der wichtigste Beitrag unserer Forschungsarbeit besteht darin, dass er die politischen Entscheidungsträger in die Lage versetzt, konkrete Entscheidungen über Klimamassnahmen zu treffen, und zwar in voller Kenntnis der bestehenden Unsicherheiten», betont Mitautor Brian Ó Gallachóir vom University College Cork.

    18 Unsicherheitsfaktoren und 72 000 Variablen
    Wenn Forschende Szenarien durchrechnen wollen, die viele Variablen und Unsicherheiten enthalten, greifen sie oft zur sogenannten Monte-Carlo-Methode. Die Monte-Carlo-Methode sagt nicht die Zukunft voraus. «Sie spannt vielmehr eine Art Datenlandkarte mit Was-wäre-wenn-Entscheidungspfaden auf», so Evangelos Panos. So auch in der aktuellen Studie: Das Team variierte für jedes Szenario 72 000 Variablen. «Wir haben 18 Unsicherheitsfaktoren berücksichtigt, darunter das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, die Klimasensitivität, das Ressourcenpotenzial, die Auswirkungen von Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft, die Kosten für Energietechnologien und die Entkopplung von Energiebedarf und wirtschaftlicher Entwicklung», erläutert James Glynn von der Columbia University.

    Fundierte Basis für nationale Pfade zur Energiewende
    Um einzelne Szenarien mit Fokus auf politische und ökonomische Fragen auf die unterschiedlichen nationalen Pfade zur Energiewende herunter zu brechen, müssen zusätzliche, nationalspezifische Parameter berücksichtigt werden. «Ein Energiesystem, das den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft ermöglicht, ist kapitalintensiv und erfordert die Mobilisierung von Ressourcen aller Akteure», resümiert Panos. Dafür seien massgeschneiderte Analysen auf nationaler Ebene erforderlich: »Unsere Studie liefert hierfür eine fundierte Basis.»

  • Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit – mit klimafreundlichen, intelligenten Energielösungen Rendite erzielen.

    Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit – mit klimafreundlichen, intelligenten Energielösungen Rendite erzielen.

    Integriert und intelligent
    Integrierte Energielösungen verbinden verschiedene Energiequellen und Technologien, um eine hohe Energieeffizienz und -flexibilität zu erreichen. Um den Energieverbrauch zu optimieren und die CO2-Emissionen zu reduzieren, kommen intelligente Energiemanagementsysteme zum Einsatz. Sie tragen dazu bei, die Betriebskosten zu senken und den Immobilienwert zu steigern. IWB bietet Unternehmen im Bau- und Immobiliensektor sorglose Packages für eine hohe Rendite an. Dabei können Kunden je nach Standort und Portfoliostrategie zwischen zentralen, dezentralen oder kombinierten Lösungen wählen. Für eine optimale nachhaltige Energieversorgung und -nutzung zu erreichen, ist die frühe Einbindung des Energiepartners entscheidend.

    Nachhaltig und wirtschaftlich
    Durch die Implementierung von erneuerbaren Energien und intelligenten Energiemanagementsystemen lassen sich nicht nur Kosten sparen und den Wert von Immobilien steigern, sondern auch ökologische Nachhaltigkeit erreichen. Ein gutes ESG-Scoring wird immer wichtiger und kann auch Einfluss auf die Finanzierungsmöglichkeiten haben.
    Immobilieneigentümerinnen können durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen und klimafreundlichen Wärmelösungen wie Wärmepumpen oder Fernwärme aus erneuerbaren Quellen den CO2-Ausstoss reduzieren und den Energieverbrauch von Gebäuden optimieren. Intelligente Energiemanagementsysteme überwachen dabei in Echtzeit den Energieverbrauch und regulieren diesen durch die automatische Steuerung von Heizung, Lüftung und Abschneiden von Energiespitzen.

    Sinnvoll und rentabel
    Eine Investition in gute Energielösungen und intelligentes Energiemanagement ist sinnvoll und rentabel für ein nachhaltiges Immobilienportfolio. Mit IWB als Partner im Bereich Energie und Nachhaltigkeit können Unternehmen im Immobiliensektor von massgeschneiderten, effizienten und smarten Lösungen profitieren. Dabei steht die Entwicklung individueller Lösungen im Vordergrund, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele der Kunden zugeschnitten sind. Zusammen kann in eine nachhaltige Zukunft investiert werden, die nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile bietet.

  • ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    Die Schweiz sieht sich mit einer kombinierten Energie-​ und Klimakrise konfrontiert. Um das gesetzte Netto-​Null-Ziel bis 2050 zu erreichen und gleichzeitig eine Energielücke zu vermeiden, ist das Land auf erneuerbare Energiequellen, saisonale Speichermöglichkeiten und eine effiziente Anbindung an den europäischen Strommarkt angewiesen. Neben Pumpspeicherkraftwerken, Batterien oder Wärmespeichern bieten insbesondere synthetische Kraftstoffe und Gase wie Wasserstoff eine interessante Möglichkeit, um günstigen Strom aus Fotovoltaikanlagen im Sommer für den Winter zu speichern, zu transportieren und zu handeln. Es gibt zahlreiche vielversprechende Technologien, die sich derzeit in Entwicklung befinden, aber noch nicht voll einsatzfähig sind. Hier setzt die «Coalition for Green Energy and Storage» an, die am 8. Juni auf dem Swiss Economic Forum in Interlaken öffentlich vorgestellt wurde. 

    «Mit der Koalition wollen wir bestehende Technologien zur CO2-​Abscheidung und zur Produktion und Speicherung von kohlenstoffneutralen Gasen und Treibstoffen schnell zur Marktreife bringen und auf einen industriellen Level heben», erklärt ETH-​Präsident Joël Mesot den Plan. Ziel ist es, innert nützlicher Frist ein skalierbares, klimaneutrales und flexibles Energiesystem zu ermöglichen. 

    Gesucht: Partner aus Politik, Industrie und Wissenschaft 
    Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. «Allein die beiden ETH’s verfügen über 150 Forschungsgruppen im Bereich Energie, sowie rund 460 Forschende und vier erfolgreiche Spin-​offs im Bereich CO2-​Abscheidung und Energiespeicherung. Zusammen mit weiteren Forschungsgruppen von PSI und Empa verfügt der ETH-​Bereich sowohl über das Know-​how als auch die Grösse, um gemeinsam mit Unternehmen auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren», sagt EPFL-​Präsident Martin Vetterli. Nun suchen die beiden Hochschulen nach Technologie-​ und Umsetzungspartnern, sowie nach Geldgebern und Unterstützern aus Politik und Gesellschaft. 

    Rund 20 Unternehmen und Organisationen haben bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet: Alpiq, AMAG, BKW Energie, SBB / CFF, Carvolution AG, Cemsuisse, Emil Frey Gruppe, Edelweiss, FIR Group AG, Gaznat, Genève aéroport, GE Vernova, Gruyère Hydrogen Power SA, Implenia, MAN Energy Systems, Migros Industry, Romande Energie, Rolex, Swissmem, SWISS International Air Lines, VBSA, Viteos SA, Verband der Schweizerischen Gasindustrie / Association Suisse de l’Industrie Gazière. 

    Mit der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines (SWISS) und dem Energiedienstleister Alpiq – die neben den beiden Präsidenten auf dem SEF anwesend waren – sind zwei Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft von Anfang an mit an Bord. «Wir sind stolz, Teil dieser Energie-​Koalition zu sein. Gemeinsam treiben wir die Produktion synthetischer Treibstoffe voran, die für uns einer der grössten Hebel sind, um künftig immer nachhaltiger zu fliegen. Gleichzeitig werden neue Möglichkeiten zur Energiespeicherung geschaffen, was die Versorgungssicherheit der Schweiz erhöht und der ganzen Gesellschaft dient», sagt Swiss CEO Dieter Vranckx. Die Fluggesellschaft braucht rasch wirtschaftliche Lösungen, um ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Synthetische Treibstoffe spielen dabei eine wichtige Rolle. Alpiq wiederum verfügt über ein breites Portfolio an Wasserkraft-​ und Speicherwerken in der Schweiz und zählt mit der Produktion von grünem Wasserstoff in Gösgen zu den Pionieren in der Schweiz. Mit zahlreichen Projekten für den Zu- und Ausbau von erneuerbaren Energien und verschiedenen Speichertechnologien in der Schweiz und im benachbarten Ausland kann Alpiq einen wesentlichen Beitrag leisten: «Mit einer breiten Koalition aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft können wir das gesetzte Netto-​Null-Ziel und gleichzeitig eine nachhaltige Energieversorgung erreichen. Damit können wir den Wirtschafts-​ und Wissenschaftsstandort Schweiz stärken», begründet Alpiq-​CEO Antje Kanngiesser die klare Zusage ihres Unternehmens. Auch der bekannte Philanthrop Hansjörg Wyss hat der Koalition bereits seine Unterstützung zugesichert. 

    Geplant: Forschungsplattformen im Megawatt-​Bereich 
    Mit neuen technischen Lösungen will die Koalition zusätzliche Möglichkeiten schaffen, um die saisonalen Unterschiede in der Stromproduktion mittels Energiespeicherung in der Schweiz und in Europa zu nutzen. So wird die Versorgungsicherheit der Schweiz verbessert und der Energiehandel mit den europäischen und internationalen Partnern diversifiziert, wodurch neue Geschäftsfelder entstehen und Chancen für Technologie-​Startups und die Schweizer Industrie geschaffen werden. Die technischen Optionen sollen systemisch analysiert werden, um möglichst optimale Lösungen hinsichtlich Versorgungssicherheit und Kosten zu finden und zu implementieren. 

    Die Koalition wird bis Ende 2023 formell gegründet, um Anfang 2024 die ersten Projekte zu starten. Auf Basis bestehender Technologien werden Demonstratoren im Megawatt-​Bereich gebaut, die ab 2028 produktiv sein sollen und als Forschungsplattformen dienen werden. Für dieses Vorhaben wird in einer ersten Phase ein Budget von rund 100 Mio. Franken benötigt. 

  • App erleichtert Energieplanung für Gebäude

    App erleichtert Energieplanung für Gebäude

    Die Vela Solaris AG aus Winterthur hat mit Polysun eine Lösung entwickelt, welche die Planung vom Energiesystemen für Gebäude und Quartiere erleichtern soll. Sie ermöglicht es, Energiesysteme in diesen Umgebungen zu simulieren. So können mögliche Energiesysteme zur Erstbetrachtung dargestellt und miteinander verglichen werden.

    Basierend auf Polysun hat Vela Solaris gemeinsam mit dem Gebäudetechnikverband suissetec die Web App Gebäudetechnikrechner aufgebaut. Der Verband stellt die Lösung nun seinen Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden zur Verfügung, wie es in einer Mitteilung heisst.

    „Mit dem Gebäudetechnikrechner ermöglichen wir unseren Kunden den Schritt zur digitalen Konzeption von Energiesystemen“, wird Lars Kunath, Verantwortlicher digitale Lösungen bei suissetec, zitiert. Er hebt auch die „Zuverlässigkeit der Simulationsergebnisse und die hohe Professionalität von Vela Solaris als Entwicklungspartner“ hervor.

    „Die Zusammenarbeit mit Verbänden sowie Herstellern und Händlern stellt für Vela Solaris eine echte Bereicherung dar“, so Angela Krainer, Geschäftsführerin von Vela Solaris. „Wir sind immer bestrebt, unsere Lösungen einer möglichst grossen Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen“.

  • «Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert»

    «Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert»

    Was ist das Einzigartige am Suurstoffi-Energiekonzept?
    Martin Jöri: Wir schaffen es, für ein über 100’000 Quadratmeter grosses
    Areal die gesamte Wärme- und Kältebereitstellung für Wohnen und Gewerbe CO2-neutral und mit einem eigenständigen Arealsystem bereitzustellen. Im Gegensatz zu anderen Arealen sind wir nicht von einem externen Fernwärmenetz abhängig.

    Warum sind Energiekonzepte wie dasjenige der Suurstoffi heutzutage noch nicht Standard?
    Der klassische Immobilieninvestor ist nach wie vor konservativ unterwegs. Er setzt auf etablierte Lösungen. Nachhaltigkeit spielt, wenn es um die konkrete Umsetzung energetischer Systeme geht, nur eine kleine Rolle. Dies ist verständlich, da gewisse Risiken nicht wegzudiskutieren sind.

    An welche Risiken denken Sie dabei?
    Dass das CO2-freie Energiesystem der Suurstoffi funktioniert, war keineswegs von Beginn weg klar. Es gab kaum Erfahrungswerte, nur Planzahlen. Das Zusammenspiel der einzelnen Systeme mit unzähligen Variablen ist sehr komplex. Heute können wir sagen: Das System funktioniert. Das Risiko und der finanzielle Aufwand haben sich gelohnt, da das System mit jedem Ausbauschritt durch Skaleneffekte noch effizienter wird. Gewisse Nachjustierungen sind jedoch nach wie vor nötig.

    Könnte das System Suurstoffi 1:1 auf andere Areale übertragen werden?
    Wenn sich keine Hindernisse aus der Geologie ergeben, ist dies durchaus denkbar.

    Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert. Ist das Projekt damit abgeschlossen?
    Nein, zwei Themen werden uns weiterhin beschäftigen: Zum einen muss der operative Betrieb sichergestellt werden. Dies bedeutet, dass wir den Kälte- und den Wärmebedarf für das ganze Jahr gewährleisten müssen. Dazu brauchen wir eine übergeordnete Arealsteuerung für die Planung von Wärme- und Kälteleistungen über Wochen und Monate. Zum anderen gilt es, das System kurzfristig zu optimieren. So müssen beispielsweise alle Wärmepumpen aufeinander abgestimmt werden, um Leistungsspitzen im Stromverbrauch zu reduzieren. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die geplante E-Mobilität ins Gesamtsystem integrieren. Unser Ziel ist es, die Elektrolasten möglichst dynamisch zu verteilen und die E-Autos als Elektrobatterie zu nutzen.

    Stehen ausser der Optimierung des Energiesystems der Suurstoffi noch weitere Projekte auf Ihrer Agenda?
    Ja, wir sind an der Umsetzung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch für die Suurstoffi. Dies ermöglicht uns, den auf dem Areal produzierten Strom direkt unseren Mietern zu verkaufen. Des Weiteren soll die Elektromobilität auf beiden Arealen umgesetzt werden. Im April 2020 haben wir die Metalli an den Seewasserverbund Circulago angeschlossen und damit das Ende des Erdöl- und Erdgaszeitalters für Zug Estates eingeleitet. Weitere Themen sind ein digitales Abrechnungssystem auf Basis von Zählerdaten sowie CO2-Senkungen in der Alltagsmobilität.

    Führt Digitalisierung im Bereich der Gebäudeautomation zu mehr Nachhaltigkeit?
    Dank der Digitalisierung und «Internet of Things» können wir unseren Mietern in Zukunft vereinfachte, individualisierte und verbrauchsabhängige Abrechnungen anbieten. Dies erhöht die Transparenz und wird einen gewissen Anreiz schaffen, den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren.

    Zur Person
    Martin Jöri ist seit 15 Jahren im Energiesektor tätig und war unter anderem für den europaweiten Auf- und Ausbau der erneuerbaren Energien bei Alpiq und CKW verantwortlich. Bei BKW konnte er die Machbarkeit vom Plusenergiequartier Ittigen im Auftrag von Losinger Marazzi nachweisen. In seiner jetzigen Position als Leiter Strategisches Arealmanagement bei Zug Estates setzt er sich für die Umsetzung der Vision Zero-Zero für die Areale Suurstoffi und Metalli ein.

  • So funktioniert das Papieri-Energiesystem

    So funktioniert das Papieri-Energiesystem

    Das Papieri-Areal soll CO2-neutral betrieben werden und eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der angestrebten 2000-Watt-Gesellschaft einnehmen. Das ausgeklügelte Energiesystem besteht einerseits aus dem eigenen Flusskraftwerk, das seit 1890 Strom produziert. Nun wurde es im Rahmen der Arealentwicklung mit neuster Technik aufgerüstet. Zusätzlich wird das Wasser der Lorze als Wärmequelle genutzt und die Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern unterstützt. Neu installierte Wärmepumpen komplettieren das fortschrittliche Energiesystem. So ist nicht nur die CO2-neut-
    rale Beheizung der Gebäude im Winter, sondern auch die Kühlung sämtlicher Wohn- und Gewerbeeinheiten im Sommer sichergestellt.

    Auch punkto Wohnen gibt die moderne Technik den Ton an: Alle Appartements sind mit Glasfaseranschluss und einem Smart-Living-System ausgestattet. Die Steuerung der Heizung, Lüftung, Beschattung oder auch das Licht- und Energiemanagement können über ein zentral installiertes Touch-Panel oder über mobile Geräte wie Smartphone oder Tablet gesteuert werden.